Auf das es in baldiger Bälde nun wirklich wieder baldigst besser wird

Und auf das unsere letztjährigen 561 Geschichten wiederum informatives Lesevergnügen vermitteln konnten und der diesmal ebenso wie gewohnt empfohlene Stones-Song die begleitend nötige Durchhalteintensitätsstärkevermögensbasis bis zu unserem Re-Start am Di, den 13. Jänner 2026.
(red/cc) Redaktion und Verlag von economy wünschen allen Lesern und wie gewohnt natürlich auch allen Leserinnen sowie Partnern und Werbekunden ein herrlich großartig wunderbar spannend erfüllendes neues Jahr. Dazu ebenso wie gewohnt neue und abermals schreibefreiende Erkenntnisse zur Findung neuer Horizonte — die mit einem möglichst unfallfreien Ankommen im kommenden 2+26er Jahr ergänzt werden dürfen.
Orientierung und Reflexion
In passender Kombination dazu soll der angefügte Link zu einem der allerbesten Musikwerke aller Zeiten für die etwaig nötige Orientierung und die unterstützende Reflexion sorgen : „Midnight Rambler“. Der Song wurde 1968 von Mick Jagger und Keith Richards in der italienischen Bergstadt Positano geschrieben und soll auch einen Gedanken an den 2021 verstorbenen Stones-Drummer Charlie Watts vermitteln — und eine Würdigung zum aktuellen 82. Geburtstag (18.12.43) von Keith Richards ausdrücken. Die aktuell empfohlene Version von „Midnight Rambler“ ist Live vom Madison Square Garden in New York (US), 2003.
Für Richards eine „Blues Oper”
Das Lied erschien erstmals 1969 auf dem Studio-Album „Let It Bleed“, u.a. gemeinsam mit “You Can’t Always Get What You Want, But If You Try, Sometimes, You Get, What You Need” (die Lebenshymne übrigens des besten Mitarbeiters von economy). Der Midnight Rambler wird als eine Person beschrieben, die im Dunkeln, von Mitternacht bis zum frühen Morgen, wenn der Hahn kräht, umherstreunt und ihr Unwesen treibt. Es heißt, dass er sich in einen schwarzen Katzenmantel hüllt, ohne Vorwarnung kommt, über die Gartenmauer springt und seine Fußspuren hinterlässt. Für Keith Richards ist es „eine Blues Oper, die außer den Rolling Stones niemand hätte schreiben können.“
Das Jahr 2026 beginnt aus der Sicht von economy so richtig wieder am 13. Jänner
So wie die Texte von economy, die außer den economysten niemand hätte schreiben können. In diesem Sinn, auf in ein spannendes 2+26er im 27. Jahr nach unserer Gründung — und das beginnt aus Sicht von economy so richtig wieder am Dienstag, den 13. Jänner 2026. Dieses Jahr muss nun nach langer Durststrecke ein gutes Jahr werden. Allein deshalb, weil die Rolling Stones hoffentlich wirklich noch 1mal auf Europa-Tournee gehen sollen sollten und dabei dann auch im Wiener Ernst Happel Stadion auftreten.
„Es geht um Vertrauen als die neue Leadership-Kultur“

Steffen Lange, neuer Landeschef von Salesforce Austria, im Gespräch über die ideale Customer-Journey, die Zukunft der Arbeit und den Geist des Silicon-Valleys in Österreich.
„Letztes Jahr war eine Sternstunde der IT“

Peter Lenz, Managing Director T‑Systems Alpine Österreich & Schweiz, im Gespräch mit economy über Sternstunden der IT, Unternehmen mit dem Rücken zur Wand und die neue Smart Factory an der TU-Graz.
Economy : Peter Lenz, Managing Director T‑Systems Alpine, Österreich und Schweiz. Wie haben Sie denn dieses letzte Jahr erlebt ?
Peter Lenz : Man könnte sagen, für den IT-Markt war Corona gut. Es war eine Sternstunde der IT, die letztes Jahr stattgefunden hat, auch pandemiebedingt.
Viele Unternehmen, viele Organisationen haben erkannt, wie wichtig eine funktionierende IT für ihr Geschäftsmodell ist, aber auch für ihr Überleben.
Und nicht zuletzt hat sich auch bestätigt, dass ein verlässlicher und erfahrener Partner gerade für die Umsetzung kurzfristiger Anforderungen unerlässlich ist.Was waren denn so die Schwerpunktthemen ?
Zuerst ging es ganz stark um die Netze, die Datenleitungen, die Bandbreiten, dann verlagerte sich das Geschehen eher auf den Client, also das Notebook zu Hause bei/m MitarbeiterIn.
