„Wir sitzen in einem Boot und haben das Wissen zur Problemlösung“

Innovation. Gesetzliche Normen wie Cyber Resilience Act, NIS2 oder DORA können für Unternehmen auch Chance für neue Wertschöpfung sein. Wie aus gesetzlichen Regularien Treiber für zukunftssichere Innovation werden können, erläutern Thomas Seiler und Dierk Lucyga von CANCOM Austria.
Kritische Infrastrukturen, Lieferketten, Gesundheit, künstliche Intelligenz und grenzüberschreitende Zusammenarbeit als beispielhafte Bereiche: Die Europäische Union engagiert sich stark für mehr Cybersecurity. Dazu gehört eine Vielzahl von Regularien und Vorschriften, die nach und nach umgesetzt werden müssen beziehungsweise zu einem großen Teil bereits umgesetzt sind.
Diese Regularien sind angesichts der Entwicklungen in der realen und digitalen Welt unerlässlich. Sie haben aber auch die Funktion als Innovationstreiber: Denn was rechtlich vorgeschrieben ist, muss auch technologisch realisiert werden. Regulatorik ist deshalb eine Chance für Innovation, Entwicklung und Zukunftssicherheit.
Drei strategische Handlungsfelder
Die EU-Strategie zur Verbesserung der Cybersicherheit umfasst drei Aktionsbereiche. Erstens: Resilienz, technische Souveränität und Führungsqualitäten, zweitens: die operative Fähigkeit zur Prävention, Abschreckung und Reaktion und drittens: Zusammenarbeit zur Förderung des globalen und offenen Cyberspace. Dazu heißt es in der entsprechenden Policy: „Wenn der Übergang zur Digitalisierung erfolgreich sein soll, müssen die europäischen Bürger und Unternehmen in der Lage sein, von neuen Technologien zu profitieren, ohne ihre Cybersicherheit zu beeinträchtigen.“
Die Cybersicherheitsstrategie der EU zielt darauf ab, die kollektive Cybersicherheit und die Reaktionen auf Cyberangriffe zu stärken. Sie will ein stabiles und sicheres globales Internet aufbauen, in dem Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und demokratische Werte geschützt werden. Cybersicherheit ist auch ein Schlüsselbereich des Programms „Digitales Europa“. Das Programm zielt darauf ab, die Koordinierung der Cybersicherheit zwischen den EU-Ländern zu stärken und die Widerstandsfähigkeit der EU-Länder gegenüber Cyberangriffen zu finanzieren (Anm. https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/cybersecurity).
Gemeinsamkeiten und Unterschiede am Beispiel NIS2 und DORA
Die NIS2-Richtlinie beinhaltet einen breiten Anwendungsbereich, ein einheitliches Cybersicherheitsniveau sowie grundlegende und hohe Sicherheitsanforderungen. Die DORA-Verordnung betrifft wiederum ausschließlich den Finanzsektor mit den Schwerpunkten operative digitale Resilienz, konkrete und detaillierte Anforderungen sowie umfangreiche Testanwendungen.
NIS2 und DORA müssen sich aus Expertensicht auch bei den Verantwortlichkeiten im Management eines Unternehmens abbilden: Die operative Verantwortung beinhaltet Themen wie die Einführung eines Informations- und Kommunikationssicherheits-Risikomanagements, Meldungen an die jeweils zuständigen österreichischen Behörden und Aufsichtsstellen, die Definition von Sanktionsrahmen, die Sicherheit von Lieferketten und das Management von Drittanbietern. Mit einer klaren Unternehmens-Governance muss dann die finale Verantwortung für all diese Bereiche im Top-Management angesiedelt sein.
Regulatorik, Compliance, Informationssicherheit ist Chefsache
Ein Großteil der Unternehmen hat Informationssicherheit und die damit zusammenhängenden regulatorischen Anforderungen als strategisches Asset begriffen. Regelungen wie NIS2 oder der Digital Resilience Act gehören inzwischen zum Daily Business. „Die meisten unserer Kunden sind NIS2-pflichtig und wir von CANCOM als Service- und Lösungspartner für kritische Infrastrukturen sind ebenfalls NIS2-pflichtig. Wir sitzen also gewissermaßen in einem Boot und verfügen über das Wissen, wie wir die entsprechenden Probleme lösen können“, bestätigt Thomas Seiler, CISO von CANCOM Austria.
Paragraphen und Gesetze, das ist zwar trockene und anstrengende Materie, aber ohne geht es nicht. „Wir sind keine Spaßbremsen, sondern im Gegenteil sozusagen die Geschäftsermöglichungsabteilung“, sagt Dierk Lucyga, Principal Security Architect bei CANCOM. Für Unternehmen ergeben sich dank der strategischen Assets und Spezialisierungen, die in Regulatorien wie NIS2 oder DORA stecken, handfeste Innovations- und Geschäftsmöglichkeiten, wenn man die Anforderungen entsprechend umsetzt. „Das ist Chefsache. Regularien können in der Tat wirksame Hebel für mehr Innovation und Zukunftssicherheit sein“, betont Lucyga von CANCOM.
Kosten senken und Effizienz steigern und Wachstum forcieren
Die strategische und technologische Umsetzung von Regulatorien in Unternehmen kann in der Tat neue Wertschöpfung schaffen. Stichwort Kosten: Kürzere Reaktionszeiten verkürzen die sogenannte Dwell Time und senken so Vorfallkosten. Automation treibt den Incident Lifecycle voran, Übungen beschleunigen die Reaktion und erhöhen ihre Qualität signifikant.
Auch Effizienz ist in diesem Kontext ein Thema: Regulatorik ist nicht nur Kostenstelle, sondern liefert messbaren Effizienzgewinn. Automation senkt den Aufwand bei operativen Prozessen (Anm. OPEX), reduziert Personalstunden für repetitive Nachweisarbeit, macht operative Exzellenz messbar und sorgt durch schnell reagierende, automatisierte Kontrollen für permanente Auditbereitschaft.
Data Act, NIS2 oder DORA und weitere Regelungen können also ein Motor für Wachstum sein und neue Chancen schaffen. „Wer früh startet, vermeidet Chaos im Jahr 2027 und sichert sich Wettbewerbsvorteile durch echte Anbieterwahl. Dabei müssen Sicherheitsaspekte der Portabilität von Anfang an mitgedacht werden“, ergänzt Thomas Seiler, CISO von CANCOM Austria.
Immer das Ganze im Blick
Im Gegensatz zu punktuellen technischen Lösungen betrachtet ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) Informationssicherheit ganzheitlich – also als Zusammenspiel von Menschen, Prozessen und Technologien. Es stellt sicher, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht isoliert, sondern im Kontext der gesamten Organisation und in Übereinstimmung mit ihren Zielen geplant, umgesetzt und überprüft werden.
Es bündelt auch die Anforderungen aus den relevanten Regularien und vermeidet durch eine zentrale Behandlung unnötige Mehrfacharbeiten. Darüber hinaus erfüllt das ISMS eine steuernde Funktion: Es schafft die Grundlage, Informationssicherheit systematisch zu lenken – durch klare Zielvorgaben, Kennzahlen, Verantwortlichkeiten und regelmäßige Management-Reviews.
Informationssicherheit nach ISO-Norm
„Informationssicherheit wird damit zu einem mess- und steuerbaren Bestandteil der Unternehmensführung, anstatt eine rein operative IT-Aufgabe zu bleiben. Das ISMS definiert klare Rollen, Prozesse und Kommunikationswege und sorgt damit auch für Transparenz in der Entscheidungsfindung – sowohl auf operativer als auch auf strategischer Ebene“, unterstreicht Thomas Seiler, CISO von CANCOM Austria.
Eine wichtige Norm im Kontext mit Informationssicherheit ist die ISO-Norm ISO/IEC 27001. Die Kernprinzipien dieser Norm sind ein adäquates Risikomanagement und der Gedanke der kontinuierlichen Verbesserung. Informationssicherheit wird nicht als einmaliges Projekt verstanden, sondern als dauerhafter Zyklus aus Planung, Umsetzung, Überprüfung und Optimierung – bekannt auch als PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act).
Flexible Anpassung
Der PDCA-Zyklus stellt sicher, dass Informationssicherheit nicht statisch bleibt, sondern sich an veränderte Risiken, Technologien und Rahmenbedingungen anpasst. Gerade im Gesundheitswesen ist dieser Ansatz von zentraler Bedeutung. Die Bedrohungslage verändert sich dynamisch, gesetzliche Vorgaben werden regelmäßig verschärft, und die technologische Entwicklung schreitet rasant voran, Stichwort etwa das Internet of (Medical) Things (IoT).
„Ein derartiges System ermöglicht es Unternehmen und Organisationen, Informationssicherheit als kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu etablieren und so langfristig resilient zu bleiben“, resümiert Thomas Seiler von CANCOM Austria. (red/czaak)
Neuauflage der Digitalisierungsförderung

