Ein möglichst ewiges Leben

Menschen hadern seit jeher mit der Vergänglichkeit des oder zumindest eines Lebens. Früher wurde der Jungbrunnen gesucht, heute investieren Milliardäre in die Kontrolle des Alterns und Autokraten lassen medizinische Wundermittel erproben. Eine Historikerin der ÖAW ordnet nun die Sehnsucht nach der Verlängerung des irdischen Daseins ein.
Das sogenannte Longevity ist schon länger eine Art Trend. Libertäre Tech-Milliardäre wie Peter Thiel (58) investieren in die Kontrolle des Alterns, Autokraten wie Wladimir Wladimirowitsch Putin (73) lassen medizinische Mittel entwickeln und sich medizinisch abschirmen. Und schon Hippokrates (geb. 460 vor Christus) empfahl laut Überlieferungen Maßhalten, Bewegung und eine bewusste Ernährung auch unter Verwendung von Heilpflanzen für ein möglichst langes Leben.
Eine der berühmtesten Erzählungen des alten Orients
Die Sehnsucht nach einer Verlängerung des Lebens oder besser des irdischen Daseins ist sehr oder thematisch besser passend sogar mehr als uralt. Die Historikerin Daniela Angetter-Pfeiffer vom Austrian Center for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) forscht zu diesem Thema und liefert nun eine historische Einordnung des Hypes um Longevity, vulgo Langlebigkeit. „Der Wunsch nach Langlebigkeit ist so alt wie die Menschheit selbst“, sagt Daniela Angetter-Pfeiffer. So weit, so epochal – die Erkenntnis.
Eines der frühesten Zeugnisse findet sich im Gilgamesch-Epos, einer der ältesten schriftlichen Dichtungen der Welt. Es ist in Babylonien entstanden und zeitlich etwa zwischen 2100 – 1600 v. Chr. anzusetzen. Darin sucht der Held Gilgamesch, König der Summerer, ein Kraut des ewigen Lebens – und verliert es wieder. Auch religiöse Texte greifen das Motiv früh auf. In der Bibel werden Gestalten wie Methusalem oder Noah mit Lebensspannen von mehreren Jahrhunderten beschrieben.
Frühen Vorstellungen von Langlebigkeit waren religiös und mythisch geprägt
Langes Leben galt früher zumeist als Belohnung für Gehorsam gegenüber Gott. „In den Büchern Mose ist immer wieder davon die Rede, dass man lange lebt, wenn man die Gebote einhält“, so Angetter-Pfeiffer. In diesem Kontext war Unsterblichkeit also weniger ein realistisches Ziel als ein moralisches oder spirituelles Ideal.
Diese frühen Vorstellungen von Langlebigkeit waren vor allem religiös und mythisch geprägt. Neben biblischen Verheißungen gab es den sagenhaften Jungbrunnen, die Suche nach einem Ort, an dem Alter und Krankheit verschwinden. Allerdings soll es nicht darum gegangen sein, Alter und Tod zu leugnen : „Longevity war immer eine Art Lebenskunst. Schon in der Antike ging es weniger darum, das Leben zu verlängern, als Körper und Geist stabil zu halten“, so die ÖAW-Historikerin.
Thema beschäftigt Menschen aller Schichten
Dazu wurden erstaunlich „praktische“ Konzepte entwickelt. Der griechische Arzt Hippokrates empfahl Maßhalten, Bewegung und eine bewusste Ernährung. Heilpflanzen spielten ebenso eine Rolle wie Fastenzeiten, was später im Christentum fest verankert wurde. „Man wusste, dass man das Altern nicht besiegen kann, sondern nur verlangsamen“, so Angetter-Pfeiffer. Das Denken war also da, dass der Mensch selbst etwas zu Gesundheit und langem Leben beitragen kann.
Daniela Angetter-Pfeiffer untersuchte auch, ob ein langes Leben früher nur den Mächtigen vorbehalten war und verneint das : „Das Thema hat Menschen aller Schichten beschäftigt“. Zwar konnten sich nur Gebildete die Schriften von Philosophen wie Aristoteles, Platon oder Seneca leisten, die Mäßigung und Selbstdisziplin predigten. Doch der Wunsch, nicht krank zu werden und möglichst gesund zu altern, sei universell gewesen. Die bäuerliche Bevölkerung konnte keine medizinischen Schriften lesen, aber sie kannte Heilkräuter, Fastenzeiten und die Bedeutung eines maßvollen Lebens. Das sei durch Erfahrung und Tradition überliefert worden.
Völlerei und Abführmittel und Seifenwasser als wechselnde Versprechen der Epochen
Bewegung, gesunde Ernährung, soziale Bindungen und geistige Aktivität zieht sich trotz aller Unterschiede wie ein roter Faden durch die Geschichte. Gewechselt haben die Methoden, oft auch ins Skurrile. Hippokrates empfahl etwa nur eine Mahlzeit pro Tag, möglichst fettreich. Bei Völlerei setzte er auf Abführmittel, um den Körper zu „reinigen“. Noch im 18. Jahrhundert rieten Ärzte, ein Glas Seifenwasser zu trinken, um innerlich zu „entfetten“.
Im 19. Jahrhundert kamen Naturheilverfahren wie die vom deutschen Priester Sebastian Kneipp entwickelte Kneipp-Therapie hinzu, dann Hygiene, Impfungen und schließlich die moderne Medizin. Der große Unterschied zu früher bestehe heute darin, dass Alterungsprozesse mess- und quantifizierbar geworden sind. Biomarker, epigenetische Uhren und personalisierte Medizin sind einige dieser Methoden.
Der Traum vom Sieg über den Tod und altern ist ein unvermeidlicher Prozess
„Was früher als allgemeine Widerstandskraft galt, nennen wir heute metabolische, immunologische oder neuronale Resilienz, also die Fähigkeit des Körpers, sich an Belastungen, Stress und Umwelteinflüsse anzupassen“, so die ÖAW-Forscherin Angetter-Pfeiffer. Auch ein funktionierender Stoffwechsel, eine gesunde Darm-Hirn-Achse, Bewegung sowie ausgewogene Ernährung und Mäßigung gehören dazu.
Angetter-Pfeiffer hat auch die Frage untersucht, ob es je eine Epoche gab, in der Menschen wirklich glaubten, den Tod bald besiegen zu können. „Eigentlich nicht. Seit der Antike war klar, dass Altern ein unvermeidlicher Prozess ist. Selbst in Zeiten großer medizinischer Fortschritte habe niemand ernsthaft angenommen, der Tod lasse sich abschaffen“.
Kryosauna, Biohacking, Plasmatransfusionen als neue Verpackung eines alten Traums
Auch der heutige Tech-Optimismus sei daher eher nur eine neue Verpackung eines alten Traums. Während Start-Ups Altern als „technisches Problem“ definieren, bleibt die Grundfrage dieselbe wie vor 4.000 Jahren in Mesopotamien : Wie kann der Mensch dem Verfall entkommen ? Vielleicht liegt die nüchternste Antwort ebenfalls in der Geschichte. Longevity, so Angetter-Pfeiffer, sei „kein Versprechen auf Unsterblichkeit, sondern der Versuch, die Jahre, die wir haben, möglichst gesund zu leben.“
Also : Kryosauna, Biohacking, Plasmatransfusionen junger Spender und die via Social Media verbreiteten Siegeszüge gegen Alter und Tod von Tech-Millionären wie Bryan Johnson sind modern-aktuelle Formen im Streben nach einem möglichst langen irdischen Dasein. „Die Sehnsucht, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen, begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden“, resümiert Historikerin Daniela Angetter-Pfeiffer vom Austrian Center for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). (red/czaak)
Die nächsten nötigen Einschränkungen

