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23. September 2017

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Weniger Informatik-Studienplätze als Schildbürgerstreich

Weniger Informatik-Studienplätze als Schildbürgerstreich© Bilderbox.com

Österreichweit fehlen 3.000 IT-Fachkräfte. Die IT-Wirtschaft zeigt sich angesichts der Reduzierung von Ausbildungsplätzen nicht amüsiert.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die IT zu einem unverzichtbaren Motor der heimischen Wirtschaft entwickelt. Gerne wäre die Branche auch ein Jobmotor, doch stattdessen herrscht trotz allgemein hoher Arbeitslosigkeit ein eklatanter Mangel an qualifizierten IT-Fachkräften. Denn obwohl die Branche attraktive Jobs für Lehrlinge, Maturanten und Akademiker bietet, fehlen österreichweit rund 3.000 Fachkräfte auf allen Ebenen, klagt die UBIT Wien.
Im Gegensatz zu vielen anderen Berufsgruppen planen die heimischen IT-Dienstleister ihren Personalstand weiter zu erhöhen. Aber während auf der einen Seite 3.000 Fachkräfte in der IT fehlen, werden andererseits Kürzungen bei den Informatik-Studienplätze vorgenommen.

Ausgehungert ignoriert
Ein Schildbürgerstreich“, ärgert sich Martin Puaschitz, Obmann der Fachgruppe UBIT Wien. „Dem Fachkräftemangel in der IT-Branche muss rasch und konsequent entgegengewirkt werden. Daher fordern wir statt einer Kürzung vielmehr eine Erhöhung der Studienplätze im Bereich Informatik. Denn ein Job in der Software- und IT-Branche bringt gesamtwirtschaftlich drei Vollzeitarbeitsplätze“, erklärt Puaschitz.
Doch nicht nur auf Universitätsniveau gibt es Probleme. Laut einer Studie der Internetoffensive Österreich ist das gesamte heimische Bildungssystem nicht ausreichend auf die Digitalisierung vorbereitet. Die IT-Branche ist äußerst vielfältig und bietet daher Chancen für Menschen mit unterschiedlichen Ausbildungsniveaus. Nicht nur Akademiker sind gefragt, sondern auch Lehrlinge und Maturanten.

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red/stem/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 01.05.2017