Moderne wie sichere Kommunikationsinfrastruktur

FREQUENTIS erhält umfangreichen Auftrag zur Modernisierung der militärischen Kommunikationssysteme des österreichischen Bundesheers. Schwerpunkt betrifft sicheren Informationsaustausch für militärische Flugsicherung und Luftraumüberwachung.
Das Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) hat Frequentis mit einem umfangreichen Modernisierungsauftrag für das militärische Flugfunksystem in Österreich beauftragt. Ziel des Projekts ist es, die Kommunikationsinfrastruktur der militärischen Flugsicherung und Luftraumüberwachung auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und mittelfristig auch zukunftssicher zu betreiben.
Funkgeräte von Rohde & Schwarz als Frequentis-Partner
Der militärische Flugfunk gewährleistet den sicheren Sprach- und Informationsaustausch zwischen Boden- und Luftfahrzeugen sowie zwischen Bodenstationen und ist eine zentrale Voraussetzung für Flugsicherung, Luftraumüberwachung und taktische Führung. Die im Rahmen des Projekts eingesetzten Funkgeräte stammen von Rohde & Schwarz, einem langjährigen Partner von Frequentis in diesem Bereich.
„Die Modernisierung des militärischen Flugfunksystems ist ein zentraler Bestandteil der Luftraumverteidigung. Nur mit der besten Funkverbindung lassen sich Einsätze erfolgreich durchführen und koordinieren. Somit wird für die nächsten Jahre die Einsatzbereitschaft sowie die Sicherheit des österreichischen Luftraumes und der Bevölkerung sichergestellt“, sagt Klaudia Tanner, Verteidigungsministerin.
Investition in militärische Einsatzfähigkeit und in Schutz der Bevölkerung
„Mit diesem Projekt modernisieren wir eine zentrale Kommunikationsinfrastruktur der militärischen Flugsicherung. Das neue System gewährleistet eine sichere und hochverfügbare Kommunikation für die nächsten Jahrzehnte“, ergänzt Peter Skiczuk, Senior Vice President Defence bei Frequentis. „Wir freuen uns, damit unsere über 50-jährige Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung fortzuführen“, so Skiczuk von Frequentis.
Neben der militärischen Nutzung trägt der Flugfunk auch direkt zur Sicherheit der Bevölkerung bei. Beispielsweise koordinieren die Hubschrauber-Piloten des Bundesheers bei Waldbrand- oder Löscheinsätzen ihre Einsätze über diese Kommunikationssysteme. „Die Modernisierung ist somit sowohl eine Investition in die militärische Einsatzfähigkeit als auch in den Schutz der Bevölkerung“, unterstreicht Klaudia Tanner.
Frequentis
Frequentis ist Weltmarktführer bei High-Tech-Systemen für die Flugsicherung. Dazu gehören zivile und militärische Flugsicherungen (Segment Air Traffic Management) für die Bereiche Polizei, Rettung, Feuerwehr, Bahn und Schifffahrt (Segment Public Safety & Transport). Das börsennotierte Familienunternehmen mit Sitz in Wien steht für innovative, nachhaltige Lösungen für Sicherheit im täglichen Leben und im sicherheitskritischen Bereich.
Angebote zur Luftverkehrsoptimierung für Flugsicherungszentralen unterstützen dabei auch bei der Reduktion von Emissionen. Der Weltkonzern mit über 2.600 Mitarbeitenden verfügt über ein globales Netzwerk von Gesellschaften in über 50 Ländern. Die Produkte, Services und Lösungen sind in rund 150 Ländern im Einsatz. Frequentis notiert an der Wiener und Frankfurter Börse, ISIN : ATFREQUENT09, WKN : A2PHG5. Im Jahr 2025 wurde ein Umsatz von knapp über EUR 580 Mio. und ein EBIT von rund EUR 47 Mio. erwirtschaftet. (red/cc)
Digitale Kompetenzen für Gemeinden

Mit der Programmlinie „Digitale Gemeinde“ unterstützte das Land Niederösterreich zwei Jahre lang die Digitalisierung von Gemeinden. Vereinfachung der Verwaltung, Bürgerservice und effiziente Abläufe im Fokus. Aktuell wurden besonders innovative Projekte vorgestellt.
Digitalisierung in Gemeinden muss vor allem eines sein : alltagstauglich. Sie soll die Verwaltung vereinfachen, Abläufe effizienter machen und damit die Grundlage für noch bessere Services für die Bevölkerung schaffen. Die Geschäftsstelle für Digitalisierung und Innovation des Landes NÖ hat dazu in den vergangenen zwei Jahren mit dem Schwerpunkt „Digitale Gemeinde“ gezielt Impulse gesetzt, Bedürfnisse der Gemeinden aufgegriffen und praxisnahe Angebote auf den Weg gebracht.
Workshops etwa zu ID-Austria und Künstlicher Intelligenz
„Der Schwerpunkt ‚Digitale Gemeinde‘ zeigt, wie aus Zuhören, Austausch und praxisnahen Impulsen konkrete digitale Lösungen entstehen. Genau darum haben wir in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit unseren Partnern Angebote geschaffen, die direkt in der Praxis helfen : leicht verständlich, niederschwellig und umsetzungsorientiert“, erläutert Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Landeshauptfrau von Niederösterreich.
In Summe nahmen mehr als 700 Personen etwa an Live-Webinaren im Rahmen des digiCAFÉ teil. Ergänzt wurde das Angebot durch Workshops etwa zu ID-Austria und Künstlicher Intelligenz sowie durch Praxisbeispiele aus dem „Digitalen Delikatessen Kochbuch“, das über 5.000-mal verteilt wurde. Innovative Formate wie die digiWERKSTATT oder der Gemeinde-Hackathon im Haus der Digitalisierung in Tulln gaben zusätzlichen Raum, um neue Ideen gemeinsam zu entwickeln.
Hackathons von Studierenden, Verwaltung und Wirtschaft in Bischofstetten
Ein Beispiel dafür ist die Marktgemeinde Bischofstetten. Im Rahmen des Hackathons arbeiteten Studierende, Verwaltung und Wirtschaft an der Idee einer „DAHOAM Community App“. Die digitale Lösung soll lokale Betriebe, Angebote und Aktionen sichtbar machen und Bürger motivieren, im Ort einzukaufen. „Es war beeindruckend zu sehen, welche innovativen Ideen im Hackathon entstanden sind. Besonders wertvoll war die Zusammenarbeit von Studierenden, Verwaltung und IT-Unternehmen. Jetzt gilt es, mit passenden Partnern die Ideen auf die Strecke zu bringen oder mögliche bestehende Tools für die aktuellen Anforderungen weiterzuentwickeln“, so Bürgermeisterin Gerlinde Muhr.
Im digiMENTORING-Programm wiederum arbeiteten acht Gemeinden sechs Monate lang gemeinsam mit Experten an der digitalen Weiterentwicklung ihrer Gemeinde. Dabei wurden die jeweilige Ausgangssituation analysiert, Bedarfe erhoben und darauf aufbauend Projekte geplant oder bereits umgesetzt. So entstanden ganz konkrete Maßnahmen, etwa eine Online-Terminbuchung oder Angebote zur Unterstützung bei der Einrichtung der ID Austria.
Elektronisches Akten- und Dokumentenmanagementsystem in Raxendorf
Die Gemeinde Raxendorf war eine, die diese Begleitung nutzte, um konkrete Schritte für die Verwaltung der Zukunft zu setzen. Im Fokus standen die Einführung eines elektronischen Akten- und Dokumentenmanagementsystems (ELAK) sowie weitere digitale Verbesserungen. „Das Programm hat uns konkrete Ansätze und wertvolle Einblicke gezeigt, wie Digitalisierung im Verwaltungsbereich Mehrwert schaffen kann – für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso wie für die Bevölkerung. Jetzt geht es an die weitere Umsetzung“, betont Bürgermeister Johannes Höfinger.
Ein weiterer konkreter Baustein des zweijährigen Gemeinde-Schwerpunktes war der digi-Kompass. Dieser wurde im EU-Interreg-Projekt BRIE von der Universität für Weiterbildung Krems, der Dorf- und Stadterneuerung und Gemeinden entwickelt. Das kostenlose Online-Tool unterstützt Gemeinden dabei, ihren digitalen Stand einzuschätzen, Handlungsfelder zu erkennen und gezielt nächste Schritte zu setzen. Nun steht es allen Gemeinden in Niederösterreich zur Verfügung. (red/czaak)
Humanoide Roboter und KI

Die digitale Transformation der Industrie geht in nächste Runde. Fast 90 Prozent sehen Industrie 4.0 als wettbewerbsentscheidend. Fast 50 Prozent sehen raschen Aufholbedarf bei KI. Diskussion zu humanoiden Robotern, so Ergebnisse neuer Bitkom-Studie in Deutschland.
Automatisierte Produktionsabläufe mit Künstlicher Intelligenz, schnellere Fertigung durch 3D-Druck oder humanoide Roboter, die gefährliche Schweißarbeiten übernehmen : Deutschlands Fabriken werden zunehmend digitaler. Die deutsche Industrie bewertet den Einsatz digitaler Technologien in der Produktion überwiegend positiv : 81 Prozent der deutschen Industrieunternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance, nur 16 Prozent sehen darin ein Risiko. Gleichzeitig ist Industrie 4.0 ein Wettbewerbsfaktor.
Für fast alle deutschen Industrieunternehmen (94 Prozent) ist Industrie 4.0 sehr wichtig, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen (unverzichtbar : 30 Prozent ; sehr wichtig : 64 Prozent). Nur knapp 4 Prozent halten Industrie 4.0 hingegen für unwichtig. Das sind Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die anlässlich der Hannover Messe unter 555 Industrieunternehmen des verarbeitenden Gewerbes ab 100 Beschäftigten in Deutschland durchgeführt wurde.
Menschenähnlich gebaute Roboter und das Thema Wettbewerbsfähigkeit
„Industrie 4.0 ist kein Technologietrend, sondern die Basis für industrielle Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Tanja Rückert, Vizepräsidentin beim Verband der deutschen Digitalunternehmen Bitkom. „Mit KI und künftig humanoiden Robotern erhält Industrie 4.0 ein massives Upgrade, die digitale Transformation der deutschen Industrie geht mit KI in die nächste Runde“, so Rückert.
Wie groß die Bedeutung dieser Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Industrieunternehmen ist, zeigt die Bitkom-Studie. 9 von 10 Industrieunternehmen messen Industrie 4.0 allgemein eine sehr große oder eher große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie bei. Bei Künstlicher Intelligenz sind es knapp 8 von 10. Auch humanoide Roboter, also KI-basierte menschenähnlich gebaute Roboter, werden mehrheitlich als bedeutsam für die Wettbewerbsfähigkeit eingeschätzt : Mehr als 6 von 10 Industrieunternehmen rechnen dieser Technologie eine große Bedeutung zu.
Industrie 4.0 ist in der Produktion angekommen
In der Produktion ist Industrie 4.0 keine Zukunftsvision, sondern gelebte Praxis. 97 Prozent der Industrieunternehmen setzen mindestens eine Industrie‑4.0‑Anwendung ein. Im Bereich der intelligenten Steuerung und Planung ist Künstliche Intelligenz (KI) am weitesten verbreitet. KI ist bereits bei 40 Prozent der Industrie-Unternehmen im Einsatz, fast ebenso viele planen dies. Auch digitale Zwillinge sind inzwischen weit verbreitet : 45 Prozent der Industrieunternehmen haben sie im Einsatz, 26 Prozent planen dies.
Physical AI, also KI, die Maschinen oder Roboter in die Lage versetzt, physische Aufgaben selbstständig auszuführen, ist bei 6 Prozent der deutschen Industrieunternehmen im Einsatz. Die Technologie steckt zwar noch in den Anfängen, allerdings planen bereits mehr als ein Viertel der Unternehmen ihre Einführung. Geht es um digitale Infrastrukturen und Vernetzung, so liegen IoT-Plattformen an der Spitze der einschlägigen Technologien : Sie sind bei 45 Prozent der Industrieunternehmen im Einsatz und bei einem Drittel geplant.
Deutsche Industrieunternehmen wollen mehr investieren
Aber auch Datenräume, Edge Computing, Lifecycle-Management und 5G-Campusnetze werden in der Produktion eingesetzt und tragen zu einer vernetzten Produktion bei. „In den Fabriken ist Industrie 4.0 gut zehn Jahre nach Einführung des Begriffs Alltag“, sagt Rückert. „Jetzt kommt es darauf an, mit Digitalen Zwillingen, KI und künftig auch humanoiden Robotern ein neues Kapitel der Industrie 4.0 aufzuschlagen“, so Rückert. 27 Prozent der deutschen Industrieunternehmen wollen 2026 mehr in Industrie‑4.0‑Technologien investieren, 50 Prozent wollen ihre Investitionen auf dem bisherigen Niveau halten. 20 Prozent planen geringere Investitionen.
Neben den breit genutzten Anwendungen wie KI, IoT-Plattformen oder digitalen Zwillingen geraten auch neue Technologien stärker in den Blick, und dazu zählen insbesondere humanoide Roboter. Sie gehören zum Bereich Physical AI und können Aufgaben übernehmen, die bislang von Menschen ausgeführt werden. Die Industrieunternehmen sehen darin einen Produktivitätsfaktor : Mehr als 6 von 10 Industrieunternehmen denken, dass humanoide Roboter die Industrie produktiver machen.
Zwischen nötiger Eigenentwicklung und übertriebenem Hype
Fast 7 von 10 sprechen sich dafür aus, dass Deutschland humanoide Roboter schnell selbst entwickelt und auf den Weltmarkt bringt. Gleichzeitig hält fast jedes dritte Industrieunternehmen humanoide Roboter für einen Hype, der bald vorübergehen werde, 41 Prozent sind der Auffassung, die Technologie koste mehr, als sie bringe. „An humanoiden Robotern scheiden sich derzeit die Geister“, befindet Rückert vom Bitkom-Verband.
Vereinzelt werden humanoide Roboter in der deutschen Industrie heute bereits eingesetzt. Sechs Prozent der Industrieunternehmen arbeiten mit ihnen, jedes zehnte Unternehmen plant dies und acht Prozent diskutieren darüber. Allerdings ist für 3 von 4 Industrieunternehmen (72 Prozent) der Einsatz Humanoider Roboter derzeit noch kein Thema. Beim Blick in die Zukunft sieht die Lage anders aus. Insgesamt kann sich fast die gesamte deutsche Industrie (97 Prozent) zumindest langfristig vorstellen, dass humanoide Roboter in der Produktion breit eingesetzt werden.
Industrie sieht in KI einen zentralen Wettbewerbsfaktor
Am Beispiel humanoider Robotik zeigt sich, wie stark die industrielle Entwicklung inzwischen von Künstlicher Intelligenz geprägt wird. Rückert : „KI ist nicht mehr nur eine einzelne Anwendung, sie wird derzeit zur wohl wichtigsten Basistechnologie in industrieller Entwicklung, Fertigung und Betrieb.“ Fast 8 von 10 Industrieunternehmen sind der Auffassung, dass KI künftig entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sein wird. 76 Prozent sind der Meinung, dass die deutsche Industrie beim Einsatz von KI eine Vorreiterrolle einnehmen sollte.
Nur 19 Prozent halten KI in der Industrie für einen vorübergehenden Hype. Gleichzeitig stimmt mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Aussage zu, dass die deutsche Industrie die KI-Revolution zu verschlafen droht, neun Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr. Dennoch sieht sich bei KI jedes zweite deutsche Industrieunternehmen vorne. 46 Prozent ordnen sich hingegen eher als Nachzügler ein (36 Prozent) oder sagen gar, sie hätten den Anschluss verpasst (10 Prozent). „Die Unternehmen sehen in KI enormes Potenzial für mehr Effizienz, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit“, betont Rückert.
Schwierige Konjunktur bremst Digitalisierung
Die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage wirkt sich nachteilig auf die Digitalisierung der deutschen Industrie aus. Über die Hälfte (58 Prozent) der Industrieunternehmen ist der Auffassung, dass die aktuelle Konjunktur die Digitalisierung ihres Unternehmens bremsen wird. 45 Prozent rechnen mit einem Stellenabbau im eigenen Unternehmen, gleichzeitig erwarten 48 Prozent, infolge von Stellenkürzungen in anderen Industrieunternehmen Fachkräfte gewinnen zu können.
Neben der wirtschaftlichen Lage erhöht auch der Wettbewerb aus China den Druck auf die deutsche Industrie. Mehr als jedes achte Industrieunternehmen (13 Prozent) empfindet einen sehr starken Wettbewerbsdruck aufgrund gestiegener Exporte aus China, fast die Hälfte (49 Prozent) einen eher starken Wettbewerbsdruck. Umgekehrt spürt lediglich jedes fünfte Industrieunternehmen nur geringen Druck, 13 Prozent spürt keinerlei zusätzlichen Druck.
China legt bei Industrie 4.0 das Tempo vor, Deutschland hat raschen Aufholbedarf
Der wirtschaftliche Druck trifft die Industrie in einer Phase, in der sich der internationale Wettbewerb weiter verschärft. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland nach Selbsteinschätzung der Unternehmen bei Industrie 4.0 nur auf Platz drei. Ein Zehntel der Industrieunternehmen sieht Deutschland international beim Thema Industrie 4.0 vorne. Als führende Nation bei Industrie 4.0 wird derzeit am häufigsten China genannt (34 Prozent), und auch die USA werden von 21 Prozent in diesem Bereich führend wahrgenommen.
Die Situation ihres eigenen Unternehmens bewerten die Befragten etwas positiver. Neun Prozent der deutschen Industrieunternehmen sehen sich an der Spitze, 38 Prozent eher als Vorreiter bei Industrie 4.0. Knapp die Hälfte (50 Prozent) sieht sich umgekehrt als Nachzügler, lediglich ein Prozent sagt, dass das eigene Unternehmen den Anschluss verpasst habe. „China legt bei Industrie 4.0 das Tempo vor. Deutschland muss dranbleiben, mit mehr Tempo und Investitionen in Innovation und digitaler Infrastruktur“, unterstreicht Rückert.
Unternehmen und Politik sind jetzt in der Verantwortung
Wie können nun Industrieunternehmen bei der Einführung von Industrie‑4.0‑Anwendungen besser unterstützt werden ? Dafür braucht es sowohl in der Wirtschaft selbst als auch in der Politik die richtigen Weichenstellungen. „Viele zentrale Anwendungen von Industrie 4.0 bauen heute auf KI auf. Umso wichtiger ist es, KI nicht nur punktuell zu testen, sondern sie systematisch in Produktions- und Engineering-Prozesse zu überführen – mit leistungsfähiger Infrastruktur, einheitlichen Datenstandards und qualifizierten Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette“, sagt Rückert.
„Deutschland braucht bei industrieller KI bessere Standortbedingungen : Mehr Rechenkapazitäten, bessere Dateninfrastrukturen, umsetzbare Regeln, gezielte Fachkräftequalifizierung und einfache Förderprogramme für den Mittelstand. Jetzt geht es nicht mehr um das nächste Pilotprojekt, sondern um den breiten Einsatz von KI in der Wirtschaft und Industrie“, resümiert Tanja Rückert, Vizepräsidentin beim Verband der deutschen Digitalunternehmen Bitkom. (red/czaak)
Neuer Standort in Dornbirn