40 Prozent der Jugendlichen reden lieber mit KI anstatt mit Menschen. 25 Prozent führen mit Chatbots freundschaftliche oder gar liebesähnliche Beziehungen. Parallel fürchten die Jugendlichen negative Auswirkungen auf ihr menschlich-soziales Leben, so weitere Ergebnisse der neuen KI-Studie von Saferinternet.
Menschen und die Politik diskutieren nötige Einschränkungen gegen die mehrfach negativen Auswirkungen der sogenannten Sozialen Medien auf die soziale und physische Gesundheit von (nicht nur) jungen Menschen. Parallel schwappt mit dem regelrechten KI-Tsunami aber schon die nächste gesellschaftspolitische Herausforderung über die Köpfe der Humanoiden hinweg. Die betroffenen Jugendlichen fordern hier nun aber von Beginn weg Unterstützung, Regeln und gegebenenfalls auch Einschränkungen, so Ergebnisse der KI-Studie von Saferinternet (economy berichtete).
Die Zahlen der ersten umfassenden Studie zur KI-Nutzung von jungen Menschen sind deutlich : 94 Prozent der 11- bis 17-Jährigen nutzen KI-Chatbots. Die hauptsächliche Nutzung betrifft schulische Belange wie etwa Hausaufgaben (rund 75 Prozent) oder das Suchen und Zusammenfassen von Informationen (47 Prozent). Auffallend ist aber die zunehmende Bedeutung von KI in sozialen und emotionalen Bereichen, bis dato auch zwischenmenschlich genannt.
KI kann professionelle Beratung und Hilfe für junge Menschen nicht ersetzen
40 Prozent der befragten jungen Menschen empfinden es oft als hilfreicher, eine KI zu fragen als einen Menschen. Für 30 Prozent ist KI eine Art Freund:in, um Sorgen oder Probleme zu besprechen und die dann auch Trost spenden kann. Rund 25 Prozent führen freundschaftliche Unterhaltungen, knapp 20 Prozent sogar romantische Gespräche. Und über 25 Prozent glauben, dass sich Jugendliche tatsächlich in einen Chatbot verlieben könnten.
Generell ist mit fast 60 Prozent die Mehrheit der Jugendlichen der Ansicht, dass KI-Chatbots häufig gute Ratschläge geben. Trotzdem haben sich schon knapp 20 Prozent aufgrund einer KI-Antwort unwohl gefühlt, wobei männliche Jugendliche (23 Prozent) dies deutlich häufiger wahrnehmen als weibliche (13 Prozent). Aus den Fokusgruppen geht hervor, dass unangenehme Erfahrungen etwa dadurch entstehen, dass Ratschläge zum Umgang mit Menschen als manipulativ empfunden werden oder Antworten negative Gefühle eher verstärken, statt zu entlasten.
Risiken werden von Jugendlichen unterschätzt
Besonders problematisch ist es, wenn KI in sensiblen oder belastenden Situationen als Unterstützung genutzt wird. KI-Systeme können diese nicht in gleichem Ausmaß bieten wie Menschen : „Gerade bei persönlichen oder psychischen Problemen kann eine Beratung durch KI-Chatbots zunächst als Überbrückung dienen, sie stößt aber schnell an ihre Grenzen und kann eine qualifizierte Beratung nicht ersetzen“, warnt Birgit Satke von Rat auf Draht. „Wir beobachten außerdem immer wieder, dass Chatbots Falschinformationen zu Beratungsstellen ausgeben“, so Satke.
Grundsätzlich ist das Vertrauen der Jugendlichen in KI groß : Mehr als die Hälfte verlässt sich darauf, dass ChatGPT & Co korrekte Informationen liefern. Vier von zehn Befragten überprüfen selten bzw. nie, ob die Ergebnisse tatsächlich stimmen. „Auch wenn die Antworten oft plausibel wirken und strukturiert erscheinen, darf man nicht vergessen, dass KI-Chatbots keine Suchmaschinen sind und falsche oder unvollständige Informationen liefern können“, sagt Barbara Buchegger, pädagogische Leiterin von Saferinternet.
„Das Recht auf Privatsphäre muss eindringlicher vermittelt werden“
„Umso wichtiger ist es, KI-Ergebnisse nicht ungeprüft zu übernehmen und bereits vorab zu überlegen, ob eine Suchmaschine oder ein Chatbot für die Frage geeigneter ist“, betont Buchegger. Sorgen bereitet der Mehrheit (56 Prozent) der Jugendlichen auch, dass KI-Tools möglicherweise die Fähigkeit, selbständig über etwas nachzudenken, schwächen könnten. „Man wird irgendwie faul, wenn man alles fragen kann“, so eine Jugendliche in den Fokusgruppen.
Besorgniserregend ist auch, dass 28 Prozent der Befragten glauben, ihre Eingaben in KI-Chatbots seien vertraulich und könnten von niemandem eingesehen oder genutzt werden. Nahezu die Hälfte geht davon aus, dass andere Jugendliche persönliche Daten mit KI-Systemen teilen. Mehr als ein Viertel vertraut KI-Chatbots sogar intime Inhalte an. „Jugendliche gehen teilweise unbedacht mit ihren persönlichen Daten um. Das Recht auf Privatsphäre und welche Auswahlmöglichkeiten es bei den unterschiedlichen Anwendungen gibt, muss eindringlicher vermittelt werden“, plädiert Stefan Ebenberger, Generalsekretär der ISPA für eine stärkere Sensibilisierung Jugendlicher beim Thema Datenschutz.
Positive Einstellung gegenüber KI überwiegt
Insgesamt stehen Jugendliche Künstlicher Intelligenz überwiegend positiv beziehungsweise neutral gegenüber, sowohl mit Blick auf die Gesellschaft als auch auf den persönlichen Nutzen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) sieht KI vor allem als Chance für sich selbst. Als Gefahr bewerten sie sieben Prozent, teils Gefahr und teils Chance sind es 31 Prozent. Damit schätzen sie KI für sich selbst positiver ein als für die Gesellschaft insgesamt. 42 Prozent sehen sie als Chance, 15 Prozent als Gefahr und 35 Prozent sehen sie teils, teils als Gefahr oder Chance.
„Künstliche Intelligenz ist in der Gesellschaft angekommen und hat großes Potenzial. Die Jugendlichen erkennen die Bedeutung der künstlichen Intelligenz, wenden sie an und legen so eine erste wichtige Basis für ihre eigene Zukunft“, resümiert Stefan Ebenberger von der ISPA positiv. Aber : „Wir müssen die jungen Menschen frühzeitig unterstützen, damit sie einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit KI erlernen“, unterstreicht Ebenberger.
Klare Forderung nach mehr Bildung im Umgang mit KI
Auch die Jugendlichen selbst wünschen sich mehr Orientierung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Das zeigt die Erhebung deutlich, wo mehr als die Hälfte der Befragten gerne besser verstehen würde, wie KI eigentlich arbeitet. Tatsächlich hat knapp die Hälfte der Jugendlichen bislang noch nie die Funktionsweise von KI-Systemen altersgerecht erklärt bekommen. Auch beim Thema Altersgrenzen positionieren sich die Jugendlichen eindeutig : Mehr als die Hälfte spricht sich für eine Altersbeschränkung bei der Nutzung von KI-Chatbots aus. Davon halten fast 40 Prozent eine Altersgrenze von 14 Jahren für sinnvoll.
Was das Erlernen von Kompetenzen im Umgang mit KI betrifft, sehen Jugendliche vor allem das Bildungssystem in der Verantwortung. Zwei Drittel erwarten sich Unterstützung durch die Schule, ein Drittel von den Eltern. Die Ergebnisse machen deutlich : Jugendliche wünschen sich nicht nur Regeln, sondern vor allem fundierte Bildung, um KI sicher und verantwortungsvoll nutzen zu können. „Es braucht sichere KI-Chatbots, die auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind, damit sie den Umgang mit diesen in einem geschützten Rahmen erlernen können“, fordert Barbara Buchegger, pädagogische Leiterin von Saferinternet und Mitinitiatorin der neuen Studie zur KI-Nutzung von Jugendlichen. (red/laucz, red/cc)
Abstürze bei Social Media Nutzung

Aktueller Jugend-Internet-Monitor zeigt deutlichen Rückgang der Social-Media-Nutzung. WhatsApp vor YouTube vor Snapchat vor TikTok vor Instagram vor Pinterest. Interessante Ergebnisse auch bei Spiele-Pattformen und Streamingdiensten. KI-Nutzung steigt.
Das Pendel schlägt (endlich) in die andere Richtung aus. Welche sozialen Netzwerke nutzen Jugendliche in Österreich und gibt es Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs ? Der Jugend-Internet-Monitor der EU-Initiative Saferinternet untersucht seit elf Jahren die Nutzung von sozialen Netzwerken. Die Top 6 der beliebtesten Plattformen sind gleichgeblieben, auch in der Reihenfolge gibt es kaum Veränderungen.
Allerdings verlieren alle Plattformen an Nutzerinnen und Nutzern, während die Beliebtheit von KI-Chatbots wie ChatGPT massiv zunimmt. Die aktuelle Datenerhebung wurde mit Unterstützung der EU und der Österreichischen-Forschungsförderungs-Gesellschaft (FFG) umgesetzt und vom Institut für Jugendkulturforschung durchgeführt. 500 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren aus ganz Österreich wurden Angaben zufolge befragt.
Teils starke Verluste für alle Plattformen
Nummer eins unter den Internetplattformen österreichischer Jugendlicher bleibt auch 2026 WhatsApp, trotz generell rückläufiger Nutzung. Mit 82 Prozent Nutzung (davon 84 Prozent täglich) führt der Messenger-Dienst im Ranking, gefolgt von YouTube mit 76 Prozent (50 Prozent täglich). WhatsApp verliert im Vergleich zum Vorjahr fünf Prozentpunkte, YouTube vier.
Die Messenger-App Snapchat liegt mit 65 Prozent Nutzung (davon 85 Prozent täglich) auf dem dritten Platz. Damit landet sie nur knapp vor TikTok (64 Prozent, davon 83 Prozent täglich) und Instagram (64 Prozent, davon 77 Prozent täglich). Alle Plattformen verzeichnen deutliche Rückgänge. Snapchat und Instagram verlieren je neun Prozentpunkte, TikTok acht. Auch Microsoft Teams (31 Prozent ergeben Platz sechs) verliert vier Prozent.
Signal und Reddit bleiben gleich und Foto-App BeReal stürzt massiv ab
Abseits der großen Netzwerke ist die App-Landschaft der Jugendlichen vielfältig. 31 Prozent der Jugendlichen nutzen die digitale Pinnwand Pinterest. Die Spieleplattform Roblox nutzt knapp ein Viertel (23 Prozent) und die Kommunikationsplattform Discord knapp ein Fünftel (18 Prozent. Die Streamingplattform Twitch kommt auf 14 Prozent. Auch diese Plattformen verzeichnen Rückgänge gegenüber dem Vorjahr.
Keine Verluste hinnehmen müssen lediglich der Messenger-Dienst Signal sowie das Internetforum Reddit (jeweils 9 Prozent). Der größte Verlierer des Jahres ist BeReal : Die Instant-Foto-App, die 2024 noch von knapp einem Drittel der Befragten genutzt wurde, verliert seither kontinuierlich an Bedeutung und wird 2026 nur noch von sieben Prozent der Jugendlichen verwendet.
Nur mehr geringfügige Unterschiede zwischen den Geschlechtern
Bei den beliebtesten sozialen Netzwerken fallen die geschlechtsspezifischen Unterschiede insgesamt gering aus. YouTube (Jungs : 79 Prozent, Mädchen : 73) und TikTok (Jungs : 67, Mädchen : 61 Prozent) werden zwar weiterhin etwas häufiger von Jungs genutzt.
Bei WhatsApp, Snapchat und Instagram zeigen sich 2026 hingegen keine Unterschiede mehr. Das ist ein deutlicher Wandel im Vergleich zu 2025, als Snapchat vor allem bei Mädchen klar dominierte. Microsoft Teams wird wie im Vorjahr häufiger von Mädchen (35 Prozent) als von Jungs (27) genutzt.
Die Unterschiede bei Streaming‑, Gaming- und Kommunikations-Plattformen
Deutlicher werden die Unterschiede bei Video-Streaming- bzw. Gaming-Plattformen : Discord (Jungs : 28 Prozent, Mädchen : 8 Prozent) und Twitch (Jungs : 23, Mädchen : 5) bleiben klar männlich dominiert. Die Spieleplattform Roblox nutzt ein Viertel der Jungs (25) rund ein Fünftel der Mädchen (21).
Große Unterschiede gibt es bei der Nutzung der digitalen Pinnwand Pinterest, die über die Hälfte der Mädchen (55) anspricht, aber nur acht Prozent der Jungs. Weitere deutliche Unterschiede bei Reddit (Jungs : 14, Mädchen : 3) und X (Jungs : 12 Prozent, Mädchen : 4 Prozent).
Algorithmus statt Austausch oder Kurzvideos dominieren Plattformen
Der Schwerpunkt sozialer Netzwerke hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. Sich direkt mit Freundinnen und Freunden auszutauschen, über das eigene Umfeld informiert zu bleiben oder bestimmten Personen gezielt zu folgen, verlieren zunehmend an Bedeutung. Stattdessen rückt das endlose Durchscrollen von Kurzvideos in den Vordergrund. Dieses Prinzip, das vor allem TikTok geprägt hat, bestimmt inzwischen die Funktionsweise fast aller großen Social-Media-Plattformen.
Jugendliche konsumieren deren Content überwiegend passiv und lassen sich von Inhalten, die der Algorithmus vorschlägt, berieseln. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass viele von ihnen kaum mehr benennen können, welchen Content-Creatoren sie tatsächlich folgen. Der algorithmische Konsum ersetzt zunehmend das bewusste Abonnieren und Verfolgen einzelner Persönlichkeiten.
ChatGPT & Co. als die neuen Stars im digitalen Alltag Jugendlicher
Im Kontext mit der generell steigenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz hat Saferinternet diesem Thema eine zusätzliche Erhebung gewidmet. KI-Chatbots sind im Alltag von 11- bis 17-Jährigen bereits fest verankert. Bereits 94 Prozent der Jugendlichen nutzen Chatbots, was den beobachteten Rückgang der Social-Media-Nutzung zum Teil erklären dürfte. Hinzu kommt die enorme Vielfalt digitaler Angebote, da neben sozialen Netzwerken auch Streaming-Dienste wie Spotify, Netflix oder Disney+ genutzt werden.
Bei der Nutzung all dieser Anwendungen zeigt sich unter den Jugendlichen ein zunehmendes Sättigungsgefühl. Obwohl soziale Netzwerke weiterhin ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags sind, äußern viele junge Menschen zunehmende Kritik. Als störend empfunden wird die steigende Werbung, die ähnlichen Inhalte auf den verschiedenen Plattformen, weiters belastende Inhalte und Hasskommentare. (red/laucz, red/cc)
Geldanlage und Kryptowährungen in Österreich

