Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

20. November 2019

Search form

Search form

Wenn aus regulativer Not eine betriebliche Tugend wird.

Wenn aus regulativer Not eine betriebliche Tugend wird.© Bilderbox.com

Digital-Plattformen. Fintechs unterstützen klassische Finanzdienstleister und Handelsbetriebe bei digitaler Transformation.

(red/czaak) Seit 14. März müssen in Banken Testumgebungen zur neuen „Payment Service Direktive“ (PSD2) bestehen, wo Drittanbietern der Zugriff auf Kontodaten der Bankkunden ermöglicht wird. Etwa Maklern, die Anlageformen und Kredite verschiedener Banken vergleichen und Geldtransfers übernehmen oder Versicherungen, die nach dem Kauf von Sportgeräten eine Unfallversicherung anbieten.

Neue Chancen
Der Zugang passiert über die Hausbank und nur nach ausdrücklicher Erlaubnis für den angefragten Zweck. Was nun nach großer Konkurrenz für traditionelle Finanzdienstleiter aussieht, könnte auch neue Chancen bedeuten. Ein Bezahl-Fintech integriert diese standardisierte Schnittstelle in seine App und bietet neue Dienste, die wiederum den Kundenservice der eigentlichen Hausbank erweitert.

Hier setzt auch das Fintech NDGIT an, über deren standardisierte Open Banking Plattform etwa die Banco BNI Europe, die deutsche NORD/LB oder die österreichische BAWAG-Gruppe die PSD2-Richtline umsetzt und zudem weitere externe Anbote integriert und steuert (economy bereichtete).

„Die Banken-IT verbindet sich zunehmend mit den Wertschöpfungsketten der Kunden. Die NDGIT-Plattform ermöglicht es die Prozesse unserer Kunden bedarfsgerecht mit weiteren Services zu versorgen“, so Stephan Tillack, IT-Leiter bei der NORD/LB.

Aus einer Hand
Wirklich disruptiv wird diese Entwicklung, wenn Konsumenten einzelne Dienste in sogenannten Multi-Banking-Apps bündeln. Über derartige Anwendungen können sie zentral verschiedenste Finanzgeschäfte steuern und zudem dann auch gleich Freizeit- und Shoppingbelange abwickeln und bezahlen.

Ein bekanntes Beispiel sind die Apps Alipay und WeChat. „Hier sind keine Grenzen mehr zwischen Alltagsbelange, Unterhaltung oder Shopping und die ebenso enthaltene Option ein ausgewähltes Produkt dann auch gleich über die App zu bezahlen, macht den Dienst auch für den Handel interessant“, erläutert Roland Toch, Managing Director CEE bei Wirecard.

Gängige Bezahlformen plus Social-Media Payment
Der internationale Bezahldienstleister hat derartige Apps schon länger in seinen Mix aus gängigen Internet-Bezahlformen integriert und dazu gehören auch Kreditkarten, Sofort Überweisung oder Paypal. „Internet-Händler können alle diese Bezahlarten über eine ebenso standardisierte Schnittstelle unkompliziert in ihren Shop implementieren“, unterstreicht Payment-Experte Toch.

Das nützen auch die beiden Portale Rubinartdesign und Rubinchen. Diese Online-Shops setzen auf hochwertige Capes und Stoffblazer sowie auf multifunktionale Wäschetextilien für Babies. Alle Produkte werden in Wien aus reiner Bio-Baumwolle per Hand gefertigt und sind größtenteils personalisierbar.

„Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über den Online-Shop und mit Wirecard übernimmt nur ein Ansprechpartner die problemlose Abwicklung aller gängigen Zahlungsmittel“, so Rubina Etzelstorfer, Namensgeberin und Eigentümerin der Shops.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 01.10.2019