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Aktiv gestal­ten und Poten­tiale entfalten

Künst­li­che Intel­li­genz bringt ganz neue Anfor­de­run­gen an das Manage­ment von Unter­neh­men. Ein Exper­ten­kom­men­tar von Jochen Boren­ich, CEO von CAN­COM Austria.

Die Arbeits­welt steht an einem Wen­de­punkt : KI ent­wi­ckelt sich rasant und trans­for­miert ganze Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren. Unter­neh­men und die öffent­li­che Ver­wal­tung erle­ben einen fun­da­men­ta­len Wan­del, wo es neben Digi­ta­li­sie­rung um das pro­duk­tive Zusam­men­spiel von Mensch und Maschine, von Erfah­rung und Algo­rith­men, von Intui­tion und Daten­in­tel­li­genz geht.

Zen­tra­ler Trei­ber die­ser Trans­for­ma­tion sind KI-Sys­teme, die je nach Kom­ple­xi­tät der Auf­gabe und vor­han­de­ner Erfah­rung in Unter­neh­men unter­schied­lich wirk­sam sind. In Berei­chen mit hoher Stan­dar­di­sie­rung über­neh­men KI-Agen­ten repe­ti­tive Auf­ga­ben kom­plett auto­nom. In kom­ple­xe­ren, wis­sens­in­ten­si­ven Fel­dern ent­ste­hen hybride Arbeits­mo­delle : Men­schen arbei­ten Hand in Hand mit „AI Twins“, digi­ta­len Zwil­lin­gen, die mensch­li­ches Ver­hal­ten nach­ah­men, Ent­schei­dun­gen vor­be­rei­ten und final den Arbeits­all­tag ent­las­ten bzw. inhalt­lich und ope­ra­tiv verbessern.

Kata­ly­sa­tor Fachkräftemangel

Der Fach­kräf­te­man­gel wirkt dabei wie ein Kata­ly­sa­tor. Unter­neh­men müs­sen Auf­ga­ben neu ver­tei­len und Kom­pe­ten­zen tech­no­lo­gie­ge­stützt neu den­ken. Die „digi­tale Work­force“ wächst – nicht durch Neu­ein­stel­lun­gen, son­dern durch geziel­ten Ein­satz intel­li­gen­ter Hel­fer. Die pri­märe Frage lau­tet daher, wie Zusam­men­ar­beit zwi­schen Mit­ar­bei­ten­den und digi­ta­len Assis­ten­ten effi­zi­ent und ethisch gestal­tet wer­den kann.

Hier ent­steht auch ein neues Ver­ständ­nis von betrieb­li­cher Füh­rung. Die klas­si­sche Füh­rungs­kraft als Entscheider:in und Kon­troll­in­stanz wird durch neue Rol­len ergänzt – etwa durch den „KI-Orchestra­tor“, der an der Schnitt­stelle von Orga­ni­sa­tion, Mensch und Tech­no­lo­gie agiert. Diese KI-Orchestra­to­ren müs­sen ver­ste­hen, wel­che KI-Sys­teme und neue Pro­zesse wofür ein­setz­bar sind und wie sich mensch­li­che und maschi­nelle Kom­pe­ten­zen sinn­voll ergän­zen. Sie mana­gen Teams und digi­tale Sys­teme und sor­gen für eine trans­pa­rente, ver­trau­ens­volle Zusam­men­ar­beit zwi­schen Mensch und Maschine.

Enor­mes Potential

Die betrieb­li­che Füh­rung wird damit kom­ple­xer, aber auch stra­te­gi­scher. Sie muss tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt ver­ste­hen, kul­tu­rel­len Wan­del beglei­ten und Lern­räume schaf­fen. Es braucht eine klare Vision und neue Füh­rungs­prin­zi­pien, die Selbst­or­ga­ni­sa­tion, Ver­ant­wor­tung und per­ma­nente Wei­ter­ent­wick­lung för­dern. Gleich­zei­tig muss die Orga­ni­sa­tion bereit sein, Hier­ar­chien zu hin­ter­fra­gen, Silos auf­zu­bre­chen und inter­dis­zi­pli­näre Zusam­men­ar­beit zu fördern.

Es ist belegt, dass Unter­neh­men, die zu den digi­ta­len Cham­pi­ons zäh­len, ein deut­lich stär­ke­res Umsatz­wachs­tum ver­zeich­nen als jene die weni­ger auf Digi­ta­li­sie­rung gesetzt haben. Das Zeit­al­ter der KI erfor­dert nicht nur tech­no­lo­gi­sche Inno­va­tion, son­dern vor allem orga­ni­sa­to­ri­sche Intel­li­genz sowie mutige und trans­pa­rente Füh­rung. Unter­neh­men, die es schaf­fen, die­sen Wan­del aktiv zu gestal­ten, kön­nen enorme Poten­ziale ent­fal­ten : für Effi­zi­enz, für Inno­va­ti­ons­kraft und neue betrieb­li­che Wert­schöp­fung – und für eine neue Qua­li­tät der Arbeit.

Autor: red/czaak
29.09.2025

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