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22. September 2021

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Weiterer Schulterschluss von Techriesen

Weiterer Schulterschluss von Techriesen© Pexels.com/Savvas Stavrinos

Siemens und Google Cloud kooperieren beim Einsatz KI-basierter Lösungen in der Fertigung. Im Fokus steht die bedarfsorientierte Nutzung skalierbarer Digitalservices zur intelligenten Optimierung der industriellen Produktion.

(red/czaak) Die Siemens-Bereiche Automatisierung und Industrie-Software kooperieren mit Google-Cloud, um mittels KI-basierter Lösungen Fertigungsprozesse zu optimieren und die Produktivität zu verbessern. Siemens will dabei nun die Google-Cloud-Technologie für Daten und künstliche Intelligenz bzw. maschinelles Lernen (KI/ML) in seine Lösungen für die Fabrikautomatisierung integrieren. Unternehmen sollen damit Innovationen direkt bei Produktion, Fertigung und Logistik ermöglicht werden, bis hin zu einer automatisierten Wartung der Maschinen zur Reduktion von Ausfällen.

Datengetriebene Industrieprozesse
Die industriellen Prozesse werden generell zunehmend datengetrieben. In der Fertigungsindustrie kommen jedoch durch langjährig gewachsene Systeme (Anm. Maschinen und IT) häufig ältere und unterschiedliche Software-Anwendungen für die Analyse von Anlagendaten zum Einsatz. Das ist ressourcenintensiv und erfordert oft manuelle Aktualisierungen, um Qualitätskriterien zu sichern. Zudem werden KI-Projekte von vielen Unternehmen als „Insellösung“ in der Fertigung eingesetzt und dann haben Produktionsbetriebe Schwierigkeiten, KI-Lösungen in großem Umfang in ihren oftmals international verteilten Betrieben zu implementieren.

Siemens steht seit vielen Jahrzehnten für Entwicklung und Einsatz neuer Technologien, ein großer Teil davon betrifft auch die Fertigung. Durch die Kombination der Daten-Cloud und der KI/ML-Funktionen von Google Cloud mit dem Siemens-Portfolio für die Fabrikautomatisierung, sollen Industrieproduktionen nun ihre Fabrikdaten leichter vereinheitlichen können. Auf Basis dieser Daten können dann diese cloudbasierten KI/ML-Modelle maschinennahe eingesetzt werden. Dies ermöglicht Anwendungen wie etwa die visuelle Qualitätskontrolle von Produkten oder die vorrauschauende Wartung von Anlagen und Fertigungslinien.

Verbesserte Qualität von Produktion und Produkten
Künstliche Intelligenz und Automatisierung in der Produktion mit der dazugehörigen Netzwerk-Integration ist komplrx und erfordert spezifisches Know-how und moderne Technologien. Ziel der neuen Kooperation ist, Einsatz und Skalierbarkeit von KI im Betrieb in Verbindung mit Industrial Edge und dessen Management zu erleichtern, die Mitarbeiter bei alltäglichen Aufgaben in der Fabrik zu unterstützen, hier auch zu automatisieren und letztendlich die Qualität von Produktion und Produkten zu verbessern. Edge-Computing bedeutet dabei etwa kleinere vernetzte IT-Einheiten wie Sensoren an mehreren Orten der Produktionsketten, die entsprechend schneller in Datenerfassung und -Weiterleitung an zentrale Einheiten arbeiten.

"Das Potenzial von künstlicher Intelligenz, den Fertigungsbereich radikal zu verändern, ist noch längst nicht ausgeschöpft. Viele Hersteller stecken bis heute in KI-Pilotprojekten fest und das wollen wir ändern", sagt Axel Lorenz, VP Control bei Siemens Digital Industries, Factory Automation. "Siemens ist führend bei der Weiterentwicklung der industriellen Automatisierung und Software, und Google Cloud ist führend bei Datenanalyse und KI/ML. Diese Kooperation wird das Beste aus beiden Welten vereinen und KI/ML im großen Maßstab in die Fertigungsindustrie bringen", ergänzt Dominik Wee, Managing Director Manufacturing & Industrial bei Google Cloud.

Bezüglich „führend“ sei erwähnt, dass auch IT-Dienstleister wie Deutsche Telekom und T-Systems, Kapsch BusinessCom, Atos oder A1-Digital der Österreichischen Telekom schon lange im Bereich intelligente Industrieproduktionen (Anm. Smart Manufacturing) tätig sind und dabei auch schon umfangreiche Praxiserfahrung haben. Beispiele sind das Campus-Netzwerk von Osram und T-Systems, IoT-Projekte von Kapsch mit Zoerkler Gears und BHDT oder IoT-Netze von A1 mit anderen österreichischen Industriebetrieben. Bei T-Systems und Kapsch gibt es ebenso Kooperationen mit der Google Cloud, so wie mit den anderen sogenannten „Hyper Scalern“ Microsoft Azure oder Amazon Cloud von AWS.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 03.05.2021