Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

10. Dezember 2019

Search form

Search form

Wenig Interesse an Wirtschaft und Finanzen

Wenig Interesse an Wirtschaft und Finanzen@Piqs.de/BTD

Das Interesse an Wirtschaft ist bei Männern ausgeprägter als bei Frauen. Vier von zehn Frauen interessieren sich nicht für dieses Thema und drei von zehn Männern. Beim Geld setzen die Österreicher nach wie vor auf Sicherheit und geringen Ertrag, so eine Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen.

58 Prozent der Frauen beschäftigen sich mit Wirtschaft, 42 Prozent interessieren sich nicht dafür. Bei Männern sind es 33 Prozent, die sich weder für wirtschaftliche Zusammenhänge noch Entwicklungen begeistern können. Dieser Unterschied setzt sich auch beim Thema Finanzen fort, wobei hier der Wert bei beiden Geschlechtern weiter sinkt.

Finanzbildung ist im eigenen Interesse unverzichtbar
„Finanzbildung ist unverzichtbar, um seine Geldangelegenheiten effektiv und aktiv zu managen. Fundiertes Wissen über finanzielle und wirtschaftliche Zusammenhänge gibt die Sicherheit, die richtigen finanziellen Entscheidungen zu treffen und sein Vermögen aufzubauen“, sagt Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank.
Die Vermittlung von finanzieller Bildung und die Förderung von finanzieller Eigenverantwortung nehmen Erste Bank und Sparkassen unter anderem mit dem Erste Financial Life Park (FLiP) wahr. Seit der Eröffnung vor zweieinhalb Jahren wird diese Bildungseinrichtung förmlich überrannt: bereits 34.000 BesucherInnen nahmen an knapp 1.900 Touren teil.

Männer investieren doppelt so oft in Fonds als Frauen
Grundsätzlich setzt die heimische Bevölkerung auf sicherheitsorientierte Spar- und Anlageformen. 85 Prozent der Frauen schätzen sich bei der Geldanlage als sicherheitsorientiert ein, bei den Männern sind es 75 Prozent. Dieses konservative Anlageverhalten spiegelt sich auch in den bevorzugten Spar- und Anlageformen. Laut Umfrage ist das Sparbuch nach wie vor am beliebtesten. 75 Prozent der Frauen und ebenso 75 Prozent der Männer besitzen ein solches.
„Wer allerdings im Niedrigzinsumfeld nur aufs Sparbuch setzt, verliert Geld. Bei einer Inflation von unter zwei Prozent und einem Leitzins von Null ist der Kaufkraftverlust ganz offensichtlich. Wertpapiere sind unverzichtbar, um Vermögen aufzubauen. Der Kapitalmarkt ist ein wichtiges Instrument der Vermögensverwaltung“, so Schaufler weiter.
„Bei Wertpapieren wird die Kluft aber deutlich. Männer haben laut der aktuellen Umfrage doppelt so oft Fonds und dreimal so häufig Einzeltitel in ihrem Portfolio als Frauen“, so Karin Kiedler, Leiterin der Marktforschung in der Erste Bank Oesterreich. Außer beim Fondssparen ist der Abstand kleiner - 21 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen investieren in diese monatliche Anlageform.

Wertpapieranlagen auch mit kleinen Summen
Stark präsent ist nach wie vor das Vorurteil, dass nur mit großen Summen in Wertpapiere veranlagt werden kann. Dieser Irrglaube ist vor allem bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern (45 Prozent vs. 31 Prozent). „Fondssparen geht aber schon mit 50 Euro im Monat los“, so Schaufler. Erste Bank und Sparkassen bieten hier verschiedene neue Produkte an, die „das Thema Fondssparen auch für Neueinsteiger einfach und verständlich machen“, betont Schaufler.
Die aktuelle Umfrage zeigt zudem, dass es bei Männern und Frauen unterschiedliche Zuordnungen zum Begriff Wertpapiere gibt. Beide Geschlechter denken an das Risiko, bei Männern ist es jedoch positiver besetzt im Kontext Ertrag und Chance. Nur 17 Prozent der Frauen (Männer 35 Prozent) beschäftigen sich gerne mit Aktien oder Anleihen, weil sie diese spannend finden. Die Mehrheit der Frauen denkt, dass Wertpapiere viel Wissen und Zeit benötigen, die sie nicht investieren möchten. „Zeit in sein Geldleben zu investieren, ist aber keine verlorene Zeit. Es wäre gut hier rasch umzudenken, und das Beste aus seinen Finanzen heraus zu holen“, resümiert Schaufler.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 12.03.2019