IT-Dienstleister CANCOM Austria eröffnet neuen Standort im Campus V in Dornbirn. Prominente Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft folgten Einladung von CANCOM-Vorstand Dietmar Wiesinger und Geschäftsstellen-Leiter Kuno Schoder.
CANCOM Austria eröffnet in Dornbirn einen neuen Standort. Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft folgten der Einladung, hochrangige Vertreter des Landes Vorarlberg betonten diesen wichtigen Meilenstein für den Standort Vorarlberg. Die offizielle Eröffnung wurde durch Dietmar Wiesinger, Vorstand der CANCOM Austria AG, vorgenommen.
Marco Tittler, Landesrat des Landes Vorarlberg, unterstrich in seiner Ansprache die strategische Bedeutung und Expertise von Künstlicher Intelligenz für den Wirtschaftsstandort. Stefan Fitz-Rankl, Geschäftsführer der FH Vorarlberg, betonte die enge Partnerschaft mit CANCOM insbesondere in den Bereichen Wirtschaftsinformatik und Softwareentwicklung. Ebenso anwesend war Bernhard Ölz, Vorstand der PRISMA Holding AG, die als Miteigentümerin des Standorts maßgeblich an der Entwicklung des Campus V beteiligt ist.
Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur in Vorarlberg
Der neue Standort im Campus V als Vorarlbergs erstem Campus für Wirtschaft, Wissen und Kreativität hebt die strategische Bedeutung der Region für CANCOM Austria hervor. „Vorarlberg ist für uns ein zentraler Innovations- und Wachstumsmarkt. Mit dem neuen Standort schaffen wir die Grundlage, unsere Kund:innen noch intensiver bei der digitalen Transformation zu begleiten und setzen so ein starkes Zeichen für die Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur in Vorarlberg“, so Dietmar Wiesinger, Vortsand von CANCOM Austria.
Als führender Lösungs- und Servicepartner für alle Themen rund um IKT und KI begleitet CANCOM Unternehmen, Organisationen und den öffentlichen Sektor ganzheitlich in die digitale Zukunft. Das Portfolio reicht von klassischer IT und TK — Systemhausleistungen über Cloud- und Managed Services bis hin zu datengetriebenen Lösungen, Applikationen und KI. Ziel ist, IT-Komplexität zu reduzieren, Innovation zu ermöglichen und neue Geschäftsmodelle zu erschließen.
Vorarlberger Krankenhäuser sowie führende Industrie- und Logistikunternehmen als Kunden
„Besonders relevant für die Kundenbetreuung ist der starke regionale Fokus durch die österreichweiten Geschäftsstellen“, so CANCOM in einer Aussendung. CANCOM Austria ist 2023 aus Kapsch BusinessCom hervorgegangen und unterhält neben der Zentrale in Wien noch Niederlassungen in Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt, Leonding (OÖ) und Raaba (Steiermark).
In Vorarlberg betreut CANCOM zahlreiche Einrichtungen im Gesundheitsbereich, darunter die Vorarlberger Krankenhäuser, sowie führende Industrie- und Logistikunternehmen wie ALPLA Werke, Gebrüder Weiss, die Getzner Gruppe, Hirschmann Automotive, Loacker Recycling, Haberkorn, Collini, Hermann Pfanner Getränke, sowie die Zumtobel Group und die i+R Gruppe.
Standort betreut Unternehmen über Landesgrenzen hinweg im Vier-Länder-Eck
Neben einer umfassenden IT- und Security-Expertise vertrauen viele dieser Betriebe auch auf Dienste aus dem CANCOM Cyber Defense Center. Mit der illwerke vkw AG zählt zudem ein führender Netzbetreiber aus dem Provider-Bereich zum Kundenkreis. Darüber hinaus betreut der Standort zahlreiche Unternehmen über die Landesgrenzen hinweg im Vier-Länder-Eck sowie in der gesamten Bodenseeregion.
„Mit unserem neuen Standort im Campus V schaffen wir nicht nur moderne Arbeitsräume für unser kompetentes Experten-Team, sondern auch einen Ort für Zusammenarbeit, Innovation und Austausch mit Kund:innen und Partner:innnen — genau dort, wo Zukunft entsteht“, ergänzt Kuno Schoder, Geschäftsstellenleiter CANCOM in Vorarlberg. (red/cc)
KI als strategischer Hebel

Innovation für Automobil, Schiene, Schifffahrt und Energie sind Themen des Mobilitäts-Techunternehmens AVL List. Gemeinsam mit der IT-Einheit e1 Business Solutions und Salesforce setzt das Unternehmen nun nächsten Schritt beim KI-Einsatz. Salesforce Wien Summit am 16. April.
Das Thema Mobilität und deren Transformation prägt die Arbeit von AVL List. Als eines der weltweit führenden Mobilitäts-Technologieunternehmen entwickelt, simuliert und testet AVL Systeme und Komponenten für die Automobilindustrie sowie für Branchen wie Schienenverkehr, Schifffahrt und Energie. Auf dem Fundament einer umfassenden eigenen Forschungstätigkeit entstehen Konzepte, Technologien und Entwicklungswerkzeuge, die den Weg zu einer grüneren, sichereren und besseren Mobilität ebnen sollen.
Als langjähriger Salesforce Kunde geht AVL List nun gemeinsam mit der aus der AVL-Gruppe hervorgegangenen IT-Einheit e1 Business Solutions den nächsten Schritt in Richtung KI. Mit der Salesforce-Anwendung Agentforce etabliert das Unternehmen Agenten-basierte KI als integralen Bestandteil seiner Plattformstrategie. Damit sollen Prozesse verschlankt, Mitarbeiter:innen entlastet und final auch das Kundenerlebnis nachhaltig verbessert werden.
KI zwischen Effizienzdruck und Mehrwert
„Für uns war entscheidend, Agentforce nicht isoliert zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil der bestehenden Salesforce Plattform. Wir haben das Projekt bewusst Use Case-getrieben aufgebaut, mit einem klaren Fokus auf messbaren Nutzen und der Kombination von Agentforce und Data Cloud, um Geschäftsprozesse mit KI produktiv und nachhaltig zu optimieren“, erklärt Christian Kaimel, Global Head of Salesforce Platform und Prokurist bei e1 Business Solutions.
Die Einführung von Agentforce fand bei AVL List in einem klar definierten wirtschaftlichen Rahmen statt. Mit Blick auf die Kosten ging es nicht darum, möglichst viel KI einzuführen, sondern sehr bewusst zu entscheiden, wo sie wirklich sinnvoll eingesetzt werden kann. „Welche Tätigkeiten binden heute besonders viel Zeit ? Wo entstehen regelmäßig wiederkehrende Anfragen ? Und an welchen Stellen kann KI Mitarbeiter:innen entlasten, ohne Prozesse unnötig zu komplizieren?“, erläutert Christian Kaimel den Fokus.
Schnelle Erfolge mit klaren Use Cases
In diesem Kontext wurde Agentforce Schritt für Schritt eingeführt, immer entlang konkreter Fragestellungen aus dem operativen Alltag. „So konnten wir sicherstellen, dass KI nicht zusätzliche Komplexität erzeugt, sondern gezielt dort unterstützt, wo sie spürbare Entlastung und echten Nutzen bringt“, ergänzt Kaimel. Der erste Fokus bei AVL List lag auf internen Szenarien in Service und Vertrieb, bei denen Mitarbeiter:innen regelmäßig mit komplexen technischen Informationen, Datenblättern und wiederkehrenden Kundenanfragen konfrontiert sind.
Agentforce soll hier nun helfen, diese Informationen strukturiert und kontextbezogen bereitzustellen, Standardanfragen deutlich schneller zu beantworten und Mitarbeiter:innen spürbar zu entlasten. Parallel wurden erste externe Use Cases auf der sogenannten Experience Cloud von Salesforce umgesetzt. KI-Agents führen hier nun Interessent:innen gezielt durch die Produktauswahl und unterstützen auch direkt bei den Anfrageformularen.
Multi-Agent-Strategien als Leitlinien für die KI-Zukunft
„Dadurch werden sie schneller zur passenden Lösung geführt, während die Datenqualität steigt. Entscheidend war dabei die Kombination von Agentforce mit der Data Cloud. Sie stellt sicher, dass KI-Agents auf strukturierte und aktuelle Daten zugreifen und damit qualitativ belastbare Antworten liefern, auch bei komplexen technischen Fragestellungen“, ergänzt Christian Kaimel von e1 Business Solutions. Im Ergebnis konnten hier manuelle Recherche- und Bearbeitungsaufwände deutlich reduziert werden, Prozesse beschleunigt und gleichzeitig die Qualität im Kundenkontakt verbessert werden.
Für AVL List ist Agentforce kein singuläres Projekt, sondern der Ausgangspunkt für den schrittweisen Aufbau einer skalierbaren Multi-Agent-Landschaft innerhalb der Salesforce Plattform. In den kommenden Phasen sollen weitere KI-Agents gezielt in Bereichen wie Vertrieb, CPQ, Commerce, Marketing und Service etabliert und ihre Sichtbarkeit sowohl intern als auch extern systematisch erhöht werden. Ziel ist es, sie dort einzusetzen, wo sie Mitarbeiter:innen entlasten, Prozesse beschleunigen und das Kundenerlebnis messbar verbessern können.
Salesforce Wien Summit am 16. April 2026 mit Kastner & Öhler, Julius Meinl, Uni Wien, Mondelez und Bundeskanzleramt
Operativ wie strategisch wird bei AVL List bewusst kein „Big-Bang-Ansatz“ verfolgt, es gelten klare prozess- und praxisorientierte Leitlinien. Jeder neue KI-Agent muss auf einem konkreten Use Case basieren, tief in bestehende Salesforce Prozesse integriert sein und einen klar nachweisbaren Mehrwert liefern. „Wir legen großen Wert auf Governance, Qualität und Akzeptanz, insbesondere im Zusammenspiel von Mensch und KI. So entsteht schrittweise eine agentische Organisation, in der unterstützende KI-Agents fest in den Arbeitsalltag eingebunden sind und die Salesforce Plattform zum zentralen Orchestrierungs-Layer für intelligente, KI-gestützte Prozesse wird“, unterstreicht Christian Kaimel, Global Head of Salesforce Platform und Prokurist bei e1 Business Solutions.
Am 16. April findet der Salesforce Wien Summit statt, mit unternehmerischen Transformationsprozesse via KI als inhaltlichen Schwerpunkt. Besucher können KI-Agenten live in Aktion erleben oder auch selbst erstellen. Österreichische Betriebe wie Kastner & Öhler, Julius Meinl, Uni Wien oder Mondelez erörtern, wie sie Salesforce in der Praxis einsetzen und welche Potenziale sich dabei eröffnen. Country Managerin Manuela Mohr-Zydek wird dabei auch Wolfgang Ebner, Chief Digital Officer im Bundeskanzleramt begrüßen, der Einblicke in die digitale Zukunft Österreichs gibt. Salesforce Wien Summit, 16. April 2026, Stage 3 in der Lilienthalgasse 6 in 1030 Wien. (red/czaak)
Wachstum bei Österreichs Patentanmeldungen

