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Bes­ser durch den Ver­kehr mit intel­li­gen­ten Prognosen

Neue Soft­ware des Hasso-Platt­ner-Insti­tuts hilft bei Kos­ten- und CO2-Ein­spa­rung sowie Früh­erken­nung von Verkehrsbehinderungen.

For­scher des Hasso-Platt­ner-Insti­tuts (HPI) haben ein Sys­tem für Logis­tik­un­ter­neh­men ent­wi­ckelt, das erst­mals in Echt­zeit interne Infor­ma­tio­nen mit ver­kehrs­re­le­van­ten Daten aus dem Inter­net ver­knüpft. Mit der Lösung kön­nen Daten nicht nur unmit­tel­bar ver­ar­bei­tet, son­dern auch zur Vor­her­sage von Ereig­nis­sen genutzt werden.
Grund­lage für das Sys­tem sind moderne Com­plex Event Pro­ces­sing-Tech­no­lo­gien (CEP), wel­che die aktu­ells­ten, sich stän­dig ver­än­dern­den Infor­ma­tio­nen aus dem Unter­neh­men sowie aus dem Inter­net zusam­men­füh­ren und umge­hend aus­wer­ten. Die Pla­ner erfah­ren zum Bei­spiel sofort, ob und wie lange sich ein LKW in einem Stau befin­det und in wel­chem Maß sich dadurch der ganze Trans­port­weg verzögert. 

Opti­mierte Routenplanung 
“Eines der bis­lang größ­ten Pro­bleme ist, dass bestehende Sys­teme erst dann Aus­kunft über Ver­spä­tun­gen geben, wenn diese bereits ein­ge­tre­ten sind, LKWs also schon im Stau ste­hen”, erklärt Anne Baum­graß, eine der lei­ten­den For­sche­rin­nen. Das Sys­tem ermög­licht es somit, eine Ver­kehrs­stö­rung zu pro­gnos­ti­zie­ren, bevor diese tat­säch­lich eintritt.
“Im Ver­kehr wir­ken oft­mals viele Varia­blen zusam­men. Wir sind bei­spiels­weise mit Blick auf den Euro­tun­nel zwi­schen Frank­reich und Eng­land mitt­ler­weile in der Lage, von hohen Wind­stär­ken aus zu schluss­fol­gern, ob Fäh­ren aus­fal­len und dadurch mit Staus im Tun­nel zu rech­nen ist. Dadurch kön­nen Rou­ten früh­zei­tig opti­miert wer­den”, so Andreas Meyer, eben­falls am Pro­jekt betei­lig­ter Forscher.
Wit­te­rungs­ver­hält­nisse, Stra­ßen­sper­run­gen, Demons­tra­tio­nen, ver­zö­gerte Be- und Ent­la­de­zei­ten sowie selbst schlecht funk­tio­nie­rende Kräne am Hafen stel­len keine uner­war­te­ten Hin­der­nisse mehr dar, son­dern kön­nen prä­zise ein­ge­plant werden.

Gerin­gere Kos­ten und weni­ger CO2
Die HPI-For­scher reagie­ren mit die­sem Pro­jekt auf immer glo­ba­lere Lie­fer­ket­ten, die den häu­fi­gen Wech­sel zwi­schen ver­schie­de­nen Ver­kehrs­mit­teln mit sich brin­gen. Das stei­gert die Zahl von Unter­bre­chun­gen auf den Transportwegen.
“Bis­her kann es leicht pas­sie­ren, dass ein Pla­ner in den Nie­der­lan­den nichts von Ver­zö­ge­run­gen mit­be­kommt, die in Spa­nien ver­ur­sacht wur­den. Unsere Platt­form ermög­licht es unter ande­rem, dass die Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen den vie­len Schnitt­stel­len erleich­tert wird“, so Marian Pufahl, ebenso For­scher beim gegen­ständ­li­chen Projekt.

Pilo­tum­set­zung mit Logis­tik­un­ter­neh­men star­tet im Herbst
Mit­hilfe der effi­zi­en­te­ren Pla­nung von Trans­port­stre­cken sind finan­zi­elle Schä­den leich­ter zu abzu­wen­den. Zudem ist durch die intel­li­gente Ver­mei­dung von Leer­fahr­ten und Unter­bre­chun­gen auch mit gra­vie­ren­den CO2-Ein­spa­run­gen zu rechnen.
Ent­stan­den ist die Idee im Rah­men der For­schung am HPI-Fach­ge­biet von Mathias Weske für das EU-Pro­jekt “GET Ser­vice” (Green Euro­pean Trans­por­ta­tion). Es för­dert die Ent­wick­lung effi­zi­en­te­rer, CO2-opti­mier­ter Trans­porte. Die Logis­tik­bran­che hat laut Anga­ben vom HPI-Insti­tut das Poten­zial bereits erkannt, ab 1. Okto­ber 2015 star­tet ein Pilot­pro­jekt mit einem Trans­port­un­ter­neh­men. Im Herbst 2016 soll die Platt­form dann inter­na­tio­nal unter dem Namen “Syn­fioo” an den Markt gehen.

Das Hasso-Platt­ner-Insti­tut
Das Hasso-Platt­ner-Insti­tut für Soft­ware­sys­tem­tech­nik GmbH an der Uni­ver­si­tät Pots­dam ist Deutsch­lands uni­ver­si­tä­res Exzel­lenz-Zen­trum für IT-Sys­tems Engi­nee­ring. Als ein­zi­ges Uni­ver­si­täts-Insti­tut in Deutsch­land bie­tet es den Bache­lor-und Mas­ter-Stu­di­en­gang “IT-Sys­tems Engi­nee­ring” an, ein pra­xis­na­hes und inge­nieur­wis­sen­schaft­li­ches Infor­ma­tik-Stu­dium, das von der­zeit 480 Stu­den­ten genutzt wird.
Die HPI School of Design Thin­king, Euro­pas erste Inno­va­ti­ons­schule für Stu­den­ten nach dem Vor­bild der Stan­for­der d.school, bie­tet jähr­lich 240 Plätze für ein Zusatz­stu­dium an. Ins­ge­samt elf HPI-Pro­fes­so­ren und über 50 wei­tere Gast­pro­fes­so­ren, Lehr­be­auf­tragte und Dozen­ten sind am Insti­tut tätig. Es betreibt exzel­lente uni­ver­si­täre For­schung, in sei­nen zehn Fach­ge­bie­ten des IT-Sys­tems Engi­nee­ring, aber auch in der HPI Rese­arch School für Dok­to­ran­den mit ihren For­schungs­au­ßen­stel­len in Kap­stadt, Haifa und Nanjing.
Schwer­punkt der HPI-Lehre und ‑For­schung sind die Grund­la­gen und Anwen­dun­gen gro­ßer, hoch kom­ple­xer und ver­netz­ter IT-Sys­teme. Hinzu kommt das Ent­wi­ckeln und Erfor­schen nut­zer­ori­en­tier­ter Inno­va­tio­nen für alle Lebens­be­rei­che. Das HPI kommt laut eige­nen Anga­ben bei inter­na­tio­na­len Hoch­schul­ran­kings stets auf Spit­zen­plätze. Mit openHPI.de bie­tet das Insti­tut seit Sep­tem­ber 2012 zudem ein inter­ak­ti­ves Inter­net-Bil­dungs­netz­werk an, das jedem offen steht.

Autor:
07.08.2015

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