In Niederösterreich geht „digi4wirtschaft“ als Impulsprogramm und Förderinstrumentarium für die Themen KI und Digitalisierung in die nächste Runde. Land Niederösterreich und Wirtschaftskammer Niederösterreich verlautbarten die Fortsetzung der erfolgreichen Initiative bei einem Betriebsbesuch im Unternehmen Kern Tec.
Das Impulsprogramm und die erfolgreiche KI- und Digitalisierungsförderung „digi4wirtschaft“ des Landes Niederösterreich und der Wirtschaftskammer NÖ geht in die nächste Runde. Gemeinsam werden zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau (ÖVP) und Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich verkündeten den Start ab 1. Oktober und die Eckpunkte im Rahmen eines Betriebsbesuchs im Unternehmen Kern Tec, in Herzogenburg.
„Digitalisierung ist dann erfolgreich, wenn sie den Betrieben ganz konkret etwas bringt: weniger Zettelwirtschaft, einfachere Abläufe, geringere Kosten und mehr Zeit für das eigentliche Geschäft. Genau dabei unterstützen wir unsere Unternehmen mit digi4wirtschaft“, sagt Johanna Mikl-Leitner, Landeschefin (ÖVP) von Niederösterreich, in Blickrichtung der von Land und Wirtschaftskammer budgetierten zwei Millionen Euro.
Digitalisierungsgrad der niederösterreichischen KMU bei fast 70 Prozent
„Jeder Betrieb, der digitaler, effizienter und produktiver wird, stärkt den Wirtschaftsstandort Niederösterreich und sichert Arbeitsplätze“, unterstreicht Mikl-Leitner. „So vielfältig unsere Branchen in Niederösterreich sind, so unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten, Digitalisierung im eigenen Betrieb sinnvoll einzusetzen. Genau hier setzt die Initiative „digi4wirtschaft“ an“, ergänzt Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich.
Die Präsentation erfolgte beim Unternehmen Kern Tec in Herzogenburg. Das in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie tätige Unternehmen zeigt beispielhaft, wie neue Technologien in der Praxis eingesetzt und innovative Geschäftsmodelle entwickelt werden können. Das Fördermodell „digi4wirtschaft“ ist eine Unterstützung in Richtung Digitaler Wandel, das auch durch die digitale Entwicklung der niederösterreichischen KMU’s belegt wird. Im Jahre 2023 lag der Digitalisierungsgrad bei 50 Prozent, im Vorjahr erreichte er Angaben zufolge bereits 66 Prozent.
Vollständige digitale Vernetzung aller Geschäftsbereiche bei Kern Tec
Bei Kern Tec beispielsweise war die vollständige digitale Vernetzung und Digitalisierung aller Geschäftsbereiche ein wesentliches Ziel des Projekts. Interne Abläufe konnten effizienter und transparenter gestaltet werden und Qualitätsmanagement, Logistik, Produktionsplanung, Buchhaltung und Personalprozess wurden optimiert.
Dass Digitalisierung und Künstliche Intelligenz längst in der betrieblichen Praxis angekommen sind, zeigen noch weitere erfolgreiche Beispiele dieses Fördermodells aus Niederösterreich: von der Bäckerei Hager, die unter dem Motto „Wenn mit KI gebacken wird“ neue technologische Möglichkeiten nutzt, bis zum Logistikunternehmen BTG, das mithilfe von KI seine Lkw-Routen optimiert. Diese Beispiele verdeutlichen, wie digitale Technologien Unternehmen dabei unterstützen können, effizienter, innovativer und wettbewerbsfähiger zu werden.
2.100 Projekte mit rund 44 Millionen Euro Fördersumme
Das Impulsprogramm „digi4wirtschaft“ basiert auf drei Säulen: Zum ersten gibt es „digi kickstart“, das sind Workshops, wo es darum geht, Best-Practice-Beispiele in den Mittelpunkt zu stellen, Zukunftsaussichten und Vorteile aufzuzeigen und für das Thema zu sensibilisieren. Bei der zweiten Säule geht es um Beratungsleistungen. Bei der dritten Säule geht es um die konkrete Umsetzung von Digitalisierungsprojekten. „Dafür gibt es finanzielle Unterstützung von bis zu 25.000 Euro pro Projekt“, so Johanna Mikl-Leitner.
Seit Bestehen der Initiative wurden über 2.100 Projekte mit rund 44 Millionen Euro gefördert. Daraus resultieren knapp 90 Millionen Euro an förderbaren Investitionen. „Daher ist es uns als Wirtschaftskammer Niederösterreich wichtig, dass wir die Betriebe im Rahmen des gemeinsamen Förderprojektes mit einer Mio. Euro unterstützen“, so WKNÖ-Präsident Ecker zu „digi4wirtschaft“. (red/cc)
Das zentrale Thema Sicherheit

Informations-Sicherheit. Die zunehmende Digitalisierung verändert auch das Anforderungsprofil von IT-Dienstleistern im Sinne einer ganzheitlichen Herangehensweise. Ein Expertenkommentar von Thomas Seiler, CISO bei CANCOM Austria.
Für Unternehmen und die Verwaltung bekommt das Thema Sicherheit und insbesondere IT- bzw. Informations-Sicherheit im Kontext mit der kontinuierlich fortschreitenden Digitalisierung immer größere Bedeutung. Zur Themenspange Informations-Sicherheit gehören zahlreiche Einzelaspekte, von der klassischen IT-Security über Cyber-Security bis hin zur Absicherung von kritischen Infrastrukturen.
Nötige Handlungsvorgaben
Die meisten Unternehmen, Behörden, Institutionen und Organisationen sind bei den angeführten Sicherheitsthemen inzwischen sensibilisiert. Das war nicht immer so, jetzt wird die Notwendigkeit entsprechender Maßnahmen aber ernst genommen, nicht zuletzt angetrieben von vielen nationalen, internationalen bzw. europäischen Regularien. Diese Gesetze setzen hier den großen Rahmen und definieren dann auch die nötigen Handlungsvorgaben.
Als CANCOM sind wir bei der Umsetzung von Regularien wie NIS‑2, DORA oder dem neuen EU AI Act vertrauensvoller Partner unserer Kunden. In dieser Umsetzung ist Informations-Sicherheit immer ein Spagat zwischen Usability und Security. Das eine geht nicht ohne das andere, und umgekehrt. Es kommt darauf an, den optimalen Weg (Prozesse!), die besten Mittel (Technologie!) und die zukunftssichersten Lösungen zu finden – und zu etablieren.
Absolute Verfügbarkeit
Besonders wichtig ist das Thema Informations-Sicherheit natürlich bei versorgungskritischen Bereichen wie Gesundheit oder Energie. Diese grundlegenden Einrichtungen und Services mit ihren komplexen Prozessen, sensiblen Daten und gesetzlichen Vorgaben müssen ausnahmslos immer funktionieren. Ausfälle oder Datenverluste darf es hier nicht geben.
Bei diesen Branchen ist es vom Gesetzestext bis zur Umsetzung der dort definierten Anforderungen oftmals ein weiter Weg. Wie muss etwa eine Vorschrift angepasst an die betriebsspezifischen Anforderungen interpretiert werden? Wie kommen wir konkret zu einer nachhaltigen strategischen und technologischen Integration dessen, was abstrakt im Gesetzestext oder in Normen steht? Wie hoch ist der Security-Reifegrad des Unternehmens? Welche Risiken gibt es? Wie kritisch sind die Systeme? Ein „0815-Server“ ohne kritische Daten muss anders geschützt sein als ein Server mit Firmendaten zur Steuerung von Produktion oder Infrastruktur.
Höchstmaß an Verlässlichkeit
Informations-Sicherheit ist ein wechselseitiger Prozess mit einer partnerschaftlichen, auf Synergien, Integration, Zukunftssicherheit und Transparenz ausgerichteten „Verzahnung“ der Strategie, der Interessen und der Lösungen. Als Lieferant von kritischen Dienstleistungen verlangen wir daher auch von uns selbst ein Höchstmaß an Gesetzes- wie Normentreue und an Verlässlichkeit. Das ist dann auch das Fundament unseres Security Policy Frameworks, an dem wir uns strategisch orientieren und die entsprechenden Konzepte und Umsetzungen an unsere Kunden weitergeben.
Beim Thema Informations-Sicherheit mit all seinen einzelnen Bereichen kommt es vergleichsweise noch mehr auf eine offene, transparente und konstruktive Zusammenarbeit an. Es geht um Vertrauen, nicht nur in die Systeme, sondern vor allem auch zu den Lieferanten und zur finalen Lieferkette. Das ist der kritische Punkt, auf den wir unser besonderes Augenmerk richten sollten. Informations-Sicherheit ist immer Risikomanagement. Informations-Sicherheit kann aufwändig und anstrengend sein, und sie kostet auch etwas. Aber es lohnt sich. Unsicherheiten und Risiken kann sich niemand leisten.
(Thomas Seiler hat 2014 bei Kapsch BusinessCom als First Level Supporter begonnen und sich zum CISO bei CANCOM Austria entwickelt. Seine Zukunftsorientierung zeigt sich bereits in seiner Masterarbeit mit dem Thema Quantenkryptographie.
Der renommierte Fachmann für IT-Sicherheit ist CRISAM-Expert, CISM- und CISA-zertifiziert und hat einen Abschluss in Professional MSc Management und IT-Spezialisierung Information Security Management.)
Grande Finale

Wien von seiner modischsten Seite als Motto der renommierten VIENNA FASHION WEEK im Museumsquartier. Bis 19. September gibt es noch Modeschauen, Talks sowie viele weitere Veranstaltungen und dazu eine Shopping Area und Pop-Up Stores mit junger Designermode.
Nationale und internationale Designer, Modeschauen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen rund um das Thema Mode, eine eigene Shopping Area und Pop-Up Stores. Die VIENNA FASHION WEEK (VFW) ist seit 18 Jahren ein Fixpunkt im internationalen Veranstaltungsreigen an Modeevents und zu einem renommierten und erfolgreichen Format für die Modeszene geworden. Veranstaltungsort ist das Wiener Museumsquartier, Start war letzten Montag und jetzt ist Freitag und Samstag das große Finale.
Rund 40 österreichische und internationale Designer und neue Labels der heimischen Modeszene
Während der FASHION WEEK präsentieren rund 40 österreichische und internationale Designer und neue Labels der heimischen Modeszene ihre Entwürfe und fertige Kollektionen. Auf den Laufstegen, in einer eigenen Shopping Area können Besucher etablierte junge Designer und aufstrebende Modetalente hautnah erleben und dann auch Mode aus- und anprobieren und direkt kaufen. Neben den klassischen Modepräsentationen gibt es auch spannende Diskussionsformate, wo das Thema Mode auch im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontext erörtert wird.
Am heutigen Freitag geht es um 17 Uhr in einer Diskussionsrunde etwa um die Verwertung von Alttextilien. Das Unternehmen Saubermacher sammelt Altkleidung und macht daraus neuen Textilstoff, getrennt gesammelt, sortiert, recyclet, versponnen und gewebt. Saubermacher ist Partner der FASHION WEEK und präsentiert diese Materialien erstmals öffentlich. Am Podium werden über die teilnehmenden Personen alle Themen und Stationen der neuen Wertschöpfungskette repräsentiert.
Saubermacher und Designer zeigen „Mode endet nicht. Sie beginnt neu“
Unter dem Leitgedanken „Mode endet nicht. Sie beginnt neu“, zeigt dann am Abend Gabriele Rigby mit ihrem Label „Fröhlich“, wie das Engagement von Saubermacher aus textilem Kreislaufdenken neue Mode entstehen lässt. Weitere Programmpunkte am Freitag sind Modeschauen der Modeschule Michelbeuern („Nahtschatten“, ab 16 Uhr), von Empowerment Studio (ab 18 Uhr) und nach Rigby mit „Fröhlich“ dann Roeee Plural (ab 20 Uhr) und Nicolas Dudek (ab 21 Uhr).
Am Samstag geht es dann mit Diskussionen und Modeschauen weiter. Den Start am Laufsteg macht Liudmila Lugbauer (ab 16 Uhr), dann folgen Marina (ab 17 Uhr), Elke Freytag (ab 18 Uhr), Kokonit & Grünschnabel und Gänsefüßchen (ab 19 Uhr), Kiki Korsett (ab 20 Uhr) und dann die große Abschlussshow Look! FASHION Night by Suzuki (ab 21 Uhr). Economy ist heute Freitag vor Ort und wird die Eindrücke dann bis kommenden Dienstag publizieren. Ein Teil der Veranstaltungen kann via Anmeldung bei freiem Eintritt besucht werden, für die Abendveranstaltungen sind bezahlte Tickets erhältlich.
Kreativität und Qualität als Ausgangsbasis für 18 Jahre VIENNA FASHION WEEK
Die VIENNA FASHION WEEK selbst ist eine Initiative von creative headz, eine Formation von Kreativen mit der (erfolgreich auf den Boden gebrachten) Vision, in Wien ein Modeevent auf internationalem Niveau zu realisieren. Beim Thema Kunst gelingt das Wien vergleichsweise nicht. Ein Teil der VIENNA FASHION WEEK ist die VIENNA FASHION Night und die dafür verantwortlichen kreativen Köpfe sind Maria Oberfrank, Zigi Mueller-Matyas und Elvyra Geyer.
Partner und Sponsoren der Veranstaltung sind etwa Mionetto Italy, Saubermacher, Suzuki, Toblerone, Fr!tz, Sehen! Wutscher, Hair Haus, Label.M, Lume, SO/Vienna, Jaz the City, STIG Goup, Der Mann, Munakra, Hagn, Superfly.FM, Espresso Mobil und Wien Neubau. Auch viele Medien sind Partner, darunter Die Presse, Heute, flair, look!, Wienerin, Wiener, maxima, Madonna oder die textilzeitung. (red/czaak)
Das Jahr des intelligenten Unternehmens