2025 mehr als 2.250 neue europäische Patente aus Österreich. Elektronische Maschinen und Energie als führender Innovationsbereich. Borealis führt heimische Rangliste an, Wien bleibt erster Innovationsstandort. Gegenüber US führt Europa bei Themen KI und Quanten.
Im Jahre 2025 reichten Unternehmen und Erfinder:innen aus Österreich insgesamt 2.253 europäische Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt (EPA) ein. Das entspricht einem Anstieg von fünf Prozent gegenüber 2024. Österreich liegt damit deutlich über dem EU- und dem weltweiten Durchschnitt. Diese Entwicklung markiert erstmals wieder Wachstum nach zwei Jahren des Rückgangs. Die Zahlen unterstreichen zudem die weiterhin starke Innovationsleistung Österreichs im Verhältnis zu seiner Größe, so die Daten aus dem neuen EPO Technology Dashboard 2025 (Anm. ehemals Patent Index).
Pro Kopf liegt Österreich mit 245 Anmeldungen pro eine Million Einwohner weltweit auf Platz 8
Insgesamt hat das Europäische Patentamt (EPA) im vergangenen Jahr die Rekordzahl von 201.974 Patentanmeldungen erhalten, ein Anstieg um 1,4 Prozent. Die Anmeldungen aus Europa, einschließlich aller 39 EPA-Mitgliedsstaaten sind nahezu gleich geblieben, während die Anmeldungen aus Ländern außerhalb Europas um etwas über zwei Prozent zunahmen. Patentanmeldungen sind ein Frühindikator für Investitionen in Forschung und Entwicklung.
Österreich rangiert im Jahr 2025 unter allen Herkunftsländern für europäische Patentanmeldungen auf Platz 16 und innerhalb der EU auf Platz 10. Pro Kopf liegt Österreich mit 245 Anmeldungen pro eine Million Einwohner weltweit auf Platz 8 und bestätigt damit seine hohe Innovationsleistung im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße. Innerhalb Europas ist Österreich neben Finnland (+ 44 Prozent), Dänemark (+ 5) und Spanien (+ 3) eines der wenigen mittelgroßen/größeren Patentländer, die 2025 ein Wachstum verzeichneten.
Starke österreichische Innovationsbasis mit Wachstum in den Bereichen Spezialmaschinen und Hightech
„Die Rekordzahl an Patentanmeldungen unterstreicht die Innovationskraft Europas und seine Attraktivität als globaler Technologiemarkt”, sagt António Campinos, Präsident des Europäischen Patentamtes (EPA). “Das Technology Dashboard 2025 zeigt auf, welche Industrien Fortschritte erzielt haben und wo noch Lücken bestehen. Es unterstützt politische Entscheidungsträger, gezielte Maßnahmen zu planen, um technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, so Campinos.
Österreichs führender Technologiebereich waren 2025 erneut Elektrische Maschinen, Apparate und Energie mit 223 Anmeldungen, gefolgt von Bauwesen (157), Sonstige Spezialmaschinen (155), Fördertechnik (145) und Transport (129). Zu den Sektoren mit starkem Wachstum bei Patentanmeldungen aus Österreich gehören : Sonstige Spezialmaschinen (+ 37 Prozent, darunter 3D-Druckmaschinen), Messtechnologien (+ 34), Werkstoffe und Metallurgie (+ 32), Medizintechnik (+ 28) sowie Fördertechnik (+ 21 Prozent, darunter Verpackungen). Industrielle Innovation, Advanced Manufacturing, Ingenieurwesen und nachhaltige Technologien sind zusammengefasst die Stärken Österreichs.
Wien bleibt führender Innovationsstandort und enormer Zuwachs im Burgenland
Im Kontext mit den Regionen konzentrieren sich die Patentaktivitäten weiterhin auf eine begrenzte Anzahl. Wien führt 2025 mit 550 europäischen Patentanmeldungen, was fast einem Viertel aller österreichischen Anmeldungen entspricht und einen Anstieg von knapp vier Prozent gegenüber 2024 darstellt. Oberösterreich folgt mit 449 Anmeldungen (+ 11 Prozent) vor der Steiermark (352 ; + 5) und Vorarlberg (302 ; + 12). Zusammen entfallen auf diese vier Regionen fast drei Viertel aller Anmeldungen aus Österreich.
Deutliche Zuwächse verzeichnen aber auch andere Regionen, darunter Salzburg (+ 23 Prozent), Tirol (+ 14) und insbesondere das Burgenland (+ 233), während die Zahlen in Kärnten um 45 Prozent zurückgingen. Auf Stadtebene rangiert Wien auf Platz 17 unter den EPA-Regionen und auf Platz 49 weltweit und ist damit die einzige österreichische Stadt in den globalen Top 50. Andere Zentren wie Linz, Graz, Dornbirn, Höchst und Innsbruck spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der österreichischen Patentlandschaft, insbesondere in den Bereichen Industrie, Ingenieurwesen und Automobiltechnologie.
Borealis erneut an der Spitze und Advanced Manufacturing, Industriemaschinen, Energie und Elektronik führen bei Themen
Unter den österreichischen Anmeldern beim EPA liegt Borealis 2025 mit 173 Anmeldungen erneut an der Spitze. Es folgen Voestalpine (85), Julius Blum (73), Tridonic (62) und AMS-Osram (43). Voestalpine rückt auf den zweiten Platz vor, während AMS-Osram und AT&S in die Top 10 aufgestiegen sind. Viele der führenden österreichischen Anmelder sind in den Bereichen Advanced Manufacturing, Industriemaschinen, Energielösungen und Elektronik tätig.
Das Topsegment bei europäischen Patentanmeldungen bleibt die Computertechnik mit einem Plus von sechs Prozent gegenüber 2024. Treiber ist der Anstieg KI-bezogener Technologien (+ 10 Prozent) und dem stark wachsenden Bereich der Quantentechnologien (+ 38 Prozent). Während die USA insgesamt den größten Gesamtanteil an Anmeldungen im Bereich Computertechnik verzeichnen, führen europäische Innovatoren in den Teilbereichen KI und Quanten.
Digitale Kommunikation, Halbleiter und das Thema Einheitspatent
Digitale Kommunikation, einschließlich der Mobilfunknetze, liegt auf Rang zwei und verzeichnet das schnellste Wachstum (+ 11 Prozent) der führenden Bereiche, was zum Teil auf den globalen Wettlauf, um die Entwicklung von 6G-Technologien zurückzuführen ist. Elektrische Maschinen, Geräte und Energie belegen den dritten Platz (+ 5 Prozent) und profitieren von starkem Wachstum bei Batterieinnovationen (+ 15 Prozent), angeführt von Vorreitern aus der Republik Korea, China und Japan. Die Halbleitertechnologie setzt ihr Wachstum fort (+ 8 Prozent). Insgesamt führen europäische Innovatoren in acht der zehn wichtigsten Technologiebereiche.
Das 2023 eingeführte Einheitspatent, das einen vereinfachten Weg zum Schutz in 18 EU-Staaten bietet, gewinnt weiter an Dynamik. Patentinhaber aus Österreich beantragten für 52 Prozent ihrer im Jahr 2025 erteilten europäischen Patente einheitlichen Schutz, gegenüber 47 Prozent im Jahr 2024. Dieser Wert liegt deutlich über der durchschnittlichen Akzeptanzrate von 41 Prozent in der EU und dem weltweiten Durchschnitt von 28 Prozent. Die Zahlen unterstreichen das starke Interesse österreichischer Innovatoren an einem kostengünstigen, vereinfachten Patentschutz in der gesamten EU.
Das EPA und das EPO Technology Dashboard
Mit 6 300 Mitarbeitern ist das Europäische Patentamt (EPA) eine der größten öffentlichen Einrichtungen in Europa. Die Zentrale ist in München, Außenstellen liegen in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien. Ziel ist die Zusammenarbeit im Patentwesen in Europa zu stärken. Durch das zentralisierte Patenterteilungsverfahren des EPA können Erfinder in bis zu 46 Ländern, die einen Markt von rund 700 Millionen Menschen abdecken, einen hochwertigen Patentschutz erhalten. Das EPA ist auch die weltweit führende Behörde für Patentinformationen und Patentrecherchen.
Das neue EPO Technology Dashboard (der neue Name für den früheren jährlichen Patent Index) ist ein Instrument zur Verfolgung globaler Innovationstrends und bietet Einblicke in die europäische Patentanmeldeaktivität in verschiedenen Branchen und Regionen. Durch die Analyse von Patentdaten dient das Dashboard als Barometer für den technologischen Fortschritt, F&E‑Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit und hilft Unternehmen, politischen Entscheidungsträgern und Forschern, die sich wandelnde Dynamik der aktuellen Innovationslandschaft zu verstehen und entsprechend gezielte Maßnahmen setzen zu können. (red/rucz)
„Ideen von heute sind die Arbeitsplätze von morgen“

Land Niederösterreich startet neuen Fördercall. „PROTO-TYPISCH NÖ“ adressiert primär kleine und mittelständische Unternehmen bei Entwicklung und Bau von Prototypen für neues Produkt. Programmlinie ist Teil der Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+.
Niederösterreich setzt eine weitere Maßnahme der Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+ um. Der neue Fördercall „PROTO-TYPISCH NÖ“ soll Unternehmen dabei zu unterstützen, innovative Ideen in konkrete Produkte zu überführen und damit die Lücke zwischen Entwicklung und Marktumsetzung gezielt zu schließen. „Ideen von heute sind die Arbeitsplätze von morgen. Deshalb schaffen wir mit PROTO-TYPISCH NÖ einen gezielten Anreiz, damit aus Innovationen rascher marktfähige Produkte werden“, sagt Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Landeshauptfrau von Niederösterreich. „Genau dieser Schritt ist oft entscheidend, damit aus Entwicklung wirtschaftlicher Erfolg wird und so stärken wir Innovation, Wertschöpfung und Beschäftigung in Niederösterreich“, so die Landeschefin.
Der neue Förder-Call startet mit 15. April 2026 und richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen sowie Industriebetriebe mit wirtschaftlichem Mittelpunkt in Niederösterreich. Gefördert werden die Entwicklung und der Bau von Prototypen für ein neues Produkt. Die Förderquote beträgt 25 Prozent. Förderbar sind Projektkosten zwischen 20.000 Euro und 200.000 Euro, womit sich ein Zuschuss zwischen 5.000 und 50.000 Euro ergibt. Insgesamt steht für den Call ein Budget von einer Million Euro zur Verfügung.
Gezielter Impuls für mehr Innovation, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit
Das neue Förderprogramm wurde im Rahmen eines Betriebsbesuches bei R‑Space GmbH im Office Park am Flughafen Wien-Schwechat präsentiert. R‑Space entwickelt Satellitenlösungen, mit denen Unternehmen neue Technologien rasch und unter realen Bedingungen im Weltraum testen können. „Solche Entwicklungsschritte zeigen, wie entscheidend funktionierende Prototypen für den Weg von der Idee in die wirtschaftliche Anwendung sind“, betont Mikl-Leitner.
„Gerade bei technologieintensiven Start-Ups ist der Prototyp ein zentraler Schritt, um ein Produkt optimal für den Markt vorzubereiten. Förderungen in diesem Bereich können einen wichtigen Beitrag leisten, um Innovationen schneller in die Umsetzung zu bringen“, sagt Carsten Scharlemann, CEO von R‑Space. Mit dem Impulsprogramm „PROTO-TYPISCH NÖ“ setzt das Land Niederösterreich einen weiteren gezielten Impuls für mehr Innovation, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Die neue Programmlinie ist Teil der Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+. (red/cc)
Ein Fest für gemeinsame Innovation

