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„Beein­dru­ckend schlechte Zahlen“

Die Büro­kra­tie kos­tet Gewerbe und Hand­werk in Nie­der­ös­ter­reich jedes Jahr 344 Mil­lio­nen Euro.

Das Gewerbe in Nie­der­ös­ter­reich wird pro Jahr mit 344 Mil­lio­nen Euro belas­tet. Das ist der Wert von 4.300 Voll­zeit­ar­beits­plät­zen mit rund sie­ben Mil­lio­nen Arbeits­stun­den. Die Büro­kra­tie­kos­ten pro Beschäf­tig­ten belau­fen sich auf 2.371 Euro pro Jahr, vor drei Jah­ren sind es noch 2.208 Euro – um rund sie­ben Pro­zent weni­ger – gewesen.
Das ergibt eine Stu­die der KMU For­schung Aus­tria im Auf­trag der Sparte Gewerbe und Hand­werk der nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Wirt­schafts­kam­mer. Stu­di­en­au­tor Wal­ter Bor­nett spricht von „beein­dru­ckend schlech­ten Zahlen.“

Auf allen Ebe­nen wach­sende Regelungsdichte
„Natür­lich muss es Regeln geben, aber doch nicht in die­sem Aus­maß“, meint WKNÖ-Prä­si­den­tin Sonja Zwazl. „Das muss weni­ger wer­den“, for­dert sie gemein­sam mit Gewerbe-Obmann Wolf­gang Ecker. Die auf allen Ebe­nen wach­sende Rege­lungs­dichte raube spe­zi­ell den klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men die Luft zum Atmen.
Die 344 Mil­lio­nen Kos­ten set­zen sich aus 264 Mil­lio­nen interne Kos­ten und 80 Mil­lio­nen für externe Kos­ten, wie Steu­er­be­ra­ter oder externe Lohn­ver­rech­nung zusam­men. Buch­hal­tung, Jah­res­ab­schluss, Steu­er­erklä­run­gen und Umsatz­steu­er­mel­dun­gen bil­den mit 156 Mil­lio­nen den größ­ten Kos­ten-Bro­cken. Dahin­ter kom­men Lohn­ver­rech­nung, Mel­dun­gen an die Sozi­al­ver­si­che­run­gen mit 56 Mil­lio­nen Euro und Doku­men­ta­tio­nen, Archi­vie­rung, sowie Ver­öf­fent­li­chungs­pflich­ten mit 48,4 Mil­lio­nen Euro.

80 Stun­den
„Klein­be­triebe sind beson­ders betrof­fen“, sagt Bor­nett. In Unter­neh­men mit bis zu neun Beschäf­tig­ten beträgt der Büro­kra­tie­auf­wand pro Beschäf­tig­tem mehr als 80 Stun­den pro Jahr, bei grö­ße­ren Betrie­ben mit 50 und mehr Beschäf­tig­ten sind es 30,5 Stun­den. Dort seien „mehr Aus­la­ge­run­gen mög­lich“, erklärt der Studienautor.
Als Bei­spiel nennt Sonja Zwazl Rei­ni­gungs­mit­tel, wie sie in jedem Haus­halt ein­ge­setzt wer­den. „Ver­wen­det sie jedoch ein Unter­neh­men, wer­den sie plötz­lich gefähr­lich“, kri­ti­siert Zwazl: „Denn dann muss man sie in einer Doku­men­ta­tion als gefähr­li­che Arbeits­stoffe füh­ren und dafür eigene Sicher­heits­da­ten­blät­ter anlegen.“ 

Autor: NOe-Wirtschaftspressedienst/red/stem
02.07.2016

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