Dann ging es weiter mit Security-Themen, die schnell aktuell wurden, weil sich sehr viel Cyber-Crime auch auf das Home-Office fokussierte.
Gesonderte Beachtung braucht hier dann das Thema Firewall, die genau zwischen Firmennetzwerk, Internet und Heimarbeitsplatz stehen.Lässt sich der Zeitfaktor eingrenzen, zwischen Reaktionsphase versus Aktionsphase bei den Unternehmen ?
Viele sind gut durchgekommen, gerade in unserem Kundensegment, und konzentrieren sich jetzt auf die Zukunft. Da bewegen wir uns auch stark im Bereich SAP‑S/4Hana und hier von der Konzeption bis zur Umsetzung einer durchgängigen Digitalisierung der Wertschöpfungsketten.
Es wird ganz viel wieder in die Zukunft geschaut und auch in die IT investiert.Was waren die kritischen Erfolgsfaktoren ?
Unternehmen, welche sich bereits im Vorfeld mit Krisen oder Notfällen auseinandergesetzt haben, die sind nicht mit dem Rücken zur Wand gestanden.
Aber bei den anderen, die sich weniger Gedanken gemacht haben, war es eine echte Krise. Zum Teil wurden Stand-PCs in die Home-Offices transportiert und durch die fehlende Netzwerkanbindung wusste man erst mal gar nicht, wie es weiter geht.Wo sollten Betriebe bei Planung und Umsetzung generell ansetzen ?
Wichtig sind einmal die Dimensionen. Ist es ein internationaler Betrieb mit entsprechend verteilten Standorten und Mitarbeitern oder agiert der Kunde eher regional.
Davon ausgehend die Frage, welche IT-Services und Applikationen die Mitarbeiter nutzen, etwaig mit einem speziellen Fokus auf Cloud-Services.
All das muss bei Dimension und Varianten von Firewalls und VPN-Einwahlknoten beachtet werden, bis hin zu benötigten Bandbreiten und Redundanzen.Bleiben wir kurz beim Thema Auslagern, Outsourcing. Sie haben vorhin SAP‑S/4Hana erwähnt, welche Umstellungen stehen an ?
Es ist jetzt wichtig die Umstellung zu machen, um das immer größer werdende Feature-Set von SAP‑S/4Hana zu nutzen, das wirklich im Wochen- und Monatstakt umfangreicher wird.
Wenn ich jetzt umstelle, kann ich diese Reise als Unternehmen, als Organisation mitmachen.Cloud-Thematik, also eine flexible, bedarfsorientierte Nutzung von vielen IT-Services. Wie ist hier Entwicklung ?
Da haben wir nun alle Spielarten, nehme ich eine Hybrid-Cloud, Datenhaltung teilweise lokal oder teilweise auch in einem Public-Bereich.
Oder nutze ich eine Private-Cloud, die mir ein Provider wie eine T‑Systems unter Europäischen Datenschutzregeln zur Verfügung stellt.
Oder gehe ich auf die sogenannten HyperScaler (Anm. Azure, Amazon Web Services, die auch Sinn machen können.
Wichtig für die Kunden der T‑Systems ist hier, dass wir all diese verschiedenen Szenarien kombinieren und spielen können und dabei immer die individuellen Compliance- und Datenschutzanforderungen des jeweiligen Kunden erfüllen.Generell Thema Datenmanagement, auch im Kontext Business Intelligence, welche Trends oder Erfahrungswerte gibt es hier ?
Im Business-Kontext sehen wir natürlich viel, gerade wenn es um Auswertungen geht, um große Datensätze oder wenn es um die Verarbeitung von Bild-Signalen geht.
Da sind wir dann schon in der Produktion, etwa beim Thema Qualitätssicherung und überall hier kann ich Artificial Intelligence einsetzen.
Das Thema Massen-Daten (Big Data) spielt für größere Unternehmen aber auch in einem anderen Kontext eine große Rolle, Stichwort Process Mining. Statt über Interviews und Papier-Analysen werden hier Metadaten aus den Software-unterstützten Unternehmensprozessen genutzt, um die Prozessabläufe zu optimieren.
Die Deutsche Telekom hat damit im zweistelligen Millionenbereich Kostenoptimierungen realisieren können, u.a. durch einfache Maßnahmen wie Zahlungsstrom-Verbesserung und Priorisierungen.Das Thema verbunden mit Daten ist KI. Was gibt es hier an erwähnenswerten Trends ?