Die Transformation zu einer intelligenten Betriebssteuerung via Agentic Enterprise ist das zentrale Thema beim kommenden Wien Summit von Salesforce. Manuela Mohr-Zydek, Country Managerin Salesforce Austria, erläutert im Expertenkommentar die nächsten Entwicklungsschritte der unternehmerischen Digitalisierung.
2026 wird das Jahr des Agentic Enterprise! Unternehmen gehen den nächsten Entwicklungsschritt in der Digitalisierung und setzen KI-Agenten gewinnbringend ein. Im Fokus steht dabei die sogenannte “letzte Meile” mit der Verknüpfung von Large Language Modellen (LLM) und der erfolgreichen Anwendung von KI.
Koordinierter Einsatz autonomer KI-Systeme mit einheitlicher Datenbasis
2025 war noch das Jahr der KI-Agenten, jetzt verlagert sich die Diskussion um agentenbasierte KI von „Kann sie funktionieren?“ zu „Wie schnell kann sie den Wandel vorantreiben?“. Die entscheidende Herausforderung für IT-Verantwortliche wird also sein, isolierte Experimente hinter sich zu lassen und den koordinierten Einsatz autonomer KI-Systeme mit einer einheitlichen Datenbasis voranzutreiben – und so zum Agentic Enterprise zu transformieren.
Transformation heißt dabei: Unternehmen müssen gewachsene Strukturen aufbrechen und sich konsequent an Kundenergebnissen statt an einzelnen funktionalen Silos orientieren. Damit gewinnen Betriebe nicht nur an Effizienz, sondern sie gestalten ihre Wertschöpfungsketten und ihr Geschäftsmodell grundlegend neu: wie Arbeit ausgeführt wird, wie Kund:innen eingebunden werden und wie sie als Unternehmen im Wettbewerb bestehen können.
Salesforce Trailhead und neues AI Fluency Playbook
Ein zweiter essenzieller Punkt wird die Schulung von Mitarbeiter:innen sein: egal ob Berufseinsteiger:innen oder Führungskräfte, sie müssen wissen, wie sie der KI effektiv Anweisungen geben, Ungenauigkeiten erkennen, Ergebnisse optimieren und bei Bedarf eingreifen können. Und Mitarbeiter:innen müssen vor allem Vertrauen haben – in die Daten und in die Agenten, die sie verarbeiten. Hier kommen dann auch bewährte Online-Lernplattformen wie Trailhead ins Spiel, wo Nutzer:innen durch interaktive Module und Praxisübungen kostenlos KI-Kompetenzen erwerben können. Erwähnt sei hier auch unser neues AI Fluency Playbook.Zusammengefasst geht es um einen praktischen Leitfaden für Unternehmen, mit dem die Belegschaft auf eine konsistente sowie eigenständig selbstbewusste wie effektive Zusammenarbeit mit KI-Agenten im Agentic Enterprise vorbereitet werden kann. Beim Salesforce Wien Summit am 16. April zeigen dann auch führende österreichische Unternehmen wie Kastner & Öhler, Julius Meinl, Uni Wien oder Mondelez, wie sie Salesforce und KI bereits erfolgreich einsetzen – und welche Potentiale sich dabei eröffnen. (ContentAd)
Korrupte Mitarbeiter als Ware

Insider-as-a-Service. Cyberkriminelle setzen für Firmenangriffe zunehmend auf gekaufte Mitarbeitende als Insider. Mittlerweile hat sich dafür ein eigener Markt etabliert mit definierten Diensten und Preislisten. Security-Dienstleister TrendAI hat zwei Jahre im einschlägigen Untergrund recherchiert und nun Report veröffentlicht.
Der aktuelle Bericht von TrendAI (ehemals Trend Micro) beleuchtet erstmals den Trend, dass Kriminelle und Cybergangster Unternehmen nicht mehr nur versuchen zu hacken, sondern immer öfter deren Mitarbeitende zu kaufen. Der Dienstleister für IT-Sicherheit und Cybersecurity hat dafür über zwei Jahre einschlägige Untergrundforen und Telegram-Kanäle analysiert und die Ergebnisse nun im neuen TrendAI-Report „The Market for Trust: How Cybercriminals Recruit Corporate Insiders“ veröffentlicht.
Besonders gefragt sind demnach Beschäftigte bei Banken, Telekommunikationsanbietern, Social-Media-Plattformen und Krankenhäusern veröffentlicht. Für den Report haben die TrendAI-Forscher untersucht, wie sich der Handel mit Insider-Zugängen im Untergrund organisiert. Dabei zeigt sich, dass aus Einzelfällen ein reifes, arbeitsteiliges Geschäft geworden ist. Bestandteile sind etwa Festpreise, Gewinnbeteiligungen, Vermittlungsprämien und langfristige Partnerschaften, die eher an eine reguläre Branche erinnern als an klassische Cyberkriminalität.
Ein neuer Wirtschaftszweig
„Der einfachste Weg in ein Unternehmen führt heute nicht mehr zwangsläufig über eine Sicherheitslücke – oft reicht ein Mitarbeiter. In der Cybercrime-Untergrundszene wird vertrauenswürdiger Zugang zunehmend wie eine Ware gehandelt“, sagt David Sancho, Senior Threat Researcher bei TrendAI. „Kriminelle werben gezielt Insider an, die Sicherheitsmaßnahmen allein durch ihre reguläre Arbeit umgehen können. Sich gegen Insider-Bedrohungen zu schützen, bedeutet heute auch zu erkennen, dass die eigenen Mitarbeitenden selbst zum Angriffsziel geworden sind,“ so Sancho von TrendAI.
Insider-Rekrutierung ist heute ein eigener Wirtschaftszweig. Auf Untergrundforen und in Telegram-Kanälen agieren Broker, Treuhänder-Dienste und feste Geschäftspartner mittlerweile so offen wie in einer regulären Branche. Nicht die meisten Nutzerrechte zählen, sondern die größte Entscheidungsmacht. Kriminelle suchen gezielt nach Mitarbeitenden, die Zahlungen freigeben, Konten wiederherstellen oder Betrugsprüfungen umgehen können.
Gezielte Anwerbungen
Das sind alles Handlungen, die ein Angreifer von außen niemals glaubwürdig nachstellen könnte. Insider-Dienstleistungen werden damit zur Massenware. Ob entsperrte Social-Media-Accounts, manipulierte Sendungsverfolgung oder erschlichene Rabatte: Für all das gibt es inzwischen feste Preise, garantierte Bearbeitungszeiten und sogar Wiederverkäuferprogramme. Auch die KI-Branche rückt ins Visier. Je mehr wertvolle Modelldaten, Trainingsmaterial und privilegierte Zugänge KI-Unternehmen anhäufen, desto attraktiver werden ihre Mitarbeitenden für Kriminelle.
„Lange Zeit haben wir bei Insider-Bedrohungen vor allem an frustrierte Mitarbeitende oder menschliche Fehler gedacht. Was wir heute beobachten, ist etwas grundlegend anderes: Kriminelle rekrutieren gezielt vertrauenswürdige Beschäftigte über organisierte Untergrund-Marktplätze und machen Insider-Zugänge zu einer Dienstleistung, die sich kaufen und verkaufen lässt“, erläutert Mayra Rosario Fuentes, Senior Threat Researcher bei TrendAI.
SIM-Swap als lukrativstes Geschäft in Telekombranche
Der Report untersucht dieses Phänomen branchenübergreifend und beleuchtet Behörden, Gesundheitswesen, Social Media, Telekommunikation und Finanzwesen über Industrie und Energie, Logistik und Einzelhandel bis hin zu Bewertungsplattformen. Wie weit die Professionalisierung bereits fortgeschritten ist, zeigt sich besonders deutlich in den drei Branchen Telekommunikation, Social Media und Finanzwesen. Hier dokumentiert der Report die konkretesten Fallbeispiele mit belastbaren Zahlen, und das bis zur strafrechtlichen Verfolgung.
Beispiel Telekommunikation: Der SIM-Swap als lukrativstes Geschäft. Ein bestochener Mitarbeiter in einem Telekomunternehmen kann per SIM-Swap die SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierung aushebeln und Angreifern so den Weg zu Bank- und Kryptokonten öffnen. „Im Untergrund kostet das bei Verizon, T‑Mobile oder AT&T bis zu 20.000 US-Dollar plus 20 Prozent Gewinnbeteiligung“, so die TrendAI-Forscher. Die Strafverfolgungsbehörden haben aber ebenso reagiert, das zeigt ein Fall aus den USA: Im November 2025 klagte die Staatsanwaltschaft Manhattan einen SIM-Swapping-Ring an, der mit bestochenen AT&T- und T‑Mobile-Mitarbeitenden rund 435.000 US-Dollar von vier Opfern erbeutet haben soll.
Bis zu 7.000 US-Dollar für entsperrte Social-Media Konten und 25.000 für Zugang zu Bankkonten
Beispiel Social Media: Gesperrte Accounts, entsperrt gegen Bargeld. „Insider reaktivieren gesperrte Accounts bei Meta, TikTok oder X für 1.000 bis über 7.000 US-Dollar oder winken betrügerische Werbeanzeigen durch“, so die Trend-AI Forscher weiter. Bei Meta führte der Missbrauch des internen Tools „Oops“ durch bestochene Mitarbeitende Ende 2022 bei mehr als zwei Dutzend Beschäftigten und Vertragspartnern zu Entlassungen oder anderen disziplinarischen Konsequenzen. Meta verklagte die mutmaßlichen Vermittler daraufhin 2023 vor einem kanadischen Gericht.
Das Beispiel Finanzwesen betrifft den Fall eines Schlüssels zu einem betrieblichen Bankkonto. Ein Verkäufer bot in einem Untergrundforum dreijährigen Insider-Zugang zur Buchhaltung eines Unternehmens mit 25 Millionen US-Dollar Jahresumsatz an. Das Startgebot belieft sich auf 25.000 US-Dollar. Für die Vermittlung eines einzigen bestechlichen Mitarbeiters bei Kryptobörsen wie Binance oder Robinhood zahlten Auftraggeber bis zu 5.000 US-Dollar Kopfgeld oder alternativ 15 Prozent Beteiligung am Erlös. Der vollständige Report ist über die Webseite von TrendAI einsehbar, siehe Link. (red/czaak)
Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss

Austrian Institute for Technology entwickelt videobasiertes Verkehrserfassungssystem für mobilen Einsatz. Mobility Observation Box adressiert mit KI-Unterstützung Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss. Einsätze zusammen mit ÖAMTC erfolgen rund um Schulstandorte. Andere Projekte der mehrfach prämierten Anwendung reduzieren Staus oder optimieren industrielle Arbeits- und Logistikumgebungen.
Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit oder zur Optimierung des Verkehrsverhaltens werden häufig erst ergriffen, nachdem Unfälle bereits passiert sind. Der Hauptgrund dafür ist, dass das Unfallrisiko an spezifischen Straßenabschnitten im Voraus schwer zu quantifizieren ist. Während schwere Verkehrsunfälle statistisch gesehen relativ selten sind, treten kritische Verkehrssituationen weitaus häufiger auf. Diese sind ein deutlicher Indikator für ein erhöhtes Unfallrisiko.
Das Austrian Institute for Technology (AIT) hat nun mit der sogenannten Mobility Observation Box (MOB) ein videobasiertes Verkehrserfassungssystem entwickelt, das objektive Konflikt- und Verhaltensanalysen ermöglicht. Die MOB ersetzt bisherige manuelle und subjektive Erhebungen durch präzise und kontinuierliche Beobachtungen des Verkehrsgeschehens. Damit lassen sich klassifizierte Personen- und Fahrzeuginteraktionen über definierte Zeiträume hinweg analysieren, ohne den Verkehrsfluss zu beeinflussen.
Sichere Schulwege
Unterstützt wird die Anwendung auch von KI, die aus den Videodaten sogenannte Trajektorien (Bewegungsmuster) und Verkehrssicherheits-Indikatoren generiert. Die Privatsphäre der Verkehrsteilnehmer bleibt dabei jederzeit geschützt. Die gesamte Verarbeitung erfolgt unter Einhaltung jeglicher Datenschutzvorgaben, die Bilddaten werden ausschließlich in einem abgesicherten Bereich im AIT-Netzwerk temporär gespeichert, die Sensorinformationen sind durchgehend verschlüsselt.
Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der MOB zeigen sich schon in verschiedenen Projekten, beispielsweise in einer Kooperation mit dem ÖAMTC. Das System wurde an mehreren Schulstandorten in Österreich eingesetzt, um risikobehaftete Verkehrssituationen zu identifizieren und zu bewerten. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden mit Schulen diskutiert. Städten und Gemeinden wurden gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vor Schulen empfohlen.
Umfassende Verkehrsanalysen gegen Staus
Darüber hinaus wurde die MOB in Österreich, Deutschland und der Schweiz für umfassende Interaktionsanalysen mit Fokus auf E‑Scooter eingesetzt. Die gewonnenen Daten fließen in Richtlinien und gesetzliche Regelungen ein, die beispielsweise im österreichischen Verkehrssicherheitsbeirat des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) diskutiert werden. Zusätzlich trägt das System zur Optimierung von Ampelschaltungen bei, indem es Verkehrsflüsse analysiert, um Staustunden und damit verbundene volkswirtschaftliche Verluste sowie Umweltbelastungen zu reduzieren.
Die MOB-Technologie wurde bereits mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der DEKRA Award oder der European Excellence in Road Safety Award. Neben ihrem Einsatz für Straßenverkehrssicherheit und in der Forschung wird die MOB künftig verstärkt zur Analyse innerbetrieblicher Verkehrsströme genutzt, etwa zur Evaluierung des Arbeitsschutzes auf Betriebsgeländen. Eine Weiterentwicklung für den Einsatz unter schlechten Lichtverhältnissen, beispielsweise in Tunneln oder bei Nacht, ist in Planung.
Brücke zwischen Wissenschaft und angewandter Innovation
Die Fähigkeit, neue Erkenntnisse rasch in marktfähige Technologien und anwendbare Lösungen zu überführen, wird zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Europa. An dieser Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Technologie und Anwendung kommt der angewandten Forschung am AIT Austrian Institute of Technology eine zentrale Rolle zu. Österreichs größte Research and Technology Organisation orientiert sich bei seiner Forschung an den Bedürfnissen der Industrie und an aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.
Die AIT-Projekte werden kontinuierlich evaluiert und über Reports veröffentlicht. Für das heurige Jahr zeigt der AIT Impact Report anhand von rund 30 Beispielen, wie das AIT gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand Forschung in konkrete Lösungen übersetzt. Die vorgestellten Projekte reichen von der Digitalisierung industrieller Prozesse über resiliente Infrastruktur und nachhaltige Energie- und Industriesysteme bis hin zu Gesundheit, Mobilität, Sicherheit und Kreislaufwirtschaft (economy berichtete mehrfach). (red/czaak)
Einen unbeschreiblich herrlichen wie gesondert erholsamen Sommer

Verlag und Redaktion von economy wünschen allen Lesern und Werbekunden einen epochalen Sommer – auch wenn die Rolling Stones noch immer nicht nach Europa kommen und „nur“ neue Songs veröffentlichen. Dafür gibt es noch die spannende Fußball-WM und ein gesondertes Resümee für das Österreichische Nationalteam als Lesestoff.
Wie gewohnt zu diesem Zeitpunkt und in pausenbedingter Vorschau auch gleich inhaltlich: Auf ein paar ruhigere Tage als Unternehmer oder ein paar beschauliche Wochen als Arbeitnehmer. Beides, die Tage wie Wochen, in sinnreich positiv emotional erfüllender Umgebung mit tropenwarmen Lüften, wohltemperierten Gewässern und möglichst angenehmen Mitmenschen.
Bereits wieder gewohnt regelmäßig kontinuierlich fortwährend wie verlässlich
Mögen Ihnen dann noch unsere heurig bis dato publizierten 211 Geschichten gewohnt informatives Lesevergnügen verpasst haben. Fortgesetzt mit diesen wunderbaren, möglicherweise zumindest mehrheitlich überwiegend lesenswerten Neuigkeiten wird dann unserseits wieder ab Dienstag, den 8. September 2026 – natürlich bereits schon wieder und dann gewohnt regelmäßig kontinuierlich fortwährend wie verlässlich.
Musikalisch, emotional oder gerne auch physikalisch, vulgo körperlich
Und, nachdem die Rolling Stones ihre Tour noch immer nicht in Europa fortgesetzt haben, möge Ihnen der enganbeigefügte Link Eindrücke von diesen Konzerten vermitteln – musikalische, emotionale oder gerne auch physikalisch, vulgo körperliche. Auf das ich und wir mit 83 Jahren auch so „drauf“ sind (und dazu auch die „Kohle“ haben…).
Fuck – You Get What You Need
Ja, es kommt jetzt natürlich wieder der weise Reminder (Anm. Erinnerer) aus einem, regelmäßigen LeserInninnen ebenso schon möglicherweise bis höchstwahrscheinlich zunehmend bekannt zur Lebenshymne erkorenen Stones-Song: „You Can’t Get What You Want, You Can’t Get What You Want. But If You Try, Sometimes, You Get What You Need.” Fuck, äh, Yeah! (red/czaak)
KI unterstützt Gesundheit

Initiative AI for Social Impact prämiert KI-Projekte für besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung. Kooperation von Ars Electronica und CARE Österreich adressiert die Bewältigung sozialer, ökologischer und humanitärer Herausforderungen.
Beim diesjährigen Prix Ars Electronica werden neben dem Bewerb der Goldenen Nica erstmals auch Projekte der AI for Social Impact Initiative ausgezeichnet. Die neue Auszeichnung ist eine Kooperation von CARE Österreich und Ars Electronica und würdigt Initiativen, die Künstliche Intelligenz zur Bewältigung sozialer, ökologischer und humanitärer Herausforderungen einsetzen.
Transparenz und ethische Verantwortung und langfristige Wirkung der Technologien
Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Lösungen in Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Ernährungssicherheit, Klimaresilienz und Krisenbewältigung, die gemeinsam mit den betroffenen Gemeinschaften entwickelt werden und einen nachhaltigen gesellschaftlichen Nutzen schaffen. Insgesamt werden 15.000 Euro Preisgeld an zwei Grand Prizes und drei Awards of Distinction vergeben. Ausgewählt wurden die Projekte aus allen Einreichungen zum Prix Ars Electronica 2026 und zum S+T+ARTS Prize 2026. Besonderes Augenmerk liegt auf Projekten aus Afrika, Lateinamerika, Süd- und Südostasien sowie der MENA-Region.
Neben Innovationskraft werden insbesondere Transparenz, ethische Verantwortung und die langfristige Wirkung der eingesetzten Technologien bewertet. Die Initiative versteht sich dabei nicht nur als Auszeichnung, sondern als Impuls für nachhaltige Zusammenarbeit. Im Anschluss an den Wettbewerb erhalten die Gewinner die Möglichkeit, sich mit den internationalen CARE-Länderbüros zu vernetzen und potenzielle Kooperationen für eine langfristige Weiterentwicklung auszuloten.
Verlässliche Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt und Impfungen
Mit Afiya AI und HelpMum wurden zwei Projekte ausgezeichnet, die das Potenzial von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitsbereich auf unterschiedliche Weise nutzen und dabei konkrete Verbesserungen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen schaffen sollen. HelpMum entwickelt KI-gestützte Lösungen für die Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern, um die medizinische Betreuung in unterversorgten Regionen nachhaltig zu verbessern. Über die WhatsApp-basierten Anwendungen MamaBot AI und VaxAI erhalten Schwangere, Eltern und Betreuungspersonen verlässliche Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt und Impfungen.
Ergänzend unterstützt StratifyAI medizinisches Fachpersonal dabei, Risikoschwangerschaften frühzeitig zu erkennen und gezielte Maßnahmen einzuleiten. Gemeinsam schaffen diese digitalen Innovationen einen durchgängigen Versorgungspfad – von der Schwangerschaft bis zur frühkindlichen Immunisierung. „Durch den Einsatz von KI, evidenzbasierten Gesundheitsinformationen und leicht zugänglichen digitalen Technologien trägt HelpMum dazu bei, die Gesundheitsversorgung gerechter zu gestalten, Komplikationen frühzeitig zu verhindern und die Gesundheit von Müttern und Kindern nachhaltig zu stärken“, so das Ars Electronica Center in einer Aussendung.
The Afiya AI Solution als AI-Powered Ecosystem for Migrant Health Equity
The Afiya AI Solution ist eine innovative, KI-gestützte Sozialinitiative, die Migranten dabei unterstützt, sich in komplexen Gesundheitssystemen zurechtzufinden und notwendige medizinische Hilfe schneller zu erreichen. Über einen rund um die Uhr verfügbaren WhatsApp-Service bietet die Lösung verständliche Informationen, individuelle Orientierung und Unterstützung bei der Navigation durch Gesundheitsangebote. Das Projekt reagiert auf die besonderen Herausforderungen von Menschen mit Migrationserfahrung in Nordafrika, die häufig mit gesundheitlichen Risiken, fehlender Krankenversicherung und strukturellen Zugangsbarrieren konfrontiert sind.
Durch die Verbindung von künstlicher Intelligenz mit einer bereits etablierten und vertrauenswürdigen Kommunikationsplattform leistet Afiya AI einen wichtigen Beitrag dazu, Gesundheitsversorgung zugänglicher zu machen und das Recht auf Gesundheit für besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen zu stärken. „Technologie kann, wenn sie mit Gerechtigkeit gestaltet wird, Teil der Antwort auf drängende Fragen unserer Zeit sein. Die Gewinner haben wegen der Klarheit und Dringlichkeit ihres Auftrags überzeugt – und wegen der Konsequenz, mit der dieser Auftrag verfolgt wird“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich.
Awards of Distinction
Neben den Hauptpreisen wurden drei Awards of Distinction vergeben: an Global Level of Confidence von Antimetric Institute (CA), ein Projekt zur Wiederherstellung familiärer Identitäten von Opfern der argentinischen Militärdiktatur, an das AI-Powered Teacher Competency Assessment Tool (TCAT) von Oluwaseun Kayode (NG) und dem Schoolinka Team (NG), das Lehrkräfte in ressourcenschwachen Bildungssystemen bei ihrer professionellen Weiterentwicklung unterstützt, sowie an Early Crop Pests and Diseases Detection Solar-Powered AI Technology von Farmer Lifeline und Esther Kimani (KE), das mithilfe solarbetriebener KI-Systeme Ernteausfälle reduziert und zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft beiträgt. (red/czaak)
Neue Verantwortung für Managed Services

