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Donnerstag, 15.01.2026 | 12:58
© Pexels.com/Retha Ferguson

Aus­zeich­nung für junge Wissenschaftler

Mathe­ma­ti­ke­rin Elisa Davoli und Infor­ma­ti­ker Robert Ganian erhal­ten dies­jäh­rige Start-Preise des FWF. Wei­tere Aus­zeich­nun­gen für TU-Graz und Mon­tan­uni Leo­ben. Vier von sie­ben Prei­sen gehen an Ver­bund der TU Austria-Universitäten.

Der vom öster­rei­chi­schen Wis­sen­schafts­fonds FWF jähr­lich ver­ge­bene Start-Preis gilt als die wich­tigste öster­rei­chi­sche Aus­zeich­nung für junge Wis­sen­schaft­ler. Die Prä­mie­rung ist mit bis zu 1,2 Mil­lio­nen Euro dotiert und soll jun­gen Spit­zen­for­schern die nötige finan­zi­elle Absi­che­rung geben, um eigene For­schungs­grup­pen auf inter­na­tio­na­lem Spit­zen­ni­veau zu etablieren.

Im heu­ri­gen Jahr gehen zwei Preise an die TU Wien. Die Mathe­ma­ti­ke­rin Elisa Davoli wird für ihr For­schungs­pro­jekt über die mathe­ma­ti­sche Model­lie­rung neu­ar­ti­ger Mate­ria­lien aus­ge­zeich­net und Robert Ganian erhält die Aus­zeich­nung für sein Pro­jekt, eine Brü­cke zwi­schen Kom­ple­xi­täts­theo­rie und Künst­li­cher Intel­li­genz zu bauen. Auch die TU-Graz und die Mon­tan­uni­ver­si­tät Leo­ben kön­nen sich über je einen Start-Preis freuen und damit gehen vier der sie­ben Prä­mie­run­gen an Öster­reichs Tech­ni­sche Uni­ver­si­tä­ten, die im Rah­men des Ver­eins “TU Aus­tria” zusammenarbeiten.

Die Mathe­ma­tik smar­ter Materialien
Als „intel­li­gente Werk­stoffe“ oder „Smart Mate­ri­als“ wer­den Mate­ria­lien bezeich­net, die auf wech­selnde Umge­bungs­be­din­gun­gen reagie­ren kön­nen, indem sie bestimmte Eigen­schaf­ten ver­än­dern. Dabei kann es sich etwa um mecha­ni­sche, magne­ti­sche oder elek­tri­sche Eigen­schaf­ten han­deln. In man­chen Fäl­len kann das erreicht wer­den, indem Mate­ria­lien auf mikro­sko­pi­scher Skala eine bestimmte geo­me­tri­sche Struk­tur ver­lie­hen wird, oder dünne Schich­ten unter­schied­li­cher Sub­stan­zen auf aus­ge­klü­gelte Weise mit­ein­an­der kom­bi­niert werden.

Elisa Davoli ent­wi­ckelte nun am Insti­tut für Ana­ly­sis und Sci­en­ti­fic Com­pu­ting der TU-Wien die mathe­ma­ti­schen Metho­den, um sol­che intel­li­gen­ten Mate­ria­lien bes­ser zu ver­ste­hen und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. So sol­len Werk­stoffe ent­ste­hen, die ver­schie­dene gewünschte Eigen­schaf­ten mit­ein­an­der ver­bin­den, etwa gute Wär­me­iso­la­tion bei gleich­zei­tig gerin­gem Gewicht.

Schwie­rige Pro­bleme und künst­li­che Intelligenz
In den Com­pu­ter­wis­sen­schaf­ten unter­schei­det man zwi­schen ein­fa­chen und schwie­ri­gen Auf­ga­ben. Eine lange Liste von Zah­len zu addie­ren ist ein­fach. Wenn der Com­pu­ter dop­pelt so viele Zah­len addie­ren muss, braucht er unge­fähr dop­pelt so lang. Aber was pas­siert, wenn ein Robo­ter zehn ver­schie­dene Orte besu­chen muss und berech­nen soll, in wel­cher Rei­hen­folge er sie ansteu­ern soll, damit der Weg mög­lichst kurz ist ? Hier han­delt es sich um ein soge­nann­tes „NP-Pro­blem“. Wenn es beim nächs­ten Mal nicht zehn, son­dern zwan­zig ver­schie­dene Ziele sind, dau­ert die Berech­nung nicht etwa dop­pelt so lang, son­dern viel län­ger. Der Rechen­auf­wand steigt expo­nen­ti­ell mit der ein­ge­ge­be­nen Daten­menge an.

Robert Ganian sucht am Insti­tut für Logic and Com­pu­ta­tion nach Mög­lich­kei­ten, die Kom­ple­xi­tät von Rechen­auf­ga­ben genauer zu cha­rak­te­ri­sie­ren, etwa bestimmte wie­der­keh­rende Mus­ter in den Ein­ga­be­da­ten oder bestimmte Struk­tu­ren, um auch schwie­rige Pro­bleme in akzep­ta­bler Zeit lösen zu kön­nen. Die Werk­zeuge von Ganian wer­den bereits in ver­schie­de­nen Berei­chen der IT ein­ge­setzt. Er möchte diese Metho­den nun auch ver­stärkt in den For­schungs­be­reich der künst­li­chen Intel­li­genz (AI) inte­grie­ren. Dabei geht es um The­men wie maschi­nel­les Ler­nen oder die Ver­ar­bei­tung gro­ßer Daten­men­gen im Kon­text mit ler­nen­den Computern.

Autor: red/czaak
19.06.2020

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