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Auf dem Olymp der Forschung

Öster­rei­chi­sche Grund­la­gen­for­schung in den Lebens­wis­sen­schaf­ten durch hoch dotierte För­de­rung ausgezeichnet.

Zum ers­ten Mal ver­gab heuer der von der Euro­päi­schen Kom­mis­sion ein­ge­rich­tete Euro­pean Rese­arch Coun­cil (ERC) hoch dotierte För­de­run­gen für grund­la­gen­ori­en­tierte Pio­nier­for­schung. Mit die­sem „Flaggschiff“-Förderungsprogramm wer­den anspruchs­volle und risi-korei­che For­schungs­pro­jekte in drei Pro­gramm­li­nien unter­stützt : Phy­sik und Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten, Geis­tes- und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten sowie Lebens­wis­sen­schaf­ten. Im Rah­men der ers­ten, mit ins­ge­samt 517 Mio. Euro bud­ge­tier­ten Aus­schrei­bung der soge­nann­ten „ERC Advan­ced Grants“ hat­ten sich 2167 Antrag­stel­ler aus der Crème de la Crème der euro­päi­schen For­schungs­ge­mein­schaft beworben.

Wür­di­gung des Werkes …
Mit Josef Pen­nin­ger, Lei­ter des Wie­ner Insti­tuts für Mole­ku­lare Bio­tech­no­lo­gie (IMBA) der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (ÖAW), und Barry Dick­son, Direk­tor des Wie­ner For­schungs­in­sti­tuts für Mole­ku­lare Patho­lo­gie (IMP), haben zwei pro­mi­nente hei­mi­sche For­scher im Bereich der Lebens­wis­sen­schaf­ten einen ERC Advan­ced Grant zuge­spro­chen bekom­men. Damit kom­men zwei von 13 öster-rei­chi­schen Antrag­stel­lern in den Genuss die­ser För­de­rung ; ins­ge­samt gab es in den Lebens­wis­sen­schaf­ten 766 Bewer­ber, von denen letzt­lich 78 aus­ge­wählt wurden.
Der Mole­ku­lar­bio­loge Pen­nin­ger will mit sei­nem Team gene­ti­sche Mecha­nis­men unter­su­chen, die zur Ent­ste­hung von Krebs und Meta­sta­sen füh­ren. Auf Basis von sys­tem­ge­ne­ti­schen Ver­su­chen an Flie­gen und Mäu­sen sol­len Erkennt­nisse gewon­nen wer­den, die dann auch auf die mensch­li­che Phy­sio­lo­gie ange­wen­det wer­den kön­nen. Dafür wird das IMBA-Pro­jekt „Com­bine“ für einen Zeit­raum von fünf Jah­ren mit einem ERC Advan­ced Grant in der Höhe von ins­ge­samt 2,5 Mio. Euro gefördert.
Für den 44-jäh­ri­gen Josef Pen­nin­ger herrscht seit eini­gen Mona­ten eine Art Ern­te­zeit in sei­ner rund 20-jäh­ri­gen For­scher­tä­tig­keit : 2007 erhielt er den Des­car­tes-Preis der Euro­päi­schen Kom­mis­sion für erfolg­rei­che grenz­über­schrei­tende For­schungs­pro­jekte ; eben­falls 2007 wurde er mit der Carus-Me-daille der deut­schen Leo­pol-dina-Aka­de­mie und dem Ham­bur­ger Ernst-Jung-Preis für Me-dizin aus­ge­zeich­net. Neben der Wür­di­gung sei­nes For­schungs­wer­kes durch den ERC Advan­ced Grant, der so etwas wie die Auf­nahme in den Olymp der euro­päi­schen For­schungs­ge­mein­schaft bedeu­tet, wurde Pen­nin­ger vor Kur­zem auch zum Mit­glied der Euro­pean Mole­cu­lar Bio­logy Orga­niza­tion (EMBO) gewählt. Diese Mit­glied­schaft wird für „exzel­len-te For­schung in der Mole­ku­lar­bio­lo­gie“ auf Lebens­zeit verliehen. 
… und der Teamarbeit
Im Gespräch mit eco­nomy betonte Pen­nin­ger aller­dings mehr­fach die Wich­tig­keit des Team­works in der For­schung und dass er sich nur als „Play­ing Cap­tain“ eines tol­len Teams sieht : „Es ist rela­tiv ein­fach, sich eine Kathe­drale im Kopf aus­zu­den­ken. Um diese Kathe-drale dann aber wirk­lich zu bauen, bedarf es der Arbeit vie­ler Leute, die alle einen wesent­li­chen Teil dazu bei­tra­gen. In die­sem Sinne ist man als Labor­lei­ter ein Archi­tekt, der Pläne ent­wirft, die dann gemein­sam mit ande­ren ver­wor­fen, ver­bes­sert und manch­mal auch umge­setzt werden.“
www.imba.oeaw.ac.at

Autor:
21.01.2009

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