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17. Mai 2022

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Täglich 110.000 Verarbeitungsprozesse für 150 Millionen Menschen.

Täglich 110.000 Verarbeitungsprozesse für 150 Millionen Menschen.© Pexels.com/pixabay

Abläufe vereinfachen und Patienten schneller und exakter helfen. Unternehmen wie mySugr oder Cerner setzen auf Cloud-Services von AWS. Der IT-Spezialist baut Österreich-Niederlassung aus.

(red/czaak) Das Gesundheitswesen sieht sich mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert: Ein Mangel an medizinischen Fach- und Pflegekräften, die Alterung der Bevölkerung und steigende Kosten sind nur einige davon. Das österreichische Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz berichtet aktuell, dass bis 2025 sechzig Prozent der Hausärzte mit Kassenvertrag in den Ruhestand gehen werden.

Digitalisierung zur nachhaltigen Verbesserung des Gesundheitswesens
Die Ausgaben für das Gesundheitssystem in Österreich sind auch im EU-Vergleich sehr hoch und es entsteht ein zunehmendes Ungleichgewicht zwischen Allgemeinen und Fachärzten, wie auch zwischen der Versorgung in ländlichen und städtischen Gebieten. Um den zahlreichen Herausforderungen zu begegnen, muss die Gesundheitsversorgung effizienter werden und sich darauf konzentrieren, die Gesundheit der/des Einzelnen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

Zwei Unternehmen konzentrieren sich derzeit besonders auf die bessere Information und Betreuung von Patienten. Cerner, Anbieter von Technologie-Lösungen für das Gesundheitswesen und mySugr, ein digitales Gesundheitsunternehmen der Roche Diabetes Care. Beide Unternehmen wollen das Gesundheitswesen nachhaltig durch digitale Angebote verbessern und setzen dabei auf Cloud-Lösungen von Amazon Web Services (AWS).

Österreich hat im EU-Vergleich deutlichen Aufholbedarf
„Das Gesundheitswesen muss ganzheitlich werden und Prävention und Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellen. Technologien wie Cloud-Computing können dabei Erleichterung und Verbesserung schaffen“, sagt Jochen Walter, Landeschef Österreich bei Amazon Web Services (AWS). „Alle Teilnehmer im Gesundheitswesen sollten zusammenarbeiten und sich auch mit IT-Infrastruktur-Anbietern austauschen. Diese bieten dafür eigene Plattformen und unterstützen die Beteiligten bei sicherem Austausch und Analyse von Informationen“, betont Walter.

Im sogenannten Digital-Health-Index (Anm. von Bertelsmann-Stiftung) liegt Österreich bei der Digitalisierung insgesamt nur auf Rang 10 unter den 17 untersuchten EU-Ländern (mit rund 60 Punkten). Das Hauptaugenmerk liegt auf Aktivitäten zum politischen und strategischen Vorgehen (engl. „Policy“ mit rd. 79 Punkten). Erst dann folgen Digital Health Readniess (die technische Implementierung und der digitale Reifegrad) mit knapp 61 Punkten und die tatsächliche Datennutzung, also die Vernetzung von Gesundheitsinformationen mit rd. 40 Punkten.

Hohe Ansprüche bei Sicherheit und Verfügbarkeit
„Die Gesundheitsversorgung hat besondere Ansprüche, gerade bei Sicherheit, Compliance und Verfügbarkeit. Unsere Cloud-Dienste erfüllen diese Anforderungen und machen die Vorteile der Cloud so auch für Gesundheitsversorger zugänglich“, erklärt Walter. „Häufig sehen wir den Bedarf an flexibler Speicherkapazität, da im Gesundheitswesen große Datenmengen entstehen. Aber auch die Tatsache, dass Kosten nur für wirklich genutzte Dienste anfallen, ist interessant für Organisationen aus dem Segment“, unterstreicht Cloud-Experte Walter von AWS.

Mehrere Unternehmen im Gesundheitsbereich nutzen bereits Cloud-Computing, etwa Cerner, ein internationaler Anbieter von Technologie-Lösungen für das Gesundheitswesen. Das Unternehmen setzt Big Data ein, um sinnvolle Echtzeit-Einblicke zu erhalten und Behandlungsvorgänge im Gesundheitsbereich zu vereinfachen. Cerner vertraut dabei auf Lösungen von AWS, mit deren Hilfe Daten von rund 150 Mio. Menschen verarbeitet werden. Das entspricht einem Umfang von 10 Petabyte und 110.000 Verarbeitungsabläufen pro Tag.

Konzentration auf geschäftsrelevante Aufgaben
Aktuell möchte Cerner nun mittels KI ein Gesundheitssystem aufbauen, wo die ganzheitliche Betrachtung jedes Menschen im Fokus steht. „Die Amazon Anwendung „SageMaker“ ermöglicht es Cerner, die Kosten und den Zeitaufwand für die Entwicklung dieser neuen KI-Modelle um 80 Prozent zu reduzieren“, erklärt Jochen Walter. Auch mySugr nutzt die AWS-Cloud für seine App, die in über 75 Ländern in zwei Dutzend Sprachen verfügbar ist. Das 2012 in Wien gegründete Unternehmen ermöglicht Menschen Informationen rund um ihre Diabetestherapie sicher und medienübergreifend zu verwalten.

„Während AWS die notwendige IT-Infrastruktur im hochsicheren Rechenzentrum bereitstellt, kann sich mySugr auf geschäftsrelevante Aufgaben konzentrieren und Menschen mit Diabetes ermöglichen, ihre Gesundheit langfristig erfolgreich selbst zu managen“, so Walter. „Cloud-Dienste finden immer mehr ihren Weg ins Gesundheitswesen und helfen Prozesse zu vereinfachen und das ermöglicht den Fokus auf die PatientInnen zu legen“, resümiert Cloud-Experte Jochen Walter von Amazon Web Services (AWS).

Österreich-Niederlassung von Amazon Web Services (AWS) wächst
Neben Cerner und mySugr sind Erste Digital, Palmers, Raiffeisen Bank International, Krone Multimedia, Österreichischer Rundfunkservice (ORS), Frauscher Sensonic, Global Rockstar, Runtastic und Bitpanda weitere Österreichische Unternehmen, welche die Cloud-Services über die heimische Amazon Web Services Niederlassung nutzen. AWS Austria ist seit Gründung massiv gewachsen und bezieht nun neue Räumlichkeiten in der Wiener City.

„Die Eröffnung des neuen Büros bestätigt die wachsende Bedeutung des Standortes Österreich und ist ein Resultat der steigenden Nachfrage österreichischer Unternehmen nach Cloud-Technologien“, freut sich AWS-Landeschef Jochen Walter. Zu den weiteren Österreich-Kunden gehören Apilayer, Bikemap, Celantur, Merkeleon, Platogo Interactive Entertainment, Trans Austria Gasleitung, Aurena und die Internationale Biathlon Union. „All diese Unternehmen profitieren von über 200 AWS-Services und einem globalen, flächendeckenden Netzwerk“, ergänzt Jochen Walter.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 13.12.2021