Sparbuch bleibt für Österreicher beliebteste Anlageform. Dahinter folgen Versicherungsprodukte, Anleihen, Aktien und Edelmetalle. An Bedeutung gewinnen Kryptowährungen, so eine aktuelle Studie von EY für 2025.
Herr und Frau Österreicher verfolgen beim Thema Geldanlage weiterhin ihr traditionelles Sicherheitsdenken. Das klassische Sparbuch ist und bleibt das Anlageprodukt Nummer 1. Knapp zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) investieren hier ihr angespartes Vermögen. Dahinter folgen Versicherungsprodukte mit 44 Prozent, weiters Aktien und Anleihen mit 35 Prozent sowie Edelmetalle wie Gold oder Silber mit 30 Prozent.
Als Anlageform mittlerweile etabliert haben sich Kryptowährungen. Aktuell sind hier 17 Prozent der Österreicher investiert. Die primär digitalen Assets hinken somit den „klassischen“ Anlageprodukten nach wie vor hinterher, eine stabile Position im Anlageverhalten haben sie sich aber trotzdem erobert. Auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern : Während rund 25 Prozent der Männer in Kryptowährungen investieren, trifft das nur auf 10 Prozent der Frauen zu.
Das Thema Sicherheit dominiert
Ein klares Muster zeigt auch die Risikobereitschaft. Ein großer Teil der Bevölkerung investiert bei hohen Risiken nur sehr kleine Summen (37 Prozent), über ein Drittel (34) vermeidet risikoreiche Anlagen überhaupt. Gerade einmal fünf Prozent sind bereit, bei hohem Risiko auch größere Beträge zu investieren. Trotz der Popularität von Bitcoin & Co. bei jüngeren Zielgruppen bleibt eine breitere Risikobereitschaft eingeschränkt. Diese Ergebnisse zeigt eine aktuelle Studie zum Thema Kryptowährungen der Wirtschafts- und Beratungsorganisation EY mit laut Angaben 1.532 Befragten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren.
„Wir sehen eine stark sicherheitsorientierte Bevölkerung, die sich weiterhin an klassische Anlageformen hält. Gleichzeitig schafft ein neuer europäischer Rechtsrahmen (Anm. Markets in Crypto-Assets Regulation/MiCAR) erstmals verlässliche und einheitliche Spielregeln für Krypto-Assets“, erläutert Martin Hanzl, Partner bei EY Law. „In einer wirtschaftlich herausfordernden Lage erhöht das die Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen und transparenter Anlegerschutzmechanismen. Zugleich zeigt die steigende Zahl an Krypto-Investments, dass die Bereitschaft für neue Anlagewege wächst, bei einem klar definierten regulatorischen Umfeld“, ergänzt Hanzl von EY.
Bitcoin, Ethereum, Altcoins, Meme-Coins, Stablecoins und E‑Money-Token
Bei den Krypto-Investments selbst zeigt sich ein eindeutiges Bild : Bitcoin dominiert mit über 81 Prozent. Ethereum (51 Prozent) folgt auf Platz zwei, während Altcoins mit knapp 30 Prozent und Meme-Coins mit 26 Prozent eine deutlich geringere Rolle spielen. Stablecoins (12) sowie E‑Money-Token (1,5 Prozent) werden weit seltener genutzt. Die starke Dominanz von Bitcoin unterstreicht, dass viele Investoren zunächst auf die bekannteste Kryptowährung setzen. Gleichzeitig sind alternative Coins vor allem in jüngeren und männlichen Zielgruppen populär, was auf unterschiedliche Risikoprofile und technisches Interesse hindeutet.
Insgesamt 69 Prozent betrachten Kryptowährungen als eher oder sehr unsicher, während lediglich 19 Prozent sie als sicher einschätzen. Bei kryptospezifischen Begriffen zeigt sich ein sehr differenziertes Wissensbild : Zwar kennen nahezu alle Befragten Bitcoin, doch bei Ethereum liegt die Bekanntheit nur bei rund der Hälfte. Stablecoins, Meme-Coins und Altcoins sind vielen geläufig, aber oft ohne fundiertes Verständnis. Begriffe wie DeFi oder E‑Money-Token werden zwar erkannt, aber selten richtig eingeordnet.
Sicherheitsgefühl als zentraler Treiber bei Nutzung und der Platzhirsch Bitpanda
„Das Sicherheitsgefühl bleibt ein zentraler Treiber für Akzeptanz und Nutzung, fehlendes Hintergrundwissen ist ein Hemmnis. Die Umfrage zeigt aber klar, dass Krypto-Investments längst im Mainstream angekommen sind — auch wenn traditionelle Anlageformen noch dominieren“, sagt Lukas Amstler, Partner und Consultant für Financial Services bei EY Österreich. „Die Nutzung von Kryptoinvestments verbreitert sich. In einem Umfeld, in dem Vertrauen und regulatorische Klarheit entscheidend sind, können sowohl FinTechs als auch etablierte Finanzinstitute wichtige Impulse setzen“, so Amstler von EY.
Bei der Nutzung von Krypto-Plattformen selbst liegt der österreichische Finanzdienstleister Bitpanda mit fast 60 Prozent deutlich an der Spitze, gefolgt von Binance (in China gegründet, aktuell auf den Cayman Islands ansässig) mit 21 Prozent und Kraken (Wyoming, US) mit elf Prozent. Neben Benutzerfreundlichkeit, Gebühren & Kosten sowie automatisierte Abfuhr der Kapitalertragssteuer, richtet sich die Auswahl der Plattformen insbesondere an gesetzlich-regulatorischen Parametern.
Die unterschiedliche Intensität beim Handeln und die Rolle des Standortes
Für 81 Prozent der Krypto-Anleger ist es wichtig, dass die Plattform in der EU reguliert ist. 69 Prozent würden nur auf Plattformen investieren, die in Österreich zugelassen sind, und mehr als die Hälfte bevorzugt sogar Anbieter, die ihren Hauptsitz in Österreich haben. 73 Prozent der Nutzer:innen vergleichen allerdings die Plattformen nicht regelmäßig, viele bleiben bei jenem Anbieter, den sie über private Empfehlungen kennengelernt haben, so ein weiteres Ergebnis der EY-Studie.
Beim Transaktionsverhalten selbst handelt ein gutes Drittel der Investoren mindestens einmal pro Monat. Weitere 26 Prozent kaufen und verkaufen Kryptowährungen in unregelmäßigen Abständen – meist abhängig von marktrelevanten Ereignissen. Rund 24 Prozent haben bislang nur einmal investiert, was auf ein vorsichtiges Herantasten an die Asset-Klasse schließen lässt. Immerhin 33 Prozent der Investoren haben Kryptowährungen auch schon als Zahlungsmittel genutzt. Die häufigsten Einsatzbereiche sind digital, etwa bei App-Käufen im Gaming-Bereich oder bei Online-Abos.
Steuerliche Unsicherheit bleibt eine zentrale Herausforderung
Ein eher ambivalentes Verhalten zeigt sich bei steuerlichen Themen. Lediglich 38 Prozent glauben, sich in steuerlichen Fragen gut auszukennen, während 28 Prozent ihr Wissen als eher schlecht einstufen und 22 Prozent überhaupt nicht wissen, wie Krypto-Gewinne korrekt besteuert werden. Nur 48 Prozent geben an, ihre Einkünfte vollständig versteuert zu haben, knapp 20 Prozent haben dies nur teilweise durchgeführt.
„Viele private Krypto-Anleger unterschätzen die steuerliche Komplexität digitaler Vermögenswerte. Die neuen europäischen Regeln werden Transparenz bringen – aber auch die Notwendigkeit, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen“, sagt Christian Massoner, Partner und Steuerberater bei EY Österreich. „Die Ergebnisse verdeutlichen, wie groß die Wissenslücken bei steuerlichen und regulatorischen Fragen rund um digitale Assets sind. Wer hier nicht proaktiv handelt, riskiert nicht nur steuerliche Nachteile, sondern auch rechtliche Konsequenzen“, betont Massoner von EY.
Anleger:innen wünschen sich mehr Information und Regulierung
Unter Personen, die bislang nicht in Kryptowährungen investiert haben, ist die Unsicherheit über die Anlageform der wichtigste Hinderungsgrund. Mehr als die Hälfte empfindet Kryptowährungen als zu riskant. Ein Drittel gibt fehlendes Verständnis oder kein Interesse an. Weitere Gründe sind mangelnde Zeit, die hohe Komplexität vieler Krypto-Angebote sowie der Wunsch, Krypto-Investments lieber über die eigene Bank abzuwickeln, statt ein eigenes Konto bei einer Plattform zu eröffnen.
Damit Krypto-Plattformen attraktiver werden können wünschen sich viele Befragte leicht verständliche und vor allem unabhängige Informationen über Kryptowährungen und deren Risiken (27 Prozent). Auch ein stärker integriertes Angebot, das Bankdienstleistungen, Wertpapierhandel und Kryptowährungen in einer einzigen Plattform vereint, wird von 22 Prozent der Befragten genannt. Zusätzliche Vorteile wie Belohnungssysteme oder Premium-Modelle nennen 13 Prozent der Befragten als mögliche Anreize für einen Einstieg.
Kryptowährungen haben ihren festen Platz in Österreich gefunden
Aus der Sicht von EY zeigt sich final ein überraschend optimistisches Bild. Zwei Drittel jener Personen, die bereits in Kryptowährungen investiert haben, wollen ihre Engagements künftig erhöhen. Die Renditen müssen aber attraktiver sein als bei klassischen Bankprodukten. Besonders jüngere Nutzer:innen handeln häufiger, probieren mehr Produkte aus und zeigen sich offener gegenüber neuen Services wie Staking (Anm. Kryptoinvestments bleiben für bestimmten Zeitraum gegen Rendite gesperrt) oder Derivaten.
„Kryptowährungen haben ihren festen Platz in Österreich gefunden, noch als Nische, aber mit starkem Wachstumspotenzial. Ob digitale Assets künftig breiter in der Bevölkerung ankommen, hängt maßgeblich von Vertrauen, Regulierung und verständlicher Information ab“, so der abschließende Befund der Experten von EY Österreich. (red/rucz, red/czaak)
Künstlerische Intelligenz und künstliche Intelligenz