KI/AI hat sich sehr schnell in der Breite etabliert — intuitive, einfache Bedienungen auch von komplexen Anwendungen ist eines der Ergebnisse, Stichwort etwa Handy-Kamera und Bildbearbeitung. Und diese Anwendungen aus dem Consumer-Bereich werden nun zunehmend auch in Unternehmen eingesetzt. Wartungsmitarbeiter, die durch Virtual- oder Augmented-Reality flexibel und ortsunabhängig arbeiten können. Ärzte, die mit interaktiver Sprachkommunikation auf zusätzliche Daten zugreifen können oder bei der Dokumentation unterstützt werden.
Wir unterstützen beispielsweise die Automobilindustrie in verschiedenen Bereichen bei automatisierten Qualitätskontrollen, etwa mittels KI-gestützter Bildverarbeitung, die selbständig Fehler erkennt und das in Relation mit Produktionsparametern setzt. (Anm. d. Red. „Predictive Quality“).Zu diesem Themenbereich gehört auch Sensorik, IoT oder Industrie 4.0 bis hin zu Smart Manufacturing, Smarte Fabriken. Was gibt es hier Neues zu berichten ?
Da freut mich besonders das Projekt der Smart Factory an der TU Graz, das wir nun auch der Öffentlichkeit vorstellen und wo wir federführend dabei sind.
Dabei geht es um ein 5G-Campus Netz von unseren Kollegen von Magenta, um Cyber-Security in der Operation-Technology, also in Produktions- oder auch Logistik-Umgebungen als auch in der klassischen IT. Es geht viel um Sensorik, um Edge-Computing, also all die Themen in einer modernen Fabrik, wo man große Datenmengen verarbeiten möchte. Und das zeigen wir nicht nur auf Power-Point, sondern wirklich in Installationen, die man angreifen und besuchen kann. Auch das Beispiel Hörmann passt dazu, wo auf IoT-Basis Industrietore vorausschauend gewartet werden.Also bis hin auch zu einzelnen Robotern, Automatisation ?
Genau. Das können zum Beispiel diese autonomen, fahrerlosen Vehikel sein, die in einer Fabrik selbst denkend und lenkend den besten Weg finden, dabei Staus oder Engpässe vermeiden und etwa auch Produktionsprozesse und die Logistik mit einbinden. Als Beispiel das schon länger im realen Einsatz befindliche Campus-Netzwerk bei Osram, eine Smart Factory mit autonomen, mobilen Einheiten im Bereich Produktion und Logistik. Dem Werkstück werden dabei parallel auch die entsprechenden Qualitäts- und Produktionsdaten mitgegeben. Das alles wächst jetzt zusammen, es wächst die Produktions-IT mit dem ERP-System der Warenwirtschaft zusammen und mit dem Datennetz.„Das ist der konkrete Schritt in die Digitalisierung.“

(Video/Text) Mark Winkler, Head of Digital Transformation & Business Development bei Kapsch BusinessCom, erläutert economy den Impact Room von Kapsch, wo mit Unternehmen und interdisziplinären Fachexperten in eigenen Discovery Workshops Digitalisierungsprojekte konzipiert werden.
Economy : Mark Winkler, Kapsch BusinessCom, Leiter Digital Transformation und Business Development. Es gibt eine Fülle an neuen Technologien. Wie kann und soll ein Unternehmen hier Schritt halten ?
Mark Winkler : Am besten, wenn das Unternehmen zu uns in den Impact-Raum kommt. Das kann sein der Techniker, die Vertriebsperson, der Manager, der Marketier. Plus, ganz wichtig, Insider aus den verschiedenen Branchen. Und die treffen sich hier mit uns, mit unseren Technologie- und Fachexperten.
Woraus, sehr oft, mittlerweile in 50 Prozent der Fälle, entsteht dann ein echter Proof of Concept (PoC), also der konkrete Schritt in die Digitalisierung.
Was fällt Ihnen ein zum Thema IoT ?Maschinenautomatisation, Sensoren…
… Sensoren. Und dann eine Auswirkung, die sich daraus ergibt…… Zum Beispiel Reparaturen zu minimieren, letztendlich die Leistungsfähigkeit der Maschine zu optimieren.
… So beginnen wir nun in einem Design-Thinking-Prozess, die Ideen und Schlagwörter zu strukturieren und dann farblich, optisch verschiedenes miteinander zu verbinden.Sie haben gesagt, die Work-Shops dauern zwei Tage, kann man dafür ungefähr rechnen, das macht Sinn.
Sehr oft ist es so, dass wir mit dem Unternehmen einen halben Tag zusammen treffen und die Möglichkeiten zeigen, auch ein Gefühl geben, wie wir aufgestellt sind und daraus ergibt sich dann ein konkretes Angebot.