Aktuelle Digital X begeistert in der Wiener Marx-Halle über 1.500 Besucher. Das von T‑Systems, Magenta, Telekom Security und Deutsche Telekom Global Business Solutions als Messekongress konzipierte Veranstaltungsformat setzt Digitale Transformation, KI und Security als Themenschwerpunkte für Key Notes, Panels, Arbeitskreise und Präsentationen von IT-Dienstleistern.
Über 1.500 Besucher:innen, über 20 Partnerunternehmen aus der IT-Branche, 6 Start-Ups und prominente Redner aus Politik, Wirtschaft und Spitzensport – sowie zukunftsweisende Technologien : Die zweite DIGITAL X in Wien verwandelte die Marx Halle am 11. März in das Zentrum für digitale Vordenker:innen und Innovationsbegeisterte.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand auch in diesem Jahr wieder der Austausch darüber, wie Unternehmen digitale Technologien konkret nutzen können, um Innovation voranzutreiben und wettbewerbsfähig zu bleiben. Economy war Gast und kann bestätigen, dass den Veranstaltern ein sympathischer und vielfältig spannender Event gelungen ist. Final wurde umfassendes wie praxisrelevantes Wissen und die Motivation vermittelt, Digitalisierung zu starten oder weiter voranzutreiben.
Innovative Technologien, praxisnahe Use-Cases und interaktive Erlebnisse liefern konkrete Impulse
„Die DIGITAL X hat eindrucksvoll gezeigt, wie Technologie und Mensch zusammenwirken, um neue Ideen greifbar zu machen. Innovative Technologien, praxisnahe Use Cases und interaktive Erlebnisse liefern konkrete Impulse für Unternehmen jeder Größe – und der direkte Austausch mit Branchenexpert:innen eröffnet zusätzlich neue Chancen für Innovation“, so Peter Lenz, Managing Director von T‑Systems Austria zu economy.
Ein besonderes Highlight der DIGITAL X war das Sport-Panel „Zwischen Leidenschaft und Algorithmus – Wie Digitalisierung den Fußball verändert“, mit ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick, Ex-ÖFB-Kapitänin Viktoria Schnaderbeck und Stefan Oesen, Leiter der Spielanalyse des ÖFB. Im Mittelpunkt stand die enge Verbindung zwischen Spitzensport und technologischer Innovation, die den modernen Fußball zunehmend prägt. Digitale Tools, smarte Technologien und präzise Datenanalysen haben das globale Fußballgeschäft bereits nachhaltig transformiert.
Panel zu Standortfaktor Digitalisierung und gelebter Austausch zwischen Wirtschaft, Technologie und Anwendern
Im Panel zum Standortfaktor Digitalisierung diskutierten Alexander Pröll (Staatssekretär für Digitalisierung), Patricia Neumann (CEO Siemens AG Österreich), Maimuna Mosser (Country Director Google Österreich), Andreas J. Wagner (Geschäftsführer SAP Österreich) und Thomas Kicker (CEO Magenta) darüber, wer eigentlich über Österreichs digitale Zukunft bestimmt. Übereinstimmung herrschte über die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit zwischen politischem Gestaltungswillen, technologischer Innovation und wirtschaftlichem Pioniergeist zur Stärkung des Innovationsstandortes.
„Fortschritt entsteht durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven. Darum bringen wir auf der DIGITAL X Menschen zusammen, die Digitalisierung aus allen Blickwinkeln diskutieren. Der Austausch zwischen Wirtschaft, Technologie und Praxis stärkt die Innovationskraft“, sagt Werner Kraus, CCO Business Magenta Telekom. „Das macht Österreichs größtes Digitalisierungs-Event so wertvoll für die einzelnen Unternehmen und den Wirtschaftsstandort als Gesamtes“.
Chancen und Grenzen von KIDie Keynotes von AI QUEEN und Technical Lead AI Hermann del Campo und Neurowissenschaftler und Science-Slam-Champion Henning Beck vertieften die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz aus unterschiedlichen Perspektiven. Hermann del Campo erläuterte, warum der Erfolg von KI-Projekten weniger an der Technologie selbst, sondern vielmehr an deren Umsetzung scheitert. Henning Beck widmete sich wiederum der Frage, was menschliches Denken und Kreativität so einzigartig macht – und wo Maschinenlogik ihre Grenzen findet.
Das vielfältige Programm wurde dann noch ergänzt durch 20 (!) vertiefende Masterclasses vulgo Arbeitskreise. Die Themen erstreckten sich von IoT-Konnektivität, Satelliten und Netzwerk-Agilität für Cloud-Transformation, über die wichtige Rolle der Datensouveränität bis hin zu Einblicken hinter die Kulissen eines Security Operation Centers (SOC) und der Erkenntnis, dass KI in der Abwehr von Cyberangriffen auch weiterhin menschlicher Expertise bedarf.Intelligente Bewegungsanalyse und KI-gestützter Trainingsavatar und präzises Echtzeit-Feedback als Teil digitaler Therapien
Ein zentraler Anlaufpunkt war auch die sogenannte T‑Homebase von Magenta Telekom, T‑Systems, Telekom Security und Deutsche Telekom Global Business Solutions (DTGBS). Hier konnten die Besucher neueste technologische Entwicklungen, Innovationen und Prototypen direkt erleben und ausprobieren. Präsentiert wurden unter anderem Anwendungen aus den Bereichen 5G-Campusnetze (inklusive des beliebten Bierroboters) und industrielle IoT-Lösungen samt Energiemonitoring.
Im Health Corner brachten intelligente Bewegungsanalyse, ein KI-gestützter Trainingsavatar und präzises Echtzeit-Feedback die Besucher die digitale Therapie der Zukunft näher. Ein KI-gestützter Telefonassistent nahm wiederum Anrufe entgegen, verstand die Anliegen und Aufgaben, um automatisiert Terminbuchungen, Weiterleitungen bzw. Informationsabfragen zu erledigen.
Security Fast Check von Telekom Security und der Geruchsensor von Nosi
Beim Security Fast Check von Telekom Security gab es dann noch ein interaktives Sicherheitsspiel. Ergänzt wurde die Erlebnisfläche durch thematische Zonen wie dem AI Corner, dem Connectivity Corner und der Entertainment Area mit Smart Table. Besonderes Augenmerk galt dem lebensgroßen KI-Avatar MIA, der in Echtzeit reagiert und komplexe Inhalte auf Deutsch und Englisch sympathisch vermittelt. Alle diese vielfältigen Anwendungen konnten den Mehrwert digitaler Technologien greifbar und verständlich vermitteln.
Zusätzliche Innovationen und Lösungen zeigten auch 20 Partnerunternehmen aus der IT-Branche, darunter Palo Alto Networks, Samsung oder SAP. Ergänzt wurde das Programm dann noch durch inspirierende Praxisbeispiele, wie dem Geruchssensor von Nosi. Dazu kamen sechs Start-Ups, darunter zwei internationale Jungunternehmen, die über die Tech-Boost-Initiative von Magenta mittels Cloudguthaben, Vertriebsunterstützung sowie Zugang zu Geschäftskunden unterstützt werden.Partner und Besucher bestätigten Vielfalt und besondere Dynamik der Veranstaltung
Partner und Besucher bestätigten die besondere Dynamik der Veranstaltung und betonten vor allem die inspirierende Atmosphäre, die hochkarätigen Inhalte sowie die Möglichkeit, sich mit führenden Köpfen der Digitalwirtschaft zu vernetzen. „Ich bin sehr positiv überrascht von der vielfältigen Mischung. Ich habe mir einige Informationen geholt und wichtige Kontakte geknüpft. Speziell hat mich aber die Standortvernetzung über SD-WAN interessiert, ein Thema, das wir weiterverfolgen werden“, so Wolfgang Huber, Prokurist IT & Facility Management der Kastner Firmengruppe.
„Der Mix aus Praxisbeispielen, innovativen Technologien und persönlichen Gesprächen hat den Tag zu einer echten Bereicherung gemacht. Man geht mit neuen Ideen, Kontakten und Motivation zurück ins eigene Unternehmen”, so Mario Keindl, Leiter des Datacenters von Global Blue Austria. „Das Event bringt einen wirklich weiter und man kann sehen, was in Zukunft möglich sein wird“, so Phillip Lederer, Sponsorbeauftragter von SK Rapid Wien.
„Es ist einfach immer super, die Möglichkeit zu haben Geschäftskollegen und Partner zu treffen und die ganzen Rahmenbedingungen live zu erleben“, so Markus Past, Leiter des Telekombereichs der Linz AG. Stefan Vietze, IT-Leiter des Niederösterreichisches Landesfeuerwehrverbandes lobte „den Tiefgang der Masterclasses, das umfangreiche Produktportfolio sowie die Möglichkeiten zum direkten Austausch mit Spezialisten“. „Der Tag war eine Bereicherung und hat Inspiration geliefert für viele Themen, die wir bei uns im Unternehmen mitnehmen und einbringen wollen“, betonte auch Michael Eisenkölbl, IT-Leiter bei Ströck. (red/czaak)Die Neutralisierung von Drohnen

Kleine Drohnen haben sich in kurzer Zeit zu einer sicherheitsrelevanten Herausforderung entwickelt. Inkubator SPRIND startet neue Programmlinie für Abwehrmechanismen gegen störende oder gar feindlich motivierte autonome Flugobjekte.
Kleinst- und Mikro-Drohnen haben sich in kurzer Zeit zu einer sicherheitsrelevanten Herausforderung entwickelt. Das gilt im urbanen Raum ebenso wie an Flughäfen, bei Großveranstaltungen oder rund um kritische Infrastrukturen. Diese Drohnen sind günstig, schnell verfügbar, anpassbar und zunehmend mit autonomen Fähigkeiten ausgestattet. Bestehende Abwehrmechanismen sind mit der Dynamik, Vielfalt und Geschwindigkeit dieser Systeme zunehmend überfordert.
Kein Team konnte Vorgaben aus erster Programmlinie erfüllen
Der deutsche Inkubator SPRIND startet daher nun eine weitere Programmlinie zur Entwicklung von vollständig autonomen Systemen, das diese Kleinst- und Mikro-UAV (Anm. Unmanned Aerial Vehicle und bis 25 kg und 200 km/h) autonom, präzise und nicht-destruktiv in Echtzeit neutralisiert. Diese Neutralisierung muss ohne Explosivstoffe, ohne kinetische Mittel und ohne Kollateralschäden erfolgen.
Die erste diesbezügliche Programmlinie von SPRIND (Anm. Anti-Drone Response-Funke) hat gezeigt, dass trotz starker und differenzierter technologischer Ansätze kein Team ein autonomes, zivilverträgliches Soft-Kill-System bereitstellen konnte, das konstant, reproduzierbar und gemäß den Vorgaben reagiert. „Wesentliche Komponenten wie eine zuverlässige Detektion und Klassifizierung, eine robuste Entscheidungslogik und reversible Interventionsmechanismen lagen noch nicht gesamtheitlich integriert vor“, so SPRIND.
Skalierbare deeskalierende Ansätze gegen unterschiedliche Bedrohungsformen
Damit bleibt die Kernfrage ungelöst. Das Potenzial solcher Soft-Kill-Systeme ist erheblich : Sie ermöglichen neue Standards im Schutz ziviler Räume und kritischer Infrastruktur. Reversible Abfangmechanismen können unautorisierte UAVs zuverlässig stoppen oder sogenannte Fly-Aways sicher zurückführen. Ziel des neuen Anti-Drone-Programmes sind daher neue, skalierbare und insbesondere deeskalierende Ansätze, die flexibel auf unterschiedliche Bedrohungsformen reagieren und den öffentlichen Luftraum (wirklich) wirksam schützen.
SPRIND führt das Programm „Anti-Drone Response 2.0“ in enger Zusammenarbeit mit der schwedischen Innovationsagentur Vinnova durch. Gesucht sind adaptive Lösungen, die Bedrohungen zuverlässig erkennen, eindeutig klassifizieren und situationsgerecht mit reversiblen Maßnahmen reagieren. Dazu gehört geführtes Abfangen, kontrollierte Umleitung, Blockade oder sichere Rückführung.
Desorientierung, koordinierte Schwarminterventionen oder adaptive Fang-Mechaniken
Ergänzende Ansätze wie etwa richtwirkungsbasierte Impulse, sensorische Desorientierung, koordinierte Schwarminterventionen oder adaptive Fang-/Containment-Mechaniken sind zulässig. Das Lösungskonzept erfordert eine Daten-Fusion sowie die Integration von Hard- und Software. Final ist ein End-to-end-Prozess adressiert, über den die Wahrnehmung und Neutralisierung abgestimmt und direkt miteinander koordiniert werden.
Das Auswahlverfahren für den neuen SPRIND Funken endete im Februar und der Start beginnt jetzt im März mit einer Laufzeit von über 15 Monate in drei Stufen. Für die 1. Stufe mit einer Laufzeit von vier Monaten erhalten bis zu 15 Teams bis zu 100.000 Euro. Nach der ersten und zweiten Stufe prüft die Jury die Zwischenergebnisse. Bis zu 12 Teams erreichen Stufe 2 und bekommen weitere 100.000 Euro pro Team für die nächsten vier Monate. In der dritten Stufe gibt es für 10 Teams jeweils bis zu 300.000 Euro. Economy wird die teilnehmenden Projekt-Teams wieder vorstellen. (red/cc)
Regionale Innovation in der Batteriediagnostik

Aviloo ist ein auf die Diagnostik von Batterien spezialisiertes Unternehmen aus dem niederösterreichischen Wiener Neudorf. Innovation und Internationalisierung ist die Basis für nachhaltiges Wachstum. Nun erhält die Firma für die nächste Ausbaustufe eine Finanzierung über 30 Millionen Euro.
Globaler Marktführer beim Auslesen von Batterien mit einem Schnell-Verfahren, das bei 96 Prozent aller Elektrofahrzeugen passt. Einhundert Prozent Wachstumsquote mit den zuletzt durchgeführten 550.000 Tests pro Jahr und dazu eine sehr umfangreiche Datenbank zu Themen wie Modelle, Nutzungsprofile und Lebenszyklen mit Kunden aus Segmenten wie Flottenbetreiber, Leasinggesellschaften oder Kfz‑Dienstleister.
Diese Daten gehören zum Unternehmen Aviloo, eine Batteriediagnostik‑Spezialfirma mit Sitz in Wiener Neudorf und sie darf sich nun über eine Wachstumsfinanzierung in Höhe von rund 30 Millionen Euro freuen. Das Geld stammt vom deutschen Investor Armira Growth, der gemeinsam mit der Invest AG den bisherigen Anteilseigner European Innovation Council Fund (EIC) herausgekauft hat. Armira, die Invest AG und Raiffeisen KMU Invest sind nun die wichtigsten Gesellschafter. Die kartellrechtliche Prüfung läuft.
Batteriezustand einer der wichtigsten Werttreiber im Gebrauchtwagengeschäft
Aviloo wurde 2018 gegründet und hat sich nach eigenen Angaben zum weltweiten Marktführer für unabhängige Batteriediagnostik von gebrauchten Elektro‑ und Plug‑in‑Hybridfahrzeugen entwickelt. Im Wesentlichen bietet das Unternehmen ein Verfahren zur objektiven Analyse des Batteriezustands, das weit über klassische Auslesungen hinausgeht.Die Ergebnisse sollen in drei Minuten vorliegen und sind mit rund 96 Prozent aller Elektrofahrzeuge kompatibel.
Die Technologie soll Vertrauen beim Handel mit Stromfahrzeugen schaffen, auch weil der Batteriezustand einer der wichtigsten Werttreiber im Gebrauchtwagengeschäft geworden ist. „Mit unserer unabhängigen Batteriediagnose haben wir einen neuen Standard gesetzt, der mit keinem Produkt am Markt vergleichbar ist“, sagt Wolfgang Berger, Chef von Aviloo. „Diese Investition markiert einen wichtigen Meilenstein für unsere weitere Entwicklung“, so Berger.
Präsenz in den USA und Asien sowie neue Produktlinien
Mit mehr als 550.000 durchgeführten Tests verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über eine global einzigartige Batteriedatenbank, die reale Performancewerte verschiedener Modelle, Nutzungsprofile und Lebenszyklen abbildet. Laut Berger wächst Aviloo jedes Jahr um mehr als 100 Prozent und ist bereits in über 30 Ländern aktiv. Zu den Kunden zählen Flottenbetreiber, Leasinggesellschaften, Händlernetzwerke, Prüfgesellschaften und Kfz‑Dienstleister.
Zu den Stammkunden gehören Angaben zufolge British Car Auction, Cox Automotive, ADAC, Emil Frey Gruppe, Pickles Australia und Arval sowie Hersteller wie Hyundai und Mercedes‑Benz. Mit dem frischen Kapital will Aviloo vor allem seine Präsenz in den USA und Asien ausbauen sowie neue Produktlinien entwickeln. Noch für heuer sind mehrere Markteinführungen angekündigt. (NÖ-Wirtschaftspressedienst/red/cc)
Dezentral und heterogen als Herausforderung

