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Auf immer und ewig

Pur, inten­siv, leib­haf­tig, voll­endet. The Rol­ling Stones, die unsterb­li­chen gött­li­chen Hohe­pries­ter des Rock’n Roll haben Wien eine Audi­enz gewährt. Alters­lose echte schöne Män­ner und groß­ar­tige Musiker.

Wel­chem Mann nimmt man(n) auch mit 70 Lebens­jah­ren die männ­li­che Diva ab, ger­ten­schlank wie 17, ganz in schwarz oder umhüllt von roter Feder­boa ? Wel­cher Musi­ker tanzt und singt zwei Kon­zert-Stun­den lang in alle Ecken und Mit­ten der rie­si­gen Bühne und ist fit­ter als die Mehr­heit sei­nes über­wie­gend viel jün­ge­ren Publi­kums ? Wel­che Band kann zwei Stun­den lang einen Welt­hit nach dem ande­ren spie­len, dafür aus über 60 in Frage kom­men­den Songs wäh­len und mit ihrer Musik Mil­lio­nen aus allen Alters- und Gesell­schafts­schich­ten verzaubern ?

Coole Pfaue und lie­bens­werte Zauberer
Also da sind : Sir Mick Jag­ger, Chef-Stone, schö­ner Ober­pfau, unver­än­dert stimm­star­ker Sän­ger, groß­ar­ti­ger Musi­ker (Mund­har­mo­nika), super­coo­ler Show­man. Keith Richards, leben­der Fels, obers­ter Gitar­ren­vir­tuose und Riff-Künst­ler, wun­der­ba­rer Musi­ker und Song­schrei­ber. Ron Wood, schwarz­mäh­ni­ger Spitz­bub und Woma­ni­zer, zwei­t­obers­ter Gitar­renzau­be­rer und Riff-Künst­ler, wun­der­ba­rer Musi­ker. Char­lie Watts, Sir Charles, lie­bens­wert-schüch­te­ner Pfer­de­züch­ter, obers­ter Schlag­zeu­ger, wun­der­ba­rer Musiker.
Bei ihrem 14. Wien-Kon­zert stel­len die Stones ihre Musik in den Mit­tel­punkt, die Büh­nen­show dient pri­mär zur Ver­stär­kung von Text und Musi­kern. Rie­sige, über 100 m² große Screens auf bei­den Sei­ten der Bühne ver­stär­ken in Echt­zeit und in super­gu­ter Auf­lö­sung die dar­ge­bo­te­nen Songs. Auch die Ton­an­lage ist Tech­nik vom feins­ten : laut, klar aber nicht erdrückend.

Mei­len­steine in Musikgeschichte

Los geht’s mit „Start Me Up“, dann von „You Got Me Rocking“ über „It’s Only Rock’n Roll“ und einem unplug­ged begin­nen­den Jag­ger-Solo zu „Angie“ hin zu „Tumb­ling Dice“ mit tau­sen­den Spiel­wür­fel mit der Stones-Zunge auf den Mega-Screens und „Honky Tonk Women“, wo als comic­ar­tige Unter­ma­lung eine bar­bu­sige Braut gegen den Stones-Gorilla kämpft, wei­ter über das fun­kige „Miss You“ bis zu „Brown Sugar“ und „Get Off My Cloud“.
Dazwi­schen meine abso­lu­ten Höhe­punkte mit „Symphaty For The Devil“ mit Jag­ger als schwarz geklei­de­ten Teu­fel in lan­ger roter Feder­boa und mit über­lan­gen und voll­ends mit- und hin­rei­ßen­den und per­fekt gespiel­ten Gitar­ren­ein­la­gen von Richards und Woods sowie „Mid­night Ram­bler“, ebenso in über­lan­ger Ver­sion, als Blues-Jam-Ses­sion, hin zu und aus ihren musi­ka­li­schen Wur­zeln, gemein­sam mit dem eben­bür­ti­gen Gitar­ren-Vir­tou­sen Mick Tay­lor. Diese Ses­sion war musi­ka­lisch die aller­beste jemals gehörte Ver­sion die­ses Titels, gran­dios, zum nie­der­knien, niedertanzen.
Auch hin zu den Wur­zeln dann „You Got The Sil­ver“, nahezu unplug­ged gespielt von Richards und Woods gemein­sam. Blu­si­ger und purer nur mit Gitarre und Gesang geht’s nicht mehr. Als wei­tere Höhe­punkte „Gimme Shel­ter“, mit einem beein­dru­cken­den Duett der stimm­ge­wal­ti­gen Lisa Fisher und Jag­ger, natür­lich „Jum­pin’ Jack Flash“ („She takes me ups­tairs for a ride…“) und schließ­lich end­lich auch „You Can’t Always Get What You Want , But If You Try Some­ti­mes, You Might Get What You Need“, meine eigene Lebenshymne. 

Authen­ti­sche Lebensphilosophie
Gän­se­haut, feuchte Augen beim letz­ten gemein­sa­men Her­aus­kom­men die­ser vier unsterb­li­chen Rock-Dino­sau­rier. Musik­ge­schichte, his­to­ri­sche Momente, live. Unum­strit­ten und kon­kur­renz­los sind Mick und Keith und Ron und Char­lie die beste Rock’n Roll-Band der Welt. Seit über 50 Jahre arbei­ten sie daran und leben dabei den Rock’n Roll als kom­pro­miss­lose Lebens­phi­lo­so­phie und Haltung.
Dazu gehört auch mit knapp 70 betrun­ken auf eine Palme zu klet­tern und dann run­ter zu fal­len und sich dabei wie ein Kind nicht ernst­haft zu ver­let­zen. Musik und Show und Geld und Rausch­mit­tel und Frauen und viel Geld als unver­zicht­bare Lebens-Eli­xiere für alters­lose echte schöne Män­ner. Pur, inten­siv, leib­haf­tig, voll­endet. Auf immer und ewig.

Autor:
20.06.2014

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