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26. Juni 2019

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Weniger Kreditnachfrage von Unternehmen

Weniger Kreditnachfrage von Unternehmen© Bilderbox.com

Im ersten Quartal 2019 kam es zu einem Rückgang der Nachfrage nach Unternehmenskrediten in Österreich, so eine aktuelle Bankenumfrage seitens der Österreichischen Nationalbank.

(red/czaak) Im Zeitraum Jänner bis März 2019 kam es in Österreich erstmals seit langer Zeit zu einem Rückgang bei der Nachfrage nach Unternehmenskrediten und auch für das zweite Quartal 2019 wird eine weitere Abschwächung erwartet. Das zeigen die Ergebnisse der vierteljährlichen Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum, in der führende Banken nach ihren Einschätzungen gefragt werden, so ein aktueller Bericht der Österreichischen Nationalbank (OeNB).

Steigende Nachfrage von 2016 bis 2018
Zuvor war in den Jahren 2016 bis 2018 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten durchgehend gestiegen. Motor dieser Entwicklung war der zunehmende Finanzierungsbedarf heimischer Unternehmen, deren Bruttoanlageinvestitionen seit Mitte 2016 kräftig gewachsen sind. Aktuelle Prognosen erwarten für 2019 und 2020 jedoch eine Abschwächung des Investitions- und BIP-Wachstums.

Die Aufnahme neuer Kredite war in den letzten Jahren für die Unternehmen zu immer günstigeren Konditionen möglich, da die Banken in diesem Zeitraum hauptsächlich aus Wettbewerbsgründen die Margen für durchschnittlich risikoreiche Unternehmenskredite kontinuierlich gesenkt haben.

Privatkreditnachfrage nahezu unverändert
Nahezu unverändert seit Ende 2017 ist die Nachfrage im Kreditgeschäft in privaten Haushalten. Angebotsseitig wurden im ersten Quartal 2019 die Richtlinien für die Vergabe von Wohnbaukrediten etwas verschärft. Wie im Unternehmenskundengeschäft hat sich auch im Privatkundengeschäft die Wettbewerbssituation der Banken zu Gunsten der Kreditnehmer ausgewirkt. Die Margen für durchschnittlich risikoreiche Wohnbaukredite wurden seit 2017 immer weiter gesenkt. Für Kreditnehmer mit entsprechender Bonität ergaben sich hierdurch zunehmend günstigere Finanzierungsbedingungen.

Generelle ertragsseitige Auswirkungen
Themen der Umfrage waren diesmal auch das erweiterte Programm des Eurosystems zum Ankauf von Vermögenswerten und der negative Einlagenzinssatz des Eurosystems. Gemäß den Ergebnissen belastet das Ankaufprogramm seit seinem Bestehen aufgrund von gesunkenen Nettozinsmargen die Ertragslage der Banken, hatte in der Vergangenheit aber auch positive Einflüsse auf ihre Liquidität und ihre Finanzierungsbedingungen.

Ihre Ertragslage sehen die Banken auch vom negativen Einlagenzinssatz nachteilig betroffen. Angaben zufolge verursacht dieser einen anhaltenden Abwärtsdruck auf die Kreditzinsen und Kreditmargen und führt vor allem auch zu einer Verringerung der Nettozinserträge der Banken. Seitens der OeNB wird angemerkt, dass die allgemeine Wirksamkeit der geldpolitischen Maßnahmen des Eurosystems (Anm. Ankaufprogramm, Einlagenzinssatz), die auf den Euroraum insgesamt abzielen, nicht anhand der hier präsentierten nationalen Effekte besprochen werden kann.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 30.04.2019