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© economy_Nullnummer 2005

Als Ers­ter das Bestmögliche

2024 ver­eint gleich 2 Jubi­läen. Vor 35 Jah­ren erfolgte beim Stan­dard mein Ein­tritt in das Medi­en­ge­schäft und vor 25 Jah­ren der Start als selb­stän­di­ger Medienunternehmer. 

Zusam­men­fas­send im Rück­blick war das Thema Inno­va­tion gleich­zei­tig trei­bende wie bei­spiel­ge­bende und ver­bin­dende Kraft und dazu gesellte sich bald der jewei­lige Auf­trag immer die best­mög­li­che und gleich­zei­tig vor­bild­li­che Pro­dukt­lö­sung zu schaf­fen. Das Medi­en­ge­schäft war und ist dafür eine gute Spiel­wiese und 1989 galt das ins­be­son­dere für die ein Jahr zuvor gegrün­dete Qua­li­täts­ta­ges­zei­tung Der Standard. 

Vom Bum­mel­stu­den­ten über den Bank­be­am­ten zum Anzeigenkeiler
Als soge­nann­ter Kon­tak­ter (vulgo Anzei­gen­kei­ler) kamen diese Auf­träge zuerst „extern“ vom Ver­lags­lei­ter. Mit der Zeit und einer von ihm als selbst­ver­ständ­lich ver­lang­ten (und selbst vor­ge­leb­ten) rein ergeb­nis­ori­en­tier­ten Selb­stän­dig­keit ver­in­ner­lichte sich die­ses Stre­ben dann zu einer Art Getrie­ben­heit im Selbst­mo­ti­va­ti­ons­mo­dus. Dabei muss man als ange­stell­ter Arbeit­neh­mer ler­nen mit die­sem Frei­raum umge­hen zu kön­nen – ins­be­son­dere, wenn man zuvor eine Art „Bum­mel­stu­dent“ (Jus & Poli­tik­wis­sen­schaf­ten) und de facto prag­ma­ti­sier­ter Bank­be­am­ter (ehe­ma­lige Län­der­bank) war. 

Erfolgs­ab­hän­gige Ent­loh­nung als struk­tu­rel­les Hilfsmittel
Ein wich­ti­ges Hilfs­mit­tel zur Schaf­fung von leis­tungs­ori­en­tier­ter Struk­tur im ange­stell­ten Frei­raum­mo­dus ist eine erfolgs­ab­hän­gige Ent­loh­nung. Gewohnt an eher kleine Gehäl­ter konnte ich mit dem dama­li­gen, nahezu kom­plett erfolgs­ab­hän­gi­gen Modell in einem Monat das bis­he­rige Jah­res­ge­halt ver­die­nen. Die ertrags- wie risi­ko­rei­che Rela­tion 90:10 (!) wirkte wie der Turbo in einem bereits gut moto­ri­sier­ten 911er. Neben Geld ent­wi­ckelte sich aber auch noch eine andere Moti­va­tion und das hatte mit den The­men Öffent­lich­keit sowie Wir­kung und Ver­än­de­rungs­kraft zu tun.

Macht im Sinne von Veränderungskraft
Das fer­tige und sich tag­täg­lich ändernde, ent­spre­chend rasch geschaf­fene Pro­dukt Tages­zei­tung wird von hun­dert­tau­sen­den Men­schen genutzt und kri­tisch ver­folgt. Der Begriff Macht (pri­mär im Sinne von Ver­än­de­rungs­kraft) sickerte im dem Kon­text schön lang­sam und dazu kam die Fas­zi­na­tion bei so einem schnel­len Pro­dukt eine erfolgs­kri­ti­sche Funk­tion aus­zu­üben. Anzei­gen­kon­tak­ter ent­schei­den über den Umfang eines Medi­ums, sie brin­gen die pri­mär nöti­gen Gel­der und sie erfah­ren Markt­be­dürf­nisse und initi­ie­ren damit dann auch neue Pro­dukte – und die errei­chen wie­derum zusätz­li­che neue Menschen.

