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08. Dezember 2019

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„Wir werden viele neue Geschäftsmodelle erleben.“

Video: 

Axel Puwein, Leiter Business Development bei Wirecard CEE im economy-Gespräch über E-Mobilität, Social-Media-Commerce und Bezahlformen entlang moderner Lebenswelten.

Economy: Axel Puwein, Business-Development Verantwortlicher bei Wirecard CEE. Krone-E-Mobility-Days, wir sind hier bei einer E-Ladestelle von Enio. Wir kann man das nutzen?

Axel Puwein: Dreh- und Angelpunkt für die heutige Ladestellen-Infrastruktur ist das Bezahlen. Das muss möglichst einfach funktionieren damit der Nutzer Motivation hat, Stromtankstellen auszuprobieren, bzw. diese Infrastruktur hier auch für andere Unternehmen zur Verfügung zu stellen, die diese dann entsprechend betreiben können.

Economy: Das heißt, das ist mittels einer App nutzbar und ich kann mir damit auch Ladepunkte auswählen?

Puwein: Ja – oder auch mit einer Kreditkarte zur Ladestelle hingehen und mit der Karte bezahlen, so wie das von der Kasse im Supermarkt bekannt ist.
Einer der wesentlichen Aspekte von Enio ist, dass sie ihre Systeme so konzipiert haben, dass diese auch für Drittanbieter verwendbar sind, die in das Thema E-Mobilität einsteigen wollen.
Wir als Wirecard sind dabei der Partner, der das Payment abwickelt.

Economy: Wir sind nun hier bei der zweiten Ladestation, Smatrics. Was hat es damit auf sich?

Puwein: Hier geht es primär um das Thema Schnellladestationen. Die Mütter von Smatrics, wie etwa eine Siemens oder eine OMV haben jahrzehntelange Erfahrung im klassischen Infrastrukturbereich, wie eben hochrangige Straßennetze mit Betankungsmöglichkeiten auszurüsten.
Und dieses Wissen hat man nun verbunden mit digitaler Intelligenz, um für E-Mobilität eine entsprechend gute Ausgangslage zu schaffen.

Economy: Drittes Beispiel E-Ladeinfrastruktur. Wir sehen hier sogar eine Art Roboter?

Puwein: Ja – mit Wirelane haben wir hier sicher einen unserer progressivsten Partner mit am Stand, wo man bereits den nächsten Schritt der E-Mobilität sieht.
Dabei fahren Fahrzeuge nicht nur autonom, sondern sie können auch autonom betankt werden.
Wenn wir heute Parkhäuser anschauen, wo immer weniger Platz vorhanden ist, dann ist das eine der notwendigen Technologien, um solche Anwendungen ebenso möglich zu machen.

Economy: Die Bezahlfunktion passiert wieder über Wirecard?

Puwein: Ja, die Bezahlfunktion passiert über Wirecard. Jedoch anders als es stattfindet, wenn der Nutzer bezahlt, wird hier nicht nur der Nutzer bzw. Kunde bezahlen können, sondern auch das Auto selbst.
Das ist besonders wichtig im Kontext mit autonomen Fahren, wo das Fahrzeug möglicherweise nicht mehr einem bestimmten Nutzer zugewiesen ist, sondern einem (Flotten)Betreiber und das Fahrzeug eine Machine-to-Machine (M2M) Zahlung vornimmt.
Der Nutzer bezahlt dann nur mehr für den Zugang zur Mobilität.

Economy: Welche neuen Trends in Verbindung mit E-Mobilität sind noch erwähnenswert?

Puwein: Neben dem Thema Machine-to-Machine-Payment, ist für uns auch das Thema In-Car-Payment ein neues Kapitel. Hier bezahlt der Nutzer nicht nur über sein Handy, sondern direkt aus bzw. über das Auto.
Und das nicht nur für die E-Infrastruktur wie Stromtankstellen, sondern auch für andere Prozesse in Verbindung mit E-Commerce, mit Einkäufen oder intermodale Prozesse, wie andere Verkehrsmittel, die der Nutzer dann dazu bucht, weil er weiterfahren möchte.
Ein weiterer Bereich ist das Thema Social-Mobility, hier wachsen Mobilität und Social Media immer weiter zusammen.
Daraus bilden sich dann Fahrgemeinschaften und ähnliche Instrumente, die natürlich einerseits bezahlt werden, untereinander mittels sogenannter Peer-to-Peer-Transaktionen (P2P) und auch das können wir mit unserer Expertise im Payment- und Banking-Umfeld möglich machen.
In Summe werden wir hier viele neue Geschäftsmöglichkeiten und Business-Modelle erleben.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 22.10.2019