Die Verteilung von 937 Milliarden Euro

Finanzielles Vermögen der Öster-Reicher auf neuem Rekordstand. Im Rahmen der Finanzzahlen für 2024 hat die Österreichische Nationalbank genaue Aufteilungen wie Besitzstände erhoben und auch das Thema Schulden analysiert.
Wie kürzlich berichtet, hat die Österreichische Nationalbank (OeNB) die aktuellen Finanzzahlen der österreichischen Haushalte für 2024 veröffentlicht und dabei auch einzelne Kennziffern und Entwicklungen herausgearbeitet. „Noch nie zuvor hatte der österreichische Haushaltssektor so viel Geld übrig, um es anzulegen“, lautete eine der zentralen Aussagen bei der OeNB-Pressekonferenz.
Investments in Finanzprodukte als weiterer Höchstwert
Wie schauen nun bei den Österreicher:innen die einzelnen Schwerpunkte beim Thema Geld und Vermögen aus ? Grundsätzlich ist 2024 einmal das nettoverfügbare Einkommen des österreichischen Haushaltssektors um fast acht Prozent auf rund 290 Milliarden Euro gestiegen, das Gesamtvermögen eben auf rund 937 Milliarden Euro. Den größten Anteil davon machen (Spar)Einlagen aus (36 Prozent), gefolgt von Beteiligungen an GmbHs, Privatstiftungen u.ä. (24) und Wertpapieren (21 Prozent).
Knapp 30 Milliarden Euro wurden 2024 in Finanzprodukte investiert – ebenso ein historischer Höchstwert. Auch im ersten Halbjahr 2025 beträgt die Geldvermögensbildung bereits 14 Mrd. EUR. Laut OeNB soll sich dieser Trend fortsetzen. Während im Jahr 2024 noch der Aufbau von Einlagen die Geldvermögensbildung dominierte, überwiegen im 1. Halbjahr 2025 die Nettozukäufe von Wertpapieren.
Veränderung beim Verhältnis zwischen täglich fälligen (Spar)Einlagen und gebundenen Einlagen
Vom gesamten Einlagenbestand (Anm. 334 Mrd. EUR) entfallen mit Juni 2025 der Wert von 63 Prozent oder 209 Mrd. EUR auf täglich fällige Einlagen und 37 Prozent oder 125 Mrd. EUR auf gebundene Einlagen. In den Jahren 2022 und 2023 reagierten die Haushalte auf das steigende Zinsniveau, indem sie gebundene Einlagen in erheblichem Ausmaß aufbauten und gleichzeitig täglich fällige Einlagen reduzierten.
Seit dem Rückgang des Zinsniveaus zeigt sich ein gegenläufiger Trend : Im ersten Halbjahr 2025 ist bereits ein Abbau von gebundenen Einlagen zu beobachten. Zum Ende der Nullzinsphase Mitte 2022 entfielen 30 Prozent oder rund 91 Mrd. EUR des Einlagenbestandes auf gebundene Einlagen. Bis Ende 2024 stieg dieser Anteil auf 39 Prozent oder 128 Mrd. EUR bevor er im Juni 2025 wieder leicht auf 37 Prozent oder 125 Mrd. EUR zurückging, so die Erhebungen der OeNB.
Gesonderte Betrachtung der Entwicklung seit der Corona-Pandemie
Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020 stiegen die Nettozukäufe von Wertpapieren deutlich, was zu einer strukturellen Veränderung des Investmentportfolios privater Investor:innen führte. Der Wertpapierbestand stieg seither um etwa 50 Prozent (!) und erreichte im Juni 2025 mit 197 Mrd. EUR einen neuen Höchststand. Investmentfonds machten im Juni 2025 mit 108 Mrd. EUR oder 55 Prozent den größten Anteil der Wertpapierbestände im Portefeuille der Haushalte aus. Es folgten börsennotierte Aktien in Höhe von exakt 50 Mrd. EUR (25 Prozent) und verzinsliche Wertpapiere mit 39 Mrd. EUR (20 Prozent).
Mit Beginn der Zinswende im Jahr 2022 setzte eine steigende Nachfrage privater Haushalte nach verzinslichen Wertpapieren ein. Auf Zukäufe in Höhe von 6,7 Mrd. EUR im Jahr 2023 folgte ein ähnlich starker Forderungsaufbau von 6,4 Mrd EUR im Jahr 2024. Zuvor waren Anleihen über nahezu ein Jahrzehnt hinweg per Saldo abgebaut worden. Im ersten Halbjahr 2025 dominierten wieder Investmentfondsanteile mit vier Mrd. EUR die Veranlagung privater Haushalte in Wertpapiere. Das Aktienvermögen der Haushalte wird überwiegend durch internationale Titel geprägt und machen 72 Prozent des Gesamtbestandes aus.
Die Besitzer der Vermögensstände
Ebenfalls genau erhoben von der OeNB wurde, wer nun Besitzer dieser Vermögen ist. Die Kernaussage hier : Ein großer Teil der Haushalte besitzt nur wenig, während das Vermögen im oberen Bereich der Verteilung konzentriert ist. Für rund ein Viertel der Haushalte liegt das Nettovermögen unter 20.000 Euro, für etwa 40 Prozent unter 50.000 Euro. Erst ab der Mitte steigen die Werte deutlich, und werden steiler. Der Median (Anm. die Mitte der Verteilung) liegt seit 2021 praktisch unverändert bei rund 125.000 Euro.
Der Durchschnitt liegt mit über 330.000 Euro allerdings viel höher, weil wenige Haushalte sehr große Vermögen besitzen. Absolut betrachtet blieb das Nettovermögen seit 2021 in der unteren Hälfte nahezu unverändert, während es im oberen Bereich deutlich stieg. „Die relative Ungleichheit bleibt dabei stabil, die absoluten Vermögensabstände wachsen weiter und das, da Vermögensgewinne im Wesentlichen bei Haushalten mit hohem Immobilien- oder Unternehmensvermögen ankommen“, so eine weitere Erkenntnis der Experten der Österreichischen Nationalbank (OeNB).
Analyse der Verschuldung von Österreichs Haushalten
Ebenfalls analysiert von der OeNB wurde das Thema Verschuldung. Von den Österreichischen Haushalten ist weniger als ein Drittel verschuldet. Die Hälfte davon entfallen auf unbesicherte Schulden (z.B. Konsumentenkredite), rund 40 Prozent auf besicherte Kredite (z.B. Hypothekarkredite im Kontext mit Wohn-Immobilien). Beide Kreditformen parallel nutzen nur wenige. Trotz der höheren Verbreitung unbesicherter Schulden entfällt der größte Teil des gesamten Schuldenvolumens (90 Prozent) auf besicherte Kredite, weil Immobilienfinanzierungen deutlich höhere Darlehensbeträge aufweisen.
Die besicherten Schulden liegen überwiegend bei einkommensstarken Haushalten : 2023 entfielen 45 Prozent der Hypothekarkreditnehmer auf die oberste Einkommensschicht. Diese Konzentration ist über die letzten zehn Jahre überaus stabil geblieben. In den einkommensärmeren Schichten ist (Teil-)Eigentum nahezu nicht vorhanden, hier überwiegt klar die Miete als Wohnform, während nur ein kleiner Teil der Haushalte unentgeltlich wohnt, etwa, wenn Haushalte in einer Wohnung von Angehörigen wohnen oder nach einer Schenkung weiterhin im eigenen Heim leben. Da das Hauptwohnsitz-Eigentum die wichtigste Vermögenskomponente österreichischer Haushalte darstellt, trägt dies zu Vermögensunterschieden bei.
Geringere Gesamtschulden als im Euro-Raum
Insgesamt sind die Finanzverpflichtungen der österreichischen Haushalte seit 2022 um zwei Prozent gesunken. Ausschlaggebend dafür waren ungünstigere Finanzierungsbedingungen wegen gestiegener Zinsen. Im Juni 2025 lag die Verschuldung bei 217 Mrd. EUR, ein geringer Wert im Vergleich zu anderen EU-Ländern. Sie beträgt in Österreich 23 Prozent des Finanzvermögens und im Euroraum 26 Prozent. Die Verschuldung des Haushaltssektors hängt auch von strukturellen Gegebenheiten eines Landes ab, etwa von der Ausprägung des Miet- oder Eigentumsmarktes bei Wohnimmobilien.
Nach geringerer Finanzierungsdynamik im Umfeld steigender Zinsen nahm nun aktuell die Kreditverschuldung erstmals seit Mitte des Jahres 2023 wieder zu und lag im 3. Quartal 2025 bei +0,5 Prozent. Während bis zum Jahr 2022 noch jährliche Wachstumsraten von bis zu sechs Prozent erzielt wurden, entwickelten sich insbesondere die volumenstarken Wohnbaukredite in den Jahren 2023 und 2024 rückläufig. „Bei Konsumkrediten hingegen ist seit Beginn des Jahres 2024 wieder ein leicht positives Wachstum zu beobachten“, so die diesbezügliche Analyse von den Experten der Österreichischen Nationalbank (OeNB). (red/czaak)
Österreicher vermögend wie nie zuvor

