Ein möglichst ewiges Leben

Menschen hadern seit jeher mit der Vergänglichkeit des oder zumindest eines Lebens. Früher wurde der Jungbrunnen gesucht, heute investieren Milliardäre in die Kontrolle des Alterns und Autokraten lassen medizinische Wundermittel erproben. Eine Historikerin der ÖAW ordnet nun die Sehnsucht nach der Verlängerung des irdischen Daseins ein.
Das sogenannte Longevity ist schon länger eine Art Trend. Libertäre Tech-Milliardäre wie Peter Thiel (58) investieren in die Kontrolle des Alterns, Autokraten wie Wladimir Wladimirowitsch Putin (73) lassen medizinische Mittel entwickeln und sich medizinisch abschirmen. Und schon Hippokrates (geb. 460 vor Christus) empfahl laut Überlieferungen Maßhalten, Bewegung und eine bewusste Ernährung auch unter Verwendung von Heilpflanzen für ein möglichst langes Leben.
Eine der berühmtesten Erzählungen des alten Orients
Die Sehnsucht nach einer Verlängerung des Lebens oder besser des irdischen Daseins ist sehr oder thematisch besser passend sogar mehr als uralt. Die Historikerin Daniela Angetter-Pfeiffer vom Austrian Center for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) forscht zu diesem Thema und liefert nun eine historische Einordnung des Hypes um Longevity, vulgo Langlebigkeit. „Der Wunsch nach Langlebigkeit ist so alt wie die Menschheit selbst“, sagt Daniela Angetter-Pfeiffer. So weit, so epochal – die Erkenntnis.
Eines der frühesten Zeugnisse findet sich im Gilgamesch-Epos, einer der ältesten schriftlichen Dichtungen der Welt. Es ist in Babylonien entstanden und zeitlich etwa zwischen 2100 – 1600 v. Chr. anzusetzen. Darin sucht der Held Gilgamesch, König der Summerer, ein Kraut des ewigen Lebens – und verliert es wieder. Auch religiöse Texte greifen das Motiv früh auf. In der Bibel werden Gestalten wie Methusalem oder Noah mit Lebensspannen von mehreren Jahrhunderten beschrieben.
Frühen Vorstellungen von Langlebigkeit waren religiös und mythisch geprägt
Langes Leben galt früher zumeist als Belohnung für Gehorsam gegenüber Gott. „In den Büchern Mose ist immer wieder davon die Rede, dass man lange lebt, wenn man die Gebote einhält“, so Angetter-Pfeiffer. In diesem Kontext war Unsterblichkeit also weniger ein realistisches Ziel als ein moralisches oder spirituelles Ideal.
Diese frühen Vorstellungen von Langlebigkeit waren vor allem religiös und mythisch geprägt. Neben biblischen Verheißungen gab es den sagenhaften Jungbrunnen, die Suche nach einem Ort, an dem Alter und Krankheit verschwinden. Allerdings soll es nicht darum gegangen sein, Alter und Tod zu leugnen : „Longevity war immer eine Art Lebenskunst. Schon in der Antike ging es weniger darum, das Leben zu verlängern, als Körper und Geist stabil zu halten“, so die ÖAW-Historikerin.
Thema beschäftigt Menschen aller Schichten
Dazu wurden erstaunlich „praktische“ Konzepte entwickelt. Der griechische Arzt Hippokrates empfahl Maßhalten, Bewegung und eine bewusste Ernährung. Heilpflanzen spielten ebenso eine Rolle wie Fastenzeiten, was später im Christentum fest verankert wurde. „Man wusste, dass man das Altern nicht besiegen kann, sondern nur verlangsamen“, so Angetter-Pfeiffer. Das Denken war also da, dass der Mensch selbst etwas zu Gesundheit und langem Leben beitragen kann.
Daniela Angetter-Pfeiffer untersuchte auch, ob ein langes Leben früher nur den Mächtigen vorbehalten war und verneint das : „Das Thema hat Menschen aller Schichten beschäftigt“. Zwar konnten sich nur Gebildete die Schriften von Philosophen wie Aristoteles, Platon oder Seneca leisten, die Mäßigung und Selbstdisziplin predigten. Doch der Wunsch, nicht krank zu werden und möglichst gesund zu altern, sei universell gewesen. Die bäuerliche Bevölkerung konnte keine medizinischen Schriften lesen, aber sie kannte Heilkräuter, Fastenzeiten und die Bedeutung eines maßvollen Lebens. Das sei durch Erfahrung und Tradition überliefert worden.
Völlerei und Abführmittel und Seifenwasser als wechselnde Versprechen der Epochen
Bewegung, gesunde Ernährung, soziale Bindungen und geistige Aktivität zieht sich trotz aller Unterschiede wie ein roter Faden durch die Geschichte. Gewechselt haben die Methoden, oft auch ins Skurrile. Hippokrates empfahl etwa nur eine Mahlzeit pro Tag, möglichst fettreich. Bei Völlerei setzte er auf Abführmittel, um den Körper zu „reinigen“. Noch im 18. Jahrhundert rieten Ärzte, ein Glas Seifenwasser zu trinken, um innerlich zu „entfetten“.
Im 19. Jahrhundert kamen Naturheilverfahren wie die vom deutschen Priester Sebastian Kneipp entwickelte Kneipp-Therapie hinzu, dann Hygiene, Impfungen und schließlich die moderne Medizin. Der große Unterschied zu früher bestehe heute darin, dass Alterungsprozesse mess- und quantifizierbar geworden sind. Biomarker, epigenetische Uhren und personalisierte Medizin sind einige dieser Methoden.
Der Traum vom Sieg über den Tod und altern ist ein unvermeidlicher Prozess
„Was früher als allgemeine Widerstandskraft galt, nennen wir heute metabolische, immunologische oder neuronale Resilienz, also die Fähigkeit des Körpers, sich an Belastungen, Stress und Umwelteinflüsse anzupassen“, so die ÖAW-Forscherin Angetter-Pfeiffer. Auch ein funktionierender Stoffwechsel, eine gesunde Darm-Hirn-Achse, Bewegung sowie ausgewogene Ernährung und Mäßigung gehören dazu.
Angetter-Pfeiffer hat auch die Frage untersucht, ob es je eine Epoche gab, in der Menschen wirklich glaubten, den Tod bald besiegen zu können. „Eigentlich nicht. Seit der Antike war klar, dass Altern ein unvermeidlicher Prozess ist. Selbst in Zeiten großer medizinischer Fortschritte habe niemand ernsthaft angenommen, der Tod lasse sich abschaffen“.
Kryosauna, Biohacking, Plasmatransfusionen als neue Verpackung eines alten Traums
Auch der heutige Tech-Optimismus sei daher eher nur eine neue Verpackung eines alten Traums. Während Start-Ups Altern als „technisches Problem“ definieren, bleibt die Grundfrage dieselbe wie vor 4.000 Jahren in Mesopotamien : Wie kann der Mensch dem Verfall entkommen ? Vielleicht liegt die nüchternste Antwort ebenfalls in der Geschichte. Longevity, so Angetter-Pfeiffer, sei „kein Versprechen auf Unsterblichkeit, sondern der Versuch, die Jahre, die wir haben, möglichst gesund zu leben.“
Also : Kryosauna, Biohacking, Plasmatransfusionen junger Spender und die via Social Media verbreiteten Siegeszüge gegen Alter und Tod von Tech-Millionären wie Bryan Johnson sind modern-aktuelle Formen im Streben nach einem möglichst langen irdischen Dasein. „Die Sehnsucht, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen, begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden“, resümiert Historikerin Daniela Angetter-Pfeiffer vom Austrian Center for Digital Humanities der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). (red/czaak)
Alternativen zum Tierversuch

TU Wien entwickelt neues 3D-Druck-Verfahren zur Herstellung von biologischem Gewebe. Ein Anwendungsgebiet ist etwa die Forschung an Hautkrankheiten. Neue Methode soll dabei auch die mehrfach schwierigen Tierversuche ersetzen.
Rund ein Viertel der europäischen Bevölkerung leidet unter chronisch entzündlichen Hautkrankheiten wie Psoriasis, Neurodermitis oder Akne. Therapien dafür zu erforschen ist oft schwierig. Die schon einmal ethisch problematischen Tierversuche liefern vielfach keine guten Ergebnisse, weil sich tierische Haut anatomisch und im Immunverhalten oft stark von menschlicher Haut unterscheidet.
Auf der Suche nach dem passenden Hautmodell
Es braucht daher neue Modelle zur Erforschung von Hautkrankheiten und hier kann 3D-Druck mit Biomaterialien Abhilfe schaffen. Die TU Wien forscht schon länger rund um diese Thematik und zeigte nun aktuell anhand mehrerer Hautkrankheiten, dass sich 3D-gedrucktes Gewebe in der Dermatologie mit großem Erfolg einsetzen lässt.„Wir bauen aus lebenden Zellen, Biopolymeren und weiteren Materialien Schicht für Schicht ein dreidimensionales Gewebe auf. Aus Zellen und einem Hydrogel wird eine dickflüssige „Bio-Tinte“ erzeugt, die dann in kleinen Tropfen aufgetragen wird, ähnlich wie Farbe in einem Tintenstrahldrucker“, erklärt Georg Stary von der Uniklinik für Dermatologie der Med Uni Wien.
Wahl des Hydrogels und der Zelltypen entscheidend
Entscheidend für den Erfolg des Modells ist die Wahl des Hydrogels und der Zelltypen. Je nachdem, wofür das Hautmodell verwenden werden soll, braucht es speziell designte Bio-Tinten. In den 3D-Druckern der TU Wien entstanden auf kontrollierte, präzise reproduzierbare Weise Hautmodelle, an denen dann unterschiedliche Krankheiten studiert werden konnten.
„Wir haben psoriatische Modelle entwickelt, die T‑Zellen enthalten. Das sind die Immunzellen, die bei Psoriasis eine chronische Entzündung auslösen“, sagt Andrea Gabriela Ulloa-Fernández (TU Wien). „An diesen Modellen kann man studieren, wie die Struktur auf bestimmte Medikamente reagiert.“
Test von entzündungshemmenden Substanzen
Auch Entzündungsmodelle konnten mit der 3D-Druck-Methode hergestellt werden, um entzündungshemmende Substanzen zu testen. Sogar Strukturen mit Blutgefäßen sollen sich erzeugen lassen, etwa um vaskuläre Schäden bei Diabetes zu studieren.„Mit unserer Methode können wir gezielt definieren, welche Form die extrazelluläre Matrix haben soll, in der sich die Zellen anlagern und vermehren“, sagt Ulloa-Fernández. „Wir hoffen, mit unseren künstlichen Hautmodellen die Forschung an einer breiten Palette von Hautkrankheiten nun einen entscheidenden Schritt voranzubringen.“ (red/cc)
Ökonomische Nachhaltigkeit bei kritischen Rohstoffen

