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28. Februar 2021

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Die teuren und die günstigen Banken in Österreich

Die teuren und die günstigen Banken in Österreich© Pexels.com/Karolina Grabowska

Seit Finanzkrise 2008 zahlen Haushalte nicht mehr so viel für Konsumkredite. Zinsunterschiede zwischen Banken auf bis zu 100 Prozent angestiegen. Oberbank am teuersten, Anadi und Raiffeisen am günstigsten. Kreditvergabe weiter restriktiv.

(red/czaak) Konsumentenkredite waren im August 2020 so teuer wie seit 2008 nicht mehr. Das zeigen aktuelle Zahlen der Österreichischen Nationalbank, die das Portal mygeldleben.at analysierte. Der vergebene Zinssatz betrug im Durchschnitt 5,62 Prozent. Der günstigste Satz lag bei 2,80 (Austrian Anadi Bank) bzw. 2,88 (Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien), der teuerste bei 6,0 Prozent (Oberbank).

Die Corona Pandemie trifft damit besonders Privatpersonen hart, welche auf Konsumkredite angewiesen sind. Mygeldleben.at zeigt zudem die unterschiedliche Reaktion der österreichischen Banken auf die aktuelle Krise, sie passen ihre Zinssätze seit Beginn der Pandemie deutlich häufiger an als vorher und so wird auch weiterhin mit Verteuerungen gerechnet.

Kein Online-Kredit mehr für Neukunden bei ERSTE
Seit Beginn der COVID-19 Krise vergeben Banken Kredite nicht mehr so leicht und das betrifft insbesondere private Haushalte. Im Zeitraum von Jänner bis August 2020 wurden um 20 Prozent weniger Konsumkredite vergeben als im Jahresvergleich 2019. Der niedrigste Stand wurde im April 2020 mit 60 Prozent (!) weniger Konsumkredite gemessen.

Um aktuell einen Konsumkredit zu erhalten müssen Privatpersonen entweder über eine gute Bonität verfügen oder bereits länger Kunde der Bank sein. Dies zeige sich etwa bei der Erste Bank und Sparkasse. „Hier ist als Neukunde eine Online Beantragung eines Konsumkredits nicht mehr möglich“, so mygeldleben.at in einer Aussendung.

Massive Unterschiede bei Kreditkosten
Laut der Analyse von mygeldleben.at im Oktober zeigen sich zudem große Unterschiede bei den Kreditkosten der Österreichischen Banken. Private Kunden können hier bis zu 100 Prozent an Zinsen sparen. Bei den günstigsten Banken zahlt man unter 3,00 Prozent an Kreditzinsen, während die teuersten Banken bis zu 6,00% Zinsen verlangen.

„Kreditinteressenten sollten sich für eine längere Laufzeit mit einer entsprechend niedrigeren monatlichen Rückzahlung entscheiden. Das verbessert die Haushaltsrechnung und damit die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank den Kredit gewährt. Zusätzlich sollte man bei Kreditabschluss auf Sondertilgungsmöglichkeiten achten. So kann der Kredit schneller zurückgezahlt werden, wenn es die finanzielle Situation erlaubt“, so die Empfehlungen der Experten von mygeldleben.

Das Portal mygeldleben.at und die Zinssätze der Banken
Mygeldleben.at ist eigenen Angaben zufolge Österreichs führendes Portal zum Thema Privatkredite mit der Absicht das Thema Konsumkredite für Verbraucher transparent zu machen. Durch regelmäßige Statistiken sowie Kredit-Tests will mygeldleben.at einen laufend aktuellen Überblick über die Kredit-Konditionen der österreichischen Banken geben.

Für die aktuelle Analyse wurden die Zahlen der Österreichischen Nationalbank und die Eigenangaben der Banken verwendet. Hier liegt die Austrian Anadi Bank bei 2,8 Prozent, die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien bei 2,88, die Bawag bei 2,9, die Santander bei 2,99, die ERSTE und Sparkassen-Gruppe bei 3,4, die easy-Bank bei 3,4, die DADAT bei 3,75, die ING bei 3,8, die Bank Austria 4,0, Teambank bzw. Volksbanken bei 4,88 und die Oberbank bei 6 Prozent.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 07.12.2020