Nationalbank mit Finanzzahlen 2024. Nettoeinkommen auf 290 Mrd. und Gesamtvermögen auf 937 Mrd. Euro gestiegen. Starke Sparquote mit 30 Mrd. Euro als historischer Höchststand. Geringe Verschuldung der Haushalte und weniger Mittel für Investitionen.
Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat die aktuellen Finanzzahlen der österreichischen Haushalte für 2024 veröffentlicht und die einzelnen Parameter (wie gewohnt) detailliert und entsprechend interessant wie aussagekräftig herausgearbeitet. Vorweg zeigt sich nach Lesung der Ergebnisse der zusammenfassende Befund, dass die von den Gewerkschaften durchgedrückten Lohnerhöhungen der letzten Jahre auf Sparbüchern oder Wertpapierdepots der Österreicher:innen gelandet ist – und nicht in der mit den Lohnabschlusshöhen argumentierten Konsumförderung oder bei wirtschaftlichen Investitionen.
In Österreich 50 Prozent höhere Sparquote als Euroraum
Der Bericht der OeNB beginnt mit den wichtigsten Kennziffern und dazu gehört die Sparquote. Diese ist mit 12 (!) Prozent sogar stärker gestiegen als im Euroraum (8 Prozent). Nächster Punkt Konsumwachstum und das fiel den OeNB-Experten zufolge deutlich geringer aus als das Einkommenswachstum. Rund die Hälfte der österreichischen Haushalte lebt mittlerweile im Eigentum. Fast alle haben Sparbücher und Girokonto, immerhin 12 Prozent halten Fonds und 6 Prozent Aktien. Für die erstmals erhobenen Krypto-Werte werden 4 Prozent ausgewiesen.
Als stabil wird die Vermögensverteilung beschrieben. In der oberen Vermögenshälfte überwiegen Eigentümer:innen, in der unteren sind es die Mieter:innen. Frauen verfügen über weniger Vermögen als Männer. In Summe haben die Haushalte 2024 den Betrag von 29,5 Mrd. Euro veranlagt, nominell ein historischer Höchststand. Die größten Zuflüsse gab es bei gebundenen Einlagen und Wertpapieren. Insgesamt beläuft sich das Vermögen des österreichischen Haushaltssektors auf rund 937 Milliarden Euro. Bemerkenswert auch das Thema Verschuldung. Diese ist im Vergleich mit dem Euro-Raum gering, weniger als ein Drittel der Haushalte haben Schulden (15 Prozent besicherte und rund 18 Prozent unbesicherte Kredite).
„Noch nie zuvor hatten österreichische Haushalte so viel Geld übrig“
Beim nettoverfügbaren Einkommen des österreichischen Haushaltssektors ist im Jahr 2024 eine Steigerung um fast acht Prozent auf rund 290 Mrd EUR auszumachen. Davon wurden 88 Prozent für den Konsum aufgewandt und 12 Prozent gespart. Die verfügbaren Mittel, die aus gespartem Einkommen, erhaltenen Vermögenstransfers und der Kreditaufnahme entstehen, sind aufgrund der hohen Sparquote im Jahr 2024 deutlich gestiegen. Anders als im Jahr 2023 mit 50 Prozent wurde 2024 mit 21 Prozent weniger als Hälfte (!) der verfügbaren Mittel für realwirtschaftliche Investitionen ausgegeben.
Mit 79 Prozent der verfügbaren Mittel hat der österreichische Haushaltssektor Finanzinvestitionen getätigt. Das ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren ein besonders hoher Anteil der Mittelverwendung für diesen Zweck. „Noch nie zuvor hatte der österreichische Haushaltssektor so viel Geld übrig, um es auf dem Finanzmarkt anzulegen“, unterstrich auch Martin Kocher, seit September neuer Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, bei der Verlautbarung der aktuellen Finanzzahlen für 2024.
Einkommenswachstum doppelt so hoch wie Konsumwachstum
Die hohe Sparquote resultiert daraus, dass das nominelle Einkommenswachstum von rund acht Prozent im Jahr 2024 das nominelle Konsumwachstum von knapp über vier Prozent deutlich übersteigt. Gründe für das vorsichtige Agieren der privaten Haushalte und ihre verstärkte Sparneigung sind unter anderem die geopolitische Lage und die schwache Konjunktur.
Der Durchschnitt (Anm. Median) der Haushalte in Österreich spart rund 300 Euro pro Monat. Dieser Durchschnitt liegt aber deutlich höher (rund 490 Euro), weil wohlhabendere Haushalte größere Beträge zurücklegen. Ein kleinerer Teil der Haushalte trägt also einen größeren Teil der gesamten Ersparnisse. Für die makroökonomische Sparquote hat das eine Konsequenz : Die gesamtwirtschaftliche Sparquote kann steigen, obwohl manche Haushalte weniger oder gar nicht sparen.
Schulden und Kredite
Beim Bereich Vermögen zeigt sich in Österreich, dass die meisten Haushalte Sachvermögen besitzen, vor allem Autos und – rund die Hälfte – den eigenen Hauptwohnsitz. Finanzvermögen ist nahezu bei allen Menschen vorhanden, meist in Form von Giro- und Sparkonten sowie Bausparverträgen. Wertpapiere spielen vergleichsweise nur für eine Minderheit eine Rolle.
Schulden haben weniger als ein Drittel der Haushalte – diese bestehen aus Hypothekarkrediten, die fast immer durch den Hauptwohnsitz besichert sind ; unbesicherte Kredite sind vom Volumen her deutlich geringer. Die Kernaussage lautet daher, das Nettovermögen ergibt sich aus der Summe aus Sach- und Finanzvermögen abzüglich der Schulden, und unterscheidet sich stark je nach Immobilieneigentum und Unternehmenseigentum.
Die Verteilung von Sachvermögen in den einzelnen Bevölkerungsschichten
Runtergebrochen auf die einzelnen Bevölkerungsschichten zeigt sich in der Frage der Vermögen, dass dieses in der unteren Hälfte (bis etwa Median) fast ausschließlich aus liquiden Finanzmitteln besteht. Das inkludiert Girokonten, Sparbücher und Bausparverträge. Sachvermögen spielt – bis auf das Auto – praktisch keine Rolle. Viele Haushalte haben kein nennenswertes Vermögen, weil weder Immobilien noch wertvolle Finanzanlagen vorhanden sind.
Im Segment der oberen Mitte dominiert klar das selbst genutzte Wohneigentum. Der Hauptwohnsitz ist die mit Abstand wichtigste Vermögensposition und bestimmt den Großteil des Nettovermögens. Weitere Immobilien oder riskantere Finanzanlagen sind in dieser Gruppe kaum vertreten. In der sogenannten Oberschicht (Anm. die oberen zehn Prozent oder das oberste Dezil) kommen stark konzentrierte Vermögensarten hinzu und das sind Immobilien, Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe und teilweise umfangreichere Wertpapierbestände.
Die Geschlechterrollen
Ergänzend haben sich die Experten der Österreichischen Nationalbank (OeNB) auch die Aufteilung nach Geschlechtern angeschaut. Frauen besitzen in Paarhaushalten (mit und ohne Kinder) entlang der gesamten Verteilung weniger Vermögen als Männer. Im Durchschnitt sind das rund 21 Prozent weniger. In der Mitte der Verteilung liegt das Nettovermögen von Frauen bei 107 Tsd. EUR, jenes von Männern bei 126 Tsd. EUR.
Am oberen Ende der Verteilung steigen die absoluten Unterschiede stark an, obwohl die prozentuale Lücke über die Verteilung hinweg relativ stabil bleibt. Betrachtet man das Nettovermögen von weiblichen und männlichen Single-Haushalten (mit und ohne Kinder), zeigt sich ebenfalls ein Unterschied : Frauen verfügen im Durchschnitt über neun Prozent weniger Vermögen als Männer. (red/czaak)
(Anm. der Redaktion : in einem folgenden Text behandelt economy die von der OeNB ebenso erhobenen Daten, wie die Vermögensbildung erfolgt und verteilt ist, und welche Einflussfaktoren hier relevant sind)
Deutsche wollen Veränderungen beim Bürgergeld

Zustimmung in der deutschen Bevölkerung für hohe Leistungskürzungen bei Pflichtverletzung. Gleichzeitig Wunsch für mehr Möglichkeiten bei Zuverdienst, wenn Bedürftige Arbeit beginnen, so neue Studie von ifo-Institut.
Die Bevölkerung in Deutschland befürwortet eine Reform beim Bürgergeld mit höheren Leistungskürzungen, so Bezieher ihre Pflichten verletzen sollten. Parallel befürworten die deutschen Bürger:innen eine Verbesserung bei den Zuverdienstmöglichkeiten, wenn Bedürftige oder arbeitslose Menschen eine Arbeit aufnehmen. Diese Ergebnisse zeigen eine neue repräsentative Studie des Münchner ifo Instituts.
„Die Befragten halten Leistungskürzungen in Höhe von durchschnittlich 30 Prozent für sinnvoll. Das entspricht in etwa dem, was die Bundesregierung an Verschärfungen plant“, sagt Sarah Necker, Leiterin des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft in Fürth (D). „Gleichzeitig wünschen sich viele bessere Hinzuverdienstmöglichkeiten, wenn Bedürftige eine Arbeit aufnehmen“, so Necker.
Das Prinzip von Fordern und Fördern
Im Kontext mit Zahlen soll zusätzlich verdientes Einkommen nur zu 60 Prozent vom Bürgergeld abgezogen werden, so die Wünsche der befragten Deutschen. Das würde bedeuten, dass von jedem zusätzlich verdienten Euro oberhalb der Freibetragsgrenze den Arbeitnehmern 40 Cent netto verbleiben. Bisher können bis zu 100 Prozent angerechnet werden. Haushalten mit Kindern sind bessere Hinzuverdienstregelungen besonders wichtig. Große Zustimmung erntet auch der Vorschlag, das Bürgergeld mit anderen Sozialleistungen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag zusammenzulegen.
„Wir sehen, dass die Bevölkerung in Deutschland das Prinzip von Fordern und Fördern verinnerlicht hat“, sagt Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen. „Mit den geplanten Verschärfungen geht die Bundesregierung bereits in Richtung Fordern. Nun müsste sie noch beim Fördern nachlegen, indem eigene Arbeit über bessere Hinzuverdienstregeln attraktiver gemacht wird“, unterstreicht ifo-Experte Peichl.Verschiedene Reformoptionen beim Bürgergeld
Die Studie untersuchte, wie die Bevölkerung zu verschiedenen Reformoptionen des Bürgergeldes steht. Dazu gehören Themen wie der verbleibende Zuverdienst bei Arbeitsaufnahme, die Berücksichtigung von Kindern, differenzierte Betrachtungen beim sogenannten Schonvermögen oder das Ausmaß von Leistungskürzungen bei Pflichtverletzungen.Ebenso in der Betrachtung ist eine mögliche Zusammenlegung mit anderen Sozialleistungen. Die repräsentative ifo-Erhebung wurde abgeschlossen, bevor die neue schwarz-rote Bundesregierung ihr Reformvorhaben zum Bürgergeld angekündigt hat. Laut Angaben des ifo-Instituts haben 5.500 Personen teilgenommen, die repräsentativ für die deutsche Bevölkerung sind. (red/cc)
Das beste Mobilfunknetz Österreichs

