Ökonomische Nachhaltigkeit bei kritischen Rohstoffen

Metalle und Stahlprodukte werden in großen Volumina für verschiedenste Erzeugungen benötigt. Rohstoffe auf wenige Herkunftsgebiete beschränkt. Herstellung energieintensiv und Recyclingquote niedrig. Neues Förderprogramm von SPRIND adressiert neue Kreislaufmodelle.
Kritische Metalle sind zentraler Bestandteil der verschiedensten Herstellungsverfahren und betriebsübergreifenden Produktionsketten. Die Anwendungen erstrecken sich von Hightech-Endprodukten und erneuerbaren Energietechnologien über die Luft- und Raumfahrt bis hin zur Elektronik und modernen Fertigung. Parallel ist der Zugang zu den dafür benötigten Rohstoffen nur auf wenige Länder beschränkt. Trotz dieser Schlüsselrolle in industriellen Produktionsprozessen und verwandten Lieferketten ist die Recyclingquote für kritische Rohstoffe erschreckend niedrig.
SPRIND, deutscher Inkubator für (schnelle) Sprunginnovation, hat nun eine neue mehrstufige Förderprogrammschiene (Anm. „Challenge“) ausgeschrieben und letzten Dezember die ersten acht Projekte für die Teilnahme an der ersten Stufe ausgewählt. Ziel der Tech Metal Transformation Challenge ist die Entwicklung und Validierung neuartiger Verfahren zur Rückgewinnung kritischer Metalle aus komplexen Abfallströmen wie Elektroschrott oder Elektronikkomponenten. Hierzu sollen biologische, chemische und physikalisch-mechanische Ansätze in einem modularen Gesamtsystem miteinander kombiniert werden.
Rückgewinnung plus neue, funktionale Verbindungen oder nanostrukturierte Materialien
Dabei geht es nicht nur um die Rückgewinnung einzelner Metalle, sondern um die Herstellung neuer, funktionaler Verbindungen, Legierungen oder nanostrukturierter Materialien mit gezielter und direkter industrieller Anwendbarkeit. Die Challenge zielt auf eine radikale Neuausrichtung der bisherigen Logik des Metallrecyclings und das heißt weg von klassischen Primärpfaden wie Hochtemperatur-Schmelzverfahren oder unspezifischen Laugungsprozessen hin zu hochselektiven, zirkulären Verfahren mit minimalem Energie- und Chemikalieneinsatz.
Durch neuartige biologische oder molekulare Trenn- und Umwandungsverfahren, könnten künftig auch bislang als technisch oder wirtschaftlich nicht recycelbar geltende gemischte oder fein verteilte Metalle zurückgewonnen werden. Dieser Ansatz soll dann auch bestehende Recyclingprozess grundlegen transformieren. Eine weitere Zielsetzung ist ein integratives Prototypen-System, das den Metallbestand von mindestens zwei komplexen Elektroschrott-Produkten in funktionale, marktfähige Metall-Produkte transformiert.
Drei Stufen in drei Jahren mit Geldern von bis zu 1,5 Mio. und bis hin zu 2,5 Mio. Euro je Team
Die SPRIND Challenge erstreckt sich über drei Jahre in drei Stufen. Eine Jury aus weltweit anerkannten Expert:innen unterstützt das Team von SPRIND bei der Bewertung der Bewerbungen und wählte im Dezember 2025 acht Teams für die Teilnahme an der ersten Stufe aus. SPRIND bietet in jeder Stufe der Challenge neben finanziellen Mitteln auch eine intensive und individuelle Unterstützung und direktem Zugang zu einem Netzwerk von Experten und potentiellen Kooperationspartnern.
Bei den Finanzmitteln können Teams in dieser ersten Stufe bis zu 1.500.000 Euro (zzgl. MwSt.) erhalten. Nach jeder Stufe prüft die Jury die Zwischenergebnisse und bewertet, welche Teams das größte Sprunginnovationspotential aufweisen. Bis zu sechs Teams erreichen dann die zweite Stufe, wo Förderung von bis zu 2.000.000 Euro (zzgl. MwSt.) pro Team vorgesehen sind. Für bis zu vier Teams, die in die dritte Phase übergehen, stellt SPRIND bis zu 2.500.000 EUR (zzgl. MwSt.) zur Verfügung, um die weitere Entwicklung und Implementierung zu unterstützen.
WEEEfficient mit innovativen Technologien für das Recycling von Elektronikschrott
Zu den nunmehr ausgewählten Projekten gehört WEEEfficient aus dem Umfeld des Helmholtz Zentrum Dresden Rossendorf (HZDR), wo es um zukunftsweisende Technologien für das Recycling von Elektronikschrott geht. Der Fokus liegt auf der Entwicklung und Etablierung eines modularen, skalierbaren Verfahrens, das nicht nur Edelmetalle zurückgewinnt, sondern auch die Rückgewinnung strategischer Rohstoffe wie Tantal, Gallium und Seltene Erden ermöglicht, welche bei herkömmlichen Verfahren derzeit verloren gehen.
WEEEfficient konzentriert sich auf die Engpässe der heutigen Recyclingindustrie und soll bestehende Systeme ergänzen und verbessern. Der Prozess kommt Angaben zufolge ohne hochtemperierte Verhüttung oder konventionelle Hydrometallurgie aus. Stattdessen basiert er auf einer energiesparenden Kombination aus Biotechnologie und innovativer Mineralverarbeitung, wodurch die Umweltbelastung minimiert wird. Mit Unterstützung des HZDR bereitet das Team nun die Ausgründung vor und entwickelt die Technologien zu marktreifen Pilotanlagen weiter.
Analyse und Sortierung von Abfallstoffen mittels KI & Deep-Sensor-Technologie bei Projekt WeSort.AI
Zweites ausgewähltes Projektteam ist WeSort.AI, ein innovatives Technologieunternehmen, das sich auf Systeme zur präzisen Analyse und Sortierung von Abfallstoffen mithilfe künstlicher Intelligenz und modernster Deep-Sensor-Technologie spezialisiert hat. Im Zentrum steht eine KI-gestützte Sortiertechnologie, welche die effiziente Trennung von Materialien wie Batterien und Elektronikschrott ermöglichen soll und damit können dann wertvolle kritische Rohstoffe zurückgewonnen werden. Dies trägt erheblich dazu bei, die strategische Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen zu verringern.
WeSort.AI wurde bereits mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet und setzt seine ersten Sortiersysteme erfolgreich bei Partnern wie PreZero ein. „Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass eine echte Kreislaufwirtschaft nur durch eine ordnungsgemäße Abfallsortierung erreicht werden kann, und engagiert sich leidenschaftlich für dieses Ziel“, so SPRIND in der Beschreibung des Projektes.
BIOPEPLEACH mit biohybrider Plattform für nachhaltige Rückgewinnung hochreiner Seltenerdeelemente
Das dritte nominierte Team heißt BIOPEPLEACH. Hier geht es um die Entwicklung einer biohybriden Plattform für die nachhaltige Rückgewinnung hochreiner Seltenerdelemente aus komplexen Abfallströmen. Das Team kombiniert dafür aus industriellen Nebenströmen gewonnene Bio-Säuren mit hochselektiven metallbindenden Peptiden, um Seltenerdelemente mit hoher Reinheit und Ausbeute biologisch auszulagern, einzufangen und zurückzugewinnen.
„Diese einzigartige Kombination aus abfallbasierter Bio-Säure-Chemie und Peptidselektivität bietet einen neuen technologischen Weg, der über die konventionelle Hydrometallurgie hinausgeht und den Chemikalienverbrauch drastisch reduziert, während gleichzeitig eine sauberere und kreislauffähigere Metallrückgewinnung ermöglicht wird“, so ein Auszug aus der Projekt-Beschreibung. Das BIOPEPLEACH-Team selbst basiert auf der BIOWEG GmbH und der TU Berlin, die gemeinsam diese Bio-Säure-Peptid-Plattform zur Rückgewinnung von Seltenerdmetallen entwickeln und skalieren.
Umfassende Behandlung vorsortierter Leiterplatten und Displaymodule aus ausgedienten Smartphones bei Projekt CMETRE
Projekt Nummer vier ist das CMETRE-Team (Critical METals Recovery from E‑Waste) von der Grensol AG (Schweiz). Hier geht es um eine innovative Lösung für die umfassende Behandlung vorsortierter Leiterplatten und Displaymodule aus ausgedienten Smartphones. Die Anwendung kombiniert dabei nahtlos die physikalische Abtrennung kritischer Metalle mit gezielten chemischen Prozessen.
Damit sollen nicht nur die Metalle zurückgewonnen werden, die üblicherweise durch Kupferschmelzen extrahiert werden, sondern auch leichte und schwere Seltene Erden sowie für die Elektronik wichtige kritische Metalle wie Gallium, Antimon und Bismut. Dieser Ansatz soll das Spektrum der aus Elektronikabfällen rückgewinnbaren Materialien erheblich erweitern. Das Team arbeitet eng mit dem Worcester Polytechnic Institute (WPI), der ETH Zürich und der HEIG-VD zusammen.
E‑Murgy mit skalierbaren und elektrifizierten metallurgischen Verfahren zur selektiven Rückgewinnung kritischer Metalle
Der Name des fünften Projektes lautet E‑Murgy. Hier geht es um die Entwicklung von skalierbaren und elektrifizierten metallurgischen Verfahren zur selektiven Rückgewinnung kritischer Metalle aus verschiedenen Altabfallströmen. Durch die elektrochemische Regenerierung von Reagenzien mit erneuerbarer Energie verringern die neu entwickelten Technologien den Bedarf an umweltbelastenden, nicht recycelbaren Chemikalien.
„E‑Murgy verfolgt eine Philosophie der integrativen Disruption und entwickelt elektrometallurgische Verfahren, die vollständig im Rahmen der wässrigen Metallurgie arbeiten und dennoch deutliche Verbesserungen in Bezug auf Selektivität, Effizienz und die Herstellung hochwertiger Funktionsprodukte erzielen“, so die Beschreibung. Operativ erzeugen modulare elektrochemische Reaktoren mehrere (sog.) Redox-Reagenzien, die in etablierte metallurgische Verfahren eingespeist werden. Und das verwirklicht den disruptiven Ansatz der entkoppelten Elektrometallurgie.
Maßgeschneiderte Plattform für maschinelles Lernen bei Projekt LanthaGen Bio
LanthaGen Bio Ltd ist ein Biotechnologieunternehmen aus Manchester und das sechste auserkorene Projekt (Anm. LanthaCycle). Mittels einer maßgeschneiderten Plattform für maschinelles Lernen sollen biologische Systeme zur Rückgewinnung kritischer Metalle aus komplexen Abfallströmen, wie etwa Elektroschrott, entwickelt werden.
An der Schnittstelle von Biologie und KI will das Unternehmen die selektive Abscheidung kritischer Metalle ermöglichen, und das ohne den Einsatz von Lösungsmitteln und mit deutlich reduzierten CO₂-Emissionen. Eine europaweite Kreislaufwirtschaft mit geringerer Umweltbelastung ist die weitere Zielsetzung von LanthaGen Bio Ltd.
DESycle-Team mit Entwicklung einer Plattform für zirkuläre Metallurgie
Projekt Nummer sieben kommt vom DEScycle-Team. Hier geht es um die Entwicklung einer Plattform für zirkuläre Metallurgie und damit soll eine hocheffiziente und emissionsarme Rückgewinnung kritischer und strategischer Metalle aus Altprodukten und komplexen Industrieabfällen ermöglicht werden. Primär geht es um die Kombination einer neuen Klasse grüner Chemie mit innovativen chemischen Verfahren und fortschrittlichen Trenntechniken.
Damit will DEScycle herkömmliche Hochtemperatur- und kohlenstoffintensive Rückgewinnungsverfahren durch eine geschlossene, chemiebasierte Alternative ersetzen. „Durch die Skalierbarkeit, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und echte Kreislaufwirtschaft des Metallrecyclings verwandelt DEScycle Haushaltsabfälle in eine heimische Metallversorgung für die Energiewende“, so ein Auszug aus der SPRIND-Beschreibung.
Gezieltes Bioleaching, Biosorptions- und Biomineralisierungen zur Abscheidung gelöster Metalle bei Projekt BioXtract
Beim letzten nominierten Projekt BioXtract geht es um die Verwendung von präziser Biogeochemie, um komplexe Abfälle gezielt in hochwertige Metallressourcen umzuwandeln. Das Team hat sich zum Ziel gesetzt, die Metallrückgewinnung neu zu definieren, indem es sich die grundlegenden Regeln zunutze macht, die den natürlichen biogeochemischen Kreislauf von Metallen bestimmen. Im Mittelpunkt der BioXtract-Technologie steht die Nachahmung und Verstärkung von Prozessen, die den Metallkreislauf der Erde seit Milliarden von Jahren prägen – aber nun auf moderne Abfallströme angewendet.
Im Verfahren selbst geht es um die Kombination von mikrobiell vermittelten Redoxreaktionen für gezieltes Bioleaching, Biosorptions- und Biomineralisierungen zur Abscheidung gelöster Metalle und zudem um eine chemisch anpassbare, schrittweise Desorption, um einzelne Zielmetalle auf ressourceneffiziente Weise selektiv zu isolieren. „Der Ansatz zeichnet sich durch hohe Selektivität und Präzision, ein modulares und anpassungsfähiges Systemdesign sowie einen umweltverträglichen Prozess aus, der unter milden Bedingungen mit minimalem Chemikalieneinsatz abläuft“, so die Beschreibung.
Kostengünstigere, skalierbare und nachhaltigere Alternative zu herkömmlichen Metallrückgewinnung
Auch das Team von BioXtract wird gesondert gelobt : „Mit fundiertem Fachwissen in den Bereichen Biogeochemie, Mikrobiologie, Mineralogie, Verfahrenstechnik und Modellierung schlägt das BioXtract-Team eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung, um ungenutzte Quellen wichtiger Rohstoffe zu erschließen und Abfall in eine strategische Ressource zu verwandeln.“
Final geht es um „eine kostengünstigere, skalierbare und nachhaltigere Alternative zu herkömmlichen Technologien zur Metallrückgewinnung“. Und diese finale Zielsetzung eint dann auch alle acht aktuell ausgewählten Projekte der neuen SPRIND-Challenge, wo auf jedes Team bis zu 1,5 Mio. Euro in der ersten Projekt-Stufe und bis zu 2 Mio. Euro in der zweiten und schließlich bis zu 2,5 Mio. Euro in der dritten Stufe warten. (red/czaak)
Digitale Exzellenz trifft wissenschaftliche Exzellenz

