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28. Juni 2022

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Corona-Krise verursacht jede vierte Betriebsinsolvenz

Corona-Krise verursacht jede vierte Betriebsinsolvenz© Pexels.com/diephotopotato

Die Pandemie und sogenannte operative Ursachen bei Kosten oder Finanzierung führen immer häufiger zum Finanzkollaps von Unternehmen, so eine aktuelle Analyse des KSV1870.

(red/czaak) Der Faktor „Unbeherrschbare Umstände“, zu denen auch die Corona-Pandemie zählt ist für mittlerweile 27 Prozent aller österreichischen Firmenpleiten verantwortlich, so die Kernaussage einer aktuellen Analyse des Österreichischen Kreditschutzverbandes KSV 1870 von rund 2.000 eröffneten Insolvenzverfahren im Jahre 2021. Ein wesentliches Segment sind auch die sogenannten operativen Ursachen, wo etwa ungenügende Finanzierungen oder schlechte Kostenstrukturen bei 31 Prozent in die Insolvenz führten. Im ersten Pandemiejahr 2020 lag dieser Wert noch bei fast 40 Prozent, so die KSV-Angaben.

Keine Insolvenzwelle am Weg zum Vorkrisenniveau
„Klassische Managementaufgaben als Hauptfaktor haben zuletzt etwas seltener eine Insolvenz verursacht als früher. Dieser Rückgang hat sich quasi eins zu eins in ein Plus bei den Corona-bedingten Firmenpleiten entwickelt“, sagt Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz. Während 2020 die weltweite Pandemie als primäre Insolvenzursache von Unternehmen in Österreich noch eher gering ausfiel, war das im Vorjahr bereits deutlich häufiger der Fall. „Trotzdem sprechen wir weiterhin von keiner Insolvenzwelle – weder im Vorjahr noch in den ersten Monaten des laufenden Jahres. Die aktuelle Entwicklung geht klar in Richtung ‚Vor-Krisen-Niveau‘“, so Götze.

Fehlendes betriebswirtschaftliches Know-how und Kapital
Am häufigsten war die Pandemie in Vorarlberg (39 Prozent), Salzburg (36), dem Burgenland (35) und Niederösterreich (33 Prozent) für Firmenpleiten verantwortlich – am seltensten in Tirol mit zwölf Prozent. Die dritthäufigste Ursache (19 Prozent) für den Weg in die Insolvenz sind klassische Gründungsfehler wie fehlendes betriebswirtschaftliches Know-how und Kapital oder ungenügende Branchenkenntnisse. Fast ebenso regelmäßig ist es persönliches Verschulden oder Fahrlässigkeit (15). Strafbare Handlungen führen in sieben Prozent der Fälle zum wirtschaftlichen Ende, am häufigsten im Burgenland (12) und Wien (10), am seltensten in Tirol (1) und Salzburg (2 Prozent).

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 26.04.2022