Magenta Telekom neuerlich Sieger bei renommiertem Netztest von connect. Der Telekomdienstleister gewinnt mit Daten, Sprache und Nutzererfahrung alle Disziplinen und erhält Bestnote „Überragend“.
Wer als Unternehmer oder familiär Pflegeverantwortlicher etwa im niederösterreichischen Weinviertel auf ein funktionierendes Mobilfunknetz angewiesen ist und dann als (Noch)Kunde eines ehemals staatlich-österreichischen Telkobetreibers schnell aus dem Haus und mit dem Auto zur Netzfindung herumfahren muss, der schätzt eine gute Mobilfunknetz-Abdeckung dann zusätzlich.
976 von 1.000 Punkten
Ob Magenta hier lokal Abhilfe schaffen könnte, muss aktuell eine Mutmaßung bleiben, über ganz Österreich ist dies aber der Fall. Der aktuelle Mobilfunknetztest von connect bestätigt erneut : Magenta Telekom führt das Ranking in Österreich souverän an und erhält die Bestnote „überragend“. Mit einem Gesamtergebnis von 976 von 1.000 Punkten verbessert sich Magenta zudem gegenüber dem Vorjahr.
Die Konkurrenz folgt mit Abstand, insbesondere in der Daten-Disziplin, wo Magenta in allen Szenarien vorne liegt : von Großstädten über Kleinstädte bis hin zu Straßen- und Bahnverbindungen. Auch bei der Sprachqualität und in der Zuverlässigkeitswertung bleibt Magenta unangefochten an der Spitze und bietet damit in Österreich die beste Kombination aus Geschwindigkeit, Stabilität und Abdeckung.
Investitionen von Magenta zahlen sich aus
„Magenta steht für Qualität. Erst im September haben wir den connect Test für das beste Festnetz-Internet gewonnen, jetzt folgt der Testsieg im Mobilfunk. Unser Anspruch ist klar : Wir sind der Nummer Eins Universalanbieter in Österreich und bieten die beste digitale Infrastruktur des Landes“, unterstreicht Thomas Kicker, CEO von Magenta.„Dass wir zum achten Mal in Folge den connect Netztest gewinnen, ist kein Zufall. Wir investieren kontinuierlich in neueste Technologien, inklusive der Aktivierung zusätzlicher Spektrum-Frequenzen, um die Kapazität im Magenta Netz zu erhöhen“, erklärt Volker Libovsky, CTIO von Magenta Telekom. „Auch in weniger besiedelten Gebieten erhöhen wir unsere Verfügbarkeiten, bei Events unterstützen wir zusätzlich mit mobilen Sende-Stationen. Unsere Kundinnen und Kunden profitieren von einem Netz, das in allen Kategorien Spitzenwerte erreicht und damit Maßstäbe für die gesamte Branche setzt“, betont Libovsky von Magenta.
Der umfassende connect TestDie Ergebnisse des connect Netztests basieren auf einer Kombination aus Drive- und Walktests sowie Crowdsourcing-Daten. Dabei werden reale Nutzungsszenarien wie Datei-Downloads, Video-Streaming, Sprachverbindungen und Gaming simuliert. Zusätzlich fließen Millionen anonym erhobener Messwerte aus der täglichen Smartphone-Nutzung ein. Diese Methodik garantiert eine objektive Bewertung der Netzqualität, und das sowohl unter Laborbedingungen als auch im Alltag der Kundinnen und Kunden. (red/czaak)
Bestätigung für verträglichere Krebsbehandlung

Behandlung von Prostatakrebs mit fokussiertem Ultraschall beeinträchtigt Lebensqualität der Patienten nicht so wie andere Methoden. Neue Studie von Karl Landsteiner Privatuni Krems und niederösterreichischem Uniklinikum St. Pölten bestätigt das nun.
Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. Standardtherapien wie etwa operative Entfernungen oder Radiotherapeutische Bestrahlung können den Tumor zwar beseitigen, führen aber nicht selten zu belastenden Begleiterscheinungen wie Miktionsbeschwerden oder Erektionsstörungen.
Sogenannte Fokale Therapie mit exaktem Fokus nur auf erkrankten Bereich
Die sogenannte „Fokale Therapie“ verfolgt einen anderen Ansatz. Hier wird nur der erkrankte Bereich zerstört und der Rest der Prostata bleibt unversehrt. Bei dieser Hochintensitäts-Fokussierten Ultraschalltherapie (HIFU) wird der Tumor mithilfe von Magnetresonanztomografie und Echtzeit-Ultraschall millimetergenau erhitzt und zerstört. Bislang gilt diese Methode laut den Leitlinien der European Association of Urology als experimentell, auch weil aussagekräftige Daten fehlten.
Nun liefert eine neue Studie von KL Krems und Unikliniken in St. Pölten, Baden und Korneuburg die notwendige Evidenz zu diesen Themen. Die multizentrische klinische Studie unter Koordination der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL Krems) soll zeigen, dass eine neue, hochpräzise Ultraschallmethode frühe Formen von Prostatakrebs erfolgreich behandeln kann – und das, ohne die Lebensqualität der Patienten zu beeinträchtigen.
Wirksame Tumorkontrolle mit Erhaltung von Miktionsfähigkeit und Sexualfunktion
Bei den meisten Studienteilnehmern konnte eine wirksame Tumorkontrolle gezeigt werden, während Miktionsfähigkeit (Wasserlassen) und Sexualfunktion weitgehend erhalten blieben. Diese prospektive, multizentrische Wirksamkeitsstudie zu dieser organerhaltenden Behandlung wurde erstmals in Österreich durchgeführt. „Die Ergebnisse eröffnen für ausgewählte Patientengruppen eine vielversprechende Alternative zu operativer Entfernung der gesamten Prostata oder Bestrahlung“, so die KL Krems in einer begleitenden Aussendung.
„Anstatt die gesamte Drüse zu entfernen oder zu bestrahlen, behandeln wir nur den erkrankten Teil – gesteuert durch MRT und Echtzeit-Ultraschall“, erklären Gábor Rosta und Harun Fajkovic von der Klinischen Abteilung für Urologie und Andrologie am Universitätsklinikum St. Pölten. Das Uniklinikum ist auch ein Lehr- und Forschungsstandort der KL Krems. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass dieser fokussierte Ansatz bei ausgewählten Patienten den Krebs wirkungsvoll kontrollieren und die Nebenwirkungen herkömmlicher Behandlungen signifikant senken kann“, so die beiden Ärzte.Über 90 Prozent der Männer benötigen nach zwei Jahren keine zusätzliche Therapie
Im Rahmen der prospektiven Machbarkeitsstudie wurden zwischen 2021 und 2024 insgesamt 51 Männer mit neu diagnostiziertem, lokal begrenztem Prostatakarzinom niedrigen oder mittleren Risikos behandelt (Anm. Tumormarker PSA ≤ 15 ng/mL, Stadium ≤ T2). Bei allen wurde die erkrankte Region gezielt mittels MRT-gestütztem HIFU abgetragen. Die Studienteilnehmer wurden über zwei Jahre nachbeobachtet, mit vierteljährlichen PSA-Kontrollen, MRT-Untersuchungen nach 12 und 24 Monaten sowie anschließenden Biopsien.
Nach zwei Jahren benötigten über 94 Prozent der Männer keine zusätzliche Therapie. In den Kontrollbiopsien ein Jahr nach dem Eingriff zeigte sich bei mehr als 80 Prozent der Patienten kein vitales Tumorgewebe mehr. Der Tumormarker PSA sank bei den Teilnehmern nach drei Monaten um fast 70 Prozent ab und blieb während der gesamten Nachbeobachtung stabil. Die Nebenwirkungen waren nicht ausgeprägt und traten nur vorübergehend auf : Etwa ein Fünftel der Patienten hatte kurzzeitig obstruktive und irritative Beschwerden beim Wasserlassen. Schwere Komplikationen wurden nicht beobachtet, so die weiteren Studienergebnisse.
Erektionsfähigkeit sogar über dem AusgangsniveauAuch die funktionellen Ergebnisse sowie die Berichte der Patienten über die Lebensqualität sind vielversprechend. Die Erektionsfähigkeit, gemessen mit dem International Index of Erectile Function (Anm. IIEF‑5), nahm zunächst leicht ab, erholte sich jedoch innerhalb von sechs bis zwölf Monaten vollständig – und lag nach zwei Jahren sogar über dem Ausgangsniveau. Dazu behielten Männer, die vor der Behandlung eine gute Miktion aufwiesen, diese auch danach, während Patienten mit bereits bestehenden Beschwerden beim Wasserlassen eine deutliche Besserung erfuhren. Insgesamt blieben die Werte zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität in allen Bereichen stabil.
Diese Resultate bestätigen und erweitern frühere Einzelergebnisse aus Europa und Nordamerika, stellen jedoch die erste koordinierte Untersuchung der fokalen HIFU-Therapie innerhalb des österreichischen Spitalswesens dar. „Unsere Arbeit zeigt, dass sich fokussierter Ultraschall bei sorgfältiger Patientenauswahl und präziser Ausführung sicher in die klinische Routine integrieren lässt“, betont das Studienteam.Wissenschaftlicher Fortschritt im Sinne einer personalisierten Medizin
Die Forschenden verweisen zugleich auf die Notwendigkeit längerer Nachbeobachtungen und randomisierter Studien, bevor die Methode Eingang in Leitlinien finden kann. Dennoch deutet sich bereits jetzt ein Paradigmenwechsel an, und zwar hin zu organerhaltenden Tumorbehandlungen, mit denen viele Männer eine sichere Deeskalation der Tumortherapie erhalten können.
„Diese Studie belegt einmal mehr die Forschungsstrategie der KL Krems, die auf interdisziplinäre Ansätze zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit setzt, insbesondere in der Onkologie und in der klinisch angewandten Innovation. Unterstrichen wird damit auch, dass wissenschaftlicher Fortschritt im Sinne einer „Personalisierten Medizin“ direkt in eine bessere Versorgung von Patienten münden kann“, so die KL Krems in einer Aussendung. (red/czaak)
Krise, welche Krise ?

