Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

10. Dezember 2019

Search form

Search form

U-Bahn-Innovation im Hochgebirge

U-Bahn-Innovation im Hochgebirge© Kapsch BusinessCom

Kapsch BusinessCom modernisiert U-Bahn im Tiroler Serfaus. Digitale Assistenzsysteme und Verlängerung ermöglichen Verdoppelung der Kapazitäten auf nunmehr 3.000 Besucher pro Stunde.

(red/czaak) Die 1.125 Einwohner Gemeinde Serfaus in Tirol hat eine U-Bahn Linie mit einer Streckenlänge von rund 1,3 Kilometern. Nach dreieinhalb Jahren intensiver Modernisierungsarbeit befördert die Dorfbahn aktuell nun 3.000 Besucher pro Stunde. Kapsch BusinessCom verantwortete dafür die technologische Basis mittels innovativer Assistenzsysteme und digitaler Lösungen.

In vier Stationen auf 1.400 Metern Seehöhe
Die wahrscheinlich modernste Luftkissenbahn Europas fährt in Serfaus weder auf Schienen noch auf Rädern. Angetrieben durch ein Zugseil gleitet sie auf einem Luftkissen einen Millimeter über dem Boden dahin. Gebaut wurde die Bahn Mitte der 80er-Jahre zur Entlastung der Straßen, dreißig Jahre nach Eröffnung war dann die Kapazitätsgrenze erreicht. Von 2016 bis 2019 folgte die umfassende Modernisierung und seit Juli 2019 ist die neue Bahn nun in Betrieb. Der Zug wurde von 30 auf nunmehr 45 Meter verlängert und die Bahn kann aktuell 3.000 Menschen pro Stunde, statt wie bisher 1.600, transportieren.

Umfassende Lösungen aus einer Hand
Kapsch BusinessCom lieferte nicht nur die gesamte Netzwerktechnik für die neue Bahn, sondern auch die IT für das Fahrzeug, die Assistenzsysteme, die Videoüberwachung, das Monitoring und die Notrufsysteme. Auch das komplette Funksystem für Betriebsfunk, Blaulicht und Feuerwehr (Anm. analoges Funknetz für Feuerlöscheinsatz) stammt von Kapsch. „Kern der Anlage ist ein Sicherheitsleitstand, in dem alle Fäden zusammenlaufen. Wird etwa ein Notruf abgesetzt, dann schalten sich automatisch die Kameras in dem Bereich ein und zeigen ein Bild der Lage“, erläutert Kamran Kiafar von Kapsch BusinessCom. „Wir stellen dabei die Hardware und entwickeln das gesamte Sicherheitskonzept“, unterstreicht Kiafar.

Virtual Reality und intelligentes Datenmanagement
Mit der gelungenen Umsetzung des Serfauser-Projektes kommen nun erstmalig in der Seilbahnbranche bei Wartung und Servicierung Datenbrillen mit der dazugehörigen technischen Wissensdatenbank zum Einsatz. Serviceeinsätze können durch dieses digitale Assistenz-System von Evolaris (Anm. Kapsch-Tochter) größtenteils remote durchgeführt werden. Das hilft dem Seilbahnbetreiber, kostenintensive Einsätze vor Ort zu vermeiden. „Unsere Kernkompetenz bei Kapsch sind fertige Lösungen und deren Betrieb. Wir verbinden dabei Netzwerk und IT mit Sicherheitstechnik, smarten Lösungen und Multimedia“, so Kiafar weiter. „Wir sind dabei für unsere Kunden nicht nur Digitalisierungspartner, sondern immer auch Berater“, betont der Kapsch-Experte.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 02.09.2019