Metalle und Stahlprodukte werden in großen Volumina für verschiedenste Erzeugungen benötigt. Rohstoffe auf wenige Herkunftsgebiete beschränkt. Herstellung energieintensiv und Recyclingquote niedrig. Neues Förderprogramm von SPRIND adressiert neue Kreislaufmodelle.
Kritische Metalle sind zentraler Bestandteil der verschiedensten Herstellungsverfahren und betriebsübergreifenden Produktionsketten. Die Anwendungen erstrecken sich von Hightech-Endprodukten und erneuerbaren Energietechnologien über die Luft- und Raumfahrt bis hin zur Elektronik und modernen Fertigung. Parallel ist der Zugang zu den dafür benötigten Rohstoffen nur auf wenige Länder beschränkt. Trotz dieser Schlüsselrolle in industriellen Produktionsprozessen und verwandten Lieferketten ist die Recyclingquote für kritische Rohstoffe erschreckend niedrig.
SPRIND, deutscher Inkubator für (schnelle) Sprunginnovation, hat nun eine neue mehrstufige Förderprogrammschiene (Anm. „Challenge“) ausgeschrieben und letzten Dezember die ersten acht Projekte für die Teilnahme an der ersten Stufe ausgewählt. Ziel der Tech Metal Transformation Challenge ist die Entwicklung und Validierung neuartiger Verfahren zur Rückgewinnung kritischer Metalle aus komplexen Abfallströmen wie Elektroschrott oder Elektronikkomponenten. Hierzu sollen biologische, chemische und physikalisch-mechanische Ansätze in einem modularen Gesamtsystem miteinander kombiniert werden.
Rückgewinnung plus neue, funktionale Verbindungen oder nanostrukturierte Materialien
Dabei geht es nicht nur um die Rückgewinnung einzelner Metalle, sondern um die Herstellung neuer, funktionaler Verbindungen, Legierungen oder nanostrukturierter Materialien mit gezielter und direkter industrieller Anwendbarkeit. Die Challenge zielt auf eine radikale Neuausrichtung der bisherigen Logik des Metallrecyclings und das heißt weg von klassischen Primärpfaden wie Hochtemperatur-Schmelzverfahren oder unspezifischen Laugungsprozessen hin zu hochselektiven, zirkulären Verfahren mit minimalem Energie- und Chemikalieneinsatz.
Durch neuartige biologische oder molekulare Trenn- und Umwandungsverfahren, könnten künftig auch bislang als technisch oder wirtschaftlich nicht recycelbar geltende gemischte oder fein verteilte Metalle zurückgewonnen werden. Dieser Ansatz soll dann auch bestehende Recyclingprozess grundlegen transformieren. Eine weitere Zielsetzung ist ein integratives Prototypen-System, das den Metallbestand von mindestens zwei komplexen Elektroschrott-Produkten in funktionale, marktfähige Metall-Produkte transformiert.
Drei Stufen in drei Jahren mit Geldern von bis zu 1,5 Mio. und bis hin zu 2,5 Mio. Euro je Team
Die SPRIND Challenge erstreckt sich über drei Jahre in drei Stufen. Eine Jury aus weltweit anerkannten Expert:innen unterstützt das Team von SPRIND bei der Bewertung der Bewerbungen und wählte im Dezember 2025 acht Teams für die Teilnahme an der ersten Stufe aus. SPRIND bietet in jeder Stufe der Challenge neben finanziellen Mitteln auch eine intensive und individuelle Unterstützung und direktem Zugang zu einem Netzwerk von Experten und potentiellen Kooperationspartnern.
Bei den Finanzmitteln können Teams in dieser ersten Stufe bis zu 1.500.000 Euro (zzgl. MwSt.) erhalten. Nach jeder Stufe prüft die Jury die Zwischenergebnisse und bewertet, welche Teams das größte Sprunginnovationspotential aufweisen. Bis zu sechs Teams erreichen dann die zweite Stufe, wo Förderung von bis zu 2.000.000 Euro (zzgl. MwSt.) pro Team vorgesehen sind. Für bis zu vier Teams, die in die dritte Phase übergehen, stellt SPRIND bis zu 2.500.000 EUR (zzgl. MwSt.) zur Verfügung, um die weitere Entwicklung und Implementierung zu unterstützen.
WEEEfficient mit innovativen Technologien für das Recycling von Elektronikschrott
Zu den nunmehr ausgewählten Projekten gehört WEEEfficient aus dem Umfeld des Helmholtz Zentrum Dresden Rossendorf (HZDR), wo es um zukunftsweisende Technologien für das Recycling von Elektronikschrott geht. Der Fokus liegt auf der Entwicklung und Etablierung eines modularen, skalierbaren Verfahrens, das nicht nur Edelmetalle zurückgewinnt, sondern auch die Rückgewinnung strategischer Rohstoffe wie Tantal, Gallium und Seltene Erden ermöglicht, welche bei herkömmlichen Verfahren derzeit verloren gehen.
WEEEfficient konzentriert sich auf die Engpässe der heutigen Recyclingindustrie und soll bestehende Systeme ergänzen und verbessern. Der Prozess kommt Angaben zufolge ohne hochtemperierte Verhüttung oder konventionelle Hydrometallurgie aus. Stattdessen basiert er auf einer energiesparenden Kombination aus Biotechnologie und innovativer Mineralverarbeitung, wodurch die Umweltbelastung minimiert wird. Mit Unterstützung des HZDR bereitet das Team nun die Ausgründung vor und entwickelt die Technologien zu marktreifen Pilotanlagen weiter.
Analyse und Sortierung von Abfallstoffen mittels KI & Deep-Sensor-Technologie bei Projekt WeSort.AI
Zweites ausgewähltes Projektteam ist WeSort.AI, ein innovatives Technologieunternehmen, das sich auf Systeme zur präzisen Analyse und Sortierung von Abfallstoffen mithilfe künstlicher Intelligenz und modernster Deep-Sensor-Technologie spezialisiert hat. Im Zentrum steht eine KI-gestützte Sortiertechnologie, welche die effiziente Trennung von Materialien wie Batterien und Elektronikschrott ermöglichen soll und damit können dann wertvolle kritische Rohstoffe zurückgewonnen werden. Dies trägt erheblich dazu bei, die strategische Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen zu verringern.
WeSort.AI wurde bereits mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet und setzt seine ersten Sortiersysteme erfolgreich bei Partnern wie PreZero ein. „Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass eine echte Kreislaufwirtschaft nur durch eine ordnungsgemäße Abfallsortierung erreicht werden kann, und engagiert sich leidenschaftlich für dieses Ziel“, so SPRIND in der Beschreibung des Projektes.
BIOPEPLEACH mit biohybrider Plattform für nachhaltige Rückgewinnung hochreiner Seltenerdeelemente
Das dritte nominierte Team heißt BIOPEPLEACH. Hier geht es um die Entwicklung einer biohybriden Plattform für die nachhaltige Rückgewinnung hochreiner Seltenerdelemente aus komplexen Abfallströmen. Das Team kombiniert dafür aus industriellen Nebenströmen gewonnene Bio-Säuren mit hochselektiven metallbindenden Peptiden, um Seltenerdelemente mit hoher Reinheit und Ausbeute biologisch auszulagern, einzufangen und zurückzugewinnen.
„Diese einzigartige Kombination aus abfallbasierter Bio-Säure-Chemie und Peptidselektivität bietet einen neuen technologischen Weg, der über die konventionelle Hydrometallurgie hinausgeht und den Chemikalienverbrauch drastisch reduziert, während gleichzeitig eine sauberere und kreislauffähigere Metallrückgewinnung ermöglicht wird“, so ein Auszug aus der Projekt-Beschreibung. Das BIOPEPLEACH-Team selbst basiert auf der BIOWEG GmbH und der TU Berlin, die gemeinsam diese Bio-Säure-Peptid-Plattform zur Rückgewinnung von Seltenerdmetallen entwickeln und skalieren.
Umfassende Behandlung vorsortierter Leiterplatten und Displaymodule aus ausgedienten Smartphones bei Projekt CMETRE
Projekt Nummer vier ist das CMETRE-Team (Critical METals Recovery from E‑Waste) von der Grensol AG (Schweiz). Hier geht es um eine innovative Lösung für die umfassende Behandlung vorsortierter Leiterplatten und Displaymodule aus ausgedienten Smartphones. Die Anwendung kombiniert dabei nahtlos die physikalische Abtrennung kritischer Metalle mit gezielten chemischen Prozessen.
Damit sollen nicht nur die Metalle zurückgewonnen werden, die üblicherweise durch Kupferschmelzen extrahiert werden, sondern auch leichte und schwere Seltene Erden sowie für die Elektronik wichtige kritische Metalle wie Gallium, Antimon und Bismut. Dieser Ansatz soll das Spektrum der aus Elektronikabfällen rückgewinnbaren Materialien erheblich erweitern. Das Team arbeitet eng mit dem Worcester Polytechnic Institute (WPI), der ETH Zürich und der HEIG-VD zusammen.
E‑Murgy mit skalierbaren und elektrifizierten metallurgischen Verfahren zur selektiven Rückgewinnung kritischer Metalle
Der Name des fünften Projektes lautet E‑Murgy. Hier geht es um die Entwicklung von skalierbaren und elektrifizierten metallurgischen Verfahren zur selektiven Rückgewinnung kritischer Metalle aus verschiedenen Altabfallströmen. Durch die elektrochemische Regenerierung von Reagenzien mit erneuerbarer Energie verringern die neu entwickelten Technologien den Bedarf an umweltbelastenden, nicht recycelbaren Chemikalien.
„E‑Murgy verfolgt eine Philosophie der integrativen Disruption und entwickelt elektrometallurgische Verfahren, die vollständig im Rahmen der wässrigen Metallurgie arbeiten und dennoch deutliche Verbesserungen in Bezug auf Selektivität, Effizienz und die Herstellung hochwertiger Funktionsprodukte erzielen“, so die Beschreibung. Operativ erzeugen modulare elektrochemische Reaktoren mehrere (sog.) Redox-Reagenzien, die in etablierte metallurgische Verfahren eingespeist werden. Und das verwirklicht den disruptiven Ansatz der entkoppelten Elektrometallurgie.
Maßgeschneiderte Plattform für maschinelles Lernen bei Projekt LanthaGen Bio
LanthaGen Bio Ltd ist ein Biotechnologieunternehmen aus Manchester und das sechste auserkorene Projekt (Anm. LanthaCycle). Mittels einer maßgeschneiderten Plattform für maschinelles Lernen sollen biologische Systeme zur Rückgewinnung kritischer Metalle aus komplexen Abfallströmen, wie etwa Elektroschrott, entwickelt werden.
An der Schnittstelle von Biologie und KI will das Unternehmen die selektive Abscheidung kritischer Metalle ermöglichen, und das ohne den Einsatz von Lösungsmitteln und mit deutlich reduzierten CO₂-Emissionen. Eine europaweite Kreislaufwirtschaft mit geringerer Umweltbelastung ist die weitere Zielsetzung von LanthaGen Bio Ltd.
DESycle-Team mit Entwicklung einer Plattform für zirkuläre Metallurgie
Projekt Nummer sieben kommt vom DEScycle-Team. Hier geht es um die Entwicklung einer Plattform für zirkuläre Metallurgie und damit soll eine hocheffiziente und emissionsarme Rückgewinnung kritischer und strategischer Metalle aus Altprodukten und komplexen Industrieabfällen ermöglicht werden. Primär geht es um die Kombination einer neuen Klasse grüner Chemie mit innovativen chemischen Verfahren und fortschrittlichen Trenntechniken.
Damit will DEScycle herkömmliche Hochtemperatur- und kohlenstoffintensive Rückgewinnungsverfahren durch eine geschlossene, chemiebasierte Alternative ersetzen. „Durch die Skalierbarkeit, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und echte Kreislaufwirtschaft des Metallrecyclings verwandelt DEScycle Haushaltsabfälle in eine heimische Metallversorgung für die Energiewende“, so ein Auszug aus der SPRIND-Beschreibung.
Gezieltes Bioleaching, Biosorptions- und Biomineralisierungen zur Abscheidung gelöster Metalle bei Projekt BioXtract
Beim letzten nominierten Projekt BioXtract geht es um die Verwendung von präziser Biogeochemie, um komplexe Abfälle gezielt in hochwertige Metallressourcen umzuwandeln. Das Team hat sich zum Ziel gesetzt, die Metallrückgewinnung neu zu definieren, indem es sich die grundlegenden Regeln zunutze macht, die den natürlichen biogeochemischen Kreislauf von Metallen bestimmen. Im Mittelpunkt der BioXtract-Technologie steht die Nachahmung und Verstärkung von Prozessen, die den Metallkreislauf der Erde seit Milliarden von Jahren prägen – aber nun auf moderne Abfallströme angewendet.
Im Verfahren selbst geht es um die Kombination von mikrobiell vermittelten Redoxreaktionen für gezieltes Bioleaching, Biosorptions- und Biomineralisierungen zur Abscheidung gelöster Metalle und zudem um eine chemisch anpassbare, schrittweise Desorption, um einzelne Zielmetalle auf ressourceneffiziente Weise selektiv zu isolieren. „Der Ansatz zeichnet sich durch hohe Selektivität und Präzision, ein modulares und anpassungsfähiges Systemdesign sowie einen umweltverträglichen Prozess aus, der unter milden Bedingungen mit minimalem Chemikalieneinsatz abläuft“, so die Beschreibung.
Kostengünstigere, skalierbare und nachhaltigere Alternative zu herkömmlichen Metallrückgewinnung
Auch das Team von BioXtract wird gesondert gelobt : „Mit fundiertem Fachwissen in den Bereichen Biogeochemie, Mikrobiologie, Mineralogie, Verfahrenstechnik und Modellierung schlägt das BioXtract-Team eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung, um ungenutzte Quellen wichtiger Rohstoffe zu erschließen und Abfall in eine strategische Ressource zu verwandeln.“
Final geht es um „eine kostengünstigere, skalierbare und nachhaltigere Alternative zu herkömmlichen Technologien zur Metallrückgewinnung“. Und diese finale Zielsetzung eint dann auch alle acht aktuell ausgewählten Projekte der neuen SPRIND-Challenge, wo auf jedes Team bis zu 1,5 Mio. Euro in der ersten Projekt-Stufe und bis zu 2 Mio. Euro in der zweiten und schließlich bis zu 2,5 Mio. Euro in der dritten Stufe warten. (red/czaak)
Digitale Exzellenz trifft wissenschaftliche Exzellenz