Der qualitative Kunstauktionsmarkt funktioniert. Aktuell fallen wieder Rekordpreise. Anzahl der Verkäufe auch hoch. Ein Beispiel sind die Zeitgenossen im Wiener Dorotheum. Am 3. Dezember folgt Im Kinsky nächste Auktion mit hochkarätigen Werken.
236 Millionen Dollar für ein Werk von Gustav Klimt oder knapp 55 Millionen für eine Malerei von Frida Kahlo bei den aktuellen Kunstauktionen des internationalen Auktionshauses Sothebys in New York zeigen mit anderen Millionenverkäufen, dass qualitativ hochwertige oder namentlich prominente Kunstwerke wieder oder weiter potente Käufer finden.
Was augenscheinlich international gilt, ist auch im heimischen Markt zu beobachten. Nachdem im Wiener Dorotheum bei der „Klassischen Moderne“ eine Papierarbeit von Egon Schiele 3,2 Millionen Euro erzielte, wurden soeben auch im Segment der Zeitgenössischen Kunst (ab 1945) mehrere Rekorderlöse für heimische Maler vermeldet. Auch die Anzahl der verkauften Werke ist hoch, bei den zwei aufgeteilten Auktionen konnten für exakt 70 (!) Prozent der 372 angebotenen Lose Käufer gefunden werden. Der laufende Nachverkauf ist hier noch nicht berücksichtigt.
Zwei tschechische Künstler mit den höchsten Zuschlägen
Die gesamten Erlöse bei beiden Zeitgenossen-Auktionen beliefen sich inklusive Abgaben auf rund 11,5 Millionen Euro (Nachverkauf ebenso noch nicht berücksichtigt). Das teuerste Werk („Two Inquisitors II“) des tschechischen Künstlers Nikolaus Medek (1926 bis 1974) erzielte 812.000 Euro. Ebenso begehrt war eine Arbeit („Linie č. 109“) des auch aus Tschechien stammenden Künstlers Zdeněk Sýkora (1920 bis 2011) mit einem erzielten Preis von 737.500 Euro. Sýkora begann als einer der Ersten Bildkompositionen mittels Computer zu entwickeln.
Unter den weiteren Top-Ergebnissen waren Andy Warhols „Ten Jews“ mit 636.000 Euro, Fernando Boteros „Man Eating“ für 325.000 Euro, der Koreaner Lee Ufan mit „From Line No. 790256“ für 311.000 Euro, Carla Accardis „Scuro blu“ für 222.000 Euro oder Jean Fautriers „Le Marquis“, für 208.000 Euro. Hohe Zuschläge erzielten auch Werke von Josef Albers, Hans Hartung, Julian Schnabel oder Enrico Castellani. Die schon seit Jahren konsequent verfolgte Linie der Internationalisierung trägt weiter Früchte für das Auktionshaus Dorotheum (neben einer immer größeren Vielfalt bei anderen Auktions-Segmenten und ‑Formaten).
Relationen im Kontext mit Preis, Anzahl und qualitativer Wertigkeit
Rekordzuschläge, wenn auch vergleichsweise niedrigere Beträge, erzielten hier auch österreichische Maler, darunter eine großformatige rote Abstraktion des im Juni dieses Jahres verstorbenen Herbert Brandl mit 175.500 Euro oder Markus Prachensky (1932 bis 2011) mit 143.000 Euro für „Rot auf Weiß – Sebastianplatz“ aus 1960, ebenso eine rotdominierende Abstraktion — und als wirklich großartiges Bild auch die „Übermalung“ dieses Textes. economy konnte es auch in Natura bewundern.
Interessanter, weil aussagekräftiger für die aktuelle Marktsituation sind die Relationen bei Anzahl, qualitativen Wertigkeiten und Verkäufen. Von den bereits angeführten 372 angebotenen zeitgenössischen Werken im Dorotheum wurden eben exakt hohe 70 Prozent verkauft. Einzeln betrachtet waren es bei der höherwertigeren Auktion „Zeitgenossen I“ 78 von 113 angebotenen Werken und bei den niedrigpreisigeren „Zeitgenossen II“ waren es 181 von 259 Werken (ohne laufenden Nachverkauf).
Die Rolle der Österreichischen Künstler:innen
Bei „Zeitgenossen II“ wurden diese 181 Werke zu einem Gesamtpreis von knapp 3 Millionen Euro verkauft, daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Einzelpreis von rund 16.500 Euro. Einzelne Werke brachten aber auch hier Erlöse von (tlw. weit) über 100.000 Euro. Bei „Zeitgenossen I“ wurden die 78 Werke zum Gesamtpreis von knapp 8,5 Millionen Euro verkauft, macht 109.000 Euro als durchschnittlichen Einzelpreis. Sechs Werke brachten hier über 300.000 Euro, davon drei über 500.000 Euro.
Spitzenpreise gab es dabei auch für weitere Werke von Herbert Brandl oder Arnulf Rainer. Bilder von Hermann Nitsch blieben (abermals) etwas unter den Erwartungen. Weitere österreichische Künstler:innen bei der Auktion waren Martha Jungwirth (nicht mehr ganz so begehrt wie zuletzt), Brigitte Kowanz, Franz West (sehr begehrt), Erwin Wurm, Hubert Scheibl, Hans Staudacher, Otto Muehl oder Günter Brus.
Auktionsplattform für qualitativ gute aber noch unbekanntere Künstler:innen
Zusammengefasst im Kontext mit etwaigen Krisendiskussionen soll es schon schlechtere Auktionsergebnisse gegeben haben. In Verbindung mit Österreichischen Künstler:innen zeigt sich aber einmal mehr, dass nur die bekannten Namen im Auktionsgeschäft funktionieren bzw. von den Auktionshäusern genommen werden. Eine Art „Henne-Ei-Prinzip“. Hier wird dem typisch österreichischen Sammeln von Namen (und Wiedererkennbarkeit) Rechnung getragen. Aus unternehmerischer Sicht der Auktionshäuser an sich verständlich, Kataloge, Mitarbeitende, Vermarktung & Co. sind kostenintensiv.
Kunstmarktpolitisch, auch aus Sicht der Künstler:innen und deren Galerien, wäre es aber an der Zeit auch ein kuratiertes Auktions-Segment (inkl. gleiche Live-Auktionen) für qualitativ gute jüngere oder noch nicht so bekannte Künstler:innen zu eröffnen. Jüngeres kunstinteressiertes aber (noch) nicht finanzstarkes Publikum würde sich sicher freuen und die damit verbundene, vermarktungstechnisch immer wichtigere Sichtbarkeit in den Kunstmarkt-Datenbanken/-Portalen ist dann auch gegeben. In Deutschland ist etwa mit dieser Schiene das Auktionshaus „Grisebach“ schon länger erfolgreich.
Nächste wichtige Auktionen am 27. November und 3. Dezember
In Österreich hat neben Otto Ressler (Ressler-Auktionen) der Kunsthändler Roland Widder im Segment der Klassischen Moderne (Jahre 1900 bis 1935) begonnen auch noch nicht so bekannte Künstler über seine „Widder-Auktionen“ anzubieten, das nächste Mal am kommenden 27. November. Etablierte Österreichische Zeitgenossen kommen dann wieder am 3. Dezember im Auktionshaus Im Kinsky „zum Ruf“. Neben Rainer, Jungwirth, Nitsch & Co. werden hier auch zwei seltene frühe Werke von Alfred Kornberger (Wien 1933 bis 2002 Wien) angeboten. In Fachkreisen und musealen Sammlungen ist der expressive Kolorist schon lange Fixpunkt, beim breiteren Publikum noch nicht. Er ist also einer jener Künstler, die es noch zu entdecken gilt.
„Alfred Kornberger ist der Egon Schiele in der Kunst nach 1945. Das gilt für die gleiche handwerkliche Qualität und für seine ebenso vergleichbare Obsession für den weiblichen Akt“, urteilte der große Sammler und Museumsgründer Rudolf Leopold 2008 bei der Präsentation des von Franz Smola (damals Chefkurator Leopold Museum, jetzt Belvedere) herausgegebenen Werkverzeichnisses (WVZ) der Ölgemälde von Kornberger. Dieses WVZ gibt es auch online (siehe Link), man kann sich also „einschauen“ – um dann bei der Kinsky-Auktion einen neuen Treffer zu landen. (red/czaak ; Compliance-Hinweis : Die Familie des Autors betreibt in Wien eine Galerie)
Hochwasserschutz im Klimawandel

