Ein neuer enger Begleiter

94 Prozent der Jugendlichen nutzen KI-Chatbots. Sie dienen als Werkzeug, als Ratgeber und zunehmend auch als persönliche Bezugsperson. Auch hier begrüßen Jugendliche Altersgrenzen, so eine Studie von Saferinternet anlässlich des 23. Safer Internet Day.
Anlässlich des 23. internationalen Safer Internet Day am 10. Februar 2026 präsentiert Saferinternet die aktuelle Studie „KI-Chatbots als Alltagsbegleiter für Jugendliche“. Die zentrale Erkenntnis : Künstliche Intelligenz (KI) ist für Jugendliche inzwischen ein selbstverständlicher Begleiter. 94 Prozent der 11- bis 17-Jährigen nutzen KI-Chatbots vor allem für schulische und zunehmend auch für persönliche Themen.
ChatGPT klare Nummer eins bei Jugendlichen
Die Jugendlichen unterschätzen aber auch die Risiken, wünschen sich mehr Bildung zu KI und befürworten auch hier Altersgrenzen. Für die Studie wurden 500 österreichische Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren befragt. Zusätzlich wurden zwei vertiefende Fokusgruppen in Jugendeinrichtungen durchgeführt.
Bei den Anwendungen ist ChatGPT die mit Abstand beliebteste Anwendung. 90 Prozent der Befragten nutzen sie. Vergleichbare Chatbots wie Gemini von Google (23 Prozent) oder CoPilot von Microsoft (11) sind deutlich weniger beliebt. Knapp ein Viertel der Befragten nutzt ChatGPT täglich, die älteren Befragten (30) mehr als die jüngeren (18 Prozent). Über 40 Prozent geben an, ChatGPT zumindest mehrmals pro Woche zu nutzen.
Werkzeug für die Schule und Textformulierung
Inhaltlich sehen Jugendliche KI vor allem als wichtiges Werkzeug für die Schule : Fast drei Viertel verwenden KI-Tools für schulische Zwecke und Hausaufgaben. Weiters werden KI-Tools unter anderem für das Suchen und Zusammenfassen von Informationen (47 Prozent), für Erklärungen (34), zur Formulierung von Texten (27) und zum Lösen von Rechenaufgaben (20 Prozent) verwendet.
Zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen (11 bis 14 Jahre und 15 bis 17 Jahre) zeigen sich dabei deutliche Unterschiede : Weibliche und ältere Jugendliche nutzen KI in allen Anwendungsbereichen häufiger. Im schulischen Bereich liegen weibliche Jugendliche (78 Prozent) um 10 Prozentpunkte vor den männlichen (68 Prozent).
Jugendliche fragen KI regelmäßig um Information und Rat
Nicht nur in der Schule, sondern im gesamten Alltag sind KI-Tools mittlerweile eine gefragte Anlaufstelle. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen nutzt KI regelmässig, um sich Informationen und Ratschläge für verschiedene Lebensbereiche zu holen, etwa zu Freizeitgestaltung, Hobbys, Gesundheit oder Beziehungen. Ein knappes Drittel verwendet KI-Tools, um Sorgen oder Probleme zu besprechen. Einem Viertel dienen sie zum Stressabbau oder um Ärger loszuwerden.
Vier von zehn Befragten empfinden es oft als hilfreicher, eine KI zu fragen als einen Menschen. Die sofortige Verfügbarkeit von KI-Chatbots ist für Jugendliche der wichtigste Grund (59 Prozent) für deren Verwendung. Darüber hinaus schätzen sie die Zeitersparnis (43) und die unkomplizierte Nutzung (39 Prozent).
Chatbots werden zu persönlichen Bezugspersonen
Auffällig ist die zunehmende Bedeutung von KI im emotionalen und zwischenmenschlichen Bereich. Fast ein Viertel der Befragten nutzt KI zumindest manchmal, um freundschaftliche Unterhaltungen zu führen, knapp ein Fünftel sogar für romantische Gespräche. Etwa drei von zehn Befragten sind der Meinung, dass KI eine Art Freundin oder Freund sein kann und Trost zu spenden vermag.
Und über ein Viertel glaubt, dass sich Jugendliche tatsächlich in einen Chatbot verlieben könnten. Das zeigt, wie attraktiv Chatbots für junge Menschen sind und welche Bedeutung sie im Alltag der Jugendlichen haben. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die bestätigende und gefällige Kommunikationsweise von KI-Chatbots. Dadurch wirken Chatbots oft empathisch und vermitteln scheinbares Verständnis.
Bewusstsein über Risiken
Mittlerweile gibt ein Viertel der Jugendlichen (25 %) an, dass es ihnen leichter fällt, mit Chatbots über persönliche Themen zu sprechen als mit Menschen. Gleichzeitig sind ihnen die möglichen Schattenseiten der KI durchaus bewusst. „Wenn man sich schon von klein auf mit Problemen an die KI wendet, könnte es einem dann schwerer fallen, mit einer echten erwachsenen Person zu kommunizieren“, so eine Teilnehmerin aus den Fokusgruppen.
KI-Tools können aber auch helfen, Gespräche mit anderen Menschen vorzubereiten und zu üben. Bereits 23 Prozent der Befragten machen davon zumindest manchmal Gebrauch. In den Fokusgruppen schildern die Jugendlichen, dass sie mithilfe von KI vor allem heikle oder konfliktbeladene Gespräche vorbereiten – etwa, um mit Lehrkräften über als unfair empfundene Bewertungen zu sprechen, mit Eltern über schlechte Noten oder mit Freundinnen und Freunden bzw. in Beziehungen über Konflikte.
Die Studie und erste Erkenntnisse
Die Studie wurde vom Institut für Jugendkulturforschung und Kulturvermittlung im Auftrag des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) und der ISPA – Internet Service Providers Austria im Rahmen der EU-Initiative Saferinternet durchgeführt. Im Spätherbst 2025 nahmen 500 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren, repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Bildungshintergrund, teil. Zusätzlich gab es zwei Fokusgruppen in Jugendeinrichtungen mit insgesamt 14 Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren.
„KI-Tools sind bei Fragen oft die erste Anlaufstelle für Jugendliche. Gleichzeitig gibt es aber große Wissenslücken, wenig Bewusstsein für Risiken und den Wunsch nach einem besseren Verständnis von KI“, so Barbara Buchegger, pädagogische Leiterin von Saferinternet. „KI ist für Jugendliche zum digitalen Begleiter geworden. Gerade deshalb dürfen wir sie mit den Risiken nicht alleinlassen. Wir brauchen mehr Bildung über KI, in der Schule sowie mithilfe der Digitalen Kompetenzoffensive, klare Regeln und ein gemeinsames Verantwortungsbewusstsein“, ergänzt Alexander Pröll, Staatssekretär für Digitalisierung.(red/laucz, red/cc)
Abstürze bei Social Media Nutzung

Aktueller Jugend-Internet-Monitor zeigt deutlichen Rückgang der Social-Media-Nutzung. WhatsApp vor YouTube vor Snapchat vor TikTok vor Instagram vor Pinterest. Interessante Ergebnisse auch bei Spiele-Pattformen und Streamingdiensten. KI-Nutzung steigt.
Das Pendel schlägt (endlich) in die andere Richtung aus. Welche sozialen Netzwerke nutzen Jugendliche in Österreich und gibt es Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs ? Der Jugend-Internet-Monitor der EU-Initiative Saferinternet untersucht seit elf Jahren die Nutzung von sozialen Netzwerken. Die Top 6 der beliebtesten Plattformen sind gleichgeblieben, auch in der Reihenfolge gibt es kaum Veränderungen.
Allerdings verlieren alle Plattformen an Nutzerinnen und Nutzern, während die Beliebtheit von KI-Chatbots wie ChatGPT massiv zunimmt. Die aktuelle Datenerhebung wurde mit Unterstützung der EU und der Österreichischen-Forschungsförderungs-Gesellschaft (FFG) umgesetzt und vom Institut für Jugendkulturforschung durchgeführt. 500 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren aus ganz Österreich wurden Angaben zufolge befragt.
Teils starke Verluste für alle Plattformen
Nummer eins unter den Internetplattformen österreichischer Jugendlicher bleibt auch 2026 WhatsApp, trotz generell rückläufiger Nutzung. Mit 82 Prozent Nutzung (davon 84 Prozent täglich) führt der Messenger-Dienst im Ranking, gefolgt von YouTube mit 76 Prozent (50 Prozent täglich). WhatsApp verliert im Vergleich zum Vorjahr fünf Prozentpunkte, YouTube vier.
Die Messenger-App Snapchat liegt mit 65 Prozent Nutzung (davon 85 Prozent täglich) auf dem dritten Platz. Damit landet sie nur knapp vor TikTok (64 Prozent, davon 83 Prozent täglich) und Instagram (64 Prozent, davon 77 Prozent täglich). Alle Plattformen verzeichnen deutliche Rückgänge. Snapchat und Instagram verlieren je neun Prozentpunkte, TikTok acht. Auch Microsoft Teams (31 Prozent ergeben Platz sechs) verliert vier Prozent.
Signal und Reddit bleiben gleich und Foto-App BeReal stürzt massiv ab
Abseits der großen Netzwerke ist die App-Landschaft der Jugendlichen vielfältig. 31 Prozent der Jugendlichen nutzen die digitale Pinnwand Pinterest. Die Spieleplattform Roblox nutzt knapp ein Viertel (23 Prozent) und die Kommunikationsplattform Discord knapp ein Fünftel (18 Prozent. Die Streamingplattform Twitch kommt auf 14 Prozent. Auch diese Plattformen verzeichnen Rückgänge gegenüber dem Vorjahr.
Keine Verluste hinnehmen müssen lediglich der Messenger-Dienst Signal sowie das Internetforum Reddit (jeweils 9 Prozent). Der größte Verlierer des Jahres ist BeReal : Die Instant-Foto-App, die 2024 noch von knapp einem Drittel der Befragten genutzt wurde, verliert seither kontinuierlich an Bedeutung und wird 2026 nur noch von sieben Prozent der Jugendlichen verwendet.
Nur mehr geringfügige Unterschiede zwischen den Geschlechtern
Bei den beliebtesten sozialen Netzwerken fallen die geschlechtsspezifischen Unterschiede insgesamt gering aus. YouTube (Jungs : 79 Prozent, Mädchen : 73) und TikTok (Jungs : 67, Mädchen : 61 Prozent) werden zwar weiterhin etwas häufiger von Jungs genutzt.
Bei WhatsApp, Snapchat und Instagram zeigen sich 2026 hingegen keine Unterschiede mehr. Das ist ein deutlicher Wandel im Vergleich zu 2025, als Snapchat vor allem bei Mädchen klar dominierte. Microsoft Teams wird wie im Vorjahr häufiger von Mädchen (35 Prozent) als von Jungs (27) genutzt.
Die Unterschiede bei Streaming‑, Gaming- und Kommunikations-Plattformen
Deutlicher werden die Unterschiede bei Video-Streaming- bzw. Gaming-Plattformen : Discord (Jungs : 28 Prozent, Mädchen : 8 Prozent) und Twitch (Jungs : 23, Mädchen : 5) bleiben klar männlich dominiert. Die Spieleplattform Roblox nutzt ein Viertel der Jungs (25) rund ein Fünftel der Mädchen (21).
Große Unterschiede gibt es bei der Nutzung der digitalen Pinnwand Pinterest, die über die Hälfte der Mädchen (55) anspricht, aber nur acht Prozent der Jungs. Weitere deutliche Unterschiede bei Reddit (Jungs : 14, Mädchen : 3) und X (Jungs : 12 Prozent, Mädchen : 4 Prozent).
Algorithmus statt Austausch oder Kurzvideos dominieren Plattformen
Der Schwerpunkt sozialer Netzwerke hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. Sich direkt mit Freundinnen und Freunden auszutauschen, über das eigene Umfeld informiert zu bleiben oder bestimmten Personen gezielt zu folgen, verlieren zunehmend an Bedeutung. Stattdessen rückt das endlose Durchscrollen von Kurzvideos in den Vordergrund. Dieses Prinzip, das vor allem TikTok geprägt hat, bestimmt inzwischen die Funktionsweise fast aller großen Social-Media-Plattformen.
Jugendliche konsumieren deren Content überwiegend passiv und lassen sich von Inhalten, die der Algorithmus vorschlägt, berieseln. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass viele von ihnen kaum mehr benennen können, welchen Content-Creatoren sie tatsächlich folgen. Der algorithmische Konsum ersetzt zunehmend das bewusste Abonnieren und Verfolgen einzelner Persönlichkeiten.
ChatGPT & Co. als die neuen Stars im digitalen Alltag Jugendlicher
Im Kontext mit der generell steigenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz hat Saferinternet diesem Thema eine zusätzliche Erhebung gewidmet. KI-Chatbots sind im Alltag von 11- bis 17-Jährigen bereits fest verankert. Bereits 94 Prozent der Jugendlichen nutzen Chatbots, was den beobachteten Rückgang der Social-Media-Nutzung zum Teil erklären dürfte. Hinzu kommt die enorme Vielfalt digitaler Angebote, da neben sozialen Netzwerken auch Streaming-Dienste wie Spotify, Netflix oder Disney+ genutzt werden.
Bei der Nutzung all dieser Anwendungen zeigt sich unter den Jugendlichen ein zunehmendes Sättigungsgefühl. Obwohl soziale Netzwerke weiterhin ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags sind, äußern viele junge Menschen zunehmende Kritik. Als störend empfunden wird die steigende Werbung, die ähnlichen Inhalte auf den verschiedenen Plattformen, weiters belastende Inhalte und Hasskommentare. (red/laucz, red/cc)
Neue Therapie bei Nierenversagen