Veranstaltung „Lucid Dreams ECHOES“ im Haus der Digitalisierung in Tulln behandelt Themen Erinnerung und Zukunft. Im Fokus stehen Träume mit künstlicher Intelligenz und immersive Ausstellung mit Performance-Kunst und klassisch analogen Gesprächen.
Kunst und Digitalisierung und Künstliche Intelligenz stehen am 2. Dezember im Mittelpunkt beim Lucid Dreams Festival im Haus der Digitalisierung im niederösterreichischen Tulln. Unter Beteilung und Einladung auch des European Center for Culture & Creativity der University of Applied Sciences St. Pölten (USTP, ehem. FH St. Pölten) geht es um das „Eintauchen in die Welten künstlicher und künstlerischer Intelligenz“.
Programmschwerpunkte der von Land Niederösterreich geförderten Veranstaltung sind etwa ausgewählte Projekte des Lucid Dreams Festivals 2025 – Stoneage, die am 360°-Panoramascreen im Haus der Digitalisierung Tulln präsentiert werden. „Das Publikum erwartet eine immersive audiovisuelle Erfahrung, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verschmelzen“, so die Ankündigung. Lucid Dreams ECHOES versteht sich dabei als ein Format des – Zitat : „Nachhalls und der Transformation“.
Neuinszenierung für eine neue Dimension von Erfahrung
„Die präsentierten Werke erscheinen nicht als bloße Rückschau, sondern als Neuinszenierung, die den Traumcharakter des Festivals intensiviert und in eine neue Erfahrungsdimension überführt. Künstlerische Arbeiten, die bereits im Mai 2025 in der Bühne im Hof für Staunen sorgten, entfalten hier im Panoramaformat eine völlig neue Wirkung“, so Auszüge aus dem Programm.
Die Werke entstanden in Zusammenarbeit von Künstler:innen und Künstlicher Intelligenz. Sie thematisieren die Schnittstellen von Zusammensein und Technologie, von der Steinzeit bis in die Zukunft. In einem Publikumsgespräch und einer Performance wird das Verhältnis von Mensch und Maschine erkundet. Das Spektrum bewegt sich dabei zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Nostalgie und Utopie.
Hochkarätiges interdisziplinär besetztes Podium
Die angeführten Themen werden dann auch von einem hochkarätigen interdisziplinären Podium diskutiert, darunter Oliver Schürer (Senior scientist + Artist, TU Wien, H.A.U.S.), Hans-Peter Buber (Director Microtronics Engineering), Brigitte Holzinger (Psychologin und Traumforscherin, Institut für Bewusstseins- und Traumforschung) und Sibylle Moser (Leiterin European Center of Culture & Creativity). Die Moderation verantwortet Janina Hoth (Koordinatorin am European Center for Culture & Creativity).
Lucid Dreams ECHOES ist eine Kooperation zwischen dem European Center for Culture & Creativity und dem Lucid Dreams Festival, der Masterklasse Experimentelle Medien an der USTP zusammen mit dem Haus der Digitalisierung Tulln und ecoplus Digital. Das Land Niederösterreich unterstützt die Veranstaltung. (red/rucz)
„Hier wird Zukunft gemacht!“

FH St. Pölten wird zur University of Applied Sciences St. Pölten (USTP). Umbenennung unterstreicht wachsende Internationalität und Rolle als Knotenpunkt für tertiäre Bildung, Forschung und gesellschaftliche Transformation.
Die Fachhochschule St. Pölten blickt auf eine knapp 30-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Nun wird mit dem neuen Namen die wachsende Internationalität und Rolle als Knotenpunkt für tertiäre Bildung, Forschung und gesellschaftliche Transformation abgebildet. „Seit unserer Gründung 1996 haben wir uns als wachstumsstarke und zukunftsorientierte Hochschule etabliert. Wir stehen für innovative Lehre, wirkungsvolle angewandte Forschung und – als leitende Hochschule der European-University-Allianz (Anm. E³UDRES²) — für gelebte Europeanness“, erläutert Geschäftsführer Johann Haag.
Die Schwerpunkte in Lehre und Forschung liegen auf Zukunftsthemen wie Künstlicher Intelligenz, IT-Sicherheit, Medien und digitale Technologien, dem Gesundheitswesen, nachhaltiger Mobilität oder Sozialer Arbeit. „Die hohe Nachfrage nach unseren Studienangeboten ist ein Beleg für die Qualität und das Vertrauen in unsere Hochschule. Wir stellen die studierendenzentrierte Lehre in den Mittelpunkt und entwickeln unser Angebot im Einklang mit demografischen Entwicklungen und der digitalen Transformation kontinuierlich weiter“, so Haag.
Innovative Lösungen für Gesellschaft und Wirtschaft
„Viele Antworten auf die Fragen der Gegenwart und Zukunft liegen in der Wissenschaft, deswegen bauen wir in Niederösterreich Forschung, Entwicklung und Lehre auch beständig aus. Der neue Name USTP – University of Applied Sciences St. Pölten betont das : Forschung und Wissenschaft in Anwendung bringen und innovative Lösungen für Gesellschaft und Wirtschaft finden“, unterstreicht Stephan Pernkopf (ÖVP), der in Österreichs größtem Bundesland als Stellvertreter von NÖ-Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Wissenschaft verantwortet. „Hier wird Zukunft gemacht!“
Die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten agiert auch in einem zunehmend internationalen Umfeld. Mit der European-University-Allianz E3UDRES2 koordiniert sie als einzige Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Österreich eine solche Allianz und verbindet über 100.000 Studierende und mehr als 10.000 Mitarbeitende an neun Hochschulen in Europa.
Zunehmende Internationalisierung
„Unsere Allianz wird als Best-Practice-Beispiel gesehen und wir tragen mit ihr zur Stärkung des europäischen Hochschul‑, Forschungs- und Innovationsraums bei. Davon profitieren unsere Studierenden, Lehrenden und Forscher*innen, aber auch regionale Partner aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Gesellschaft“, ergänzt Hannes Raffaseder, Geschäftsführer der FH St. Pölten bzw. nunmehr USTP – University of Applied Sciences St. Pölten.
Die Wissenschaftler*innen forschen an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten in sechs Instituten und mehreren Zentren. Besonderen Stellenwert nimmt die interdisziplinäre Forschung ein. In den letzten Jahren wurden die Forschungserlöse nahezu verdoppelt – ein deutliches Zeichen für die Relevanz und Qualität der Projekte. Für 2025 werden Forschungserlöse von insgesamt sieben Mio. Euro erwartet. (red/czaak)
Keine nachhaltige Verbesserung der Budgetlage