Composite Learning über ein robustes skalierbares Framework für ein KI-Training über verschiedene und dezentrale Systeme hinweg als Thema einer neuen Programmlinie des deutschen Inkubators Sprind. Fünf Teams haben aktuell die zweite Projektstufe erreicht.
Künstliche Intelligenz revolutioniert die Gesundheitsbranche, das Finanzwesen, die Automobilindustrie und viele weitere wirtschaftliche und gesellschaftliche Bereiche. Aktuell besitzen aber nur die größten KI-Unternehmen wie die sogenannten Hyperscaler die notwendigen Ressourcen bei Technologie, Infrastruktur (und Energie), um wirklich leistungsfähige Modelle zu entwickeln.
Das Training von leistungsstarken KI-Anwendungen ist dabei auf teure, zentralisierte Rechenzentren angewiesen und das schränkt den Zugang für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Start-Ups entsprechend ein. Das gilt insbesondere für Länder wie Österreich oder Deutschland bzw. de facto für ganz Europa, wo inhaltlich anspruchsvolle Projekte oder auch schon fortschrittliche Rechenressourcen den Anschluss verlieren.
Eine Abhilfe kann Composite Learning bieten, was ein kombiniert verteiltes, dezentrales sowie föderiertes Lernen verbindet und damit einen neuen Ansatz für KI bietet : das Training von Modellen über verschiedene Systeme hinweg, ohne dass zentralisierte Rechenzentren erforderlich sind. Mit dieser Methode können mehr Unternehmen zusammenarbeiten und neue Modelle sicher trainieren.
Mangelnde Kompatibilität zwischen Chips, Kommunikationsengpässe und die Abhängigkeit von zentralen Update-Servern
Modernste KI-Anwendungen könnten so für mehr Organisationen und für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen zugänglich gemacht werden. Um nun die Einschränkungen der aktuellen Systeme zu überwinden, wie beispielsweise mangelnde Kompatibilität zwischen verschiedenen Chips, Kommunikationsengpässe und die Abhängigkeit von zentralen Update-Servern, braucht es neue Lösungen.
Sprind, der deutsche Inkubator für Sprunginnovation, hat nun zu diesem Thema eine Sprind Challenge (Anm. Programmlinie) geschaffen die letztes Jahr gestartet ist (economy berichtete) und sich über drei Stufen in einem Zeitraum von 30 Monaten erstreckt. Es geht um Lösungen, die ein effizientes Modelltraining auf heterogener Hardware ermöglichen, von Hochleistungs-GPUs bis hin zu CPUs unterschiedlicher Typen und Hersteller.
Belastungsfähig und dynamische Anpassung an Schwankungen von Rechenressourcen und Geräteausfälle
Die Lösungen müssen belastungsfähig sein und sich dynamisch an Schwankungen von Rechenressourcen und Geräteausfällen anpassen können. Die Teams sollen einen funktionalen Kern für dieses Framework im Format Open Source liefern, der dann als Grundlage für die weitere Entwicklung dient, einschließlich kommerzieller Dienste und eigener Produktmerkmale.
In der ersten Stufe erhielten die nominierten Teams jeweils bis zu 530.000 Euro und Ende Jänner hat eine internationale Expertenjury fünf Teams für die zweite Runde ausgewählt. Nach Auswertung der Zwischenergebnisse gibt es hier nun jeweils bis zu 520.00 Euro an Projektunterstützung. Die zweite Stufe läuft bis zur nächsten Jurysitzung Ende Oktober 2026. In Stufe drei warten dann bis zu 600.000 Euro je Projekt.
SymphonyLearn als Plattform für effizientes dezentrales KI-Training
Economy hat sich die aktuell nominierten Teams angesehen und stellt ihre Projekte vor. SymphonyLearn, das erste Team, arbeitet an einer innovativen Plattform für effizientes dezentrales KI-Training in unterschiedlichen Hardware-Umgebungen. Sie nutzt dabei eine datenorientierte Optimierung, kommunikationsarme verteilte Trainingsmethoden und eine spezielle Modelloptimierung.
„Durch die nahtlose Integration dieser Kernfunktionen mit effizienter differentieller Privatsphäre, skaliert und beschleunigt SymphonyLearn das KI-Training, während es gleichzeitig den Datenschutz gewährleistet“, so eine Beschreibung im Rahmen der Evaluierung. Das SymphonyLearn-Team arbeitet auch mit Forschern von TU Darmstadt, ETH Zürich und der Iowa State University zusammen.
Planetary Compute Protocol-Team für eine verteilte KI-Trainingsinfrastruktur
Zweites Projekt ist das Planetary Compute Protocol-Team von Deltawave. Hier geht es um die Schaffung einer verteilten KI-Trainingsinfrastruktur. Das Team entwickelt dazu ein verteiltes Lernprotokoll unter Verwendung der speichersicheren Architektur von Zig und implementiert das Akteursmodell zur Koordinierung des Trainings über heterogene GPU-Cluster hinweg.
„Dieses Framework ermöglicht die Cross-Kompilierung von Machine-Learning-Modellen für verschiedene Hardware-Beschleuniger und überwindet so effektiv Kompatibilitätsbarrieren in föderierten Systemen“, so ein Auszug der Evaluierung. Der Ansatz von Planetary geht direkt auf kritische Einschränkungen aktueller verteilter Lernmethoden ein, insbesondere auf Kommunikationsengpässe zwischen Geräten und Skalierbarkeit.
Vereinfachter Zugang zu Rechenressourcen beim Projekt „Exalsius“
Das Team Exalsius entwickelt eine Lösung, die den Zugang zu Rechenressourcen speziell für die KI-Entwicklung vereinfacht. Die stark schwankende und fragmentierte Verfügbarkeit von Rechenkapazitäten erschwert ein optimales Setup für Training und Betrieb großer KI-Modelle, so die Ausgangsbasis. Zudem erfordert Vorbereitung und effiziente Nutzung dieser Ressourcen tiefgehende Kenntnisse in der Entwicklung verteilter Systeme. „Operativ schafft Exalsius eine Abstraktionsschicht, die sowohl die technische als auch die wirtschaftliche Komplexität verbirgt“, so ein Auszug aus der Evaluierung.
Die KI-Teams sollen sich so rein auf die Entwicklung ihrer Modelle konzentrieren können. Die Nutzung global verfügbarer Rechenkapazitäten, unabhängig von spezifischen Cloud-Anbietern und Standorten, soll eine optimale Ressourcenkonstellation für KI-Training oder Inferenz bereitstellen. Aspekte wie Laufzeit, Kosteneffizienz und der Einsatz nachhaltiger Energie sollen so optimiert werden. Das Team will damit die Grundlage für offene KI-Innovationen legen, von leistungsstarken Sprachmodellen bis hin zu wissenschaftlichen Durchbrüchen.
Vorhandene Pionierarbeit bei LLMs als Basis bei Projekt CambridgeFlower
CambridgeFlower von einem Team der University of Cambridge baut als viertes Projekt auf dem sogenannten Flower-Framework auf und soll skalierbares, dezentrales maschinelles Lernen auf heterogener Hardware ermöglichen. „Das Team hat Pionierarbeit im Bereich dezentrales Training geleistet, indem es als erstes Large-Language-Models (LLMs 1B, 3B, 7B) auf global verteilten GPUs vortrainiert hat“, so eine Beschreibung.
Die Kombination von Durchbrüchen in der föderierten Optimierung, fehlertolerante gehärtete Aggregation und adaptive Topologien für Modellaktualisierungen und Kommunikation soll Effizienz, Ausfallsicherheit und Datenschutz beim Composite Learning gewährleisten. Final sollen die Grenzen einer vertrauenswürdigen und dezentralen KI erweitert werden.
Das Projekt „Aether“ von Semron adressiert Datenschutz, Dezentralisierung und Effizienz
Das fünfte Projekt kommt von Semron, einem Hardware-Unternehmen, das sich auf KI-Beschleuniger für Edge-Geräte spezialisiert hat. Diese Beschleuniger sollen die kontinuierliche Verarbeitung von Audio‑, Text- und Videodaten auf einer Vielzahl von Geräten ermöglichen, darunter Smartphones, und damit sollen leistungsfähige KI-Computing-Funktionen zu Millionen von Nutzern kommen.
Mit der steigenden Nachfrage nach personalisierten KI-Modellen reicht herkömmliche Modellinferenz allein nicht mehr aus. Um diese Herausforderung zu bewältigen, entwickelt Semron mit „Aether“, ein Composite-Learning-Framework mit den Schwerpunkten Datenschutz, Dezentralisierung und Effizienz. Während nun bestehende Lösungen wie „Substra“ von Owkins und „Flare“ von NVIDIA das Feld bereits vorangebracht haben, will sich Aether durch die Minimierung des Rechenaufwands bei gleichzeitiger Wahrung der Privatsphäre abheben.
Mehrere Innovationen sollen das gewährleisten : einmal die intelligente Weitergabe von Netzwerkparametern, weiters die Nutzung von Hypernetzwerken als Stellvertreter für den Parameter-Austausch anstelle des direkten Modellteilens und schließlich eine dezentrale, von sogenannten Gossip-Protokollen inspirierte Aggregation zur Vermeidung zentraler Server-Engpässe. „All das soll Aether zu einer skalierbaren und effizienten Lösung für die nächste Generation von Composite-Learning-Frameworks machen“, so ein Auszug aus der Evaluierung. (red/czaak)
Das Thema Transformation und Ralf Rangnick

Digitalisierung im modernen Spitzensport und der richtige KI-Einsatz in Unternehmen neben weiteren Key Notes, Use Cases und Masterclasses. Prominente Unternehmen, Manager und Experten erörtern bei zweiter Auflage der DIGITAL X Erfahrungen mit Transformation und technologischer Innovation. Unter dem Motto „Digital Heartbeat“ laden T‑Systems, Magenta, Telekom Security und Deutsche Telekom Global Business am 11. März in die Wiener Marx-Halle.
Es soll Menschen in Österreich geben, die sich Männer wie Ralf Rangnick auch als Chef der Österreich AG gut vorstellen können. Rückgrat, Authentizität, Klartext, Charisma und insbesondere herzeigbare Managementqualitäten ohne das ösi-typische „Tralala“ sind Eigenschaften, die er bei der erfolgreichen Führung und Transformation von mit internationalen Großkonzernen vergleichbaren Fußball-Unternehmen schon mehrfach unter Beweis gestellt hat.
Aktuell macht er das auch beim österreichischen Fußball-Nationalteam und als eine Art Schatten-Aufsichtsratsboss gemeinsam mit Josef Pröll auch beim Österreichischen Fußballbund (ÖFB). Strategie, ganzheitliche Transformation und generationenübergreifende Nachhaltigkeit sind dabei (seine) Themen die nicht nur Institutionen betreffen, sondern auch branchenübergreifend alle Unternehmen und dabei spielt Digitalisierung mittlerweile eine entscheidende Rolle.
DIGITAL X entwickelt sich als übergreifend erfolgreiche Digitalisierungsinitiative
Ralf Rangnick passt also perfekt zu einer Veranstaltung, die sich primär an die Manger:innen von Unternehmen, Institutionen und die öffentliche Verwaltung richtet. Die zweite Ausgabe der DIGITAL X in Wien bringt am 11. März aber noch weitere prominente Unternehmenslenker und Tech-Experten auf die Bühne der Marx-Halle. Das von der Deutschen Telekom ursprünglich in Köln (D) geborene Veranstaltungsformat hat sich in den letzten Jahren mit jeweils hunderten teilnehmenden Unternehmen und tausenden Besuchern zu einer übergreifend erfolgreichen Digitalisierungsinitiative entwickelt. Economyhat vor zwei Jahren aus Köln berichtet.
Unter dem Motto „Digital Heartbeat“ veranstalten T‑Systems Austria, Magenta Telekom, Telekom Security und die Deutsche Telekom Global Business (DTGBS) die DIGITAL X nun zum zweiten Mal in Wien. Im Vergleich zum Vorjahr (economy berichtete) bietet das als Messe-Kongress entwickelte Format heuer in einem noch größeren, ganztägigen Rahmen einen vielfältigen Mix aus inspirierenden Panels, Keynotes, Show-Einlagen, innovativen Use Cases und interaktiven Masterclasses, vulgo Arbeitskreisen. Ergänzend zeigen Hersteller und IT-Dienstleister letztaktuelle Technologien. Ziel ist es, Unternehmen konkrete Orientierung und praxisgerechte Impulse für ihre digitale Transformation zu geben.
Breites Portfolio von T‑Systems Austria und die Rolle von Daten und Analyse im modernen Spitzensport
„Digitalisierungslösungen sind das entscheidende Kriterium für nachhaltigen unternehmerischen Erfolg”, sagt Peter Lenz, Managing Director von T‑Systems Austria. „Die DIGITAL X in Wien zeigt etwa, wie Unternehmen KI nicht nur einsetzen, sondern strategisch steuern und langfristig wirksam machen können“, so Lenz von T‑Systems Austria. Themen wie Cloud, SAP, Automatisierung oder Resilienz und Souveränität auch aus strategischer Sicht sind weitere Schwerpunkte von T‑Systems. Ein weiterer Fokus betrifft den Bereich Health und die neue T‑Systems Solutions for HealthCare (TSHC) für das Patientenmanagement von Spitälern oder Pflegeeinrichtungen. Das Thema ist derzeit besonders relevant, da SAP die Weiterentwicklung der bisherigen Lösung (Anm. IS‑H) eingestellt hat und davon nahezu alle Patient:innen bzw. Krankenhäuser betroffen sind
Ein Höhepunkt der diesjährigen DIGITAL X ist das Sport-Panel „Zwischen Leidenschaft und Algorithmus – Wie Digitalisierung den Fußball verändert“. Es zeigt, wie eng Spitzensport und technologische Innovation heute verknüpft sind. Fußball ist ein globales Business, das sich etwa durch Datenanalyse und smarte Technologie grundlegend verändert hat. Auf der Bühne diskutieren Ralf Rangnick, ÖFB-Teamchef, Viktoria Schnaderbeck, ehemalige ÖFB-Spielerin und Stefan Oesen, ehemaliger Fußball-Profi, promovierter Sportwissenschaftler und Chef der ÖFB-Abteilung Analyse und Entwicklung. Themen sind die Rolle von Daten sowie Strategie und Innovation im modernen Spitzensport.
„KI entfaltet ihr volles Potenzial nur, wenn sie verantwortungsvoll genutzt wird“
„Die DIGITAL X bringt Menschen, Ideen und Technologien zusammen und macht Digitalisierung greifbar. Sie zeigt, wie Unternehmen die Chancen neuer Technologien strategisch nutzen können, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Werner Kraus, CCO Business Magenta Telekom zur Relevanz der DIGITAL X als zentrale Plattform für Austausch. „Künstliche Intelligenz spielt dabei eine Schlüsselrolle – sie verändert, wie Organisationen denken und handeln. Ihr volles Potenzial entfaltet sich jedoch nur, wenn sie verantwortungsvoll genutzt wird“, betont Kraus von Magenta.
In einem weiteren, hochkarätig besetzten Panel nehmen Patricia Neumann (CEO Siemens AG Österreich), Alexander Pröll (Staatssekretär für Digitalisierung), Maimuna Mosser (Country Director Google Österreich) und Thomas Kicker (CEO von Magenta) den Standortfaktor Digitalisierung unter die Lupe. Zentrale Frage dabei : Wer bestimmt eigentlich Österreichs digitale Zukunft ? Gemeinsam beleuchten sie, wie politische Rahmenbedingungen, unternehmerischer Mut und technologische Innovation zusammenspielen müssen, damit Österreich im internationalen Wettbewerb nicht nur mithält, sondern vorausgeht.
Gehirn versus Künstliche Intelligenz sowie KI, Automation, Cloud und SecurityEin weiterer Programmpunkt ist Hermann del Campo, AI QUEEN und Technical Lead AI. In seiner Key Note „Hands on : KI-Strategie – So packst du’s richtig an!“ will er aufzeigen, warum Künstliche Intelligenz weniger ein Tool‑, sondern vor allem ein Umsetzungsproblem ist. Henning Beck, promovierter Neurowissenschaftler und sogenannter Science-Slam-Champion, beleuchtet in seinem Vortrag „Gehirn versus Künstliche Intelligenz“, worin sich menschliches Denken und Kreativität grundlegend von Maschinenlogik unterscheiden.
Die Podiumsdiskussionen und Key Notes werden dann noch ergänzt durch interaktive Arbeitskreise (sog. Masterclasses) und vielfältige Showcases etwa zu Themen wie Satelliten-Anwendungen. Zudem zeigen internationale und nationale IT-Unternehmen wie Samsung, Croudstrike oder Versa, ACP und Sipfront anhand praxisnaher Use Cases, wie Künstliche Intelligenz, Automatisierung, Cloud und Security bereits heute produktiv eingesetzt werden – aber auch, wo klare Grenzen notwendig bleiben.
Die Verbindung von menschlicher Stärke mit technologischer Leistungsfähigkeit
Rund um die Bühne können Besucher:innen dann digitale Innovationen hautnah erleben und ausprobieren. Eingebettet in ein Stadion-Feeling lädt ein eigens konzipiertes Erlebniszentrum dazu ein, Technologie zu fühlen und intuitiv anzuwenden. So bietet etwa der digitale Fanshop smarte Produktberatung mit KI-Glasses und digitaler Autogrammkarte. In einer eigenen Vitality-Kabine lassen sich wiederum die wichtigsten Vitalwerte schnell und unkompliziert per digitalem Spiegel checken, während man in der Sportsbar in ein immersives TV-Sporterlebnis eintauchen kann.
„Final bietet die DIGITAL X nicht nur Orientierung, sondern auch Inspiration – sie zeigt, welche Kompetenzen Unternehmen künftig benötigen und wie menschliche Stärken gezielt mit technologischer Leistungsfähigkeit verbunden werden können“, so die Veranstalter T‑Systems Austria, Magenta Telekom, Telekom Security und Deutsche Telekom Global Business (DTGBS) in einem gemeinsamen Statement. (red/czaak)Neues Weltraum-Start-Up bei KI Factory Austria