Managed Services über erfahrene IT-Dienstleister für unterschiedliche IT-Anwendungen sind für Unternehmen wie Verwaltung unverzichtbarer Bestandteil ihrer digitalen Transformation. CANCOM Austria verankert dieses Thema nun auch als eigenen Bereich im Management und holt sich mit Roman Oberauer einen ausgewiesenen Experten.
Roman Oberauer (47) hat mit Anfang Juni als Managing Director der Cancom Converged Services GmbH den Bereich Managed Services in der Cancom Austria Gruppe übernommen. Er wird in dieser Funktion den Ausbau des erfolgreichen Cancom Managed Services Geschäfts vorantreiben mit Fokus auf skalierbaren und effizienten Betriebsmodellen und auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Service Portfolios.
„Ich freue mich auf diese neue Aufgabe und darauf, gemeinsam mit meinem Team multiplizierbare, maßgeschneiderte IT-Lösungen für verschiedenste Unternehmensgrößen und Branchen zu entwickeln“, sagt Roman Oberauer. Oberauer verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in leitenden Funktionen in der IT- und Telekommunikationsbranche, zuletzt als Managing Director/CEO der NTT Austria GmbH tätig, wo er unter anderem die strategische Neuausrichtung mit neuen Produkt- und Serviceportfolios verantwortete.
Kombination aus technologischer Expertise und unternehmerischem Denken
„Wenn wir die Betriebsverantwortung einzelner IT-Services, ein komplettes IT-Outsourcing oder auch Managed Datacenter für unsere Kunden übernehmen, schaffen wir Freiräume für deren Kerngeschäft und machen IT zum echten Business-Enabler“, erläutert Roman Oberauer von CANCOM. Er leitete bei NTT auch die Bereiche Go-to-Market und Innovation und trug maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung einer Managed-Service-Strategie bei.
„Ziel ist, die IT unserer Kunden einfacher, effizienter und leistungsfähiger zu machen mit klaren Standards, hoher Automatisierung und dem gezielten Einsatz von KI“, unterstreicht Oberauer. „Mit Roman Oberauer gewinnen wir eine erfahrene Führungspersönlichkeit mit starkem strategischem Fokus und ausgeprägter Umsetzungskompetenz“, ergänzt Dietmar Wiesinger, Vorstand Cancom Austria. „Seine Kombination aus technologischer Expertise und unternehmerischem Denken wird die Weiterentwicklung unseres Managed Service Portfolios entscheidend stärken.“ (red/cc)
„Niederösterreich greift nach den Sternen“

Niederösterreichisches Raumfahrtunternehmen R‑Space präsentiert ersten komplett in Österreich entwickelten Satelliten für kommerzielle Nutzung. Bei erstem Start im Sommer testen drei internationale Unternehmen neue Technologien unter realen Bedingungen.
Am Flughafen Wien-Schwechat wurde soeben die erste kommerzielle Satellitenmission aus Österreich präsentiert. Das niederösterreichische Raumfahrtunternehmen R‑Space entwickelt mit der Mission „IOD-01“ den ersten vollständig in Österreich entwickelten und gefertigten kommerziellen Satelliten. Der Start soll im Spätsommer 2026 erfolgen.
Kooperative Plattform für Innovation
„Heute wird in Österreich Raumfahrtgeschichte geschrieben und Niederösterreich greift dabei nach den Sternen“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). „Die Mission macht sichtbar, was möglich ist, wenn Forschung, Innovation, Unternehmertum und internationale Zusammenarbeit zusammenkommen“, betonte die Niederösterreichische Landeschefin.
Die Satellitenmission ist mehr als ein technischer Meilenstein, sie ist eine kooperative Plattform für Innovation. Drei Unternehmen erproben neue Technologien unter realen Bedingungen im Weltraum. Enpulsion aus Niederösterreich testet das Verhalten von flüssigem Indium als Treibstoff für elektrische Satellitenantriebe, SunBooster erprobt eine neuartige Photovoltaiktechnologie im Orbit und das portugiesische Unternehmen Synopsis Planet ein System zur Erkennung von Weltraumschrott.
Satelliten unverzichtbar für Kommunikation, Wetterbeobachtung und datenbasierte Anwendungen
Die aktuelle Präsentation ist auch ein weiteres starkes Signal für den Wirtschafts- und Technologiestandort Niederösterreich. Satelliten gewinnen nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich und strategisch für Österreich und Europa an Bedeutung. Sie sind zudem unverzichtbar für Kommunikation, Wetterbeobachtung und datenbasierte Anwendungen.
„Für Niederösterreich ist es daher wichtig, Kompetenz, Produktion und unternehmerische Umsetzung in diesen Schlüsseltechnologien am Standort zu verankern, und für Europa, dass solche Entwicklungen auf unserem Kontinent und nicht nur in den USA oder Asien stattfinden“, unterstrich Mikl-Leitner.
Unterstützung für die Ziele der Niederösterreichischen Wirtschaftsstrategie
Derartige Projekte unterstützen überdies die Ziele der Niederösterreichischen Wirtschaftsstrategie 2030+. Luft- und Raumfahrtwirtschaft zählt hier zu den Schlüsselbranchen, um in Zeiten des internationalen Wettbewerbs wirtschaftlich zu wachsen und neue, zukunftsträchtige Jobs zu schaffen.
Ein zentrales Vorhaben ist dabei auch der Aufbau des internationalen Start-Up-Hubs „Weltraum“ am Flughafen Wien-Schwechat. „Niederösterreich positioniert sich hier als internationale Knotenpunkt für Raumfahrt, Hightech-Gründungen und technologiegetriebene Wertschöpfung“, skizziert Niederösterreichs Landeshauptfrau die Zielsetzung.
Flughafen Schwechat als Ökosystem für wirtschaftliche Innovation
Der Flughafen bietet dafür mit seiner internationalen Anbindung, seiner Infrastruktur und der Nähe zu Forschung und Industrie die idealen Voraussetzungen, um Gründer, Unternehmen und Investoren zusammenzubringen. „So schaffen wir ein Innovationsökosystem, in dem neue Technologien schneller entwickelt und erfolgreich am Markt umgesetzt werden können“, zeigt sich Mikl-Leitner überzeugt.
Carsten Scharlemann, Gründer und CEO von R‑Space sprach im Rahmen der Präsentation über die Bedeutung der Mission für den österreichischen Space-Sektor: „Mit der IOD-01-Mission zeigen wir, dass kommerzielle Raumfahrt aus Österreich heraus möglich ist. Unser Ziel war es von Anfang an, den Zugang zum Weltraum schneller, wirtschaftlicher und technologisch unabhängiger zu gestalten.“
Verhalten von Indium als Treibstoff und Solartechnologie für den Orbit
Alexander Reissner, CEO von ENPULSION, unterstrich die Wichtigkeit der Infrastruktur, die R‑Space Unternehmen wie seinem biete. „Wir freuen uns sehr auf unsere erste gemeinsame Mission mit der experimentellen Nutzlast OOBI, die das Verhalten von Indium – dem Treibstoff von ENPULSION-FEEP-Triebwerken – unter Mikrogravitationsbedingungen untersucht“, erklärte er.
Christoph Zwettler von SunBooster meinte, diese Mission spiegelt den Weg des Unternehmens, „der vor 15 Jahren mit einer kleinen Solartasche begonnen hat und nun bis in den Orbit reicht.“ Ziel sei, Solartechnologie leichter, robuster und kosteneffizienter zu machen. Paulo Gordo, CEO von Synopsis Planet, bedankte sich für die Möglichkeit, an dieser Mission teilzunehmen: „Wir sind ein sehr junges, erst fünf Jahre altes Unternehmen aus Portugal und bringen mit dieser Mission unser erstes Produkt auf den Markt.“ (red/czaak)
KI automatisiert die Rechnungsprüfung