Fiskalrat erwartet heuriges Budgetdefizit bei 4,4 Prozent des BIP. Fehlende Steuereinnahmen durch Wirtschaftskrise sowie hohe Kosten für Gehälter, Pensionen und Gesundheit belasten Konsolidierung.
Der Österreichische Fiskalrat erwartet für 2025 und 2026 gesamtstaatliche Budgetdefizite von 4,4 bzw. 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit bestätigen sich die Einschätzungen des Fiskalrats vom Juni 2025 und auch die des Finanzministeriums (BMF) von Oktober 2025. Die leichte Verschlechterung gegenüber der Frühjahrsprognose ist auf höhere Staatsausgaben zurückzuführen, die angesichts der schwachen Wirtschaftsentwicklung nur teilweise über steigende Einnahmen kompensiert werden.
Die niedrigeren Gehaltsabschlüsse für den öffentlichen Dienst und die Konkretisierung erster Konsolidierungsmaßnahmen, vor allem der Bundesländer, tragen dann zur Verbesserung des Budgetsaldos 2026 bei. Dennoch bleibt das Defizit über 4 Prozent des BIP. „Eine Stabilisierung der Schuldenquote – dafür wären Defizite unter 2,7 Prozent des BIP nötig – wird klar verfehlt. Bis 2026 steigt die Schuldenquote auf exakt 83,3 Prozent des BIP“, so der Fiskalrat in einer Aussendung.
Hohe Staatsausgaben ergeben hohes Budgetdefizit
Sozialleistungen sowie Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst steigen 2025 weiter kräftig. Gründe sind die inflationsbedingt hohen Gehaltsabschlüsse, steigende Pensions- und Arbeitslosenausgaben sowie höhere Gesundheitskosten. Das Konsolidierungspaket dämpft die Ausgaben vor allem durch den Wegfall des Klimabonus (Anm. minus 2,3 Mrd Euro).
Gegenüber der Frühjahrsprognose fällt der Ausgabenanstieg stärker aus, bedingt durch die höhere Anzahl von Alterspensionisten, höhere Beschäftigung im Gesundheits‑, Bildungs- und Sicherheitsbereich sowie steigende Gesundheitsausgaben. Einsparungen bei den Sachausgaben durch strengen Budgetvollzug wirken kurzfristig, dürften aber nicht dauerhaft im geplanten Volumen zum Tragen kommen. Das aktuell erwartete reale BIP-Wachstum (+0,3 Prozent) übertrifft den in der Frühjahrsprognose erhobenen Wert um 0,6 Prozentpunkte und erhöht die Staatseinnahmen um rund 0,3 Prozent des BIP.
Hohe Gehaltsabschlüsse erhöhen Lohnsteueraufkommen und Sozialbeiträge
Die Wiedereinhebung der Energieabgabe bringt rund eine Mrd Euro zusätzliche Einnahmen. Hingegen sinken die Zinseinnahmen infolge fallende Kurzfristzinsen. Das Aufkommen aus veranlagter Einkommensteuer und Körperschaftsteuer ist 2025 rückläufig, das Mehrwertsteueraufkommen bleibt hinter den Erwartungen zurück. 2026 lässt die Wirkung der Hochinflationsphase auf das Ausgabenwachstum deutlich nach und fällt bei den Einnahmen fast vollständig weg.
Die letzten Krisenhilfen laufen 2025 aus und das Konsolidierungspaket sowie moderatere Gehaltsabschlüsse im öffentlichen Dienst bremsen den Ausgabenanstieg. Dennoch bleiben die Staatsausgaben aufgrund steigender Gesundheits‑, Pensions- und Pflegekosten sowie höherer Verteidigungs- und Infrastrukturinvestitionen auf hohem Niveau. Darüber hinaus steigt der österreichische EU-Beitrag gegenüber dem Vorjahr deutlich um 0,8 Mrd Euro an.
Dauerhafter Ausgabenanstieg durch verfestigte Kriseneffekte
Obwohl die COVID-19-Hilfen bis 2024 weitgehend ausliefen, verharren die Ausgaben insbesondere im Gesundheitswesen auf hohem Niveau. Höhere Gehälter in Gesundheitsberufen und steigende Medikamentenkosten wirken dauerhaft. Die Hochinflationsjahre 2022⁄23 führten zeitverzögert zu einem deutlichen Anstieg der Sozialausgaben – allerdings sind auch die Beitragseinnahmen inflationsbedingt gestiegen. Der Anteil der Pensionsausgaben am BIP steigt von 13,9 (2019) auf 15,8 Prozent (2026).
Neben den gesetzlich vorgesehenen Pensionserhöhungen ist ein Teil dieses starken Anstiegs auf außertourliche Maßnahmen zurückzuführen. Die Pensionsausgaben 2024 erhöhten sich durch außertourliche Pensionsanpassungen seit 2019 im Umfang von 1,4 Mrd. Euro. Trotz der weitgehenden Inflationsindexierung der Einkommensteuertarifstufen steigen die Einnahmen im Zeitraum 2019 bis 2026 von 49,6 auf 51 Prozent des BIP. Der Anstieg der Ausgabenquote (2019 bis 2026 : + 6,2 Prozentpunkte) übersteigt den Anstieg der Einnahmenquote (2019 bis 2026 : +1,4 Prozentpunkte) aber deutlich.
Kurzfristige Wirkung und Strukturreformen bleiben bisher aus
Das Regierungsprogramm sieht ein Konsolidierungsvolumen von 6,3 Mrd. Euro (2025) und 8,7 Mrd. Euro (2026) vor. Laut Fiskalratsbüro wird der Zielwert 2025 um rund 0,7 Mrd. Euro unterschritten. Einige der ab 2026 vorgesehenen Maßnahmen sind nach wie vor nicht ausreichend konkretisiert (u. a. Task-Forces, Betrugsbekämpfungspaket). Trotzdem ist das Einsparungsziel für 2026 bereits mit den umgesetzten Maßnahmen erreichbar, da die nun erfolgte Neuverhandlung der Gehälter der öffentlich Bundesbeschäftigten für 2026 im Regierungsprogramm nicht eingepreist war. Dies gilt jedoch nur, sofern der Abschluss auch von den anderen Gebietskörperschaften übernommen wird.
Hohe Primärdefizite und steigende Zinsausgaben infolge höherer Verschuldung führen zu einem weiteren Anstieg der Staatsschuldenquote : von 79,9 (2024) auf 81,7 (2025) und 83,3 (2026) des BIP. Das Wirtschaftswachstum ist zu schwach, um diesen Trend zu stoppen. Aufgrund der Abwärtsrevision der Schuldenquote 2024 durch Statistik Austria um 1,9 Prozentpunkte bleibt sie deutlich unter den Erwartungen des Frühjahrs (2026 : 86,3% des BIP). (red/czaak)
Die Mission Nobelpreis

Unabhängige Wissenschaft als Grundpfeiler für erfolgreiche Standortpolitik und einen Nobelpreis. Land Niederösterreich vergibt diesjährige Wissenschaftspreise.
Wissenschaft und Forschung sind zentrale Themen der aktuellen Zeit, sie geben Antworten auf die Herausforderungen von heute und die Fragen der Zukunft. Im Zuge der NÖ-Forschungswochen, die seit Mitte September und noch bis Mitte Oktober abgehalten werden, fand aktuell nun am Campus Krems die heurige Preisverleihung der Wissenschaftspreise des Landes Niederösterreich statt.
Wissenschaft ist in Niederösterreich Chefsache
Wissenschaft ist in Niederösterreich (auch) Chefsache und so erläuterte Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau (ÖVP) rund um die Prämierungen auch aktuelle Projekte. „Nur mit Wissenschaft und Forschung können wir Antworten auf die Fragen der Zukunft geben – von Gesundheit über Landwirtschaft, von künstlicher Intelligenz bis zum Weltraum“, so Mikl-Leitner. „Gerade in einer Zeit, in der die Welt im Umbruch ist, muss Forschung transparent und verständlich gemacht und damit auch Vertrauen geschaffen werden“, betonte die NÖ-Landeshauptfrau.
Als Beispiel führte die Landeschefin das Forschungsfest im Palais Niederösterreich an, das kürzlich über 2.000 Schülerinnen und Schüler begeisterte, indem diese mit über 200 Forscherinnen und Forschern in die Welt der Wissenschaft eintauchen konnten. „Es war ein voller Erfolg und das gilt auch für das neue „VISTA Science Experience Center“ am ISTA Campus in Klosterneuburg“, unterstrich Johanna Mikl-Leitner. (economy berichtete zur Eröffnung)
Regionale Forschung kann einen ganzen Standort befruchten und etablieren
Die Landeshauptfrau erinnerte dann auch an die so erfolgreiche Entwicklung von Niederösterreich als auch international beachteten Forschungsstandort. Die Wissenschaftsachse von Krems über Klosterneuburg, Tulln, Wieselburg bis nach Wiener Neustadt machte Mut, die Donau Uni Krems war der Nukleus und dann die internationalen Leuchtturm-Projekte ISTA Klosterneuburg und Med Austron in Wiener Neustadt. Regionale Forschung kann einen ganzen Standort befruchten und etablieren.
„Diese Achse werden wir weiter ausbauen, etwa mit dem geplanten Bildungscampus Hainburg“, so Mikl-Leitner, die dann mit Blick auf den internationalen Wettbewerb das Thema Exzellenz betonte : „Mittelmäßigkeit wird uns nicht weiterbringen, wir brauchen Spitzenleistungen. Deshalb setzen wir auf unsere Mission Nobelpreis“, so die Landeschefin. Und : „Es geht nicht nur darum, eines Tages einen Nobelpreis nach Niederösterreich zu holen, sondern die besten Rahmenbedingungen für Forscher:innen zu schaffen, auch als ein Investment in die beste Zukunft unserer Kinder“, so Landeshauptfrau Mikl-Leitner (ÖVP).
Preis für innovative Hochschullehre an FH St. Pölten
Im Zuge der Veranstaltung wurden sodann die Würdigungspreise, die Anerkennungspreise, die Wissenschaft Zukunft Preise sowie der Preis für Innovative Hochschullehre verliehen. Preisträger in der Kategorie „Wissenschaft Zukunft Preis 2025“ sind Nora Fasching, Magdalena Hohlrieder, Leo Plankensteiner, Petra Lukeneder und Djordje Slijepcevic.
Den „Preis für Innovative Hochschullehre 2025 der Abteilung Wissenschaft und Forschung“ erhielt Thomas Delissen von der FH St. Pölten. Die Anerkennungspreise 2025 konnten die an unterschiedlichen Unis tätigen Klaus Haslinger, René Ployer, Sandra Siegert und Benedikt Warth entgegennehmen. Julia Mascherbauer und Gerald Steiner wurden mit den Würdigungspreisen 2025 ausgezeichnet. (red/czaak)
Die besten Nachwuchskräfte im Rechnungswesen