Niederösterreichisches Institute of Science and Technology Austria (ISTA) erhält von Uber-Mitbegründer Garett Camp Spende über fünf Millionen Euro. Im Fokus stehen neue Forschungen zu KI im engen Kontext mit den Themen menschenzentrierte Vertrauenswürdigkeit und gesellschaftliches Gemeinwohl.
Das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg (NÖ) hat vom kanadischen Unternehmer Garret Camp, ein Mitbegründer der Fahrdienst-App Uber, eine Spende in Höhe von fünf Millionen Euro erhalten. Mit diesen Mitteln soll KI als vertrauenswürdige, menschenzentrierte Technologie zum Wohle der Gesellschaft weiter erforscht werden.
„Das ist ein großartiger Erfolg für das ISTA. Die Spende des Uber-Mitbegründers Garrett Camp unterstreicht das Potenzial des Wissenschaftslandes Niederösterreich und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freuen sich Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).
Erste Spende des kanadischen Unternehmers an europäisches Institut
Die Unterstützung für die wissenschaftliche Vorzeigeeinrichtung ist die erste Spende des kanadischen Unternehmers an ein europäisches Institut. Garrett Camp besuchte den ISTA-Campus, um die Spendenvereinbarung mit Martin Hetzer, ISTA-Präsident, und Georg Schneider, Managing Director zu unterzeichnen.
„Die Unterstützung des ISTA ist eine Investition in eine Gemeinschaft, die brillante Köpfe aus der ganzen Welt zusammenbringt, um vertrauenswürdige KI im Sinne der Menschheit weiter voranzutreiben. Es geht um das Wachstum von Innovationen, dies aber gemeinsam mit Integrität, Transparenz und Respekt für menschliche Werte“, unterstreicht Garrett Camp sein Engagement.
Niederösterreich als auch international beachteter Wissenschaftsstandort
„Das ISTA kann mit dieser Unterstützung seine Grundlagenforschung im Bereich der künstlichen Intelligenz weiter ausbauen“, so Hetzer. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits vorhandene und mehrfach ausgezeichnete Expertise des ISTA in den Bereichen Computerwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften. „Die Spende ist ein weiterer Beweis dafür, dass die exzellente Arbeit der Forscherinnen und Forscher am ISTA weltweite Anerkennung erfährt“, ergänzt Johanna Mikl-Leitner.
Niederösterreich hat sich in der Tat zu einem international beachteten Wissenschaftsstandort entwickelt. Mit der Donau-Uni-Krems als seinerzeitigem Nukleus, den vielen regional abgestimmten Technopol-Standorten (Anm. etwa Tulln, Wieselburg, u.w.), den Regional-Innovations-Zentren (RIZ), der Karl Landsteiner Privatuni oder dem Leuchtturm-Projekt MedAustron in Wiener Neustadt, hat Österreichs größtes Bundesland die Transformation von einem ehemals reinen Industriestandort hin zu einem regional wie ganzheitlich vernetzten Bildungsstandort erfolgreich umgesetzt.
Die Mission Nobelpreis braucht weiterhin kontinuierliche Investitionen
„Wir haben uns von einem ehemals weißen Fleck auf der Wissenschaftslandkarte zum Hotspot von Wissenschaft, Forschung und Innovation entwickelt“, bestätigt auch Landeshauptfrau Mikl Leitner. Im Rahmen der aktuellen ISTA-Veranstaltung sprach sie auch die „Mission Nobelpreis“ an, und die weiterhin konsequent getätigten Investitionen in Forschung und Wissenschaft.
„Es geht nicht um eine Medaille für das Regal, sondern um die besten Rahmenbedingungen für die besten Köpfe. Nur dort, wo Forschung und Innovation sind, siedeln sich moderne Betriebe an und entstehen die Arbeitsplätze der Zukunft“, unterstreicht Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Landeschefin von Niederösterreich.
„Wir dürfen KI nicht nur den USA und China überlassen, sondern brauchen selbst Themenführerschaft“
„Wir dürfen KI nicht nur den USA und China überlassen, sondern brauchen selbst Themenführerschaft“, ergänzte Stephan Pernkopf, LH-Stellvertreter und operativ auch für die Wissenschaft in Niederösterreich verantwortlich. Das ISTA in Klosterneuburg wurde 2009 eröffnet und hat sich zum Anziehungspunkt für Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus der ganzen Welt entwickelt. Im Zentrum stehen die Grundlagenforschung sowie das Bestreben, wissenschaftliche Erkenntnisse durch technologischen Transfer und Wissensvermittlung in die Gesellschaft zu tragen.
Aktuell hat das Institut rund 90 Forschungsgruppen und 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bis 2036 soll es auf 150 Gruppen und 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwachsen. Dazu läuft seit Anfang des Jahres die dritte Ausbaustufe (2026−2036). Ebenso heuer erfolgt ein weiterer Ausbauschritt mit dem Baustart für das siebte Laborgebäude. Dieses „Lab7“ wird Platz für rund 30 Forschungsgruppen sowie weitere gemeinsam genutzte Labore bieten. (red/czaak)
Neue Therapie bei Nierenversagen

Akutes Nierenversagen verhindert lebenswichtige Entgiftung des Körpers. Ärzte der Med-Uni Innsbruck entwickeln für Nierenersatztherapie neues extrakorporales Blutreinigungsverfahren gegen gefährliche Übersäuerung.
Die Niere ist ein lebenswichtiges Organ, das für die Entgiftung von Stoffwechselprodukten und die Aufrechterhaltung des Säure-Basen Haushaltes verantwortlich ist. Bei einem akuten Nierenversagen passiert (auch) eine schädliche Übersäuerung des Körpers. Die Behandlung erfolgt dann mittels einer kontinuierlichen Nierenersatztherapie (Anm. Hämofiltration), ein extrakorporales Blutreinigungsverfahren, das diese Funktion bei Intensivpatienten rund um die Uhr übernimmt.
Nur 60 von 100 Intensivpatienten mit Nierenersatztherapie überleben
Allein auf der Intensivstation der Uniklinik in Innsbruck sind jährlich rund 100 kritisch kranke Patient:innen auf eine derartige kontinuierliche Nierenersatztherapie angewiesen. Mediziner um Michael Joannidis (Anm. Leiter der Gemeinsamen Einrichtung für Internistische Intensiv-und Notfallmedizin) und Fabian Perschinka, haben nun Infusionen mit geänderter Zusammensetzung getestet und sie konnten damit den wichtigen Säure-Basen-Haushalt der Patient:innen besser stabilisieren.
„Wenn die Nieren versagen, würde man innerhalb kurzer Zeit sterben. Die Nierenersatztherapie auf der Intensivstation verhindert das“, sagt Joannidis von der von Herbert Tilg geleiteten Univ.-Klinik für Innere Medizin I. Die Sterblichkeit bleibt aber trotzdem hoch. Nur etwa 60 von 100 Intensivpatienten, die mit einer Nierenersatztherapie behandelt werden müssen, überleben laut Angaben.
Bei jedem extrakorporalen Verfahren muss Blutgerinnung gehemmt werden
Vor diesem Hintergrund setzten Joannidis und Perschinka beim Projekt (und Studie) bei der Gerinnungshemmung an, die gleichzeitig den Säure-Basen Haushalt kontrolliert. Bei jedem extrakorporalen Verfahren muss die Blutgerinnung gehemmt werden, andernfalls würde bei der Nierenersatztherapie der Filter verkleben.
Vor rund 20 Jahren wurde bei dieser Nierenersatztherapie erstmals statt einer systemischen Blutverdünnung mit Heparin die sogenannte regionale Gerinnungshemmung (Anm. Antikoagulation) mit Citrat eingeführt. Seit etwa zehn Jahren wird sie im deutschsprachigen Raum großflächig eingesetzt.
Weniger basische Lösung keine Gefahr für die Patient:innen
Wichtig ist noch, dass Patient:innen keinen Basenüberschuss (Anm. Alkalose) entwickeln, was zu einer erhöhten Sterblichkeit führen kann, weil sich der Sauerstofftransport und die Aktivität der körpereigenen Proteine verändern. Besser wäre also eine weniger basische Substitutionslösung.
„Wir führen mit der neuen Methode etwas weniger Basen zu, um hier gegenzusteuern“, bestätigt Michael Joannidis von der Med Uni Innsbruck. Final konnten die Mediziner zeigen, dass die weniger basische Lösung keine Gefahr für die Patient:innen darstellt und sich der pH-Wert genauso schnell normalisiert wie mit der bisherigen Methode. Insgesamt wird nun eine bessere metabolische Kontrolle und Stabilität ermöglicht.
Hinweise auf besseres Überleben
Zusätzlich zeichnet sich ein möglicher Trend zu einer reduzierten Sterblichkeit bei jenen Proband:innen ab, die zuerst die Substitutionslösung mit weniger Bicarbonat erhielten (23 Prozent gegenüber 39 Prozent). Nun ist eine multizentrische Studie geplant, in der die Wissenschaftler überprüfen wollen, ob die bessere metabolische Kontrolle auch zu einem besseren Langzeitüberleben führt.
In der Zwischenzeit kommen die Studienergebnisse den Innsbrucker Patient:innen bereits zugute. An der internistischen Intensivstation wird für die kontinuierliche Nierenersatztherapie nun bereits die offenbar besser geeignete Infusionslösung in Kombination mit der Citrat-Antikoagulation verwendet. „Das ist jetzt unsere Hauptstrategie“, sagt Michael Joannidis (Anm. Leiter der Gemeinsamen Einrichtung für Internistische Intensiv-und Notfallmedizin). (red/rucz)
Versteckte Krankheitserreger im Wasser

Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität zeigt das bis dato unerkannte Überdauern von Darmviren in Wasseramöben. Die Forscher fordern eine sofortige Neubeurteilung von Regeln und Untersuchungen zur Wassersicherheit.
Wichtige Auslöser viraler Magen-Darm-Erkrankungen können über längere Zeit in freilebenden Amöben überdauern, die in natürlichen und technischen Wassersystemen weit verbreitet sind. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL Krems) gemeinsam mit internationalen Partnern. Die Analyse ergab, dass sich sogenannte Noro- und Adenoviren in verschiedenen Entwicklungsstadien der Amöben „verstecken“ können – und danach auch weiterhin infektiös bleiben.
Gesundheitliche Belastungen durch Krankheitserreger in Wasser und Lebensmitteln
Diese Resultate legen nahe, dass freilebende Amöben als eine Art versteckter Trojaner bisher unterschätzte Reservoirs und Transportvehikel für Magen-Darm-Viren sein können. Das könnte erklären, warum bestimmte Viren in manchen Wassersystemen länger nachweisbar sind als erwartet. Und das könnte vor allem eine verfeinerte Risikobewertungen und Ableitung von Managementmaßnahmen bei der Nutzung von Wasserressourcen rechtfertigen, appellieren die Forscher der KL Krems.
Krankheitserreger in verunreinigtem Wasser und in Lebensmitteln verursachen global nach wie vor erhebliche gesundheitliche Belastungen, obwohl Trinkwasseraufbereitung und Abwasserbehandlung deutlich verbessert wurden. Das Humane Norovirus etwa ist die häufigste Ursache akuter viraler Gastroenteritis, wobei bereits wenige Viruspartikel ausreichen, um Infektionen auszulösen. Humane Adenoviren werden ebenfalls regelmäßig in Abwässern und in abwasserbelasteten Flüssen und Seen nachgewiesen.Ein Versteck im Einzeller
Klassische Konzepte der Wassersicherheit betrachten Viren vor allem als frei im Wasser schwebende oder an Partikel gebundene Einheiten. Tatsächlich konnte aber kürzlich gezeigt werden, dass auch freilebende Amöben (Anm. Einzeller in Wassersystemen, die bisher nur als Reservoir für Bakterien und andere Mikroorganismen bekannt waren) pathogene Viren beherbergen können.
Vor diesem Hintergrund untersuchte das Team des Fachbereichs Wasserqualität und Gesundheit der KL Krems gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Kanada, Asien und Australien, wie eben diese Noro- und Adenoviren in verschiedenen Amöbenarten überdauern und welchen Einfluss das auf das Infektionsrisiko durch Wasser haben könnte. “In der Wasser-Mikrobiologie kennen wir Amöben seit Langem als Wirte für Bakterien wie Legionellen. Doch ihre Rolle für menschliche Magen-Darm-Viren ist bisher erstaunlich wenig beachtet worden“, erläutert Mats Leifels, Wissenschaftler am Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit der KL Krems und Erstautor der Studie.
Die Frage der Sicherheit von etablierten Aufbereitungsverfahren
„Unsere Experimente zeigen, dass häufig vorkommende Amöben diese Viren nicht einfach verdauen und somit inaktivieren, sondern sie schützen, transportieren und im Fall des Adenovirus unterstützen sie möglicherweise sogar frühe Schritte viraler Reproduktion“, betont Leifels. Dieses Zusammenwirken von Einzellern wie Amöben und Magen-Darm-Viren verändere den Blick darauf, wie Wasser als Übertragungsweg funktioniert und wie sicher etablierte Aufbereitungsverfahren Viren tatsächlich inaktivieren können.
Um diese Fragen zu untersuchen, kultivierte das Team die humanen Noro- und Adenoviren gemeinsam mit drei freilebenden Amöbenarten (Anm. Vermamoeba vermiformis, Acanthamoeba polyphaga, Willaertia magna). Alle drei Arten kommen in realen Wassersystemen häufig vor. Bei den Versuchen zeigte sich, dass nach der Übertragung von Adenovirus-haltigen Amöben auf Zellkulturen infektiöse Viren nachzuweisen sind. Die “Passage” über die Amöben machte die Viren also nicht unschädlich. Zusätzlich wies das Team Adenovirus-mRNA (Anm. kurzlebiger genetischer Botenstoff) für die Bildung viraler Faserproteinen nach und auch das ist ein Hinweis auf eine mögliche Virusvermehrung im Amöbenwirt.
Mögliche Folgen für den Schutz von WasserGrundsätzlich sind freilebende Amöben ausgesprochen widerstandsfähig. In ihrer Ruheform, der Zyste, überstehen sie hohe Dosen gängiger chemischer Desinfektionsmittel wie etwa Chlor. Unter solchen Bedingungen werden viele andere Mikroorganismen hingegen inaktiviert. Wenn pathogene Viren von Amöben aufgenommen und mittransportiert werden, können sie daher möglicherweise einzelnen Barrieren in Aufbereitungs- und Sanitärsystemen entgehen.
Die neue Studie legt nun nahe, dass solche Amöben-assoziierten Viren nicht nur für die Trinkwassergewinnung relevant sind, sondern auch für abwasserbelastete Badegewässer und für Systeme der Wasserwiederverwendung. „Aus Sicht der mikrobiologischen Risikobewertung müssen wir freilebende Amöben als mögliche Reservoirs und Transportvehikel, also quasi „virale Trojaner“, zukünftig mitbedenken, wenn wir Aussagen über die Persistenz und ihre Effizienz der Entfernung von Wasser-übertragbaren, fäkalbürtigen Viren tätigen“, erklärt Andreas Farnleitner, Leiter des Fachbereich Wasserqualität und Gesundheit an der KL Krems. „Nur dann bilden unsere Konzepte zur Wassersicherheit die tatsächliche Komplexität realer Wassersysteme ab“, unterstreicht Farnleitner.
Konzentration auf interdisziplinäre Themenfelder mit hoher gesundheitspolitischer Relevanz
Mit Klimawandel, Urbanisierung und zunehmender Wasserknappheit wächst der Druck auf Oberflächen- und Grundwasserressourcen. Damit steigt auch der Bedarf, verborgene mikrobielle Wechselwirkungen besser zu verstehen. Die Studien-Autoren betonen, dass die vorliegenden Ergebnisse auf Labormodellen beruhen. Weitere Studien sollen nun etwa klären, welche Virusmengen in Amöben in realen Gewässern tatsächlich vorkommen. Die Forscher sehen jetzt gute Gründe, freilebende Amöben in zukünftigen Studien zur Wassersicherheit und Wasserwiederverwendung zu berücksichtigen. Außerdem brauche es Monitoring Ansätze, die zwischen wirklich inaktivierten und infektiösen Viren unterscheiden, die im Inneren von Protozoen vorkommen.Die aktuelle Studie fügt sich nahtlos in den strategischen Fokus der KL Krems ein : In ihrer Forschung konzentriert sich die Universität auf interdisziplinäre Themenfelder mit hoher gesundheitspolitischer Relevanz – darunter der Forschungsschwerpunkt Exposom & Umweltgesundheit mit den Themen Ernährungswissenschaften, Allergologie sowie Wasserqualität und Gesundheit. Mit den neuen Daten zur „Viren – Amöben-Interaktion“ wollen KL Krems und ihre Partnerinstitutionen Regulierungsbehörden dabei unterstützen, nachhaltige und wissenschaftlich fundierte („global-change-resistente“) Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit weiterzuentwickeln. (red/rucz, red/czaak)
Der erotische Moment

Die Alfred Kornberger Foundation eröffnet in Wiener Bäckerstrasse 9 museale Schauräume mit Schwerpunkt auf Expressionismus und Akt. Museum, Art-Shop & Galerie haben geöffnet von Di bis Fr : 11 – 18 und Sa : 10 – 13 Uhr.





Die Eröffnungsausstellung „Der erotische Moment“ mit retrospektiver Werkschau von Aktmotiven aus dem Bestand von Alfred Kornberger-Foundation und Familie.
Die Alfred Kornberger Foundation eröffnet in der Wiener Bäckerstrasse museale Schauräume mit dem Schwerpunkt auf Expressionismus und Akt in der zeitgenössischen und modernen Kunst. Im Zentrum stehen KünstlerInnen und Werke aus Österreich, in regelmäßigen Abständen werden auch internationale Positionen gezeigt.Alfred Kornberger (Wien 1933 bis 2002 Wien) war Meisterschüler an der Akademie der bildenden Künste in Wien und gilt als einer der bedeutendsten Expressionisten in der österreichischen Kunst nach 1945. Ob seiner obsessiven Auseinandersetzung mit dem weiblichen Akt und seiner zeichnerischen Qualität wird Kornberger von Kunsthistorikern und Kuratoren immer wieder auf eine Ebene mit Egon Schiele gesetzt.
Alfred Kornberger verstarb 2002 und 2016 folgte ihm seine Frau Nevenka. Der Nachlass regelte die Gründung der Alfred Kornberger Foundation und damit die weitere Aufarbeitung des in Summe rund 4.000 Werke umfassenden Œvres. Die neuen musealen Schauräume zeigen in regelmäßigen Abständen Auszüge aus Kornbergers-Werk und dazu passende Positionen anderer KünstlerInnen im Bereich Expressionismus und Akt.
Museum, Art-Shop & Galerie haben geöffnet von Di bis Fr : 11 — 18 Uhr und Sa von 10 — 13 Uhr. Alfred Kornberger Foundation ; Bäckerstrasse 9 in 1010 Wien.
4.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze und standortrelevante Unternehmen schreiben offenen Brief an Regierung