Niederösterreichisches Institute of Science and Technology Austria (ISTA) erhält von Uber-Mitbegründer Garett Camp Spende über fünf Millionen Euro. Im Fokus stehen neue Forschungen zu KI im engen Kontext mit den Themen menschenzentrierte Vertrauenswürdigkeit und gesellschaftliches Gemeinwohl.
Das Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg (NÖ) hat vom kanadischen Unternehmer Garret Camp, ein Mitbegründer der Fahrdienst-App Uber, eine Spende in Höhe von fünf Millionen Euro erhalten. Mit diesen Mitteln soll KI als vertrauenswürdige, menschenzentrierte Technologie zum Wohle der Gesellschaft weiter erforscht werden.
„Das ist ein großartiger Erfolg für das ISTA. Die Spende des Uber-Mitbegründers Garrett Camp unterstreicht das Potenzial des Wissenschaftslandes Niederösterreich und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freuen sich Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).
Erste Spende des kanadischen Unternehmers an europäisches Institut
Die Unterstützung für die wissenschaftliche Vorzeigeeinrichtung ist die erste Spende des kanadischen Unternehmers an ein europäisches Institut. Garrett Camp besuchte den ISTA-Campus, um die Spendenvereinbarung mit Martin Hetzer, ISTA-Präsident, und Georg Schneider, Managing Director zu unterzeichnen.
„Die Unterstützung des ISTA ist eine Investition in eine Gemeinschaft, die brillante Köpfe aus der ganzen Welt zusammenbringt, um vertrauenswürdige KI im Sinne der Menschheit weiter voranzutreiben. Es geht um das Wachstum von Innovationen, dies aber gemeinsam mit Integrität, Transparenz und Respekt für menschliche Werte“, unterstreicht Garrett Camp sein Engagement.
Niederösterreich als auch international beachteter Wissenschaftsstandort
„Das ISTA kann mit dieser Unterstützung seine Grundlagenforschung im Bereich der künstlichen Intelligenz weiter ausbauen“, so Hetzer. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits vorhandene und mehrfach ausgezeichnete Expertise des ISTA in den Bereichen Computerwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften. „Die Spende ist ein weiterer Beweis dafür, dass die exzellente Arbeit der Forscherinnen und Forscher am ISTA weltweite Anerkennung erfährt“, ergänzt Johanna Mikl-Leitner.
Niederösterreich hat sich in der Tat zu einem international beachteten Wissenschaftsstandort entwickelt. Mit der Donau-Uni-Krems als seinerzeitigem Nukleus, den vielen regional abgestimmten Technopol-Standorten (Anm. etwa Tulln, Wieselburg, u.w.), den Regional-Innovations-Zentren (RIZ), der Karl Landsteiner Privatuni oder dem Leuchtturm-Projekt MedAustron in Wiener Neustadt, hat Österreichs größtes Bundesland die Transformation von einem ehemals reinen Industriestandort hin zu einem regional wie ganzheitlich vernetzten Bildungsstandort erfolgreich umgesetzt.
Die Mission Nobelpreis braucht weiterhin kontinuierliche Investitionen
„Wir haben uns von einem ehemals weißen Fleck auf der Wissenschaftslandkarte zum Hotspot von Wissenschaft, Forschung und Innovation entwickelt“, bestätigt auch Landeshauptfrau Mikl Leitner. Im Rahmen der aktuellen ISTA-Veranstaltung sprach sie auch die „Mission Nobelpreis“ an, und die weiterhin konsequent getätigten Investitionen in Forschung und Wissenschaft.
„Es geht nicht um eine Medaille für das Regal, sondern um die besten Rahmenbedingungen für die besten Köpfe. Nur dort, wo Forschung und Innovation sind, siedeln sich moderne Betriebe an und entstehen die Arbeitsplätze der Zukunft“, unterstreicht Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Landeschefin von Niederösterreich.
„Wir dürfen KI nicht nur den USA und China überlassen, sondern brauchen selbst Themenführerschaft“
„Wir dürfen KI nicht nur den USA und China überlassen, sondern brauchen selbst Themenführerschaft“, ergänzte Stephan Pernkopf, LH-Stellvertreter und operativ auch für die Wissenschaft in Niederösterreich verantwortlich. Das ISTA in Klosterneuburg wurde 2009 eröffnet und hat sich zum Anziehungspunkt für Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus der ganzen Welt entwickelt. Im Zentrum stehen die Grundlagenforschung sowie das Bestreben, wissenschaftliche Erkenntnisse durch technologischen Transfer und Wissensvermittlung in die Gesellschaft zu tragen.
Aktuell hat das Institut rund 90 Forschungsgruppen und 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bis 2036 soll es auf 150 Gruppen und 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwachsen. Dazu läuft seit Anfang des Jahres die dritte Ausbaustufe (2026−2036). Ebenso heuer erfolgt ein weiterer Ausbauschritt mit dem Baustart für das siebte Laborgebäude. Dieses „Lab7“ wird Platz für rund 30 Forschungsgruppen sowie weitere gemeinsam genutzte Labore bieten. (red/czaak)
Ein Umstieg mit Weitblick

SAP stellt die Weiterentwicklung der Softwarelösung IS‑H für das Patientenmanagement in Spitälern und Gesundheitseinrichtungen ein. Anwendung wird über ganz Österreich für 90 Prozent der Patient:innen eingesetzt. T‑Systems entwickelt für diese Millionen von Patienten neue Lösung und auf diese vertraut nun auch die Vinzenz-Gruppe.
Die Gesundheitsbranche steht an einem technologischen Wendepunkt : Der Softwarekonzern SAP hat angekündigt, die Weiterentwicklung von IS‑H einzustellen. IS‑H ist eine digitale Anwendung, die für das Management von 90 Prozent der Patient:innen in Österreich eingesetzt wird und von der Aufnahme über die Verwaltung von Stammdaten und Behandlungen bis zu Entlassung und Abrechnung der medizinischen Leistungen alle Prozesse abgedeckt hat. In Folge der SAP-Entscheidung droht jetzt den österreichischen Spitälern und Millionen von Patient:innen eine Versorgungslücke.
Die Vinzenz Gruppe als eines der größten privaten Gesundheits- und Sozialunternehmen in Österreich setzt nun beim Umstieg von SAP IS‑H auf die T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC). T‑Systems hat als Dienstleister in der technologischen Entwicklung und Betreuung des Gesundheitswesens jahrzehntelange Erfahrung. Der IT-Dienstleister hat hier zahlreiche eigene Software-Applikationen, mobile Anwendungen oder spezielle Cloud-Services entwickelt, die sich bei den Lösungen vom ganzheitlichen Einsatz über Datenmanagement und verschiedene mobile Arbeitsgeräte bis zu spezifischen Segmenten wie der Wundbehandlung reichen.
Innovation von T‑Systems und ergänzende Dienste von ATSP und KPMG
Zur Unterstützung der Spitalsbetreiber und weiterer betroffener Institutionen im Gesundheitswesen beim Umstieg von SAP auf die TSHC-Lösung hat T‑Systems Austria gemeinsam mit dem IT-Dienstleister AT Solution Partner (ATSP) und dem Unternehmensberater KPMG Österreich ein ganzheitliches Paket entwickelt, das die gesamte Planung und Durchführung der Nachfolgelösung für IS‑H im Patientenmanagement umfasst.
Für die Vinzenz-Gruppe liegt der Fokus auf einer langfristig stabilen und zukunftssicheren Systemlandschaft und aktuell nun im Kontext mit dem SAP-Entscheid verstärkt beim Thema IS‑H bzw. i.s.h.med (Anm. spezifische Applikation bwz. Lösung). Für die Endanwender und die verbundenen Abläufe bedeutet das allein schon umfangreiche Schritte beim Management aller damit verbundener Prozesse.
Die Verwaltung von Millionen Patienten:innen als zentrale Zukunftsfrage
Gemeinsam mit KPMG, ATSP und der Vinzenz Gruppe wurde ein Ablaufprozess entwickelt, der einmal die Komplexität der Systemarchitektur deutlich reduziert und den internen Ressourcenbedarf optimiert. Inkludiert ist auch die Klärung offener SAP-Lizenzthemen, was ebenso in der Verantwortung von T‑Systems liegt. Als partnerschaftlicher Begleiter soll hier in enger Abstimmung mit SAP Lösungen erarbeitet werden, die für die Vinzenz Gruppe maximale Planungssicherheit und Vertrauen schaffen.
Die ganze Causa rund um die Entscheidung von SAP und die neue T‑Systems Lösung TSHC adressiert parallel aber auch eine überaus relevante Zukunftsfrage : Wie soll die Verwaltung von Millionen Patienten:innen künftig effizient gemanagt werden ? „Unsere Lösung ist so konzipiert, dass der Umstieg intuitiv und der Schulungsaufwand sowohl für Nutzer:innen als auch für das IT-Fachpersonal maximal gering ist“, erläutertMartin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria.
Maximaler Datensouveränität und Kontrolle plus volle Cloud-Kompatibilität für langfristige Flexibilität
„Das ist auch für die Planungssicherheit unserer Kunden essenziell und gleichzeitig schaffen wir die notwendige technologische Basis für richtungsweisende Innovationen in der Zukunft“, unterstreicht Werner von T‑Systems Austria. Mit der Anwendung TSHC setzt T‑Systems sowohl auf Bewährtes und gleichzeitig werden auch neue Möglichkeiten abgebildet. Im Falle der Vinzenz-Gruppe wird die T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) in deren eigenen Räumlichkeiten betrieben (Anm. sog. On-Premise Lösung) und das erfüllt den Kundenwunsch nach maximaler Datensouveränität und Kontrolle.
Die neue TSHC-Lösung bietet gleichzeitig aber auch volle Cloud-Kompatibilität und das bedeutet langfristige Flexibilität, insbesondere bei Erweiterung und Verschränkung mit neuen Applikationen. „Im Kern deckt TSHC die wesentlichen funktionalen Bereiche von SAP IS‑H ab und das ermöglicht einen effizienten Einstieg für Anwender:innen und IT-Fachpersonal“, ergänzt Martin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria.
„Laufender Betrieb muss insbesondere im Patientenmanagement absolut störungsfrei bleiben“
Neben den technologischen Anforderungen ist auch das Thema Ökonomie bzw. Kosteneffizienz ein zentraler Fokus bei der neuen T‑Systems Lösung. Bestehende Prozesse können weitgehend übernommen werden, sodass die Umstellung für Gesundheitseinrichtungen entsprechend ressourcenschonend umgesetzt werden kann.
Zudem erfolgt der Übergang durch eigens entwickelte Tools automatisiert und ohne langwierige Neueinführungen. Der Aufwand für Gesundheitseinrichtungen wird damit noch weiter reduziert. „Das ist ein entscheidender Vorteil, da der laufende Betrieb eines Krankenhauses, insbesondere im Patient:innenmanagement, störungsfrei bleiben muss“, betont T‑Systems Experte Werner.
Eigene TSHC-Readiness Checks vorbereiten und begleiten den Umstieg
Die Konzeption von TSHC geht aber über den bisherigen Funktionsumfang (Anm. von SAP IS‑H) noch hinaus : Innovative Use Cases adressieren auch das Thema Benutzerfreundlichkeit und sichern auf Basis einer genau definierten Roadmap die Weiterentwicklung der Lösung für die kommenden Jahre. Um den Wechsel optimal vorzubereiten, gibt es eigene TSHC-Readiness Checks.
Diese sorgen für eine detaillierte Analyse der bestehenden, oftmals über Jahrzehnte gewachsenen SAP IS‑H Systeme. Dabei werden auch Erweiterungen und Systemspezifika exakt geprüft und auch damit wird ein reibungsloser und transparenter Übergang unterstützt. „Systemumstellungen sind herausfordernd. Sie lohnen sich aber, wenn sie durchdacht und mit den richtigen Partnern umgesetzt werden“, so Werner.
Ein wichtiger Schritt für Versorgungssicherheit und verlässliche Abläufe im Gesundheitswesen
Mit dem Umstieg auf TSHC setzt die Vinzenz Gruppe auf eine langfristig tragfähige IT-Lösung, ein wichtiger Schritt für Versorgungssicherheit und verlässliche Abläufe im Gesundheitswesen. „Für die Vinzenz Gruppe ist entscheidend, dass wir unsere gesamten Daten und auch alle kundenspezifischen Erweiterungen vollständig mitnehmen können. So stellen wir sicher, dass bewährte Abläufe erhalten bleiben und wir uns auf die aktuellen Herausforderungen konzentrieren können“, sagt Otfried Cerwenka, IT-Leiter der Vinzenz Gruppe.
T‑Systems entwickelt bereits seit 1994 die Landesversionen von IS‑H für Österreich und die Schweiz im Auftrag von SAP. Die neue TSHC-Lösung wird zu 100 Prozent in Österreich entwickelt und kann unter Gewährleistung der absoluten Datensouveränität auch von T‑Systems betrieben werden. „Wir vereinen somit modernste Technologie mit tiefem Branchenverständnis und schaffen einen nachhaltigen Mehrwert für das Gesundheitswesen“, resümiert Martin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria. (red/czaak)
Aus Industriebetrieben werden Dienstleister