Softwarehersteller BMD und Trauner Verlag vergaben heurige Auszeichnungen. Anna Sophie Zöhrer von HLW Weiz siegt in Kategorie “Finanzbuchhaltung”. Michael Karner, Berufsschule Waldegg, in „Warenwirtschaft“, Carina Kreuz, HLW Hollabrunn, in Lohnverrechnung.
Anna Sophie Zöhrer ist Österreichs beste Nachwuchsbuchhalterin. Die Schülerin der HLW Weiz (Steiermark) holte sich den bundesweiten “School Award” für exzellente Leistungen im computerunterstützten Rechnungswesen. Die junge Steirerin überzeugte in diesem Jahr in der Kategorie “Finanzbuchhaltung”. Michael Karner von der Landesberufsschule Waldegg siegte in der Kategorie “Warenwirtschaft”, während Carina Kreuz von der HLW Hollabrunn in der Kategorie “Lohnverrechnung” triumphierte.
Lenovo Notebooks und zahlreiche Geldpreise
Der Schulbuchverlag Trauner vergibt die jährliche Auszeichnung gemeinsam mit dem Softwarehersteller BMD. In der Klassen-Gesamtwertung “Finanzbuchhaltung” erzielte die Berufsschule Wels 3 (OÖ) das beste Resultat. Die Einzelsieger:innen durften sich jeweils über ein Lenovo Notebook freuen. Für die besten Klassenergebnisse wurden Siegerschecks im Wert von je 300 Euro überreicht.
Rund 12.000 Schülerinnen und Schüler an österreichischen berufsbildenden mittleren und höheren Schulen sowie Berufsschulen nutzen Angaben zufolge die Business Software von BMD zusammen mit den vom Trauner Verlag erstellten Praxishandbüchern. Zahlreiche von ihnen nahmen auch heuer wieder an der Online-Zertifizierung teil. Insgesamt haben seit 2013 bereits rund 2.250 Schülerinnen und Schüler die Online-Zertifizierung absolviert.Gut ausgebildete Fachkräfte
“Gut ausgebildete Fachkräfte bleiben unverzichtbar”“Uns ist es seit jeher wichtig, die Praxis in die Schulen zu bringen. Mit BMD haben wir den idealen Partner gefunden, um Schülerinnen und Schüler auf das Berufsleben vorzubereiten“, sagt Sonja Trauner, Geschäftsführerin des Trauner Verlags. „Auch wenn KI derzeit ein großes Thema ist, bin ich davon überzeugt, dass es immer gut ausgebildete Fachkräfte mit Herz und Verstand brauchen wird, die Ergebnisse interpretieren und hinterfragen können”, unterstreicht Trauner.
„Seit über 20 Jahren wird an Schulen neben Fachwissen auch der praxisrelevante Umgang mit Software unterrichtet und davon profitieren die Schülerinnen und Schüler“, ergänzt Markus Knasmüller, Geschäftsführer von BMD. „Gut ausgebildetes Personal ist essenziell. Mit den BMD Zertifizierungen im Rahmen des School Awards stehen jungen Menschen viele Türen am Arbeitsmarkt offen“, so Knasmüller. „Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue über die Motivation und das Engagement von Schülerinnen und Schülern, aber auch von Lehrerinnen und Lehrern. (red/rucz)„Auf ins Leben!“

In Niederösterreich absolvierten 13 Prozent der Schüler:innen ihre Matura mit Auszeichnung. Ergebnis auch Verdienst von Land und Bildungsdirektion. Bei Personal und Unterstützungen für Schüler:innen wurden alle nötigen Ressourcen geschaffen.
Von landesweit insgesamt 7.344 Maturantinnen und Maturanten absolvierten in Niederösterreich 955 Schüler:innen ihre Matura mit Auszeichnung. Anlassbezogen gab es dazu im Festspielhaus in St. Pölten eine Feierstunde an der auch Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Bildungsdirektor Karl Fritthum teilnahmen.
„Niederösterreich braucht gut ausgebildete Menschen für den internationalen Wettbewerb. Exzellenz führt zum Erfolg, deshalb stärken wir mit der Förderung kluger Köpfe auch die Innovationskraft“, sagte Johanna Mikl-Leitner. „Aus- und Weiterbildung haben einen Mehrwert für jeden Einzelnen bzw. jede Einzelne und die Gesellschaft“, betonte die Landeshauptfrau.
Bildungsdirektion Niederösterreich schafft früh ausreichende Ressourcen
Junge Menschen leben heute angesichts der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten in herausfordernden und auch wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Umso wichtiger ist für die Jugendlichen eine verlässliche Basis und ausreichende Ressourcen in ihren Bildungsbereichen. Dazu gehören auch genügend Lehrer:innen und auch da ist Niederösterreich im Vergleich zu anderen Bundesländern gut aufgestellt.
Zu Beginn des heurigen Schuljahres war das Thema Personalsituation Thema bei einer Pressekonferenz mit Christiane Teschl-Hofmeister, Bildungslandesrätin (ÖVP) und Karl Fritthum, Bildungsdirektor. „Wir haben über den Sommer unsere Hausaufgaben gemacht und können jede Stelle besetzen. In Zahlen heißt das 800 ausgeschriebene Stellen im Pflichtschulbereich und in den Berufsschulen sowie rund 500 Planstellen im höheren Bereich“, bestätigte Karl Fritthum, Bildungsdirektor für Niederösterreich.
Bildung als gesellschaftspolitisch relevante Brücke in erfolgreiche Zukunft
„Wissen und Bildung sind die Brücke in eine erfolgreiche Zukunft“, betonte Landeschefin Mikl-Leitner noch und unterstrich damit den Antrieb des Landes, einen Beitrag für eine erfolgreiche Zukunft zu leisten und so die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und die Resilienz der Gesellschaft insgesamt zu stärken.
Angeführt sei hier etwa, dass Niederösterreich im Bundesländervergleich die höchste Kaufkraft aufweist. Am Schluss der Feierstunde für die ausgezeichneten Maturantinnen und Maturanten hieß es seitens Johanna Mikl-Leitner noch : „Hinein Ins Leben ! Dafür wünsche ich alles Gute. Ihr schreibt unsere Zukunft!“
Vielschichtige Unterstützungsmaßnahmen für Schüler und Lehrer
Neben ausreichend Lehrkräften sind in Niederösterreich auch zahlreiche unterstützende Maßnahmen für Schüler:innen und Lehrer:innen geschaffen worden. Wichtige Themen sind hier etwa Gewaltschutz und Hilfe bei psychischen Problemen. Im letzten Schuljahr gab es Angaben zufolge 64 Bedrohungslagen an NÖ-Schulen. „Land und Bildungsdirektion unterstützen die Schulen intensiv bei derartigen Bedrohungen. Wir wollen Schüler:innen und Lehrenden die Gewissheit geben, dass die Schule immer noch ein sicherer Ort ist“, so Teschl-Hofmeister.
Ein zunehmend relevanter Bestandteil ist auch die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen. Land und Bildungsdirektion haben hier als weitere Maßnahme das Projekt „Gemeinsam lösen wir’s!“ gestartet. Gemeinsam mit dem Jugendrotkreuz gibt es spezifische Ausbildungskurse für Lehrer:innen, die dann ihrerseits Lehrende sowie Schüler:innen ausbilden. Für Schüler:innen stehen kostenlose Intensiv-Workshops für Psychische Erste Hilfe zur Verfügung, die nach dem Prinzip „Look, Listen, Link“ sensibilisieren sollen. Der Fokus richtet sich auf das Erkennen von belastenden Situationen und betroffene Personen entsprechend zu unterstützen.
„Ein achtsamer Umgang und ein respektvolles Miteinander sind wichtige Grundlagen für ein gutes Schulklima. Niemand darf glauben, er oder sie steht hilflos da, wenn es irgendwo ein Problem gibt“, unterstreichen Niederösterreichs Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Bildungsdirektor Karl Fritthum. (red/czaak)
Neue Notebooks für Österreichs Schulen

CANCOM a+d IT Solution gewinnt öffentliche Ausschreibung im Rahmen der Endgeräteinitiative von Bildungsministerium. Aktuelle Modernisierung nächste Ausbaustufe der 2021 gestarteten Digitalisierungsoffensive.
Im neuen Schuljahr erhalten rund 40.000 Schüler:innen in ganz Österreich standardisierte Windows Schulnotebooks. Die Geräte werden im Rahmen der Endgeräteinitiative des Bildungsministeriums sowohl in der ersten Klasse Mittelschule als auch im Gymnasium ausgegeben. Das Bildungsministerium trägt dabei den Großteil der Kosten. Erziehungsberechtigte leisten einen einmaligen Eigenanteil von 25 % des Gerätepreises.
160.000 Notebooks bis Ende 2028
Unter bestimmten Voraussetzungen kann dieser Eigenanteil vollständig entfallen – in diesen Fällen übernimmt das Bildungsministerium die Kosten zur Gänze. Die Geräteinitiative ist Teil der 2021 gestarteten Digitalisierungsoffensive zur Schaffung der pädagogischen und technischen Voraussetzungen für IT-unterstützten Unterricht an den österreichischen Schulen.
Die CANCOM a+d IT Solutions GmbH konnte die öffentliche Ausschreibung zur Lieferung und Servicierung der Schulnotebooks für sich entscheiden und wird Angaben zufolge ein geplantes Abnahmevolumen von voraussichtlich 160.000 Geräten bis Ende 2028 erfüllen.
Einheitliche Ausstattung für digitales Lernen
Zum Einsatz in den Schulen in Österreich kommt das Lenovo Notebook V14 der vierten Generation. Es verfügt über ein 14-Zoll-Display, einen AMD-Prozessor und Windows 11. „Die Ausstattung ist auf die Anforderungen des Unterrichtsalltags abgestimmt. Die Einhaltung aller relevanten Qualitäts- und Sicherheitsstandards wurde geprüft und bestätigt. Ergänzt wird das Notebook durch eine 4‑jährige Hardware-Garantie“, so CANCOM in einer Aussendung.
Die standardisierten und mit gesonderten CANCOM-Services kombinierten Schulnotebooks und ‑Tablets sollen eine einheitliche technologische Ausstattung für alle Schüler:innen gewährleisten. Zudem soll die nahtlose Integration in die bestehende IT-Infrastruktur der Schulen, der reibungslose Einsatz digitaler Lernsysteme und die effiziente Umsetzung pädagogischer Konzepte unterstützt werden.
Eigenes Services-Portal von CANCOM
„Zeitgemäße Bildung braucht moderne Geräte und verlässliche Partner. Als langjähriger Digitalisierungspartner im Bildungsbereich unterstützen wir österreichweit Organisationen und Initiativen, um die digitale Bildung in Bildungseinrichtungen voranzutreiben“, sagt Paul Suppan, Geschäftsführer CANCOM a+d IT Solutions.
Für die Abwicklung von technischen Problemen und Defekten stellt CANCOM ein eigenes Service-Portal zur Verfügung. Inkludiert sind dabei auch Tipps zum Self-Service und bei Bedarf erhalten Schüler:innen eine spezielle Rückversandbox zur kostenfreien Einsendung der Geräte. (red/rucz)
Ausgezeichnete Spitzenforschung