AI:AT als leistungsstarke AI/KI-Factory Austria bietet Zugang zu Hochleistungsrechnern mit High-Performance-Computing. „Another Earth” als österreichisches Weltraum-Start-Up mit Fokus auf Erdbeobachtungsmodellen nützt ab sofort die umfangreiche Infrastruktur der KI-Factory Austria.
Die AI/KI Factory Austria AI:AT ist Teil der europäischen KI/AI-Factories-Initiative unter dem sogenannten EuroHPC Joint Undertaking und dem Horizon-Europe-Programm. Ziel ist es, KI- und High-Performance-Computing (HPC)- Kapazitäten europaweit zu verbinden und unabhängige Schlüsseltechnologien für strategische Zukunftsfelder aufzubauen. Dazu gehören auch die Themen Raumfahrt, Earth Observation und Datenökonomie.
Mit dem Neuzugang des österreichischen Weltraum-Start-Ups „Another Earth“ begleitet die KI Factory Austria ein weiteres innovatives österreichisches Tech-Unternehmen beim Zugang zu europäischen Hochleistungsrechnern (HPC). „Another Earth“ wurde von Maya Pindeus und Felix Geremus gegründet und entwickelt KI-Modelle zur Erzeugung von synthetischen Erdbeobachtungsdaten. Das erstreckt sich von Satellitenaufnahmen über Informationen zur Landnutzung bis hin zu Höhenmodellen und weiteren Geoinformationen.
Zugriff auf Europas leistungsfähigsten Recheninfrastrukturen
Die via KI geschaffenen Daten- und Bildersätze sollen in weiterer Folge vorhandene Erdbeobachtungsdaten ergänzen und sodann neue Anwendungen in den Bereichen Klimaforschung, Vorhersage und Management von Naturkatastrophen sowie neue Nutzungsformen im Bereich von Landwirtschaft, Stadtplanung und Energie unterstützen. Mit dem neuen Kunden belegt die KI Factory Austria abermals, dass Unternehmen bereits heute auf Europas leistungsfähigsten Recheninfrastrukturen zugreifen können.
„Für KI-gestützte Weltraumanwendungen, Erdbeobachtung und nachhaltige Ressourcennutzung eröffnet der Zugang zu europäischen Supercomputern völlig neue Potenziale – von Klimaanalysen über Monitoring bis hin zu resilienter Infrastruktur“, sagt Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. „Die KI Factory Austria schafft hier eine Schnittstelle, sie bietet anspruchsvolle Anwendungen und stärkt damit auch Österreichs Wettbewerbsfähigkeit“, so Peter Hanke, in dessen Ressort auch die Weltraumagenden fallen.
Trainingsmodelle mit 1,4 Millionen Bildausschnitten
Die Trainingsmodelle selbst basieren auf 1,4 Millionen Bildausschnitten und benötigen – je nach Setup – besonders leistungsfähige Tech-Infrastruktur. Über EuroHPC-Systeme stehen etwa auch modernste GPU-Ressourcen (Anm. A100/H100) zur Verfügung. „Unsere Modelle sind extrem rechenintensiv. Durch die KI Factory Austria konnten wir früh auf EuroHPC-Infrastruktur zugreifen und unsere Experimente auf leistungsfähiger GPU-Hardware durchführen“, erläutert Felix Geremus von Another Earth.
„Dieser Zugang hat unseren Entwicklungsprozess deutlich beschleunigt und erweitert unser Innovationsspektrum erheblich“, betont Geremus. „Another Earth zeigt das Unterstützungsmodell der KI Factory Austria : Als One-Stop-Shop verbinden wir Beratung, technische Expertise, Zugang zu Rechenkapazitäten und Hilfestellung bei der sicheren Anwendung von KI“, skizziert Karl Kugler, Co-Lead der AI Factory Austria AI:AT. „Der strukturierte Prozess sorgt dafür, dass Unternehmen schneller entwickeln können – bis hin zu skalierbaren Geschäftsmodellen“, so Kugler.
Die KI/AI Factory Austria AI:AT
Die AI Factory Austria AI:AT ist Österreichs nationale Plattform für angewandte Künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen. Sie wird vom Austrian Institute of Technology (AIT) gemeinsam mit Advanced Computing Austria (ACA) umgesetzt und bietet Unternehmen, Start Ups und Forschungseinrichtungen einen zentralen Zugang zu europäischen Hochleistungs-Rechenressourcen, Beratungs‑, Schulungs- und Innovationsangeboten rund um KI, HPC und vertrauenswürdige Technologieentwicklung.
Die AI/KI Factory Austria (AI:AT) wird durch das European High-Performance Computing Joint Undertaking (JU) kofinanziert. Das Joint Undertaking wird unterstützt durch das Horizon-Europe-Programm von Europäischer Union und Österreich, über BM für Innovation, Mobilität und Infrastruktur und Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).
Zum Konsortium der AI/KI Factory Austria zählen auch noch die TU Wien, Universität Wien, Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Universität Innsbruck, Technische Universität Graz (TU Graz), Johannes Kepler Universität Linz (JKU), Institute of Science and Technology Austria (ISTA), Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), INiTS – Vienna’s High-Tech Incubator und EODC – Earth Observation Data Centre for Water Resources Monitoring. (red/czaak)
Ökonomische Nachhaltigkeit bei kritischen Rohstoffen