Die Chemische Industrie kämpft schon länger mit enormen Belastungen. Nun sollen weitere hinzukommen und gleichzeitig werden (nur) dieser Branche Kompensationen verwehrt. Economy hat das nachfolgende Schreiben von standort-relevanten Chemie-Unternehmen an die Bundesregierung erreicht.
Zum besseren Verständnis des offenen Briefes an die Österreichische Bundesregierung eine kurze Erläuterung der aktuellen Situation : Auf Grund der bevorstehenden Verschärfungen bei den CO2-Reduktionszielen sowie der Tatsache, dass Angaben zufolge weder ausreichend grüner Strom noch Wasserstoff zur Verfügung stehen und die chemische Industrie von der Strompreiskompensation ausgenommen ist, fordern die Unternehmen des Chemieparks Linz dringend wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.
Damit soll das Überleben der chemischen Industrie gesichert werden — bei einem gleichzeitig realistischen und erfolgreichen Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft. Economy publiziert das Schreiben 1:1 im erhaltenen Wortlaut.
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrte Damen und Herren der Bundesregierung, sehr geehrte Damen und Herren des Parlaments !
Der Chemiepark Linz beheimatet acht produzierende Industrieunternehmen mit über 4.000 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese acht Unternehmen investieren jedes Jahr bis zu 200 Millionen Euro, die überwiegend österreichischen Zulieferbetrieben zugutekommen und so zusätzliche Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette sichern. Der Exportanteil des Chemieparks liegt deutlich über 80 Prozent und macht den Standort zu einem wichtigen Wirtschaftsmotor der Region.
Der in Österreich einzigartige Unternehmensverbund ermöglicht einen außergewöhnlich effizienten Einsatz von Energie und Rohstoffen : Die Abwärme einer Anlage dient als Energiequelle für die nächste Anlage, Rohstoffe und Hilfsmedien werden standortübergreifend geteilt. Diese Synergien sichern nicht nur unsere Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Markt, sondern leisten auch einen bedeutenden Beitrag zur CO2-Reduktion, Ressourcenschonung und zum aktiven Umweltschutz.
Energiekosten 15 Prozent über Deutschland und 300 Prozent über US-Niveau
Trotz der großen Vorteile des Anlagenverbunds in Linz belasten hohe Energiepreise und Investitionskosten für klimafreundliche Technologien, sowie strenge Umweltauflagen österreichische Unternehmen so massiv, dass diese im internationalen Wettbewerb zunehmend nicht mehr konkurrenzfähig sein können. Darüber hinaus wird die Situation durch die Insolvenz des Standortunternehmens ESIM Chemicals und Produktionsschließungen der Firmen Novoflor und Solmax weiter verschlechtert.
Die bevorstehenden strikten CO2-Reduktionsziele bedrohen die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Chemieparks in zweifacher Hinsicht. Einerseits verschärfen sich die Rahmenbedingungen dramatisch : Die geplante Abschaffung der kostenlosen Emissionszuteilungen bedroht die wirtschaftliche Existenz mehrerer Unternehmen und damit den gesamten kosteneffizienten, umweltschonenden Verbund. Gleichzeitig soll die chemische Industrie in Österreich keine Strompreiskompensation erhalten – bei Energiekosten, die bereits heute 15 Prozent über deutschem und 300 Prozent über US-amerikanischem Niveau liegen.
Drohende Verschärfungen und Forderungen
Andererseits fehlen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation : Weder ausreichend grüner Strom und Wasserstoff, noch ein marktfähiges Carbon-Management-System stehen zur Verfügung. Das Festhalten an den formulierten Zielen führt zwangsläufig zu einem Paradoxon : Eine CO2-Reduktion in Österreich durch Schließung des Chemieparks während die dringend benötigten Produkte künftig aus Regionen mit niedrigeren Umweltstandards importiert werden. Dem globalen Klimaziel ist damit nicht gedient, im Gegenteil : Es verschiebt das Problem nur und verschlechtert die weltweite CO2-Bilanz.
Die Unternehmen des Chemieparks Linz fordern daher dringend wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, die den erfolgreichen Übergang in eine klimafreundliche Wirtschaft ermöglichen. Konkret geht es darum, die freie Zuteilung von Emissionszertifikaten und die Strompreiskompensation für die chemische Industrie zu verlängern. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die klimafreundliche Transformation der bestehenden Industrieanlagen zu ermöglichen und den heimischen Standort zu sichern.
Aktive Gestaltung der industriellen Transformation durch realistische Teilschritte
Darüber hinaus ist die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen notwendig. Das Projekt „HEATLink“, bei dem ungenutzte Abwärme aus Produktionsprozessen in das Linzer Fernwärmenetz eingespeist wird, ist ein gutes Beispiel für eine volkswirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Maßnahme. Projekte dieser Art benötigen gezielte Förderinstrumente. Während Deutschland solche Vorhaben mit klarem politischen Willen und substanzieller öffentlicher Unterstützung vorantreibt, fehlt in Österreich bislang ein vergleichbares Förderinstrument.
Es ist wichtig, die Transformation der Industrie durch realistische Teilschritte aktiv zu gestalten. Viele Produktionsschritte in der chemischen Industrie lassen sich noch nicht elektrifizieren, daher braucht es Übergangsphasen, bei denen auch Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz unterstützt werden. Die Klimaziele der EU und Österreichs müssen so gestaltet werden, dass sie den spezifischen Bedürfnissen der energieintensiven und hard-to-abate Industrie gerecht werden.
Massive Gefährdung des Wirtschaftsstandortes Österreich
Das Festhalten an Klimazielen ohne Berücksichtigung ihrer praktischen Umsetzbarkeit gefährdet den Wirtschaftsstandort Österreich massiv. Deutschland hat bereits erkannt, dass ambitionierte Klimaziele nur dann sinnvoll sind, wenn sie die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie nicht untergraben. Österreich sollte diesem pragmatischen Kurs folgen – denn eine Deindustrialisierung durch unrealistische EU-Klimavorgaben schadet sowohl der heimischen Wirtschaft als auch dem globalen Klimaschutz.
Neben den hohen Energiekosten ist der bürokratische Aufwand der zweite kritische Standortfaktor. Sowohl europäische Vorgaben wie die Corporate Sustainability Reporting Directive und die Industrial Emissions Directive, als auch deren nationale Umsetzung müssen drastisch vereinfacht werden. Unternehmen sollten ihre knappen Ressourcen für Innovationen und Verbesserungen einsetzen können – nicht für ausufernde Berichtspflichten.
Abschließend unser Appell : Verankern Sie die chemische Industrie zentral in der österreichischen Industriestrategie. Sie liefert Vorprodukte für 96 Prozent aller Erzeugnisse und ist damit systemrelevant für den gesamten Industriestandort.
Mit freundlichen Grüßen, im Namen der Unternehmen des Chemieparks Linz
LAT Nitrogen Linz GmbH / Borealis Polyolefine GmbH / Patheon Austria GmbH & Co KG / Nufarm GmbH & Co KG / Takeda Austria / ESIM Chemicals GmbH / Aurorium Austria GmbH / Corza Medical GmbH.
„Europa muss sicherheitspolitisch auf eigenen Beinen stehen!“

Wiener Neustadt baut Rolle als europäisches Kompetenzzentrum für Sicherheit aus. Geopolitische Lage verdeutlicht Notwendigkeit einer unabhängigen Sicherheitsstrategie. Land Niederösterreich betont und unterstützt Standort mit internationaler Ausrichtung.
Wiener Neustadt erweitert seine Bedeutung als europäisches Kompetenzzentrum für Sicherheit. Dies passiert auch im Lichte neuer internationaler Entwicklungen. Im Kontext mit den aktuellen geopolitischen Rahmenbedingungen setzt die EU einen Schwerpunkt im Bereich Rüstung und Sicherheit mit Investitionen und Programmlinien von über 800 Milliarden Euro. Österreich selbst hat hier 20 Milliarden vorgesehen. Zusätzlich steigt auch das Budget der European Space Agency (ESA) auf 22 Milliarden Euro und auch hier erhöht Österreich sein Volumen auf 340 Millionen Euro.
„Europa muss sicherheitspolitisch endlich auf eigenen Beinen stehen und sich allein verteidigen können“, betonte Johanna Mikl-Leitner, Landeschefin (ÖVP) von Niederösterreich im Rahmen einer Veranstaltung am Innovation Lab der FH Wr. Neustadt. „Diese Dynamik bei den Finanzmitteln in Zeiten knapper öffentlicher Kassen zeigt : Sicherheit ist auch ein zentraler Wirtschaftsfaktor und dazu ein Innovationstreiber mit entsprechender Bedeutung und Vorteilen für regionale Standortentwicklung“, unterstrich Mikl-Leitner auch den Kontext zu den geopolitischen Entwicklungen.
Vier Ausbildungsschienen, sechs Forschungszentren und internationale Leitbetriebe
Ebenso zugegen bei der Veranstaltung waren Klaus Schneeberger, Bürgermeister von Wiener Neustadt und Helmut Miernicki, Geschäftsführer von ecoplus als Niederösterreichs Standort-Agentur. Beide hoben die große strategische Bedeutung des Standortes Wiener Neustadt als eines der ecoplus-Technopol-Zentren hervor. Schaut man sich die Entwicklung an, so hat sich Wiener Neustadt in der Tat zu einem wichtigen Kompetenzzentrum Europas entwickelt.
In Summe gibt es vier Ausbildungseinrichtungen, sechs Forschungszentren, dazu internationale Leitbetriebe wie etwa Schiebel und Airborne Technologies, genauso wie national zentrale Institutionen im Sicherheitsbereich wie die (oft ebenso international konsultierte) Cobra oder auch die Flugpolizei. Um diese Kompetenz weiter auszubauen, setzt man sich im nächsten Schritt nun dafür ein, das neue Forschungs-Kompetenzzentrum ECOSUM (Anm. ein COMET-Zentrum) nach Niederösterreich zu holen.
Bewerbung als neues Kompetenz-Zentrum
“ECOSUM würde Technologien vorantreiben, die Europa dringend braucht : neue Werkstoffe und KI-Tools etwa“, erklärt NÖ-Landeshauptfrau Mikl-Leitner. „Das würde helfen, Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen zu reduzieren und leistungsfähige Werkstoffe für sicherheitsrelevante Anwendungen zu entwickeln“, ergänzt die Landeschefin. Das Land Niederösterreich hat die Bewerbung im November eingereicht, die Entscheidung fällt im Juni 2026.
„Es ist also nicht fix, aber wir haben unsere Hausaufgaben erledigt“, sagt Mikl-Leitner. Der operative Start vom neuen Niederösterreichischen Kompetenzzentrum für Sicherheit in Wiener Neustadt wäre am 1. Jänner 2027. Das Budget beträgt 24 Millionen Euro. „Damit würde man in den Bereichen Sicherheit und Innovationskraft wieder einen neuen Meilenstein setzen“, so die Landeshauptfrau.
Eliteeinheiten Cobra und Jagdkommando und renommierte Militärakademie
Anlassbezogen nutzte Johanna Mikl-Leitner dann auch die Gelegenheit, um Forderungen an den Bund zu bekräftigen, darunter die „Europe First“-Forderung im Vergaberecht, vor allem in der Bahnindustrie, aber auch bei Aufträgen im Sicherheitsbereich. „Wenn Europa nur US-amerikanische Sicherheits-Konzerne beauftragt, haben wir alles falsch gemacht“, meinte Johanna Mikl-Leitner.
Wiener Neustadt als Standort profitiert und lebt die mittlerweile geschaffene Symbiose in den Bereichen Sicherheit, Bildung, Gesundheit, Forschung, Technologie und Wirtschaft. Das inkludiert die renommierten sicherheitsrelevanten Eliteeinheiten Cobra und Jagdkommando, die ebenso renommierte Militärakademie des Österreichischen Bundesheeres, das örtliche Universitätsklinikum im Bereich der Human-Medizin, bis hin zum auch international viel beachteten MedAustron (Anm. Strahlen-Therapie in der Human-Medizin) oder die Danube Private University.
Neben sicherheitsrelevanten Technologien auch Luftfahrt, Materialien oder Medizin im Fokus
„Wir fokussieren uns auf Luft- und Raumfahrt, Materialien-Tribologie-Oberflächen, Medizin-Gesundheit und zunehmend sicherheitsrelevante Technologien“, skizziert Klaus Schneeberger das umfassende Spektrum zum Thema Standortprofilierung. Als verbindende Spange vernetzt der Space Hub Wiener Neustadt dabei Forschung, Ausbildung und Wirtschaft.
Stellvertretend für Wirtschaftsbetriebe waren etwa auch die RHP-Technology GmbH mit Manging Director Michael Kitzmantel bei der aktuellen Veranstaltung und stellten Projektinnovationen vor. Ein Beispiel von RHP-Technology ist die Entwicklung keramischer Hochleistungsmaterialien für ballistischen Schutz. „Keramische Einsätze aus Borkarbid und Aluminiumoxid sind das Rückgrat moderner Schutzsysteme – sie verbinden höchste Sicherheit mit geringem Gewicht“, erläutert Michael Kitzmantel von RHP.
Erfolgsmodell Technopole und freie Flächen in Wiener Neustadt
Marlies Bartel-Schlauf, Chemikerin von der FOTEC erläuterte dann Projekte zu intelligenten ABC-/CBRN-Filtern, die etwa in Militärfahrzeugen zum Einsatz kommen könnten. „Wir wollen Luftfilter entwickeln, die erkennen, ob sie belastet wurden, und die sich im Betrieb teilweise selbst regenerieren können — ohne den Filter auszubauen“, erklärt Bartel-Schlauf von FOTEC. Neben dem Technopol-Standort Wiener Neustadt sind auch Krems, Tulln und Wieselburg Technopol-Zentren.
Alle diese Zentren für wirtschaftsorientierte Innovation werden von ecoplus als Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich betreut. Technopole bieten technologie- und forschungsorientierten Unternehmen moderne Büro- und Laborflächen sowie die Chance, Synergien für Innovationen und die bestehenden Netzwerke zu nutzen. Aktuell stehen im TFZ Wiener Neustadt noch freie Flächen zur Verfügung“, informierte Helmut Miernicki, Geschäftsführer von ecoplus. „Wir gestalten hier aktiv die niederösterreichische Innovationslandschaft mit“. (red/czaak)
Weitaus weniger Energiebedarf für CO2-Reduktion