Großer Erfolg für TU Wien. Gleich drei Nachwuchswissenschaftler aus dem Bereich Physik erhalten einen der begehrten Starting Grants der EU. Mit ihren Projekten setzen sie neue Maßstäbe in Quantenphysik und Astrophysik.
Die Vergabe der ERC Starting Grants gilt europaweit als Ritterschlag für junge Forscherinnen und Forscher. Diese hochdotierten Förderungen des European Research Council (ERC) unterstützen exzellente Nachwuchswissenschaftler dabei, ihre eigenen Forschungsgruppen aufzubauen und Projekte von internationaler Strahlkraft voranzutreiben. Jährlich bewerben sich hunderte Talente aus allen Disziplinen, nur wenige erhalten den Zuschlag. Umso bemerkenswerter ist der Erfolg der TU Wien im Jahr 2025 : Nun konnten gleich drei junge Physiker der TU Wien die Jury überzeugen.
Die Grenzen der Quantenphysik
Uros Delic widmet sich der Herausforderung, die Grenzen der Quantenphysik auszuloten. Ihn interessieren Objekte, die im Vergleich zu typischen Quantenteilchen riesig sind – und dennoch quantenphysikalische Eigenschaften zeigen. Damit bewegt er sich an der Schnittstelle zwischen klassischer und Quantenwelt.
Die Schwarzen Löcher
Gerben Oling wiederum stellt sich einem der größten Rätsel der modernen Wissenschaft : den Schwarzen Löchern. Mit innovativen Rechenmethoden will er neue Einblicke in ihre Strukturen gewinnen und so theoretische Physik und Kosmologie enger zusammenführen.
Extreme Präzision
Andreas Schindewolf schließlich verfolgt die Vision, sogenannte Quantenkristalle zu erzeugen. In diesen lassen sich Moleküle in bisher unerreichter Präzision kontrollieren und ihr kollektives Verhalten erforschen.
Langfristige Perspektiven
Mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einer Förderung von bis zu 1,5 Millionen Euro – bei besonders aufwendigen Projekten bis zu 2,5 Millionen – eröffnen die ERC Grants den Forschenden langfristige Perspektiven. Für die TU Wien ist das dreifache Abschneiden ein Signal für die internationale Strahlkraft ihrer Physikforschung und ein Beweis für die Attraktivität des Standorts Wien im globalen Wettbewerb. (red/rucz)
Digitale Ausbildungsinnovation in Diätologie

Künstliche Intelligenz und digitale Avatare als Schwerpunkte einer neuen Plattform für das Fach Diätologie. „E+DIETing_LAB“ verknüpft wissenschaftliche und praktische Komponenten für das Training von Studierende vor echten Behandlungen.
Das auf Künstlicher Intelligenz basierte „Digital Lab for Education in Dietetics“ soll eine Brücke zwischen fachlich und wissenschaftlich exzellenter Ausbildung für Diätolog*innen und deren alltäglicher Berufspraxis darstellen. Ein internationales Team von Diätologen und IT-Experten entwickelte in dem EU-Projekt eine digitale Plattform mit virtuellen Avataren für die Beratungspraxis in der Diätologie – das sogenannte E+DIETing_Lab.
Studierende können mit den Avataren die Beratung trainieren, bevor sie diese mit echten Patient:innen durchführen. Diätexperten der Fachhochschule St. Pölten waren federführend am Projekt beteiligt. Final entstanden in Zusammenarbeit zwischen sechs europäischen Institutionen drei Ergebnisse : eine virtuelle Patient:innen-Chatbot-Plattform, eine virtuelle Klinik und ein Informations-Toolkit — als Unterstützung der diätologischen Ausbildung und weiterer öffentlicher Gesundheitsinitiativen in Europa.
Mehr als 1.000 Personen aus fünf Ländern involviert
„Das Projekt hat über 1.000 Teilnehmer:innen aus Österreich, Spanien, Belgien, Polen und Portugal direkt eingebunden, darunter Studierende, Lehrkräfte, Diätolog:innen und Gemeindemitglieder. Weltweit haben Hochschuleinrichtungen und Gesundheitsorganisationen bereits Interesse an der Einführung der entwickelten Tools bekundet“, erklärt Johann Grassl, der das Projekt mit Forscherin Elise Mandl am Department Gesundheit der FH St. Pölten umgesetzt hat.Eine Errungenschaft des Projekts ist die virtuelle Patient*innen-Chatbot-Plattform als Selbstlernplattform für Diätologie-Studierende. Sie ermöglicht simulierte Diätberatungen mit virtuellen Patient:innen, die an Adipositas, Diabetes oder Zöliakie leiden. In sechs Sprachen verfügbar, bietet sie Studierenden eine sichere Umgebung, um Anamnese, Diätprotokolle und klinische Argumentation praxisnah zu trainieren. „Die Plattform verbindet Theorie und Praxis, um Studierende auf reale Interaktionen vorzubereiten“, so Elise Mandl, Junior Researcher an der Fachhochschule St. Pölten.
Bewusstsein für gesunde Gewohnheiten steigern
Die virtuelle Klinik ergänzt die Chatbot-Plattform, indem sie Studierenden die Möglichkeit gibt, telemedizinische Konsultationen mit echten oder simulierten Patient:innen unter fachlicher Aufsicht durchzuführen. Während der Pilotphase nahmen 270 Teilnehmer:innen, darunter Studierende, Lehrkräfte und Gemeindemitglieder, an den virtuellen Ernährungsberatungen teil.Über 75 % der Gemeindemitglieder gaben an, dass sie durch die Beratungen ihr Bewusstsein für gesunde Gewohnheiten gesteigert haben. Ein Vorteil der virtuellen Klinik ist ihre Fähigkeit, reale Konsultationen in zukünftige virtuelle Patient:innenfälle umzuwandeln, wodurch ein kontinuierliches Wachstum der Lernressourcen sichergestellt werden soll.
Langfristige Wirkung und internationale Auszeichnung
Um die langfristige Nutzung der entwickelten Ressourcen zu gewährleisten, wurde ein umfassendes Informationspaket mit praktischen Anleitungen, Berichten und Empfehlungen für Lehrpläne entwickelt. Dieses Toolkit soll Hochschulen und Organisationen bei der nachhaltigen Implementierung digitaler Lernmethoden unterstützen und dabei technische Umsetzung und Datenschutzrichtlinien berücksichtigen. Die Projektpartner haben sich zudem verpflichtet, die virtuelle Patientenplattform für mindestens drei weitere Jahre weiterzuentwickeln und bereitzustellen.Der Erfolg des Projekts wurde auch international gewürdigt : Das E+DIETing_LAB belegte den ersten Platz in der Kategorie „People’s Choice“ der europäischen und afrikanischen „Triple E Awards“ für die EDI Community Engagement Initiative zu Equity, Diversity and Inclusion. Das E+DIETing_Lab wurde im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ finanziert. Koordiniert wurde das Projekt von der Europäischen Atlantischen Universität in Spanien, Partner sind neben der FH St. Pölten die Unis Valladolid in Spanien, Porto in Portugal, die AP Hogeschool Antwerpen in Belgien und die Jan-Kochanowski-Universität in Polen.
Ein festlich schulischer Bewerb für die Mobilität

Bei Projekt „CLEA – Check and Leave for Environmental Action“ unter Leitung der FH St. Pölten forschten Schüler zum Thema nachhaltige und inklusive Mobilität.
Im Forschungsprojekt „CLEA – Check and Leave for Environmental Action“ unter Leitung der FH St. Pölten erforschten Schüler:innen zwischen 6 und 17 Jahren gemeinsam Fragen der nachhaltigen und inklusiven Mobilität und entwickelten zudem Spiele, die das Bewusstsein für das Thema Klimaschutz nachhaltig schärfen sollen. Unterstützt wurden sie dabei von Forscher:innen der FH St. Pölten. Jetzt präsentierten die über 150 teilnehmenden Schüler:innen an der FH bei einem Forschungsfest die Ergebnisse aus dem Projekt.
Ziel des Projekts ist es, das Mobilitätsverhalten langfristig zu beeinflussen und damit einen positiven Beitrag zur Verkehrswende zu leisten. Schulen konnten mit einem Kooperationszuschuss für eigenständige Schulprojekte zum Thema nachhaltige Mobilität teilnehmen. Im Projekt entwickelten die Schüler gemeinsam mit Forschern auch ein „Klima-Reisespiel“, das im Rahmen des Abschlussfestes vorgestellt wurde. Darüber hinaus gab es am Campus Mobilitätsstationen.
CO2-Fußabdrücke berechnen, reflektieren und diskutieren
Beim Forschungsfest planten die Schüler – ausgestattet mit analogen Karten – selbst eine Route für einen möglichen Schulausflug. Sie zeichneten die Strecke ein, berechneten die zurückzulegende Entfernung, ermittelten Höhenmeter und schätzten die benötigte Zeit. Dabei wendeten sie grundlegende physikalische und mathematische Konzepte wie Geschwindigkeit, Weg-Zeit-Berechnungen und Maßstabsrechnungen an. Zudem lernten sie das Lastenfahrrad der FH St. Pölten kennen und verwendeten die Informationen dann im Rahmen einer Präsentation.„Im Rahmen von Workshops und Exkursionen thematisierten wir während des Projekts mit den Schüler:innen das Mobilitätsverhalten und dessen Auswirkungen auf Klima und Umwelt. Sie lernten verschiedene Forschungsmethoden kennen und wandten einige davon auch aktiv an. Anhand einfacher Beispiele erlernten sie etwa, CO2-Fußabdrücke zu berechnen, zu reflektieren und zu diskutieren“, erklärt Hirut Grossberger, Senior Researcher am Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung der FH St. Pölten, die das Projekt koordiniert hat.
Sozial-gesellschaftliche Aspekte von Mobilität ebenso behandelt
Auch sozial-gesellschaftliche Aspekte von Mobilität wurden im Projekt thematisiert. Die Inhalte der Workshops wurden vorab gemeinsam mit den Pädagogen individuell konzipiert und an die verschiedenen Altersstufen angepasst. In Summe waren 17 Bildungseinrichtungen involviert. Sieben Schulen aus der Region beteiligten sich direkt. Zusätzlich beteiligten sich noch drei Kindergärten und zwei Volksschulen aus Wien, zwei PTS und eine AHS aus Niederösterreich, drei Volksschulen aus der Steiermark und aus Wien sowie eine AHS aus der Steiermark.Gerüstet mit dem erworbenen Wissen führten die Schüler dann auch in ihrem näheren Umfeld Befragungen durch, was bedeutet Mobilität generell für Familienangehörige, die Nachbarschaft und Bekannte. In einem Workshop wurden die erhobenen Daten gemeinsam mit Wissenschaftler*innen ausgewertet und die Ergebnisse interpretiert. „Das Projekt richtete sich zwar hauptsächlich an Kinder und Jugendliche, erreichte durch die angewandten Methoden aber auch deren Familien und Umfeld“, so Grossberger.
Projekt CLEA – Check and Leave for Environmental Action
Das Projekt wird durch das Carl Ritter von Ghega Institut für Integrierte Mobilitätsforschung an der FH St. Pölten geleitet. Partner sind das Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung, das Institut für Creative\Media/Technologies sowie aus der Wirtschaft Goodville Mobility e.U. und die Königreich der Eisenbahnen GmbH.Die Partnerschulen waren : Allgemeine Sonderschule Hainfeld, Allgemeine Sonderschule Traisen, BG/BRG Lilienfeld, BG/BRG St. Pölten Josefstraße, NMS Theodor Körner St. Pölten, Volksschule Hainfeld und Volksschule Traisen. Durchgeführt wird das Projekt im Rahmen des Talente Regional-Programms der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG und des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI).
Die Europäische Zentralbank und ihre Beschlüsse