Akutes Nierenversagen verhindert lebenswichtige Entgiftung des Körpers. Ärzte der Med-Uni Innsbruck entwickeln für Nierenersatztherapie neues extrakorporales Blutreinigungsverfahren gegen gefährliche Übersäuerung.
Die Niere ist ein lebenswichtiges Organ, das für die Entgiftung von Stoffwechselprodukten und die Aufrechterhaltung des Säure-Basen Haushaltes verantwortlich ist. Bei einem akuten Nierenversagen passiert (auch) eine schädliche Übersäuerung des Körpers. Die Behandlung erfolgt dann mittels einer kontinuierlichen Nierenersatztherapie (Anm. Hämofiltration), ein extrakorporales Blutreinigungsverfahren, das diese Funktion bei Intensivpatienten rund um die Uhr übernimmt.
Nur 60 von 100 Intensivpatienten mit Nierenersatztherapie überleben
Allein auf der Intensivstation der Uniklinik in Innsbruck sind jährlich rund 100 kritisch kranke Patient:innen auf eine derartige kontinuierliche Nierenersatztherapie angewiesen. Mediziner um Michael Joannidis (Anm. Leiter der Gemeinsamen Einrichtung für Internistische Intensiv-und Notfallmedizin) und Fabian Perschinka, haben nun Infusionen mit geänderter Zusammensetzung getestet und sie konnten damit den wichtigen Säure-Basen-Haushalt der Patient:innen besser stabilisieren.
„Wenn die Nieren versagen, würde man innerhalb kurzer Zeit sterben. Die Nierenersatztherapie auf der Intensivstation verhindert das“, sagt Joannidis von der von Herbert Tilg geleiteten Univ.-Klinik für Innere Medizin I. Die Sterblichkeit bleibt aber trotzdem hoch. Nur etwa 60 von 100 Intensivpatienten, die mit einer Nierenersatztherapie behandelt werden müssen, überleben laut Angaben.
Bei jedem extrakorporalen Verfahren muss Blutgerinnung gehemmt werden
Vor diesem Hintergrund setzten Joannidis und Perschinka beim Projekt (und Studie) bei der Gerinnungshemmung an, die gleichzeitig den Säure-Basen Haushalt kontrolliert. Bei jedem extrakorporalen Verfahren muss die Blutgerinnung gehemmt werden, andernfalls würde bei der Nierenersatztherapie der Filter verkleben.
Vor rund 20 Jahren wurde bei dieser Nierenersatztherapie erstmals statt einer systemischen Blutverdünnung mit Heparin die sogenannte regionale Gerinnungshemmung (Anm. Antikoagulation) mit Citrat eingeführt. Seit etwa zehn Jahren wird sie im deutschsprachigen Raum großflächig eingesetzt.
Weniger basische Lösung keine Gefahr für die Patient:innen
Wichtig ist noch, dass Patient:innen keinen Basenüberschuss (Anm. Alkalose) entwickeln, was zu einer erhöhten Sterblichkeit führen kann, weil sich der Sauerstofftransport und die Aktivität der körpereigenen Proteine verändern. Besser wäre also eine weniger basische Substitutionslösung.
„Wir führen mit der neuen Methode etwas weniger Basen zu, um hier gegenzusteuern“, bestätigt Michael Joannidis von der Med Uni Innsbruck. Final konnten die Mediziner zeigen, dass die weniger basische Lösung keine Gefahr für die Patient:innen darstellt und sich der pH-Wert genauso schnell normalisiert wie mit der bisherigen Methode. Insgesamt wird nun eine bessere metabolische Kontrolle und Stabilität ermöglicht.
Hinweise auf besseres Überleben
Zusätzlich zeichnet sich ein möglicher Trend zu einer reduzierten Sterblichkeit bei jenen Proband:innen ab, die zuerst die Substitutionslösung mit weniger Bicarbonat erhielten (23 Prozent gegenüber 39 Prozent). Nun ist eine multizentrische Studie geplant, in der die Wissenschaftler überprüfen wollen, ob die bessere metabolische Kontrolle auch zu einem besseren Langzeitüberleben führt.
In der Zwischenzeit kommen die Studienergebnisse den Innsbrucker Patient:innen bereits zugute. An der internistischen Intensivstation wird für die kontinuierliche Nierenersatztherapie nun bereits die offenbar besser geeignete Infusionslösung in Kombination mit der Citrat-Antikoagulation verwendet. „Das ist jetzt unsere Hauptstrategie“, sagt Michael Joannidis (Anm. Leiter der Gemeinsamen Einrichtung für Internistische Intensiv-und Notfallmedizin). (red/rucz)
Einsparungen können auch tödlich sein

Ein 16-jähriges Mädchen stirbt in einem Hotelzimmer an einer Überdosis. Die Jugendliche war in Betreuung der Wiener Kinder- und Jugendhilfe. Suchtkrankheiten und Drogenmissbrauch betreffen immer mehr jüngere Menschen. Parallel gibt es von der Stadt Wien massive Einsparungen bei Einrichtungen zur Suchthilfe. Eine kommentierende Erörterung mit Anstoß zu einer Debatte über medizinische Zwangsmaßnahmen von Christian Czaak.
Wenn suchtkranke Menschen zu Beginn der 1980 er Jahre in Wien ärztliche Hilfe suchten, gab es zwei Möglichkeiten. Die erste war eine stationäre Aufnahme im sogenannten Einsa-Pavillion am Steinhof auf der Baumgartner Höhe, in der Wiener Vorstadt auch „Guglhupf“ oder „Irrenhaus“ genannt. Für den bis zu acht Tagen dauernden körperlichen Entzug wurde der oder die PatientIn mit dicken Lederriemen auf eine Holzpritsche niedergeschnallt und einzig mit schweren Neuroleptika „behandelt“.
Zweite Möglichkeit war eine ambulante Behandlung mit zumindest theoretisch wirklich guten Ratschlägen in der damals einzigen Sucht- und Drogenberatungsstelle der Stadt Wien in der Borschkegasse nahe dem AKH. Bei beiden Varianten waren die Erfolgschancen gleich null. Breitere wie fundierte und vor allem niederschwellige Behandlungsangebote für die schon damals immer jünger werdenden Sucht- und Drogenkranken starteten dann ab 1985 unter Helmut Zilk (SPÖ) als Bürgermeister.
Zahlreiche vielschichtige und niederschwellige städtische Einrichtungen im Bereich der Suchthilfe
Ein gewisser Peter Hacker, aktuell Gesundheits- und Sozialstadtrat der SPÖ in Wien, wird von Zilk mit der Leitung des neuen Wiener Bürgerdienstes betraut und dazu gehörten auch Maßnahmen gegen die zu diesem Zeitpunkt offene Drogenszene am Wiener Karlsplatz. Für gutbürgerlich-katholisch geprägte Wiener Verhältnisse galt diese Drogenszene als „ausufernd“ und als untragbarer Skandal. Im Vergleich zum damaligen Züricher Platzspitz oder italienischen Großstädten war die Wiener Szene eher der umgangssprachliche Jungmädchenorden des Ursulinen-Klosters – aber natürlich trotzdem behandlungswichtig.
Vierzig Jahre später existieren nun vergleichsweise zahlreiche wie vielschichtige und vor allem auch niederschwellige städtische Einrichtungen im Bereich der Suchthilfe, die von Prävention über Behandlung bis Reintegration ehemals schwerkranker Menschen setzt. Projekte wie Ganslwirt, Jedermayr oder „Let’s End Hepatitis C In Vienna“ (@ Hans Haltmayer und Michael Gschwantler) waren dabei Meilensteine und wurden als internationale Best Practice Projekte ausgezeichnet.
Breite Proteste nach Budgeteinsparungen von bis zu 25 Prozent
Aktuell gibt es allein über die Suchthilfe Wien Hilfsprojekte bei Aufklärung, Kontrolle der Substanzen und medizinischer Hilfe oder auch mobile Sozialarbeiter, Tagesräume sowie Schlafstellen und auch die Themen Arbeitsplatz und Reintegration werden behandelt. Die Suchthilfe Wien (SHW) ist dabei eine Tochter der Sucht- und Drogenkoordination Wien (SDW) und nur für Teile des Wiener Sucht- und Drogenkonzepts zuständig. Zu diesem gehören auch Einrichtungen wie Dialog, Grüner Kreis, Anton Proksch Institut, Change, Contact, checkIt oder garbarage sowie weitere ambulante Hilfestellungen.
Viele dieser Einrichtungen sind nun mit teilweise massiven finanziellen Einsparungen seitens der Stadt Wien konfrontiert. Die Rede ist von Budgeteinsparungen für einzelne Organisationen von bis zu 25 (!) Prozent. Zahlreiche Betriebsräte und Mitarbeitende von Wiener Suchthilfeeinrichtungen wie etwa Anton Proksch Institut oder aus dem Netzwerk der Suchthilfe Wien haben an die verantwortlichen Peter Hacker als direkt zuständigen Stadtrat und an Michael Ludwig als Wiener Bürgermeister (ebenfalls SPÖ) offene Briefe geschrieben und Protestmaßnahmen organisiert, um auf die möglichen Folgen hinzuweisen.
Einsparungen im Suchthilfebereich verursachen langfristig höhere Kosten
„Wien war immer stolz auf seine soziale Verantwortung, doch was jetzt passiert, ist kein Sparprogramm – es ist ein sozialer Kahlschlag!“, so der Betriebsrat einer Suchthilfeeinrichtung. Von den Einsparungen bedroht sind auch Arbeitsmarkt- und Sozialintegrations-Programme für suchtkranke oder ehemals abhängige Menschen, die durch Kürzungen bei Förderungen und AMS-Kooperationen reduziert werden. Bei den Betreuungskapazitäten reduziert ein Personalabbau direkt die therapeutischen und sozialarbeiterischen Kapazitäten. Und final drohen langjährig aufgebaute Strukturen,Netzwerke und viele niedrigschwelligen Suchthilfeangebote verloren zu gehen, so die weitere Kritik der betroffenen Stellen.
Die Mitarbeitenden warnen zudem vor dem Verlust von Expertise. Viele Angebote basieren auf einem langjährig aufgebauten Vertrauensverhältnis. Ein Abbau oder gar eine Einstellung lässt sich nicht kurzfristig rückgängig machen. Für Betroffene und Angehörige kann das eine (zu) späte Hilfe bedeuten oder das Patient:innen gar nicht mehr erreicht werden. Experten verweisen auch darauf, dass Einsparungen im Suchthilfebereich langfristig höhere Kosten verursachen, etwa durch steigende Gesundheitsausgaben oder mehr Polizeieinsätze.
Anerkanntes System zur Sucht- und Drogenhilfe wird bewusst in Gefahr gebracht
„Wien verfügt seit Jahrzehnten über ein differenziertes und auch international anerkanntes System zur Sucht- und Drogenhilfe. Prävention, niederschwellige Beratung, medizinische Betreuung, Arbeitsmarktintegration und langfristige psychosoziale Begleitung greifen gut abgestimmt ineinander“, sagt die medizinische Leitung einer der angeführten Hilfseinrichtungen zu economy. „Das alles wird jetzt bewusst in Gefahr gebracht und ohnehin besonders hilfsbedürftige und oft mehrfach belastete Menschen werden im Stich gelassen“.
Die Stadt Wien betont, dass die Sparmaßnahmen für den Budgethaushalt nötig seien und parallel wird versichert, dass zentrale soziale Leistungen weiterhin aufrecht bleiben. Die Einrichtungen wissen aber nicht, wo genau diese Grenze verlaufen soll. Auch die politische Opposition und übergeordnete Sozialorganisationen fordern mehr Transparenz und vor allem eine Priorisierung nach sozialer wie medizinischer Wirkung. „Es stellt sich die Frage, ob es finanzpolitisch sinnvoll ist, bei präventiven, heilenden oder stabilisierenden Angeboten zu sparen und dann zahlt die Stadt später einen noch höheren Preis?“, so der kaufmännische Leiter einer weiteren Wiener Therapieeinrichtung.
Zahl der betroffenen jungen Menschen steigt seit vielen Jahren
Das überaus tragische Ableben des 16-jährigen Mädchen und die sieben anderen Minderjährigen, die 2025 während der Betreuung durch behördliche Einrichtungen auch ums Leben kamen, zeigen wie der aktuelle Konflikt um die Wiener Suchthilfe, wie schwierig soziale Betreuung und angemessene Budgetpolitik ist. Es geht hier nicht nur um Zahlen, sondern um Menschen und ihre Unterstützung, die fast immer über Stabilität oder Absturz entscheidet. „In letzter Konsequenz kann das Ende einer Betreuung oder längere Wartezeiten auf einen Therapieplatz tödliche Folgen haben“, so ein Psychotherapeut und Sozialarbeiter zu economy.
Im Kontext mit Suchtkrankheiten und Drogenmissbrauch steigt die Zahl der betroffenen jungen Menschen seit vielen Jahren kontinuierlich an. Ebenso zunehmend ist die sogenannte Polytoxikomanie bei Jugendlichen, also die parallele Konsumation von mehreren Drogen mit der latenten Gefahr eines Atemstillstandes. Auch das Einstiegs- und generelle Konsumationsalter sinkt laufend. Suchtmediziner berichten von vielen unter 14-jährigen, die regelmäßig Alkohol trinken, Cannabis rauchen oder sogar Opiate wie Heroin nehmen. Der generelle Kokainkonsum hat sich seit 2015 verdoppelt. Junge Mädchen kommen beim Konsum oft in Hochrisikosituationen mit sodann verbundenen sexuellen Übergriffen durch ältere Männer.
Eine Debatte über medizinisch-therapeutische Zwangsmaßnahmen
Im Kontext mit all diesen Entwicklungen sollte irgendwann dann auch (zumindest) eine Debatte über medizinisch-therapeutische Zwangsmaßnahmen beginnen. Diese Debatte kann dann auch andere psychische Ausnahmesituationen adressieren. Etwa die weit und vergleichsweise mehrheitlich bei Frauen (weltweit rund 75:25 Prozent im klinischen Umfeld) verbreitete Borderline-Erkrankung. Hier kann es ebenso bedrohliche Auswirkungen geben, etwa in einem Familienverbund. In extremen Fällen passieren hier neben psychisch-traumatischen auch physische Verletzungen der eigenen, erkrankten Person und bei anderen im direkten familiären Umfeld befindlichen Personen.
Wenn kranke Menschen hier behandlungs- oder gar diagnose-uneinsichtig sind, dann bedeutet das langwierig extremste Belastungen für Kinder und (Ehe)PartnerIn. Betroffene empfinden das oft als eine Art auswegloses Gefängnis, eben weil die kranke Person keine Behandlung zulässt. Eine derartige Situation kommt auch bei Sucht- und Drogenkranken vor und auch hier gibt es oftmals direkte Betroffenheit im familiären Verbund, psychisch, physisch und final ebenso existentiell. Medizinische Zwangsmaßnahmen könnten hier Abhilfe schaffen und dafür braucht es einmal eine breite wie fundierte Erörterung.
Pro Monat zwei Mal eine Stunde Gesprächszeit für 500 Schüler:innen
Zurück „nur“ zum Thema Sucht- und Drogenkrankheit, wo auch die vorliegenden Zahlen bei Rettungseinsätzen eine deutliche Sprache vermitteln : eine für Wien verfügbare Statistik zeigt, dass die Einsätze bei unter 18-jährigen wegen Medikamenten- und Drogenmissbrauch zwischen 2018 und 2023 von 75 auf 231 gestiegen sind. Das ist eine Steigerung von über 300 Prozent in fünf Jahren. Die Drogentoten sind von 191 im Jahr 2019 auf 248 für 2023 gestiegen, macht plus 30 Prozent. Von diesen an Drogenmissbrauch verstorbenen Menschen waren 2019 noch 18 Prozent unter 25 Jahren. 2023 waren es schon 25 Prozent, macht plus 40 Prozent (jüngere Zahlen liegen noch nicht vor).
Wenn die Stadt Wien nun vor diesem Hintergrund derart umfangreiche Sparmaßnahmen setzt, dann sind Stimmen verständlich, die hier in letzter Konsequenz eine fahrlässige Gefährdung von Menschenleben sehen. Als Vater zweier Spät-Teenies und als langjähriges Mitglied im Elternverein einer Schule erlebe ich den stark steigenden Bedarf und die nicht einmal ansatzweise vorhandenen Ressourcen für die Betreuung der psychischen Probleme von Jugendlichen hautnah mit. Mit größter Mühe auf Grund des auch hier herrschenden Sparzwanges und der parallel fehlenden therapeutischen Ressourcen, gibt es heuer an der Schule statt bisher 1x 1 Stunde nun 2x 1 Stunde Gesprächszeit — pro Monat, für rund 500 Schüler:innen…
Zwei nachdenklich machende Kommentare zu einem Bericht von Der Standard
Die Sparmaßnahmen der Stadt Wien und das überaus traurig machende Ableben des jungen Mädchens wurde auch von anderen Medien behandelt. Im derStandard.at erschien dazu kürzlich ebenso ein Bericht und dazu gab es im Standard-Forum zwei sehr nachdenklich machende Leser-Kommentare. Unter dem Pseudonym „DielinkeVernunft“ schreibt ein/e LeserIn :
„Der Artikel pathologisiert jugendliche Überdosen als individuelles Scheitern, statt endlich zu benennen, dass ein kapitalistisches System Jugendliche systematisch in Prekarität, Leistungsdruck und Zukunftsangst treibt, bis Rausch vernünftiger wirkt als der nächste Tag im Hamsterrad.“
Der Kapitalismus wirft Jugendliche weg wie Ausschussware
Und weiter : „Während bürgerliche Moralpanik über Drogen inszeniert wird, bleiben Armut, Wohnungsnot, kaputte Schulen und fehlende psychosoziale Angebote unangetastet, weil sie den Profit stören würden. Die eigentliche Überdosis ist der Sozialabbau. Der Kapitalismus wirft Jugendliche weg wie Ausschussware, aber alle tun überrascht, wenn sie an Überdosen sterben.“
Und schließlich : „In Wahrheit hat schon die Boomer-Generation im Wohlstandsprojekt der Kreisky-Zeit gezeigt, dass sozialer Aufstieg, Sicherheit und echte Perspektiven möglich sind. Heute wird diese Erfahrung verraten, indem man Märkte entfesselt und Kinder im Wettbewerb verbrennen lässt, statt Schutz, Bildung und Stabilität wie in den 70 er und 80 er Jahren zu garantieren.“ (Zitat-Ende)
Ein politisches Versagen und die notwendige Erörterung von Zwangsmaßnahmen
Ein zweiter Posting-Kommentar zum Standard-Bericht von einem „hansglueck10“ wird auch sehr deutlich : „Einsparungen in Suchthilfeeinrichtungen und fehlende Therapieplätze sind keine abstrakte Budgetfrage, sondern unterlassene Hilfeleistung und sie kosten Leben. Wenn Jugendliche wie das verstorbene Mädchen bekannt vulnerabel sind, in staatlicher Obhut stehen und dennoch keine rasche Therapie, Krisenintervention und Schutz bekommen, dann ist das politisches Versagen. Wer bei Suchthilfe kürzt, nimmt Überdosierungen, Ausbeutung und Tod billigend in Kauf. (Zitat-Ende)
Als familienexistenzerhaltender Vater und kleinunternehmerischer „Mit-Radler“ in diesem „Hamsterrad“ sowie als langjähriger Kenner von psychischen Krankheiten und ihren oft verheerenden Auswirkungen auf das jeweilige (familiäre) Umfeld : beide Standard-Kommentare sind angebrachte Befunde und ebenso angebracht ist eine sachlich fundierte Erörterung medizinisch-therapeutischer Zwangsmaßnahmen in solchen Fällen. Stimmig ist auch die abschließende Forderung der Betriebsräte von Wiener Hilfseinrichtungen in ihrem Protestschreiben an die SPÖ-Stadtregierung von Wien : „Nehmen Sie die geplanten Kürzungen zurück, erhalten Sie die bewährten Strukturen und sichern Sie die Finanzierung der Suchthilfe in ausreichendem Maße!“ Andernfalls drohen uns vielleicht die Zeiten mit den Lederriemen und den Holzpritschen aus den alten Steinhof-Zeiten in den 1980 er-Jahren möchte man ergänzen. (Christian Czaak/red)
Kreislaufwirtschaft vereint Ökonomie und Nachhaltigkeit