Der Klimawandel führt zu stärkeren Hochwasserkatastrophen. TU Wien und Joanneum Research entwickeln nun erstmals Modell zur Abbildung kombinierter Schutzmaßnahmen im privaten und öffentlichen Bereich.
Jetzt und in Zukunft müssen sich viele Gegenden der Welt auf stärkere Hochwasserkatastrophen einstellen. Mit individuellen Schutzmaßnahmen wie bauliche Maßnahmen oder Versicherungen sowie gemeinsame Anstrengungen zur Verringerung der Hochwassergefahr wie Dammbauten oder Rückhaltebecken gibt es zwei Stoßrichtungen.
Wie diese beiden Herangehensweisen einander beeinflussen, lässt sich in mathematischen Modellen darstellen. Forscher von TU Wien und Joanneum Research analysierte nun umfangreiches Datenmaterial und untersuchten, wie Natur und Gesellschaft im Hochwasserschutz ineinandergreifen. „Um Hochwasserschäden zu minimieren, braucht es beide Zugänge – den individuellen und den öffentlichen“, so ein Ergebnis der Analysen.
Nach der Flut ist vor der Flut und das Thema öffentliche Maßnahmen versus individuelles Verhalten„Nach einer Hochwasserkatastrophe ist die Bevölkerung meist stark sensibilisiert. Man ist eher bereit, in persönlichen Hochwasserschutz zu investieren, denkt über Notfallpläne nach, schließt vielleicht Versicherungen ab“, sagt Gemma Carr vom Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie der TU Wien. „Dazu wurden insgesamt 3770 Haushalte in ganz Österreich befragt“, so Carr. Ein Ergebnis zeigt aber auch klar, dass die privaten Schutzmaßnahmen stark zurückgehen, wenn es nach einer Hochwasserkatastrophe keine weiteren Hochwässer gibt.
Das kann sogar dazu führen, dass öffentliche Anstrengungen, die Hochwassergefahr zu verringern, negative Auswirkungen haben : „Wenn öffentliche Maßnahmen dazu führen, dass Hochwasserkatastrophen seltener werden, ist das natürlich erfreulich. Aber es bewirkt auch, dass die Sensibilität in der Bevölkerung zurückgeht, und viele Menschen auf individuelle Vorsorge verzichten, die aber eigentlich immer noch sehr sinnvoll wäre“, erklärt Gemma Carr von der TU Wien.Große Hochwasserkatastrophen werden voraussichtlich früher eintreten
Dieser Effekt ist schon seit längerer Zeit bekannt – aber die aktuelle Studie konnte ihn nun empirisch nachweisen und in ein sozio-hydrologisches Modell einbauen, in dem mathematisch analysiert werden kann, wie Natur, öffentliche und private Maßnahmen einander beeinflussen. Solche Modelle erlauben es nun auch, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesellschaft besser vorherzusagen.
„Durch den Klimawandel werden große Hochwasserkatastrophen voraussichtlich früher eintreten“, sagt Gemma Carr. „Vielleicht wäre das große Jahrhundert-Hochwasser ohne Klimawandel erst in einigen Jahrzehnten gekommen, mit Klimawandel steht es uns aber bereits in einigen Jahren bevor. Das bedeutet auch : Unsere öffentlichen Schutzmaßnahmen werden bis dahin noch nicht die Qualität haben, die wir in einigen Jahrzehnten erreicht hätten“, so Carr. „Kosten fallen somit früher an als gedacht, und sie sind höher.“Öffentliche und private Maßnahmen müssen miteinander verschränkt werden
Wichtig ist es, proaktiven Hochwasserschutz zu fördern und das nicht erst nach der großen Flut, sondern nach Möglichkeit schon davor. „Wir müssen Menschen besser informieren, wir müssen ihnen die Möglichkeiten zur Verfügung stellen, sich rechtzeitig zu schützen und das Bewusstsein für Hochwasserschutz verbessern. Dann sind langfristig die Kosten am niedrigsten“, betont Gemma Carr von der TU Wien.Öffentliche und private Maßnahmen dürfen nicht getrennt betrachtet werden – im optimalen Fall ergänzen sie einander. Das Modell zeigt auch : Wenn staatliche Maßnahmen zurückgefahren werden, erhöht sich das Risiko, und dieser Effekt kann durch verstärkte private Maßnahmen nicht vollständig ausgeglichen werden. „Auch wenn Vorsorgemaßnahmen auf individueller Ebene verstärkt werden sollten, ein Rückzug des Staates – also eine „Privatisierung des Risikos“ – wäre keine sinnvolle Lösung“, so eine weitere Erkenntnis. (red/czaak)
Elektrizitätsabgabe als Sprungbrett für Inflation

Österreichische Elektrizitätsabgabe 30-mal höher als von EU empfohlene Mindestbesteuerung von Strom bei betrieblicher Nutzung. Energiepreise für Statistik Austria zentraler Faktor für hohe Inflation und Teuerungen.
Die enorm hohe und entsprechend teure Elektrizitätsabgabe kostet Österreichischen Firmen und den privaten Haushalten Millionen Euro und final ist diese auch einer der Hauptgründe für die angespannte wirtschaftliche Situation. Im Rahmen ihrer laufenden Analysen hat auch die Statistik Austria den enormen Anstieg der Energiepreise als einen der zentralen Faktoren für die aktuelle Inflationsrate von vier Prozent angegeben.
Das Auslaufen der Energiepreisbremse
Für diese Steigerung mitverantwortlich ist insbesondere das Auslaufen der Energiepreisbremse (Anm. 30. April 2022 bis 31. Dezember 2024), im Zuge derer die Elektrizitätsabgabe für Strom vorübergehend auf 0,1 Cent pro Kilowattstunde gesenkt wurde. Seit 1. Jänner 2025 beträgt die Elektrizitätsabgabe in Österreich wieder 1,5 Cent pro Kilowattstunde und dazu kommen dann noch 20 Prozent Umsatzsteuer.
Während gerade energieintensive Großverbraucher diese Elektrizitätsabgabe unter bestimmten Bedingungen und nach einer komplexen Berechnung vom Finanzamt zurückfordern können, müssen alle anderen Betriebe sie bezahlen. Und da Haushalte nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, bezahlen diese auch noch die 20-prozentige Umsatzsteuer auf die Abgabe. Das macht dann hier in der Folge 1,8 Cent pro kWh.
Die politische Verantwortung von Bundesregierung und Nationalrat
Die Österreichische Politik nennt im Kontext mit den Themen Inflation und Preissteigerungen primär immer Lebensmittelhandel, Gastronomie oder Mieten – und eher nicht oder selten den Umstand mit der Elektrizitätsabgabe. Entsprechend kaum bekannt ist die Tatsache, dass Österreich mit einer Elektrizitätsabgabe von 1,5 Cent genau 30-mal höher liegt als die von der EU empfohlene Mindestbesteuerung von Strom bei betrieblicher Nutzung, so eine Analyse des niederösterreichischen Wirtschaftspressedienstes.
Die EU hat in ihrer Energiesteuerrichtlinie (Anm. 2003/96/EG) nämlich eine Mindestbesteuerung von 0,05 Cent pro kWh Strom bei betrieblicher Nutzung angeraten – und 0,1 Cent für nichtbetriebliche Nutzung. „Die alleinige Verantwortung für die Höhe dieser Abgabe und dieses sogenannte „Gold Plating“ liegt also nicht in Washington, Moskau oder Peking, sondern bei jenen politischen Parteien im österreichischen Nationalrat, die dem zugestimmt haben“, so der Niederösterreichische Wirtschaftspressedienst in einer Aussendung. Dem ist auch aus Sicht von economy nichts hinzuzufügen. (Niederösterreichischer Wirtschaftspressedienst/red/czaak)
Die Zukunft des Gesundheitswesens ist digital

