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Auf bie­gen und brechen

Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät Krems star­tet modernst aus­ge­stat­te­tes Bio­me­cha­nik-Labor für For­schun­gen an der Knochenarbeit.

Das Spe­zi­al­la­bor für Bio­me­cha­nik an der Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät für Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten in Krems (KL-Krems) geht in den Voll­be­trieb. Das Labor setzt mit einer Viel­zahl von Spe­zi­al­ge­rä­ten für modernste Mess­auf­ga­ben und Ana­ly­sen neue Stan­dards, wo ins­be­son­dere die Aus­stat­tung für den Fach­be­reich Bio­me­cha­nik aus­ge­wei­tet wurde. Die KL-Krems konnte bereits in der Ver­gan­gen­heit mit For­schun­gen im Bereich Osteo­po­rose und ortho­pä­di­sche Bio­me­cha­nik inter­na­tio­nal reüs­sie­ren, nun sichert das neue Labor die welt­weite Wett­be­werbs­fä­hig­keit für die nächs­ten Jahre und damit soll auch die Attrak­ti­vi­tät des Wis­sen­schafts­stand­or­tes Krems wei­ter gestei­gert werden.
Kno­chen-Jobs sind an der KL Krems dem Ver­neh­men nach sehr popu­lär, zumin­dest für Wis­sen­schaf­ter im Fach­be­reich Bio­me­cha­nik. Mit dem Beginn des Voll­be­triebs des ange­glie­der­ten Bio­me­cha­nik Labors (BMLAB) kann die KL Krems als Medi­zin­uni nun öster­reich­weit ein­ma­lig moderne For­schungs­be­din­gun­gen im tech­ni­schen Bereich der Kno­chen-Bio­me­cha­nik anbie­ten. Rönt­gen-Mikro­com­pu­ter­to­mo­gra­fie, 3D-Dru­cken und kom­plexe Com­pu­ter­si­mu­la­tio­nen sind jetzt erst­mals gemein­sam mit fort­schritt­li­chen Tests mecha­ni­scher Mate­ri­al­ei­gen­schaf­ten und opti­schen Ver­fah­ren zur Bewe­gungs- und Ver­for­mungs­mes­sung in einem Labor möglich.

Kom­plexe Knochen
“Osteo­po­rose-bedingte Frak­tu­ren las­sen sich anhand der Kno­chen­dichte allein nur schlecht pro­gnos­ti­zie­ren. Wir wol­len durch ein bes­se­res Ver­ständ­nis der Kno­chen­struk­tur und der Belast­bar­keit von Kno­chen ganz neue Vor­her­sa­ge­mög­lich­kei­ten ent­wi­ckeln“, so Die­ter Pahr, Pro­fes­sor für Mus­ku­los­ke­lettale Bio­me­cha­nik an der KL Krems und Lei­ter des Fach­be­reichs für Bio­me­cha­nik. Tat­säch­lich erfasst die Mes­sung von Kno­chen­dichte “nur” die Kno­chen­masse. Das ist eine wich­tige Größe, die auf die Trag­fä­hig­keit Ein­fluss hat, aber bei wei­tem nicht die ein­zige. “Es ist auch ganz ent­schei­dend wie die Masse im Kno­chen ver­teilt ist. Auch die Form und die Größe der ein­zel­nen Dichte­be­rei­che und die Kno­chen­qua­li­tät selbst haben ent­schei­den­den Ein­fluss auf die Kno­chen­fes­tig­keit“, so Pahr wei­ter. Genau diese Fein­hei­ten des Kno­chens unter­sucht der Spe­zia­list nun mit sei­nem Team an der KL Krems.

Ange­wandte For­schung für die Praxis
Im BMLAB kön­nen zudem nun auch Com­pu­ter­mo­dell­be­rech­nun­gen auf Basis moderns­ter IT-Infra­struk­tur neben den expe­ri­men­tel­len Arbei­ten im BMLAB durch­ge­führt wer­den. Eine Mög­lich­keit, die ins­be­son­dere für die Arbei­ten von Pahr wich­tig ist. Der Experte arbei­tet auch an Com­pu­ter­mo­del­len die Vor­her­sa­gen über Belast­bar­keit oder Bruch­last von indi­vi­du­el­len Kno­chen erlau­ben sol­len. Die For­schungs­ar­beit an der KL Krems ist zwar grund­le­gen­der Natur, doch hat sie einen ganz kla­ren Praxisbezug,
“Unser Ziel ist, die Bezie­hung zwi­schen dem Bruch­ver­hal­ten eines indi­vi­du­el­len Kno­chens und sei­ner drei­di­men­sio­na­len Mate­ri­al­ei­gen­schaf­ten so gut zu ver­ste­hen, dass Bild­da­ten eines rou­ti­ne­mä­ßi­gen CT-Scans als Grund­lage für com­pu­ter-basierte Vor­her­sa­gen über die Bruch­last die­nen kön­nen“, unter­streicht Pahr. „Das wäre ein enor­mer Fort­schritt im kli­ni­schen All­tag, etwa bei der Dia­gnose und The­ra­pie­ver­fol­gung von Osteo­po­rose-Pati­en­tin­nen und ‑Pati­en­ten.” Die Arbeit sei­nes Teams steht damit exem­pla­risch für die gesamte For­schung an der KL Krems, die sich auf Nischen­fel­der in gesund­heits­po­li­tisch rele­van­ten Brü­cken­dis­zi­pli­nen mit ech­tem Mehr­wert für Betrof­fene konzentriert.

Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät Krems
Die Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät für Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten (KL) sieht sich als Weg­be­rei­te­rin und Kata­ly­sa­to­rin für zukunfts­ori­en­tierte, gesell­schaft­lich rele­vante Lehr- und For­schungs­be­rei­che in der Medi­zin und den Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten. Sie fokus­siert auf ein fächer­über­grei­fen­des, inter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­tes Stu­di­en­pro­gramm, das eine sinn­volle Ergän­zung zum klas­si­schen Aus­bil­dungs­an­ge­bot der öffent­li­chen Uni­ver­si­tä­ten dar­stellt. Mit ihrem euro­pa­weit aner­kann­ten Bache­lor-Mas­ter-Sys­tem will die KL eine fle­xi­ble Bil­dungs­ein­rich­tung dar­stel­len, die auf die Bedürf­nisse der Stu­die­ren­den und Anfor­de­run­gen des Arbeits­markts abge­stimmt ist.
In der For­schung kon­zen­triert sich die KL gezielt auf Nischen­fel­der in gesund­heits­po­li­tisch rele­van­ten Brü­cken­dis­zi­pli­nen wie der Medi­zin­tech­nik, der Psy­cho­dy­na­mik und Psy­cho­lo­gie sowie dem Thema Was­ser­qua­li­tät und den damit ver­bun­de­nen gesund­heit­li­chen Aspek­ten. Die KL wurde 2013 gegrün­det und von der Öster­rei­chi­schen Agen­tur für Qua­li­täts­si­che­rung und Akkre­di­tie­rung (AQ Aus­tria) akkreditiert.

Autor: red/cc
06.04.2018

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