Dienstleistungen als zunehmendes Geschäftsfeld für Industrie und regionale Auswirkungen von US-Zöllen sowie Geschäftserwartungen 2026 und KI-Nutzung am Arbeitsplatz. Umfassende Ifo-Analyse zu Standort-Faktoren und Trends in Wirtschaft Deutschlands.
Deutschland hat seine erst kürzlich nach Grönland gesandten Soldaten nur einen Tag nach deren Ankunft wieder zurückgeholt. Beobachter glauben einen Grund gefunden zu haben in den parallel vom präsidialen US-Zoll-Zuchtmeister Donald Trump geäußerten Androhungen von Straf-Zöllen gegen die Unterstützer von Grönlands Unabhängigkeit.
Das deutsche ifo-Institut hat sich kurz zuvor in einer umfangreichen Anaylse die regionalen Auswirkungen von US-Zöllen angesehen. Als Ergebnis zeigt sich, dass die 15 %-igen US-Strafzoll-Zuschläge den Industriestandorten in Süddeutschland am stärksten schaden würden. „Das Nord-Süd-Gefälle ist deutlich : Während Potsdam sogar einen leichten Zugewinn verzeichnet, drohen Industriestandorten wie Salzgitter, Dingolfing-Landau, Wolfsburg und Ingolstadt empfindliche Einbußen“, sagt Marcel Thum, Leiter der ifo Niederlassung Dresden.
Gravierende Verluste im verarbeitenden Gewerbe
Besonders stark betroffen sind Regionen mit hohem Industrieanteil, etwa in der Automobil- und Metallerzeugung. Am höchsten sind die Wertschöpfungsverluste für die Orte Salzgitter (minus 1,16 Prozent), Dingolfing-Landau (minus 1,08 Prozent), Wolfsburg („VW-Stadt“, minus 1,06 Prozent), Böblingen (minus 1,05 Prozent) und Ingolstadt („AUDI-Stadt“, minus 0,98 Prozent). Leichte positive Wertschöpfungseffekte gibt es für Potsdam (plus 0,23 Prozent), den Main-Taunus-Kreis (plus 0,22 Prozent), Cottbus (plus 0,18 Prozent) und Bonn (plus 0,17 Prozent).
Die regionalen Unterschiede sind vor allem auf die Wirtschaftsstruktur vor Ort zurückzuführen. „Während Dienstleister vielerorts tendenziell profitieren und Marktanteile gewinnen können, sind in einzelnen Regionen die Verluste im Verarbeitenden Gewerbe gravierend“, ergänzt Robert Lehmann von der ifo Niederlassung Dresden. „Insgesamt könnten die Zölle mittelfristig zu einer Verschiebung der Wirtschaftsaktivität von Industrie zu Dienstleistungen führen“, erläutert der ifo-Experte.Industrieunternehmen werden immer mehr zu Dienstleistern
Generell zeigt sich, dass deutsche Industrieunternehmen immer mehr Umsatz mit Dienstleistungen machen. Das ifo-Institut hat aktuell auch hierzu eine eigene Studie erstellt. „Im Jahr 2024 haben Industrieunternehmen bereits rund 166 Milliarden Euro mit produktbegleitenden Dienstleistungen umgesetzt, wie Beratung, Montage oder Wartung. Damit übertrafen sie etwa den Umsatz des gesamten Gastgewerbes in Deutschland, der bei rund 138 Milliarden Euro lag“, sagt Timo Wollmershäuser, Konjunkturforscher beim ifo-Institut.
Unter den Industrieunternehmen macht der Maschinenbau mit einem Anteil von über 13 Prozent überdurchschnittlich viel Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen, gefolgt vom Fahrzeugbau (sieben Prozent) und der Elektroindustrie (sieben Prozent). In den Bereichen Nahrungs- und Genussmittel oder im Textil- und Bekleidungsgewerbe spielen produktbegleitende Dienstleistungen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Insgesamt hat der Umsatzanteil der produktbegleitenden Dienstleistungen in den vergangenen zehn Jahren in allen Industriezweigen zugenommen.Industriebetriebe mit Innovationstätigkeit haben höheren Dienstleistungsanteil am Umsatz
Zudem haben Industrieunternehmen mit Innnovationstätigkeit einen höheren Dienstleistungsanteil am Umsatz. Unternehmen mit Forschung und Entwicklung (F&E) kamen auf durchschnittlich knapp acht Prozent. Setzen sie Künstliche Intelligenz (KI) ein, lag der Anteil bei fast neun Prozent. „Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen der Innovationstätigkeit eines Unternehmens und seinem Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen“, ergänzt Stefan Sauer vom ifo-Institut.
Die ifo-Studie selbst beruht auf einer gesonderten Erhebung vom Juli 2025 als Teil der regelmäßigen ifo Konjunkturumfragen. 1.680 Unternehmen nahmen laut ifo-Institut an der Umfrage teil, die damit repräsentativ für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland sind. Gefragt wurde nach der prozentualen Aufteilung der Umsätze für das Jahr 2024 nach Umsatz mit der Herstellung von Waren bzw. ihrem Verkauf, weiters nach dem Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen sowie Umsatz mit sonstigen Tätigkeiten.Jedes vierte Unternehmen rechnet 2026 mit schlechteren Geschäften
Erhoben hat das ifo-Institut auch wieder die aktuellen Erwartungen der deutschen Wirtschaft an das Jahr 2026. Rund 26 Prozent der Unternehmen erwarten 2026 eine Verschlechterung ihrer Geschäfte. 59 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit keiner Veränderung. Und 15 Prozent erwarten bzw. hoffen auf eine Verbesserung. „Die Unternehmen bleiben sehr zurückhaltend – von Aufbruchstimmung ist weit und breit nichts zu sehen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen.
Die Skepsis erstreckt sich quer über alle Branchen. Industriebetriebe erwarten zu 55 Prozent eine unveränderte Lage für 2026, 27 Prozent rechnen mit schlechteren Geschäften, 18 Prozent mit einer Verbesserung. Positiv fällt der Bereich der elektrischen Ausrüstungen auf, in dem der Anteil der optimistischen Unternehmen (27 Prozent) den der pessimistischen Unternehmen (13 Prozent) übertrifft.Die Problembranchen Handel und Bau
Bei den Dienstleistungsunternehmen zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier erwarten 63 Prozent eine stabile Lage, 23 Prozent eine ungünstige Entwicklung, 14 Prozent erwarten und hoffen auf eine Verbesserung. Besonders viele pessimistische Einschätzungen kommen aus dem Handel. Hier erwarten fast 33 Prozent eine Verschlechterung.
Auch im Baugewerbe ist der Ausblick verhalten. 33 Prozent der Betriebe rechnen mit einer ungünstigeren Lage, knapp 57 Prozent erwarten 2026 keine Veränderung und nur 10 Prozent erwarten bzw. hoffen auf bessere Geschäfte. „Die Zahlen sind insofern überraschend, als die Branche eigentlich auf das angekündigte Infrastrukturpaket hoffen könnte. Euphorie scheint dies noch nicht auszulösen“, sagt Wohlrabe.Nur jeder fünfte Beschäftigte nutzt KI regelmäßig
In einer eigenen Studie analysiert hat das ifo-Institut auch die Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) direkt am Arbeitsplatz und hier gibt nur jede/r fünfte Beschäftigte eine regelmäßige Nutzung an. In Summe haben rund 64 Prozent KI bereits eingesetzt, die meisten nutzen sie jedoch nur gelegentlich. „Zudem wurde die KI-Hauptanwendung nur bei etwa einem Drittel der Nutzenden auch vom Unternehmen eingeführt. Zwei Drittel nutzen KI demnach also eigeninitiativ“, sagt Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft.
Die individuelle Nutzung konzentriert sich stark auf leicht zugängliche Text‑Tools (Anm. ChatGPT oder Übersetzer), die einfach verfügbar sind und geringe Einstiegskosten haben. Diese werden von über 80 Prozent der KI-Nutzenden verwendet. Die formelle arbeitgebergesteuerte Nutzung von KI-Tools konzentriert sich auf komplexere oder kostspieligere Anwendungen (Anm. etwa diagnostische Tools, Sprach- oder Bildverarbeitung). „Die Beschäftigten berichten, dass die betriebliche Einführung von KI mit einer höheren Nutzungshäufigkeit, mehr Weiterbildungsangeboten, mehr KI-basierter Supervision und final dann mit höheren Produktivitätsgewinnen einhergeht“, sagt Schlenker.Repräsentative Studie mit fast 10.000 Interviews
Die Ergebnisse basieren auf Auswertungen der zweiten Befragung zur Verbreitung und Auswirkungen von Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung (Anm. DiWaBe 2.0). Das ifo Institut hat die Analyse gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt.Die Umfrage umfasst rund 9.800 Interviews und ist repräsentativ für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. „Die Ergebnisse zeigen Korrelationen und Zusammenhänge, keine kausalen Effekte“, erläutert Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft. (red/rucz, red/czaak)
Gegen das Unterwandern und Täuschen

