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01. Juni 2020

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Digitalisierungsinitiative für KMU

Digitalisierungsinitiative für KMU© Pexels.com/canva studios

Kammer und Ministerium erneuern Förderprogramm „KMU Digital“. 20 Mio. Euro für technologische Innovationen heimischer Betriebe. Programmlinie bedient auch Kammersparte UBIT. Diverse Beratungen als Förderbedingung.

(red/czaak) Das Programm „KMU DIGITAL“ wird fortgesetzt. Die Initiative des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaft (BMDW) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sei „sehr gut von den heimischen Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) angenommen worden“, so Margarete Schramböck, BMin für Digitalisierung und Wirtschaft und Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Laut aktueller Aussendung des BMDW wurden im Rahmen des vorigen Durchgangs von KMU Digital (Anm. seit Oktober 2019) über 2.500 Beratungs- und Umsetzungsinitiativen unterstützt. Das entspricht rund einem Viertel der angepeilten 10.000 Beratungen für zumindest 7.000 Betriebe. Diese Zahlen wurden von der letzten Wirtschaftsministerin Udolf-Strobl und Kammer-Boss Mahrer bei der seinerzeitigen Programmverlängerung im September 2019 angegeben (economy berichtete).

Engagement von IT-Beratern als Förderbedingung
Der Start dieses letzten Durchgangs noch im Kabinett Bierlein unter Wirtschaftsministerin Udolf-Strobl war von finanziellen wie inhaltlichen Diskussionen geprägt. Kritiker monierten neuerlich, dass die Unterstützungen mit einem fixen Engagement von IT-Beratern verbunden sind und damit ein verhältnismäßig relevanter Förderbetrag gleich wieder bindend ausgegeben werden muss – zudem für Leistungen, die Unternehmer selbst wissen oder anderwertig weitaus günstiger zukaufen könnten.

Diese IT-Berater sind in der Kammer-Fachgruppe UBIT organisiert und diese Kammer-Sparte kritisierte entsprechend die damals lange nicht gesicherte Fortsetzung mit öffentlichkeitswirksamen standortpolitischen Bedrohungsszenarien - die dann sogar gipfelten „in einer bedrohlichen Situation des Mittelstandes“, so UBIT-Obmann Puaschitz in einer APA-Aussendung am 13. Juni des Vorjahres.

Digitale Transformation schreitet voran
Die damaligen Diskussionen wurden schließlich mit einem Machtwort von Kammer-Boss Mahrer beendet, der die vier Millionen Euro umfassende letzte Förderprogrammschiene mit 210.000 Euro aus Kammergeldern mitfinanzierte, damit die Forderungen der kammereigenen Fachgruppe UBIT bediente und letztlich auch die damalige Wirtschaftsministerin Udolf-Strobl überzeugte. Jetzt investieren BM für Digitalisierung und Wirtschaft sowie Wirtschaftskammer Österreich 20 Millionen über die kommenden vier Jahre.

„Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet zügig voran und KMU benötigen für Implementierung und marktkonforme Anwendungen maßgeschneiderte Unterstützung. Die Verlängerung von KMU Digital ist ein wichtiges Signal, um kleine und mittlere Unternehmen auf diesem Weg zu begleiten“, unterstreicht Mahrer. Fortsetzung und Ausbau der Programmlinie „KMU Digital“ wurde im Regierungsprogramm vereinbart. Die Finanzierung der 20 Millionen Euro wird vom Wirtschaftsministerium beziehungsweise der staatlichen Förderbank Austria Wirtschaftsservice (AWS) sowie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) getragen.

Inhaltliche Schwerpunkte mit Fokus Sicherheit
Neuer Schwerpunkt des Programms ist das „Modul Gruppencoaching“, wo KMU in ihren Regionen zu aktuellen Schwerpunktthemen trainiert werden. Welche Schwerpunkte das sind, wurde nicht näher ausgeführt. Weitergeführt werden Beratungsförderung und Umsetzungsförderung. Klein- und Mittelbetriebe aller Branchen sollen dabei „gezielt und ganz ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend mit digitalen Tools vertraut gemacht werden.“ Die Betriebe können dabei Status- und Potenzialanalysen sowie als Vertiefung Strategieberatungen in Anspruch nehmen.

Zusätzlich zu Themen wie Geschäfts-Prozesse, E-Commerce, Online Marketing oder IT-Security wird nun der Schwerpunkt Ressourcenoptimierung angeboten. Im Bereich Sicherheit soll mit der Erweiterung zu Cyber-Security den aktuellen Entwicklungen Rechnung getragen werden. „In Österreich sind mit 99,6 Prozent oder 337.800 der Unternehmen KMU und somit das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Fast die Hälfte dieser Betriebe haben allerdings einen geringen Digitalisierungsgrad. Damit der Wirtschaftsstandort Österreich von der Digitalisierung profitiert, müssen wir Unternehmen aller Größen auf diesem Weg mitnehmen“, resümiert Ministerin Schramböck.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 02.03.2020