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14. Dezember 2018

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Geringe Brexit-Auswirkungen bei NOe-Industrie

Geringe Brexit-Auswirkungen bei NOe-Industrie© piqs.de/tom radenz

In Niederösterreich wird nur jedes zehnte Industrieunternehmen vom sogenannten Brexit stark betroffen sein, so eine Umfrage der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV-NÖ). Abgefragt wurde auch die Konjunkturaussicht und da sei der „Hochsommer vorbei.“

Im Rahmen der aktuellen Konjunkturumfrage unter NOe-Industriebetrieben meinen nur neun Prozent der Unternehmen, dass sich der EU-Austritt Großbritanniens auf ihre Geschäftstätigkeit stark auswirken wird. Sehr starke Auswirkungen befürchten überhaupt nur drei Prozent. Demgegenüber sind 62 Prozent der NÖ Industriebetriebe der Ansicht, dass sie der Brexit kaum treffen wird und 23 Prozent sehen überhaupt keine Schwierigkeiten.
„Wenn eine der größten Volkswirtschaften Europas die Gemeinschaft verlässt, wird das jeder irgendwie spüren“, so Thomas Salzer, Präsident der IV-NÖ. Zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar sei, wie stark sich der Brexit auswirken werde. „Jedenfalls lösen der baldige Austritt Großbritanniens aus der Wirtschaftsunion sowie internationale Handelskonflikte, wie das Russland-Embargo oder die gegenseitigen Strafzölle zwischen den USA und China, Verunsicherung aus, die den Unternehmen schadet“, so Salzer.

Auftragsbücher aktuell gut gefüllt, Zukunft noch unsicher
„Für Niederösterreichs Industriebetriebe ist der konjunkturelle Hochsommer vorbei“, resümiert Michaela Roither, Geschäftsführerin der IV-NÖ die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter den Mitgliedern. Zwar sind die Auftragsbücher der Firmen noch immer gut gefüllt, bei neuen Aufträgen merken die Unternehmen allerdings eine Abkühlung. Das IV-NÖ-Konjunkturbarometer, das die aktuelle Geschäftsentwicklung mit der erwarteten vergleicht ist seit dem zweiten Quartal zurückgegangen.
Immer stärker zu kämpfen hat Niederösterreichs Industrie mit dem Fachkräftemangel. „Wir können 10.500 Stellen bei unseren Unternehmen nicht besetzen, weil das geeignete Personal fehlt“, rechnet der IV-NÖ-Präsident vor. Besonders prekär sei die Situation bei den technischen Berufen. Allerdings erkenne man die Wurzel des Übels schon an den Schulen, „wenn dort die Informatik-Fächer zu wenige Studenten finden. Da muss die Frage erlaubt sein, ob unser Bildungssystem noch zeitgemäß ist“, meint Salzer.

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NOe-Wirtschaftspressedienst/red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 19.11.2018