Deep Fakes unterwandern und täuschen Gesellschaft, Wirtschaft und Medien. Deutscher Vorzeige-Inkubator SPRIND hat dazu letztes Jahr eine eigene Förderschiene initiiert und jetzt Siegerprojekt wie beste Einreichungen verlautbart.
Imitierte Stimmen und generell verzerrte Identitäten unterwandern unser Vertrauen in digitale Bilder. Deepfakes sind eine systemische Herausforderung für Medien, Wirtschaft, Politik und die Gesellschaft an sich. Für Prävention und Abwehr hat der deutsche Inkubator Sprind ein Förderprogramm gestartet und nun die ersten Projekte nominiert.
Sprind nennt seine Förderprogramme „Funke“ und der zum Thema Deepfake heißt „Deepfake Detection & Prevention“. Die Herausforderung bei dieser Förderschiene war die Entwicklung eines umfassenden Prototyps, der reaktive Maßnahmen zur Erkennung und/oder präventive Maßnahmen zum Schutz vor Bild-Deepfakes beinhaltet und in bestehende digitale Infrastrukturen integriert werden kann.
Individuelle Finanzierung von bis zu 725.000 Euro über zwei Stufen
Über 13 Monate hinweg arbeiteten bis zu zwölf Teams an entsprechenden Prototypen, die digitale Echtheit neu definieren. Die Teams erhielten eine individuelle Finanzierung von bis zu 725.000 Euro über zwei Stufen, weiters Zugang zu Expertise aus Forschung, Regulierung und Industrie sowie kontinuierliche Betreuung durch die Experten bei Sprind selbst. Ziel war die Entwicklung eines funktionalen Prototyps, der Deepfakes nicht nur erkennt, sondern auch authentifizierbare, vertrauenswürdige Bildinhalte ermöglicht.
Eine weitere Aufgabe war, dass diese Prototypen skalierbar, robust und flexibel einsetzbar sind. Ende letzten Jahres kam sodann die Experten-Jury von Sprind zum dritten Mal zusammen und wählte aus den sieben verbliebenen Projekt-Teams den finalen Sieger dieses Sprind-Funkens. Economy stellt nachfolgend sowohl das Siegerprojekt wie auch alle anderen nominierten Arbeiten vor.
Das Siegerprojekt Cinematic Context Aware AI Image
Das Projekt mit dem Titel „Detectio itsreal.media“ des Teams rund um den Regisseur Christoph Behl überzeugte durch die Kombination aus präziser technischer Analyse und einer ganzheitlichen Betrachtung des Bildes, einschließlich hunderter visueller und struktureller Muster.
Ergänzt wurde dies durch den Einsatz leistungsfähiger Deep-Learning-Modelle sowie eines flexiblen, hochgradig adaptiven Meta-Modells, das sich schnell an neue Modelle und sogenannte Feature-Sets anpassen lässt. Höchste Erkennungsraten sowohl bei vollständig generierten KI-Bildern als auch bei der korrekten Identifizierung authentischer (Anm. real-as-real) Bilder waren weitere Assets, so Auszüge aus der Jury-Begründung.
Secunet Security Networks AG als weiterer Finalist
Das Team der secunet Security Networks AG in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) konzentrierte sich in seinem Ansatz auf die robuste Erkennung von Deepfakes mit Multi-Detektoren. Die Anwendung VeriTrue setzt dabei verschiedene aufgabenspezifische Detektoren ein und fusioniert sie intelligent zu einem System, das Unsicherheiten berücksichtigt.
Dieser Ansatz ermöglicht eine zuverlässige Klassifizierung von echten und gefälschten Bildern beliebiger Deepfake-Generatoren, auch wenn diese im Training nicht gesehen wurden. Darüber hinaus erlaubt das integrierte System eine Einschätzung, wie sicher der Detektor bei seiner Klassifizierung ist. Die Ergebnisse sind dadurch einfacher interpretierbar, so die hier verlautbarte Jury-Begründung.
Software-basierte Lösung vom Team Neuraforge
Das Team Neuraforge wiederum entwickelte eine Software-basierte Lösung zur Erkennung von Deepfakes und KI-generierten Bildern und Videos. Dabei schaut das Team auf statistische Artefakte im Bildrauschen als eine Art Fingerabdruck der KI — und kann so auch etwa in einem rein schwarzen Bild den Unterschied zwischen echt erzeugten und KI-generierten Bildern erkennen.
Ein besonderer Fokus beim Projekt liegt auf der Erklärbarkeit und Zuverlässigkeit der Aussagen der Software. Für Co-Gründerin Anika Gruner, die einen journalisitschen Hintergrund hat, ist die Glaubwürdigkeit des Journalismus in der heutigen Zeit eine besondere Motivation für das Projekt.
Projekt „Valid“ zum Thema einfache Prüfung von Authentizität und Integrität eines Bildes
Beim nächsten Projekt „Valid“ geht es um den Schutz vor Deepfakes, indem Originalbilder so sicher markiert werden, dass sowohl Menschen als auch Maschinen die Authentizität und Integrität eines Bildes überprüfen können. Der Ansatz ermöglicht eine universelle Verifizierung von Bildern unabhängig von ihrem digitalen Speicherort und Format.
Durch die dezentrale Architektur kann eine souveräne Verifizierung unabhängig von Drittanbietern durchgeführt werden. Die komplementären User-Apps von Valid lassen sich nahtlos in bestehende Lösungen integrieren und ermöglichen so einen transparenten Informationsaustausch, so die Jury-Begründung für „Valid“.
Mehrschichtiger End-to-End-Ansatz bei Projekt „DeepShield“ von Secublox
DeepShield von Secublox, in Kooperation mit der Universtität der Bundeswehr und der IABG geht über herkömmliche KI-basierte Deepfake-Erkennung hinaus und integriert einen mehrschichtigen End-to-End-Ansatz, der vertrauenswürdige Hardware, kryptografische Wasserzeichen und Blockchain-Technologie kombiniert.
Diese Lösung sichere die Authentizität digitaler Inhalte vom Zeitpunkt der Erfassung an, indem sie fälschungssichere Wasserzeichen mit Hilfe von Trusted Execution Environments einbettet und eine Blockchain-basierte Verifizierung für einen sicheren, unveränderlichen Herkunftsnachweis ermöglicht, lautete hier die Einordnung der Jury.
Projekt DeepFOCAS mit visueller Faktenprüfung auf Basis von Bildmetadaten und Kontext
Die Lösung von DeepFOCAS integriert visuelles Verständnis in die Deepfake-Erkennung, indem sie eine visuelle Faktenprüfungs-Pipeline anwendet, die auf Bildmetadaten und Kontext reagiert. Das Team entwickelt eine neuartige, vertrauenswürdige Wissensbasis für Personen in echten und gefälschten Kontexten.
Ergänzend dazu folgte ein neuartiger und integrierter Realitätserkennungsdienst, der die Erkennung synthetischer Bilder sowie Bildmanipulationen wie auch die Dekontextualisierung von Bildern umfasst, die für menschliche Nutzer verständlich und erklärbar sind, so die Sprind-Jury.
Digitale Manipulationen im Kern beim Projekt ClyraVision
ClyraVision von Merantix Momentum in Zusammenarbeit mit Possible Digital nutzt eine speziell weiteentwickelte KI, um digitale Manipulationen im Kern aufzudecken. Unter der Leitung von Thomas Wollmann möchte ClyraVision Vertrauen in den Schutz digitaler Räume schaffen.
Das Projekt sei für eine nahtlose Weiterentwicklung mit der schnelllebigen Welt der Deepfake-Technologie konzipiert. Unterstützt vom Merantix-Ökosystem möchte das Team die Aufrechterhaltung von Vertrauen in einer zunehmend durch digitale Manipulation bedrohten Welt neu definieren, so die Beschreibung dieses Projekts. (red/czaak)
Standortpolitischer Strukturwandel auch eine Chance

An Österreichischer Nationalbank angesiedelter Produktivitätsrat analysiert langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Österreich. Aktueller Jahresbericht fokussiert nun auch Thema Deindustrialisierung mit klaren Empfehlungen an die Wirtschaftspolitik.
Der Produktivitätsrat wurde 2022 gegründet mit der Aufgabe die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit Österreichs langfristig zu analysieren und daraus Empfehlungen an die jeweilige Regierung und den Nationalrat im Parlament abzuleiten. Dieser jährliche Bericht des fünfköpfigen Gremiums unter dem Vorsitz von Christoph Badelt, auch Präsident des Fiskalrates, ist nun erfolgt und liegt economy vor.
Gleich zu Beginn des aktuellen Berichts ist von einem Strukturwandel und von Deindustrialisierung zu lesen, und von der damit verbundenen Sorge des Rats um Wertschöpfung und Arbeitsplätze am Industriestandort Österreich. Steigende Energie- und Lohnstückkosten, geopolitische Spannungen und bekannte strukturelle Schwächen würden den Wettbewerbsdruck auf viele Unternehmen erhöhen.
Förderung neuer Technologien und effiziente Ressourcennutzung und reduzierte Verwaltungskosten
Umgekehrt würde dieser Strukturwandel jedoch auch die Chance bieten, wirtschaftliche Strukturen zu erneuern, die technologische Leistungsfähigkeit auszubauen und neue Formen industrieller Wertschöpfung zu etablieren. „Österreich hat dafür hervorragende Voraussetzungen und dazu gehören insbesondere leistungsfähige Unternehmen, hochqualifizierte Beschäftigte und die Fähigkeit, Veränderung kreativ zu gestalten“, betont Christoph Badelt als Vorsitzender des Produktivitätsrates.
Auf die konstatierten Tendenzen einer Deindustrialisierung sieht der Produktivitätsrat eine vorausschauenden Standortpolitik als beste Antwort. Es brauche Rahmenbedingungen, die technologische Kompetenzen stärken, die breite Anwendung neuer Technologien fördern, Ressourcen effizienter nutzen und dabei dann Verwaltungskosten senken und den Strukturwandel durch innovationsfreundliche Regeln aktiv unterstützen.
Aktivere europäische Kooperation in industrie- und handelspolitischen Fragen
Aus dieser thematischen Spange leitet der Produktivitätsrat vier prioritäre Ansatzpunkte als Empfehlungen ab. An erster Stelle eine moderne Forschungs‑, Technologie- und Innovationspolitik (FTI), weiters die Weiterentwicklung der Qualifikationen und des Arbeitsangebots und dann die Beschleunigung der Energiewende sowie als vierten Punkt eine aktivere europäische Kooperation in industrie- und handelspolitischen Fragen.
Im Detail äußert sich der Produktivitätsrat dann kritischer. Österreich zählt zwar zu den führenden EU-Ländern bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung, doch der Innovationsoutput bleibe hinter internationalen Spitzenreitern deutlich zurück. Im Kontext werden hier auch gepolotische Entwicklungen angeführt : der technologische Aufstieg Chinas verändert die globalen Wettbewerbsbedingungen und erhöht den Druck auf heimische Unternehmen, schneller zu innovieren und Schlüsseltechnologien anzuwenden.
Flexible unbürokratische Förderinstrumente entlang des gesamten Innovationsprozesses
Die Forschungsförderung sollte stärker auf strategische Schlüsseltechnologien ausgerichtet werden, um bestehende Stärkefelder auszubauen und neue Chancen für Technologieführerschaft zu schaffen. Eigene Cluster für Schlüsseltechnologie könnten wissenschaftliche und industrielle Kompetenzen bündeln und Wertschöpfungsketten integrieren.
Zugleich gilt es, Technologiediffusion zu beschleunigen und moderne Schlüsseltechnologien gezielt in bestehende industrielle Kompetenzen zu integrieren. Flexible, technologieoffene Förderinstrumente, die entlang des gesamten Innovationsprozesses unbürokratisch kombiniert werden können, würde dabei noch mehr Wirkung, Anpassungsfähigkeit und Planungssicherheit auslösen und final eine raschere wirtschaftliche Verwertung innovativer Lösungen ermöglichen.
Proaktive Arbeitsmarktpolitik im Strukturwandel
Zunehmend unter Druck des strukturellen Wandels steht auch Österreichs Arbeitsmarkt. Während die Beschäftigung in der Industrie seit Mitte 2024 deutlich zurückging, wächst die Nachfrage in wissensintensiven Dienstleistungen. Dieser Trend belastet geringqualifizierte Personen besonders – während parallel der Bedarf an mittleren Qualifikationen (insbesondere Lehrabschlüsse) steigt, die für die digitale und ökologische Transformation unverzichtbar sind.
Ein Mangel an grundlegenden Kompetenzen erschwert allerdings den Zugang zu Aus- und Weiterbildung. Trotz eines breiten Angebots an Basisbildungsprogrammen übersteigt die Nachfrage das Angebot. Zugleich berichten Unternehmen von einem wachsenden Fachkräftemangel, insbesondere in technischen Berufen und der Lehrausbildung. Prognosen zeigen, dass Industrieunternehmen Personal abbauen, während sie Beschäftigung in Forschung, Innovation und IT ausbauen wollen.
Klare Ausbaupläne für die Energiewende mit klarer Kostensenkung als Zielsetzung
Um diesen Wandel erfolgreich zu bewältigen, braucht es gezielte Qualifizierungsmaßnahmen, eine Stärkung der Lehre, mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem sowie einen Ausbau von sektoralen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten, die unterschiedliche regionale Anpassungsprozesse unterstützen und nachweislich wirksam sind.
Die Entwicklung der Energiekosten stellt für viele österreichische Industriebetriebe einen erheblichen Wettbewerbsnachteil dar. Zwar sind die Preise zuletzt gesunken, doch ist langfristig mit einem deutlich höheren Niveau als vor 2022 zu rechnen. Die betrieblichen Anpassungsspielräume bleiben begrenzt, während hohe Investitionen für die Energiewende notwendig sind. Unsicherheiten über die Versorgung mit grüner Energie verstärken den Strukturwandel zusätzlich.
Abgestimmte Gesamtplanung für Ausbau erneuerbarer Energien
Kurzfristige staatliche Hilfen können hier entlasten, dürfen jedoch notwendige Investitionen nicht verzögern. Für Versorgungssicherheit, stabile Kosten und Planungssicherheit braucht es eine bundesweit abgestimmte Gesamtplanung des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Infrastruktur nach künftigem Verbrauch sowie eine verbindliche Energieraumplanung. Dazu gehört auch ein wirksames Monitoring der Ausbauziele.
Ebenso wichtig sind ein Gesetz für erneuerbare Gase, das die Produktion in Österreich regelt, die Förderung von Wasserstoffprojekten und den Ausbau von CO₂ Abscheidungstechnologien. Kurzfristige Entlastungen müssen mit strukturellen Kostensenkungen kombiniert werden, während eine stärkere europäische Koordination in Klima- und Industriepolitik sowie wettbewerbsfördernde Maßnahmen am Endkundenmarkt Preisstabilität und Versorgungssicherheit unterstützen.
Harmonisierte rechtliche Rahmenbedingungen am europäischen Binnenmarkt
Die Erschließung neuer Absatzmärkte gewinnt für österreichische Unternehmen angesichts geopolitischer Spannungen, handelspolitischer Verwerfungen und wachsender chinesischer Konkurrenz an Bedeutung. Die erratische Zollpolitik der USA und der intensive Wettbewerb mit China stellen österreichische Exporteure vor große Herausforderungen.
Eine größere Zahl an Exportmärkten mindert Risiken, erleichtert zudem Skaleneffekte und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Voraussetzung dafür sind jedoch verlässliche und harmonisierte rechtliche Rahmenbedingungen, insbesondere im europäischen Binnenmarkt, wo unterschiedliche nationale Vorschriften weiterhin Markteintrittsbarrieren darstellen.
Aktive europäische Industrie- und Handelspolitik und Maßnahmen gegen wettbewerbsverzerrende Partner
Die konsequente Umsetzung der EU-Binnenmarktstrategie, die Harmonisierung von Regulierungen und das geplante optionale EU-Unternehmensrecht können den Zugang zu neuen Märkten erheblich erleichtern. Gleichzeitig muss die Wirksamkeit europäischer Instrumente gegen wettbewerbsverzerrende Praktiken von Handelspartnern evaluiert werden, um die Maßnahmen gegebenenfalls weiterzuentwickeln.
Bereits ausverhandelten Handelsabkommen (z. B. Mercosur) sollte die Bundesregierung zustimmen. Eine aktive, europäisch ausgerichtete Industrie- und Handelspolitik ist entscheidend, um Unternehmen zu unterstützen, neue Absatzkanäle zu erschließen,Wettbewerbsnachteile abzubauen und ihre Innovationskraft international stärker zur Geltung zu bringen. (red/czaak)
Europa hängt an der US-Nadel

