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21. Juli 2017

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Zaungast beim Investitionsboom

Zaungast beim Investitionsboom© Bilderbox.com

Der Standort Österreich konnte bislang kaum vom Investitionsrekord in Europa profitieren und wurde damit von Ländern wie Portugal abgehängt.

Obwohl die Anzahl der in Österreich initiierten Investitionsprojekte im Jahresvergleich um ein Fünftel gestiegen ist, findet sich der Standort Österreich im europäischen Ranking auf einer abgeschlagenen Position wieder.
„Österreich ist momentan nur Zaungast beim europäischen Investitionsboom und belegt im Ranking der wichtigsten Investitionsstandorte den abgeschlagenen 21. Rang hinter deutlich kleineren Volkswirtschaften wie Portugal, der Slowakei oder Ungarn. Zum Vergleich: Das in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt deutlich kleinere Irland konnte im vergangenen Jahr fast dreimal so viele Investitionsprojekte anziehen“, erklärt Helmut Maukner, Country Managing Partner bei EY Österreich.

Top-Standorte
Nur auf den ersten Blick positiv sieht die Bilanz der durch die 49 Investitionsprojekte in Österreich geschaffenen Jobs aus: Zwar stieg die Zahl der dadurch entstandenen Arbeitsplätze im Vergleich zu 2015 sprunghaft um das Zweieinhalbfache von 1.357 auf 4.759 an – dieser Zuwachs ist allerdings fast ausschließlich auf eine Großinvestition des kanadischen Automobilzulieferers Magna zurückzuführen. Die Ausweitung der Produktion von Magna Steyr soll alleine rund 3.000 Jobs bringen.
Bei der Anzahl der Investitionsprojekte liegen die europäischen Top-Standorte Großbritannien (1.144), Deutschland (1.063) und Frankreich (779) weiterhin unangefochten an der Spitze. Das Vereinigte Königreich zog trotz des Brexit-Votums um sieben Prozent mehr Investitionsprojekte an als im Jahr zuvor. Der mit Abstand größte Investor in Europa waren auch im vergangenen Jahr wieder die Vereinigten Staaten. 2016 wurden europaweit insgesamt 1.310 Direktinvestitionsprojekte US-amerikanischer Unternehmen gezählt. Die Plätze zwei und drei der größten Investoren in Europa belegen Deutschland und Frankreich.

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red, Economy Ausgabe Webartikel, 22.06.2017