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14. Dezember 2018

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Künstliche Intelligenz braucht leistungsfähige Infrastrukturen

Künstliche Intelligenz braucht leistungsfähige Infrastrukturen© piqs.de/sascha pohflepp

Neue Allianz deutscher IT-Unternehmen und -Verbände fordert von Politik ganzheitliche KI-Strategie mit entsprechender Digital-Infrastruktur und Öffentlichkeitsarbeit für gesellschaftlichen Wissenstransfer.

Aktuell fand in Nürnberg (D) ein breiter Digitalgipfel zum Themenschwerpunkt Künstliche Intelligenz statt. „Künstliche Intelligenz (KI) ist eine entscheidende Zukunftstechnologie und ein wichtiger Markt für den Digitalstandort Deutschland und um dieses wichtige Technologiefeld zu besetzen und KI zur Kernkompetenz der deutschen Wirtschaft zu machen, braucht es eine ganzheitliche KI-Strategie“, so der deutsche Internet-Verband eco im Programm zur Veranstaltung.

Digitale Infrastruktur muss stärkere Rolle in Politik einnehmen
Diese Forderung zur Stärkung digitaler Infrastrukturen stellt eine neue Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen, die sich zuletzt unter dem Dach von eco zusammengeschlossen hat und neben gezielter Forschung und Entwicklung eben auch auf leistungsfähige digitale Infrastrukturen setzt - die wiederum gesellschaftliche Akzeptanz für KI-Technologien fördern soll.
„Mit der Digitalisierung der Unternehmen und der gesamten Wirtschaft geht einher, dass mehr und mehr technisches Wissen und auch Daten in Rechenzentren abgelegt werden. Die Sicherheit dieser Daten kann am besten im Inland gewährleistet werden“, sagt Béla Waldhauser, Sprecher der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen. Digitale Infrastrukturen seien „das Rückgrat einer gelingenden digitalen Transformation in Deutschland“. Ihre Innovations- und Wirkpotenziale genauso wie ihre Herausforderungen müssten „volkswirtschaftlich stärker gewichtet und in Politikkonzepte einbezogen werden“, fordert Waldhauser.

Ein starkes KI-Ökosystem
Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist aus Sicht von eco einer von vier Grundpfeilern, die ein starkes Ökosystem für Künstliche Intelligenz ausmachen. Neben sicheren und leistungsstarken Rechenzentren tragen Bildung, Forschung sowie eine innovative industrielle Fertigung dazu bei, dass verlässliche und sichere KI-Anwendungen auf den Markt kommen und die digitale Souveränität in diesem wichtigen Technologiebereich langfristig gesichert wird.
Wie dieses Ökosystem nun funktioniert, davon konnte sich aktuell auch Ulrich Nussbaum, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), im Rahmen einer von der Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen gemeinsam mit Fraunhofer IIS, Siemens AG, noris Network AG und dem Zollhof Tech Incubator organisierten Infotour ein Bild machen.
„Künstliche Intelligenz wird als Schlüsselthema in vielen Wirtschafts- und Lebensbereichen eine wichtige Rolle spielen. Wir wollen, dass Deutschland in diesem wichtigen Zukunftsmarkt ganz vorne mitspielt und dafür brauchen wir starke Partner, wie die Betreiber digitaler Infrastrukturen als wichtige Innovationstreiber “, so Nussbaum. Der Verband eco hat anlässlich des Digitalgipfels auch ein Leitlinienpapier zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz erstellt und über die Verbands-Website abrufbar gemacht.
  
Die neue Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen
Die Internetwirtschaft ist aktuell Schlüsselbranche und Wachstumsmotor zugleich und ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft steigt seit Jahren kontinuierlich. „Während Provider und große Anbieter sozialer Plattformen häufig im Fokus von Politik und Öffentlichkeit sind, bleiben Unternehmen, die am Anfang der Wertschöpfungskette Internet stehen weitgehend unbekannt und dazu gehören etwa Betreiber digitaler Infrastrukturen wie Rechenzentren oder sogenannte Colocation Anbieter. Diese Branche ist nun von steigender Bedeutung für eine gelingende digitale Transformation in Deutschland“, so der eco-Verband in einer Aussendung.
Die Allianz zur Stärkung digitaler Infrastrukturen in Deutschland ist ein Zusammenschluss führender Unternehmen aus verschiedenen Branchen digitaler Infrastrukturen wie etwa Rechenzentrumsbetreiber, Co-Location-Anbieter, Internet Service Provider, Carrier, Cloudanbieter, Softwarehersteller und Vertreter aus der Anwendungsindustrie unter dem Dach von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V..
Mit über 1.000 Mitgliedsunternehmen vertritt eco als größter europäischer Verband der Internetwirtschaft seit 1995 die Interessen seiner Mitglieder gegenüber der Politik und in internationalen Gremien. Leitthemen sind Zuverlässigkeit und Stärkung der digitalen Infrastruktur, IT-Sicherheit und Vertrauen sowie Ethik und Selbstregulierung. eco setzt sich entsprechend für ein freies, technikneutrales und leistungsstarkes Internet ein.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 04.12.2018