Bei Technologie und Kommunikation verwendet Europa nahezu ausschließlich Produkte und Dienste von US-Anbietern. Diese Abhängigkeiten betreffen alle technologischen Ebenen eines Betriebes und über die Betriebssysteme von Smart-Phones betreffen sie zudem auch alle Privatpersonen.
Von weltweit allen Computer-Nutzern verwenden derzeit rund 70 Prozent das Betriebssystem Windows von Microsoft, rund 15 Prozent Mac-OS von Apple und rund 5 Prozent Linux (der Rest teilt sich auf andere kleine Systeme auf). 2010 hatte Microsoft/Windows rund 80 Prozent, Apple/Mac-OS rund 10 Prozent und Linux rund 2 Prozent. Für die Zukunft erwarten Marktforscher weitere Marktanteilsgewinne für Apples Mac-OS und das gilt dann auch für die Hardware-Produkte wie Desktops, Mac-Books oder I‑Pads.
Bei den weltweiten Handy-Nutzern verwenden derzeit rund 72 Prozent Googles Android (neben Europa auch Asien, Afrika und Südamerika) und 27 Prozent Apples iOS (neben Europa auch Nordamerika und Japan). Das Handy-Betriebssystem Harmony von Huawai aus China ist nur in Teilen Chinas relevant. Weitere Handy-Systeme wie KaiOS (Afrika und Indien) sowie Sailfish OS (staatliche Nutzung Finnland) und Ubuntu Touch (nur Linux-Tech-Aficionados) sind kleine Nischenplayer.
Die fünf Schichten der Abhängigkeiten
Um nun die Verletzlichkeit von Europa in Verbindung mit der Dominanz von US-Anbietern darzustellen ist es hilfreich, die digitale Welt als eine Art Schichtenmodell zu sehen. Für die Bereiche Unternehmen und Verwaltung bestehen diese Schichten aus den Segmenten Netzwerke (inklusive Router und Switches), Betriebssysteme und Plattformen, Daten und Kommunikation sowie Cloud-Dienste und Rechenzentren.
Bei den betrieblichen Netzwerken und ‑Komponenten sowie im wichtigen (verbindenden) Backbone-Bereich dominiert der US-Anbieter Cisco, seit Jahrzehnten die weltweite Nummer 1 mit einem (hier geschätzten) Marktanteil von rd. 76 Prozent. Nennenswert hier auch Juniper Networks (rund 7 Prozent Marktanteil) als zweiter relevanter US-Anbieter.
Der besonders kritische Netzwerk-Bereich
Cisco und Juniper verantworten neben großen Firmen-Netzwerken eben auch die wichtigen Backbones von Internet-Service-Providern (ISPs) und dazu Rechenzentren für Cloud-Services, hier auch für die sogenannten Hyperscaler wie Microsoft/Azure, Google-Cloud oder Amazon Web Services/aws). Ohne Dienste von Cisco oder Juniper fließt kein einziges Byte von A nach B !
Kleinere Netzwerk-Anbieter für Europa sind dann noch die chinesische Huawai, Finnlands Nokia (besonders für Telekom-Infrastruktur/Carrier und 5G-Netze), Aruba vom US-Anbieter HPE/Hewlett-Packard Enterprises (stark bei WLAN, Mittelstand, Behörden, Bildungseinrichtungen) und der US-Anbieter Ubiquiti (für Kleinbetriebe). Wichtig im europäischen Markt für private Heim-Netzwerke bzw. ‑Router sind TP-Link/China, Netgear/US (Bereich Gaming) und AVM (FRITZ!Box, Deutschland).
US-Monopol-Stellung bei Betriebssystemen für Computer und Handys
Die nächste Schicht bzw. Ebene betrifft die Betriebssysteme. Wie eingangs angeführt haben die US-Anbieter Microsoft (Windows) und Apple (Mac-OS) eine Monopol-Stellung. Mit zusammen 85 Prozent Anteil beherrschen sie den europäischen Markt. Das „offene“ Betriebssystem Linux hat hier einen Marktanteil von rund 5 Prozent.
Noch stärker ist diese beherrschende Monopol-Stellung der US-Anbieter wie angeführt bei den Betriebssystemen für Smart-Phones. Hier kommen Google mit Android (62 Prozent) und Apple mit iOS (38 Prozent) auf zusammen 100 Prozent in Europa. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch Betrieb (und Kontrolle) der App-Stores, wo Google (Play-Store mit 46 Prozent Marktanteil beim Umsatz) und Apple (App-Store mit 53 Prozent) zusammen ebenso den europäischen Markt beherrschen.
Die Bereiche Kommunikation und Büro-Software
Als nächstes im Schichtmodell folgt die Ebene Kommunikation und Datenmanagement. Das betrifft einmal klassische Bereiche wie E‑Mail, Office-Programme, Chat-Programme und Videokonferenzen und entsprechend (wiederum) primär US-Anbieter wie Microsoft, Google, Apple und IBM (Lotus Notes). Bei betrieblichen Anwendern hat Microsoft einen Marktanteil von rund 85 Prozent. Die restlichen 15 Prozent teilen sich die anderen genannten US-Anbieter auf, wobei Google (zB. Google Docs) hier führt.
Interessant in dem Bereich ist die zunehmend beliebte Nutzung von web-basierter Büro-Software und auch hier führen Google (Workspace) mit rund 50 Prozent Marktanteil und Microsoft (MS 365 Web) mit rund 45 Prozent. Den Rest teilen sich weitere US-Anbieter wie Apple (iWork) oder LibreOffice (Open Office) auf. Zusammengefasst läuft also die komplette, die komplette operative Büro-Kommunikation mit den dazugehörigen Datenübertragungen zu 100 Prozent über US-Anbieter.
Branchenspezifische und betriebsinterne Software-Programme
Erwähnenswert im Zusammenhang mit dem Thema betriebliches Datenmanagement sind dann auch spezielle unternehmensinterne Software-Programme etwa für Finanz- und Rechnungswesen (ERP) oder im Gesundheitsbereich für das Patientenmanagement (iSH-Med) und für diese Bereiche werden dann oftmals auch die Anwendungen von SAP als deutsches Software-Unternehmen genutzt.
Bis 2024 führte SAP hier nach Umsätzen, nun liegt Oracle als weiterer US-Anbieter (auch betr. Thema Datenbanken) an erster Stelle. Und für die betrieblichen Bereiche Marketing und Vertrieb (CRM) ist man dann bei einer weiteren marktführenden US-Tech-Company namens Salesforce.
Social Media als Kommunikationsplattform
Zum Bereich Kommunikation und Daten, betrieblich bzw. beruflich und auch privat, gehören mittlerweile aber auch die sogenannten Sozialen Medien wie etwa Facebook, Instagram, WhatsApp oder LinkedIn. Die betreibenden (und Daten-speichernden) Eigentümer sind hier, richtig, wiederum ausschließlich US-Konzerne wie Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp) und Microsoft (LinkedIn). Relevant im Bereich jüngerer Nutzer ist hier noch TikTok des China-Konzern ByteDance.
Zur Info auch hier die Marktanteile mit 3 Milliarden Nutzern für Facebook (weltweit 45 Prozent Marktanteil), 2,1 Milliarden für Instagram (31 Prozent) und 1,7 Milliarden für TikTok (24 Prozent mit starkem Wachstum). Für Europa bedeutet das 410 Millionen Nutzer bei Facebook (45 Prozent Marktanteil), 320 Millionen bei Instagram (35 Prozent) und 160 Millionen bei TikTok (rund 20 Prozent Marktanteil). Bei jüngeren Nutzern liegt TikTok an erster Stelle und Facebook nimmt stark ab. Bei älteren Nutzern ist es umgekehrt. Insgesamt kontrolliert Meta (Facebook, Instagram) in Europa einen Marktanteil von 82 Prozent der Social Media Nutzer.
Datenspeicherung und Cloud-Dienste als weitere kritische Themen
Als letzte Ebene im Schichtmodell folgen nun die Bereiche Datenspeicherung und Cloud. Die wichtigsten Anbieter mit den dazugehörigen Anwendungen für betriebliche und institutionelle Kunden aus den Bereich Wirtschaft, Kritische Infrastruktur und Verwaltung kommen auch aus den USA. Es sind die US-Tech-Riesen Amazon Web Services/aws mit einem globalen Marktanteil von rund 30 Prozent, Azure von Microsoft mit rund 20 Prozent und Google Cloud mit rund 13 Prozent. Den Rest des globalen Cloud-Marktes teilen sich Oracle, IBM und Alibaba (China) auf.
In Europa halten die größten Marktanteile aws (32 Prozent), vor Azur/Microsoft (30 Prozent) und Google Cloud (12 Prozent). In Summe liegen also mindestens 74 Prozent der wichtigen Daten aus Betrieben, Institutionen und Verwaltung bei US-Cloud-Anbietern. Aber auch bei den restlichen 26 Prozent sind US-Anbieter wie Oracle oder IBM vertreten. Dazu kommen hier dann erstmals auch europäische Anbieter wie eine Deutsche Telekom und T‑Systems oder die französische OVHcloud sowie nationale Anbieter wie A1, Fabasoft oder Kapsch, äh, CANCOM Austria.
Zwischen 85 Prozent und 100 Prozent
Die finale Zusammenfassung für Europas Abhängigkeiten von US-Companies bei Technologien und verwandten Dienstleistungen lautet nun – in der Chronologie des angeführten Schichten-Modells : 85 Prozent der Betriebssysteme von Computern kommen von (zwei) US-Anbietern. 99 Prozent der Betriebssysteme von Smart-Phones kommen von (zwei) US-Companies. Ebenso von diesen zwei US-Companies werden die für die mobile Kommunikation über Smart-Phones notwendigen Apps & App-Stores kontrolliert.
Über 85 Prozent der Netzwerke/-Komponenten kommen von (drei) US-Companies. 100 Prozent der Anwendungen für die klassische Büro-Kommunikation und Datenübertragung kommen von (vier) US-Companies, 85 Prozent davon kommt von einem/1 US-Konzern. Bei unternehmensinternen/-spezifischen Daten-/Software-Anwendungen (ERP und CRM) führen nun erstmals auch zwei US-Companies.
Über alle Bereiche eine Abhängigkeit von 91 Prozent
Bei Social Media führt mit 80 Prozent ein/1 US-Konzern, vor einer China-Company für die restlichen 20 Prozent. Und bei den wichtigen Cloud-(Daten)Diensten für Unternehmen und Verwaltung sind es über 80 Prozent in der Hoheit von (fünf) US-Tech-Companies. Rechnet man alle angeführten Bereiche und Dienste und Prozentwerte zusammen, dann sind Europas Unternehmen, seine Behörden und die europäischen Bürger zu 91 Prozent abhängig von US-Tech-Anbietern.
Diese Abhängigkeit betrifft im Wesentlichen eine Handvoll US-Konzerne und insbesondere ihre US-Administration mit nahezu uneingeschränkter Macht über aktuell geltende Regularien wie Cloud-Act oder FISA. Was diese Abhängigkeiten in der Praxis bedeuten kann, erörtern wir im Text „Die ständige Gefahr des Abdrehens“. (red/rucz, red/laucz, red/cc)
Neue Recyclingmethode für Textilien

TU Wien entwickelt ungiftiges Lösungsmittel für Recycling von Textilien aus Mischstoffen. Ursprüngliche Materialien wie Baumwollfasern werden dabei nicht beschädigt. Forscher sehen mehrere Möglichkeiten für industrielle Verwertung.
Aktuell werden pro Jahr weit über hundert Millionen Tonnen Textilien produziert. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 2000. Dadurch wird es immer wichtiger, alte Textilien nicht einfach zu entsorgen, sondern sie auf umweltschonende Weise wiederzuverwerten.
Dieser Vorgang ist oftmals kompliziert, besonders dann, wenn es sich um Mischtextilien handelt, etwa um den gängigen Mix aus Baumwolle und Polyester. An der TU Wien wurde nun eine Methode entwickelt, solche Mischtextilien effizient zu trennen und zu recyceln – und das gelang auf verblüffend einfache Weise, mithilfe von Menthol und Benzoesäure, zwei ungiftigen Substanzen, so die TU Wien.
Rückgewinnungsraten von 100 Prozent bei Baumwolle und 97 Prozent bei Polyester„Was zunächst überrascht : Sowohl Menthol als auch Benzoesäure sind bei Raumtemperatur fest. Doch zusammen bilden sie eine Flüssigkeit – ein sogenanntes Deep Eutectic Solvent und diese neuartige Flüssigkeit ist ein leistungsfähiges, ungiftiges und zudem leicht herstellbares Lösungsmittel mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten“, erklärt Andreas Bartl vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften.
Wird nun dieses neuartige Lösungsmittel auf 216 °C erhitzt, trennen sich in nur fünf Minuten die Bestandteile der Mischtextilien. Der Polyester löst sich vollständig, die Baumwolle bleibt unverändert und kann anschließend gewaschen, getrocknet und wiederverwendet werden. Der Polyesteranteil fällt beim Abkühlen aus, wird abgetrennt und kann ebenfalls recycelt werden. Mit Rückgewinnungsraten von 100 Prozent bei Baumwolle und 97 Prozent bei Polyester wird ein nahezu vollständiges Recycling erreicht – ein bisher unerreichtes Ergebnis.
Nur trennen und nicht chemisch zerlegen„Das wirklich Erstaunliche an diesem neuen Verfahren ist, dass weder die Baumwolle noch der Polyester beschädigt oder chemisch verändert werden“, sagt Andreas Bartl. „Unsere Untersuchungen zeigen : Die Baumwollfasern bleiben stabil und behalten ihre typischen Eigenschaften — sie lassen sich sogar wieder zu neuen Garnen verspinnen“.
Der Polyester bleibt ebenso unverändert. „Seine Struktur und Schmelztemperatur sind gleich wie zuvor. Das zeigt, wie schonend und effizient dieser Recyclingprozess funktioniert“, unterstreicht Bartl. Bislang wurde Polyester beim Recycling meist chemisch zerlegt und in kleinere Molekülbausteine aufgespalten. „Die neue Methode hingegen erhält die Polymerketten vollständig – dadurch bleibt die Materialqualität erhalten“, so Bartl.
Vielversprechende Methode für industrielle AnwendungenBisher wurde das Verfahren nur im Labor getestet, doch das Forschungsteam rund um Nika Depope und Andreas Bartl sieht darin auch großes Potenzial in der industriellen Verwertung. „Sowohl die zurückgewonnene Baumwolle als auch der recycelte Polyester können für zahlreiche Anwendungen genutzt werden — etwa für neue Garne, Fasern, Vliesstoffe oder technische Textilien“, erläutert Andreas Bartl von der TU Wien.
Das TU-Team rund um Nika Depope und Andreas Bartl arbeitet nun auch daran, den Prozess noch energieeffizienter zu machen. Hintergrund ist, dass die notwendige Temperatur von 216 °C energetisch gesehen ein Nachteil ist. Die Forschenden sind aber zuversichtlich, dass sich hier „weitere Optimierungen erzielen lassen und die Methode künftig im industriellen Maßstab zum Einsatz kommen kann“. (red/rucz)„Europa muss sicherheitspolitisch auf eigenen Beinen stehen!“