Roland Spedition setzt gemeinsam mit T‑Systems Österreich auf künstliche Intelligenz. Neue Lösung automatisiert komplexe Zuordnung von Eingangsrechnungen zu Auftragspositionen, steigert die Effizienz und senkt die Prozesskosten.
Die Logistikbranche steht unter massivem Kostendruck. Besonders die manuelle Bearbeitung von Eingangsrechnungen bindet wertvolle Ressourcen, da Belege internationaler Partner oft keinem einheitlichen Standard folgen. Die Roland Spedition, ein führender Spezialist für unbegleiteten kombinierten Verkehr, der Güter per Bahn zwischen europäischen Häfen und dem Hinterland bewegt, hat diese Herausforderung erkannt und gemeinsam mit T‑Systems eine KI-gestützte Automatisierung implementiert, die genau hier ansetzt.
„Für uns waren zudem ein klarer Projektplan und absolute Kostensicherheit ausschlaggebend“
Die technologische Hürde war hoch, da Rechnungen das Unternehmen in unterschiedlichsten Formaten erreichen. Erschwerend kommt hinzu, dass die logische Verknüpfung zwischen Rechnung und Auftrag selten eins-zu-eins erfolgt. Oftmals entspricht eine einzelne Position auf der Eingangsrechnung mehreren Positionen im internen System – oder umgekehrt. Diese besonderen Beziehungen erforderten bisher ein hohes Maß an menschlicher Prüfung und Fachwissen, um Fehler bei der Verbuchung zu vermeiden.
„In einem Geschäft mit engen Margen müssen wir sehr bewusst auf die eingesetzten Mittel achten. Mit T‑Systems haben wir einen Digitalisierungspartner gefunden, der rasch messbare Mehrwerte liefert“, sagt Nikolaus Hirnschall, Geschäftsführer der Roland Spedition. „Besonders beeindruckt hat uns, wie schnell die Experten die spezifischen Prozesse unseres Geschäfts erfasst haben. Für uns waren zudem ein klarer Projektplan und absolute Kostensicherheit ausschlaggebend.“
Smarte KI-Blueprints
T‑Systems Österreich demonstriert hier seine führende Expertise für KI-gestützte Prozessoptimierung. Durch den Einsatz moderner Machine-Learning-Algorithmen lernt das System, die unterschiedlichen Layouts zu interpretieren und die Inhalte korrekt zu verknüpfen. Der Zeitaufwand für die manuelle Datenerfassung sinkt gegen Null, die Datenqualität steigt.
„Wir greifen auf bewährte Blueprints aus zahlreichen Projekten in verschiedenen Branchen zurück. Dadurch müssen wir das Rad nicht neu erfinden und können bereits nach wenigen Tagen erste Lösungen präsentieren“, so Markus Berger, Digital Engineer bei T‑Systems, zum methodischen Vorsprung.
Neben Geschwindigkeit zählt vor allem Zukunftsfähigkeit der Technologie
Neben der Geschwindigkeit zählt vor allem die Zukunftsfähigkeit der Technologie. Die Lösung ist so konzipiert, dass sie mit dem Volumen der Spedition mitwachsen kann, ohne die Infrastrukturkosten unverhältnismäßig steigen zu lassen. „Skalierbarkeit, Souveränität und Kosteneffizienz werden in KI-Projekten bei T‑Systems von Anfang an mitgedacht“, so Berger.
„Durch die Automatisierung entlasten wir unser Team von administrativen Aufgaben“, resümiert Nikolaus Hirnschall. „Dank der KI und der Zeitersparnis erwarte ich bereits kurzfristig einen klaren Return on Investment, während wir uns voll auf unsere Kernkompetenz im Schienengüterverkehr konzentrieren können. Aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit wird mit T‑Systems der Einsatz von KI bereits für weitere Bereiche angedacht.“ (red/czaak)
Umsatzsteigerungen in schwierigem Umfeld

Kleine und mittelständische Unternehmen steigern über Amazon ihren Exportumsatz um dreißig Prozent. Die US-Plattform bietet Unternehmenskunden auch gesonderte Services im Bereich Logistik und Vertrieb und sorgt generell für mehr internationale Sichtbarkeit.
Im vergangenen Jahr haben mehr als 320 Steirische Unternehmen ihre Produkte über Amazon verkauft und einen Exportumsatz von über 90 Millionen Euro erzielt. Das ergibt ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2024. Insgesamt verkauften die steirischen KMU über Amazon rund eine Millionen Produkte ins Ausland. Im Ranking der Bundesländer ergibt das in Bezug auf den Exportumsatz den zweiten Platz nach der Bundeshauptstadt Wien.
Das Wachstum der Steirer liegt mit 30 Prozent weit über dem Bundesschnitt. Österreichweit betrug das Exportumsatzwachstum von über Amazon verkaufende KMU sechs Prozent. Im Kontext mit dem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld erscheinen diese Zahlen entsprechend bedeutsam, so die Analyse aus dem „KMU Impact Report“ von Amazon, der kürzlich gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich präsentiert wurde.
Reichweite, Logistik und KI-gestützte Tools vom traditionellen Familienbetrieb bis zum innovativen Start-Up
Die Erhebung zeigt auch bundesweit eine positive Entwicklung: Österreichische KMU erwirtschafteten 2025 insgesamt mehr als 730 Mio. Euro über Amazon und verkauften mehr als 20 Millionen Produkte in über 150 Länder und Gebiete. Die Exportumsätze stiegen um sechs Prozent auf 641 Mio. Euro. Österreichs Gesamtexporte gingen laut Statistik Austria um 0,5 Prozent zurück.
„Mit einem Exportwachstum von ca. 30 Prozent zeigen Steirische KMU, dass auch regionale Betriebe digitale Vertriebskanäle erfolgreich für die Internationalisierung nutzen“, sagt Yorck von Mirbach, Country Lead Österreich und Schweiz bei Amazon. „Vom traditionellen Familienbetrieb bis zum innovativen Start-Up – wir bieten Reichweite, Logistik und KI-gestützte Tools, damit Unternehmen auch international wettbewerbsfähig bleiben.“
Neben Vertriebskanal auch Neukundengewinnung und Markenaufbau
Diese Entwicklung zeigt, wie erfolgreich internationale Skalierung auch aus der Region heraus gelingen kann. Im Falle der steirischen Betriebe reichen die Branchen von Kosmetik über Smart-Home-Lösungen bis hin zu innovativen Lifestyle- und Energielösungen. Der H1-Shop aus der Steiermark nutzt für seine Kosmetikmarke Cosphera etwa gezielt Versandservices durch Amazon (FBA). Hier übernimmt Amazon die Lagerung, den Versand und den Kundenservice.
„Indem wir den Service Versand durch Amazon nutzen, können wir sicherstellen, dass unsere Produkte schnell und zuverlässig ankommen. Dieser Service ist für uns ein wichtiger Baustein für nachhaltiges Wachstum und hohe Kundenzufriedenheit“, so der H1-Shop. Amazon dient dabei nicht nur als Vertriebskanal, sondern auch zu Neukundengewinnung und Markenaufbau.
„Ein guter Weg, um neue Produkte sichtbar zu machen und schnell Feedback aus dem Markt zu erhalten“
Auch steirische Erfolgsmarken wie J. Hornig nutzen Amazon zum Verkauf und zur Marktanalyse. „Amazon ist für uns ein wichtiger Umsatztreiber und zugleich ein guter Weg, um neue Produkte sichtbar zu machen und schnell Feedback aus dem Markt zu bekommen“, so Christoph Regger, Head of e‑Commerce & Digital Marketing.
Ein weiteres Beispiel ist NukiHome Solutions über deren Technologie rund zwei Milliarden Mal pro Jahr Sperraktionen via Smartphone, Smartwatch, Fingerabdruck, PIN-Code oder vollautomatisch per App durchgeführt werden. Nuki stieg bei Amazon über das Start-Up-Programm Amazon Launchpad ein. Für den europaweiten Vertrieb nutzt Nuki das Amazon-Programm PanEU FBA. Hier lagert und versendet Amazon für Unternehmen Produkte in mehreren europäischen Ländern.
Kostenlose Schulungen und mehr Sichtbarkeit für KMU
Amazon bietet zudem kostenlose Schulungen und weitere Dienstleistungen an, um Verkaufspartner beim internationalen Wachstum zu unterstützen. Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich und dem Österreichischen E‑Commerce-Gütezeichen hat Amazon auch die Wissensplattform Quickstart Online aufgebaut. Angaben zufolge wurden hier bereits über 50.000 KMU im deutschsprachigen Raum beim Aufbau digitaler Fähigkeiten unterstützt hat. Die eigens entwickelte Storefront „Amazon & Kleine Unternehmen“ soll zudem für mehr Sichtbarkeit sorgen: KMU werden mit einem „Kleine Unternehmen“-Badge gekennzeichnet und Kunden können gezielt nach lokalen Marken suchen.
In Österreich ist Amazon seit 2016 zugegen, wo ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Graz eröffnet wurde. Mittlerweile gibt es fünf Logistikstandorte in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten. Amazon Web Services, Tochterunternehmen für IT-Dienste wie Cloud, hat einen Standort am Wiener Hauptbahnhof. Angaben zufolge hat Amazon seit 2016 in Österreich rund 1 Milliarde Euro an Investitionen in Infrastruktur und Personalkosten getätigt. Insgesamt erzielte Amazon 2025 einen Umsatz von rund 610 Milliarden Euro. (red/czaak)
Schlüsseltechnologien am Standort Österreich

Deep-Tech und Spitzenforschung als Schwerpunkte bei neuer Programmlinie von FFG. Sogenannte Seal-of-Excellence Förderungen bringen EU-prämierte Projekte schneller in die Umsetzung und unterstützen dabei auch neue Industriestrategie Österreichs.
Österreich startet mit der Seal of Excellence-Initiative ein neues Förderinstrument für exzellente Forschungs- und Innovationsprojekte. Unterstützt werden Vorhaben, die in Horizon Europe bereits ein Seal of Excellence erhalten haben, aufgrund begrenzter EU-Mittel jedoch nicht finanziert werden. Österreich übernimmt damit die strenge europäische Exzellenzbewertung und bringt hochqualitative Projekte rascher in die Umsetzung.
Eine zusätzliche nationale Fachbegutachtung ist dabei nicht vorgesehen. Dies soll zu einer unbürokratischen Fördermöglichkeit für bereits als exzellent bewertete Projekte beitragen und unterstützt so Forschende, Start-Ups und Unternehmen bei der schnelleren Weiterentwicklung von Innovationen. Die Initiative entspricht damit zentralen Zielsetzungen der Industriestrategie Österreich 2035 mit dem Fokus auf Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, technologische Souveränität, Innovationskraft und wirtschaftliche Resilienz.
Minister Hattmannsdorfer und Hanke unterstreichen Beitrag zur Industriestrategie
„Mit der neuen Seal of Excellence-Förderung schaffen wir einen schnelleren und effizienteren Weg, um europäisch ausgezeichnete Spitzenforschung und Deep-Tech-Innovationen umzusetzen. Wir holen diese Innovationen nach Österreich, stärken unsere technologische Souveränität und unterstützen Start-Ups, KMU und Forschungseinrichtungen bei einer rascheren Anwendung ihrer Projekte“, sagt Peter Hanke, Innovationsminister. „Das ist ein konkreter Beitrag zur Industriestrategie 2035 und zur Stärkung des Innovations- und Industriestandorts Österreich“, unterstreicht Hanke.
„Der globale Wettbewerb wird heute über Schlüsseltechnologien, Innovationstempo und industrielle Wertschöpfung entschieden. Genau deshalb setzt unsere Industriestrategie 2035 einen klaren Schwerpunkt auf technologische Souveränität und mehr Tempo bei Innovationen“, ergänzt Wolfgang Hattmannsdorfer, Wirtschaftsminister. „Europa und Österreich dürfen es sich nicht leisten, exzellente Projekte an Bürokratie, langen Verfahren oder fehlender Finanzierung scheitern zu lassen“, betont Hattmannsdorfer.
Administrativer Aufwand deutlich reduziert
Die Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) setzt die Förderung zunächst in einer Pilotphase als eine Art schlankes Instrument um. Zentral ist dabei die Abwicklung als sogenannte Lump-Sum-Förderung, wo der bereits positiv bewertete Horizon-Europe-Antrag Grundlage ist und die Förderung als pauschalierter Zuschuss erfolgt. Dadurch reduziert sich der administrative Aufwand deutlich und Projekte können schneller umgesetzt werden. Seal of Excellence soll damit auch ein Beispiel für moderne, effiziente und wirkungsorientierte Förderverfahren sein.
Die Einreichung selbst erfolgt laufend über den FFG eCall und die Grundlage dafür ist das bereits verliehene EU-Exzellenzsiegel. Gefördert werden zwei Linien: einmal der EIC Accelerator Seal of Excellence, der sich an österreichische Start-Ups und KMU mit hochinnovativen, skalierbaren Projekten richtet. Die Förderung beträgt hier bis zu 70 Prozent der förderfähigen Projektkosten, maximal 2,5 Mio. EUR pro Projekt. Die zweite Schiene ist der ERC Proof of Concept Seal of Excellence, wo die Verwertung exzellenter Forschungsergebnisse unterstützt wird. Die Förderung beträgt 150.000 EUR pro Projekt als nicht rückzahlbarer pauschaler Zuschuss.
Mehr Fokus auf Wirkung und Verwertung und Innovation
„Seal of Excellence zeigt, wie moderne Forschungsförderung funktionieren kann: europäische Exzellenzbewertungen nutzen, nationale Verfahren schlank halten und Projekte rasch in die Umsetzung bringen“, erläutert Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der FFG. „Die Lump-Sum-Logik reduziert den administrativen Aufwand und schafft mehr Fokus auf Wirkung, Verwertung und Innovation“, so FFG-Chefin Egerth. „Gerade bei Deep-Tech-Innovationen entscheidet Geschwindigkeit darüber, ob Forschung auch wirtschaftliche Wirkung entfaltet“, ergänzt Karin Tausz, zweite Geschäftsführerin der FFG.
Die Seal of Excellence-Förderung startet als Pilotinitiative und dient zugleich als Lernfeld für modernisierte Förderverfahren. Österreich sammelt damit auch praktische Erfahrungen, wie europäische Bewertungen und nationale Finanzierung effizienter zusammenspielen können. „Final stärkt die Initiative Technologietransfer, Deep-Tech-Entwicklungen sowie Schlüsseltechnologien und leistet damit einen konkreten Beitrag zur Industriestrategie und zur Stärkung des Innovationsstandorts Österreich“, so die FFG. (red/cc)
Moderne wie sichere Kommunikationsinfrastruktur