Anfang April genehmigte der EZB-Rat den Jahresbericht 2024 der EZB. Finanzmarktinfrastrukturen, Zahlungsverkehr, Rechtsregularien und Sicherheit, Governance und die Bankenaufsicht als zentrale Schwerpunkte.
Am 11. April 2025 genehmigte der EZB-Rat den Jahresbericht 2024 der EZB. Der Bericht wurde sodann dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments vorgelegt und am 28. April 2025 in 23 Amtssprachen der Europäischen Union auf der Website der EZB veröffentlicht. Der Jahresbericht beinhaltet mehrere Schwerpunkte und dazu gehört auch das Thema Finanzmarktinfrastrukturen und Zahlungsverkehr mit einem gesonderten Fokus auf das Sicherheitenmanagementsystem des Eurosystems.
Qualität von statistischen Daten für den Euroraum
Der EZB-Rat nahm den aktuellen Stand des Projekts zum Sicherheitenmanagementsystem des Eurosystems (Anm. Eurosystem Collateral Management System/ECMS) zur Kenntnis. Dem letzten und aktuellen Update (Anm. vom Februar) zufolge schreitet das Projekt im Einklang mit dem Projektplan und dem für die Inbetriebnahme vorgesehenen Termin voran.
Die Ergebnisse der in allen Funktionsbereichen durchgeführten Tests zeigten jedoch, dass noch ein paar Herausforderungen bestehen. In dem alle zwei Jahre erscheinenden Bericht wird die Qualität von statistischen Daten für den Euroraum anhand der folgenden Kriterien analysiert : a) Stichhaltigkeit der Methode, b) Aktualität, c) Verlässlichkeit und Stabilität, d) interne Konsistenz und e) externe Konsistenz/Kohärenz mit anderen vergleichbaren Statistikbereichen.EZB-Bankenaufsicht
Ein sehr relevanter Themenbereich betrifft die Bankenaufsicht. Die Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) zu internen Strategien, Verfahren und Kontrollen, die die Umsetzung restriktiver Maßnahmen der Union und der Mitgliedstaaten sicherstellen, sind die zentralen Kriterien. In den Leitlinien werden gemeinsame EU-Standards für die Governance-Regelungen sowie die Strategien, Verfahren und Kontrollen festgelegt, über die Finanzinstitute verfügen sollten, damit sie die Regelungen für restriktive Maßnahmen einhalten können.„Die gemeinsamen Standards sollen eine Vereinheitlichung bewirken, da sich die Erwartungen der zuständigen Behörden an die Finanzinstitute im Hinblick auf die Einhaltung der restriktiven Maßnahmen erheblich unterscheiden, auch wenn diese Maßnahmen auf EU-Ebene festgelegt werden“, so die EZB in einer Aussendung. Der gesamte Bericht wurde sodann dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments EU-Parlaments vorgelegt und Ende April wurde der gesamte Bericht in 23 EU-Amtssprachen auf der Website der EZB veröffentlicht.
Seltene Erden in Tulln

Neues Forschungsprojekt am Institut für Umweltbiotechnologie in Tulln zu Recyclingverfahren für Seltene Erden. Wichtiges Basismaterial für Smartphones oder Laptops wird primär durch Abbau gewonnen, nachhaltige Verfahren zur Rückgewinnung gibt es kaum.
Um neue Recyclingverfahren für sogenannte „Seltene Erden“ zu entwickeln, hat die Universität für Bodenkultur Wien am Institut für Umweltbiotechnologie in Tulln das Forschungsprojekt REEaLIGN ins Leben gerufen. Seltene Erden sind essenziell für den Hightech-Bereich, beispielsweise in Smartphones, Laptops, LED-Leuchtmitteln oder auch Elektromotoren. Aktuell werden diese wertvollen Rohstoffe hauptsächlich durch Abbau gewonnen, doch gibt es kaum effektive Recyclingmethoden, um den steigenden Bedarf zu decken.
Nachhaltige und wirtschaftliche Verfahren zur Rückgewinnung
REEaLIGN zielt daher darauf ab, nachhaltige und wirtschaftliche Verfahren zur Rückgewinnung dieser Metalle zu entwickeln.Der Recyclingprozess für Seltene Erden ist bisher technisch anspruchsvoll und entsprechend teuer, da die Metalle in den Geräten nur in geringen Konzentrationen vorkommen. Im Vergleich dazu werden Metalle wie Aluminium oder Kupfer bereits mit hohen Recyclingquoten von über 50 Prozent wiederverwertet, während bei Seltenen Erden weniger als ein Prozent recycelt wird. Der Name „Seltene Erden“ resultiert daher, da diese Elemente in der Erdkruste häufig vorkommen, jedoch meist in kleinen, verstreuten Lagerstätten, was die wirtschaftliche Gewinnung erschwert.Kombination der Methoden Biolaugung, Biosorption und Bioakkumulation
Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines innovativen Recyclingverfahrens, das die Methoden Biolaugung, Biosorption und Bioakkumulation kombiniert. Dieser dreistufige Prozess umfasst die Herstellung eines Metallextrakts aus Elektroschrott, die Entfernung von Metallen wie Eisen, Kupfer und Aluminium sowie die Rückgewinnung der Seltenen Erden. Das Verfahren soll umweltfreundlich, effizient und nachhaltig sein, ohne schädliche oder giftige Stoffe zu verwenden oder problematische Abfälle zu produzieren.Innovationen für den Markt denken

Niederösterreich ist ein Wissenschaftsland geworden. Die aktuellen Prämierungen beim „tecnet accent Innovation Award“ zeigen einmal mehr umfangreiche und inhaltlich breite Innovationskraft junger Forschender.
Letzten Donnerstag wurde der „tecnet accent Innovation Award“ der Universität für Weiterbildung Krems im Milleniumssaal des Landhauses verliehen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte im Rahmen der Veranstaltung die zentrale Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für Niederösterreich und zeichnete drei Projekte aus dem Gesundheitsbereich aus. Die Veranstaltung bot auch Gelegenheit für einen Blick auf die eindrucksvolle Entwicklung von Niederösterreich zu einem auch international beachteten Forschungs- und Wissenschaftsstandort.
Von Donau Uni Krems über MedAustron und ISTA bis zum neuen Wissenschaftscampus Hainburg
„Wir waren uns damals schon bewusst, Niederösterreich ist ein Land, das über keine Rohstoffe verfügt, aber wir haben auf alle Fälle viele junge Talente und kluge Köpfe und deswegen war es richtig und notwendig in den gesamten Bereich der Wissenschaft und Forschung zu investieren“, erinnerte Johanna Mikl-Leitner, Landeschefin von Niederösterreich, an die Anfänge der Wissenschaft in Niederösterreich.„Mittlerweile können wir sagen : ja, Niederösterreich ist zu einem Wissenschaftsland geworden, das wir immer weiter ausbauen“, verwies Mikl-Leitner etwa auf (auch) internationale Leuchtturmprojekte wie das MedAustron in Wiener Neustadt, das ISTA in Klosterneuburg oder an den künftigen Wissenschaftscampus in Hainburg. Nukleus für all diese überaus erfolgreichen Aktivitäten waren die positiven Erfahrungen im Rahmen der Gründung und Umsetzung der Donau Uni Krems.
Drei Projekte aus dem Gesundheitsbereich
Es geht aber auch darum dieses neue Wissen in die wirtschaftliche Umsetzung zu bringen. „Schön ist, dass wir heute drei Projekte in den Mittelpunkt stellen, die aus dem Gesundheitsbereich kommen“, so Mikl-Leitner und erinnerte zugleich an die laufende Gesundheitsreform im Land, mit dem Ziel neue Strukturen zu schaffen und die Gesundheitsversorgung nachhaltig auf höchstem Niveau garantieren zu können. „Mit dem Award würdigen wir nicht nur herausragende Forschende, sondern auch die Institutionen und ihre Bedeutung für die Gesellschaft“, ergänzte Viktoria Weber, Vizerektorin für Forschung und nachhaltige Entwicklung an der Uni für Weiterbildung Krems.Ziel des Wettbewerbs ist der Transfer wissenschaftlicher Ideen in praktische Anwendungen – auch ohne fixen Businessplan. „Wir wollen junge Forschende ermutigen, ihre Innovationen für den Markt zu denken“, sagt Doris Agneter, Geschäftsführerin der tecnet equity Niederösterreich. „Seit der Gründung 2009 haben bereits rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Coachings und Wettbewerben teilgenommen. Wir wollen junge Forschende ermutigen, ihre Innovationen für den Markt zu denken“, betont sie die Entwicklung.
KI-basiertes Verfahren im Röntgenbereich und präzise Erfassung von Geruchsstoffen
Den ersten Preis beim aktuellen Bewerb erhielt Kenneth Chen von der Universität für Weiterbildung Krems. Er entwickelt ein KI-basiertes Verfahren zur automatisierten Erkennung von Beinachsenabweichungen auf konventionellen Knie-Röntgenbildern. Das neue System soll künftig eine präzisere Diagnostik ermöglichen – ohne zusätzlichen Aufwand in der Bildgebung.Zwei zweite Plätze gingen an innovative Projekte aus Sensorik und Biotechnologie. Einmal Juan A. Allegretto von der Danube Private University, der mit einer neuartigen Plattform zur präzisen Erfassung von Geruchsstoffen überzeugte. Die optischen Sensoren könnten zukünftig in der Lebensmittelkontrolle, im Umweltmonitoring oder bei der medizinischen Diagnostik Anwendung finden. Und dann Adrian Lendvai vom IMC Krems, der gemeinsam mit einem interdisziplinären Team an einem Peptid forscht, das das Knochenwachstum fördert und die Integration von Implantaten beschleunigen soll.