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22. Februar 2019

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Verstärkte Kooperationen mit Israel

Verstärkte Kooperationen mit Israel© Andrew Rinkhy und Daniel Shaked

Österreichs Manager wollen Kooperationen mit Israel im Bereich Innovation und Infrastruktur ausweiten. Aktuell Studie des Austrian Israeli Business Club (AIBC) untersuchte wirtschaftliche Beziehungen zwischen Österreich und Israel.

Im Rahmen der Studie „Potenziale Österreich - Israel“ wurden rund 300 Manager von Großbetrieben in Österreich zu Status und Perspektiven der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern befragt. Die Ergebnisse der vom Austrian Israel Business Club (AIBC) beauftragten und vom Meinungsforscher Peter Hajeks (Anm. Opinion Strategies) durchgeführten Umfrage wurden anlässlich der diesjährigen com.sult Veranstaltung präsentiert.

Wirtschaftliche Zukunftsfelder
Fast jeder fünfte Großbetrieb (17 Prozent) steht derzeit in Geschäftsbeziehungen zu Israels Wirtschaft. Als wirtschaftliches Stärkefeld Israels wird vor allem der Bereich Militär und Rüstung (44) genannt. Dahinter folgen Hightech und IT (25),  Innovation (19), Cybersecurity (19) und das Segment der Start-Ups (16 Prozent). Die Attraktivität der israelischen Wirtschaft wird im Hinblick auf diese wirtschaftlichen Zukunftsfelder außerordentlich hoch eingeschätzt.

In diesen Gebieten könnte Österreich erheblich durch Kooperationen profitieren, so die befragten Manager und auch Bundesminister Norbert Hofer will entsprechend „Kooperation im Innovations- und Infrastrukturbereich gezielt forcieren.“ Die Gründe für die bisher schwach ausgeprägten wirtschaftlichen Beziehungen zu Israel sehen die befragten Manager vor allem in der „Krisenregion Naher Osten“ (37 Prozent) und in der „politischen Lage in Israel“ (34). „Zu wenig Sicherheit und Stabilität für Wirtschaftsbeziehungen“ geben 26 Prozent zu Protokoll.

Innovation und Infrastruktur
„Die Erhebung zeigt klar, dass das Potenzial der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Israel gerade in zukunftsentscheidenden Bereichen sehr groß ist. Vor allem in den Bereichen Innovation und Infrastruktur gibt es für beide Seiten viel zu gewinnen“, so Norbert Hofer, Bundesminister für Verkehr, Infrastruktur und Innovation zu den Ergebnissen der Studie. „Wir müssen daher entsprechende Kooperationen fördern“, unterstreicht Hofer. 
Für David Ungar Klein, AIBC-Präsident bilden die Ergebnisse die Grundlage für weitere Aktivitäten. „Als überparteiliche Initiative liefert uns die vorliegende Studie wertvolle Informationen, wie wir in Zukunft mithilfe von Ideenwettbewerben, Veranstaltungen, Austauschprogrammen und sonstigen Aktivitäten den konstruktiven Dialog beider Länder weiter fördern können.“, erläutert Ungar-Klein, der auch seit vielen Jahren den international hochkarätig besetzten com.sult-Kongress verantwortet.
Unterschiedliche Wirtschaftskultur
„Wenn man bedenkt, dass fast jeder fünfte Großbetrieb in Österreich derzeit in Geschäftsbeziehungen zu Israels Wirtschaft steht, kann man erahnen, dass das beiderseitige Wirtschaftspotenzial hoch ist“, betont AIBC-Präsident Ungar-Klein. Auch Dan Shechtman, Chemie-Nobelpreisträger, sieht eine engere Zusammenarbeit als positiv an. Er ortet aber auch grundlegende Unterschiede in der Unternehmensführung bei den beiden Ländern.
„Es ist wichtig, dass Innovationen nicht nur von Unternehmen getrieben werden, sondern auch von Menschen innerhalb der Unternehmen. Das bedeutet, dass es gerade in großen Unternehmen wichtig ist, dass jeder Mitarbeiter mit einer guten Idee direkt den CEO kontaktieren kann und bei der Verwirklichung der Idee mit einem Budget und mit fachlicher Hilfe konkret unterstützt wird“, so Dan Shechtman. „Dieser Gedanke fehlt aber in vielen Unternehmen in Europa.“

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(red/czaak), Economy Ausgabe Webartikel, 04.02.2019