Das Kontext-Institut analysierte die Auswirkungen von Kreislaufwirtschaft auf eine nachhaltige Modernisierung der Industrie. Richtige Transformation entscheidet über Ressourcenschonung und neue Wertschöpfung.
Teile von Österreichs Industrie stehen schon länger unter wirtschaftlichem Druck. In diesem Kontext hat sich nun das Kontext-Institut zur Untersuchung und Behandlung von Klimafragen das Thema Kreislaufwirtschaft genauer angeschaut und am Beispiel energieintensiver Branchen wie Bau und Metall umwelt- und klimapolitische Fragen mit wirtschaftlich unternehmerischen Anforderungen verknüpft. Österreichs ressourcenintensive und überwiegend lineare Wirtschaftsweise lässt große Potenziale ungenützt, so ein zentraler Befund der aktuellen Analyse.
Großes Potential für mehr Resilienz und Zukunftsfähigkeit der Industrie
Eine praxiskonforme Modellierung, die das Kontext-Institut beim Umweltbundesamt (UBA) und dem Center of Economic Analysis and Research (CESAR) in Auftrag gegeben hat, zeigt am Beispiel von energieintensiven Sektoren wie Bau und Metall, dass Kreislaufwirtschaft maßgeblich zur Modernisierung der Industrie beitragen kann. Durch die richtigen Maßnahmen werden Rohstoffe, Energie und Emissionen gespart und gleichzeitig Arbeitsplätze und Wohlstand gesichert.
Kreislaufwirtschaft schone nicht nur Klima und Umwelt, sondern ermögliche auch günstigere heimische Produktion, was wiederum Resilienz und Zukunftsfähigkeit der Industrie stärkt. „Die Potenziale sind enorm. Die Umsetzung bleibt jedoch, trotz politischer Bekenntnisse, deutlich hinter den Ambitionen zurück”, sagt Katharina Rogenhofer, Vorstand vom Kontext-Institut. “Damit Kreislaufwirtschaft tatsächlich ihren vollen Mehrwert entfalten kann, muss sie eine zentrale Säule der kommenden Industriestrategie sein“, so Rogenhofer in Richtung der Bundesregierung.
8 Millionen Tonnen oder 20 Prozent weniger CO₂-Emissionen
Das modellierte Szenario zeigt, dass zirkuläre Maßnahmen im Wohnbau- und Metallsektor bis 2040 im Vergleich zu einem Weiter-wie-bisher-Szenario der Industrie erheblichen Mehrwert bringen würde. In Zahlen ausgedrückt etwa 29 Prozent geringerer Materialeinsatz im Wohnbau, 7,8 Millionen Tonnen oder 20 Prozent weniger CO₂-Emissionen und 21 TWh geringerer Einsatz fossiler Energieträger.
„Bau- und Metallsektor verantworten zusammen zwei Drittel des gesamten Ressourcenverbrauchs und damit maßgeblich den ökologischen Fußabdruck des Landes. Ihre Transformation entscheidet daher über den Erfolg einer zirkulären Wirtschaftsweise und über die Fähigkeit, industrielle Wertschöpfung mit Ressourcenschonung und Emissionsreduktion zu verbinden”, sagt Anna Pixer, Analystin und Studienautorin beim Kontext-Institut.
Priorisierung von Sanierung, Nachverdichtung und Leerstandsnutzung
Damit die modellierten Potenziale realisiert werden können, leitet die Studie konkrete politische Maßnahmen als notwendige Rahmenbedingungen ab. Im Bausektor sind die Priorisierung von Sanierung, Nachverdichtung und Leerstandsnutzung notwendig. Zudem braucht es Mindestquoten für Recyclingbaustoffe, die Gleichstellung wiederverwendbarer Bauteile und Materialien (Anm. Sekundärrohstoffe) mit Primärrohstoffen sowie klare Vorgaben für Demontierbarkeit und Materialtransparenz.
Im Metallsektor muss neben einem beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und der Planungssicherheit durch den Emissionshandel die Verfügbarkeit hochwertigen Schrotts entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhöht werden. Über Leitmärkte für emissionsarmen und recycelten Stahl kann die öffentliche Beschaffung gezielt Nachfrage schaffen. Ein Beispiel dafür ist etwa das EU-Projekt RecAL mit starkem Österreich-Bezug.Innovation für ressourcenschonende Industrieproduktion aus Österreich
Das vom LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen des Austrian Institute of Technology (AIT) geleitete Forschungsprojekt Recycling Technologies For Circular Aluminium (RecAL) entwickelt neue Wege, um Aluminium effizient zu recyceln. Das von HORIZON EUROPE geförderte Projekt vereint über eine digitale Plattform europaweit 19 Partnerorganisationen, von Forschungseinrichtungen über Technologieanbieter bis zur Industrie. Ziel ist eine signifikante Erhöhung von Sekundäraluminium zur nachhaltigen Verbesserung der CO₂-Bilanz. Der IT-Dienstleister CANCOM Austria ist hier Technologie-Partner und verantwortet etwa das Datenmanagement (economy berichtete).
“Wenn Österreich bei der Kreislaufwirtschaft die von der Regierung versprochene Vorreiterrolle einnehmen soll, müssen diese Maßnahmen rasch umgesetzt werden. Das beginnt mit einer grundlegenden Reform des Abfallwirtschaftsgesetzes”, sagt Rogenhofer. “Auch auf EU-Ebene, wo in den kommenden Jahren wichtige Maßnahmen, wie der Circular Economy Act, anstehen, kann Österreich mit einer aktiven Rolle dazu beitragen, dass der heimische Wirtschaftsstandort gestärkt wird“, betont Katharina Rogenhofer, Vorstand vom Kontext-Institut. (red/czaak)Neuerungen in der Österreichischen Verkehrswirtschaft

Der ÖAMTC hat die ab nun gültigen Änderungen in den Bereichen Straßenverkehr und Kfz-Betrieb zusammengestellt. Neue Kosten und Abgaben gibt es bei Steuern, Öffentlicher Verkehr oder der Normverbrauchsabgabe.
2026 kommen auf die Verkehrsteilnehmerinnen und ‑teilnehmer in Österreich mehrere Neuerungen zu. Der Österreichische Automobil‑, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) hat die wichtigsten Änderungen zusammengefasst und gibt einen Überblick, was schon jetzt bekannt oder absehbar ist. Erhöhungen gibt es etwa bei der motorbezogenen Versicherungssteuer, bei NoVA, Vignette und den Tickets im Öffentlichen Personenverkehr. Geben tut es aber auch Entlastung, etwa durch Erhöhung von Verkehrsabsetzbetrag und Pendlereuro.
Inflationsangleichung bei Vignette, Preiserhöhungen bei Öffis
Im heurigen Jahr 2026 wird es zum letzten Mal eine Klebevignette in Österreich geben. Der Preis steigt gemäß der Inflationsrate : Die Jahresvignette kostet dann für einen Pkw 106,80 Euro (drei Euro mehr als 2025) und für ein Motorrad 42,70 Euro (plus 1,20 Euro). Auch die unterjährigen Varianten (2‑Monats‑, 10-Tages- und Tagesvignette) werden entsprechend valorisiert.
Teurer werden auch die Öffis : Nach der Erhöhung letzten August steigt der Preis für das österreichweite Klimaticket mit Jahreswechsel ein weiteres Mal binnen weniger Monate, und zwar von 1.300 auf 1.400 Euro. Auch die regionalen Klimatickets werden mit Jahreswechsel zum Teil teurer. Besonders drastisch ist der Preisanstieg für die Jahreskarte der Wiener Linien : Diese wird um 102 Euro und damit 28 Prozent teurer und kostet per Jahreswechsel 467 Euro (digital : 461 Euro) pro Jahr.
Motorbezogene Versicherungssteuer mit Erhöhungen für Neuzulassungen
Für bereits zugelassene Fahrzeuge ändert sich bei der motorbezogenen Versicherungssteuer nichts. Bei neuzugelassenen Pkw kann es hingegen abhängig vom Antrieb zu einer höheren Belastung kommen. Bei neuen PKWs mit Verbrennungsmotor, die nicht extern aufgeladen werden können, steigt die Steuer meist um rund 35 Euro pro Jahr gegenüber einer Erstzulassung im Jahr 2025. Nur bei sehr effizienten bzw. leistungsschwachen Pkw kommt es zu einer geringeren Steuererhöhung.
Bei der Ermittlung der CO2-Emissionen für die Papiere von neuen Plugin-Hybriden wird mit der strengeren Abgasnorm “Euro-6E-bis” angenommen, dass diese im Realbetrieb weniger elektrisch gefahren werden. Hat der Hersteller nicht ausreichend gegengesteuert, etwa mit einer größeren Batterie, fallen durch die verpflichtende Abgasnorm auch die CO2-Emissionen in den Papieren höher aus. Obwohl diese Steigerung bei der motorbezogenen Versicherungssteuer im kommenden Jahr berücksichtigt wurde, sollten sich insbesondere Käufer von Plugin-Hybriden vorab über die Höhe der laufend zu zahlenden Steuer informieren.
Bei reinen E‑Autos gibt es keine Änderung der seit April 2025 gütigen motorbezogenen Versicherungssteuer. Wie bei allen Antrieben gilt es auch hier, die laufende Belastung vorab zu berechnen, um keine böse Überraschung zu erleben. Wer sich also ein neues Fahrzeug anschafft, sollte vorab klären, wie hoch die regelmäßig zu zahlende Steuer ausfallen wird. Der ÖAMTC bietet hier online einen eigenen Rechner an (siehe Link)
Normverbrauchsabgabe (NoVA)) mit Aus für Rückerstattung und jährliche Erhöhung
Die einmalig zu zahlende NoVA steigt mit Jahreswechsel für viele Neufahrzeuge, bei etlichen ändert sich nichts. Entscheidend ist das einzelne Gramm CO2, das in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist. Für vereinzelte Hybrid-Modelle, das Gros an Plug-In-Hybriden und alle Elektroautos zahlt man aufgrund der geringen oder gänzlich fehlenden CO2-Emissionen auf der Straße weiterhin keine NoVA.
Auch für 2026 gilt eine Übergangsregelung : Wer für ein NoVA-pflichtiges Neufahrzeug einen unwiderruflichen schriftlichen Kaufvertrag bis 1. Dezember 2025 abgeschlossen hat, zahlt noch die niedrigere NoVA gemäß den Werten von 2025. Hier muss das Fahrzeug aber bis längstens zum 1. April 2026 geliefert werden.
Neu ist das Aus für die Rückerstattung bei älteren Fahrzeugen. Ab Mitte 2026 kann man sich die anteilige NoVA beim Verkauf oder der Verbringung ins Ausland nicht mehr zurückholen, außer es handelt sich um ein Fahrzeug dessen Erstzulassung maximal vier Jahre her ist. Neu ist auch : Least man ein neues Auto bei einem Leasingunternehmen in einem anderen EU-Mitgliedsstaat (bzw. EWR) über maximal 4 Jahre und geht das Fahrzeug anschließend wieder gesichert ins Ausland, muss man vorab nur die anteilige NoVA für den Nutzungszeitraum zahlen.
CO2-Bepreisung unverändert und Entlastung durch Erhöhung
Die nationale CO2-Bepreisung, die u. a. beim Tanken fällig wird, bleibt im kommenden Jahr bei 55 Euro je Tonne. Mit dem Entfall des Klimabonus wirkt sie weiterhin wie eine Mineralölsteuer-Erhöhung. Damit gehen an der Zapfsäule inklusive Umsatzsteuer 16,5 Cent je Liter Diesel und 15 Cent je Liter Benzin auf die CO2-Bepreisung zurück.
Der Verkehrsabsetzbetrag wiederum, der automatisch jährlich von der Lohnsteuer abgezogen wird und durch den die Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte pauschal abgegolten werden, steigt 2026 auf 496 Euro. Auch für jene, die wenig oder gar keine Einkommensteuer bezahlen, steigt hier die Entlastung.
Verdreifachung des Pendlereuros und Laden des E‑Firmenautos zu Hause
Durch eine Verdreifachung des Pendlereuros kommt es zudem für Pendler:innen zu einer Teilkompensation des gestrichenen Klimabonus. 2026 werden so für jeden Kilometer Entfernung zwischen Arbeitsstätte und Wohnort sechs Euro von der jährlich zu zahlenden Lohnsteuer abgezogen.
Diese Erhöhung unterstützt alle Bezieher:innen der Pendlerpauschale, egal ob sie mit Pkw, Rad oder Öffis in die Arbeit fahren. Und für das Laden des E‑Firmenautos zu Hause können im Jahr 2026 von Arbeitgeber:innen 32,806 Cent je Kilowattstunde steuerfrei ersetzt werden. (red/czaak)
Ich will diese EU nicht mehr

