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© NLK Pfeiffer

Brei­ter Dis­kurs für stand­ort­po­li­ti­sche Zukunftsfragen

Land Nie­der­ös­ter­reich bin­det Bevöl­ke­rung und nam­hafte natio­nale wie inter­na­tio­nale Exper­ten für neue Lan­des­stra­te­gie ein. Aktu­ell erfolgte nun am IST Aus­tria die hoch­ka­rä­tig besetzte dritte Veranstaltung.

Das Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria (ISTA) im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Klos­ter­neu­burg ist eine welt­weit beach­tete Vor­zei­ge­ein­rich­tung im Bereich Wis­sen­schaft und For­schung. Aktu­ell war das ISTA nun der ent­spre­chende Rah­men für die dritte Aus­gabe der Ver­an­stal­tungs­reihe „Zukunfts­dis­kus­sion“ zur Lan­des­stra­te­gie Nie­der­ös­ter­reich 2030. Neben Lan­des­haupt­frau Johanna Mikl-Leit­ner nah­men etwa die ehe­ma­lige Vize­prä­si­den­tin der Euro­päi­schen Kom­mis­sion Viviane Reding sowie Hik­met Ersek als CEO von „Wes­tern Union“ teil.

„Die Corona-Pan­de­mie hat uns in Nie­der­ös­ter­reich nicht davon abge­bracht, auch lang­fris­tig zu den­ken und zu pla­nen. Wir sind unse­ren Weg zur neuen Lan­des­stra­te­gie 2030 wei­ter­ge­gan­gen, unter dem Motto „Mein Land denkt an mor­gen“ und auf Basis wis­sen­schaft­li­cher Grund­la­gen, unter Ein­be­zie­hung natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Exper­tIn­nen und mit Ein­bin­dung aller Nie­der­ös­ter­rei­che­rin­nen“, so Lan­des­chefin Mikl-Leit­ner in ihrer Eröffnung.

„Mein Land denkt an morgen“
Der Pro­zess zur neuen Lan­des­stra­te­gie wurde letz­ten Juni gestar­tet (eco­nomy berich­tete), im heu­ri­gen Herbst fol­gen die Ergeb­nisse. Inhalt­lich geht es um die fünf Fra­ge­stel­lun­gen : Wovon leben wir mor­gen ? Wie leben wir mor­gen ? Wor­auf ach­ten wir mor­gen ? Wer wol­len wir mor­gen sein ? Und wie orga­ni­sie­ren wir uns mor­gen ? Diese zen­tra­len The­men wer­den in von Exper­ten betreu­ten Zukunfts­fel­dern erörtert.

Chris­toph Badelt lei­tet dabei den Bereich Wis­sen­schaft, Peter Filz­maier das Thema Bür­ger­be­tei­li­gung und Steffi Burk­hart den Bereich der ‚opi­nion lea­der‘. Hier geht es darum,internationale Gäste nach Nie­der­ös­ter­reich zu holen und von „ihnen zu ler­nen“. Mikl-Leit­ner ver­wies hier auch auf die bei­den vor­an­ge­gan­gen Zukunfts­dis­kus­sio­nen mit ehe­ma­li­gen­deut­schen Vize­kanz­ler Sig­mar Gabriel, der Mode­ra­to­rin Nina Ruge, dem Schwei­zer Zukunfts­for­scher David Boss­hart und der jun­gen Poli­tik­be­ra­te­rin Diana Kinnert.

Kun­den­be­dürf­nisse als Basis für stra­te­gi­sche Entscheidungen
Wes­tern Union-CEO Hik­met Ersek erläu­terte in sei­nem aktu­el­len Vor­trag seine Jugend und Stu­dium in Wien sowie seine beruf­li­chen Anfänge beim Finanz­dienst­leis­ter „Mas­ter­card“ und die sodann fol­gende inter­na­tio­nale Ori­en­tie­rung beim Unter­neh­men Gene­ral Elec­tric, damals eines der größ­ten Betriebe der Welt, und schließ­lich zu „Wes­tern Union“. „Es ist wich­tig, authen­tisch zu sein. Ich habe meine Kun­den geliebt, denn man lernt täg­lich von den Kun­den. Der Trick ist, Kun­den­be­dürf­nisse in Stra­te­gie umzu­set­zen“, so Hik­met Ersek. 

Als eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen bezeich­nete Ersek die Tat­sa­che, dass aktu­ell rund zwei Mil­li­ar­den Men­schen über kein Bank­konto und damit über kein Zah­lungs­ver­kehrs­mit­tel ver­füg­ten. Sor­gen mache er sich auch über den zuneh­men­den Popu­lis­mus und Natio­na­lis­mus in der Welt : „Ich habe in mei­nem Leben gelernt, Brü­cken zu bauen“, so Ersek. Wei­tere The­men sei­ner Erläu­te­run­gen waren Migra­tion und Inte­gra­tion sowie Umwelt und Steuergerechtigkeit.

„Man muss die Men­schen bei ihren tag­täg­li­chen Pro­ble­men abholen“
Viviane Reding blickte in ihrem Vor­trag zunächst auf ihre ganz beson­dere Ver­bin­dung mit Nie­der­ös­ter­reich zurück und erin­nerte an die dama­lige Dis­kus­sion zum Thema NÖ Mobil­funk­pakt. Reding selbst war es, die damals nach einem Gespräch mit Lan­des­haupt­mann Pröll das zuvor ein­ge­lei­tete Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren auf offe­ner Bühne zeriss. „Diese Anek­dote zeigt, wie wir als Nie­der­ös­ter­rei­cher und Luxem­bur­ger Pro­bleme lösen kön­nen“, so die ehe­ma­lige EU-Spitzenpolitikerin.

Ein beson­de­res Anlie­gen für Reding ist das Thema „Bür­ger­dia­log“: „Das kann man nicht von oben nach unten machen, son­dern nur von unten nach oben. Die Men­schen sind in ihrer Region, Kul­tur und Geschichte ver­wur­zelt“, so Reding. „Ich habe gelernt, dass man sie bei ihren tag­täg­li­chen Pro­ble­men abho­len muss, um sodann die Zusam­men­hänge erklä­ren zu kön­nen. Mit die­sen „Lösun­gen von unten“ kommt auch das Ver­trauen wie­der zurück“, betonte Viviane Reding. Ergän­zend zu den inter­na­tio­na­len Gäs­ten vor Ort, wurde auch ein Video­state­ment des ehe­ma­li­gen UNO-Gene­ral­se­kre­tärs, Ban Ki-Moon, eingespielt. 

Autor: red/czaak
06.02.2022

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