Neues Verfahren holt CO2 mit weniger Energie aus der Luft. Anlage Austrian Pilot Unit 1 wird nun von Start-Ups DAClab (US) und DACworx (A) sowie von TU Wien weiterentwickelt.
Nicht weniger als ein Gamechanger für die CO2-Abscheidung soll es Angaben zufolge werden : Der neuentwickelte Prototyp in Größe eines Lastwagencontainers holt pro Jahr 50 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre – und das mit rekordverdächtig niedrigem Energiebedarf von 2000 Kilowattstunden pro Tonne. Die neu entwickelte Anlage Austrian Pilot Unit 1 (APU1) wurde letzten Sommer in Betrieb genommen und nun sukzessive weiterentwickelt. Gestartet und finanziert wurde das Projekt vom US-amerikanischen Investor Peter Relan, Gründer und Präsident der Dharma Karma Foundation.
Kompaktes Modul für flexible Einsatzmöglichkeiten
Die TU Wien hat den Prozess und die ersten Prototypen entwickelt und ihr Know How sowie ihre Testergebnisse im Labormaßstab für die aktuelle Anlage zur Verfügung gestellt. Das US-amerikanische Startup DAClab und das österreichische Startup DACworx nützen nun dieses Wissen, um die Austrian Pilot Unit 1 (APU1) für Direct Air Capture zu entwickeln und zu bauen. Gemeinsam mit Mitarbeitern der TU Wien wurde die Pilotanlage nun kürzlich in Betrieb genommen.
An sich ist die Idee, klimaschädliches CO2 aus der Umgebungsluft zu filtern, nicht neu. Aber dieser technologisch neue Ansatz fokussiert auf der Minimierung des Strombedarfs der Anlage und so entstand ein kompaktes Modul für flexible Einsatzmöglichkeiten. Einzelne Einheiten können etwa von kleineren Firmen oder privaten Initiativen genutzt werden, größere Unternehmen könnten aus vielen Modulen eine Großanlage zusammenstellen. Als nächstes soll nun eine 1.000-Tonnen-Anlage folgen, um Module für einen kommerziellen Maßstab zu entwickeln. (red/rucz)Projekt RecAL erhält renommierte Auszeichnung

Nachhaltige Kreislaufwirtschaft und Aluminiumrecycling über digitale Plattform. Das von Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen geleitete EU-Projekt RecAL erhält ÖGUT-Auszeichnung. CANCOM Austria ist Technologiepartner.
Das vom LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen des Austrian Institute of Technology (AIT) geleitete europäische Forschungsprojekt RecAL (Recycling Technologies For Circular ALuminium) wurde soeben mit dem ÖGUT-Umweltpreis 2025 in der Kategorie „Mit Forschung & Innovation zur Kreislaufwirtschaft“ ausgezeichnet. „Die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) würdigt damit ein Projekt, das mit innovativen technologischen Ansätzen und digitaler Vernetzung einen zentralen Beitrag zur nachhaltigen Transformation der europäischen Aluminiumindustrie leistet“, zitiert das AIT von der Prämierung. CANCOM Austria ist beim Projekt Technologiepartner.
Ein Meilenstein für nachhaltige Metallverarbeitung
RecAL steht für einen Paradigmenwechsel in der industriellen Aluminiumproduktion : Statt auf Primärmaterial zu setzen, entwickelt das Projekt neue Wege, Aluminium effizient zu recyceln und über eine digitale Plattform europaweit zu vernetzen. Das im Rahmen von HORIZON EUROPE geförderte Projekt vereint 19 Partnerorganisationen aus neun europäischen Ländern – von Forschungseinrichtungen über Technologieanbieter bis hin zu industriellen Anwendern. Ziel ist die europaweite Vernetzung der Akteure, um den Anteil von Sekundäraluminium signifikant zu erhöhen, Ressourcen zu schonen und die CO₂-Bilanz der Branche nachhaltig zu verbessern (economy berichtete mehrfach).
„Mit RecAL wollen wir zeigen, dass Hightech und Kreislaufwirtschaft kein Widerspruch sind. Durch neue recycling-tolerante Legierungen, digital gesteuerte Sortierprozesse und ein europaweites Aluminium-Kreislaufsystem schaffen wir die Basis für eine industrielle Zukunft, die Ökologie und Wettbewerbsfähigkeit vereint“, sagt Gerald Prantl, Projektleiter am LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen. „Das Projekt ist auch ein Beitrag zu Europas Resilienz bezüglich dieses wertvollen Rohstoffs und die Auszeichnung durch die ÖGUT eine großartige Anerkennung für das Engagement unseres gesamten Teams und unserer Partner in ganz Europa“, betont Prantl.
Kreislaufwirtschaft als Schlüssel zur Dekarbonisierung
Das Projekt adressiert eine der größten Herausforderungen der Aluminiumindustrie : die Trennung und Wiederverwertung komplexer Legierungen. RecAL entwickelt Lösungen, die eine höhere Toleranz für Recycling-Material im Legierungsdesign ermöglichen und zugleich die Materialeigenschaften bewahren. Ergänzt wird dieser Ansatz durch den Aufbau eines digitalen „RecAL Hub“, einer Plattform, die Recyclatströme, innovative Recyclingtechnologien, sowie Produzenten und Abnehmer intelligent verknüpft – ein wichtiger Schritt, um den linearen Materialfluss zu einem geschlossenen Kreislauf weiterzuentwickeln.
Die dazugehörige Technologie liefert CANCOM Austria. Alle Beteiligten entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhalten dabei alle jeweils benötigten Daten. Sicherheit, Verfügbarkeit und das exakte Management dieser Daten waren entsprechend zentrale Themen im Anforderungsprofil. „Wir sehen uns hier als Pionier, der das Potenzial und die Notwendigkeit erkannt hat, eine nachhaltige Metallproduktion und Aluminiumwiederverwendung durch Datentransparenz zu ermöglichen“, so Dietmar Wiesinger, Vorstand von CANCOM Austria. „Unsere Stärke liegt darin, dass wir sowohl ein starkes Industrienetzwerk als auch die richtige Methodik und jahrelanges Know-how haben und zudem die Architektur für den richtigen Betrieb einbringen können“, unterstreicht Wiesinger.
Europäische Zusammenarbeit für Innovationsökosystem zu Energie‑, Ressourcen- und Datenkreisläufe
Operativ werden bei RecAL unter Leitung des Leichtmetallkompetenzzentrums Ranshofen (LKR, 100-prozentige Tochtergesellschaft des AIT) 14 technologische Lösungen bis zum Technologiereifegrad 6 (Anm. TRL6) entwickelt und getestet. Neben der Materialforschung stehen Robotik, Sensorik und digitale Zwillinge im Mittelpunkt, um Aluminiumströme über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg transparent und effizient zu steuern.
Durch die enge Zusammenarbeit von Partnern aus Forschung und Industrie – darunter eben Cancom Austria sowie Gebauer & Griller, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Fraunhofer Gesellschaft, ALUMIL, SWERIM, Benteler Automobiltechnik, Stena Aluminium und KU Leuven – entsteht ein europaweites Innovationsökosystem, das Energie‑, Ressourcen- und Datenkreisläufe miteinander verbindet. RecAL wird im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms HORIZON EUROPE der Europäischen Union gefördert (Anm. Fördervereinbarung Nr. 101138747).
Der ÖGUT-Umweltpreis
Der ÖGUT-Umweltpreis wird seit 1988 jährlich von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) verliehen und zählt zu den renommiertesten Nachhaltigkeitsauszeichnungen Österreichs. Er würdigt herausragende Projekte, Organisationen und Persönlichkeiten, die mit Innovationsgeist und Engagement einen Beitrag zu einer klimaneutralen, gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft leisten.
2025 wurden aus 252 Einreichungen insgesamt 27 Projekte in sechs Hauptkategorien nominiert – von Forschung und Wirtschaft über Gemeinden bis hin zu zivilgesellschaftlichen Initiativen. Das Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro wird vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), der FFG, dem Österreichischen Städtebund sowie Partnerunternehmen und Stiftungen gestiftet. (red/czaak)
Hochwasserschutz im Klimawandel