Friedenspolitisches Versagen, Wirtschaftspolitisches Versagen, Demokratiepolitisches Versagen, Rechtsstaatliches Versagen. Die EU verkommt zum existenzgefährdenden Armutszeugnis. Eine Abrechnung zu aktuellen Entwicklungen am alten Kontinent von Christian Czaak.
Einmal vorweg : Ich bin kein „Rechter“. Ich bin kein „Linker“. Der folgende Text hat keine ideologischen oder parteipolitischen Hinter- oder Beweggründe, er spiegelt rein meine Sichtweise als existenziell verantwortlicher Familienvater und Kleinunternehmer im EU-Land Österreich.
Vor rund fünf Jahren noch begeisterter Europäer, hat sich meine Wertschätzung für das Projekt Europäische Union (EU) mittlerweile massiv eingetrübt und zuletzt ist nur mehr Verachtung übergeblieben. Als alleinerhaltender Vater zweier noch in Ausbildung befindlicher Teenis und als Kleinunternehmer ist Beziehung und Sichtweisen zu europäischen wie national-österreichischen Rahmenbedingungen entsprechend mehrschichtig.
Ukraine-Krieg noch in Verantwortung von US-Präsident Joe Biden
Final zeigen sich jetzt aber schön langsam existentielle Gefährdungen und die dafür verantwortlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen haben primär einmal mit der EU zu tun. Als erster Punkt das friedenspolitische Versagen im Kontext mit dem Ukraine-Krieg. Dieser Krieg ist noch der US-Administration unter bzw. eigentlich direkt dem damaligen US-Präsidenten Joe Biden zu „verdanken“.
Hintergrund waren schon länger überlegte Pläne die Ukraine in die NATO (North Atlantic Treaty Organisation) aufzunehmen, im Wissen, dass Wladimir Putins Russland das strikt ablehnt. Enge Berater von Joe Biden hatten diesen mehrfach vor einer NATO-Aufnahme der Ukraine gewarnt und im Falle doch eine militärische Intervention von Putin bzw. Russland vorausgesagt.
EU verbietet vergleichsweise günstige wie rückblickend auch verlässliche Energielieferungen aus Russland
Zentrale Themen bei den US-Überlegungen waren aber auch wirtschaftliche bzw. energiepolitische Fragen. Mit den vorhandenen US-Fracking-Kapazitäten gäbe es ja bitte schön eine sichere Alternative zu Europas Abhängigkeit vom russischen Gas und das fördere dann doch wirklich auch Europas geopolitische Unabhängigkeit – weil die US-Administration ist zudem ja auch noch ein wirklich verlässlicher Partner mit Handschlagqualität.
Europa sanktioniert und verbietet also die vergleichsweise günstigen und verlässlichen russischen Energielieferungen als Reaktion auf den Ukraine-Angriff, schafft aber keinen adäquaten Ersatz dafür. Die daraus resultierende Kosten-Explosion bei Energie für Unternehmen wie Privathaushalte wird dann auch zum zentralen Faktor von mehrschichtigen Kostenerhöhungen und einer entsprechend steigenden Inflation, die Unternehmen wie Private noch zusätzlich neben den immer noch spürbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie belastet.
Europa finanziert den Ukraine-Krieg und die USA sichern sich die Bodenschätze
Auch Österreich „nascht“ an dieser Energie-Kostenexplosion als (Mit)Eigentümer von Energie-Konzernen oder über die Konsumsteuern gerne mit und refinanziert sich so zumindest teilweise die Ausgabenbelastungen durch die Corona-Pandemie. Unvergessen hier auch die Eigengenehmigung von einzelnen Bundesländern der einen oder anderen Sonderdividende über hunderte Millionen Euro während Bürger und Unternehmen nicht mehr wissen, wie sie ihre Energiekosten bezahlen sollen.
Seit Februar 2022, seit also nunmehr vier Jahren läuft der Ukraine-Krieg. In dieser gesamten Zeit gab es seitens der EU nicht einmal den ernsthaften Versuch einer Friedensbemühung mit Wladimir Putin. Anstatt wurde die Ukraine in einer Art US-Stellvertreter-Krieg bis dato mit fast 190 Milliarden Euro unterstützt. Davon betreffen neben Wirtschaftshilfen (rund 100) und Flüchtlingsunterstützung (17) rund 70 Milliarden Euro militärische Unterstützung und die wird primär von den USA eingekauft. Wirtschaftlich wichtige Bodenschätzte sichern sich aber die USA, die gleichzeitig ihre finanziellen und militärischen Ukraine-Hilfen massiv zurückfahren.
In Ukraine über 1.300 sogenannte „High-Level-Korruptionsverfahren“ anhängig
Jetzt folgen von der EU nochmal 90, neunzig Milliarden Euro. 90 Milliarden Euro in Zeiten, wo nahezu jeder europäische Staat budgetär und wirtschaftlich am sprichwörtlichen Boden liegt. Geht’s noch, werte EU?! GEHT‘S NOCH??!! Was mit diesen Geldern neben Waffen oder humanitärer Unterstützungen passiert oder was genau unter Wirtschaftshilfen zu verstehen ist, erfährt der vielseitig mitfinanzierende Steuerzahler nicht. Außer, wenn hie und da der nächste Korruptionsskandal in der Ukraine nach außen dringt. Korruptionsjäger wie SAPO, ANTAC oder NABU berichten dann von Fällen zwischen „ein paar Millionen“ und 100 Millionen Euro (Energoatom/“Mindichgate“).
In Summe sind in der Ukraine über 1.300 (!) sogenannte „High-Level-Korruptionsverfahren“ anhängig. Der letzte große Fall poppte direkt im Umfeld des Ukraine-Präsidenten auf, der zuvor die Korruptionsbehörden (und das Verfassungsgericht) einschränken wollte. In Umfragen von großen deutschen Medien wie etwa Der Spiegel oder Focus fordern mittlerweile fast siebzig Prozent (!) der Deutschen einen Stopp der EU-Hilfen oder strengere, unabhängige Kontrollen was mit den EU-Geldern passiert.
Ein gefährlicher und so vielseitig belastender US-Stellvertreter-Krieg
Ob die Lenker:innen der vielen seit Kriegsbeginn täglich durch die Wiener City fahrenden — neuen — Luxus-Autos mit Ukraine-Kennzeichen wie vorzugsweise Porsche Cayenne (Neupreis : 190.000 Euro), Mercedes AMG 63s (260.000), Bentley Bentayaga (330.000) oder der ebenso selbst gesehene Maybach Landaulet (750.000 Euro ) einen Teil der EU-Gelder bei uns anlegen oder einfach nur außer Landes in Sicherheit bringen, muss eine Mutmaßung bleiben.
Ich wollte und will diesen gefährlichen und so vielseitig belastenden US-Stellvertreter-Krieg nicht ! Aus meiner Sicht hatte die EU auch nie die Legitimation diesen Krieg zu führen oder zu unterstützen. „Die EU zieht Europa ohne Zustimmung in den Krieg“, meinte kürzlich auch der Slowakische Premierminister Robert Fico, ein Sozialdemokrat übrigens. Fico weiter : „In der EU darf man keine andere Meinung haben, wenn man sagt kein Geld für Waffen, dann wird man sofort als schlecht abgestempelt“.
„Die gesamte Handhabung des Ukraine-Krieges hat nichts mehr mit Demokratie zu tun“
Der Sozialdemokrat Fico stellte auch das EU-Verbot für russische Gas-Importe in Frage und kritisierte offen die Doppelmoral der EU-Politik in Sachen Energie : „Die Slowakei darf kein russisches Gas kaufen, während Russland weiterhin einer der größten Gas-Lieferanten für Länder wie Frankreich ist“. Sein finales Urteil : „Die gesamte Handhabung des Ukraine-Krieges hat nichts mehr mit Demokratie zu tun, abweichende Meinungen werden unterdrückt und alternative Ansichten als Verrat behandelt.“ Das politische System der EU sei „zutiefst dysfunktional“.
Dieses friedenspolitische und teilweise auch demokratiepolitische Versagen beeinflusst über die Themen Energie und Stimmung bzw. Unsicherheit in Unternehmen und Bevölkerung dann direkt die wirtschaftliche Entwicklung von EU und Österreich. Die massive Verteuerung von Energie mit den damit verbundenen Kostenbelastungen der Unternehmen löst quer durch alle Branchen teilweise massive Preiserhöhungen aus und treibt entsprechend auch die Inflation. Und das treibt wiederum die Lohnerhöhungen und verbundene Steuern als weitere betriebliche Kostenbelastung – und mündet dann spiraldynamisch in weitere Preis- und Inflationserhöhungen.
Europaweite Zunahme der Unternehmens-Insolvenzen in Verbindung mit Energiekosten
Die hier in den Jahren 2023 und 2024 beim Thema Lohnerhöhungen von den Gewerkschaften argumentierte Förderung von Kaufkraft und Inlandskonsum ist übrigens nicht eingetreten. Der Ukraine-Krieg drückt auf die Stimmung der Österreicher:innen und diese benötigen die Lohnerhöhungen selbst für die hohen Kosten insbesondere von Energie und Lebensmittel oder sie sparen das Geld lieber. Siehe dazu aktuelle Erhebungen etwa von der Österreichischen Nationalbank (economy berichtete).
Weiters sind die Energiekosten auch ein wirtschaftspolitischer Faktor für die hohe Steigerung der Unternehmens-Insolvenzen und damit zumindest teilweise verbunden auch für die Steigerung der Arbeitslosenzahlen. Aktuelle Studien belegen, dass 40 Prozent der österreichischen Betriebe die Energiekosten als existenzielle Bedrohung sehen. Auch in Deutschland, Frankreich, Griechenland, Holland oder Irland gibt es historische Rekordwerte bei den Unternehmens-Insolvenzen und auch hier spielen die Energiekosten eine dominante Rolle.
Wo sind vergleichbare Milliarden-Beträge für europäische Wirtschaftsprogramme ?!
Warum es vor diesem Hintergrund keine vergleichbaren Milliarden-Beträge für Wirtschaftsprogramme europäischer Unternehmen oder zum Aufbau einer eigenen Energie-Infrastruktur gibt und dafür dutzende Euro-Milliarden weiter in die Ukraine fließen ist mit Ausnahme von Unterstützungen für die direkt im Kriegsgebiet befindliche Ukrainische Bevölkerung völlig unverständlich und inakzeptabel. An die Österreichische Bundesregierung mit der Bitte um Weiterleitung : Ich will das nicht mehr !
Nächster Punkt in der eingangs angeführten Versagens-Liste der EU im wirtschaftspolitischen Bereich ist die technologische Abhängigkeit von einer Handvoll US-Konzernen. Wie hier vor ein paar Tagen im Text „Europa hängt an der US-Nadel“ umfassend erläutert, gibt es ein US-Monopol auf nahezu die komplette technische Infrastruktur und Kommunikation von Unternehmen sowie parallel das gleiche US-Monopol auf die private technische Infrastruktur und Kommunikation sämtlicher EU-Bürger und damit auch der Österreicher.
Die enorme US-Abhängigkeit bei technologischen Produkten
Als ob das nicht schon allein besorgniserregend genug ist, kann die US-Administration über bereits seit 2018 bestehende gesetzliche Regularien (US-Cloud-Act) über diese IT-Dienste und sämtliche damit verbundenen Daten bestimmen – und sie etwa auch einfach einsehen oder ganz abdrehen wie im Fall des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag/NL/Europa. Beim Thema KI droht nun die nächste europäische Abhängigkeit von den USA. Hier will, will die EU nun mehrere europäische KI-Factories schaffen. Aktuell können sich europäische Staaten mit Standorten dafür bewerben.
Lächerlich, weil bis der Zuschlag erfolgt und so eine Factory dann steht und voll in Funktion ist, vergehen von jetzt weg mindestens vier bis fünf Jahre. Und dann sind die US-KI-Companies schon wieder uneinholbar weit vorne. Auch dieses Beispiel zeigt, dass seitens der EU immer nur reagiert und nie proaktiv agiert wird. Gegen die technologische Abhängigkeit bei den betrieblichen IT-Diensten und Kommunikation gäbe es genug europäische Alternativen, die EU könnte leicht einen länderübergreifenden Schulterschluss unterstützen. Das Beispiel Airbus zeigt, das so etwas erfolgreich sein kann.
Die monopolartige Dominanz einer Handvoll US-Companies
Die Abhängigkeit bei den technologischen Produkten und Diensten hat mittlerweile aber auch enorme gesellschafts- und vor allem demokratiepolitische Auswirkungen. Die monopolartige Dominanz von US-Companies wie Google oder Meta (Facebook und Instagram) bzw. Apple und wieder Google bei den App-Stores hatte und hat eine massive Veränderung bei den werblichen Auftritten von Unternehmen sowie Institutionen und Behörden zur Folge.
Über die gesamte EU verteilt gehen von den Werbebudgets mittlerweile zwei Drittel in Digital-Werbeformate von US-Konzenen – und nur mehr ein Drittel in die klassische Werbung nationaler Medien. In Deutschland sollen es aktuell bereits 50 Prozent sein, die an Google, Meta & Co. gehen. Im Bereich der mobilen App-Werbung sind es aktuell fast 90 Prozent (!). Zusammen machen allein die digitalen US-Imperialisten Google und Meta rd. 140 Milliarden Euro Umsatz in Europa, für ALLE europäischen Medienhäuser werden 123 Milliarden Euro ausgewiesen (2024).
Telematische Maschinerien als Störelement gegen eigenständiges Denken und Lernen
Das bisherige Geschäftsmodell von klassischen Medien wie Zeitungen und Magazinen oder TV und Radio erodiert immer schneller. Diese klassischen Medien sind aber gemeinsam mit Büchern eine tragende Säule einer Demokratie. Unabhängige Information, Diskurs, Kontrolle und Bildung sind ihre zentralen Funktionen bzw. Aufgaben. Das adressiert Menschen jeden Alters und insbesondere die Jugend. Hier gibt es dann auch einen sozial- wie gesundheitspolitischen Aspekt. China-Apps wie TikTok haben hohes Suchtpotential und das könnte sogar beabsichtigt sein. Ebenso, dass es bei allen Social-Media Apps keine Einsicht in die zugrunde liegenden Algorithmen gibt.
Im Kontext mit dem Verbot von „Social Media“ in Australien für unter 16-jährige und dem „Smart-Phone-Verbot“ an Österreichs Schulen schreibt der renommierte Kulturwissenschafter Wolfgang Müller-Funk in einem klasse Kommentar im Standard : „Ganz offenkundig sind telematische Maschinerien auch ein Störelement, das eigenständiges Denken, Konzentration und Lernen behindert“. Und : „Es macht einen Unterschied, ob ich Passagen aus digitalen Apps kopiere oder ob ich imstande bin, durch intensive Lektüre Verständnis und Sprache für jene Welt zu entwickeln, in der ich lebe“. Vollinhaltliche Zustimmung auch als Vater zweier schulpflichtiger Teenis.
Final geht es um die Demokratie und die Bildung der nächsten Generationen
Final geht es also um die Demokratie und um die Bildung insbesondere der nächsten Generationen werte EU. So nebenbei geht es auch um rund acht Millionen Arbeitsplätze in der europäischen Medien- und Kreativwirtschaft, davon rund 900.000 Journalist:innen (rund 6.000 in Österreich). Die ersten Internet-Medien in Europa starteten 1995, etwa der von mir damals mitgegründete und kommerziell verantwortete derStandard.at. Google gibt es in Europa seit 2001, Facebook seit 2008.
Spätestens ab 2008 beginnen dann umfangreiche Umverteilungen (Rubrikgeschäft, Kleinanzeigen) in Richtung der US-Digitalmedien. Der Ordnung halber sei erwähnt, dass viele europäische und österreichische Medienhäuser nicht nur „geschlafen“ haben, sondern den US-Digitalisten bereitwillig eine Plattform in den eigenen Medien boten. Eine Ausnahme war und ist hier der Deutsche Axel Springer Verlag mit seinem Boss Matthias Döpfner, der früh und nachhaltig erfolgreich neue Internet-Geschäftsmodelle erschloss.
Keine unternehmerische Antwort und keine wirtschaftspolitische Antwort
Seit bald 20 Jahren also „schießen“ die digitalen US-Imperialisten Europas Medien sturmreif, um im aktuellen Kriegs-Jargon zu bleiben. Es gab und gibt aus Europa keine unternehmerische Antwort in Richtung einer adäquaten Suchmaschine oder einer adäquaten Social Media Plattform. Es gibt auch seitens der EU keine Initiative in diese Richtung, obwohl es schon seit Jahren dringenden wirtschafts- und gesellschafts- und demokratiepolitischen Handlungsbedarf gibt.
Was es gibt, sind gesetzliche Regularien Europas wie DSGVO oder Digital Service Act — und laufende Verstöße dagegen seitens der Amerikaner. Damit sind wir beim letzten Fehlverhalten der EU — und gemeinsam mit den weiteren 90 Milliarden an EU-Unterstützung für die Ukraine beim finalen Auslöser für diesen Kommentar : Rechtsstaatliches Versagen und die Causa Armin Wolf. Armin Wolf ist zwar ein bekannter Journalist und Anchor der Nachrichtensendung ZIB2 beim ORF, in diesem Fall aber Privatperson, ein normaler Bürger des Staates und EU-Mitgliedslandes Österreich.
Ein Bürger und eine rechtsstattliche Institution laufen gegen die Wand
Ein auf der Plattform X (ehem. Twitter) anonym auftretender Nutzer (Pseudonym Edwin Raithoffer) veröffentlichte mehrere Jahre (!) lang persönlich beleidigende, verleumderische und rufschädigende Beiträge gegen Armin Wolf. Wolf meldete diese Beiträge mehrmals an X, wo die Postings aber trotz wiederholter Beschwerden nicht gelöscht werden.
Auch die Identität des anonymen Nutzers wird nicht herausgegeben, um rechtliche Schritte gegen diesen einzuleiten. Das ändert sich auch nicht nach entsprechenden Anträgen des Straflandesgerichts Wien. Die mit der Europaniederlassung in Irland ansässige Plattform X verweist lediglich darauf, dass innerhalb der EU keine Nutzerdaten gespeichert werden — und auf bereits gescheiterte Rechtshilfeverfahren in Irland wie in den USA.
Strafrechtlich relevante Behinderung eines Straftäters und die geballte Macht der US-Konzerne
Da die Verfolgung des anonymen Trolls somit nicht möglich war, hat Armin Wolf nun mit seiner kundigen Anwältin Maria Windhager die Plattform X bei der Staatsanwaltschaft Wien wegen Verdacht auf „Begünstigung“ angezeigt. Der strafrechtliche Vorwurf (§ 299 StGB) ist, dass X durch sein Verhalten (Nicht-Löschung und ‑Datenherausgabe) die Strafverfolgung eines möglichen Straftäters behindert – und ihn damit indirekt schützt.
Im EU-Land Irland hat nicht nur X seinen Europasitz, sondern auch so gut wie alle anderen großen US-Digital- und IT-Konzerne : von Airbnb, Amazon/Amazon Web Services, Apple, Cisco und ebay über Google, IBM, LinkedIn, Meta, Microsoft und Netflix bis hin zu Oracle, PayPal, Salesforce und Zoom. Eine derartige Marktmacht bringt sicher gewisse Vorteile, etwa bei günstigeren Steuern (aktuell offiziell 12,5 Prozent Körperschaftssteuer, nach jahrelangen Vorwürfen von noch günstigeren Steuerdeals) – und allem Anschein nach auch Vorteile bei Rechtssachen.
Diese EU hat absolut dringenden Handlungsbedarf
Laut EU-Ombudsstelle hat Irland hat über seine Datenschutzbehörde DPC eine „special role“ bei grenzüberschreitenden DGSVO-Verfahren. Als praktische Folge laufen viele der großen DSGVO-Verfahren gegen US-Plattformen prozessual über Irlands DPC — mit Abstimmung im EU-Kreis der Behörden und ggf. Streitbeilegung auf Ebene des EDPB (European Data Protection Board). Final bleibt über, dass ein Bürger und eine rechtsstaatliche Institution eines EU-Mitgliedslandes gesetzlich verbrieftes nationales wie EU-Recht nicht durchsetzen kann – oder besser vielleicht, darf.
Von hinten nach vorne nun : Rechtsstaatliches Versagen, demokratiepolitisches Versagen, wirtschaftspolitisches Versagen – und als Spange insbesondere das friedenspolitische Versagen. Diese EU hat dringenden Handlungsbedarf und damit haben auch ihre Mitgliedsstaaten dringenden Handlungsbedarf. Und abschließend auch nochmal : das ist keine „rechte“, „linke“, parteipolitische oder sonstige ideologische Sichtweise, sondern die eines existenziell verantwortlichen Familienvaters und Kleinunternehmers im EU-Land Österreich. (Christian Czaak)
„Die Neutralität zählt dann nicht mehr“

