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© pexels/tom fisk

Bes­sere Geschäfts­lage und Lie­fer­ket­ten plus weni­ger Inflation

Das deut­sche ifo Insti­tut beleuch­tet in aktu­el­len Ana­ly­sen die Auto­in­dus­trie und bran­chen­über­grei­fend die Situa­tion bei Mate­ri­al­lie­fe­run­gen. Bei der Infla­tion wird welt­weit ein Rück­gang erwartet.

Das in Mün­chen (D) ansäs­sige ifo Insti­tut erhebt regel­mä­ßig die Stim­mungs­lage in deut­schen Unter­neh­men. Aktu­ell wur­den nun Berichte zu den Berei­chen Auto­in­dus­trie sowie bran­chen­über­grei­fend Mate­ri­al­ver­fü­gung und Lie­fer­ket­ten publi­ziert und dazu eine Ein­schät­zung zum Thema Infla­tion. Beim Aus­blick auf die Geschäfts­lage haben sich die Ein­schät­zun­gen der deut­schen Auto­in­dus­trie und ihrer Zulie­fer­be­triebe verbessert. 

Die Erwar­tun­gen sind zwar nach wie vor zurück­hal­tend, im Ver­gleich zur letz­ten Umfrage im Sep­tem­ber 2022, wo eine „mas­siv ein­bre­chende Ertrags­lage“ erwar­tet wurde, jedoch deut­lich posi­ti­ver. „Die deut­sche Auto­in­dus­trie ins­ge­samt scheint heute bes­ser auf­ge­stellt zu sein als im Spät­som­mer 2022“, sagt Oli­ver Falck, Lei­ter des ifo Zen­trums für Indus­trie­öko­no­mik und neue Technologien.
Zuver­sicht bei Auto­her­stel­lern und Ent­span­nung bei Ver­sor­gung mit Vorprodukten 

Die Zuver­sicht kommt vor allem bei den Auto­her­stel­lern zurück. Die Auf­trags­lage sta­bi­li­sierte sich und die Her­stel­ler waren deut­lich zufrie­de­ner mit ihrem Auf­trags­be­stand. „Alle Auto­bauer lei­den jedoch wei­ter­hin unter einem Man­gel an Vor­pro­duk­ten“, sagt Falck. „Dadurch konn­ten einige Auf­träge nicht abge­ar­bei­tet wer­den. Für die nächs­ten Monate erwar­ten sie mehr pro­du­zie­ren zu können.“

Ver­gleichs­weise ange­spannt bleibt die Situa­tion unter den Zulie­fe­rern. Hier blei­ben die Indi­ka­to­ren für Lage und Geschäfts­er­war­tun­gen auch im Dezem­ber im Nega­ti­ven. „Aber zumin­dest die Ver­sor­gung mit Vor­pro­duk­ten ent­spannt sich“, erläu­tert Oli­ver Falck. Im Dezem­ber berich­te­ten nur noch 55 Pro­zent der Zulie­fe­rer von Pro­ble­men bei der Anlie­fe­rung von Roh­ma­te­ria­lien. Das ist der kleinste Anteil seit August 2021, so die ifo-Experten.

Bran­chen­über­grei­fend merk­lich weni­ger Materialengpässe
Ebenso merk­lich ent­spannt hat sich die Lage beim Thema Mate­rial. Im Ver­gleich zu den Vor­mo­na­ten ist das nun für wei­tere zwan­zig Pro­zent der Fir­men kein Pro­blem­thema mehr. Dies ist der dritte Rück­gang in Folge. „Eine Auf­lö­sung der Eng­pässe scheint sich nun in vie­len Bran­chen abzu­zeich­nen. Dies wird die Kon­junk­tur in den kom­men­den Mona­ten stüt­zen“, sagt Klaus Wohl­rabe, Lei­ter der ifo Umfra­gen. Wohl­rabe weist aber auch auf die unsi­chere Corona-Lage in China hin mit etwaig neu­er­li­chen Aus­wir­kun­gen auf Mate­ri­al­ver­fü­gung und Lieferketten.

Gene­rell aber ist die Anzahl der Fir­men mit Mate­ri­al­eng­päs­sen in nahezu allen Bran­chen der Indus­trie gesun­ken. Ver­gleichs­weise stark betrof­fen sind wei­ter­hin der Maschi­nen­bau und die Auto­mo­bil­bran­che, wo jeweils rund 75 Pro­zent von Pro­ble­men berich­ten. In der Elek­tro­in­dus­trie sind es rund 63 Pro­zent. Das Papier­ge­werbe ist mit 11 Pro­zent gegen­wär­tig am wenigs­ten betrof­fen, so die Ana­ly­sen der Exper­ten vom ifo Institut.

Welt­wei­ter Rück­gang der Inflation
Beim bestim­men­den Thema Infla­tion erwar­ten Wirt­schafts­exper­ten aus aller Welt nun einen kon­ti­nu­ier­li­chen Rück­gang. Das belegt der aktu­elle Eco­no­mic Experts Sur­vey von ifo Insti­tut und Insti­tut für Schwei­zer Wirt­schafts­po­li­tik. Dem­nach soll die Infla­ti­ons­rate 2023 welt­weit 7,1 Pro­zent errei­chen, 2024 dann 5,8 Pro­zent und 2026 dann 4,5 Pro­zent. „Die Erwar­tun­gen zum Jah­res­be­ginn sind ermu­ti­gend, weil die Exper­ten im Ver­gleich nied­ri­gere Infla­ti­ons­ra­ten sehen“, sagt ifo-For­scher Niklas Potrafke. 

Run­ter­ge­bro­chen auf ein­zelne Kon­ti­nente und Län­der erwar­ten die Exper­ten in West­eu­ropa 5,4 Pro­zent, in Nord­ame­rika 5,2 Pro­zent und in Süd­ost­asien 5,3 Pro­zent. Hier lie­gen die Infla­ti­ons­er­war­tun­gen für 2023 deut­lich unter dem glo­ba­len Durch­schnitt. Sehr hoch sind die Infla­ti­ons­er­war­tun­gen dage­gen in Süd­asien (23 Pro­zent), in Süd­ame­rika (25 Pro­zent), in Nord­afrika (32 Pro­zent) und in Ost­afrika (knapp 35). An der Umfrage zum Thema Infla­tion nah­men laut ifo 1.537 Exper­tIn­nen aus 133 Län­dern teil. 

Autor: red/czaak
09.01.2023

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