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200.000 Farb­bil­der pro Sekunde

… für höhere Sicher­heit bei Geld­schein­prü­fung. Das Aus­trian Insti­tut for Tech­nolgy (AIT) ent­wi­ckelt Zei­len­se­nor zum Banknoten-Check.

Beim Druck von Bank­no­ten müs­sen Sicher­heits­merk­male feh­ler­frei auf jeden Geld­schein auf­ge­bracht wer­den. Her­kömm­li­che Bild­sen­so­ren sto­ßen bei der Qua­li­täts­kon­trolle sol­cher Kenn­zei­chen an ihre Gren­zen. Wie APA-Sci­ence berich­tet, haben nun AIT-Exper­ten für Bild­ver­ar­bei­tung einen ultra­schnel­len Zei­len­sen­sor ent­wi­ckelt, der hoch­wer­tige Bil­der lie­fert und Scheine mit Feh­lern identifiziert.
Bei der Über­prü­fung der Qua­li­tät von Sicher­heits­merk­ma­len wie Holo­gram­men mit Kipp­ef­fek­ten im Pro­duk­ti­ons­pro­zess sto­ßen heute ver­füg­bare Sen­so­ren an Gren­zen. Ihre Geschwin­dig­keit reicht oft nicht aus, um in Echt­zeit zu prü­fen. Das AIT, inter­na­tio­nal füh­rend in der Her­stel­lung sol­cher Prüf­sys­teme für den Sicher­heits­druck, hat für die Ent­wick­lung eines neuen Sen­sors mit dem Fraun­ho­fer-Insti­tut für Mikro­elek­tro­ni­sche Schal­tun­gen und Sys­teme in Duis­burg zusammengearbeitet.

200.000 Farb­bil­der pro Sekunde
Dabei ist ein neuer Sen­sor ent­stan­den, der laut AIT-Anga­ben dop­pelt so schnell ist wie heute ver­füg­bare Lösun­gen. Gleich­zei­tig lie­fert er qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige Bil­der in sehr hoher Auf­lö­sung. Der Sen­sor erfasst die Geld­scheine, ähn­lich wie ein Scan­ner, Zeile für Zeile, wenn sie aus der Dru­cker­presse kom­men. Pro Sekunde nimmt die Kamera dabei bis zu 200.000 Farb­bil­der mit Belich­tungs­zei­ten von Mil­li­ons­tel Sekun­den auf.
Eine Soft­ware ver­gleicht diese Auf­nah­men mit einem Soll­bild und iden­ti­fi­ziert Geld­scheine mit feh­ler­haf­ten Sicher­heits­merk­ma­len. „Die hohe Zei­len­zahl ermög­licht es, Objekte aus unter­schied­li­chen Blink­win­keln zu erfas­sen. Damit las­sen sich erst­mals auch Ober­flä­chen­struk­tu­ren in 3D wie etwa Kipp­ef­fekte von Holo­gram­men oder unter­schied­li­cher Mate­ria­lien in der indus­tri­el­len Fer­ti­gung über­prü­fen”, erklärt Ernst Bodenstor­fer vom AIT gegen­über der APA.

Zusätz­li­che Einsatzgebiete
Durch die hohe Anzahl an Zei­len ließe sich auch das Wel­len­län­gen­spek­trum des Sen­sors bis in den UV- oder Infra­rot­licht-Bereich erwei­tern. Das wäre etwa für das Recy­cling von Kunst­stof­fen inter­es­sant, wo geschred­derte Mate­ria­lien anhand ihrer Farb­infor­ma­tio­nen iden­ti­fi­zie­ren und so getrennt wer­den könnten.
Ein wei­te­res Ein­satz­ge­biet ist die Unter­su­chung von Schie­nen oder Fahr­dräh­ten der Bahn. Selbst bei einer Geschwin­dig­keit von rund 300 Kilo­me­tern pro Stunde könnte der Sen­sor gesto­chen scharfe Bil­der mit einer Auf­lö­sung von bis zu 0,4 Mil­li­me­ter lie­fern und so Haar­risse erkennen.
In erd­na­hen Satel­li­ten, wel­che die Erde mit einer Geschwin­dig­keit von 26.000 Kilo­me­tern pro Stunde umkrei­sen, könnte der Sen­sor Farb­auf­nah­men von der Erd­ober­flä­che mit einer Auf­lö­sung von drei Zen­ti­me­tern machen. Die Markt­ein­füh­rung des neuen Sen­sors als Herz­stück einer AIT-Prüf­ka­mera ist für Ende 2015 geplant.

Autor:
19.06.2015

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