FREQUENTIS erhält umfangreichen Auftrag zur Modernisierung der militärischen Kommunikationssysteme des österreichischen Bundesheers. Schwerpunkt betrifft sicheren Informationsaustausch für militärische Flugsicherung und Luftraumüberwachung.
Das Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) hat Frequentis mit einem umfangreichen Modernisierungsauftrag für das militärische Flugfunksystem in Österreich beauftragt. Ziel des Projekts ist es, die Kommunikationsinfrastruktur der militärischen Flugsicherung und Luftraumüberwachung auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und mittelfristig auch zukunftssicher zu betreiben.
Funkgeräte von Rohde & Schwarz als Frequentis-Partner
Der militärische Flugfunk gewährleistet den sicheren Sprach- und Informationsaustausch zwischen Boden- und Luftfahrzeugen sowie zwischen Bodenstationen und ist eine zentrale Voraussetzung für Flugsicherung, Luftraumüberwachung und taktische Führung. Die im Rahmen des Projekts eingesetzten Funkgeräte stammen von Rohde & Schwarz, einem langjährigen Partner von Frequentis in diesem Bereich.
„Die Modernisierung des militärischen Flugfunksystems ist ein zentraler Bestandteil der Luftraumverteidigung. Nur mit der besten Funkverbindung lassen sich Einsätze erfolgreich durchführen und koordinieren. Somit wird für die nächsten Jahre die Einsatzbereitschaft sowie die Sicherheit des österreichischen Luftraumes und der Bevölkerung sichergestellt“, sagt Klaudia Tanner, Verteidigungsministerin.
Investition in militärische Einsatzfähigkeit und in Schutz der Bevölkerung
„Mit diesem Projekt modernisieren wir eine zentrale Kommunikationsinfrastruktur der militärischen Flugsicherung. Das neue System gewährleistet eine sichere und hochverfügbare Kommunikation für die nächsten Jahrzehnte“, ergänzt Peter Skiczuk, Senior Vice President Defence bei Frequentis. „Wir freuen uns, damit unsere über 50-jährige Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung fortzuführen“, so Skiczuk von Frequentis.
Neben der militärischen Nutzung trägt der Flugfunk auch direkt zur Sicherheit der Bevölkerung bei. Beispielsweise koordinieren die Hubschrauber-Piloten des Bundesheers bei Waldbrand- oder Löscheinsätzen ihre Einsätze über diese Kommunikationssysteme. „Die Modernisierung ist somit sowohl eine Investition in die militärische Einsatzfähigkeit als auch in den Schutz der Bevölkerung“, unterstreicht Klaudia Tanner.
Frequentis
Frequentis ist Weltmarktführer bei High-Tech-Systemen für die Flugsicherung. Dazu gehören zivile und militärische Flugsicherungen (Segment Air Traffic Management) für die Bereiche Polizei, Rettung, Feuerwehr, Bahn und Schifffahrt (Segment Public Safety & Transport). Das börsennotierte Familienunternehmen mit Sitz in Wien steht für innovative, nachhaltige Lösungen für Sicherheit im täglichen Leben und im sicherheitskritischen Bereich.
Angebote zur Luftverkehrsoptimierung für Flugsicherungszentralen unterstützen dabei auch bei der Reduktion von Emissionen. Der Weltkonzern mit über 2.600 Mitarbeitenden verfügt über ein globales Netzwerk von Gesellschaften in über 50 Ländern. Die Produkte, Services und Lösungen sind in rund 150 Ländern im Einsatz. Frequentis notiert an der Wiener und Frankfurter Börse, ISIN: ATFREQUENT09, WKN: A2PHG5. Im Jahr 2025 wurde ein Umsatz von knapp über EUR 580 Mio. und ein EBIT von rund EUR 47 Mio. erwirtschaftet. (red/cc)
Digitale Kompetenzen für Gemeinden

Mit der Programmlinie „Digitale Gemeinde“ unterstützte das Land Niederösterreich zwei Jahre lang die Digitalisierung von Gemeinden. Vereinfachung der Verwaltung, Bürgerservice und effiziente Abläufe im Fokus. Aktuell wurden besonders innovative Projekte vorgestellt.
Digitalisierung in Gemeinden muss vor allem eines sein: alltagstauglich. Sie soll die Verwaltung vereinfachen, Abläufe effizienter machen und damit die Grundlage für noch bessere Services für die Bevölkerung schaffen. Die Geschäftsstelle für Digitalisierung und Innovation des Landes NÖ hat dazu in den vergangenen zwei Jahren mit dem Schwerpunkt „Digitale Gemeinde“ gezielt Impulse gesetzt, Bedürfnisse der Gemeinden aufgegriffen und praxisnahe Angebote auf den Weg gebracht.
Workshops etwa zu ID-Austria und Künstlicher Intelligenz
„Der Schwerpunkt ‚Digitale Gemeinde‘ zeigt, wie aus Zuhören, Austausch und praxisnahen Impulsen konkrete digitale Lösungen entstehen. Genau darum haben wir in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit unseren Partnern Angebote geschaffen, die direkt in der Praxis helfen: leicht verständlich, niederschwellig und umsetzungsorientiert“, erläutert Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Landeshauptfrau von Niederösterreich.
In Summe nahmen mehr als 700 Personen etwa an Live-Webinaren im Rahmen des digiCAFÉ teil. Ergänzt wurde das Angebot durch Workshops etwa zu ID-Austria und Künstlicher Intelligenz sowie durch Praxisbeispiele aus dem „Digitalen Delikatessen Kochbuch“, das über 5.000-mal verteilt wurde. Innovative Formate wie die digiWERKSTATT oder der Gemeinde-Hackathon im Haus der Digitalisierung in Tulln gaben zusätzlichen Raum, um neue Ideen gemeinsam zu entwickeln.
Hackathons von Studierenden, Verwaltung und Wirtschaft in Bischofstetten
Ein Beispiel dafür ist die Marktgemeinde Bischofstetten. Im Rahmen des Hackathons arbeiteten Studierende, Verwaltung und Wirtschaft an der Idee einer „DAHOAM Community App“. Die digitale Lösung soll lokale Betriebe, Angebote und Aktionen sichtbar machen und Bürger motivieren, im Ort einzukaufen. „Es war beeindruckend zu sehen, welche innovativen Ideen im Hackathon entstanden sind. Besonders wertvoll war die Zusammenarbeit von Studierenden, Verwaltung und IT-Unternehmen. Jetzt gilt es, mit passenden Partnern die Ideen auf die Strecke zu bringen oder mögliche bestehende Tools für die aktuellen Anforderungen weiterzuentwickeln“, so Bürgermeisterin Gerlinde Muhr.
Im digiMENTORING-Programm wiederum arbeiteten acht Gemeinden sechs Monate lang gemeinsam mit Experten an der digitalen Weiterentwicklung ihrer Gemeinde. Dabei wurden die jeweilige Ausgangssituation analysiert, Bedarfe erhoben und darauf aufbauend Projekte geplant oder bereits umgesetzt. So entstanden ganz konkrete Maßnahmen, etwa eine Online-Terminbuchung oder Angebote zur Unterstützung bei der Einrichtung der ID Austria.
Elektronisches Akten- und Dokumentenmanagementsystem in Raxendorf
Die Gemeinde Raxendorf war eine, die diese Begleitung nutzte, um konkrete Schritte für die Verwaltung der Zukunft zu setzen. Im Fokus standen die Einführung eines elektronischen Akten- und Dokumentenmanagementsystems (ELAK) sowie weitere digitale Verbesserungen. „Das Programm hat uns konkrete Ansätze und wertvolle Einblicke gezeigt, wie Digitalisierung im Verwaltungsbereich Mehrwert schaffen kann – für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso wie für die Bevölkerung. Jetzt geht es an die weitere Umsetzung“, betont Bürgermeister Johannes Höfinger.
Ein weiterer konkreter Baustein des zweijährigen Gemeinde-Schwerpunktes war der digi-Kompass. Dieser wurde im EU-Interreg-Projekt BRIE von der Universität für Weiterbildung Krems, der Dorf- und Stadterneuerung und Gemeinden entwickelt. Das kostenlose Online-Tool unterstützt Gemeinden dabei, ihren digitalen Stand einzuschätzen, Handlungsfelder zu erkennen und gezielt nächste Schritte zu setzen. Nun steht es allen Gemeinden in Niederösterreich zur Verfügung. (red/czaak)
Humanoide Roboter und KI

