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Ästhe­ti­sche Grundlagenforschung

Das Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rium för­dert mit PEEK die Ent­wick­lung und Erschlie­ßung der Künste.

Die Vor­ga­ben sind ambi­tio­niert, das Vor­ha­ben selbst könnte inter­na­tio­nale Vor­bild­funk­tion erlan­gen. Schließ­lich geht es im neuen sei­tens des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft und For­schung initi­ier­ten und vom Wis­sen­schafts­fonds FWF admi­nis­trier­ten „Pro­gramm zur Ent­wick­lung und Erschlie­ßung der Künste“, kurz PEEK, um nichts Gerin­ge­res als um die gezielte För­de­rung der ästhe­ti­schen künst­le­ri­schen Grund­la­gen­for­schung. Einer wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­plin also, die bis­lang ledig­lich zu den posi­ti­ven Begleit­erschei­nun­gen des uni­ver­si­tä­ren Betriebs zählte.
Aus­gangs­punkt der Über­le­gun­gen zu PEEK war, dass es hier­zu­lande zwar wis­sen­schaft­li­che For­schung über Kunst gebe, doch der große Bereich von künst­le­ri­schem Tun, das mehr ist als Kunst­pro­duk­tion, würde bei der­lei Über­le­gun­gen unbe­rück­sich­tigt blei­ben. Ver­ein­facht aus­ge­drückt : Geför­dert wer­den sol­len von nun an Inno­va­tio­nen, die künst­le­ri­sche Pro­dukte hervorbringen.

Frag­wür­dige Monopolstellung
Wel­che Rele­vanz ein der­ar­ti­ger Schritt für das künf­tige künst­le­ri­sche Schaf­fen des Lan­des hat, unter­strich Gerald Bast, Rek­tor der Wie­ner Uni­ver­si­tät für Ange­wandte Kunst, anläss­lich eines Pres­se­mee­tings Anfang Mai. Dem­nach sei die Ent­wick­lung der Künste bis­lang aus­schließ­lich durch Gale­rien und Samm­ler gesteu­ert wor­den. Diese Mono­pol­stel­lung des Markts bei der Ent­schei­dung, was „gute Kunst“ ist, sei sei­ner Mei­nung nach grund­sätz­lich „äußerst frag­wür­dig“. „Die Kunst­unis müs­sen wie­der Player in der Kunst­ent­wick­lung sein und nicht nur Lie­fe­ran­ten von Kapi­tal für den Kunst­markt“, so Bast.
Ende des Vor­jahrs wur­den die ers­ten Pro­jekte vom Kura­to­rium des FWF auf Basis der Emp­feh­lun­gen des inter­na­tio­na­len PEEK-Boards unter der Vor­sitz­füh­rung von Dame Janet Rit­ter­man bewil­ligt. Die­ser Tage endete die Ein­reich­frist für den nun­mehr zwei­ten Call. Erwar­tet wird ein ähn­lich gro­ßes Inter­esse, wie das schon bei der Aus­schrei­bung des Vor­jahrs der Fall war, zumal Öster­reichs Kunst­universitäten und außer­uni­ver­si­täre Ein­rich­tun­gen sich diese Chance ganz sicher nicht ent­ge­hen las­sen, um ihr vor­han­de­nes For­schungs­po­ten­zial öffent­lich­keits­wirk­sam ins rechte Licht zu rücken.
Kon­kret hat PEEK die För­de­rung von inno­va­ti­ver Arts-based Rese­arch hoher Qua­li­tät zum Ziel, wobei künst­le­ri­sche Pra­xis eine zen­trale Rolle spielt. Künst­le­risch For­schende sol­len sich durch diese Initia­tive expli­zit ange­spro­chen füh­len, ihre Idee in den Wett­be­werb um Pro­jekt­mit­tel ein­zu­brin­gen. Bereits in der im Vor­feld von PEEK durch­ge­führ­ten „Let­ters of Interest“-Phase wurde ersicht­lich, wie groß der Bedarf an einem der­ar­ti­gen Pro­gramm ist. Rund 200 Kon­zepte wur­den dem Bei­rat vorgelegt.

Inter­na­tio­na­les Vorzeigeprojekt

Alex­an­der Damia­nisch, PEEK-Ver­ant­wort­li­cher im FWF : „Bald war klar, dass mit der Aus­schrei­bung des Pro­gramms – nicht nur auf­grund der zahl­reich ein­ge­gan­ge­nen Inter­es­se­be­kun­dun­gen, son­dern auch bezüg­lich ihrer Band­breite an The­men und der unter­schied­lichs­ten insti­tu­tio­nel­len Set­tings – ein Nerv der am Grenz­be­reich zwi­schen künst­le­ri­scher und wis­sen­schaft­li­cher Pra­xis täti­gen Com­mu­nity berührt wor­den war.“
Das wiegt umso mehr, da es bis­lang inter­na­tio­nal kein ver­gleich­ba­res För­der­instri­um­en­ta­rium gibt, der FWF damit also abso­lu­tes Neu­land betre­ten hatte. „Ich freue mich, dass PEEK von den künst­le­risch For­schen­den so gut ange­nom­men wird und nun bereits die zweite Aus­schrei­bung erfolgt ist. Mit PEEK erwei­tern wir die Basis für die For­schung und ent­wi­ckeln die künst­le­ri­sche For­schung in Öster­reich wesent­lich wei­ter“, so Wis­sen­schafts- und For­schungs­mi­nis­te­rin Bea­trix Karl (ÖVP). Mit PEEK wurde eine lang­jäh­rige For­de­rung der Kunst- und Musiku­nis umge­setzt. Karl unter­streicht wei­ters den Stel­len­wert für die För­de­rung des wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuch­ses im Rah­men des Programms.
Beson­ders erfreu­lich ist aus Sicht der Minis­te­rin auch, dass PEEK nicht nur in Öster­reich erfolg­reich gestar­tet wurde, son­dern bereits im Aus­land als Anstoß für ähn­li­che Über­le­gun­gen wahr­ge­nom­men wurde. Wie ernst es allen Betei­lig­ten mit die­ser neuen Art der „Kunst­för­de­rung“ ist, doku­men­tiert zudem der heuer erst­mals ver­ge­bene Kunst­preis (siehe Seite 11).

PEEK
Am Pro­gramm zur Ent­wick­lung und Erschlie­ßung der Künste (PEEK) betei­li­gen kann sich jeder, der in Öster­reich künst­le­risch-wis­sen­schaft­lich aktiv ist und über eine ent­spre­chende Qua­li­fi­ka­tion ver­fügt. Vor­aus­ge­setzt wird neben einer hohen künst­le­risch-wis­sen­schaft­li­chen Qua­li­tät auf inter­na­tio­na­lem Niveau auch aus­rei­chend freie Arbeits­ka­pa­zi­tät und die not­wen­dige Infra­struk­tur, sprich : Anbin­dung an eine uni­ver­si­täre oder außer­universitäre Ein­rich­tung, wel­che die Unter­stüt­zung beim Pro­jekt und die Qua­li­tät der Ergeb­nisse gewährleistet.
Die maxi­male För­der­dauer beträgt 36 Monate, die Höhe der För­de­rung rich­tet sich nach dem jewei­li­gen Pro­jekt. Die Aus­schrei­bung erfolgt jähr­lich, jeweils im Früh­jahr. Der nächste Call fin­det 2011 statt.

Autor:
28.05.2010

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