Wiener Neustadt baut Rolle als europäisches Kompetenzzentrum für Sicherheit aus. Geopolitische Lage verdeutlicht Notwendigkeit einer unabhängigen Sicherheitsstrategie. Land Niederösterreich betont und unterstützt Standort mit internationaler Ausrichtung.
Wiener Neustadt erweitert seine Bedeutung als europäisches Kompetenzzentrum für Sicherheit. Dies passiert auch im Lichte neuer internationaler Entwicklungen. Im Kontext mit den aktuellen geopolitischen Rahmenbedingungen setzt die EU einen Schwerpunkt im Bereich Rüstung und Sicherheit mit Investitionen und Programmlinien von über 800 Milliarden Euro. Österreich selbst hat hier 20 Milliarden vorgesehen. Zusätzlich steigt auch das Budget der European Space Agency (ESA) auf 22 Milliarden Euro und auch hier erhöht Österreich sein Volumen auf 340 Millionen Euro.
„Europa muss sicherheitspolitisch endlich auf eigenen Beinen stehen und sich allein verteidigen können“, betonte Johanna Mikl-Leitner, Landeschefin (ÖVP) von Niederösterreich im Rahmen einer Veranstaltung am Innovation Lab der FH Wr. Neustadt. „Diese Dynamik bei den Finanzmitteln in Zeiten knapper öffentlicher Kassen zeigt : Sicherheit ist auch ein zentraler Wirtschaftsfaktor und dazu ein Innovationstreiber mit entsprechender Bedeutung und Vorteilen für regionale Standortentwicklung“, unterstrich Mikl-Leitner auch den Kontext zu den geopolitischen Entwicklungen.
Vier Ausbildungsschienen, sechs Forschungszentren und internationale Leitbetriebe
Ebenso zugegen bei der Veranstaltung waren Klaus Schneeberger, Bürgermeister von Wiener Neustadt und Helmut Miernicki, Geschäftsführer von ecoplus als Niederösterreichs Standort-Agentur. Beide hoben die große strategische Bedeutung des Standortes Wiener Neustadt als eines der ecoplus-Technopol-Zentren hervor. Schaut man sich die Entwicklung an, so hat sich Wiener Neustadt in der Tat zu einem wichtigen Kompetenzzentrum Europas entwickelt.
In Summe gibt es vier Ausbildungseinrichtungen, sechs Forschungszentren, dazu internationale Leitbetriebe wie etwa Schiebel und Airborne Technologies, genauso wie national zentrale Institutionen im Sicherheitsbereich wie die (oft ebenso international konsultierte) Cobra oder auch die Flugpolizei. Um diese Kompetenz weiter auszubauen, setzt man sich im nächsten Schritt nun dafür ein, das neue Forschungs-Kompetenzzentrum ECOSUM (Anm. ein COMET-Zentrum) nach Niederösterreich zu holen.
Bewerbung als neues Kompetenz-Zentrum
“ECOSUM würde Technologien vorantreiben, die Europa dringend braucht : neue Werkstoffe und KI-Tools etwa“, erklärt NÖ-Landeshauptfrau Mikl-Leitner. „Das würde helfen, Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen zu reduzieren und leistungsfähige Werkstoffe für sicherheitsrelevante Anwendungen zu entwickeln“, ergänzt die Landeschefin. Das Land Niederösterreich hat die Bewerbung im November eingereicht, die Entscheidung fällt im Juni 2026.
„Es ist also nicht fix, aber wir haben unsere Hausaufgaben erledigt“, sagt Mikl-Leitner. Der operative Start vom neuen Niederösterreichischen Kompetenzzentrum für Sicherheit in Wiener Neustadt wäre am 1. Jänner 2027. Das Budget beträgt 24 Millionen Euro. „Damit würde man in den Bereichen Sicherheit und Innovationskraft wieder einen neuen Meilenstein setzen“, so die Landeshauptfrau.
Eliteeinheiten Cobra und Jagdkommando und renommierte Militärakademie
Anlassbezogen nutzte Johanna Mikl-Leitner dann auch die Gelegenheit, um Forderungen an den Bund zu bekräftigen, darunter die „Europe First“-Forderung im Vergaberecht, vor allem in der Bahnindustrie, aber auch bei Aufträgen im Sicherheitsbereich. „Wenn Europa nur US-amerikanische Sicherheits-Konzerne beauftragt, haben wir alles falsch gemacht“, meinte Johanna Mikl-Leitner.
Wiener Neustadt als Standort profitiert und lebt die mittlerweile geschaffene Symbiose in den Bereichen Sicherheit, Bildung, Gesundheit, Forschung, Technologie und Wirtschaft. Das inkludiert die renommierten sicherheitsrelevanten Eliteeinheiten Cobra und Jagdkommando, die ebenso renommierte Militärakademie des Österreichischen Bundesheeres, das örtliche Universitätsklinikum im Bereich der Human-Medizin, bis hin zum auch international viel beachteten MedAustron (Anm. Strahlen-Therapie in der Human-Medizin) oder die Danube Private University.
Neben sicherheitsrelevanten Technologien auch Luftfahrt, Materialien oder Medizin im Fokus
„Wir fokussieren uns auf Luft- und Raumfahrt, Materialien-Tribologie-Oberflächen, Medizin-Gesundheit und zunehmend sicherheitsrelevante Technologien“, skizziert Klaus Schneeberger das umfassende Spektrum zum Thema Standortprofilierung. Als verbindende Spange vernetzt der Space Hub Wiener Neustadt dabei Forschung, Ausbildung und Wirtschaft.
Stellvertretend für Wirtschaftsbetriebe waren etwa auch die RHP-Technology GmbH mit Manging Director Michael Kitzmantel bei der aktuellen Veranstaltung und stellten Projektinnovationen vor. Ein Beispiel von RHP-Technology ist die Entwicklung keramischer Hochleistungsmaterialien für ballistischen Schutz. „Keramische Einsätze aus Borkarbid und Aluminiumoxid sind das Rückgrat moderner Schutzsysteme – sie verbinden höchste Sicherheit mit geringem Gewicht“, erläutert Michael Kitzmantel von RHP.
Erfolgsmodell Technopole und freie Flächen in Wiener Neustadt
Marlies Bartel-Schlauf, Chemikerin von der FOTEC erläuterte dann Projekte zu intelligenten ABC-/CBRN-Filtern, die etwa in Militärfahrzeugen zum Einsatz kommen könnten. „Wir wollen Luftfilter entwickeln, die erkennen, ob sie belastet wurden, und die sich im Betrieb teilweise selbst regenerieren können — ohne den Filter auszubauen“, erklärt Bartel-Schlauf von FOTEC. Neben dem Technopol-Standort Wiener Neustadt sind auch Krems, Tulln und Wieselburg Technopol-Zentren.
Alle diese Zentren für wirtschaftsorientierte Innovation werden von ecoplus als Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich betreut. Technopole bieten technologie- und forschungsorientierten Unternehmen moderne Büro- und Laborflächen sowie die Chance, Synergien für Innovationen und die bestehenden Netzwerke zu nutzen. Aktuell stehen im TFZ Wiener Neustadt noch freie Flächen zur Verfügung“, informierte Helmut Miernicki, Geschäftsführer von ecoplus. „Wir gestalten hier aktiv die niederösterreichische Innovationslandschaft mit“. (red/czaak)
„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“

Wiederaufnahme Förderinitiative „Raus aus Öl und Gas“ für Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme. Betriebe wie WOLF Klima- und Heiztechnik forcieren Partnerschaften mit regionalen Installateuren. Eigene Kampagne verdeutlicht ökonomische Möglichkeiten und Notwendigkeit.
Das BM für Klima und Landwirtschaft verkündete kürzlich die Neuauflage der Förderschiene „Raus aus Öl und Gas“ für entsprechende Sanierungsmaßnahmen im Bereich nachhaltiger Energiesystem mit 1,8 Mrd. Euro an Fördermittel für die Jahre 2026 bis 2030 (economy berichtete). Im Fokus stehen ein effizienter Mitteleinsatz und Planungssicherheit für Privathaushalte und umsetzende Betriebe. Jetzt ist auch die operative Antragsstellung für die Förderungen gestartet.
Maßnahmen und Förderschiene werden von Wirtschaft und Interessensvertretungen begrüßt und einzelne Energie-Dienstleister unterstützen die große umwelt- wie wirtschaftliche Bedeutung nun auch mit zusätzlichen eigenen Initiativen. Ein Beispiel ist das Unternehmen WOLF Klima- und Heiztechnik. Das 1974 gegründete und nach wie vor familiengeführte Unternehmen zählt österreichweit zu den führenden Anbietern von Heizungs‑, Lüftungs- und Klimasystemen.
„Heiztechnik ist Handwerk, umgesetzt von Menschen aus der Region“
Um auf die Wiederaufnahme der Förderinitiative „Raus aus Öl und Gas“ gesondert aufmerksam zu machen, hat WOLF nun gemeinsam mit der Werbeagentur Reichl und Partner eine landesweite Kampagne gestartet. Im Fokus steht die Partnerschaften mitregionalen Installateurbetrieben. Ziel ist auch, dem Fachhandwerk mehr Sichtbarkeit zu verschaffen, die regionale Markenbindung von WOLF zu stärken und eben auf die Wiederaufnahme der Förderinitiative aufmerksam zu machen.
„Heiztechnik ist Handwerk, umgesetzt von Menschen aus der Region. Unsere Partnerbetriebe stehen für Qualität, Nähe und Kompetenz und genau das wollen wir sichtbar machen“, sagt Martin Kloboucnik, Co-Geschäftsführer von WOLF Österreich. „Wir wollen damit auch all jene erreichen, die ihre Förderungen aus 2024 noch einlösen können sowie alle, die nun mit der neuen Sanierungsoffensive starten möchten“, so Kloboucnik. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für den Umstieg“, betont der Experte für nachhaltige Energiesysteme.
Installateure als zentrale Figuren der Energiewende
Bestandteile der neuen Kampagne sind großflächige Plakatauftritte in ganz Österreich sowie regionale Postwurfsendungen und digitale Maßnahmen. So werden sowohl der Handwerksbetrieb als auch die Marke WOLF in der Region sichtbar. „Die Kampagne setzt bewusst auf Regionalität und Authentizität. Wir holen die Installateur:innen in den Vordergrund und machen sie zu zentralen Figuren der Energiewende in ihrer Region“,so Helmut Raml, Geschäftsführer bei Reichl und Partner und verantwortlich für die Werbekampgane für WOLF Klima- und Heiztechnik.
Eine Zielsetzung der neuen Förderinitiative war bzw. ist auch der Wechsel von jährlich mehr als 30.000 fossilen Heizungen auf klimafreundliche Alternativen. „Wir reduzieren den CO2-Ausstoß um rund 270.000 Tonnen pro Jahr, schaffen rund 8.800 Green Jobs und generieren jährlich eine regionale Wertschöpfung von mehr als 1,4 Milliarden Euro“, unterstrich Norbert Totschnig als verantwortlicher Bundesminister im Rahmen des Starts der Fortsetzung der Förderschiene. (red/cc)
„So entsteht eine intelligent vernetzte digitale Assistenz“