Die digitale Transformation der Industrie geht in nächste Runde. Fast 90 Prozent sehen Industrie 4.0 als wettbewerbsentscheidend. Fast 50 Prozent sehen raschen Aufholbedarf bei KI. Diskussion zu humanoiden Robotern, so Ergebnisse neuer Bitkom-Studie in Deutschland.
Automatisierte Produktionsabläufe mit Künstlicher Intelligenz, schnellere Fertigung durch 3D-Druck oder humanoide Roboter, die gefährliche Schweißarbeiten übernehmen: Deutschlands Fabriken werden zunehmend digitaler. Die deutsche Industrie bewertet den Einsatz digitaler Technologien in der Produktion überwiegend positiv: 81 Prozent der deutschen Industrieunternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance, nur 16 Prozent sehen darin ein Risiko. Gleichzeitig ist Industrie 4.0 ein Wettbewerbsfaktor.
Für fast alle deutschen Industrieunternehmen (94 Prozent) ist Industrie 4.0 sehr wichtig, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen (unverzichtbar: 30 Prozent; sehr wichtig: 64 Prozent). Nur knapp 4 Prozent halten Industrie 4.0 hingegen für unwichtig. Das sind Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die anlässlich der Hannover Messe unter 555 Industrieunternehmen des verarbeitenden Gewerbes ab 100 Beschäftigten in Deutschland durchgeführt wurde.
Menschenähnlich gebaute Roboter und das Thema Wettbewerbsfähigkeit
„Industrie 4.0 ist kein Technologietrend, sondern die Basis für industrielle Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Tanja Rückert, Vizepräsidentin beim Verband der deutschen Digitalunternehmen Bitkom. „Mit KI und künftig humanoiden Robotern erhält Industrie 4.0 ein massives Upgrade, die digitale Transformation der deutschen Industrie geht mit KI in die nächste Runde“, so Rückert.
Wie groß die Bedeutung dieser Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Industrieunternehmen ist, zeigt die Bitkom-Studie. 9 von 10 Industrieunternehmen messen Industrie 4.0 allgemein eine sehr große oder eher große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie bei. Bei Künstlicher Intelligenz sind es knapp 8 von 10. Auch humanoide Roboter, also KI-basierte menschenähnlich gebaute Roboter, werden mehrheitlich als bedeutsam für die Wettbewerbsfähigkeit eingeschätzt: Mehr als 6 von 10 Industrieunternehmen rechnen dieser Technologie eine große Bedeutung zu.
Industrie 4.0 ist in der Produktion angekommen
In der Produktion ist Industrie 4.0 keine Zukunftsvision, sondern gelebte Praxis. 97 Prozent der Industrieunternehmen setzen mindestens eine Industrie‑4.0‑Anwendung ein. Im Bereich der intelligenten Steuerung und Planung ist Künstliche Intelligenz (KI) am weitesten verbreitet. KI ist bereits bei 40 Prozent der Industrie-Unternehmen im Einsatz, fast ebenso viele planen dies. Auch digitale Zwillinge sind inzwischen weit verbreitet: 45 Prozent der Industrieunternehmen haben sie im Einsatz, 26 Prozent planen dies.
Physical AI, also KI, die Maschinen oder Roboter in die Lage versetzt, physische Aufgaben selbstständig auszuführen, ist bei 6 Prozent der deutschen Industrieunternehmen im Einsatz. Die Technologie steckt zwar noch in den Anfängen, allerdings planen bereits mehr als ein Viertel der Unternehmen ihre Einführung. Geht es um digitale Infrastrukturen und Vernetzung, so liegen IoT-Plattformen an der Spitze der einschlägigen Technologien: Sie sind bei 45 Prozent der Industrieunternehmen im Einsatz und bei einem Drittel geplant.
Deutsche Industrieunternehmen wollen mehr investieren
Aber auch Datenräume, Edge Computing, Lifecycle-Management und 5G-Campusnetze werden in der Produktion eingesetzt und tragen zu einer vernetzten Produktion bei. „In den Fabriken ist Industrie 4.0 gut zehn Jahre nach Einführung des Begriffs Alltag“, sagt Rückert. „Jetzt kommt es darauf an, mit Digitalen Zwillingen, KI und künftig auch humanoiden Robotern ein neues Kapitel der Industrie 4.0 aufzuschlagen“, so Rückert. 27 Prozent der deutschen Industrieunternehmen wollen 2026 mehr in Industrie‑4.0‑Technologien investieren, 50 Prozent wollen ihre Investitionen auf dem bisherigen Niveau halten. 20 Prozent planen geringere Investitionen.
Neben den breit genutzten Anwendungen wie KI, IoT-Plattformen oder digitalen Zwillingen geraten auch neue Technologien stärker in den Blick, und dazu zählen insbesondere humanoide Roboter. Sie gehören zum Bereich Physical AI und können Aufgaben übernehmen, die bislang von Menschen ausgeführt werden. Die Industrieunternehmen sehen darin einen Produktivitätsfaktor: Mehr als 6 von 10 Industrieunternehmen denken, dass humanoide Roboter die Industrie produktiver machen.
Zwischen nötiger Eigenentwicklung und übertriebenem Hype
Fast 7 von 10 sprechen sich dafür aus, dass Deutschland humanoide Roboter schnell selbst entwickelt und auf den Weltmarkt bringt. Gleichzeitig hält fast jedes dritte Industrieunternehmen humanoide Roboter für einen Hype, der bald vorübergehen werde, 41 Prozent sind der Auffassung, die Technologie koste mehr, als sie bringe. „An humanoiden Robotern scheiden sich derzeit die Geister“, befindet Rückert vom Bitkom-Verband.
Vereinzelt werden humanoide Roboter in der deutschen Industrie heute bereits eingesetzt. Sechs Prozent der Industrieunternehmen arbeiten mit ihnen, jedes zehnte Unternehmen plant dies und acht Prozent diskutieren darüber. Allerdings ist für 3 von 4 Industrieunternehmen (72 Prozent) der Einsatz Humanoider Roboter derzeit noch kein Thema. Beim Blick in die Zukunft sieht die Lage anders aus. Insgesamt kann sich fast die gesamte deutsche Industrie (97 Prozent) zumindest langfristig vorstellen, dass humanoide Roboter in der Produktion breit eingesetzt werden.
Industrie sieht in KI einen zentralen Wettbewerbsfaktor
Am Beispiel humanoider Robotik zeigt sich, wie stark die industrielle Entwicklung inzwischen von Künstlicher Intelligenz geprägt wird. Rückert: „KI ist nicht mehr nur eine einzelne Anwendung, sie wird derzeit zur wohl wichtigsten Basistechnologie in industrieller Entwicklung, Fertigung und Betrieb.“ Fast 8 von 10 Industrieunternehmen sind der Auffassung, dass KI künftig entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sein wird. 76 Prozent sind der Meinung, dass die deutsche Industrie beim Einsatz von KI eine Vorreiterrolle einnehmen sollte.
Nur 19 Prozent halten KI in der Industrie für einen vorübergehenden Hype. Gleichzeitig stimmt mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Aussage zu, dass die deutsche Industrie die KI-Revolution zu verschlafen droht, neun Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr. Dennoch sieht sich bei KI jedes zweite deutsche Industrieunternehmen vorne. 46 Prozent ordnen sich hingegen eher als Nachzügler ein (36 Prozent) oder sagen gar, sie hätten den Anschluss verpasst (10 Prozent). „Die Unternehmen sehen in KI enormes Potenzial für mehr Effizienz, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit“, betont Rückert.
Schwierige Konjunktur bremst Digitalisierung
Die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage wirkt sich nachteilig auf die Digitalisierung der deutschen Industrie aus. Über die Hälfte (58 Prozent) der Industrieunternehmen ist der Auffassung, dass die aktuelle Konjunktur die Digitalisierung ihres Unternehmens bremsen wird. 45 Prozent rechnen mit einem Stellenabbau im eigenen Unternehmen, gleichzeitig erwarten 48 Prozent, infolge von Stellenkürzungen in anderen Industrieunternehmen Fachkräfte gewinnen zu können.
Neben der wirtschaftlichen Lage erhöht auch der Wettbewerb aus China den Druck auf die deutsche Industrie. Mehr als jedes achte Industrieunternehmen (13 Prozent) empfindet einen sehr starken Wettbewerbsdruck aufgrund gestiegener Exporte aus China, fast die Hälfte (49 Prozent) einen eher starken Wettbewerbsdruck. Umgekehrt spürt lediglich jedes fünfte Industrieunternehmen nur geringen Druck, 13 Prozent spürt keinerlei zusätzlichen Druck.
China legt bei Industrie 4.0 das Tempo vor, Deutschland hat raschen Aufholbedarf
Der wirtschaftliche Druck trifft die Industrie in einer Phase, in der sich der internationale Wettbewerb weiter verschärft. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland nach Selbsteinschätzung der Unternehmen bei Industrie 4.0 nur auf Platz drei. Ein Zehntel der Industrieunternehmen sieht Deutschland international beim Thema Industrie 4.0 vorne. Als führende Nation bei Industrie 4.0 wird derzeit am häufigsten China genannt (34 Prozent), und auch die USA werden von 21 Prozent in diesem Bereich führend wahrgenommen.
Die Situation ihres eigenen Unternehmens bewerten die Befragten etwas positiver. Neun Prozent der deutschen Industrieunternehmen sehen sich an der Spitze, 38 Prozent eher als Vorreiter bei Industrie 4.0. Knapp die Hälfte (50 Prozent) sieht sich umgekehrt als Nachzügler, lediglich ein Prozent sagt, dass das eigene Unternehmen den Anschluss verpasst habe. „China legt bei Industrie 4.0 das Tempo vor. Deutschland muss dranbleiben, mit mehr Tempo und Investitionen in Innovation und digitaler Infrastruktur“, unterstreicht Rückert.
Unternehmen und Politik sind jetzt in der Verantwortung
Wie können nun Industrieunternehmen bei der Einführung von Industrie‑4.0‑Anwendungen besser unterstützt werden? Dafür braucht es sowohl in der Wirtschaft selbst als auch in der Politik die richtigen Weichenstellungen. „Viele zentrale Anwendungen von Industrie 4.0 bauen heute auf KI auf. Umso wichtiger ist es, KI nicht nur punktuell zu testen, sondern sie systematisch in Produktions- und Engineering-Prozesse zu überführen – mit leistungsfähiger Infrastruktur, einheitlichen Datenstandards und qualifizierten Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette“, sagt Rückert.
„Deutschland braucht bei industrieller KI bessere Standortbedingungen: Mehr Rechenkapazitäten, bessere Dateninfrastrukturen, umsetzbare Regeln, gezielte Fachkräftequalifizierung und einfache Förderprogramme für den Mittelstand. Jetzt geht es nicht mehr um das nächste Pilotprojekt, sondern um den breiten Einsatz von KI in der Wirtschaft und Industrie“, resümiert Tanja Rückert, Vizepräsidentin beim Verband der deutschen Digitalunternehmen Bitkom. (red/czaak)