Zwei Workshop-Tage kosten zwischen 4 und 5.000 Euro, wobei wir diese Kosten dann wieder gutschreiben im Projekt.
In der Regel ist es so, dass nach zwei Tagen von beiden Seiten erkannt wird, ok, Kapsch ist mein Partner mit dem ich arbeiten möchte und wir können auch erkennen, ok, das ist ein Bereich, das ist eine Sache, die wir begleiten möchten.Wie kalkulieren oder rechnen Sie gemeinsam mit den Kunden die IT-Projekte. Natürlich abhängig von der Dimension, gibt es hier allgemein gültige Parameter ?
Winkler : Die Praxis zeigt recht gut, dass ich für einen Prototypen, je nach Komplexität, zwischen 20 und 100.000 Euro benötige um einen Proof-of-Concept oder einen Proof-of-Customer zu erreichen.
Wobei wir schon im Zuge des Proof-of-Concept den gesamten Business-Case berechnen mit dem Kunden.
Die Kunden kommen zu uns, möchten digitalisieren und meinen damit eine Applikation im ersten Schritt, erkennen aber dann, dass vielleicht an der Basis einiges zu tun ist, ich einmal meine Daten in den Griff bekommen muss, dass ich vielleicht einen Data-Lake, einen Datensee aufbauen muss, dass ich zwar eine Vielzahl an Daten hab aber Experten aus der Data-Science-Truppe mit Ihnen drüber schauen und die Daten richtig aufbereiten.
Oder die Prozesse, um überhaupt die Grundlagen zu schaffen, modernisiert werden müssen und dann daraus meistens ein viel besserer Prototyp gebaut werden kann, der dann auch zu einem viel besseren kommerzialisierbaren Business-Modell gebracht werden kann.“Sie müssen uns auch mögen.”

Klarna wurde 2005 in Stockholm (SWE) gegründet und nach dem Zusammenschluss mit Sofort Überweisung im Jahre 2014 zu einem der international führenden Zahlungsdienstleister mit 1.600 Mitarbeitern und Märkten in Europa, UK und den USA.
Aktuell nutzen rund 70.000 Händler und über 60 Millionen Online-Shopper die Dienste von Klarna. Economy sprach mit Marc Berg, General Manager der DACH-Länder, über die rasante Expansion, über Trends im E‑Commerce und warum Bezahlen ein Erlebnis ist.
Economy : Wir sind heute bei der Klarna Group in München, Zentrale der DACH-Gruppe mit Deutschland, Österreich und der Schweiz. Marc Berg, General Manager seit 2016, Klarna ist ein Dienstleister um die Einkaufsprozesse und Bezahlservices zu vereinfachen.
Welches Services bietet Klarna einerseits für die Unternehmer, andererseits auch für die Konsumenten an ?
Marc Berg : E‑Commerce hat sich in den letzten 12 Jahren ja massiv entwickelt. Und eine Sache die gelöst werden musste, ist, wie sieht dort eine sichere Zahlungstransaktion sowohl für den Händler wie auch für den Kunden aus und genau dort setzt Klarna an.
Wir garantieren dem Händler, wenn eine Zahlung über Klarna abgewickelt wird mit einem Kunden, dass er auf jeden Fall seine Bezahlung von Klarna bekommt und Klarna erhält sozusagen die Kundenforderung und muss sich darum kümmern, dass der Kunden, der die Ware behält, dann auch rechtmässig die Zahlung an uns liefert.Wichtiges Thema im Zuge Betrugsprävention….
… Betrugsprävention, aber auch Bonität ist ein großes Thema. Was wir ja wirklich machen, ist, in einem offenen Rechnungskauf bieten wir dem Kunden in Real-Time, in einer Echtzeit-Entscheidung, die Möglichkeit für einen Ratenkauf. Eine Rechnung ist ja im Prinzip eine kurzzeitige Rate mit 14-tägiger Laufzeit.
Aber dennoch halten wir das komplette Risiko und haben keine Zahlungsgarantie vom Kunden.
Das heißt, wir müssen im Checkout (Anm. finaler Kaufbschluss), wenn der Kunde sagt, ich möchte gerne mit dieser Zahlart kaufen, auf sehr wenigen Parametern wie Name, Adresse, Geburtsdatum, vielleicht noch die Handy-Nummer und der Warenkorb, eine Entscheidung fallen : Glaube ich, dass dieser Kunde die Forderung, die er hier gerade generiert, auch bezahlen kann.