Der Klimawandel führt zu stärkeren Hochwasserkatastrophen. TU Wien und Joanneum Research entwickeln nun erstmals Modell zur Abbildung kombinierter Schutzmaßnahmen im privaten und öffentlichen Bereich.
Jetzt und in Zukunft müssen sich viele Gegenden der Welt auf stärkere Hochwasserkatastrophen einstellen. Mit individuellen Schutzmaßnahmen wie bauliche Maßnahmen oder Versicherungen sowie gemeinsame Anstrengungen zur Verringerung der Hochwassergefahr wie Dammbauten oder Rückhaltebecken gibt es zwei Stoßrichtungen.
Wie diese beiden Herangehensweisen einander beeinflussen, lässt sich in mathematischen Modellen darstellen. Forscher von TU Wien und Joanneum Research analysierte nun umfangreiches Datenmaterial und untersuchten, wie Natur und Gesellschaft im Hochwasserschutz ineinandergreifen. „Um Hochwasserschäden zu minimieren, braucht es beide Zugänge – den individuellen und den öffentlichen“, so ein Ergebnis der Analysen.
Nach der Flut ist vor der Flut und das Thema öffentliche Maßnahmen versus individuelles Verhalten„Nach einer Hochwasserkatastrophe ist die Bevölkerung meist stark sensibilisiert. Man ist eher bereit, in persönlichen Hochwasserschutz zu investieren, denkt über Notfallpläne nach, schließt vielleicht Versicherungen ab“, sagt Gemma Carr vom Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie der TU Wien. „Dazu wurden insgesamt 3770 Haushalte in ganz Österreich befragt“, so Carr. Ein Ergebnis zeigt aber auch klar, dass die privaten Schutzmaßnahmen stark zurückgehen, wenn es nach einer Hochwasserkatastrophe keine weiteren Hochwässer gibt.
Das kann sogar dazu führen, dass öffentliche Anstrengungen, die Hochwassergefahr zu verringern, negative Auswirkungen haben : „Wenn öffentliche Maßnahmen dazu führen, dass Hochwasserkatastrophen seltener werden, ist das natürlich erfreulich. Aber es bewirkt auch, dass die Sensibilität in der Bevölkerung zurückgeht, und viele Menschen auf individuelle Vorsorge verzichten, die aber eigentlich immer noch sehr sinnvoll wäre“, erklärt Gemma Carr von der TU Wien.Große Hochwasserkatastrophen werden voraussichtlich früher eintreten
Dieser Effekt ist schon seit längerer Zeit bekannt – aber die aktuelle Studie konnte ihn nun empirisch nachweisen und in ein sozio-hydrologisches Modell einbauen, in dem mathematisch analysiert werden kann, wie Natur, öffentliche und private Maßnahmen einander beeinflussen. Solche Modelle erlauben es nun auch, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesellschaft besser vorherzusagen.
„Durch den Klimawandel werden große Hochwasserkatastrophen voraussichtlich früher eintreten“, sagt Gemma Carr. „Vielleicht wäre das große Jahrhundert-Hochwasser ohne Klimawandel erst in einigen Jahrzehnten gekommen, mit Klimawandel steht es uns aber bereits in einigen Jahren bevor. Das bedeutet auch : Unsere öffentlichen Schutzmaßnahmen werden bis dahin noch nicht die Qualität haben, die wir in einigen Jahrzehnten erreicht hätten“, so Carr. „Kosten fallen somit früher an als gedacht, und sie sind höher.“Öffentliche und private Maßnahmen müssen miteinander verschränkt werden
Wichtig ist es, proaktiven Hochwasserschutz zu fördern und das nicht erst nach der großen Flut, sondern nach Möglichkeit schon davor. „Wir müssen Menschen besser informieren, wir müssen ihnen die Möglichkeiten zur Verfügung stellen, sich rechtzeitig zu schützen und das Bewusstsein für Hochwasserschutz verbessern. Dann sind langfristig die Kosten am niedrigsten“, betont Gemma Carr von der TU Wien.Öffentliche und private Maßnahmen dürfen nicht getrennt betrachtet werden – im optimalen Fall ergänzen sie einander. Das Modell zeigt auch : Wenn staatliche Maßnahmen zurückgefahren werden, erhöht sich das Risiko, und dieser Effekt kann durch verstärkte private Maßnahmen nicht vollständig ausgeglichen werden. „Auch wenn Vorsorgemaßnahmen auf individueller Ebene verstärkt werden sollten, ein Rückzug des Staates – also eine „Privatisierung des Risikos“ – wäre keine sinnvolle Lösung“, so eine weitere Erkenntnis. (red/czaak)
Der Regenmacher

Ein winziger Kristall, der Wolken zum Regnen bringt. Silberiodid lässt Eis entstehen. Forschende der TU Wien zeigen auf atomarer Ebene die eigentliche Auslösung von Eisbildung.
Eigentlich kann das Wetter nicht kontrolliert werden, doch bestimmte Wolken lassen sich gezielt dazu bringen, Regen oder Schnee abzugeben. Dieses als „Wolkenimpfen“ bekannte Verfahren wird eingesetzt, um Hagelschäden zu verhindern oder Dürren zu mildern. Es beruht meist darauf, dass kleine Silberiodid-Partikel mit Flugzeugen in Wolken gesprüht werden. Diese Partikel wirken als eine Art Keime, an denen sich Wassermoleküle anlagern. So entstehen kleinste Schneeflocken, die dann wachsen, bis sie schwer genug sind, um als Regen oder Schnee zu Boden zu fallen.
Die Oberflächenstruktur als Schlüssel zur Eisbildung
Aktuell ist es nun Forschenden der TU Wien erstmals gelungen, diesen Prozess auf atomarer Ebene zu erklären und nachzubilden. Mit hochauflösender Mikroskopie und Computersimulationen wurde untersucht, wie Silberiodid auf atomarer Ebene mit Wasser wechselwirkt. Die Ergebnisse zeigen, dass Silberiodid zwei sehr unterschiedliche Oberflächen ausbildet, doch nur eine davon begünstigt die Eisbildung. Diese Entdeckung vertieft das Verständnis darüber, wie Wolken Regen und Schnee erzeugen, und könnte bei der Entwicklung neuer Materialien zur Niederschlagserzeugung helfen.
“Silberiodid bildet hexagonale Strukturen mit derselben sechskantigen Symmetrie, die man auch von Schneeflocken kennt“, erklärt Jan Balajka vom Institut für Angewandte Physik der TU Wien. „Auch die Abstände zwischen den Atomen ähneln jenen in Eiskristallen. Lange Zeit nahm man an, dass diese Ähnlichkeit der Struktur erklärt, warum Silberiodid ein so effizienter Kristallisationskeim für Eis ist. Eine genauere Untersuchung zeigt jedoch, dass der Mechanismus weitaus komplexer ist“, so Balajka.
Genaue Modellierung der Grenzfläche zwischen Silberiodid und Wasser
“Nur die Silber-terminierte Oberfläche trägt zur Keimbildung bei. Die Fähigkeit von Silberiodid, in Wolken Eisbildung auszulösen, lässt sich also nicht allein durch die Struktur im Inneren des Kristalls erklären“, erläutert Balajka. „Entscheidend ist die atomare Anordnung an der Oberfläche – ein Effekt, der bislang völlig übersehen wurde“, betont der TU-Experte.
“Durch die genaue Modellierung der Grenzfläche zwischen Silberiodid und Wasser konnten wir beobachten, wie sich die ersten Wassermoleküle auf der Oberfläche anordnen, um eine Eisschicht zu bilden“, erklärt Andrea Conti, ebenso vom Forschungsteam. „Eiskeimbildung ist ein Phänomen von zentraler Bedeutung für die Atmosphärenphysik und ein Verständnis auf atomarer Ebene ist essentiell, um herauszufinden, ob andere Materialien als effektive Keimbildner geeignet sein könnten“, ergänzt Ulrike Diebold, Leiterin der Gruppe für Oberflächenphysik an der TU Wien. (red/rucz)
„Hier wird Zukunft gemacht!“

FH St. Pölten wird zur University of Applied Sciences St. Pölten (USTP). Umbenennung unterstreicht wachsende Internationalität und Rolle als Knotenpunkt für tertiäre Bildung, Forschung und gesellschaftliche Transformation.
Die Fachhochschule St. Pölten blickt auf eine knapp 30-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Nun wird mit dem neuen Namen die wachsende Internationalität und Rolle als Knotenpunkt für tertiäre Bildung, Forschung und gesellschaftliche Transformation abgebildet. „Seit unserer Gründung 1996 haben wir uns als wachstumsstarke und zukunftsorientierte Hochschule etabliert. Wir stehen für innovative Lehre, wirkungsvolle angewandte Forschung und – als leitende Hochschule der European-University-Allianz (Anm. E³UDRES²) — für gelebte Europeanness“, erläutert Geschäftsführer Johann Haag.
Die Schwerpunkte in Lehre und Forschung liegen auf Zukunftsthemen wie Künstlicher Intelligenz, IT-Sicherheit, Medien und digitale Technologien, dem Gesundheitswesen, nachhaltiger Mobilität oder Sozialer Arbeit. „Die hohe Nachfrage nach unseren Studienangeboten ist ein Beleg für die Qualität und das Vertrauen in unsere Hochschule. Wir stellen die studierendenzentrierte Lehre in den Mittelpunkt und entwickeln unser Angebot im Einklang mit demografischen Entwicklungen und der digitalen Transformation kontinuierlich weiter“, so Haag.
Innovative Lösungen für Gesellschaft und Wirtschaft
„Viele Antworten auf die Fragen der Gegenwart und Zukunft liegen in der Wissenschaft, deswegen bauen wir in Niederösterreich Forschung, Entwicklung und Lehre auch beständig aus. Der neue Name USTP – University of Applied Sciences St. Pölten betont das : Forschung und Wissenschaft in Anwendung bringen und innovative Lösungen für Gesellschaft und Wirtschaft finden“, unterstreicht Stephan Pernkopf (ÖVP), der in Österreichs größtem Bundesland als Stellvertreter von NÖ-Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Wissenschaft verantwortet. „Hier wird Zukunft gemacht!“
Die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten agiert auch in einem zunehmend internationalen Umfeld. Mit der European-University-Allianz E3UDRES2 koordiniert sie als einzige Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Österreich eine solche Allianz und verbindet über 100.000 Studierende und mehr als 10.000 Mitarbeitende an neun Hochschulen in Europa.
Zunehmende Internationalisierung
„Unsere Allianz wird als Best-Practice-Beispiel gesehen und wir tragen mit ihr zur Stärkung des europäischen Hochschul‑, Forschungs- und Innovationsraums bei. Davon profitieren unsere Studierenden, Lehrenden und Forscher*innen, aber auch regionale Partner aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Gesellschaft“, ergänzt Hannes Raffaseder, Geschäftsführer der FH St. Pölten bzw. nunmehr USTP – University of Applied Sciences St. Pölten.
Die Wissenschaftler*innen forschen an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten in sechs Instituten und mehreren Zentren. Besonderen Stellenwert nimmt die interdisziplinäre Forschung ein. In den letzten Jahren wurden die Forschungserlöse nahezu verdoppelt – ein deutliches Zeichen für die Relevanz und Qualität der Projekte. Für 2025 werden Forschungserlöse von insgesamt sieben Mio. Euro erwartet. (red/czaak)
Zwei Auszeichnungen für FH St. Pölten

