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23. September 2017

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Abfallwirtschaft leidet unter illegalen Exporten

Abfallwirtschaft leidet unter illegalen Exporten© Bilderbox.com

Nur etwa ein Fünftel der zu verschrottenden Autos gelangen in österreichische Shredderbetriebe.

„Es gibt keinen Abfall“, lautet das Motto des Sekundärrohstoffhandels. Denn jeder Rohstoff wird verarbeitet. In Niederösterreich beschäftigen sich rund 270 Betriebe damit. Ihre Zahl ist schon seit Jahren in etwa gleich geblieben. Aufgrund der langen Außengrenzen Niederösterreichs hat die Branche immer wieder mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen. Hauptthema ist schon seit Jahren der illegale Export.
„Den sechs Shredderbetrieben, die es in Österreich gibt, werden nur etwa 48.800 Altfahrzeuge zugeführt, davon etwa 16.000 den zwei niederösterreichischen Shredderbetrieben. „Ausgeschieden sind aber im Jahr 2016 etwa 255.000 Stück geworden, erklärt der Obmann des Sekundärrohstoffhandels in der NÖ Wirtschaftskammer, Alfred Störchle, dem NÖ Wirtschaftspressedienst. „Viele Österreicher wissen gar nicht, dass sie sich strafbar machen, wenn sie einem nicht befugten Betrieb ein Auto ohne gültiges Pickerl übergeben“. Ähnlich sei die Entwicklung bei den Elektroaltgeräten, wo ebenfalls ein Großteil ins benachbarte Ausland gehe.

Umweltschutz als Hemmschuh
Ein großes Thema ist auch hier die Bürokratie. Die Branche ist von rund 200 Umweltgesetzen aus Österreich und der Europäischen Union betroffen. Sie regeln, wie Altmaterial dem Sekundärrohstoffhandel zuzuführen ist. „Uns geht es um eine praxisnahe Umsetzung der Bestimmungen“, so Störchle. Das EU-Kreislaufwirtschaftsgesetz, das derzeit neu verhandelt wird, soll sämtliche Bestandteile rückverfolgbar machen. „Wir bekommen beispielsweise nur das Auto, ohne Information über seine Bestandteile. Bis zu einem gewissen Grad ist die Zerlegung zweifellos wirtschaftlich sinnvoll, und das gilt es, genau zu definieren“, sagt der Obmann.
Denn letztlich geht es um viel Geld. Derzeit liegen die Preise pro Tonne von Nickel bei 9.000 USD, von Aluminium bei 1. 600 USD und von Kupfer bei 5.000 USD. „Das beweist, dass die von uns gehandelten Produkte wirklich wertvolles Material sind, das auch an Börsen gehandelt wird, und wo es eine sehr hohe Spekulationsdichte gibt“, stellt Alfred Störchle fest.

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NOe-Wirtschaftspressedienst/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 05.06.2017