Es ist immer ärgerlich wenn ein Kunde kaufen will und dann abgelehnt wird auf eine Zahlart. Also ist unser Bestreben für den Händler eine möglichst hohe Annahmequote zu realisieren und gleichzeitig das Ausfallrisiko auf unserer Seite zu reduzieren.Viele hunderttausende Händler, Kunden auf der einen Seite, sehr viele Endkonsumenten auch als Kunden. Was waren so in den letzten Jahren die entscheidenden Paramenter in dieser Wachstumsphase ?
Die wesentlichen Punkte waren, dass wir es sehr gut geschafft haben ein Produkt zu bauen, was sowohl bei Großkunden sehr gut funktioniert, also bei Global Accounts, aber auch bei sehr kleinen Kunden gut skalierbar ist.
Das heißt, wir haben auf eine starke Standardisierung der Schnittstellen gesetzt, eine starke Standardisierung der Systeme, eine starke Standardisierung auch auf internationalen Märkten.
Heute, wenn sie ein Klarna-Produkt als Händler anbieten und vielleicht am Anfang nur in Deutschland Transaktionen machen und dann internationalisieren wollen, müssen sie nicht für andere Märkte neu integrieren, sondern können mit der einen selben Integration in allen genannten europäischen Märkten die Rechnung und die Lastschrift anbieten.2014 wurde die Sofort Überweisung in das Produktportfolio von Klarna integriert, aktuell wurde Billpay zugekauft. Welche Strategie verfolgt die Klarna Group mittel- und langfristig ?
Payment ist ein Skalengeschäft. Somit ist Größe per se ein Wettbewerbsvorteil im Payment – wenn ich denn eine standardisierte Lösung habe.
Weil je mehr Volumen ich über eine standardisierte Lösung ziehe, desto rentabler kann ich das abwickeln, desto wettbewerbsfähiger können meine Preise sein, desto höher sind meine Annahmequoten auf Kundenseite, desto geringer sind meine Ausfallskosten — weil meine Risikosystem einfach lernen durch mehr Volumen was rein kommt.
Und somit haben wir angefangen bereits in 2014 die Sofort Überweisung dazu zu kaufen, die besonders in der DACH-Region sehr stark ist und auch ein Produkt-Set bietet, was Klarna damals nicht hatte, nämlich eine Direktzahlart, die sehr sicher ist und die auch sehr viele bzw. hohe Tickets abwickeln kann.
Und Billpay wurde dazu gekauft, weil es ein sehr vergleichbares Produkt-Portfolio ist zu dem was Klarna anbietet, im gleichen Markt unterwegs ist und wir gesagt haben, dass ist eine klassische Skalenakquisition, wo ich ein bestehendes Volumen auf unseren Systemen rentabler abwickeln kann als in einer separaten Umgebung wie Billpay das aktuell macht.Was heißt das im operativen Geschäft ?
Das Thema Sofort, Rechnung und Ratenkauf ist für uns eigentlich eine Differenzierung auf Kundenseite wie er im Internet bezahlen möchte. Der Kunde möchte entweder die Rechnung sofort begleichen oder er möchte die Sachen auf Rechnung kaufen.
Das heißt, er möchte erstmals die Ware sehen bevor er sich entscheidet ob er sie bezahlt oder er möchte die Ware eventuell finanzieren.Das bedeutet, sie gehen primär von den Kundenbedürfnissen aus ?
Was wir bei Klarna gemacht haben ist, dass wir das komplett digitalisiert haben. Wir nennen das Postpurchase-Experience.
Mit My-Klarna als Webportal oder der Klarna-App kann der Kunde alle seine Transaktionen sehen und mit einem einfachen Klick eine offene Rechnung bezahlen.
Unser Fokus ist, dass der Kunde ein sehr gutes Kauferlebnis hat, nicht nur auf der Händlerseite beim Checkout, sondern auch in allen nachgelagerten Prozessen, damit eine hohe Wiederkaufsrate entsteht und er wieder zu dem Händler geht und nochmal einkauft weil das Kauferlebnis sehr gut war.Kann man Checkout, ein Begriff der immer wieder fällt, als finalen Kaufakt bezeichnen ?
Jein. Der Checkout ist für uns ein mehrstufiger Prozess von dem Zeitpunkt, wo der Kunde sagt, eigentlich habe ich alle Artikel in den Warenkorb gelegt, das heißt, es ist eine klare Absichtserklärung, ich möchte jetzt eigentlich kaufen, bis zur erfolgreichen Transaktion.
Und da investiert Klarna sehr viel Zeit und sehr viel Geld in die Produktentwicklung diese Abbruchquote so gering wie möglich zu halten.