Beim Wissenschaftspreis von Land Niederösterreich gehen gleich zwei Prämierungen an FH St. Pölten. Djordje Slijepčević erhält Preis für Dissertation im Bereich Ganganalyse und Maschinelles Lernen und Thomas Delissen für besonders innovative Lehrmethoden.
Das Land Niederösterreich fördert mit dem alljährlich vergebenen Wissenschaftspreis herausragende Forscher*innen, die durch ihre Arbeit einen wesentlichen Beitrag zur wissenschaftlichen Eigenständigkeit des Landes leisten (economy berichtete). Mit dem Wissenschaft Zukunft Preis der Gesellschaft für Forschungsförderung Niederösterreich werden wissenschaftliche Top-Leistungen junger Akademiker*innen ausgezeichnet, die am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere stehen.
Heuer erhielt nun Djordje Slijepčević den Preis für seine Dissertation „Human Gait Analysis : Machine Learning-Based Classification of Gait Disorders”, die er an der Technischen Universität Wien in Kooperation mit der FH St. Pölten verfasst hat. Die klinische Ganganalyse ist ein zentraler Ansatz zur Beurteilung des menschlichen Gangs und bildet die Grundlage präziser Diagnosen und effektiver Behandlungspläne.
Erkläransätze für Machine-Learning-Methoden in Zusammenarbeit mit AUVA und Orthopädie Speising
In seiner Dissertation untersucht Slijepčević Erklärbarkeitsansätze für Machine-Learning-Methoden in der klinischen Ganganalyse, um deren Entscheidungen transparent und nachvollziehbar zu machen. Alle im Rahmen der Dissertation durchgeführten Forschungsprojekte fanden an der FH St. Pölten statt, am Institute of Creative\Media/Technologies (IC\M/T) in Zusammenarbeit mit dem Center for Digital Health and Social Innovation (CDHSI). Forschungsgruppenleiter Matthias Zeppelzauer hat Slijepčević bei der Dissertation von Seiten der FH St. Pölten betreut.
Die Arbeit entstand in enger Kooperation mit dem AUVA-Rehabilitationszentrum „Weißer Hof“ in NÖ sowie dem Orthopädischen Spital Speising in Wien und beinhaltet auch die Veröffentlichung eines umfangreichen Datensatzes (Anm. GaitRec), der dann als Grundlage für die Entwicklung neuer Methoden sowie zur standardisierten Evaluierung der Leistungsfähigkeit von Machine-Learning-Ansätzen dienen kann.
Preis für innovative Lehrdesigns für Thomas Delissen
Die zweite Prämierung zeichnet besonders innovative Lehrdesigns in Lehrveranstaltungen aus und zeichnet Forscher:innen aus, die Lehrmethoden und ‑Designs federführend für die Hochschule entwickelt haben. Der Sieger Thomas Delissen kombiniert in seiner Lehrveranstaltung ein immersives Escape-Room-Szenario mit einer datengestützten Gruppenarbeit und macht datengetriebenes Storytelling kreativ erlebbar. In dieser Umgebung können die Studierenden die praxisnahe Anwendung ihrer im Studium erworbenen Kompetenzen trainieren.
Ein Bestandteil davon sind sogenannte Zombie-Rooms, wo in Teams Aufgaben im Kontext einer fiktiven Zombie-Epidemie gelöst werden, deren Verlauf sich durch ihre Entscheidungen verändert. Thomas Delissen vermittelt die Geschichte über Videoclips und eine Simulation. Anschließend erstellen die Studierenden eine Website mit passenden Datenvisualisierungen, in denen sie den Verlauf der Epidemie aus ihrer Perspektive darstellen.
Forschungskraft und Qualität mittels innovativer und praxisnaher Lehrformate
Mit innovativer und praxisnaher Lehre erhalten Studierende der FH St. Pölten ein vielfältiges Angebot, das den Anforderungen der modernen Arbeitswelt entspricht. Ein wesentlicher Baustein ist dabei studierendenzentriertes Lehren und Lernen. „Innovative Lernformate und Lehrmethoden wie jene von Thomas Delissen im Bachelor-Studiengang Data Science and Artificial Intelligence schaffen Raum für individuelle Weiterentwicklung und nachhaltiges Lernen – für eine Ausbildung auf höchstem Niveau“, so die FH St. Pölten in einer Aussendung.
„Wir gratulieren Djordje Slijepčević und Thomas Delissen herzlich zu dieser großartigen und verdienten Auszeichnung. Sie zeigt, welche Forschungskraft und Qualität in der Lehre in unserer Hochschule steckt und was mit hohem persönlichem Engagement erreichbar ist“, unterstreichen die FH-Geschäftsführer Johann Haag und Hannes Raffaseder. (red/rucz)
Unsichtbare Geheimcodes aus 3D-Druckern

Aktuelle Entwicklung der TU Wien erweitert Einsatzmöglichkeiten von 3D-Druckern. Thema sind Materialien, die ganz spezifisch auf Temperatur reagieren und zusätzliche Anwendungen ermöglichen.
3D-Druck ist höchst praktisch, wenn man maßgeschneiderte Bauteile in kleiner Stückzahl produzieren möchte. Die Technik hatte bisher aber immer ein großes Problem : Der 3D-Drucker kann immer nur ein einziges Material verarbeiten. Objekte, die an unterschiedlichen Stellen unterschiedliche Materialeigenschaften haben, konnten bisher nur sehr aufwändig oder gar nicht hergestellt werden.
Punkt für Punkt unterschiedliche Materialeigenschaften
An der TU Wien wurden nun Methoden entwickelt, einem 3D-gedruckten Objekt nicht nur die gewünschte Form, sondern Punkt für Punkt auch die gewünschten Materialeigenschaften zu verpassen. So kann man etwa einen unsichtbaren QR-Code drucken, der nur bei bestimmten Temperaturen sichtbar wird. Die Ergebnisse wurden nun im renommierten Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlicht.Im Forschungsteam von Katharina Ehrmann am Institut für Angewandte Synthesechemie der TU Wien wird mit flüssigen Materialien gearbeitet, die mit Licht bestrahlt werden. Genau dort, wo das Licht auf die Flüssigkeit trifft, wird eine chemische Reaktion ausgelöst. Die molekularen Bausteine, die sich in der Flüssigkeit befinden, verbinden sich miteinander, das Material wird fest.
Schnurgerade Spaghetti in der Packung oder gekochte Spaghetti am Teller
Neu ist, dass nun exakt gesteuert werden kann, auf welche Weise die Flüssigkeit aushärtet und welche Eigenschaften das entstehende Material hat. „Wir können unterschiedliche Lichtintensitäten verwenden, unterschiedliche Wellenlängen, oder unterschiedliche Temperaturen“, sagt Katharina Ehrmann. „All das kann benutzt werden, um die Eigenschaften des 3D-gedruckten Materials zu beeinflussen.“
Auf diese Weise kann man steuern, wie sich die molekularen Bausteine in der Flüssigkeit miteinander verbinden, wenn sie zum festen Objekt werden. Sie können sich regelmäßig anordnen, wie schnurgerade Spaghetti in der Packung und einen Kristall bilden, oder sie können amorph und ungeordnet zum Liegen kommen, wie gekochte Spaghetti auf dem Teller.Der unsichtbare QR-Code
Die Vielseitigkeit der neuen Methode konnte das Team nun in mehreren Beispielen demonstrieren. So wurde etwa im Inneren eines Kunststoffstücks ein QR-Code erzeugt, der von einer kristallinen Schicht verdeckt wird. Diese Schicht ist aber so angepasst, dass sie bei einer bestimmten Temperatur ihre Kristallinität verliert und durchsichtig wird – der geheime QR-Code wird plötzlich sichtbar.
Je nach Material und Temperatur kann auch erreicht werden, dass der QR-Code für eine gewisse Zeit unlesbar wird, wenn man die falsche Temperatur zum Entschlüsseln verwendet – ganz ähnlich wie man ein Handy für eine gewisse Zeit nicht verwenden kann, wenn man dreimal hintereinander einen falschen Code eingegeben hat.
Eine neue Palette von Möglichkeiten für den 3D-Druck
Auf dieselbe Weise konnte auch ein Warnsymbol gedruckt werden, das nur sichtbar wird, wenn das Material über eine bestimmte Temperatur erhitzt wurde. Damit kann man etwa beim Transport hitzeempfindlicher Waren überprüfen, ob der vorgeschriebene Temperaturbereich überschritten wird. Auch die optische Charakterisierung des Materials wurde an der TU Wien durchgeführt.
„Wir bieten hier eine völlig neue Palette von Möglichkeiten für den 3D-Druck an“, unterstreicht Ehrmann. „Anwendungsmöglichkeiten sind in vielen verschiedenen Bereichen abzusehen, von Datenspeicherung und Sicherheit bis hin zu biomedizinischen Anwendungen“, ergänzt Katharina Ehrmann vom Institut für Angewandte Synthesechemie der TU Wien. (red/rucz)Die Mission Nobelpreis

Unabhängige Wissenschaft als Grundpfeiler für erfolgreiche Standortpolitik und einen Nobelpreis. Land Niederösterreich vergibt diesjährige Wissenschaftspreise.
Wissenschaft und Forschung sind zentrale Themen der aktuellen Zeit, sie geben Antworten auf die Herausforderungen von heute und die Fragen der Zukunft. Im Zuge der NÖ-Forschungswochen, die seit Mitte September und noch bis Mitte Oktober abgehalten werden, fand aktuell nun am Campus Krems die heurige Preisverleihung der Wissenschaftspreise des Landes Niederösterreich statt.
Wissenschaft ist in Niederösterreich Chefsache
Wissenschaft ist in Niederösterreich (auch) Chefsache und so erläuterte Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau (ÖVP) rund um die Prämierungen auch aktuelle Projekte. „Nur mit Wissenschaft und Forschung können wir Antworten auf die Fragen der Zukunft geben – von Gesundheit über Landwirtschaft, von künstlicher Intelligenz bis zum Weltraum“, so Mikl-Leitner. „Gerade in einer Zeit, in der die Welt im Umbruch ist, muss Forschung transparent und verständlich gemacht und damit auch Vertrauen geschaffen werden“, betonte die NÖ-Landeshauptfrau.
Als Beispiel führte die Landeschefin das Forschungsfest im Palais Niederösterreich an, das kürzlich über 2.000 Schülerinnen und Schüler begeisterte, indem diese mit über 200 Forscherinnen und Forschern in die Welt der Wissenschaft eintauchen konnten. „Es war ein voller Erfolg und das gilt auch für das neue „VISTA Science Experience Center“ am ISTA Campus in Klosterneuburg“, unterstrich Johanna Mikl-Leitner. (economy berichtete zur Eröffnung)
Regionale Forschung kann einen ganzen Standort befruchten und etablieren
Die Landeshauptfrau erinnerte dann auch an die so erfolgreiche Entwicklung von Niederösterreich als auch international beachteten Forschungsstandort. Die Wissenschaftsachse von Krems über Klosterneuburg, Tulln, Wieselburg bis nach Wiener Neustadt machte Mut, die Donau Uni Krems war der Nukleus und dann die internationalen Leuchtturm-Projekte ISTA Klosterneuburg und Med Austron in Wiener Neustadt. Regionale Forschung kann einen ganzen Standort befruchten und etablieren.
„Diese Achse werden wir weiter ausbauen, etwa mit dem geplanten Bildungscampus Hainburg“, so Mikl-Leitner, die dann mit Blick auf den internationalen Wettbewerb das Thema Exzellenz betonte : „Mittelmäßigkeit wird uns nicht weiterbringen, wir brauchen Spitzenleistungen. Deshalb setzen wir auf unsere Mission Nobelpreis“, so die Landeschefin. Und : „Es geht nicht nur darum, eines Tages einen Nobelpreis nach Niederösterreich zu holen, sondern die besten Rahmenbedingungen für Forscher:innen zu schaffen, auch als ein Investment in die beste Zukunft unserer Kinder“, so Landeshauptfrau Mikl-Leitner (ÖVP).
Preis für innovative Hochschullehre an FH St. Pölten
Im Zuge der Veranstaltung wurden sodann die Würdigungspreise, die Anerkennungspreise, die Wissenschaft Zukunft Preise sowie der Preis für Innovative Hochschullehre verliehen. Preisträger in der Kategorie „Wissenschaft Zukunft Preis 2025“ sind Nora Fasching, Magdalena Hohlrieder, Leo Plankensteiner, Petra Lukeneder und Djordje Slijepcevic.
Den „Preis für Innovative Hochschullehre 2025 der Abteilung Wissenschaft und Forschung“ erhielt Thomas Delissen von der FH St. Pölten. Die Anerkennungspreise 2025 konnten die an unterschiedlichen Unis tätigen Klaus Haslinger, René Ployer, Sandra Siegert und Benedikt Warth entgegennehmen. Julia Mascherbauer und Gerald Steiner wurden mit den Würdigungspreisen 2025 ausgezeichnet. (red/czaak)