Eine Intensivierung der Kriegsberichterstattung, eine fehlende Friedensdiplomatie der EU, eine tendenziöse Meinungsmache für eine neue Wehrpflicht unserer Kinder und eine irritierende Werbeoffensive des Bundesheeres an Österreichs Schulen. Eine Widerrede von Gernot Benesch.
In Deutschland wurde soeben ein neues Wehrdienstgesetz beschlossen. Das Gesetz tritt mit 1. Jänner 2026 in Kraft, Zielsetzung ist, die Personalstärke der Deutschen Bundeswehr deutlich zu erhöhen. Es gibt keine automatische Einberufung, der Dienst an der Waffe bleibt freiwillig, kann aber im Verteidigungsfall sofort aktiviert werden. Dann wären wieder alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren betroffen. Junge Menschen demonstrieren deutschlandweit gegen das Gesetz.
Massive Zunahme der medialen Kriegsberichterstattung
Österreich hat sich schon öfter ein Beispiel an Deutschland genommen und, Zufall oder nicht, auch bei uns prüft eine sogenannte Wehrdienstkommission eine Reform der österreichischen Wehrpflicht. Bedingt durch den Ukraine-Krieg hat die mediale (Kriegs)Berichterstattung massiv zugenommen und damit rückt auch das Thema Verteidigungsfähigkeit wieder ins Zentrum.
Während man früher noch über die komplette Abschaffung des Wehrdienstes sprach und ein Berufsheer überlegte, wird nun über die Verlängerung von den derzeit sechs auf acht Monate und eine Ausweitung auf Frauen (in Form eines sog. Bürgerdienstes) diskutiert. Aktuelle Umfragen vom November zeigen angeblich, dass die Zustimmung zur Wehrpflicht gestiegen ist.
Kampfszenen als Inhalt einer Werbeoffensive und ein in Frage stellen der Neutralität
Die reichweitenstarke Kronen Zeitung etwa verlautbart hierzu eine Studie, die, richtig, das Bundesheer in Auftrag gegeben hat, unterlegt mit einem schnittigen Video von Soldaten in Kampfmontur mit dem Sturmgewehr im Anschlag, von Soldaten am Maschinengewehr und mit fahrenden Panzerverbünden, die von unserer medienaffinen Frau Heeresministerin beaufsichtigt werden. Kämpfen ist spannend, so die Botschaft. Sterben aber nicht.
Generell zeigt sich in den Medien im heurigen Jahr eine starke Zunahme der Berichterstattung zum Thema Wehrpflicht und ein in Frage stellen der Neutralität. Das inkludiert dann auch tendenziöse Meinungsmache, etwa, wenn in einer Landeszeitung unter einem Pro & Kontra“ Bericht nur Pro-Stimmen vorkommen, mit Argumenten wie „notwendige Investition in die Sicherheit“ und „das bringt mehr Qualität im Heer“.
Ohnehin verunsicherte Jugendliche werden irritiert und verängstigt
Eigentlicher Anlassfall für diesen Kommentar ist aber die neue Präsenz des österreichischen Bundesheeres an den Schulen, eine anmaßende und irritierende Präsenz. Ohnehin verunsicherten Jugendlichen wird im Rahmen von (uniformierten) Bundesheer-Präsentationen vermittelt, dass sich – Zitat : „der Ukraine-Krieg ausweiten und dann auch Österreich betroffen sein könnte“.
Dann „müssen natürlich alle Männer zwischen 18 und 60 einrücken“ und „das inkludiere auch die Zivildiener“. Auf Einwände von Schülern, dass Österreich ja doch neutral sei, kommt die Antwort : „Die Neutralität zählt dann nicht mehr“. Mehrere Schüler waren danach sehr irritiert und verängstigt, kamen nach Hause und sprachen ernsthaft vom Auswandern.
Nicht eine ernsthafte diplomatische Friedensmission seitens der EU
Die Ursache für Kriege sind in Wahrheit immer nur geopolitische Machtinteressen(ten), die dann über eine unfähige oder fehlgeleitete Politik Menschenopfer einfordern. Aktuell spitzt sich die Lage insoweit zu, da in vielen europäischen Ländern gerade untaugliche Regierungen an den Hebeln der Macht sitzen. Untauglich etwa in dem Kontext, als dass es im Ukraine-Russland-Konflikt seitens der EU nicht eine, eine ernsthafte diplomatische Friedensmission gegeben hat.
Europa ist hier aber nicht die EU ! Und aus diesem Kontext heraus müssen wir Menschen Lösungen finden. Mein Kriegswiderstand beginnt bereits beim Keilen der Bundesheeroffiziellen an den Schulen, die diese auch noch willfährig gedulden lassen müssen. Die Schulen verletzen damit aber ihre Fürsorgepflicht, weil es in Wahrheit um die Stärkung des Wehrdienstes auf Grunde des Ukrainekrieges geht.
EU-NATO Konglomerat und unsere Kinder als Kanonenfutter
Zuerst bildet man die Kinder aus, dass diese in diesem Gesellschaftssystem nach den Regeln der Herrschenden funktionieren — um ihnen dann die entsprechenden Frontbefehle geben zu können. Ein mieses Spiel, aber durchsichtig, wenn man es erkennen will. Abgesehen davon ist unser Heer gar nicht nicht in der Lage einen möglichen potentiellen Konfliktpartner aus dem Osten irgendwie anzuhalten.
Für mich scheint daher eindeutig eine Eingliederung in die NATO geplant, was in letzter Konsequenz dann Kanonenfutter für beliebige Kampflinien bedeuten kann. Wir müssen diese Signale hören und uns entschieden wehren gegen die Zuführung unserer Kinder in diese Vernichtungsdynamik. Wir können und müssen die Zeichen richtig deuten und sehen, was die Ambitionen des EU-NATO-Konglomerates für uns alle bedeuten.
Korrupte politische EU-Élite und Meinungsdiktatur
Ich sehe aktuell nicht nur eine korrupte politische EU-Élite, sondern auch die politische Machtausübung einer EU-Meinungsdiktatur, die sich gegen die Grundrechte der Menschen wendet – final eine inszenierte Illusion einer Demokratie. Eine EU, welche künstlich Krisen erzeugt oder am Leben erhält, um dann undemokratische Lösungen anzuwenden.
Eine EU, die einen starken europäischen Wirtschaftsraum inklusive einer Partnerschaft von Europa und Russland verhindert, massiv beeinflusst noch von amerikanischen (Energie)Interessen, die sich aber mittlerweile längst geändert haben. Meine Söhne und Kinder gebe ich dafür sicher nicht her !
(Gernot Bensch, 57, ist Unternehmer in Niederösterreich. Der gegenständliche Kommentar spiegelt primär die persönliche Sichtweise und Meinung als Vater von zwei Söhnen, die dann ihren Wehrdienst möglicherweise in einem EU-NATO-Konglomerat verrichten müssen).
Gekommen, um zu bleiben

Die neuen Arbeitszeiten sind flexibel und individuell. Nur mehr 31 Prozent der Betriebe arbeiten ausschließlich in Vollzeit. Diese Entwicklung braucht entsprechende Arbeitsumgebungen wie technologische Infrastruktur.
Seit der Corona-Pandemie haben Unternehmen im Durchschnitt zehn Prozent der Büroarbeitsplätze eingespart und mehrheitlich neue, hybride Arbeitsmodelle geschaffen. Die neuen Arbeitsrealitäten sind aber neben hybrid auch fokussiert und branchenspezifisch sehr unterschiedlich. Zu all diesen Themen hat der Telekomprovider Magenta nun eine von marketmind erstellte Studie mit einem repräsentativen Querschnitt über ganz Österreich veröffentlicht.
Die nötigen Arbeitsumgebungen und Technologien
Ein zentrales Ergebnis ist, dass nur mehr 31 Prozent der Unternehmen ausschließlich in Vollzeit arbeiten. In weiteren 30 Prozent stellen Vollzeitkräfte immerhin die Mehrheit. „Teilzeitarbeit wird verstärkt in Anspruch genommen und vor allem von größeren Unternehmen ermöglicht. Statt starrer Arbeitsstrukturen gibt es Spielraum für zeitliche und örtliche Flexibilität“, sagt Werner Kraus, CCO Business von Magenta.
Weitere Ergebnisse der Magenta-Studie zeigen, dass in 14 Prozent der Unternehmen die komplette Belegschaft oder zumindest der Großteil sogar ausschließlich in Teilzeit arbeitet. Spätestens hier kommen dann die dafür nötigen Arbeitsumgebungen und Technologien ins Spiel. „Die technischen Möglichkeiten für mobiles Arbeiten sind ein wesentlicher Treiber und bilden die Basis für die gelebte Flexibilität“, bestätigt Kraus.
Flexible Arbeitszeiten unterscheiden sich je nach BrancheFür 60 Prozent der heimischen Betriebe gelten 20 Wochenstunden als Mindestmaß für eine Teilzeitstelle. Eine Ausnahme ist Oberösterreich : Hier geben verhältnismäßig viele Unternehmen (34 Prozent) den Wert von 15 Stunden als Mindestmaß an. Im Rahmen dessen besteht aber immerhin etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) auf eine Kernarbeitszeit.
An erster Stelle beim Thema Kernarbeitszeit steht die Bauwirtschaft, wo die Stunden bei drei Viertel der Unternehmen gleichmäßig über die Wochentage verteilt sind. Ein Gegenpol sind hier die vergleichsweise flexible Information und Kommunikationsbranche und der Dienstleistungsbereich. Gleichzeitig ist das Montag-bis-Freitag-Modell häufiger bei Großunternehmen zu finden als in kleinen Betrieben.
Anwesenheitspflichten und freie TageDie Anwesenheitspflicht ist von Montag bis Donnerstag am höchsten, freitags deutlich geringer und am Wochenende fast nicht gegeben. Ausnahme sind Beherbergung und Gastronomie. Eher locker mit der Anwesenheitspflicht an bestimmten Wochentagen nehmen es Kleinstunternehmen.
Im Schnitt ermöglichen 12 Prozent der Unternehmen ihrer Belegschaft montags freizunehmen, freitags steigt der Anteil auf 20 Prozent. Als Ausgleich für die Wochenend-Arbeit erhalten insbesondere Beschäftigte in der Beherbergung und Gastronomie einen freien Montag.
Arbeitsumgebungen und Ausstattung
Mehr als die Hälfte der heimischen Unternehmen, allen voran Großunternehmen, arbeitet in Einzel- oder Mehrpersonenbüros, nur 16 Prozent in Großraumbüros. Im Rahmen dessen sind sogenannte Shared-Desk-Konzepte vor allem im Dienstleistungssektor, in der Beherbergung und dem Gesundheitswesen verbreitet.Für 78 Prozent der Unternehmen hat sich das Verhältnis von Arbeitsplätzen zu Mitarbeitenden seit Corona nicht verändert, bei zehn Prozent ist die Zahl der Arbeitsplätze allerdings gesunken. Das betrifft insbesondere in der Kommunikationsbranche, wo die Hälfte der Unternehmen seit der Pandemie Arbeitsplätze eingespart hat. (red/cc)
Die Verteilung von 937 Milliarden Euro