Wenn sie einmal Klarna-Kunde waren und haben auf irgendeiner Website eingekauft, können sie zu jedem beliebigen anderen Shop gehen, der mit Klarna funktioniert und viele der Daten, die sie vorher eingegeben haben, speichern wir sicher auf dem Cookie auf ihrem Gerät, auf dem Namen, die Adresse oder Telefon, sodass sie diese Daten gar nicht mehr neu eingeben müssen. Auch wenn es ein ganz anderer Shop ist.
Damit minimieren wir die Abbruchquote und gerade im Mobile-Bereich, wo es sehr mühsam ist viele Daten einzugeben, werden diese sogenannten Pre-Populated eingegeben, sodass der Kunde, obwohl er mit Rechnung kauft, auch nur eine Zwei-Klick-Erfahrung hat, die sehr viel einfacher ist als bei einem klassischen Rechnungskauf.Bleiben wir gleich beim Mobile-Bereich. Kontinuierlich starke Zuwachsraten, sehen Sie das bei Klarna auch ?
Ja, wir sehen, dass der Mobile-Bereich bei uns überproportional wächst. Wir haben mittlerweile einen Mobile-Anteil von über 50 Prozent und unsere internen Prognosen gehen davon aus, dass wir bald 80 Prozent haben werden. Wir entwicklen auch alle unsere Produkte Mobile first.
Klarna hat einen umfangreichen Re-Branding-Prozess hinter sich. Es betrifft nicht nur die klassischen Werbe- und Kommunikationsformen, sondern auch die kompletten Kanäle sowohl zur Händler- wie auch zur Kunden-Seite.Was war Ausgangsbasis und Strategie für diesen Re-Branding-Prozess ?
Das Erste ist, der Markt wird, sogar mehr als der E‑Commerce selbst, über Skaleneffekte funktionieren. Das heißt, Größe per se ist ein Wettbewerbsvorteil. Und da war es für uns wichtig zu sagen, wir können nicht mit Klarna, Sofort und Bill-Pay drei Marken haben.
Das heißt, ich bin jetzt zwar groß aber ich muß drei Marken bespielen, drei Marken unterhalten, drei Marken erklären und bewerben. Das ist zu kompliziert und zu teuer.
Die zweite Sache ist, wir glauben, dass Payment unsichtbar wird für den Kunden. Wir sehen das heute schon bei Applikationen bei Uber (Anm. Taxidienst). Wenn Sie heute mit Uber einen Wagen bestellen, dann sind ihre Zahlungscredentials bereits in der App hinterlegt, das machen sie nur einmalig. Das heißt, wenn die Zahlung unsichtbar wird, ist es umso wichtiger bei der Registrierung in solchen Services top of mind, also bekannt und vertraut zu sein.
Und der letzte Punkt ist : wir müssen nicht nur eine starke Awareness haben, wir müssen auch eine starke Brand-Preference, also eine bevorzugte Marke werden. Es hilft nicht, dass viele Leute uns kennen, sondern sie müssen uns auch mögen.Sie haben vorhin die neue Klarna-App erwähnt, welche Funktionalitäten hat die ?
Unser Ziel ist, dass der Kunde das bestmögliche Kauferlebnis hat.
Wir wollen, dass der Kunde, wenn er sich zum Beispiel Kontaktlinsen gekauft hat und alle zwei Wochen die wieder kaufen will, das direkt aus der App machen kann.
Wir möchten, dass der Kunde, wenn er ein Problem mit der Bestellung hat, direkt in der App diese Probleme lösen kann. Wir haben eine Check-Funktion eingerichtet, wo der Kunde uns feedback geben kann.
Wir haben eine Track & Trace-Lösung eingebaut, dass der Kunde in der App nicht nur bezahlen kann, sondern auch sieht, wo ist denn meine Lieferung aktuell.Klarna hat aktuell Wavy gestartet, ein sogenannter peer-to-peer- (Anm. Person zu Person) Zahlungsdienst. Worum geht es hier genau ?
Man zahlt ja oft etwas, wo man sagt, man kauft es nicht nur für sich, sondern für Andere. Und dann ist die Frage, wie teile ich denn diese Rechnung unter Freunden auf und genau da setzt Wavy an. Im Prinzip, wie löse ich das Problem, dass ich als Privatperson einer anderen Person Geld schulde, oder von ihr noch Geld bekomme.