Anzei­gen­ver­käu­fer als kleine Ver­le­ger und die erste Rubrik
Anzei­gen­ver­käu­fer sind also kleine Ver­le­ger. Mit den ent­spre­chend akqui­rier­ten Wer­be­gel­dern ent­ste­hen dann außer­halb der klas­si­schen Stan­dard-Res­sorts wie Poli­tik, Wirt­schaft oder Kul­tur redak­tio­nelle Son­der­teile wie „Bil­dung“ als erste Rubrik in einem öster­rei­chi­schen Print­me­dium, wie „Geschichte der Öster­rei­chi­schen Luft­fahrt“ als erste redak­tio­nelle Son­der­se­rie (übri­gens über ein Spon­so­ring der Luft­hansa, damals noch nicht AUA-Eig­ne­rin) und bis hin zu mehr­sei­ti­gen mono­the­ma­ti­schen Spe­cial­aus­ga­ben, soge­nannte Ver­lags­bei­la­gen, ebenso als öster­reich­weite Inno­va­tion im gesam­ten Printbereich. 

Kom­mer­zi­elle Ver­ant­wor­tung für das erste Internet-Medium
1994 folgte dann die Ver­ant­wor­tung für meh­rere kom­plette Bran­chen wie Elek­tro­nik oder EDV (so hieß das damals) und die Betreu­ung von Fir­men wie IBM, Com­paq, HP, Erics­son, Micro­soft, Nokia oder Kapsch. Diese potente Kun­den­gruppe war dann gemein­sam mit mei­nen Inno­va­ti­ons­nei­gun­gen aus­schlag­ge­bend für die Über­tra­gung der kom­mer­zi­el­len Ver­ant­wor­tung für ein neues Pro­jekt: Der Online-Stan­dard. Inhalt­lich ange­sie­delt im Archiv der Tages­zei­tung, ent­stand ab Februar 1995 die Inter­net-Aus­gabe des gedruck­ten Produkts. 

Die ers­ten cross­me­dia­len Werbepakete
Dies­mal war das eine Inno­va­tion im gesam­ten deutsch­spra­chi­gen Medi­en­raum und zudem auch inter­na­tio­nal bedeut­sam. Und bei mir lag die lei­tende Ver­ant­wor­tung (und moti­vie­rende Ehre) die­ses Vehi­kel auch kom­mer­zi­ell zu eta­blie­ren. Die­ses Unter­fan­gen gelang wie­derum mit Inno­va­tion, etwa in Form the­men­kom­bi­nier­ter Print-Spe­cial­pro­dukte wie „Inter­net Direct“ oder „Neue Medien“ – und mit ebenso (zumin­dest) öster­reich­weit neu kom­bi­nier­ten cross­me­dia­len Wer­be­pa­ke­ten für meine tech­no­lo­gie­ori­en­tier­ten Unter­neh­men (und für inno­va­tive Ban­ken wie die dama­lige Creditanstalt/​CA).

Wer­be­ko­ope­ra­tion mit Kapsch erfolgsentscheidend
Ent­schei­dend für die letzt­lich nach­hal­tige Eta­blie­rung des bis heute erfolg­rei­chen derStandard.at war die erste cross­me­diale Wer­be­ko­ope­ra­tion mit Kapsch. Kapsch, damals Wer­be­agen­tur GGK und Media­agen­tur Pan­me­dia, buchte ein ganz­jäh­ri­ges Anzei­gen-Paket für das (gedruckte) Album-Spe­cial „Neue Medien“ und dazu soge­nannte Ban­ner-Wer­bun­gen im neuen Online-Stan­dard. Damit war ein­mal ein mas­si­ves Fun­da­ment für das ganze erste Jahr des neuen Medi­ums geschaf­fen und als vor­bild­li­che Refe­renz wur­den zudem wei­tere Wer­be­bu­chun­gen ermög­licht – rück­bli­ckend eben ent­schei­dend für die wei­tere Ent­wick­lung von derStandard.at.

Drit­tes Jubi­läum und wei­tere Geschichten
Kapsch war dann auch eines der ers­ten Unter­neh­men, die 1999 mei­nen Schritt als selb­stän­di­ger Ver­le­ger mit Grün­dung zuerst von economy.at unter­stütz­ten. So gese­hen ist 2024 auch das Jubi­lä­ums­jahr für (in Summe) 30 Jahre Part­ner­schaft mit Kapsch (zuletzt Kapsch Busi­ness­com und ab 2024 nun CAN­COM Aus­tria). Zu Grün­dung und Ent­wick­lung der Platt­form eco­no­my­aus­tria als Vor­läu­fer von economy.at und der gedruck­ten Wochen­zei­tung eco­nomy mehr am Frei­tag, den 19. Jän­ner. Zuvor fol­gen noch die geson­dert inten­si­ven Stan­dard-Jahre 1996 bis 1999 als Lei­ter der Berei­che Anzei­gen und fol­gend Mar­ke­ting und Werbung. 

Autor: red/czaak
08.01.2024

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