Finanzielles Vermögen der Öster-Reicher auf neuem Rekordstand. Im Rahmen der Finanzzahlen für 2024 hat die Österreichische Nationalbank genaue Aufteilungen wie Besitzstände erhoben und auch das Thema Schulden analysiert.
Wie kürzlich berichtet, hat die Österreichische Nationalbank (OeNB) die aktuellen Finanzzahlen der österreichischen Haushalte für 2024 veröffentlicht und dabei auch einzelne Kennziffern und Entwicklungen herausgearbeitet. „Noch nie zuvor hatte der österreichische Haushaltssektor so viel Geld übrig, um es anzulegen“, lautete eine der zentralen Aussagen bei der OeNB-Pressekonferenz.
Investments in Finanzprodukte als weiterer Höchstwert
Wie schauen nun bei den Österreicher:innen die einzelnen Schwerpunkte beim Thema Geld und Vermögen aus ? Grundsätzlich ist 2024 einmal das nettoverfügbare Einkommen des österreichischen Haushaltssektors um fast acht Prozent auf rund 290 Milliarden Euro gestiegen, das Gesamtvermögen eben auf rund 937 Milliarden Euro. Den größten Anteil davon machen (Spar)Einlagen aus (36 Prozent), gefolgt von Beteiligungen an GmbHs, Privatstiftungen u.ä. (24) und Wertpapieren (21 Prozent).
Knapp 30 Milliarden Euro wurden 2024 in Finanzprodukte investiert – ebenso ein historischer Höchstwert. Auch im ersten Halbjahr 2025 beträgt die Geldvermögensbildung bereits 14 Mrd. EUR. Laut OeNB soll sich dieser Trend fortsetzen. Während im Jahr 2024 noch der Aufbau von Einlagen die Geldvermögensbildung dominierte, überwiegen im 1. Halbjahr 2025 die Nettozukäufe von Wertpapieren.
Veränderung beim Verhältnis zwischen täglich fälligen (Spar)Einlagen und gebundenen Einlagen
Vom gesamten Einlagenbestand (Anm. 334 Mrd. EUR) entfallen mit Juni 2025 der Wert von 63 Prozent oder 209 Mrd. EUR auf täglich fällige Einlagen und 37 Prozent oder 125 Mrd. EUR auf gebundene Einlagen. In den Jahren 2022 und 2023 reagierten die Haushalte auf das steigende Zinsniveau, indem sie gebundene Einlagen in erheblichem Ausmaß aufbauten und gleichzeitig täglich fällige Einlagen reduzierten.
Seit dem Rückgang des Zinsniveaus zeigt sich ein gegenläufiger Trend : Im ersten Halbjahr 2025 ist bereits ein Abbau von gebundenen Einlagen zu beobachten. Zum Ende der Nullzinsphase Mitte 2022 entfielen 30 Prozent oder rund 91 Mrd. EUR des Einlagenbestandes auf gebundene Einlagen. Bis Ende 2024 stieg dieser Anteil auf 39 Prozent oder 128 Mrd. EUR bevor er im Juni 2025 wieder leicht auf 37 Prozent oder 125 Mrd. EUR zurückging, so die Erhebungen der OeNB.
Gesonderte Betrachtung der Entwicklung seit der Corona-Pandemie
Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020 stiegen die Nettozukäufe von Wertpapieren deutlich, was zu einer strukturellen Veränderung des Investmentportfolios privater Investor:innen führte. Der Wertpapierbestand stieg seither um etwa 50 Prozent (!) und erreichte im Juni 2025 mit 197 Mrd. EUR einen neuen Höchststand. Investmentfonds machten im Juni 2025 mit 108 Mrd. EUR oder 55 Prozent den größten Anteil der Wertpapierbestände im Portefeuille der Haushalte aus. Es folgten börsennotierte Aktien in Höhe von exakt 50 Mrd. EUR (25 Prozent) und verzinsliche Wertpapiere mit 39 Mrd. EUR (20 Prozent).
Mit Beginn der Zinswende im Jahr 2022 setzte eine steigende Nachfrage privater Haushalte nach verzinslichen Wertpapieren ein. Auf Zukäufe in Höhe von 6,7 Mrd. EUR im Jahr 2023 folgte ein ähnlich starker Forderungsaufbau von 6,4 Mrd EUR im Jahr 2024. Zuvor waren Anleihen über nahezu ein Jahrzehnt hinweg per Saldo abgebaut worden. Im ersten Halbjahr 2025 dominierten wieder Investmentfondsanteile mit vier Mrd. EUR die Veranlagung privater Haushalte in Wertpapiere. Das Aktienvermögen der Haushalte wird überwiegend durch internationale Titel geprägt und machen 72 Prozent des Gesamtbestandes aus.
Die Besitzer der Vermögensstände
Ebenfalls genau erhoben von der OeNB wurde, wer nun Besitzer dieser Vermögen ist. Die Kernaussage hier : Ein großer Teil der Haushalte besitzt nur wenig, während das Vermögen im oberen Bereich der Verteilung konzentriert ist. Für rund ein Viertel der Haushalte liegt das Nettovermögen unter 20.000 Euro, für etwa 40 Prozent unter 50.000 Euro. Erst ab der Mitte steigen die Werte deutlich, und werden steiler. Der Median (Anm. die Mitte der Verteilung) liegt seit 2021 praktisch unverändert bei rund 125.000 Euro.
Der Durchschnitt liegt mit über 330.000 Euro allerdings viel höher, weil wenige Haushalte sehr große Vermögen besitzen. Absolut betrachtet blieb das Nettovermögen seit 2021 in der unteren Hälfte nahezu unverändert, während es im oberen Bereich deutlich stieg. „Die relative Ungleichheit bleibt dabei stabil, die absoluten Vermögensabstände wachsen weiter und das, da Vermögensgewinne im Wesentlichen bei Haushalten mit hohem Immobilien- oder Unternehmensvermögen ankommen“, so eine weitere Erkenntnis der Experten der Österreichischen Nationalbank (OeNB).
Analyse der Verschuldung von Österreichs Haushalten
Ebenfalls analysiert von der OeNB wurde das Thema Verschuldung. Von den Österreichischen Haushalten ist weniger als ein Drittel verschuldet. Die Hälfte davon entfallen auf unbesicherte Schulden (z.B. Konsumentenkredite), rund 40 Prozent auf besicherte Kredite (z.B. Hypothekarkredite im Kontext mit Wohn-Immobilien). Beide Kreditformen parallel nutzen nur wenige. Trotz der höheren Verbreitung unbesicherter Schulden entfällt der größte Teil des gesamten Schuldenvolumens (90 Prozent) auf besicherte Kredite, weil Immobilienfinanzierungen deutlich höhere Darlehensbeträge aufweisen.
Die besicherten Schulden liegen überwiegend bei einkommensstarken Haushalten : 2023 entfielen 45 Prozent der Hypothekarkreditnehmer auf die oberste Einkommensschicht. Diese Konzentration ist über die letzten zehn Jahre überaus stabil geblieben. In den einkommensärmeren Schichten ist (Teil-)Eigentum nahezu nicht vorhanden, hier überwiegt klar die Miete als Wohnform, während nur ein kleiner Teil der Haushalte unentgeltlich wohnt, etwa, wenn Haushalte in einer Wohnung von Angehörigen wohnen oder nach einer Schenkung weiterhin im eigenen Heim leben. Da das Hauptwohnsitz-Eigentum die wichtigste Vermögenskomponente österreichischer Haushalte darstellt, trägt dies zu Vermögensunterschieden bei.
Geringere Gesamtschulden als im Euro-Raum
Insgesamt sind die Finanzverpflichtungen der österreichischen Haushalte seit 2022 um zwei Prozent gesunken. Ausschlaggebend dafür waren ungünstigere Finanzierungsbedingungen wegen gestiegener Zinsen. Im Juni 2025 lag die Verschuldung bei 217 Mrd. EUR, ein geringer Wert im Vergleich zu anderen EU-Ländern. Sie beträgt in Österreich 23 Prozent des Finanzvermögens und im Euroraum 26 Prozent. Die Verschuldung des Haushaltssektors hängt auch von strukturellen Gegebenheiten eines Landes ab, etwa von der Ausprägung des Miet- oder Eigentumsmarktes bei Wohnimmobilien.
Nach geringerer Finanzierungsdynamik im Umfeld steigender Zinsen nahm nun aktuell die Kreditverschuldung erstmals seit Mitte des Jahres 2023 wieder zu und lag im 3. Quartal 2025 bei +0,5 Prozent. Während bis zum Jahr 2022 noch jährliche Wachstumsraten von bis zu sechs Prozent erzielt wurden, entwickelten sich insbesondere die volumenstarken Wohnbaukredite in den Jahren 2023 und 2024 rückläufig. „Bei Konsumkrediten hingegen ist seit Beginn des Jahres 2024 wieder ein leicht positives Wachstum zu beobachten“, so die diesbezügliche Analyse von den Experten der Österreichischen Nationalbank (OeNB). (red/czaak)
Österreicher vermögend wie nie zuvor

Nationalbank mit Finanzzahlen 2024. Nettoeinkommen auf 290 Mrd. und Gesamtvermögen auf 937 Mrd. Euro gestiegen. Starke Sparquote mit 30 Mrd. Euro als historischer Höchststand. Geringe Verschuldung der Haushalte und weniger Mittel für Investitionen.
Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat die aktuellen Finanzzahlen der österreichischen Haushalte für 2024 veröffentlicht und die einzelnen Parameter (wie gewohnt) detailliert und entsprechend interessant wie aussagekräftig herausgearbeitet. Vorweg zeigt sich nach Lesung der Ergebnisse der zusammenfassende Befund, dass die von den Gewerkschaften durchgedrückten Lohnerhöhungen der letzten Jahre auf Sparbüchern oder Wertpapierdepots der Österreicher:innen gelandet ist – und nicht in der mit den Lohnabschlusshöhen argumentierten Konsumförderung oder bei wirtschaftlichen Investitionen.
In Österreich 50 Prozent höhere Sparquote als Euroraum
Der Bericht der OeNB beginnt mit den wichtigsten Kennziffern und dazu gehört die Sparquote. Diese ist mit 12 (!) Prozent sogar stärker gestiegen als im Euroraum (8 Prozent). Nächster Punkt Konsumwachstum und das fiel den OeNB-Experten zufolge deutlich geringer aus als das Einkommenswachstum. Rund die Hälfte der österreichischen Haushalte lebt mittlerweile im Eigentum. Fast alle haben Sparbücher und Girokonto, immerhin 12 Prozent halten Fonds und 6 Prozent Aktien. Für die erstmals erhobenen Krypto-Werte werden 4 Prozent ausgewiesen.
Als stabil wird die Vermögensverteilung beschrieben. In der oberen Vermögenshälfte überwiegen Eigentümer:innen, in der unteren sind es die Mieter:innen. Frauen verfügen über weniger Vermögen als Männer. In Summe haben die Haushalte 2024 den Betrag von 29,5 Mrd. Euro veranlagt, nominell ein historischer Höchststand. Die größten Zuflüsse gab es bei gebundenen Einlagen und Wertpapieren. Insgesamt beläuft sich das Vermögen des österreichischen Haushaltssektors auf rund 937 Milliarden Euro. Bemerkenswert auch das Thema Verschuldung. Diese ist im Vergleich mit dem Euro-Raum gering, weniger als ein Drittel der Haushalte haben Schulden (15 Prozent besicherte und rund 18 Prozent unbesicherte Kredite).
„Noch nie zuvor hatten österreichische Haushalte so viel Geld übrig“
Beim nettoverfügbaren Einkommen des österreichischen Haushaltssektors ist im Jahr 2024 eine Steigerung um fast acht Prozent auf rund 290 Mrd EUR auszumachen. Davon wurden 88 Prozent für den Konsum aufgewandt und 12 Prozent gespart. Die verfügbaren Mittel, die aus gespartem Einkommen, erhaltenen Vermögenstransfers und der Kreditaufnahme entstehen, sind aufgrund der hohen Sparquote im Jahr 2024 deutlich gestiegen. Anders als im Jahr 2023 mit 50 Prozent wurde 2024 mit 21 Prozent weniger als Hälfte (!) der verfügbaren Mittel für realwirtschaftliche Investitionen ausgegeben.
Mit 79 Prozent der verfügbaren Mittel hat der österreichische Haushaltssektor Finanzinvestitionen getätigt. Das ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren ein besonders hoher Anteil der Mittelverwendung für diesen Zweck. „Noch nie zuvor hatte der österreichische Haushaltssektor so viel Geld übrig, um es auf dem Finanzmarkt anzulegen“, unterstrich auch Martin Kocher, seit September neuer Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, bei der Verlautbarung der aktuellen Finanzzahlen für 2024.
Einkommenswachstum doppelt so hoch wie Konsumwachstum
Die hohe Sparquote resultiert daraus, dass das nominelle Einkommenswachstum von rund acht Prozent im Jahr 2024 das nominelle Konsumwachstum von knapp über vier Prozent deutlich übersteigt. Gründe für das vorsichtige Agieren der privaten Haushalte und ihre verstärkte Sparneigung sind unter anderem die geopolitische Lage und die schwache Konjunktur.
Der Durchschnitt (Anm. Median) der Haushalte in Österreich spart rund 300 Euro pro Monat. Dieser Durchschnitt liegt aber deutlich höher (rund 490 Euro), weil wohlhabendere Haushalte größere Beträge zurücklegen. Ein kleinerer Teil der Haushalte trägt also einen größeren Teil der gesamten Ersparnisse. Für die makroökonomische Sparquote hat das eine Konsequenz : Die gesamtwirtschaftliche Sparquote kann steigen, obwohl manche Haushalte weniger oder gar nicht sparen.
Schulden und Kredite
Beim Bereich Vermögen zeigt sich in Österreich, dass die meisten Haushalte Sachvermögen besitzen, vor allem Autos und – rund die Hälfte – den eigenen Hauptwohnsitz. Finanzvermögen ist nahezu bei allen Menschen vorhanden, meist in Form von Giro- und Sparkonten sowie Bausparverträgen. Wertpapiere spielen vergleichsweise nur für eine Minderheit eine Rolle.
Schulden haben weniger als ein Drittel der Haushalte – diese bestehen aus Hypothekarkrediten, die fast immer durch den Hauptwohnsitz besichert sind ; unbesicherte Kredite sind vom Volumen her deutlich geringer. Die Kernaussage lautet daher, das Nettovermögen ergibt sich aus der Summe aus Sach- und Finanzvermögen abzüglich der Schulden, und unterscheidet sich stark je nach Immobilieneigentum und Unternehmenseigentum.
Die Verteilung von Sachvermögen in den einzelnen Bevölkerungsschichten
Runtergebrochen auf die einzelnen Bevölkerungsschichten zeigt sich in der Frage der Vermögen, dass dieses in der unteren Hälfte (bis etwa Median) fast ausschließlich aus liquiden Finanzmitteln besteht. Das inkludiert Girokonten, Sparbücher und Bausparverträge. Sachvermögen spielt – bis auf das Auto – praktisch keine Rolle. Viele Haushalte haben kein nennenswertes Vermögen, weil weder Immobilien noch wertvolle Finanzanlagen vorhanden sind.
Im Segment der oberen Mitte dominiert klar das selbst genutzte Wohneigentum. Der Hauptwohnsitz ist die mit Abstand wichtigste Vermögensposition und bestimmt den Großteil des Nettovermögens. Weitere Immobilien oder riskantere Finanzanlagen sind in dieser Gruppe kaum vertreten. In der sogenannten Oberschicht (Anm. die oberen zehn Prozent oder das oberste Dezil) kommen stark konzentrierte Vermögensarten hinzu und das sind Immobilien, Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe und teilweise umfangreichere Wertpapierbestände.
Die Geschlechterrollen
Ergänzend haben sich die Experten der Österreichischen Nationalbank (OeNB) auch die Aufteilung nach Geschlechtern angeschaut. Frauen besitzen in Paarhaushalten (mit und ohne Kinder) entlang der gesamten Verteilung weniger Vermögen als Männer. Im Durchschnitt sind das rund 21 Prozent weniger. In der Mitte der Verteilung liegt das Nettovermögen von Frauen bei 107 Tsd. EUR, jenes von Männern bei 126 Tsd. EUR.
Am oberen Ende der Verteilung steigen die absoluten Unterschiede stark an, obwohl die prozentuale Lücke über die Verteilung hinweg relativ stabil bleibt. Betrachtet man das Nettovermögen von weiblichen und männlichen Single-Haushalten (mit und ohne Kinder), zeigt sich ebenfalls ein Unterschied : Frauen verfügen im Durchschnitt über neun Prozent weniger Vermögen als Männer. (red/czaak)
(Anm. der Redaktion : in einem folgenden Text behandelt economy die von der OeNB ebenso erhobenen Daten, wie die Vermögensbildung erfolgt und verteilt ist, und welche Einflussfaktoren hier relevant sind)
Deutsche wollen Veränderungen beim Bürgergeld