Wenn wir sagen, ich möchte Ihnen gerne Geld schicken, dann kann ich mich einmal bei Wavy registrieren, schicke Ihnen per WhatsApp oder SMS einen Link oder innerhalb der Wavy-App, wenn Sie auch registriert sind – aber Sie müssen sich nicht registrieren — Sie können den Link anklicken und einfach Ihre Bankverbindung eingeben und wir überweisen Ihnen dann das über Wavy hinterlegte Geld auf Ihr Konto.
Alles was wir machen, wir versuchen das gesamte Zahlungserlebnis, und für uns gehört peer-to-peer auch dazu, bestmöglich abzudecken.Klarna hat eine Banklizenz bekommen vor nicht allzu langer Zeit. Könnte man jetzt darauf schliessen, dass auch ausserhalb von Online-Payment neue, andere Finanzprodukte geplant sind ?
Die jetzt erhaltene Vollbank-Lizenz gibt uns einfach mehr Flexibilität am Markt zu agieren. Wir sehen, dass das Thema Kreditkarteninfrastruktur für uns interessant ist.
Wenn man sich überlegt, will man aus dem Online-Bereich vielleicht in den POS-Markt hinein, welche Infrastruktur gibt es, die man nutzen könnte um dort rein zu kommen, so ist die Kreditkarteninfrastruktur eine, die weit verbreitet und gut nutzbar wäre. Und mit der Banklizenz wären wir in der Lage eigene Kreditkarten heraus zu geben, wir könnten Herausgeber einer kleinen Kreditkarte werden, beispielsweise.
Wir könnten auch sagen, ich möchte gerne bei einem Händler XY einkaufen und der hat vielleicht gar nicht Klarna integriert, aber der akzeptiert Kreditkarten.
Ich könnte über eine App eine virtuelle Kreditkarte als One-Time-Payment generieren, die ich dann dort einfach im Check-Out eingebe.Kreditkarte ist ein gutes Stichwort. Klarna hat mehrere Finanzinvestoren, seit kurzem ist auch VISA mit an Bord. Welche Bedeutung hat diese Beteiligung für Klarna ?
Wie eben angesprochen : Wir sehen einfach, dass die Kreditkarteninfrastruktur viele Möglichkeiten gibt unsere Kundenbeziehungen auszubauen und unsere Kunden auch ausserhalb des klassischen Check-Outs Transaktionen nutzen können.
Visa ist natürlich als der größte Kartenherausgeber weltweit ein perfekter Partner für uns, die technologisch auch sehr weit sind und viele Sachen die wir vorhaben, die technische Kompetenz haben, das auch abbilden zu können.Psychohygiene oder die Transformation der Künstlerin zum Objekt

Nach Materialaktion mit Video-Doku bei Vernissage zur aktuellen Personale der Muehl-Kommunardin Sugar Plum in der Galerie Czaak stehen bei Finissage aktionistische Ausdrucksformen in Text, Foto und Film im Mittelpunkt.
Mädchen, Geliebte, Frau, Mutter, Schülerin. Die Frau als Objekt und Künstlerin in der Aktionismus-Schule Otto Muehls mit der künstlerischen Verarbeitung grenzwertiger Lebenserlebnisse ist das Thema der ersten großen Einzelschau der Muehl-Kommunardin Sugar Plum in der Wiener Galerie Czaak vom 26.9. bis 28.10.17. Sugar Plum ist der Künstlername von Margit Pflaum (geb. 1959 in Deutschland). Sie ist Aktionskünstlerin und Malerin, war von 1981 an Mitglied der Kommune Friedrichshof von Otto Muehl und erlernte dort künstlerisch-aktionistische Ausdrucksformen im Bereich Malerei, Skulptur, Performance und Tanz.
Eindrucksvolle Materialaktion bei Vernissage und weitere Aktion bei Finissage
Nach der eindrucksvollen Live-Performance mit einer Materialaktion von Sugar Plum und NOYA zum Thema Frau und Sexualität im Rahmen der Eröffnung, geht es bei der Finissage am 24. Oktober wieder um Aktionismus, diesmal in den Ausdrucksformen Text, Foto und Film. Im Zentrum steht das „Mädchen“, so nennt Sugar Plum ihre Puppe, auf der sie das Resümee ihrer Erlebnisse der letzten 30 Jahren geschrieben und gezeichnet hat.
Die Künstlerin stellt dem Publikum ihre Puppe vor, auf deren Plastikhaut ihre Psycho-Hygiene und ihr privater Voodoo eingeritzt ist. Während des Gestaltungsprozesses ist der Film “Mädchen lügen nicht“, gleichzeitig Titel der gesamten retrospektiven Werkschau mit Objektkunst sowie Grafik- und Malarbeiten. Zusätzlicher Bestandteil der Finissage ist der Film einer Puppenaktion in Kombination mit einer Leinwand mit ausgewählten Zeitungsartikeln aus den Jahren 1976 bis 2014 und damit werden wiederum Bilder aus der Serie „Tagebuchübermalung“ kombiniert.
