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Auto­ma­ti­sche Kri­sen­er­ken­nung auf Facebook

Eine cle­vere Soft­ware erkennt bei Selbst­mord­ge­fahr Warn­zei­chen in Pos­tings und Video-Streams.

Wenn es darum geht, die eige­nen Mit­glie­der vor einem mög­li­chen Selbst­mord abzu­hal­ten, setzt Face­book ab sofort auf Künst­li­che Intel­li­genz (KI). Ein intel­li­gen­ter Algo­rith­mus durch­fors­tet alle Pos­tings und sogar Live-Video-Streams nach auf­fäl­li­gen Begrif­fen oder Kom­men­ta­ren, die die Ver­mu­tung nahe­le­gen, dass jemand an Sui­zid denkt. Vor­läu­fig ist das Tool nur in den USA im Einsatz.
“Es gibt immer wie­der Fälle, wo ich kon­tak­tiert werde, weil jemand auf Face­book Anzei­chen für einen bevor­ste­hen­den Selbst­mord ent­deckt hat und bei uns anfragt, wie er damit umge­hen soll”, so Clau­dius Stein, Ärzt­li­cher Lei­ter des Kri­sen­in­ter­ven­ti­ons­zen­trums Wien. Das sei ein Pro­blem, mit dem gene­rell alle Social-Media-Por­tale zu kämp­fen haben. “Ein tech­ni­sches Hilfs­mit­tel ein­zu­set­zen, um recht­zei­tig ein­deu­tige Warn­si­gnale zu erken­nen, ist sicher sinn­voll. Als effek­tive Schutz­maß­nahme gegen Sui­zid ist das aber natür­lich zu wenig”, so Stein.
Laut Face­book stellt der Soft­ware-Check nur die erste Stufe im eige­nen Maß­nah­men­ka­ta­log dar. Quer­den­ken und mutige Ent­schei­dun­gen. “Wie am bes­ten vor­zu­ge­hen ist, hängt immer von der Situa­tion ab. Um das abzu­schät­zen, müss­ten die Face­book-Mit­ar­bei­ter eine umfas­sende psy­cho­lo­gi­sche Schu­lung erhal­ten. Wich­tig ist, dass man so schnell wie mög­lich ein­schrei­ten kann, wenn wirk­lich Gefahr im Ver­zug ist”, betont der Experte.

Gebrann­tes Kind
Dass das Thema Sui­zid­prä­ven­tion nicht auf die leichte Schul­ter genom­men wer­den sollte, hat Face­book bereits vor lan­ger Zeit akzep­tie­ren müs­sen. Immer wie­der sind im Laufe der ver­gan­ge­nen Jahre näm­lich Fälle bekannt gewor­den, bei denen Mit­glie­der der Online-Com­mu­nity ihren Selbst­mord über das Por­tal ange­kün­digt oder teil­weise sogar öffent­lich insze­niert hatten.
“Unser Ziel ist es, in so einem Fall, den betref­fen­den Usern schon wäh­rend der lau­fen­den Über­tra­gung zu hel­fen und nicht erst zu war­ten, bis jemand das voll­stän­dige Video kon­trol­liert hat”, sagt Face­book Pro­duct Mana­ger Vanessa Cal­li­son-Burch. Das Vor­ge­hen sei aber prin­zi­pi­ell sehr hei­kel. “Einige mei­nen, wir soll­ten den Stream in einem der­ar­ti­gen Fall sofort stop­pen. Andere Exper­ten haben aber klar­ge­macht, dass das auch nicht sinn­voll ist, weil es uns die Mög­lich­keit nimmt, die Hände aus­zu­stre­cken und Hilfe anzu­bie­ten”, so Callison-Burch.

Autor: PressetextAustria/red/stem
27.03.2017

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