Von Sprachmodellen zur Agentic World und wie damit neue industrielle Wertschöpfung ermöglicht wird. CANCOM Austria entwickelt die nächste Ausbaustufe einer intelligent automatisierten Betriebsführung.
Künstliche Intelligenz hat sich in kürzester Zeit von einer experimentellen Technologie zu einem produktiven Werkzeug entwickelt. Durch Sprachmodelle wurde Künstliche Intelligenz erstmals für die breite Öffentlichkeit greifbar. Erstmals war eine natürliche Interaktion zwischen Mensch und Maschine möglich – direkt, intuitiv und produktiv.
Aus Sprachmodellen werden kontextbewusste Assistenten
Aus Sprachmodellen wurden kontextbewusste Assistenten, die sich zudem mit firmeninternen Dokumenten und Wissen anreichern lassen. Sie verstehen Gesprächsverläufe und Zusammenhänge, können Arbeitsprozesse begleiten und internes Wissen nutzen – beinahe wie ein virtueller Kollege.
Nun beginnt die nächste Evolutionsstufe : die Agentic AI. Es entstehen eigenständig handelnde Agenten, die Abläufe unter anderem in Produktion, Logistik und Instandhaltung aktiv mitsteuern. Agentic AI verknüpft spezialisierte Systeme, stimmt Entscheidungen ab und setzt sie innerhalb eines definierten Rahmens um. Das verändert Organisation und Wertschöpfung – pragmatisch dort, wo heute Zeitdruck, Medienbrüche und Informationsinseln bremsen.
Agentic AI gestaltet Prozesse zunehmend autonom
Agentic AI handelt nicht mehr nur reaktiv, sondern trifft Entscheidungen, plant Schritte und gestaltet Prozesse zunehmend autonom – ein Schlüssel zu Effizienz und Zuverlässigkeit in Unternehmen. „Gerade in der Instandhaltung sieht man den Effekt sofort : Agenten erkennen Anomalien früh, koordinieren Maßnahmen über Systeme hinweg und entlasten Menschen von Routine – bevor Stillstände entstehen“, sagt Florian Wokurek, Business & Digital Solution Consultant bei CANCOM Austria.
Ein Teil der Agentic World könnte in einem produzierenden Unternehmen wie folgt aussehen : Der Maintainer-Agent überwacht Maschinenzustände, erkennt Anomalien und plant Wartungen so, dass der laufende Betrieb möglichst ungestört bleibt. Wird eine Anomalie erkannt, geht der Agent auf Fehlersuche, prüft Produktionspläne, sucht freie Wartungsfenster und stimmt sich mit anderen Systemen ab. Dabei kommuniziert er mit dem Supply-Agent, der die Verfügbarkeit benötigter Ersatzteile prüft, eine Bestellung für das benötigte Ersatzteil auslöst und die richtige Versandart wählt.
Ein vernetztes System digitaler Kollegen
Parallel überwacht ein zentraler Planungs-Agent Wartungszeiten, Materialverfügbarkeit und Auftragslage, erstellt daraus laufend aktualisierte Produktionspläne und gleicht diese mit neuen Kundenanfragen ab. Dafür kommuniziert er auch mit dem Angebots-Agent, der eingehende Kundenanfragen verarbeitet, automatisiert Angebote auf Grund der Daten aus dem ERP-System erstellt und diese auch versendet.
Wo notwendig oder vorgeschrieben, bleibt der Mensch in der Schleife, zum Beispiel für zusätzliche manuelle Prüfungen oder Freigaben. „Auf diese Weise entsteht ein vernetztes System digitaler Kollegen, das eigenständig denkt, handelt und kommuniziert – und dennoch den Menschen als übergeordnete Instanz einbindet“, so Wokurek von CANCOM Austria.
Zentraler Data Hub stellt strukturierte Daten in Echtzeit bereit
Damit Agenten wirksam werden, brauchen sie Zugriff auf hochwertige, kontextualisierte Daten – von Maschinen und Sensorik über ERP bis zu Dokumenten. Ein zentraler Data Hub bündelt diese Informationen und stellt sie strukturiert in Echtzeit bereit. „Die Qualität der Entscheidungen folgt der Qualität der Daten – dieser Grundsatz gilt in der Agentenwelt mehr denn je“, betont Florian Wokurek.
Offene Standards wie das Model Context Protocol (MCP) vereinfachen künftig den Datenaustausch und gehen dabei noch einen Schritt weiter : Sie ermöglichen, dass Agenten verstehen, wie sie mit Systemen, Schnittstellen und Tools interagieren können – sicher, modular und ohne komplexe Integrationen. „Das schafft eine offene, modulare Struktur, in der Agenten zusammenarbeiten, voneinander lernen und sich spezialisieren können – die Basis einer produktiven Agentic World“, ergänzt Wokurek.
Vom Aufbau solider Datenstrukturen bis zu autonomen Agenten
Die Entwicklung hin zu Agentic AI folgt einem evolutionären Pfad – vom Aufbau solider Datenstrukturen über Assistenzsysteme bis hin zu autonomen Agenten, die Entscheidungen treffen und Prozesse steuern. Am Ziel steht eine vernetzte Agentic World, in der spezialisierte Agenten kooperieren, voneinander lernen und gemeinsam ein intelligentes Ökosystem bilden.
„Agentic AI ist kein Produkt, das einfach implementiert werden kann, sondern vielmehr ein Reifegrad, den es zu erreichen gilt. Wer heute beginnt, seine Datenlandschaft zu modernisieren und Systeme zu vernetzen, legt den Grundstein für die Agentic World von morgen“, unterstreicht Florian Wokurek, Business & Digital Solution Consultant bei CANCOM Austria. (red/czaak)
Europäische Unabhängigkeit bei Daten und Technologie

T‑Systems und Deutsche Telekom starten europaweite KI-Fabrik in München. SAP und NVIDIA als Tech-Partner. Österreichische Unternehmen und Verwaltung ebenso adressiert.
Aufgrund der geopolitischen Lage und Unsicherheiten etwa rund um die aktuelle US-Administration und Gesetzen wie dem US-Cloud-Act (Anm. US-Behörden können länderübergreifend jederzeit auf Daten zugreifen) sollen bereits 20 Prozent der deutschen Unternehmen ihre geschäftskritischen Daten zurück aus der Cloud wieder lokal speichern.
Der Bedarf von Großunternehmen, Mittelstand und Start-Ups an souveränen und sicheren Rechenkapazitäten unter europäischen Regeln ist also groß, beispielsweise bei KI-Anwendungen im Maschinenbau, in der Fertigung oder in der Logistik
Erhöhung der deutschen KI-Rechenleistung um rund 50 Prozent
Die Deutsche Telekom baut nun gemeinsam mit NVIDIA eine der größten KI-Fabriken in Europa. Diese neue „Industrial AI Cloud“ mit Sitz in München gibt Unternehmen die Möglichkeit, ihre KI-Anwendungen mit proprietären Daten weiterzuentwickeln. Bereits im ersten Quartal 2026 sollen Betriebe die Rechenleistung der „KI-Fabrik“ buchen und bedarfsgerecht nutzen können. Final soll durch diese neue Fabrik die KI-Rechenleistung in Deutschland um rund 50 Prozent erhöht werden.
“In Kombination mit dem Netz der Deutschen Telekom und der T Cloud schaffen die Deutsche Telekom und NVIDIA ein Ökosystem für europäische Unternehmen, das KI-Souveränität bietet“, so die Deutsche Telekom in einer Aussendung. SAP soll die technologischen Voraussetzungen für die einfache Integration schaffen.
Österreichische Unternehmen können ebenso profitieren
„Wir freuen uns, dass so nahe zu Österreich eine hochperformante KI-Infrastruktur entsteht, die auch unseren österreichischen Kunden zur Nutzung von Workloads und KI Compute Power zugutekommt“, ergänzt Peter Lenz, Managing Director T‑Systems Österreich. „Das ist ein Meilenstein für die digitale Souveränität Europas. KI ist eine enorme Chance, sie hilft unseren Kunden Innovation zu beschleunigen, Produkte und Services weiterzuentwickeln und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Wirtschaftsstandorts stärken“, unterstreicht Lenz.
Bei den Anwendungsmöglichkeiten können Industriebetriebe dann etwa digitale 3D-Zwillinge realer Fabriken erstellen, wo NVIDIA Omniverse-Bibliotheken für die virtuelle Planung, Simulation, Prüfung und Verbesserung des Fabrikdesigns integriert werden, bevor sie in Realität gebaut werden. Dies steigert Effizienz und Qualität bei den Prozessen. Weiters können Autos und Flugzeuge in digitalen Windkanälen getestet werden, und auch virtuelle „Crashtests“ werden möglich sein. Weitere Anwendungen im Bereich Robotik und Automation sowie Lern- und Simulationstechniken sind ebenso möglich. (red/cc)
Über 150 Dienste für 66.500 Anwenderinnen und Anwender

Bund, Länder und Gemeinden setzen auf sichere Kommunikationslösungen für modernen Bürgerservice. CANCOM Austria gewinnt neuerlich öffentliche Ausschreibung. Medienübergreifende Infrastruktur via Cloud-Computing als technologische Basis.
CANCOM Austria setzt sich erneut bei einer Ausschreibung im öffentlichen Bereich durch. Neben der seit 2012 bestehenden Möglichkeit für Bundesdienststellen österreichweit eine zentrale Cloud-Telekommunikationsinfrastruktur bzw. Unified Communications & Collaboration (UCC) über CANCOM Austria zu beauftragen, konnte sich die Digitalisierungsspezialisten nun auch die Rahmenvereinbarung über eine moderne Telekommunikationsinfrastruktur (Anm. On Premise) für Länder und Gemeinden sichern.
Vom Arbeitsmarktservice über Parlament und österreichische Präsidentschaftskanzlei bis Finanzmarktaufsicht
Bisher konnte der Betrieb und die Betreuung von Telekommunikationssystemen für Bundesministerien und deren nachgelagerten Dienststellen in ganz Österreich über mehrere aufeinanderfolgende Rahmenvereinbarungen bereitgestellt werden.
Die Lösung basiert auf einer privaten Cloud-Infrastruktur, die redundant in zwei Rechenzentren betrieben wird und zusätzlich über dedizierte Cluster für besonders sensible Einrichtungen verfügt, etwa das Parlament, das Arbeitsmarktservice, die österreichische Präsidentschaftskanzlei oder die Finanzmarktaufsicht.
Über die Lösung werden insgesamt rund 60.000 Arbeitsplätze sowie 6.500 Call-Center-Arbeitsplätze betrieben, davon allein etwa 5.500 im Bundesministerium für Finanzen. Mehr als 150 Services – darunter auch „FinanzOnline“ – werden auf diese Weise bereitgestellt. Mit dieser Dimension zählt die Installation zu den größten zentralen Kommunikationsinfrastrukturen in Europa.
Erweitertes Leistungsportfolio für sämtliche Landes- und Gemeindedienststellen in Österreich
Mit der neuen Rahmenvereinbarung erweitert CANCOM Austria nun das Leistungsportfolio auf sämtliche Landes- und Gemeindedienststellen in Österreich, zusätzlich zu den bereits jahrelang betreuten Bundesdienststellen. Inkludiert sind Roll-Out und Wartung von Voice-over-IP-Telefonsystemen und UCC-Applikationen.
Dazu gehören etwa E‑Mail, Agent-Chat oder eine Chatbot-Integration für Umgebungen bis 1.500 Arbeitsplätzen. Und bei den ebenso adressierten Institutionen sind das beispielsweise auch die Stadt Wien mit ihren Bezirksämtern, Gemeinden, Vereine und Feuerwehren.
„Diese beiden Rahmenvereinbarungen bestätigen das große Vertrauen, das öffentliche Auftraggeber in unsere Expertise setzen. Wir freuen uns, damit einen entscheidenden Beitrag zur sicheren und modernen Kommunikationsinfrastruktur Österreichs leisten zu dürfen“, so Michael Gindl, Projektmanager bei CANCOM Austria.
1,7 Milliarden Umsatz mit über 5.600 Mitarbeitenden in 80 internationalen Standorten
CANCOM Austria begleitet als Digital Business Provider Unternehmen, Organisationen und den öffentlichen Sektor bei sämtlichen Digitalisierungsprojekten. Das Unternehmen ist in Österreich aus der früheren Kapsch BusinessCom hervorgegangen. Das Leistungsspektrum umfasst sowohl klassische Systemhaus-IT-Lösungen als auch datenbasierte Digital Solutions, Managed Services sowie Cloud Dienste.
„Mit Leidenschaft und Technologie begleiten wir die Digitale Evolution unserer Kunden und unterstützen sie dabei, die Komplexität ihrer IT zu reduzieren und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln“, so Dietmar Wiesinger, CSO und neben Jochen Borenich Mitglied des Vorstands bei CANCOM Austria.
In der international tätigen CANCOM Gruppe mit rund 80 Standorten in der DACH-Region, Belgien, der Slowakei, Rumänien und Tschechien arbeiten über 5.600 Mitarbeitende. Das an der Frankfurter Wertpapierbörse im TecDAX und SDAX (ISIN DE0005419105) notierte Unternehmen mit Hauptsitz in München (D) erwirtschaftete 2024 einen Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Euro. Rüdiger Rath als CEO und Thomas Stark als CFO sind die leitenden Manger der internationalen CANCOM Gruppe. (red/czaak)
Die Übergabe der Verantwortung