Künstliche Intelligenz und Automation mit sicheren und souveränen Daten für ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen. Ein Expertenkommentar von Alexander Stoklas, Head of Digital Solutions T‑Systems Austria.
Der Gesundheitsbereich entwickelt sich zum Vorreiter beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Automation. Genauer betrachtet ist es die logische Antwort auf aktuelle Herausforderungen : demografischer Wandel, Fachkräftemangel und Kostendruck treffen auf einen hohen Bedarf an präziser Diagnostik, effizienter Verwaltung und individualisierter Patientenversorgung. Wo schafft hier nun Digitalisierung konkrete Verbesserung ?
Bei Sozialversicherungen helfen KI-gestützte Chatbots beim steigenden administrativen Aufwand trotz schrumpfender Belegschaften. In Krankenhäusern und Pflegezentren entlasten automatisierte Abläufe das Personal, etwa via Metaverse, wo Pflegende und Auszubildende Praxisszenarien risikofrei und mit maximalem Lerneffekt erleben. Dann Smart Chats, wo Nutzer:innen in natürlicher Sprache mit dem System interagieren und aus komplexen Inhalten relevante Erkenntnisse effizient herausfiltern. Bei einem von T‑Systems entwickelten Smart Chat erfolgt der Betrieb sozialdatenkonform in der Open Telekom Cloud (OTC) mit höchster Datensouveränität in der EU.
Entlastung im Klinikalltag
Im klinischen Umfeld unterstützt KI in der Diagnostik bei Röntgenbildern oder Laborwerten, bis zur früheren Erkennung einer Sepsis oder von Tumoren. Das kann Leben retten. Generell profitieren Ärzte von präziseren, schnelleren Ergebnissen und das verbessert die Behandlungschancen für Patienten und die Arbeitsbelastung des Personals. KI und Automation vereinfachen die Verarbeitung von Arztrechnungen, für schnellere Genehmigungsprozesse, geringere Kosten und zufriedene Versicherte mit ihren Leistungsansprüchen.
Für all diese Fortschritte braucht es neben technischer Innovation auch den passenden Umgang mit den benötigten Daten. Damit sensible Daten sicher und bedarfsgenau geteilt werden können, müssen Datenschutz und ‑Souveränität von Beginn weg mitgedacht werden. Als Beispiel die Diagnose : Die Voraussetzung für eine funktionierende Krebserkennung auf Röntgenbildern ist das Vorhandensein von Trainingsdaten — und die müssen für die Entwickler von KI-Modellen anonymisiert zur Verfügung stehen.
Vertrauenssache Daten
Je sensibler die Daten, umso wichtiger wird Datenschutz und ‑Sicherheit. Gerade in der besonders schützenswerten medizinischen Versorgung braucht es europäische Anbieter und Lösungen, die den rechtlichen Vorgaben der DSGVO und geopolitischen Sicherheitsaspekten gerecht werden.
Europa muss seine strengen Datenschutzregeln nicht als Innovationsbremse, sondern als Qualitätssiegel verstehen – und parallel KI-Nutzung aktiv fördern. Nur so kann der Gesundheitssektor trotz knapper werdenden Ressourcen eine hochwertige Versorgung sicherstellen und den demografischen Herausforderungen begegnen. KI ist im Gesundheitswesen bereits Realität. Ausschlaggebend dafür ist eine verantwortliche wie europäische Gestaltung. Als T‑Systems stehen wir hier als verlässlicher Partner mit jahrzehntelanger Erfahrung zur Seite.
Wohnungsmieten als Wachstumshindernis

In Deutschland steigen Mieten bei Neuverträgen um bis zu 75 Prozent. Experten sehen negative Auswirkungen auf sozialen Zusammenhalt und Wachstum von Städten.
Der Mietmarkt in deutschen Großstädten spaltet sich zunehmend. Während die Mieten bei bestehenden Verträgen nur moderat zulegten, stiegen diese bei Neuverträgen in den sieben größten deutschen Städten seit 2013 um rund 75 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des deutschen ifo Instituts.
Berlin an Spitze bei Differenz zwischen Bestandsmieten und Neuverträgen
„Diese Entwicklung droht zum sozialen Sprengstoff und zum Wachstumshemmnis für Städte zu werden : Wenn Arbeitskräfte sich Wohnen in den Metropolen nicht mehr leisten können, verlieren die Städte an wirtschaftlicher Kraft“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Innovationsökonomik und Digitale Transformation sowie einer der Studien-Autoren.
Die ifo-Forscher berechneten zudem, wie stark Mieten in bestehenden Verträgen und in Neuverträgen auseinanderfallen : Im Durchschnitt beträgt der Unterschied 4,48 Euro pro Quadratmeter, was einem Aufschlag von 48 Prozent entspricht. Besonders groß ist die Differenz in Berlin mit rund 70 Prozent, gefolgt von München mit 45 Prozent und Hamburg mit 37 Prozent. In Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf liegen die Aufschläge zwischen 30 und 36 Prozent.Der Mietmarkt wird zur Lotterie
„Auf dem Wohnungsmarkt öffnet sich zunehmend eine Schere : Während Mieterinnen und Mieter im Bestand von regulierten und stabilen Preisen profitieren, zahlen Wohnungssuchende bei Neuverträgen deutlich höhere Mieten“, sagt Simon Krause, ifo-Forscher und Koautor der Studie. „Das kann bei gleicher Lage und gleicher Wohnungsgröße mehrere hundert Euro Unterschied bedeuten und damit wird der Mietmarkt zu einer Lotterie“, unterstreicht Krause.
Die Studie beleuchtet erstmals die Folgen für die Mietbelastung getrennt nach Bestand und Neuvermietungen. Im Bestand liegt die durchschnittliche Mietbelastung bei Haushalten mit niedrigem Einkommen seit Jahren stabil bei rund 35 Prozent. Bei Neuvermietungen steigt sie dagegen deutlich und erreicht in Großstädten inzwischen fast 50 Prozent.Die Mobilität der Menschen und ihre Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt
„Angesichts der großen Differenz zwischen der Miete in bestehenden Verträgen und Neuverträgen bleiben die Menschen lieber in ihren günstigen Wohnungen, auch wenn diese nicht mehr zu ihrer Lebenssituation passen. Das senkt die Mobilität der Menschen und beeinträchtigt ihre Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt“, sagt Pascal Zamorski vom ifo-Institut und ebenso Koautor der aktuellen Studie.
„Die Politik müsse stärker auf der Angebotsseite ansetzen und den Wohnungsbestand effizienter nutzen. Entscheidend seien niedrigere Kosten beim Bau sowie bei Kauf bzw. Verkauf, schnellere Genehmigungen und gezielte Förderung bezahlbarer Wohnungen. Die Regulierung von Mietpreisen könne zwar dämpfend wirken, löse aber das Problem des knappen Wohnraums nicht“, so die Analyse der ifo-Experten. (red/cc)Sicher allein anlegen, Einhand-Hafenmanöver

Langjähriger Segeltrainer und Autor Rudolf F. Czaak bringt neues Buch heraus. Trainings- und Nachschlagwerk mit über 160 Seiten und 150 Abbildungen zeigt, wie Boote und Yachten sicher allein manövrierbar sind.
Rechtzeitig vor Weihnachten veröffentlicht der langjährige Skippertrainer Rudolf Franz Czaak mit „Einhand‑Hafenmanöver weltweit“ ein kompaktes Trainings‑ und Nachschlagewerk für alle, die Boote und Yachten allein sicher manövrieren wollen. Das neue Buch zeigt systematische Abläufe für das sogenannte Med‑Mooring, Fingerstege, Boxengassen, Bojen, Ankern und Manöver bei Seitenwind. Über 150 Abbildungen machen jeden Schritt nachvollziehbar – vom Leinenhandling bis zur Fehlerkorrektur.
Einhand-Anlegen ist erlernbares Handwerk
„Einhand‑Anlegen ist kein Kunststück, sondern Handwerk – wenn die Abläufe stimmen. Mein Ziel war, diese Abläufe sichtbar und trainierbar zu machen“, sagt Rudolf Franz Czaak. Das mehr als 160-seitige Fachbuch, richtet sich an Schiffseigner, Charterskipper, Profiskipper und Vereine. Im Fokus stehen klare Schrittfolgen, Checklisten und typische Fehlerbilder mit einfachen Gegenmaßnahmen, praxiserprobt für alle Yacht‑Typen und Häfen.
Praxiserprobt für alle Yacht-Typen und Häfen
Praxiserprobt für alle Yacht-Typen und Häfen verbindet Czaak Erfahrungen aus seiner jahrzehntelangen Motor‑ und Segeltätigkeit mit einer visuellen Didaktik, die Manöver reproduzierbar macht – und das unabhängig von Yachtgröße oder Hafensituation. Die deutsche Printausgabe ist zum Preis von EUR 37,90 verfügbar ; das E‑Book für EUR 24,90 steht über die Website bereit (siehe Link). Große Nautik‑Shops führen das Buch bereits. (red/cc)
“Raus aus Öl und Gas”

