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© pexels/pacel danilyuk

Ambi­va­lente Ein­schät­zun­gen zu Künst­li­cher Intelligenz

Zwei Drit­tel der hei­mi­schen Füh­rungs­kräfte sehen kaum noch Umbrü­che durch KI. 15 Pro­zent eta­blie­ren KI als stra­te­gi­sches Thema. Daten­schutz und ‑Qua­li­tät als Her­aus­for­de­rung beim KI-Ein­satz, so aktu­elle Erhe­bung von Tie­toe­vry, Micro­soft und SAP.

Künst­li­che Intel­li­genz (KI) soll dis­rup­tive Ver­än­de­run­gen in Wirt­schaft und Arbeits­welt brin­gen und zahl­rei­che Anwen­dun­gen brin­gen bereits erste Pra­xis­er­fah­run­gen. Beim Thema Nut­zung zei­gen sich Öster­reichs Füh­rungs­kräfte einer aktu­el­len Erhe­bung zufolge aber noch zurückhaltend.

15 Pro­zent haben KI bereits als stra­te­gi­sches Manage­ment­thema eta­bliert, ein Fünf­tel hat schon KI-Anwen­dun­gen ein­ge­führt. Bei rund der Hälfte gibt es noch recht­li­che Beden­ken, etwa in Bezug auf den Schutz von Fir­men­da­ten. Rund zwei Drit­tel (64 Pro­zent) sehen der­zeit durch KI-Ent­wick­lun­gen nur geringe oder gar keine Ände­run­gen ihres Geschäftsmodells.

Öster­rei­chi­sche Unter­neh­men ste­hen erst am Beginn der KI-Reise
Zu die­sen Ergeb­nis­sen kommt die neue KI-Umfrage des IT-Dienst­leis­ters Tie­toe­vry gemein­sam mit den Part­nern Micro­soft Öster­reich und SAP Öster­reich. Für die Umfrage hat der Markt­for­scher TQS Rese­arch & Con­sul­ting Anga­ben zufolge 100 hei­mi­sche Ent­schei­der in Unter­neh­men mit mehr als 250 bzw. mehr als 500 Mit­ar­bei­ten­den befragt.

„Die Umfra­ge­er­geb­nisse zei­gen deut­lich, dass der Groß­teil der öster­rei­chi­schen Unter­neh­men erst am Beginn der KI-Reise steht“, so Robert Kaup, Mana­ging Direc­tor von Tie­toe­vry Aus­tria. „Die große Lücke in der stra­te­gi­schen Füh­rung in Bezug auf KI spie­gelt sich auch in einem gerin­gen Imple­men­tie­rungs­grad von KI-Tools wider. Vie­ler­orts herrscht noch Unklar­heit über kon­krete Mehr­werte von KI und auch der Ein­fluss auf Geschäfts­mo­delle wird über­wie­gend nicht gese­hen“, ergänzt Kaup.

Daten­schutz und feh­len­des Fach­wis­sen als größte Hürden
Bei der Ein­füh­rung von KI-Anwen­dun­gen sehen Öster­reichs Ent­schei­der aktu­ell noch ver­schie­dene Hemm­nisse : Die Mehr­heit äußerte recht­li­che Beden­ken, etwa hin­sicht­lich des Daten­schut­zes (48 Pro­zent) oder rund um Fra­gen der Daten­si­cher­heit (27). Für jeden fünf­ten Befrag­ten man­gelt es an tech­ni­schem Fach­wis­sen im Unter­neh­men (22) und an Daten­ver­füg­bar­keit und ‑qua­li­tät (19 Pro­zent) für den Ein­satz von KI-Lösungen.

Tat­säch­lich sind Daten­schutz­be­den­ken im Kon­text der ein­ge­setz­ten KI-Tools rele­vant, denn in den hei­mi­schen Unter­neh­men domi­nie­ren aktu­ell vor allem öffent­lich zugäng­li­che Anwen­dun­gen. Mehr als ein Vier­tel (28 Pro­zent) nutzt im Berufs­all­tag regel­mä­ßig den KI-Chat­bot ChatGPT, gefolgt von der Über­set­zungs­an­wen­dung DeepL Trans­late (16 Pro­zent). Andere Lösun­gen spie­len erst eine unter­ge­ord­nete Rolle.

Eigene Busi­ness-KI-Lösun­gen zum Schutz der Firmendaten
Durch die weit­ver­brei­tete Nut­zung von öffent­lich zugäng­li­chen KI-Tools wie ChatGPT steigt zwar das Ver­ständ­nis für KI, aller­dings erge­ben sich auch Sicher­heits­ri­si­ken, wenn Unter­neh­mens­in­for­ma­tio­nen ein­ge­ge­ben wer­den. „Das führt zu einem hohen Bedarf an siche­ren Busi­ness-KI-Lösun­gen zum Schutz sen­si­bler Fir­men- und Kun­den­da­ten. Nur wenn Daten im eige­nen Auto­ri­täts­be­reich des Unter­neh­mens ver­blei­ben, kön­nen die KI-Poten­ziale voll aus­ge­schöpft wer­den“, betont Kaup.

Die Umfra­ge­er­geb­nisse zei­gen zudem, wohin der Trend in den nächs­ten Mona­ten und Jah­ren gehen wird. Rund ein Vier­tel der Unter­neh­men (24 Pro­zent) plant, in den nächs­ten drei bis zwölf Mona­ten erste KI-Pro­jekte umzu­set­zen. Mehr als die Hälfte der befrag­ten Füh­rungs­kräfte (57) hat jedoch noch keine Pläne, ein KI-Pro­jekt zu initi­ie­ren. „Sie dro­hen, große Poten­ziale – etwa in der Effi­zi­enz­stei­ge­rung, der Auto­ma­ti­sie­rung von Pro­zes­sen oder der Ver­bes­se­rung des Kun­den­ser­vice – zu ver­pas­sen“, so das Resü­mee des IT-Dienst­leis­ters Tietoevry.

Autor: red/cc
04.12.2023

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