Metalle und Stahlprodukte werden in großen Volumina für verschiedenste Erzeugungen benötigt. Rohstoffe auf wenige Herkunftsgebiete beschränkt. Herstellung energieintensiv und Recyclingquote niedrig. Neues Förderprogramm von SPRIND adressiert neue Kreislaufmodelle.
Kritische Metalle sind zentraler Bestandteil der verschiedensten Herstellungsverfahren und betriebsübergreifenden Produktionsketten. Die Anwendungen erstrecken sich von Hightech-Endprodukten und erneuerbaren Energietechnologien über die Luft- und Raumfahrt bis hin zur Elektronik und modernen Fertigung. Parallel ist der Zugang zu den dafür benötigten Rohstoffen nur auf wenige Länder beschränkt. Trotz dieser Schlüsselrolle in industriellen Produktionsprozessen und verwandten Lieferketten ist die Recyclingquote für kritische Rohstoffe erschreckend niedrig.
SPRIND, deutscher Inkubator für (schnelle) Sprunginnovation, hat nun eine neue mehrstufige Förderprogrammschiene (Anm. „Challenge“) ausgeschrieben und letzten Dezember die ersten acht Projekte für die Teilnahme an der ersten Stufe ausgewählt. Ziel der Tech Metal Transformation Challenge ist die Entwicklung und Validierung neuartiger Verfahren zur Rückgewinnung kritischer Metalle aus komplexen Abfallströmen wie Elektroschrott oder Elektronikkomponenten. Hierzu sollen biologische, chemische und physikalisch-mechanische Ansätze in einem modularen Gesamtsystem miteinander kombiniert werden.
Rückgewinnung plus neue, funktionale Verbindungen oder nanostrukturierte Materialien
Dabei geht es nicht nur um die Rückgewinnung einzelner Metalle, sondern um die Herstellung neuer, funktionaler Verbindungen, Legierungen oder nanostrukturierter Materialien mit gezielter und direkter industrieller Anwendbarkeit. Die Challenge zielt auf eine radikale Neuausrichtung der bisherigen Logik des Metallrecyclings und das heißt weg von klassischen Primärpfaden wie Hochtemperatur-Schmelzverfahren oder unspezifischen Laugungsprozessen hin zu hochselektiven, zirkulären Verfahren mit minimalem Energie- und Chemikalieneinsatz.
Durch neuartige biologische oder molekulare Trenn- und Umwandungsverfahren, könnten künftig auch bislang als technisch oder wirtschaftlich nicht recycelbar geltende gemischte oder fein verteilte Metalle zurückgewonnen werden. Dieser Ansatz soll dann auch bestehende Recyclingprozess grundlegen transformieren. Eine weitere Zielsetzung ist ein integratives Prototypen-System, das den Metallbestand von mindestens zwei komplexen Elektroschrott-Produkten in funktionale, marktfähige Metall-Produkte transformiert.
Drei Stufen in drei Jahren mit Geldern von bis zu 1,5 Mio. und bis hin zu 2,5 Mio. Euro je Team
Die SPRIND Challenge erstreckt sich über drei Jahre in drei Stufen. Eine Jury aus weltweit anerkannten Expert:innen unterstützt das Team von SPRIND bei der Bewertung der Bewerbungen und wählte im Dezember 2025 acht Teams für die Teilnahme an der ersten Stufe aus. SPRIND bietet in jeder Stufe der Challenge neben finanziellen Mitteln auch eine intensive und individuelle Unterstützung und direktem Zugang zu einem Netzwerk von Experten und potentiellen Kooperationspartnern.
Bei den Finanzmitteln können Teams in dieser ersten Stufe bis zu 1.500.000 Euro (zzgl. MwSt.) erhalten. Nach jeder Stufe prüft die Jury die Zwischenergebnisse und bewertet, welche Teams das größte Sprunginnovationspotential aufweisen. Bis zu sechs Teams erreichen dann die zweite Stufe, wo Förderung von bis zu 2.000.000 Euro (zzgl. MwSt.) pro Team vorgesehen sind. Für bis zu vier Teams, die in die dritte Phase übergehen, stellt SPRIND bis zu 2.500.000 EUR (zzgl. MwSt.) zur Verfügung, um die weitere Entwicklung und Implementierung zu unterstützen.
WEEEfficient mit innovativen Technologien für das Recycling von Elektronikschrott
Zu den nunmehr ausgewählten Projekten gehört WEEEfficient aus dem Umfeld des Helmholtz Zentrum Dresden Rossendorf (HZDR), wo es um zukunftsweisende Technologien für das Recycling von Elektronikschrott geht. Der Fokus liegt auf der Entwicklung und Etablierung eines modularen, skalierbaren Verfahrens, das nicht nur Edelmetalle zurückgewinnt, sondern auch die Rückgewinnung strategischer Rohstoffe wie Tantal, Gallium und Seltene Erden ermöglicht, welche bei herkömmlichen Verfahren derzeit verloren gehen.
WEEEfficient konzentriert sich auf die Engpässe der heutigen Recyclingindustrie und soll bestehende Systeme ergänzen und verbessern. Der Prozess kommt Angaben zufolge ohne hochtemperierte Verhüttung oder konventionelle Hydrometallurgie aus. Stattdessen basiert er auf einer energiesparenden Kombination aus Biotechnologie und innovativer Mineralverarbeitung, wodurch die Umweltbelastung minimiert wird. Mit Unterstützung des HZDR bereitet das Team nun die Ausgründung vor und entwickelt die Technologien zu marktreifen Pilotanlagen weiter.
Analyse und Sortierung von Abfallstoffen mittels KI & Deep-Sensor-Technologie bei Projekt WeSort.AI
Zweites ausgewähltes Projektteam ist WeSort.AI, ein innovatives Technologieunternehmen, das sich auf Systeme zur präzisen Analyse und Sortierung von Abfallstoffen mithilfe künstlicher Intelligenz und modernster Deep-Sensor-Technologie spezialisiert hat. Im Zentrum steht eine KI-gestützte Sortiertechnologie, welche die effiziente Trennung von Materialien wie Batterien und Elektronikschrott ermöglichen soll und damit können dann wertvolle kritische Rohstoffe zurückgewonnen werden. Dies trägt erheblich dazu bei, die strategische Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen zu verringern.
WeSort.AI wurde bereits mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet und setzt seine ersten Sortiersysteme erfolgreich bei Partnern wie PreZero ein. „Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass eine echte Kreislaufwirtschaft nur durch eine ordnungsgemäße Abfallsortierung erreicht werden kann, und engagiert sich leidenschaftlich für dieses Ziel“, so SPRIND in der Beschreibung des Projektes.
BIOPEPLEACH mit biohybrider Plattform für nachhaltige Rückgewinnung hochreiner Seltenerdeelemente
Das dritte nominierte Team heißt BIOPEPLEACH. Hier geht es um die Entwicklung einer biohybriden Plattform für die nachhaltige Rückgewinnung hochreiner Seltenerdelemente aus komplexen Abfallströmen. Das Team kombiniert dafür aus industriellen Nebenströmen gewonnene Bio-Säuren mit hochselektiven metallbindenden Peptiden, um Seltenerdelemente mit hoher Reinheit und Ausbeute biologisch auszulagern, einzufangen und zurückzugewinnen.
„Diese einzigartige Kombination aus abfallbasierter Bio-Säure-Chemie und Peptidselektivität bietet einen neuen technologischen Weg, der über die konventionelle Hydrometallurgie hinausgeht und den Chemikalienverbrauch drastisch reduziert, während gleichzeitig eine sauberere und kreislauffähigere Metallrückgewinnung ermöglicht wird“, so ein Auszug aus der Projekt-Beschreibung. Das BIOPEPLEACH-Team selbst basiert auf der BIOWEG GmbH und der TU Berlin, die gemeinsam diese Bio-Säure-Peptid-Plattform zur Rückgewinnung von Seltenerdmetallen entwickeln und skalieren.
Umfassende Behandlung vorsortierter Leiterplatten und Displaymodule aus ausgedienten Smartphones bei Projekt CMETRE
Projekt Nummer vier ist das CMETRE-Team (Critical METals Recovery from E‑Waste) von der Grensol AG (Schweiz). Hier geht es um eine innovative Lösung für die umfassende Behandlung vorsortierter Leiterplatten und Displaymodule aus ausgedienten Smartphones. Die Anwendung kombiniert dabei nahtlos die physikalische Abtrennung kritischer Metalle mit gezielten chemischen Prozessen.
Damit sollen nicht nur die Metalle zurückgewonnen werden, die üblicherweise durch Kupferschmelzen extrahiert werden, sondern auch leichte und schwere Seltene Erden sowie für die Elektronik wichtige kritische Metalle wie Gallium, Antimon und Bismut. Dieser Ansatz soll das Spektrum der aus Elektronikabfällen rückgewinnbaren Materialien erheblich erweitern. Das Team arbeitet eng mit dem Worcester Polytechnic Institute (WPI), der ETH Zürich und der HEIG-VD zusammen.
E‑Murgy mit skalierbaren und elektrifizierten metallurgischen Verfahren zur selektiven Rückgewinnung kritischer Metalle
Der Name des fünften Projektes lautet E‑Murgy. Hier geht es um die Entwicklung von skalierbaren und elektrifizierten metallurgischen Verfahren zur selektiven Rückgewinnung kritischer Metalle aus verschiedenen Altabfallströmen. Durch die elektrochemische Regenerierung von Reagenzien mit erneuerbarer Energie verringern die neu entwickelten Technologien den Bedarf an umweltbelastenden, nicht recycelbaren Chemikalien.
„E‑Murgy verfolgt eine Philosophie der integrativen Disruption und entwickelt elektrometallurgische Verfahren, die vollständig im Rahmen der wässrigen Metallurgie arbeiten und dennoch deutliche Verbesserungen in Bezug auf Selektivität, Effizienz und die Herstellung hochwertiger Funktionsprodukte erzielen“, so die Beschreibung. Operativ erzeugen modulare elektrochemische Reaktoren mehrere (sog.) Redox-Reagenzien, die in etablierte metallurgische Verfahren eingespeist werden. Und das verwirklicht den disruptiven Ansatz der entkoppelten Elektrometallurgie.
Maßgeschneiderte Plattform für maschinelles Lernen bei Projekt LanthaGen Bio
LanthaGen Bio Ltd ist ein Biotechnologieunternehmen aus Manchester und das sechste auserkorene Projekt (Anm. LanthaCycle). Mittels einer maßgeschneiderten Plattform für maschinelles Lernen sollen biologische Systeme zur Rückgewinnung kritischer Metalle aus komplexen Abfallströmen, wie etwa Elektroschrott, entwickelt werden.
An der Schnittstelle von Biologie und KI will das Unternehmen die selektive Abscheidung kritischer Metalle ermöglichen, und das ohne den Einsatz von Lösungsmitteln und mit deutlich reduzierten CO₂-Emissionen. Eine europaweite Kreislaufwirtschaft mit geringerer Umweltbelastung ist die weitere Zielsetzung von LanthaGen Bio Ltd.
DESycle-Team mit Entwicklung einer Plattform für zirkuläre Metallurgie
Projekt Nummer sieben kommt vom DEScycle-Team. Hier geht es um die Entwicklung einer Plattform für zirkuläre Metallurgie und damit soll eine hocheffiziente und emissionsarme Rückgewinnung kritischer und strategischer Metalle aus Altprodukten und komplexen Industrieabfällen ermöglicht werden. Primär geht es um die Kombination einer neuen Klasse grüner Chemie mit innovativen chemischen Verfahren und fortschrittlichen Trenntechniken.
Damit will DEScycle herkömmliche Hochtemperatur- und kohlenstoffintensive Rückgewinnungsverfahren durch eine geschlossene, chemiebasierte Alternative ersetzen. „Durch die Skalierbarkeit, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und echte Kreislaufwirtschaft des Metallrecyclings verwandelt DEScycle Haushaltsabfälle in eine heimische Metallversorgung für die Energiewende“, so ein Auszug aus der SPRIND-Beschreibung.
Gezieltes Bioleaching, Biosorptions- und Biomineralisierungen zur Abscheidung gelöster Metalle bei Projekt BioXtract
Beim letzten nominierten Projekt BioXtract geht es um die Verwendung von präziser Biogeochemie, um komplexe Abfälle gezielt in hochwertige Metallressourcen umzuwandeln. Das Team hat sich zum Ziel gesetzt, die Metallrückgewinnung neu zu definieren, indem es sich die grundlegenden Regeln zunutze macht, die den natürlichen biogeochemischen Kreislauf von Metallen bestimmen. Im Mittelpunkt der BioXtract-Technologie steht die Nachahmung und Verstärkung von Prozessen, die den Metallkreislauf der Erde seit Milliarden von Jahren prägen – aber nun auf moderne Abfallströme angewendet.
Im Verfahren selbst geht es um die Kombination von mikrobiell vermittelten Redoxreaktionen für gezieltes Bioleaching, Biosorptions- und Biomineralisierungen zur Abscheidung gelöster Metalle und zudem um eine chemisch anpassbare, schrittweise Desorption, um einzelne Zielmetalle auf ressourceneffiziente Weise selektiv zu isolieren. „Der Ansatz zeichnet sich durch hohe Selektivität und Präzision, ein modulares und anpassungsfähiges Systemdesign sowie einen umweltverträglichen Prozess aus, der unter milden Bedingungen mit minimalem Chemikalieneinsatz abläuft“, so die Beschreibung.
Kostengünstigere, skalierbare und nachhaltigere Alternative zu herkömmlichen Metallrückgewinnung
Auch das Team von BioXtract wird gesondert gelobt : „Mit fundiertem Fachwissen in den Bereichen Biogeochemie, Mikrobiologie, Mineralogie, Verfahrenstechnik und Modellierung schlägt das BioXtract-Team eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung, um ungenutzte Quellen wichtiger Rohstoffe zu erschließen und Abfall in eine strategische Ressource zu verwandeln.“
Final geht es um „eine kostengünstigere, skalierbare und nachhaltigere Alternative zu herkömmlichen Technologien zur Metallrückgewinnung“. Und diese finale Zielsetzung eint dann auch alle acht aktuell ausgewählten Projekte der neuen SPRIND-Challenge, wo auf jedes Team bis zu 1,5 Mio. Euro in der ersten Projekt-Stufe und bis zu 2 Mio. Euro in der zweiten und schließlich bis zu 2,5 Mio. Euro in der dritten Stufe warten. (red/czaak)
Digitale Exzellenz trifft wissenschaftliche Exzellenz

Niederösterreichisches Institute of Science and Technology Austria (ISTA) erhält von Uber-Mitbegründer Garett Camp Spende über fünf Millionen Euro. Im Fokus stehen neue Forschungen zu KI im engen Kontext mit den Themen menschenzentrierte Vertrauenswürdigkeit und gesellschaftliches Gemeinwohl.
Das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg (NÖ) hat vom kanadischen Unternehmer Garret Camp, ein Mitbegründer der Fahrdienst-App Uber, eine Spende in Höhe von fünf Millionen Euro erhalten. Mit diesen Mitteln soll KI als vertrauenswürdige, menschenzentrierte Technologie zum Wohle der Gesellschaft weiter erforscht werden.
„Das ist ein großartiger Erfolg für das ISTA. Die Spende des Uber-Mitbegründers Garrett Camp unterstreicht das Potenzial des Wissenschaftslandes Niederösterreich und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freuen sich Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).
Erste Spende des kanadischen Unternehmers an europäisches Institut
Die Unterstützung für die wissenschaftliche Vorzeigeeinrichtung ist die erste Spende des kanadischen Unternehmers an ein europäisches Institut. Garrett Camp besuchte den ISTA-Campus, um die Spendenvereinbarung mit Martin Hetzer, ISTA-Präsident, und Georg Schneider, Managing Director zu unterzeichnen.
„Die Unterstützung des ISTA ist eine Investition in eine Gemeinschaft, die brillante Köpfe aus der ganzen Welt zusammenbringt, um vertrauenswürdige KI im Sinne der Menschheit weiter voranzutreiben. Es geht um das Wachstum von Innovationen, dies aber gemeinsam mit Integrität, Transparenz und Respekt für menschliche Werte“, unterstreicht Garrett Camp sein Engagement.
Niederösterreich als auch international beachteter Wissenschaftsstandort
„Das ISTA kann mit dieser Unterstützung seine Grundlagenforschung im Bereich der künstlichen Intelligenz weiter ausbauen“, so Hetzer. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits vorhandene und mehrfach ausgezeichnete Expertise des ISTA in den Bereichen Computerwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften. „Die Spende ist ein weiterer Beweis dafür, dass die exzellente Arbeit der Forscherinnen und Forscher am ISTA weltweite Anerkennung erfährt“, ergänzt Johanna Mikl-Leitner.
Niederösterreich hat sich in der Tat zu einem international beachteten Wissenschaftsstandort entwickelt. Mit der Donau-Uni-Krems als seinerzeitigem Nukleus, den vielen regional abgestimmten Technopol-Standorten (Anm. etwa Tulln, Wieselburg, u.w.), den Regional-Innovations-Zentren (RIZ), der Karl Landsteiner Privatuni oder dem Leuchtturm-Projekt MedAustron in Wiener Neustadt, hat Österreichs größtes Bundesland die Transformation von einem ehemals reinen Industriestandort hin zu einem regional wie ganzheitlich vernetzten Bildungsstandort erfolgreich umgesetzt.
Die Mission Nobelpreis braucht weiterhin kontinuierliche Investitionen
„Wir haben uns von einem ehemals weißen Fleck auf der Wissenschaftslandkarte zum Hotspot von Wissenschaft, Forschung und Innovation entwickelt“, bestätigt auch Landeshauptfrau Mikl Leitner. Im Rahmen der aktuellen ISTA-Veranstaltung sprach sie auch die „Mission Nobelpreis“ an, und die weiterhin konsequent getätigten Investitionen in Forschung und Wissenschaft.
„Es geht nicht um eine Medaille für das Regal, sondern um die besten Rahmenbedingungen für die besten Köpfe. Nur dort, wo Forschung und Innovation sind, siedeln sich moderne Betriebe an und entstehen die Arbeitsplätze der Zukunft“, unterstreicht Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Landeschefin von Niederösterreich.
„Wir dürfen KI nicht nur den USA und China überlassen, sondern brauchen selbst Themenführerschaft“
„Wir dürfen KI nicht nur den USA und China überlassen, sondern brauchen selbst Themenführerschaft“, ergänzte Stephan Pernkopf, LH-Stellvertreter und operativ auch für die Wissenschaft in Niederösterreich verantwortlich. Das ISTA in Klosterneuburg wurde 2009 eröffnet und hat sich zum Anziehungspunkt für Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus der ganzen Welt entwickelt. Im Zentrum stehen die Grundlagenforschung sowie das Bestreben, wissenschaftliche Erkenntnisse durch technologischen Transfer und Wissensvermittlung in die Gesellschaft zu tragen.
Aktuell hat das Institut rund 90 Forschungsgruppen und 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bis 2036 soll es auf 150 Gruppen und 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwachsen. Dazu läuft seit Anfang des Jahres die dritte Ausbaustufe (2026−2036). Ebenso heuer erfolgt ein weiterer Ausbauschritt mit dem Baustart für das siebte Laborgebäude. Dieses „Lab7“ wird Platz für rund 30 Forschungsgruppen sowie weitere gemeinsam genutzte Labore bieten. (red/czaak)
Ein Umstieg mit Weitblick