Zustimmung in der deutschen Bevölkerung für hohe Leistungskürzungen bei Pflichtverletzung. Gleichzeitig Wunsch für mehr Möglichkeiten bei Zuverdienst, wenn Bedürftige Arbeit beginnen, so neue Studie von ifo-Institut.
Die Bevölkerung in Deutschland befürwortet eine Reform beim Bürgergeld mit höheren Leistungskürzungen, so Bezieher ihre Pflichten verletzen sollten. Parallel befürworten die deutschen Bürger:innen eine Verbesserung bei den Zuverdienstmöglichkeiten, wenn Bedürftige oder arbeitslose Menschen eine Arbeit aufnehmen. Diese Ergebnisse zeigen eine neue repräsentative Studie des Münchner ifo Instituts.
„Die Befragten halten Leistungskürzungen in Höhe von durchschnittlich 30 Prozent für sinnvoll. Das entspricht in etwa dem, was die Bundesregierung an Verschärfungen plant“, sagt Sarah Necker, Leiterin des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft in Fürth (D). „Gleichzeitig wünschen sich viele bessere Hinzuverdienstmöglichkeiten, wenn Bedürftige eine Arbeit aufnehmen“, so Necker.
Das Prinzip von Fordern und Fördern
Im Kontext mit Zahlen soll zusätzlich verdientes Einkommen nur zu 60 Prozent vom Bürgergeld abgezogen werden, so die Wünsche der befragten Deutschen. Das würde bedeuten, dass von jedem zusätzlich verdienten Euro oberhalb der Freibetragsgrenze den Arbeitnehmern 40 Cent netto verbleiben. Bisher können bis zu 100 Prozent angerechnet werden. Haushalten mit Kindern sind bessere Hinzuverdienstregelungen besonders wichtig. Große Zustimmung erntet auch der Vorschlag, das Bürgergeld mit anderen Sozialleistungen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag zusammenzulegen.
„Wir sehen, dass die Bevölkerung in Deutschland das Prinzip von Fordern und Fördern verinnerlicht hat“, sagt Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen. „Mit den geplanten Verschärfungen geht die Bundesregierung bereits in Richtung Fordern. Nun müsste sie noch beim Fördern nachlegen, indem eigene Arbeit über bessere Hinzuverdienstregeln attraktiver gemacht wird“, unterstreicht ifo-Experte Peichl.Verschiedene Reformoptionen beim Bürgergeld
Die Studie untersuchte, wie die Bevölkerung zu verschiedenen Reformoptionen des Bürgergeldes steht. Dazu gehören Themen wie der verbleibende Zuverdienst bei Arbeitsaufnahme, die Berücksichtigung von Kindern, differenzierte Betrachtungen beim sogenannten Schonvermögen oder das Ausmaß von Leistungskürzungen bei Pflichtverletzungen.Ebenso in der Betrachtung ist eine mögliche Zusammenlegung mit anderen Sozialleistungen. Die repräsentative ifo-Erhebung wurde abgeschlossen, bevor die neue schwarz-rote Bundesregierung ihr Reformvorhaben zum Bürgergeld angekündigt hat. Laut Angaben des ifo-Instituts haben 5.500 Personen teilgenommen, die repräsentativ für die deutsche Bevölkerung sind. (red/cc)
Das beste Mobilfunknetz Österreichs

Magenta Telekom neuerlich Sieger bei renommiertem Netztest von connect. Der Telekomdienstleister gewinnt mit Daten, Sprache und Nutzererfahrung alle Disziplinen und erhält Bestnote „Überragend“.
Wer als Unternehmer oder familiär Pflegeverantwortlicher etwa im niederösterreichischen Weinviertel auf ein funktionierendes Mobilfunknetz angewiesen ist und dann als (Noch)Kunde eines ehemals staatlich-österreichischen Telkobetreibers schnell aus dem Haus und mit dem Auto zur Netzfindung herumfahren muss, der schätzt eine gute Mobilfunknetz-Abdeckung dann zusätzlich.
976 von 1.000 Punkten
Ob Magenta hier lokal Abhilfe schaffen könnte, muss aktuell eine Mutmaßung bleiben, über ganz Österreich ist dies aber der Fall. Der aktuelle Mobilfunknetztest von connect bestätigt erneut : Magenta Telekom führt das Ranking in Österreich souverän an und erhält die Bestnote „überragend“. Mit einem Gesamtergebnis von 976 von 1.000 Punkten verbessert sich Magenta zudem gegenüber dem Vorjahr.
Die Konkurrenz folgt mit Abstand, insbesondere in der Daten-Disziplin, wo Magenta in allen Szenarien vorne liegt : von Großstädten über Kleinstädte bis hin zu Straßen- und Bahnverbindungen. Auch bei der Sprachqualität und in der Zuverlässigkeitswertung bleibt Magenta unangefochten an der Spitze und bietet damit in Österreich die beste Kombination aus Geschwindigkeit, Stabilität und Abdeckung.
Investitionen von Magenta zahlen sich aus
„Magenta steht für Qualität. Erst im September haben wir den connect Test für das beste Festnetz-Internet gewonnen, jetzt folgt der Testsieg im Mobilfunk. Unser Anspruch ist klar : Wir sind der Nummer Eins Universalanbieter in Österreich und bieten die beste digitale Infrastruktur des Landes“, unterstreicht Thomas Kicker, CEO von Magenta.„Dass wir zum achten Mal in Folge den connect Netztest gewinnen, ist kein Zufall. Wir investieren kontinuierlich in neueste Technologien, inklusive der Aktivierung zusätzlicher Spektrum-Frequenzen, um die Kapazität im Magenta Netz zu erhöhen“, erklärt Volker Libovsky, CTIO von Magenta Telekom. „Auch in weniger besiedelten Gebieten erhöhen wir unsere Verfügbarkeiten, bei Events unterstützen wir zusätzlich mit mobilen Sende-Stationen. Unsere Kundinnen und Kunden profitieren von einem Netz, das in allen Kategorien Spitzenwerte erreicht und damit Maßstäbe für die gesamte Branche setzt“, betont Libovsky von Magenta.
Der umfassende connect TestDie Ergebnisse des connect Netztests basieren auf einer Kombination aus Drive- und Walktests sowie Crowdsourcing-Daten. Dabei werden reale Nutzungsszenarien wie Datei-Downloads, Video-Streaming, Sprachverbindungen und Gaming simuliert. Zusätzlich fließen Millionen anonym erhobener Messwerte aus der täglichen Smartphone-Nutzung ein. Diese Methodik garantiert eine objektive Bewertung der Netzqualität, und das sowohl unter Laborbedingungen als auch im Alltag der Kundinnen und Kunden. (red/czaak)
Bestätigung für verträglichere Krebsbehandlung

Behandlung von Prostatakrebs mit fokussiertem Ultraschall beeinträchtigt Lebensqualität der Patienten nicht so wie andere Methoden. Neue Studie von Karl Landsteiner Privatuni Krems und niederösterreichischem Uniklinikum St. Pölten bestätigt das nun.
Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. Standardtherapien wie etwa operative Entfernungen oder Radiotherapeutische Bestrahlung können den Tumor zwar beseitigen, führen aber nicht selten zu belastenden Begleiterscheinungen wie Miktionsbeschwerden oder Erektionsstörungen.
Sogenannte Fokale Therapie mit exaktem Fokus nur auf erkrankten Bereich
Die sogenannte „Fokale Therapie“ verfolgt einen anderen Ansatz. Hier wird nur der erkrankte Bereich zerstört und der Rest der Prostata bleibt unversehrt. Bei dieser Hochintensitäts-Fokussierten Ultraschalltherapie (HIFU) wird der Tumor mithilfe von Magnetresonanztomografie und Echtzeit-Ultraschall millimetergenau erhitzt und zerstört. Bislang gilt diese Methode laut den Leitlinien der European Association of Urology als experimentell, auch weil aussagekräftige Daten fehlten.
Nun liefert eine neue Studie von KL Krems und Unikliniken in St. Pölten, Baden und Korneuburg die notwendige Evidenz zu diesen Themen. Die multizentrische klinische Studie unter Koordination der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL Krems) soll zeigen, dass eine neue, hochpräzise Ultraschallmethode frühe Formen von Prostatakrebs erfolgreich behandeln kann – und das, ohne die Lebensqualität der Patienten zu beeinträchtigen.
Wirksame Tumorkontrolle mit Erhaltung von Miktionsfähigkeit und Sexualfunktion
Bei den meisten Studienteilnehmern konnte eine wirksame Tumorkontrolle gezeigt werden, während Miktionsfähigkeit (Wasserlassen) und Sexualfunktion weitgehend erhalten blieben. Diese prospektive, multizentrische Wirksamkeitsstudie zu dieser organerhaltenden Behandlung wurde erstmals in Österreich durchgeführt. „Die Ergebnisse eröffnen für ausgewählte Patientengruppen eine vielversprechende Alternative zu operativer Entfernung der gesamten Prostata oder Bestrahlung“, so die KL Krems in einer begleitenden Aussendung.
„Anstatt die gesamte Drüse zu entfernen oder zu bestrahlen, behandeln wir nur den erkrankten Teil – gesteuert durch MRT und Echtzeit-Ultraschall“, erklären Gábor Rosta und Harun Fajkovic von der Klinischen Abteilung für Urologie und Andrologie am Universitätsklinikum St. Pölten. Das Uniklinikum ist auch ein Lehr- und Forschungsstandort der KL Krems. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass dieser fokussierte Ansatz bei ausgewählten Patienten den Krebs wirkungsvoll kontrollieren und die Nebenwirkungen herkömmlicher Behandlungen signifikant senken kann“, so die beiden Ärzte.Über 90 Prozent der Männer benötigen nach zwei Jahren keine zusätzliche Therapie
Im Rahmen der prospektiven Machbarkeitsstudie wurden zwischen 2021 und 2024 insgesamt 51 Männer mit neu diagnostiziertem, lokal begrenztem Prostatakarzinom niedrigen oder mittleren Risikos behandelt (Anm. Tumormarker PSA ≤ 15 ng/mL, Stadium ≤ T2). Bei allen wurde die erkrankte Region gezielt mittels MRT-gestütztem HIFU abgetragen. Die Studienteilnehmer wurden über zwei Jahre nachbeobachtet, mit vierteljährlichen PSA-Kontrollen, MRT-Untersuchungen nach 12 und 24 Monaten sowie anschließenden Biopsien.
Nach zwei Jahren benötigten über 94 Prozent der Männer keine zusätzliche Therapie. In den Kontrollbiopsien ein Jahr nach dem Eingriff zeigte sich bei mehr als 80 Prozent der Patienten kein vitales Tumorgewebe mehr. Der Tumormarker PSA sank bei den Teilnehmern nach drei Monaten um fast 70 Prozent ab und blieb während der gesamten Nachbeobachtung stabil. Die Nebenwirkungen waren nicht ausgeprägt und traten nur vorübergehend auf : Etwa ein Fünftel der Patienten hatte kurzzeitig obstruktive und irritative Beschwerden beim Wasserlassen. Schwere Komplikationen wurden nicht beobachtet, so die weiteren Studienergebnisse.
Erektionsfähigkeit sogar über dem AusgangsniveauAuch die funktionellen Ergebnisse sowie die Berichte der Patienten über die Lebensqualität sind vielversprechend. Die Erektionsfähigkeit, gemessen mit dem International Index of Erectile Function (Anm. IIEF‑5), nahm zunächst leicht ab, erholte sich jedoch innerhalb von sechs bis zwölf Monaten vollständig – und lag nach zwei Jahren sogar über dem Ausgangsniveau. Dazu behielten Männer, die vor der Behandlung eine gute Miktion aufwiesen, diese auch danach, während Patienten mit bereits bestehenden Beschwerden beim Wasserlassen eine deutliche Besserung erfuhren. Insgesamt blieben die Werte zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität in allen Bereichen stabil.
Diese Resultate bestätigen und erweitern frühere Einzelergebnisse aus Europa und Nordamerika, stellen jedoch die erste koordinierte Untersuchung der fokalen HIFU-Therapie innerhalb des österreichischen Spitalswesens dar. „Unsere Arbeit zeigt, dass sich fokussierter Ultraschall bei sorgfältiger Patientenauswahl und präziser Ausführung sicher in die klinische Routine integrieren lässt“, betont das Studienteam.Wissenschaftlicher Fortschritt im Sinne einer personalisierten Medizin
Die Forschenden verweisen zugleich auf die Notwendigkeit längerer Nachbeobachtungen und randomisierter Studien, bevor die Methode Eingang in Leitlinien finden kann. Dennoch deutet sich bereits jetzt ein Paradigmenwechsel an, und zwar hin zu organerhaltenden Tumorbehandlungen, mit denen viele Männer eine sichere Deeskalation der Tumortherapie erhalten können.
„Diese Studie belegt einmal mehr die Forschungsstrategie der KL Krems, die auf interdisziplinäre Ansätze zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit setzt, insbesondere in der Onkologie und in der klinisch angewandten Innovation. Unterstrichen wird damit auch, dass wissenschaftlicher Fortschritt im Sinne einer „Personalisierten Medizin“ direkt in eine bessere Versorgung von Patienten münden kann“, so die KL Krems in einer Aussendung. (red/czaak)
Krise, welche Krise ?

