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24. August 2017

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Positive Effekte der Forschungsprämie

Positive Effekte der Forschungsprämie © piqs.de/tieger

Die Forschungsprämie wirkt vor allem bei jenen Firmen unterstützend, die kontinuierlich Forschung und Entwicklung (F&E) betreiben.

Die Forschungsprämie wurde im Jahr 2002 eingeführt und ist seit 2011 das einzige steuerliche Instrument in Österreich zur Förderung von F&E, das allen Unternehmen gleichermaßen zugänglich ist. In den vergangenen Monaten wurde die Prämie im Auftrag des Finanzministeriums vom IHS, der KMU Forschung Austria und WPZ Research evaluiert.
Im aktualisierten Regierungsprogramm wurde auch eine Steigerung der Forschungsprämie auf 14 Prozent festgeschrieben - die Anhebung, die rund 120 Millionen Euro kostet, soll im April im Ministerrat behandelt werden und 2018 in Kraft treten. Davon dürften Unternehmen, bei denen Forschung und Entwicklung heute kaum eine Rolle spielen, allerdings nicht profitieren - eine konkrete Anreizwirkung sei hier "kaum gegeben". Diese Unternehmen würden mehr durch die direkte Forschungsförderung angesprochen.

Standortrelevant
Wie dem Evaluierungsbericht zu entnehmen ist, wurden im Kalenderjahr 2015 knapp 502 Millionen Euro Forschungsprämie an 2.262 Unternehmen ausbezahlt. Eine Grobschätzung zeige, dass ein Euro mehr an Forschungsprämie zwischen 1,21 und 2,26 Euro mehr F&E-Ausgaben bewirkt. Die Forschungsprämie wird von rund 75 Prozent der forschungstreibenden Unternehmen in Österreich in Anspruch genommen. Darunter sind jeweils etwa ein Viertel Kleinst-, Klein-, Mittel- und Großunternehmen.
Die Forscher erkannten auch noch Effekte auf die Standortsicherung. So gaben 144 der befragten Unternehmen an, aufgrund der Forschungsprämie F&E-Aktivitäten nach Österreich verlagert oder mehr F&E-Verantwortung hier angesiedelt zu haben. Das Evaluierungsteam empfahl unter anderem, eine umfassendere Wirkungsanalyse des gesamten Fördersystems Österreichs durchzuführen, sobald die Daten von Bund, Ländern, Gemeinden und EU gemeinsam verfügbar seien.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 10.04.2017