SAP stellt die Weiterentwicklung der Softwarelösung IS‑H für das Patientenmanagement in Spitälern und Gesundheitseinrichtungen ein. Anwendung wird über ganz Österreich für 90 Prozent der Patient:innen eingesetzt. T‑Systems entwickelt für diese Millionen von Patienten neue Lösung und auf diese vertraut nun auch die Vinzenz-Gruppe.
Die Gesundheitsbranche steht an einem technologischen Wendepunkt : Der Softwarekonzern SAP hat angekündigt, die Weiterentwicklung von IS‑H einzustellen. IS‑H ist eine digitale Anwendung, die für das Management von 90 Prozent der Patient:innen in Österreich eingesetzt wird und von der Aufnahme über die Verwaltung von Stammdaten und Behandlungen bis zu Entlassung und Abrechnung der medizinischen Leistungen alle Prozesse abgedeckt hat. In Folge der SAP-Entscheidung droht jetzt den österreichischen Spitälern und Millionen von Patient:innen eine Versorgungslücke.
Die Vinzenz Gruppe als eines der größten privaten Gesundheits- und Sozialunternehmen in Österreich setzt nun beim Umstieg von SAP IS‑H auf die T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC). T‑Systems hat als Dienstleister in der technologischen Entwicklung und Betreuung des Gesundheitswesens jahrzehntelange Erfahrung. Der IT-Dienstleister hat hier zahlreiche eigene Software-Applikationen, mobile Anwendungen oder spezielle Cloud-Services entwickelt, die sich bei den Lösungen vom ganzheitlichen Einsatz über Datenmanagement und verschiedene mobile Arbeitsgeräte bis zu spezifischen Segmenten wie der Wundbehandlung reichen.
Innovation von T‑Systems und ergänzende Dienste von ATSP und KPMG
Zur Unterstützung der Spitalsbetreiber und weiterer betroffener Institutionen im Gesundheitswesen beim Umstieg von SAP auf die TSHC-Lösung hat T‑Systems Austria gemeinsam mit dem IT-Dienstleister AT Solution Partner (ATSP) und dem Unternehmensberater KPMG Österreich ein ganzheitliches Paket entwickelt, das die gesamte Planung und Durchführung der Nachfolgelösung für IS‑H im Patientenmanagement umfasst.
Für die Vinzenz-Gruppe liegt der Fokus auf einer langfristig stabilen und zukunftssicheren Systemlandschaft und aktuell nun im Kontext mit dem SAP-Entscheid verstärkt beim Thema IS‑H bzw. i.s.h.med (Anm. spezifische Applikation bwz. Lösung). Für die Endanwender und die verbundenen Abläufe bedeutet das allein schon umfangreiche Schritte beim Management aller damit verbundener Prozesse.
Die Verwaltung von Millionen Patienten:innen als zentrale Zukunftsfrage
Gemeinsam mit KPMG, ATSP und der Vinzenz Gruppe wurde ein Ablaufprozess entwickelt, der einmal die Komplexität der Systemarchitektur deutlich reduziert und den internen Ressourcenbedarf optimiert. Inkludiert ist auch die Klärung offener SAP-Lizenzthemen, was ebenso in der Verantwortung von T‑Systems liegt. Als partnerschaftlicher Begleiter soll hier in enger Abstimmung mit SAP Lösungen erarbeitet werden, die für die Vinzenz Gruppe maximale Planungssicherheit und Vertrauen schaffen.
Die ganze Causa rund um die Entscheidung von SAP und die neue T‑Systems Lösung TSHC adressiert parallel aber auch eine überaus relevante Zukunftsfrage : Wie soll die Verwaltung von Millionen Patienten:innen künftig effizient gemanagt werden ? „Unsere Lösung ist so konzipiert, dass der Umstieg intuitiv und der Schulungsaufwand sowohl für Nutzer:innen als auch für das IT-Fachpersonal maximal gering ist“, erläutertMartin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria.
Maximaler Datensouveränität und Kontrolle plus volle Cloud-Kompatibilität für langfristige Flexibilität
„Das ist auch für die Planungssicherheit unserer Kunden essenziell und gleichzeitig schaffen wir die notwendige technologische Basis für richtungsweisende Innovationen in der Zukunft“, unterstreicht Werner von T‑Systems Austria. Mit der Anwendung TSHC setzt T‑Systems sowohl auf Bewährtes und gleichzeitig werden auch neue Möglichkeiten abgebildet. Im Falle der Vinzenz-Gruppe wird die T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) in deren eigenen Räumlichkeiten betrieben (Anm. sog. On-Premise Lösung) und das erfüllt den Kundenwunsch nach maximaler Datensouveränität und Kontrolle.
Die neue TSHC-Lösung bietet gleichzeitig aber auch volle Cloud-Kompatibilität und das bedeutet langfristige Flexibilität, insbesondere bei Erweiterung und Verschränkung mit neuen Applikationen. „Im Kern deckt TSHC die wesentlichen funktionalen Bereiche von SAP IS‑H ab und das ermöglicht einen effizienten Einstieg für Anwender:innen und IT-Fachpersonal“, ergänzt Martin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria.
„Laufender Betrieb muss insbesondere im Patientenmanagement absolut störungsfrei bleiben“
Neben den technologischen Anforderungen ist auch das Thema Ökonomie bzw. Kosteneffizienz ein zentraler Fokus bei der neuen T‑Systems Lösung. Bestehende Prozesse können weitgehend übernommen werden, sodass die Umstellung für Gesundheitseinrichtungen entsprechend ressourcenschonend umgesetzt werden kann.
Zudem erfolgt der Übergang durch eigens entwickelte Tools automatisiert und ohne langwierige Neueinführungen. Der Aufwand für Gesundheitseinrichtungen wird damit noch weiter reduziert. „Das ist ein entscheidender Vorteil, da der laufende Betrieb eines Krankenhauses, insbesondere im Patient:innenmanagement, störungsfrei bleiben muss“, betont T‑Systems Experte Werner.
Eigene TSHC-Readiness Checks vorbereiten und begleiten den Umstieg
Die Konzeption von TSHC geht aber über den bisherigen Funktionsumfang (Anm. von SAP IS‑H) noch hinaus : Innovative Use Cases adressieren auch das Thema Benutzerfreundlichkeit und sichern auf Basis einer genau definierten Roadmap die Weiterentwicklung der Lösung für die kommenden Jahre. Um den Wechsel optimal vorzubereiten, gibt es eigene TSHC-Readiness Checks.
Diese sorgen für eine detaillierte Analyse der bestehenden, oftmals über Jahrzehnte gewachsenen SAP IS‑H Systeme. Dabei werden auch Erweiterungen und Systemspezifika exakt geprüft und auch damit wird ein reibungsloser und transparenter Übergang unterstützt. „Systemumstellungen sind herausfordernd. Sie lohnen sich aber, wenn sie durchdacht und mit den richtigen Partnern umgesetzt werden“, so Werner.
Ein wichtiger Schritt für Versorgungssicherheit und verlässliche Abläufe im Gesundheitswesen
Mit dem Umstieg auf TSHC setzt die Vinzenz Gruppe auf eine langfristig tragfähige IT-Lösung, ein wichtiger Schritt für Versorgungssicherheit und verlässliche Abläufe im Gesundheitswesen. „Für die Vinzenz Gruppe ist entscheidend, dass wir unsere gesamten Daten und auch alle kundenspezifischen Erweiterungen vollständig mitnehmen können. So stellen wir sicher, dass bewährte Abläufe erhalten bleiben und wir uns auf die aktuellen Herausforderungen konzentrieren können“, sagt Otfried Cerwenka, IT-Leiter der Vinzenz Gruppe.
T‑Systems entwickelt bereits seit 1994 die Landesversionen von IS‑H für Österreich und die Schweiz im Auftrag von SAP. Die neue TSHC-Lösung wird zu 100 Prozent in Österreich entwickelt und kann unter Gewährleistung der absoluten Datensouveränität auch von T‑Systems betrieben werden. „Wir vereinen somit modernste Technologie mit tiefem Branchenverständnis und schaffen einen nachhaltigen Mehrwert für das Gesundheitswesen“, resümiert Martin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria. (red/czaak)
Aus Industriebetrieben werden Dienstleister

Dienstleistungen als zunehmendes Geschäftsfeld für Industrie und regionale Auswirkungen von US-Zöllen sowie Geschäftserwartungen 2026 und KI-Nutzung am Arbeitsplatz. Umfassende Ifo-Analyse zu Standort-Faktoren und Trends in Wirtschaft Deutschlands.
Deutschland hat seine erst kürzlich nach Grönland gesandten Soldaten nur einen Tag nach deren Ankunft wieder zurückgeholt. Beobachter glauben einen Grund gefunden zu haben in den parallel vom präsidialen US-Zoll-Zuchtmeister Donald Trump geäußerten Androhungen von Straf-Zöllen gegen die Unterstützer von Grönlands Unabhängigkeit.
Das deutsche ifo-Institut hat sich kurz zuvor in einer umfangreichen Anaylse die regionalen Auswirkungen von US-Zöllen angesehen. Als Ergebnis zeigt sich, dass die 15 %-igen US-Strafzoll-Zuschläge den Industriestandorten in Süddeutschland am stärksten schaden würden. „Das Nord-Süd-Gefälle ist deutlich : Während Potsdam sogar einen leichten Zugewinn verzeichnet, drohen Industriestandorten wie Salzgitter, Dingolfing-Landau, Wolfsburg und Ingolstadt empfindliche Einbußen“, sagt Marcel Thum, Leiter der ifo Niederlassung Dresden.
Gravierende Verluste im verarbeitenden Gewerbe
Besonders stark betroffen sind Regionen mit hohem Industrieanteil, etwa in der Automobil- und Metallerzeugung. Am höchsten sind die Wertschöpfungsverluste für die Orte Salzgitter (minus 1,16 Prozent), Dingolfing-Landau (minus 1,08 Prozent), Wolfsburg („VW-Stadt“, minus 1,06 Prozent), Böblingen (minus 1,05 Prozent) und Ingolstadt („AUDI-Stadt“, minus 0,98 Prozent). Leichte positive Wertschöpfungseffekte gibt es für Potsdam (plus 0,23 Prozent), den Main-Taunus-Kreis (plus 0,22 Prozent), Cottbus (plus 0,18 Prozent) und Bonn (plus 0,17 Prozent).
Die regionalen Unterschiede sind vor allem auf die Wirtschaftsstruktur vor Ort zurückzuführen. „Während Dienstleister vielerorts tendenziell profitieren und Marktanteile gewinnen können, sind in einzelnen Regionen die Verluste im Verarbeitenden Gewerbe gravierend“, ergänzt Robert Lehmann von der ifo Niederlassung Dresden. „Insgesamt könnten die Zölle mittelfristig zu einer Verschiebung der Wirtschaftsaktivität von Industrie zu Dienstleistungen führen“, erläutert der ifo-Experte.Industrieunternehmen werden immer mehr zu Dienstleistern
Generell zeigt sich, dass deutsche Industrieunternehmen immer mehr Umsatz mit Dienstleistungen machen. Das ifo-Institut hat aktuell auch hierzu eine eigene Studie erstellt. „Im Jahr 2024 haben Industrieunternehmen bereits rund 166 Milliarden Euro mit produktbegleitenden Dienstleistungen umgesetzt, wie Beratung, Montage oder Wartung. Damit übertrafen sie etwa den Umsatz des gesamten Gastgewerbes in Deutschland, der bei rund 138 Milliarden Euro lag“, sagt Timo Wollmershäuser, Konjunkturforscher beim ifo-Institut.
Unter den Industrieunternehmen macht der Maschinenbau mit einem Anteil von über 13 Prozent überdurchschnittlich viel Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen, gefolgt vom Fahrzeugbau (sieben Prozent) und der Elektroindustrie (sieben Prozent). In den Bereichen Nahrungs- und Genussmittel oder im Textil- und Bekleidungsgewerbe spielen produktbegleitende Dienstleistungen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Insgesamt hat der Umsatzanteil der produktbegleitenden Dienstleistungen in den vergangenen zehn Jahren in allen Industriezweigen zugenommen.Industriebetriebe mit Innovationstätigkeit haben höheren Dienstleistungsanteil am Umsatz
Zudem haben Industrieunternehmen mit Innnovationstätigkeit einen höheren Dienstleistungsanteil am Umsatz. Unternehmen mit Forschung und Entwicklung (F&E) kamen auf durchschnittlich knapp acht Prozent. Setzen sie Künstliche Intelligenz (KI) ein, lag der Anteil bei fast neun Prozent. „Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen der Innovationstätigkeit eines Unternehmens und seinem Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen“, ergänzt Stefan Sauer vom ifo-Institut.
Die ifo-Studie selbst beruht auf einer gesonderten Erhebung vom Juli 2025 als Teil der regelmäßigen ifo Konjunkturumfragen. 1.680 Unternehmen nahmen laut ifo-Institut an der Umfrage teil, die damit repräsentativ für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland sind. Gefragt wurde nach der prozentualen Aufteilung der Umsätze für das Jahr 2024 nach Umsatz mit der Herstellung von Waren bzw. ihrem Verkauf, weiters nach dem Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen sowie Umsatz mit sonstigen Tätigkeiten.Jedes vierte Unternehmen rechnet 2026 mit schlechteren Geschäften
Erhoben hat das ifo-Institut auch wieder die aktuellen Erwartungen der deutschen Wirtschaft an das Jahr 2026. Rund 26 Prozent der Unternehmen erwarten 2026 eine Verschlechterung ihrer Geschäfte. 59 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit keiner Veränderung. Und 15 Prozent erwarten bzw. hoffen auf eine Verbesserung. „Die Unternehmen bleiben sehr zurückhaltend – von Aufbruchstimmung ist weit und breit nichts zu sehen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen.
Die Skepsis erstreckt sich quer über alle Branchen. Industriebetriebe erwarten zu 55 Prozent eine unveränderte Lage für 2026, 27 Prozent rechnen mit schlechteren Geschäften, 18 Prozent mit einer Verbesserung. Positiv fällt der Bereich der elektrischen Ausrüstungen auf, in dem der Anteil der optimistischen Unternehmen (27 Prozent) den der pessimistischen Unternehmen (13 Prozent) übertrifft.Die Problembranchen Handel und Bau
Bei den Dienstleistungsunternehmen zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier erwarten 63 Prozent eine stabile Lage, 23 Prozent eine ungünstige Entwicklung, 14 Prozent erwarten und hoffen auf eine Verbesserung. Besonders viele pessimistische Einschätzungen kommen aus dem Handel. Hier erwarten fast 33 Prozent eine Verschlechterung.
Auch im Baugewerbe ist der Ausblick verhalten. 33 Prozent der Betriebe rechnen mit einer ungünstigeren Lage, knapp 57 Prozent erwarten 2026 keine Veränderung und nur 10 Prozent erwarten bzw. hoffen auf bessere Geschäfte. „Die Zahlen sind insofern überraschend, als die Branche eigentlich auf das angekündigte Infrastrukturpaket hoffen könnte. Euphorie scheint dies noch nicht auszulösen“, sagt Wohlrabe.Nur jeder fünfte Beschäftigte nutzt KI regelmäßig
In einer eigenen Studie analysiert hat das ifo-Institut auch die Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) direkt am Arbeitsplatz und hier gibt nur jede/r fünfte Beschäftigte eine regelmäßige Nutzung an. In Summe haben rund 64 Prozent KI bereits eingesetzt, die meisten nutzen sie jedoch nur gelegentlich. „Zudem wurde die KI-Hauptanwendung nur bei etwa einem Drittel der Nutzenden auch vom Unternehmen eingeführt. Zwei Drittel nutzen KI demnach also eigeninitiativ“, sagt Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft.
Die individuelle Nutzung konzentriert sich stark auf leicht zugängliche Text‑Tools (Anm. ChatGPT oder Übersetzer), die einfach verfügbar sind und geringe Einstiegskosten haben. Diese werden von über 80 Prozent der KI-Nutzenden verwendet. Die formelle arbeitgebergesteuerte Nutzung von KI-Tools konzentriert sich auf komplexere oder kostspieligere Anwendungen (Anm. etwa diagnostische Tools, Sprach- oder Bildverarbeitung). „Die Beschäftigten berichten, dass die betriebliche Einführung von KI mit einer höheren Nutzungshäufigkeit, mehr Weiterbildungsangeboten, mehr KI-basierter Supervision und final dann mit höheren Produktivitätsgewinnen einhergeht“, sagt Schlenker.Repräsentative Studie mit fast 10.000 Interviews
Die Ergebnisse basieren auf Auswertungen der zweiten Befragung zur Verbreitung und Auswirkungen von Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung (Anm. DiWaBe 2.0). Das ifo Institut hat die Analyse gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt.Die Umfrage umfasst rund 9.800 Interviews und ist repräsentativ für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. „Die Ergebnisse zeigen Korrelationen und Zusammenhänge, keine kausalen Effekte“, erläutert Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft. (red/rucz, red/czaak)