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Ambi­va­lenz beim Ver­dienst von Frauen und Männern

Män­ner sehen wei­ter kein Pro­blem beim Gen­der Pay Gap. Frauen for­dern drin­gend Auf­klä­rung über gerin­gere Ent­loh­nung. Junge Gene­ra­tion lebt ver­gleichs­weise Trans­pa­renz, so aktu­elle Stu­die von PwC.

44 Tage unbe­zahlte Arbeit – das ist die ernüch­ternde Bilanz für Öster­reichs Frauen zu Jah­res­be­ginn 2025. Der Equal Pay Day am 13. Februar mar­kiert heuer wie­der den Zeit­punkt, bis zu dem Frauen im Ver­gleich zu ihren männ­li­chen Kol­le­gen „gra­tis“ arbei­ten. Die aktu­elle Stu­die „Gehalts­fair­ness“ von PwC Öster­reich beleuch­tet nun ein­mal mehr diese Ungleich­heit. Diese reprä­sen­ta­tive Befra­gung unter 1.000 Österreicher:innen zeigt den drin­gen­den Auf­klä­rung und wie gespal­ten die Mei­nun­gen zum Gen­der Pay Gap sind. 

„Wäh­rend Frauen über­wie­gend das Pro­blem sehen, begeg­nen Män­ner der Debatte oft mit Skep­sis. Daher ist fak­ten­ba­sierte Auf­klä­rung essen­zi­ell, um eine sach­li­che und ziel­füh­rende Dis­kus­sion über Gehalts­fair­ness zu ermög­li­chen und Ver­bes­se­run­gen in der hei­mi­schen Wirt­schaft vor­an­zu­trei­ben“, betont Johanna Schal­ler, Exper­tin zum Thema Work­force bei PwC Österreich. 

Ein geteil­tes Bild der Gehaltsschere 
Die Gleich­stel­lung bei Löh­nen und Gehäl­tern pas­siert zu lang­sam. Das Gefühl tei­len fast 70 Pro­zent der Österreicher:innen. Drei Vier­tel kri­ti­sie­ren dabei auch, dass es zu wenig Auf­klä­rung dar­über gibt, warum Frauen im Durch­schnitt weni­ger ver­die­nen als Män­ner. Deut­lich gespal­te­ner ist die Mei­nung aller­dings, ob der Gen­der Pay Gap wirk­lich ein ernst­haf­tes Pro­blem für unsere Gesell­schaft darstellt. 

Vor allem Män­ner zei­gen sich skep­tisch, indem nur 50 Pro­zent von ihnen die unglei­che Bezah­lung als pro­ble­ma­tisch ein­stu­fen — im Gegen­satz zu 66 Pro­zent der Frauen. Und 52 Pro­zent der Män­ner sehen in der Medi­en­be­richt­erstat­tung eine Über­trei­bung des The­mas, im Ver­gleich zu 28 Pro­zent der Frauen. Fast jeder zehnte Mann gibt zudem an, der Gen­der Pay Gap exis­tiere über­haupt nicht. 

Mehr Gehalts­trans­pa­renz von Unternehmen 
Mehr als ein Vier­tel der Österreicher:innen macht dann noch Frauen selbst für die unglei­che Bezah­lung ver­ant­wort­lich – direse wür­den ihre Gehalts­vor­stel­lun­gen zu zag­haft kom­mu­ni­zie­ren. Gleich­zei­tig emp­fin­den drei von vier Män­nern (75 Pro­zent) ihr eige­nes Gehalt als leis­tungs­ge­recht, wäh­rend nur zwei von drei Frauen (67 Pro­zent) diese Mei­nung teilen.

Obwohl Frauen offe­ner über ihr Ein­kom­men spre­chen als Män­ner, haben sie weni­ger Ein­blick in die tat­säch­li­chen Gehäl­ter. Die­ses Infor­ma­ti­ons­de­fi­zit ver­stärkt das Gefühl der Unge­rech­tig­keit. 59 Pro­zent der Frauen und 47 Pro­zent der Män­ner sind über­zeugt, dass Män­ner in ihrer Bran­che bes­ser bezahlt wer­den. Final erwar­ten 54 Pro­zent der Befrag­ten von Unter­neh­men mehr Trans­pa­renz bei Gehältern.

Gene­ra­tion Z bricht Tabu­thema Gehalt 
Die Gene­ra­tion Z wie­derum schreibt ihre eige­nen Regeln. 69 Pro­zent von ihnen spre­chen offen über eigene Gehäl­ter und damit schaf­fen sie auch neue Stan­dards für mehr Trans­pa­renz am Arbeits­platz. „Das ist der rich­tige Weg, denn nur wer die Gehäl­ter kennt, kann auch faire Bezah­lung ein­for­dern. Wäh­rend die Poli­tik bereits an der Umset­zung der gül­ti­gen EU-Regu­la­rien in natio­na­les Recht arbei­tet, müs­sen auch die Unter­neh­men durch trans­pa­rente Gehalts­struk­tu­ren und Gleich­stel­lungs­maß­nah­men aktiv gegen­steu­ern“, so Schaller. 

Trotz bestehen­der Skep­sis zeigt sich eine wach­sende Offen­heit für Lohn­ge­rech­tig­keit in der Arbeits­welt. Knapp jede:r Vierte wäre bereit, auf einen Teil des eige­nen Gehalts zu ver­zich­ten, wenn dadurch mehr Gehalts­fair­ness in Unter­neh­men erreicht wird. Dazu sind Män­ner (27 Pro­zent) eher bereit als Frauen (21). Vor allem die junge Gene­ra­tion der 14 – 19-Jäh­ri­gen geht hier mit gutem Bei­spiel voran. Drei Vier­tel von ihnen wür­den für mehr Fair­ness auf einen Teil ihres Gehalts verzichten.

Autor: red/czaak
18.02.2025

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