Der qualitative Kunstauktionsmarkt funktioniert. Aktuell fallen wieder Rekordpreise. Anzahl der Verkäufe auch hoch. Ein Beispiel sind die Zeitgenossen im Wiener Dorotheum. Am 3. Dezember folgt Im Kinsky nächste Auktion mit hochkarätigen Werken.
236 Millionen Dollar für ein Werk von Gustav Klimt oder knapp 55 Millionen für eine Malerei von Frida Kahlo bei den aktuellen Kunstauktionen des internationalen Auktionshauses Sothebys in New York zeigen mit anderen Millionenverkäufen, dass qualitativ hochwertige oder namentlich prominente Kunstwerke wieder oder weiter potente Käufer finden.
Was augenscheinlich international gilt, ist auch im heimischen Markt zu beobachten. Nachdem im Wiener Dorotheum bei der „Klassischen Moderne“ eine Papierarbeit von Egon Schiele 3,2 Millionen Euro erzielte, wurden soeben auch im Segment der Zeitgenössischen Kunst (ab 1945) mehrere Rekorderlöse für heimische Maler vermeldet. Auch die Anzahl der verkauften Werke ist hoch, bei den zwei aufgeteilten Auktionen konnten für exakt 70 (!) Prozent der 372 angebotenen Lose Käufer gefunden werden. Der laufende Nachverkauf ist hier noch nicht berücksichtigt.
Zwei tschechische Künstler mit den höchsten Zuschlägen
Die gesamten Erlöse bei beiden Zeitgenossen-Auktionen beliefen sich inklusive Abgaben auf rund 11,5 Millionen Euro (Nachverkauf ebenso noch nicht berücksichtigt). Das teuerste Werk („Two Inquisitors II“) des tschechischen Künstlers Nikolaus Medek (1926 bis 1974) erzielte 812.000 Euro. Ebenso begehrt war eine Arbeit („Linie č. 109“) des auch aus Tschechien stammenden Künstlers Zdeněk Sýkora (1920 bis 2011) mit einem erzielten Preis von 737.500 Euro. Sýkora begann als einer der Ersten Bildkompositionen mittels Computer zu entwickeln.
Unter den weiteren Top-Ergebnissen waren Andy Warhols „Ten Jews“ mit 636.000 Euro, Fernando Boteros „Man Eating“ für 325.000 Euro, der Koreaner Lee Ufan mit „From Line No. 790256“ für 311.000 Euro, Carla Accardis „Scuro blu“ für 222.000 Euro oder Jean Fautriers „Le Marquis“, für 208.000 Euro. Hohe Zuschläge erzielten auch Werke von Josef Albers, Hans Hartung, Julian Schnabel oder Enrico Castellani. Die schon seit Jahren konsequent verfolgte Linie der Internationalisierung trägt weiter Früchte für das Auktionshaus Dorotheum (neben einer immer größeren Vielfalt bei anderen Auktions-Segmenten und ‑Formaten).
Relationen im Kontext mit Preis, Anzahl und qualitativer Wertigkeit
Rekordzuschläge, wenn auch vergleichsweise niedrigere Beträge, erzielten hier auch österreichische Maler, darunter eine großformatige rote Abstraktion des im Juni dieses Jahres verstorbenen Herbert Brandl mit 175.500 Euro oder Markus Prachensky (1932 bis 2011) mit 143.000 Euro für „Rot auf Weiß – Sebastianplatz“ aus 1960, ebenso eine rotdominierende Abstraktion — und als wirklich großartiges Bild auch die „Übermalung“ dieses Textes. economy konnte es auch in Natura bewundern.
Interessanter, weil aussagekräftiger für die aktuelle Marktsituation sind die Relationen bei Anzahl, qualitativen Wertigkeiten und Verkäufen. Von den bereits angeführten 372 angebotenen zeitgenössischen Werken im Dorotheum wurden eben exakt hohe 70 Prozent verkauft. Einzeln betrachtet waren es bei der höherwertigeren Auktion „Zeitgenossen I“ 78 von 113 angebotenen Werken und bei den niedrigpreisigeren „Zeitgenossen II“ waren es 181 von 259 Werken (ohne laufenden Nachverkauf).
Die Rolle der Österreichischen Künstler:innen
Bei „Zeitgenossen II“ wurden diese 181 Werke zu einem Gesamtpreis von knapp 3 Millionen Euro verkauft, daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Einzelpreis von rund 16.500 Euro. Einzelne Werke brachten aber auch hier Erlöse von (tlw. weit) über 100.000 Euro. Bei „Zeitgenossen I“ wurden die 78 Werke zum Gesamtpreis von knapp 8,5 Millionen Euro verkauft, macht 109.000 Euro als durchschnittlichen Einzelpreis. Sechs Werke brachten hier über 300.000 Euro, davon drei über 500.000 Euro.
Spitzenpreise gab es dabei auch für weitere Werke von Herbert Brandl oder Arnulf Rainer. Bilder von Hermann Nitsch blieben (abermals) etwas unter den Erwartungen. Weitere österreichische Künstler:innen bei der Auktion waren Martha Jungwirth (nicht mehr ganz so begehrt wie zuletzt), Brigitte Kowanz, Franz West (sehr begehrt), Erwin Wurm, Hubert Scheibl, Hans Staudacher, Otto Muehl oder Günter Brus.
Auktionsplattform für qualitativ gute aber noch unbekanntere Künstler:innen
Zusammengefasst im Kontext mit etwaigen Krisendiskussionen soll es schon schlechtere Auktionsergebnisse gegeben haben. In Verbindung mit Österreichischen Künstler:innen zeigt sich aber einmal mehr, dass nur die bekannten Namen im Auktionsgeschäft funktionieren bzw. von den Auktionshäusern genommen werden. Eine Art „Henne-Ei-Prinzip“. Hier wird dem typisch österreichischen Sammeln von Namen (und Wiedererkennbarkeit) Rechnung getragen. Aus unternehmerischer Sicht der Auktionshäuser an sich verständlich, Kataloge, Mitarbeitende, Vermarktung & Co. sind kostenintensiv.
Kunstmarktpolitisch, auch aus Sicht der Künstler:innen und deren Galerien, wäre es aber an der Zeit auch ein kuratiertes Auktions-Segment (inkl. gleiche Live-Auktionen) für qualitativ gute jüngere oder noch nicht so bekannte Künstler:innen zu eröffnen. Jüngeres kunstinteressiertes aber (noch) nicht finanzstarkes Publikum würde sich sicher freuen und die damit verbundene, vermarktungstechnisch immer wichtigere Sichtbarkeit in den Kunstmarkt-Datenbanken/-Portalen ist dann auch gegeben. In Deutschland ist etwa mit dieser Schiene das Auktionshaus „Grisebach“ schon länger erfolgreich.
Nächste wichtige Auktionen am 27. November und 3. Dezember
In Österreich hat neben Otto Ressler (Ressler-Auktionen) der Kunsthändler Roland Widder im Segment der Klassischen Moderne (Jahre 1900 bis 1935) begonnen auch noch nicht so bekannte Künstler über seine „Widder-Auktionen“ anzubieten, das nächste Mal am kommenden 27. November. Etablierte Österreichische Zeitgenossen kommen dann wieder am 3. Dezember im Auktionshaus Im Kinsky „zum Ruf“. Neben Rainer, Jungwirth, Nitsch & Co. werden hier auch zwei seltene frühe Werke von Alfred Kornberger (Wien 1933 bis 2002 Wien) angeboten. In Fachkreisen und musealen Sammlungen ist der expressive Kolorist schon lange Fixpunkt, beim breiteren Publikum noch nicht. Er ist also einer jener Künstler, die es noch zu entdecken gilt.
„Alfred Kornberger ist der Egon Schiele in der Kunst nach 1945. Das gilt für die gleiche handwerkliche Qualität und für seine ebenso vergleichbare Obsession für den weiblichen Akt“, urteilte der große Sammler und Museumsgründer Rudolf Leopold 2008 bei der Präsentation des von Franz Smola (damals Chefkurator Leopold Museum, jetzt Belvedere) herausgegebenen Werkverzeichnisses (WVZ) der Ölgemälde von Kornberger. Dieses WVZ gibt es auch online (siehe Link), man kann sich also „einschauen“ – um dann bei der Kinsky-Auktion einen neuen Treffer zu landen. (red/czaak ; Compliance-Hinweis : Die Familie des Autors betreibt in Wien eine Galerie)
Hochwasserschutz im Klimawandel

Der Klimawandel führt zu stärkeren Hochwasserkatastrophen. TU Wien und Joanneum Research entwickeln nun erstmals Modell zur Abbildung kombinierter Schutzmaßnahmen im privaten und öffentlichen Bereich.
Jetzt und in Zukunft müssen sich viele Gegenden der Welt auf stärkere Hochwasserkatastrophen einstellen. Mit individuellen Schutzmaßnahmen wie bauliche Maßnahmen oder Versicherungen sowie gemeinsame Anstrengungen zur Verringerung der Hochwassergefahr wie Dammbauten oder Rückhaltebecken gibt es zwei Stoßrichtungen.
Wie diese beiden Herangehensweisen einander beeinflussen, lässt sich in mathematischen Modellen darstellen. Forscher von TU Wien und Joanneum Research analysierte nun umfangreiches Datenmaterial und untersuchten, wie Natur und Gesellschaft im Hochwasserschutz ineinandergreifen. „Um Hochwasserschäden zu minimieren, braucht es beide Zugänge – den individuellen und den öffentlichen“, so ein Ergebnis der Analysen.
Nach der Flut ist vor der Flut und das Thema öffentliche Maßnahmen versus individuelles Verhalten„Nach einer Hochwasserkatastrophe ist die Bevölkerung meist stark sensibilisiert. Man ist eher bereit, in persönlichen Hochwasserschutz zu investieren, denkt über Notfallpläne nach, schließt vielleicht Versicherungen ab“, sagt Gemma Carr vom Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie der TU Wien. „Dazu wurden insgesamt 3770 Haushalte in ganz Österreich befragt“, so Carr. Ein Ergebnis zeigt aber auch klar, dass die privaten Schutzmaßnahmen stark zurückgehen, wenn es nach einer Hochwasserkatastrophe keine weiteren Hochwässer gibt.
Das kann sogar dazu führen, dass öffentliche Anstrengungen, die Hochwassergefahr zu verringern, negative Auswirkungen haben : „Wenn öffentliche Maßnahmen dazu führen, dass Hochwasserkatastrophen seltener werden, ist das natürlich erfreulich. Aber es bewirkt auch, dass die Sensibilität in der Bevölkerung zurückgeht, und viele Menschen auf individuelle Vorsorge verzichten, die aber eigentlich immer noch sehr sinnvoll wäre“, erklärt Gemma Carr von der TU Wien.Große Hochwasserkatastrophen werden voraussichtlich früher eintreten
Dieser Effekt ist schon seit längerer Zeit bekannt – aber die aktuelle Studie konnte ihn nun empirisch nachweisen und in ein sozio-hydrologisches Modell einbauen, in dem mathematisch analysiert werden kann, wie Natur, öffentliche und private Maßnahmen einander beeinflussen. Solche Modelle erlauben es nun auch, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesellschaft besser vorherzusagen.
„Durch den Klimawandel werden große Hochwasserkatastrophen voraussichtlich früher eintreten“, sagt Gemma Carr. „Vielleicht wäre das große Jahrhundert-Hochwasser ohne Klimawandel erst in einigen Jahrzehnten gekommen, mit Klimawandel steht es uns aber bereits in einigen Jahren bevor. Das bedeutet auch : Unsere öffentlichen Schutzmaßnahmen werden bis dahin noch nicht die Qualität haben, die wir in einigen Jahrzehnten erreicht hätten“, so Carr. „Kosten fallen somit früher an als gedacht, und sie sind höher.“Öffentliche und private Maßnahmen müssen miteinander verschränkt werden
Wichtig ist es, proaktiven Hochwasserschutz zu fördern und das nicht erst nach der großen Flut, sondern nach Möglichkeit schon davor. „Wir müssen Menschen besser informieren, wir müssen ihnen die Möglichkeiten zur Verfügung stellen, sich rechtzeitig zu schützen und das Bewusstsein für Hochwasserschutz verbessern. Dann sind langfristig die Kosten am niedrigsten“, betont Gemma Carr von der TU Wien.Öffentliche und private Maßnahmen dürfen nicht getrennt betrachtet werden – im optimalen Fall ergänzen sie einander. Das Modell zeigt auch : Wenn staatliche Maßnahmen zurückgefahren werden, erhöht sich das Risiko, und dieser Effekt kann durch verstärkte private Maßnahmen nicht vollständig ausgeglichen werden. „Auch wenn Vorsorgemaßnahmen auf individueller Ebene verstärkt werden sollten, ein Rückzug des Staates – also eine „Privatisierung des Risikos“ – wäre keine sinnvolle Lösung“, so eine weitere Erkenntnis. (red/czaak)
Elektrizitätsabgabe als Sprungbrett für Inflation

Österreichische Elektrizitätsabgabe 30-mal höher als von EU empfohlene Mindestbesteuerung von Strom bei betrieblicher Nutzung. Energiepreise für Statistik Austria zentraler Faktor für hohe Inflation und Teuerungen.
Die enorm hohe und entsprechend teure Elektrizitätsabgabe kostet Österreichischen Firmen und den privaten Haushalten Millionen Euro und final ist diese auch einer der Hauptgründe für die angespannte wirtschaftliche Situation. Im Rahmen ihrer laufenden Analysen hat auch die Statistik Austria den enormen Anstieg der Energiepreise als einen der zentralen Faktoren für die aktuelle Inflationsrate von vier Prozent angegeben.
Das Auslaufen der Energiepreisbremse
Für diese Steigerung mitverantwortlich ist insbesondere das Auslaufen der Energiepreisbremse (Anm. 30. April 2022 bis 31. Dezember 2024), im Zuge derer die Elektrizitätsabgabe für Strom vorübergehend auf 0,1 Cent pro Kilowattstunde gesenkt wurde. Seit 1. Jänner 2025 beträgt die Elektrizitätsabgabe in Österreich wieder 1,5 Cent pro Kilowattstunde und dazu kommen dann noch 20 Prozent Umsatzsteuer.
Während gerade energieintensive Großverbraucher diese Elektrizitätsabgabe unter bestimmten Bedingungen und nach einer komplexen Berechnung vom Finanzamt zurückfordern können, müssen alle anderen Betriebe sie bezahlen. Und da Haushalte nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, bezahlen diese auch noch die 20-prozentige Umsatzsteuer auf die Abgabe. Das macht dann hier in der Folge 1,8 Cent pro kWh.
Die politische Verantwortung von Bundesregierung und Nationalrat
Die Österreichische Politik nennt im Kontext mit den Themen Inflation und Preissteigerungen primär immer Lebensmittelhandel, Gastronomie oder Mieten – und eher nicht oder selten den Umstand mit der Elektrizitätsabgabe. Entsprechend kaum bekannt ist die Tatsache, dass Österreich mit einer Elektrizitätsabgabe von 1,5 Cent genau 30-mal höher liegt als die von der EU empfohlene Mindestbesteuerung von Strom bei betrieblicher Nutzung, so eine Analyse des niederösterreichischen Wirtschaftspressedienstes.
Die EU hat in ihrer Energiesteuerrichtlinie (Anm. 2003/96/EG) nämlich eine Mindestbesteuerung von 0,05 Cent pro kWh Strom bei betrieblicher Nutzung angeraten – und 0,1 Cent für nichtbetriebliche Nutzung. „Die alleinige Verantwortung für die Höhe dieser Abgabe und dieses sogenannte „Gold Plating“ liegt also nicht in Washington, Moskau oder Peking, sondern bei jenen politischen Parteien im österreichischen Nationalrat, die dem zugestimmt haben“, so der Niederösterreichische Wirtschaftspressedienst in einer Aussendung. Dem ist auch aus Sicht von economy nichts hinzuzufügen. (Niederösterreichischer Wirtschaftspressedienst/red/czaak)