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22. August 2017

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Neue Mobilfunkgeneration braucht viele neue Antennen

Neue Mobilfunkgeneration braucht viele neue Antennen© piqs.de/mike95

Allein in Niederösterreich braucht es 2000 neue Antennen, um den neuen Mobilfunk 5G einzuführen.

In Niederösterreich senden die Handy-Netzbetreiber ihre Signale zurzeit über 3.800 Mobilfunkstationen, die an 2.200 Standorten über das ganze Bundesland verteilt sind. Voraussichtlich 2019 geht die 5. Mobilfunkgeneration an den Start – ein superschnelles Datennetz, das mit einer Rate von zehn Gigabit pro Sekunde 100-mal leistungsstärker sein wird als der aktuelle LTE-Standard. Der Nutzer wird dann einen ganzen HD-Film in weniger als einer Sekunde herunterladen können. Zum Betrieb von 5G brauchen die kleineren Funkzellen allerdings mehr Antennen. Damit der neue Daten-Highway flächendeckend funktioniert, werden in Niederösterreich rund 2.000 Mobilfunkstationen zusätzlich notwendig sein.

Zügiger Ausbau
„Die 5G-Antennen sind deutlich kleiner und optisch wesentlich weniger auffällig als die derzeit verwendeten Masten“, sagt Gregor Wagner vom Forum Mobilkommunikation (FMK). Auch würden die Netzbetreiber, die den 5G-Ausbau durchführen, bereits vorhandene Mobilfunk-Standorte, wie in Kirchtürmen oder auf Silos, verwenden. Die Strahlungsleistung der Sendeanlagen bleibe genauso konstant niedrig wie jetzt, weil „das, was dann über den neuen Standard 5G übertragen wird, nicht mehr über die alten Formate 3G oder LTE läuft“, stellt Wagner klar.
Spätestens im Juli will die Bundesregierung ihre Strategie zum Ausbau des 5G-Netzes im Ministerrat vorstellen. Im Jahr 2020 sollen alle Landeshauptstädte, 2022 schließlich ganz Österreich an den Super-Datenhighway angeschlossen sein. Was die technischen Details betrifft, sind freilich noch viele Fragen offen. Außerdem dürften die Genehmigungsverfahren zum Bau der Tausenden neuen Mobilfunkanlagen auf Einsprüche und bürokratische Hürden stoßen.

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NOe-Wirtschaftspressedienst/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 04.04.2017