Bei Digitalisierungsprojekten für neue betriebliche Wertschöpfung setzen Unternehmen verstärkt auf moderne Managed Services externer IT-Dienstleister. Der Österreichische Wirtschaftsverlag vertraut nun bei seinen kritischen B2B-Diensten neuerlich auf die Expertise von T‑Systems.
Die Übergabe des Betriebs unterschiedlicher IT-Dienste an spezialisierte Dienstleister ist immer öfter Teil der Digitalstrategie von Unternehmen. Die Bandbreite dieser externen Dienste erstreckt sich von Infrastruktur über Software-Applikationen bis hin zu spezifischen Business-Prozessen.
Innovation als kontinuierlicher Auftrag
Beim Österreichischen Wirtschaftsverlag (ÖWV) sind Innovation und die Softwareangebote seiner Automotive Services ein unerlässliches Werkzeug für rund 5.000 KFZ-Betriebe und zugehörige Behörden in ganz Österreich. Im Zentrum steht die elektronische Begutachtungsverwaltung (EBV), eine zentrale, vom BM für Innovation, Mobilität und Infrastruktur approbierte Software, zur elektronischen Verwaltung der gesetzlichen §57a-Begutachtungen („Pickerl“).
„Für die EBV-Applikation der Automotive Services, mit über 4,5 Millionen erfassten Gutachten pro Jahr ist ein durchgängig stabiler und störungsfreier Betrieb essenziell“, sagt Rainer Wimmer, Leitung Automotive Services und Automotive Akademie beim Wirtschaftsverlag. Um das sicher zu gewährleisten, setzt der ÖWV seit 2021 auf T‑Systems und sein im Wiener T‑Center befindliches Rechenzentrum.
Lokales Rechenzentrum mit höchsten Sicherheitsstandards
Der Betrieb der Systeme erfolgt hier auf einer besonders ausfallsicheren IT-Infrastruktur von T‑Systems deren Grundlage ein standardisiertes Betriebsmodell ist, das den lokalen Betrieb der IT-Services strukturiert ermöglicht. Alle Bestandteile – vom Netzwerk über die Server bis hin zur Datenbank – sind darauf ausgelegt, rund um die Uhr zuverlässig zu funktionieren und auch bei Störungen weiterzulaufen.
Um diese Ausfallsicherheit zu gewährleisten, wird die Infrastruktur in zwei physisch getrennten Rechenzentrumszellen betrieben. Eine doppelte Internetanbindung, virtualisierte Windows- und Linux-Systeme sowie hochverfügbare Datenbanken (Anm. SQL) und aktuelle Sicherheitslösungen (Anm. Shared Firewalls) sorgen für einen stabilen Betrieb.
Umfassendes technisches Know-how plus organisatorische Erfahrung
„Unsere Infrastrukturservices bieten die ideale Basis für geschäftskritische Anwendungen wie die EBV-Plattform des ÖWV. Durch die Kombination eines lokal betriebenen Rechenzentrums, automatisierten Betriebsprozessen und höchsten Sicherheitsstandards stellen wir sicher, dass die Systeme nicht nur leistungsfähig, sondern auch zukunftssicher sind“, so Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services von T‑Systems Austria.
Neben der technischen Umsetzung war auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit ein Erfolgsfaktor für das Projekt. Strukturierte Kommunikationswege und Prozesse sorgen dafür, dass der Betrieb nicht nur stabil funktioniert, sondern auch kontinuierlich optimiert werden kann. „Mit T‑Systems haben wir einen Partner an unserer Seite, der nicht nur über umfassendes technisches Know-how verfügt, sondern auch organisatorisch überzeugt – mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Transformation und dem Betrieb komplexer IT-Landschaften“, so Rainer Wimmer vom Österreichischen Wirtschaftsverlag. (red/czaak)
Behandlungsqualität und Kostenreduktion in Patientenversorgung

Digitale Innovation für mehr Patientensicherheit und Effizienz im Gesundheitswesen. CANCOM Austria bringt mit Alviscan neue mobile Station zur Eigenbestimmung der Vitalfunktionen.
Das Gesundheitswesen ist eine Branche, die laufend mit den Themen Verbesserungspotential für Patienten und Personal bei paralleler Kostenoptimierung verbunden wird. Gleich wie in der Wirtschaft läuft aktuell auch hier die digitale Transformation. Für die Betreiber von Spitälern und Pflegehäusern und die verbundene Verwaltung bedeutet dies neue Prozessabläufe oder vorhandene anzupassen.
Bei den digitalen Lösungen kann die Branche auf eigens entwickelte Anwendungen zurückgreifen und das reicht von speziellen Softwarelösungen für die Patientenabrechnung bis zu ganzheitlichen Krankenhausinformationssystemen (KIS) oder Campus-Infrastrukturen auf Basis der 5G-Mobilfunkgeneration.
Von Blutdruck und Puls über Sauerstoffsättigung bis Körpertemperatur
Diese exklusiven Kommunikationsnetze für multimediale Sprach- und Datenformate gewährleisten schnelle Übertragungen und eine hohe Datensicherheit. CANCOM Austria hat zuletzt gemeinsam mit Magenta ein derartiges 5G-Campusnetz für die Klinikstandorte der Gesundheit-Burgenland-Gruppe umgesetzt, auch als Ausgangsbasis für weitere Digitalisierungsschritte.
Ein relevanter Bereich ist hier dann auch die Integration von mobilen Arbeitsgeräten und als verbindende Spange ein sicheres und hochverfügbares Datenmanagement. In diesem Kontext bringt CANCOM Austria nun eine neue mobile Station für Selbstmessungen der Vitalfunktionen nach Österreich. Mit dem sogenannten „Alviscan“ können Patient:innen eigenständig Werte wie Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung oder Körpertemperatur erfassen.
Nahtlose Verbindung mit anderen Systemen und Geräten
Während der Messung erhalten die Nutzer:innen sofortige Rückmeldung über den Bildschirm, kurze Anleitungsvideos zeigen die korrekte Durchführung und die Benutzeroberfläche ist mehrsprachig verfügbar für Patient:innen unterschiedlicher Herkunft. Zudem kann Alviscan mit jedem KIS oder jeder elektronischen Patientenakte verbunden werden, sodass die Messergebnisse automatisch und fehlerfrei übertragen werden. Das Gerät wurde von Alphatron entwickelt, einem niederländischen Unternehmen für medizinische Technologien und Patientendatenlösungen.
Damit werden auch Eingabefehler und Datenverluste vermieden und parallel das Patientenengagement gestärkt, da Patient:innen ihre Vitalwerte selbstständig messen und bewusster in ihre Versorgungsprozesse eingebunden sind. „Alviscan bietet Patient:innen mehr Eigenverantwortung und Transparenz über ihre Vitalwerte, während Krankenhäuser von effizienteren Abläufen, reduzierten Fehlerquellen und einer spürbaren Entlastung des Pflegepersonals profitieren“, sagt Katharina Proske, Sales Director Digital Health bei CANCOM Austria. (red/czaak)
Die Verbindung von Marke und Jugendkultur

Wiener Kreativagentur Division 4 startet neue Plattform für Kommunikation mit jungen Zielgruppen. Das sogenannte brandZircle soll Unternehmen und Marken direkten Zugang zur Generation Z verschaffen.
Die Wiener Kreativagentur Division4 startet mit brandZircle ein neues Co-Creation-Tool als Dialog- und Beratungsformat, das Betrieben und Marken einen direkten Zugang zur Generation Z und Alpha ermöglicht. Ziel ist es, Kampagnenentwicklung und Markenführung eng mit den Lebensrealitäten junger Zielgruppen zu verzahnen – und damit echte Resonanz statt bloßer Aufmerksamkeit zu schaffen.
„Wie Google Translate zwischen Marke und Jugendkultur“
brandZircle setzt dort an, wo klassische Marktforschung an ihre Grenzen stößt. Statt Ergebnisse retrospektiv abzufragen, werden junge Communities von Beginn an in den kreativen Prozess eingebunden. Ein kuratierter Kreis aus Vertretern der Gen Z und Alpha – darunter Micro-Influencer, Content Creators und Community-Insider – bringt Erfahrung, Werte und Netzwerke ein. Sie agieren als Ideenlieferanten, Trendradar und Kulturvermittler und wollen so Marken kreative Impulse und authentische Ideen liefern.
„brandZircle ist wie ein Google Translate zwischen Marke und Jugendkultur für ein besseres Verständnis von Cultural Codes, Markenführung und Kampagnen“,erklärt Alexander Zoubek, Geschäftsführer von DIVISION 4. „Wir schaffen nicht nur Aufmerksamkeit, sondern Resonanz – weil wir Markenentwicklung mit jenen machen, die morgen entscheiden, was relevant ist“, ergänzt Gerhard Berthold, Co-Initiator des Projekts. (red/cc)
Praxis als bester Lehrmeister gilt auch bei KI

Betriebliche Referenzen belegen großes Potential von KI. Energieallianz Austria oder ams Osram vertrauen dabei auf Expertise von T‑Systems. Der IT-Dienstleister startet zudem neue Workshop-Reihe.
Die Entwicklung neuer KI-Lösungen für Unternehmen schreitet rasch voran, zahlreiche umgesetzte Anwendungen belegen das große Potential für neue Wertschöpfung. Ein Beispiel dafür ist ein Projekt von T‑Systems für die ENERGIEALLIANZ Austria (EAA). Die EAA ist die gemeinsame Energievertriebs- und ‑handelsgesellschaft von BURGENLAND ENERGIE, EVN und WIEN ENERGIE. Mit 140 Mitarbeitenden werden österreichweit über 100.000 Anlagen von Groß‑, Industrie- und Businesskunden beliefert.
Recherche und Priorisierung
Neben standardisierten oder individuellen Energielösungen bietet die EAA auch ressourcenschonende innovative Ökostromlösungen und energienahe Dienstleistungen. Diese Vielfalt und der große Kundenumfang erfordert ein hochqualifiziertes Kundenservice und hier sollten KI-Anwendungen nun Unterstützung bringen.
„Unsere Kundenbetreuerinnen und-betreuer wenden viel Zeit für die Vorbereitung von Vertriebsgesprächen auf, wo sie eine Vielzahl von Medien durchsuchen und dann wesentliche Inhalte priorisieren“, erklärt Tobias Unfried, Leiter der Informationssysteme der ENERGIEALLIANZ Austria. Gemeinsam mit den KI-Experten von T‑Systems Austria starteten IT und Vertrieb der EAA einen moderierten Prozess, wo 40 mögliche Use Cases identifiziert und final ein Use Case für die Kundenbetreuung definiert wurde, das sogenannte Kundenradar.
Erleichterung und Qualität
T‑Systems implementierte das „Kundenradar“ als digitalen Assistenten des Vertriebs. Basis ist das Large Language Modell von OpenAI, wo spezifische Informationskanäle und Themen passgenau hinzugefügt wurden. „Da die EAA Microsoft Azure als Cloud-Plattform nutzt, läuft hier auch der (grundsätzlich plattform-neutral konzipierte) neue KI-Service“, erklärt Alexander Stoklas, Head of Digital Solutions von T‑Systems.
Final durchsucht das neue KI-gestützte Kundenradar die relevanten Kanäle und extrahiert kunden- und branchenbezogene Informationen. Der Assistent bewertet diese dann und generiert Zusammenfassungen in einem übersichtlichen Dashboard für den Vertrieb. „Die Kundenbetreuerinnen und ‑betreuer konnten ihre Rechercheaufwände um 50 Prozent reduzieren und sind mit den übersichtlichen und qualitativ hochwertigen Informationen optimal auf die jeweilige Kundensituation eingestellt‘‘, so Tobias Unfried, Leiter der Informationssysteme der ENERGIEALLIANZ Austria.
Ein für Betriebe noch herausforderndes Thema im Kontext mit KI ist deren Integration in Produktionsprozesse. Um dafür zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln, intensivieren nun ams-Osram und T‑Systems ihre Partnerschaft.
Stärkung der Souveränität
Ziel ist der Aufbau eines globalen, qualitätsgesicherten Common Data Repository (CDR), welches die Maschinendaten sämtlicher Produktionsanlagen zentral erfasst und für KI-Anwendungen bereitstellt. Das schafft eine einheitliche Datenbasis für aktuelle und künftige Anwendungsfälle, inklusive standortübergreifender Verfügbarkeit und automatischer Echtzeit-Aktualisierung von KI-Modellen.
Ams-Osram will hier auch strategisch die europäische Souveränität in der Halbleiterfertigung stärken – und T‑Systems unterstützt das als erfahrener Partner für digitale Innovation. Die umfassende Expertise von T‑Systems beim Thema KI ist hier ein zentraler Schwerpunkt und dieses Wissen wird nun auch in einer neu konzipierten Work-Shop Reihe an Kunden und interessierte Unternehmen weitergegeben.
In einem strukturierten, interaktiven Format werden realisierbare Anwendungsfälle (engl. Use Cases) für den Einsatz von Generativer KI/AI im jeweiligen Unternehmen identifiziert. Adressiert sind Betriebe, die noch Orientierung suchen, wie Gen AI zum Einsatz kommen kann, aber auch jene, die innerbetriebliches Potential erkannt haben und nun einen erfahrenen Technologiepartner für die Umsetzung suchen.
Interaktiv und praxisorientiert
Als methodisches Format verwendet T‑Systems das sogenannte World Café, wo Teilnehmende in wechselnden Kleingruppen an thematischen KI-Stationen ihre jeweiligen Perspektiven erörtern. Der vergleichbare Wissensstand fördert das gemeinsame Verständnis in den Fachabteilungen und ermöglicht ein fundiertes, weiterführendes Arbeiten.
„Besonders hilfreich war, dass wir als Fach- und IT-Abteilungen gemeinsam auf denselben Kenntnisstand gebracht wurden. So konnten wir gezielt über Anwendungsfälle sprechen – und nicht nur über theoretische Möglichkeiten“, so ein teilnehmender Manager eines großen Dienstleisters.
Diese strukturierte Vorgehensweise macht dann auch sichtbar, welche Use Cases mit vergleichsweise geringem Aufwand bereits eine große Wirkung erzielen. Und Vorhaben, die einen hohen Nutzen versprechen, dafür aber auch erhebliche Ressourcen benötigen. Final ergibt sich eine fundierte Entscheidungsgrundlage zur Priorisierung geeigneter Use Cases und zudem steigert die Einbindung mehrerer Abteilungen die innbetriebliche Akzeptanz — ein entscheidender Faktor für nachhaltigen Erfolg. (Christian Czaak)