BM für Klima und Landwirtschaft avisiert Neuauflage der Förderschiene „Raus aus Öl und Gas“. 1,8 Mrd. Euro für entsprechende Sanierungsmaßnahmen. Energieunternehmen und Wirtschaftskammer begrüßen Entscheid.
Das Umwelt- und Klimaministerium startet die Sanierungsoffensive Neu “Raus aus Öl und Gas”. Vorgestellt wurde die Sanierungsoffensive von Klima- und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, der Vorsitzenden der Kommission Umweltförderung Inland und steirischen Landesrätin Simone Schmiedtbauer und von Andreas Vidic, Abteilungsleiter bei der Kommunalkredit Public Consulting GmbH.
Im Zentrum stehen ein effizienter Mitteleinsatz und Planungssicherheit für Privathaushalte und umsetzende Betriebe. Die Sanierungsoffensive Neu setzt dabei auf zwei zentrale Instrumente : Den Kesseltausch für klimafreundliche Heizsysteme und den Sanierungsbonus für die thermisch – energetische Sanierung. Dafür sind von 2026 bis 2030 jährlich 360 Millionen Euro vorgesehen, insgesamt somit 1,8 Milliarden Euro.
Effizienter Einsatz von Steuermittel
Die bisherigen Förderungen im Bereich Sanierung und Heizungstausch wurden einer umfassenden Effizienzprüfung unterzogen. Angaben zufolge hat eine Analyse des Schweizer Instituts Prognos großes Einsparungspotenzial aufgezeigt. Künftig wird die Förderquote daher von bisher max. 75 Prozent auf max. 30 Prozent reduziert.
„Das ist immer noch hoch genug, um attraktive Anreize für den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen und für thermische Sanierungen zu schaffen und die öffentlichen Mittel werden effizienter eingesetzt“, so das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz in einer Aussendung. Führende Dienstleister für eine effiziente Energienutzung von Betrieben und Privatpersonen unterstützen diese Neuauflage.
Führende Energiedienstleister wie WOLF begrüßen Wiederaufnahme
„Wir begrüßen die Wiederaufnahme der “Raus aus Öl und Gas”-Förderung bis 2030 und die damit verbundene Planungssicherheit“, sagt Martin Kloboucnik, CEO von WOLF Heiz- und Klimatechnik. „Der abrupte Stopp der Förderung im Dezember letzten Jahres hat unsere Branche wie unsere Kunden verunsichert und stark belastet – umso erfreulicher ist jetzt die mehrjährige Ausgestaltung sowie die gesetzliche Festschreibung dieser Förderung“, unterstreicht Wolf, der auch Funktionär der Wirtschaftskammer ist.
„Wir setzen Steuergeld effizienter ein als bisher und geben Privathaushalten und Betrieben echte Planungssicherheit. Mit der Sanierungsoffensive ermöglichen wir den Wechsel von mehr als 30.000 fossilen Heizungen pro Jahr auf klimafreundliche Alternativen“, sagt Norbert Totschnig als verantwortlicher Bundesminister.
„Wir reduzieren zudem den CO2-Ausstoß um rund 270.000 Tonnen pro Jahr, schaffen rund 8.800 Green Jobs und generieren jährlich eine regionale Wertschöpfung von mehr als 1,4 Milliarden Euro“, betont Totschnig. Leistungen für den Kesseltausch werden ab sofort anerkannt und weitere Antragstellungen zur neuen Förderschiene sind Angaben zufolge ab Mitte November über das Web-Portal Sanierungsoffensive möglich. (red/cc)
Weniger Privatkonkurse und das Thema Sozialhilfe

In Niederösterreich gibt es unter Privaten weniger Konkurse und parallel gibt es neue Zahlen zur Sozialhilfe in den Bundesländern.
In Niederösterreich ist die Zahl der eröffneten Privatinsolvenzen in den ersten drei Quartalen 2025 um rund vier Prozent (von 982 auf 945) zurückgegangen, so der Kreditschutzverband von 1870 (KSV). Bundesweit ist die Zahl der bei Gericht angestrebten Schuldenregulierungsverfahren in den ersten neun Monaten um ein Prozent gesunken.
Großer Anteil bei Privatkonkursen betrifft ehemalige Selbständige
Niedriger geworden ist in Niederösterreich auch Schuldenberg, so eine Analyse des Niederösterreichischen Wirtschaftspressedienstes auf Basis der Zahlen von KSV1870. Die heuer zwischen Anfang Jänner und Ende September in die private Pleite geschlitterten Niederösterreicher haben Passiva in Höhe von 120 Millionen Euro angehäuft. Das sind um mehr als ein Drittel (minus 34 Prozent) weniger als zum Vergleichszeitpunkt 2024, als es noch 182 Millionen Euro gewesen waren.
Ein großer Anteil betrifft hier ehemalige Selbständigen, auf die rund ein Drittel der eingeleiteten Privatkonkurse entfallen. Weitere Gründe für Zahlungsunfähigkeit sind der Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheit oder Scheidung sowie sorgloser Umgang mit Geld
57 Millionen Euro Sozialhilfe in Niederösterreich und 807 Millionen in Wien
Aktuell wurden auch die Zahlen rund um das Thema Sozialhilfe verlautbart. In Niederösterreich ist 2023 an 11.315 bezugsberechtigte Personen Sozialhilfe in Höhe von 57 Millionen Euro ausbezahlt worden. Diese Zahl gab Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) bekannt. Der Bund verhandelt zurzeit mit den Ländern das Programm „Sozialhilfe NEU“.
Mit Abstand am meisten Sozialhilfe fließt nach Wien. 2023 haben in der Bundeshauptstadt 142.001 Bezugsberechtigte 807 Millionen Euro erhalten. Auf Platz zwei liegt die Steiermark (14.368 Bezieher, 80 Millionen Euro). Dann folgen Niederösterreich und Tirol (8.920 Bezieher, 49 Millionen Euro). (red/cc)
Unverantwortlich gegenüber kommenden Generationen

Agenda Austria erhebt drohende Kostenbelastungen von höheren Zahlungen bei Beamten und Pensionen und warnt vor milliardenschweren Folgewirkungen auf Staatshaushalt sowie gesellschaftspolitischen Auswirkungen.
Angesichts der schwierigen budgetären Lage drängt die Bundesregierung nun darauf, den Gehaltsabschluss im öffentlichen Dienst für das kommende Jahr noch einmal aufzuschnüren. Dazu finden aktuell Treffen zwischen Regierungsvertretern und der Gewerkschaft statt. Gleichzeitig wird über die Erhöhung der Pensionen beraten.
Nach derzeitigem Stand würden niedrigere Pensionen um die vollen 2,7 Prozent Inflation erhöht, mittlere bis hohe Renten erhalten einen monatlichen Fixbetrag in Höhe von 67,50 Euro. Berechnungen der Agenda Austria zeigen nun, wie sich die Abschlüsse bei den Gehältern der öffentlich Bediensteten und die Pensionserhöhungen auf den Staatshaushalt auswirken.
Anpassung Pensionsantrittsalter an die steigende Lebenserwartung
Selbst bei einer Nullrunde würden die Pensionsauszahlungen mit 700 Millionen Euro steigen. Grund dafür ist die demografische Entwicklung. Nur bei einer Nullrunde für öffentlich Bedienstete und Pensionisten sowie einer Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters um ein Jahr könnte die Regierung 1,8 Milliarden Euro einsparen. Sollte es neben der beschlossenen sozialen Staffelung bei den Pensionen auch zu einem Beamtenabschluss ohne Aufschlag auf die Inflation kommen, bleiben Mehrkosten von 4,4 Milliarden Euro.
„Wenn die Gehälter für Beamte erhöht werden und die Pensionen steigen, ohne das Pensionsantrittsalter an die steigende Lebenserwartung anzupassen, drohen uns Belastungen im Staatshaushalt in Milliardenhöhe, die sich jedes Jahr fortsetzen werden. Das ist unverantwortlich gegenüber kommenden Generationen und alles andere als fair“, unterstreicht Dénes Kucsera, Ökonom bei Agenda Austria. (red/cc)
Diskussion über Mindestalter für Social-Media-Nutzung

Deutschland debattiert eine Altersbeschränkung bei der Verwendung von sozialen Medien. Eine Mehrheit der Bevölkerung ist aktuell dafür, auch viele Jugendliche wünschen strengere Regularien.
Eine deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung spricht sich aktuell für eine stärkere Altersbeschränkung bei der Nutzung von Social Media aus : satte 85 Prozent der Erwachsenen wünschen sich ein Mindestalter von 16 Jahren für die Einrichtung eines eigenen Social-Media-Accounts. Das zeigen die Ergebnisse des repräsentativen ifo Bildungsbarometers 2025, für das knapp 3.000 Erwachsene und über 1.000 Jugendliche deutschlandweit befragt wurden.
Auch Mehrheit der Jugend sehen Social Media kritisch
Selbst unter den 14- bis 17-Jährigen ist eine relative Mehrheit der Befragten mit 47 Prozent dafür. Viele sehen negative Folgen für Kinder und Jugendliche, wie etwa für die psychische Gesundheit oder die schulischen Leistungen. „Die Ergebnisse zeigen : Die Sorgen in der Bevölkerung über mögliche Risiken sozialer Medien sind groß“, sagt Ludger Wößmann, Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik. „Bemerkenswert ist, dass selbst viele Jugendliche strengere Regeln befürworten“, ergänzt Vera Freundl, Forscherin beim ifo-Institut.
Soziale Medien nehmen mittlerweile einen zentralen Stellenwert im Alltag der deutschen Bevölkerung ein : 78 Prozent der Jugendlichen und 58 Prozent der Erwachsenen verbringen werktags unter der Woche mehr als eine Stunde täglich mit sozialen Medien. Gleichwohl würden 47 Prozent der Erwachsenen lieber in einer Welt ohne soziale Medien leben und nur 40 Prozent lieber in einer Welt mit sozialen Medien. Bei den Jugendlichen leben hingegen 68 Prozent lieber in einer Welt mit sozialen Medien.Verbot von Smartphones an Schulen
Eine deutliche Mehrheit der Befragten spricht sich auch für ein Verbot von Smartphones an Schulen aus. An Grundschulen wollen 64 Prozent der Erwachsenen und 57 Prozent der Jugendlichen die Handy-Nutzung während des Unterrichts verbieten, an weiterführenden Schulen sind es 63 Prozent bzw. 58 Prozent. Gleichzeitig wünschen sich 66 Prozent der Jugendlichen, dass der Umgang mit Künstlicher Intelligenz in den Unterricht aufgenommen wird.„Das signalisiert : Die Jugendlichen wollen klare Grenzen für ablenkende Technik, aber eine gezielte Förderung bei zukunftsrelevanten digitalen Kompetenzen“, unterstreicht Katharina Wedel vom ifo-Institut und Co-Autorin der Studie. Für das ifo Bildungsbarometer 2025 wurden Angaben zufolge im Mai und Juni 2.982 Erwachsene (18 – 69 Jahre) und 1.033 Jugendliche (14 – 17 Jahre) in Deutschland repräsentativ befragt. (red/rucz)
Das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit

Über 90 Prozent der Jugendlichen nutzen Soziale Medien mehrere Stunden täglich. Diese intensive Nutzung birgt Risken aber auch Chancen. Ein Kommentar von Laurin Czaak.
Soziale Medien sind aus dem Alltag von Jugendlichen kaum mehr wegzudenken. Plattformen wie Instagram, TikTok, Snapchat oder YouTube prägen den Alltag vieler junger Menschen und beeinflussen, wie sie kommunizieren, sich informieren und sich selbst darstellen. Laut aktuellen Studien nutzen über 90 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren regelmäßig soziale Netzwerke.
Dabei sind sie im Durchschnitt mehrere Stunden täglich online – häufig über das Smartphone. Diese intensive Nutzung birgt viele Risiken. Es braucht Aufklärung, Selbstreflexion und Unterstützung beim Thema Medienkompetenz. Dann bieten sich auch viele Chancen.
Das Streben nach Anerkennung in der sensiblen Phase der Identitätsfindung
Einer der Hauptgründe für die intensive Nutzung sozialer Medien ist das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit. Jugendliche tauschen sich über Chatfunktionen aus, teilen Fotos oder Videos, folgen Influencern und lassen sich von Trends inspirieren. Likes, Kommentare und Followerzahlen geben ein Gefühl von Anerkennung, was gerade in der sensiblen Phase der Identitätsfindung eine große Rolle spielt.
Neben den vielen Möglichkeiten, die soziale Netzwerke bieten, gibt es auch ernstzunehmende Risiken. Ein zentrales Problem ist der steigende Druck zur Selbstdarstellung. Viele Jugendliche vergleichen sich mit inszenierten Bildern anderer und fühlen sich dadurch unzureichend oder unzufrieden mit sich selbst. Dies kann das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und im schlimmsten Fall zu psychischen Problemen wie Depressionen oder Essstörungen führen.
Von Cybermobbing und Datenschutz über Wissensaneignung zur kreativen Selbstentfaltung
Auch Cybermobbing ist ein gravierendes Thema. Durch die ständige Erreichbarkeit und Anonymität im Netz sind Jugendliche oft Angriffen ausgesetzt, die weitreichende Folgen haben können. Zudem sind Datenschutz und Privatsphäre vielen jungen Nutzerinnen und Nutzern nicht ausreichend bewusst. Persönliche Daten, Bilder oder Standorte werden oft leichtfertig preisgegeben, ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken.
Trotz dieser Gefahren bieten soziale Medien auch viele Chancen. Sie ermöglichen kreative Entfaltung, fördern digitale Kompetenzen und bieten Zugang zu Wissen, Meinungen und weltweiten Netzwerken. Jugendliche können sich über soziale und politische Themen informieren, sich engagieren oder sogar selbst Inhalte erstellen, die gesellschaftliche Wirkung entfalten.
Ein bewusster und reflektierter Umgang
Wichtig ist jedoch ein bewusster und reflektierter Umgang mit sozialen Medien. Schulen, Eltern und die Gesellschaft insgesamt sind gefragt, Jugendliche bei der Mediennutzung zu begleiten. Aufklärung über Risiken, Förderung von Medienkompetenz und offene Gespräche über digitale Erfahrungen können dazu beitragen, dass junge Menschen soziale Medien selbstbestimmt und verantwortungsvoll nutzen.
Fazit : Die Nutzung sozialer Medien ist für Jugendliche heute selbstverständlich – sie birgt jedoch neben großen Chancen auch erhebliche Risiken. Nur durch Bildung, Aufklärung und bewussten Umgang kann Social Media zu einem positiven Bestandteil der Lebenswelt junger Menschen werden. (Laurin Czaak, Schüler an der HAK-Krems/Niederösterreich).
„Digga, was laberst du?“

Jugendliche sprechen oft in einer eigenen Sprache voller Abkürzungen, Fremdwörter und Neuschöpfungen. Was für viele Erwachsene befremdlich klingt, ist Ausdruck von Identität, Gruppenzugehörigkeit und gesellschaftlichem Wandel.
„Bruder, das ist cringe“ ist beispielsweise ein Satz, der viele Erwachsene ratlos zurücklässt. Doch für viele Jugendliche gehört er zum normalen Sprachgebrauch. Aktuelle Ausdrücke von Jugendlichen sorgen oftmals für Stirnrunzeln, Lacher oder auch Kopfschütteln. Manche sehen darin den Untergang der deutschen Sprache, andere erkennen die Kreativität und Ausdruckskraft einer jungen Generation. Aber was steckt wirklich hinter der Sprache der Jugend – und warum sollten wir genauer hinhören ?
Sprache als Spiegel der Jugendkultur
Viele neue Begriffe stammen aus dem Englischen : „Slay“, „Rizz“ oder „Goofy“ werden vor allem über You Tube oder TikTok verbreitet. Andere Begriffe kommen aus Computerspielen oder der Streaming-Welt. Wieder andere stammen aus dem Türkischen („Wallah“ – ich schwöre) oder Arabischen („Lan“ – Alter). Diese sprachliche Vielfalt zeigt : Die Jugend ist global vernetzt, kulturell vielfältig – und kreativ im Umgang mit Sprache.
Jugendsprache ist mehr als ein paar coole Wörter. Sie ist ein soziales Werkzeug. Wer dazugehört, spricht sie. Wer nicht mitkommt, bleibt außen vor. Jugendliche nutzen Sprache, um sich von der Erwachsenenwelt abzugrenzen, Gruppenzugehörigkeit zu zeigen oder Emotionen auszudrücken. Dabei entstehen ständig neue Begriffe, die oft blitzschnell wieder verschwinden.
Der Einfluss von Social Media
Noch nie hat sich Jugendsprache so schnell entwickelt wie heute. Grund dafür ist vor allem das Internet und die neuen Sozialen Medien. Auf TikTok etwa entstehen täglich neue Trends, aus denen neue Begriffe hervorgehen. Ein kurzes Video mit einem lustigen Spruch kann Millionen Jugendliche erreichen – und ein neues Wort in die Alltagssprache bringen. Begriffe wie „NPC“ (Non-Playable Character bzw. jemand, der keine eigene Meinung hat) oder „Delulu“ (von „delusional“ bzw. realitätsfern) verbreiten sich dann viral ganz rasch. Sie können aber auch genauso schnell wieder verschwinden.
Auch Emojis und Abkürzungen wie „LOL“oder „WTF“ und ganze Satzstrukturen sind Teil der modernen Jugendsprache. Sprache wird dabei nicht nur gesprochen, sondern auch geschrieben, gepostet und geshared, vulgo : geteilt, und das in Stories, Kommentaren oder Memes.
Zwischen Kreativität und Unverständnis
Seit einigen Jahren wählt der Langenscheidt-Verlag das „Jugendwort des Jahres“. Begriffe wie „Smash“, „Digger“ oder „I bims“ standen dabei im Mittelpunkt. Viele Erwachsene fragen sich, ob das wirklich authentische Jugendwörter sind – oder eher ein PR-Gag. Denn nicht alle Begriffe stammen tatsächlich aus dem Alltagsgebrauch. Trotzdem zeigt die Wahl, wie lebendig und wandelbar Sprache sein kann – und dass die Öffentlichkeit sich mit Jugendsprache auseinandersetzt.
Für viele ältere Menschen wirkt Jugendsprache chaotisch, grammatikalisch falsch oder gar respektlos. Doch diese Reaktion ist nicht neu. Schon in früheren Generationen gab es eigene Begriffe, die Erwachsene nicht verstanden – ob es in den 80ern „geil“, in den 90ern „knorke“ oder in den 2000ern „lässig“ war.
Der Wandel von Sprache als Zeichen für deren Lebendigkeit
Jugendsprache ist also kein Sprachverfall, sondern Ausdruck einer sich verändernden Gesellschaft. Sie zeigt, wie Jugendliche die Welt sehen – oft humorvoll, kritisch, kreativ. Wer sich die Mühe macht, die Begriffe zu verstehen, bekommt einen spannenden Einblick in Denkweisen, Trends und Werte junger Menschen.
Jugendsprache mag provokant oder fremd wirken – doch sie ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Sprache sich anpasst, erneuert und von der jungen Generation mitgestaltet wird. Statt sie zu belächeln, sollten wir sie als Teil unserer kulturellen Entwicklung ernst nehmen. Ist es nicht an der Zeit, weniger über „korrekte Sprache“ zu diskutieren – und mehr darüber, was sie uns über die Jugend und unsere Gesellschaft verrät ? Nfg. ein paar Links zu weiteren Quellen und Geschichten zum Thema Jugendsprache. (Laurin Czaak/red)
Langenscheidt – Jugendwort des Jahres
Uni Leipzig zur Jugendsprache (PDF)
Spiegel Online – Wie Wortneuschöpfungen entstehen (aus 2023)