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23. September 2017

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US-Konzerne hängen Europa weiter ab

US-Konzerne hängen Europa weiter ab© Bilderbox.com

US-Konzerne sind um 30 Prozent profitabler als europäische. Das umsatzstärkste Unternehmen Europas ist Volkswagen, so Ergebnisse einer aktuellen Ernst & Young Studie.

Die europäischen Top-Konzerne mussten 2016 die US-amerikanische Konkurrenz weiter davonziehen lassen: Während die 300 umsatzstärksten US-Konzerne ihren Gesamtumsatz um 1,2 Prozent steigerten, verzeichneten die größten europäischen Unternehmen einen Umsatzrückgang von 1,6 Prozent.
Auch bei der Profitabilität bauen die US-Unternehmen ihren Vorsprung aus: Die durchschnittliche Marge der US-Unternehmen stieg um 0,8 Prozentpunkte auf 12,7 Prozent. Die europäischen Unternehmen kommen im Schnitt nur auf eine Marge von 9,8 Prozent – eine Steigerung um 0,2 Prozentpunkte. Damit wirtschafteten die US-Unternehmen im vergangenen Jahr fast ein Drittel profitabler als die europäische Konkurrenz.

Apple Maß aller Dinge
Immerhin konnte eine knappe Mehrheit der europäischen Unternehmen den Umsatz erhöhen, sogar 70 Prozent legten beim Gewinn zu. Insgesamt erwirtschafteten die Top-Unternehmen Europas einen Umsatz von 6,7 Billionen Euro bei einem operativen Gewinn von 576 Milliarden Euro, die US-Konzerne setzten aber 25 Prozent mehr um und lagen beim Gewinn sogar 68 Prozent über der europäischen Konkurrenz.
Beim Gewinn ist Apple trotz eines Rückgangs um 16 Prozent weiterhin das Maß aller Dinge. Der iPhone-Hersteller macht etwa so viel Gewinn wie die fünf gewinnstärksten europäischen Unternehmen zusammen. Gewinnstärkstes Unternehmen Europas war der Schweizer Pharmakonzern Roche. Bei den umsatzstärksten Unternehmen liegt weiterhin der Handelsriese Wal-Mart klar auf der Spitzenposition. Mit Volkswagen folgt der umsatzstärkste europäische Vertreter auf Platz drei.

Österreicher unter Top 300
Unter den Top-300-Unternehmen Europas finden sich, gemessen am Umsatz, mit OMV (Platz 101), voestalpine (167) und Andritz (280) auch drei Vertreter aus Österreich. Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY.
„Die europäischen Unternehmen haben trotz der Konjunkturerholung in Europa die Trendwende noch immer nicht ganz geschafft“, kommentiert Gerhard Schwartz, EY Österreich. Die US-Konzerne profitieren nach Schwartz von dem größeren Heimatmarkt und einem günstigeren Branchenmix – insbesondere mit ihrer stärkeren Ausrichtung auf Technologie und Dienstleistungen. Auf der anderen Seite bremsen laut EY nach wie vor strukturelle Probleme die europäischen Unternehmen – hohe Arbeitslosigkeit, hohe Staatsverschuldung und zu schwach ausgeprägte Innovations- und Unternehmerkultur.

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red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 22.05.2017