Die originalen Malarbeiten aus der Tagebuchserie werden dabei ebenso gezeigt. Als eigenständige autobiografische Kunstwerke mit vielfältigen Illustrationen, Malereien und Textelementen stellen sie einen Schwerpunkt der Ausstellung dar. „Die Materialaktion bei der Vernissage war überaus beeindruckend, sowohl die Transformation der Künstlerin zum Objekt wie auch die des Modells war mit allen Sinnen greif- und spürbar. Sugar Plum verarbeitet ihre intensiven Lebenserlebnisse als Muehl-Kommunardin in ihren nicht minder intensiven aktionistischen Kunstformen,“ so Galerist Christian Czaak, der die Personale gemeinsam mit der Künstlerin zusammengestellt und kuratiert hat.Aktionismus auch Bestandteil bei Grafik- und Malarbeiten
Weitere bekannte und gezeigte Arbeiten der seit 2009 in Wien lebenden und arbeitenden Künstlerin sind die Landschaftsbilder der portugiesischen Algrave sowie die Zyklen „Frau am Klo“ und „Frau am Fenster“. „Auch als Antwort auf ein sexistisches Weltbild wird hier das auf Gesäß und Brüste reduzierte Bild der Frau etwa in Kombination mit den runden Formen der Toilette als Karikatur ironisiert und ad absurdum geführt,“ so Sugar Plum zum Zyklus. Viele Werke beinhalten aktionistische Elemente wie etwa Original-Abdrücke diverser Körperteile.
In den ebenso gezeigten skulpturalen Objekten verarbeitet Sugar Plum auch die Themen „Vaterfiguren“ und „Abschied“, etwa in ihrer aktuellen Serie mit Koffern, wo sie verschiedene, oft sehr ambivalente Gegenstände als Metapher für ihre Lebensabschnitte kombiniert. Skelettierte Tierschädel sind ebenso darunter wie Spiegel, Blumen oder „liebliche“ Puppenköpfe. „Der Koffer steht für das Leben, Abschied, Loslassen, Bewegung und Veränderung, die Inhalte für die jeweilige Situation,“ erklärt die Künstlerin.„Mädchen lügen nicht“ – Finissage am Di, den 24.10.17 anlässlich der retrospektiven Personale der Muehl-Kommunardin Sugar Plum mit Aktionismus in Malerei, Grafik und Objektkunst vom 26. September bis 28. Oktober 2017 in der Galerie Czaak in 1010 Wien, Sonnenfelsgasse
„Wir machen das immer gerne.“

(Video/Text) Kapsch TrafficCom neuerlich mit Rekordbilanz und mehr Umsatz sowie Gewinn. Mauttechnologie und Intelligente Mobilitätslösungen sind dabei die Basis für Kontinuität und globale Ausweitung, so Konzernlenker Georg Kapsch bei der Bilanzpräsentation in Wien. Im Bereich von Komponenten wie Antennen oder On-Board-Units ist Kapsch weiterhin unangefochtener Weltmartkführer.
Die ersten drei Quartale des laufenden Geschäftsjahres 2016/2017 hat der börsennotierte Technologiekonzern Kapsch TrafficCom abermals mit mehr Gewinn und Umsatz abgeschlossen. Der Umsatz steigerte sich auf rund 484 Millionen (+ 28 Prozent), der Gewinn stieg auf knapp 30 Millionen Euro (+ 16 Prozent, das Ergebnis vor Steuern (EBIT) blieb dabei mit 43 Millionen auf dem hohen Wert des Vorjahres. Wichtiges Element für diese umfangreiche Ausweitung war und ist die nunmehr nahezu abgeschlossene Integration der von Schneider-Electric gekauften Transport-Sparte (Anm. jetzt Kapsch TrafficCom Transportation), die mit knapp 81 Millionen zum Umsatz beigetragen hat.
„Wir machen das immer gerne,“ so Georg Kapsch in Anlehnung an die Ökonomie durch den leistbaren Erwerb des seinerzeit zu restrukturierenden Unternehmens und der nunmehr erfolgreichen Integration wo auch rund 900 Schneider-Mitarbeiter primär im Nord- und Mittelamerika sowie Spanien übernommen wurden. Für Kapsch „essentiell, da wir uns damit in diesen Gebieten den direkten Marktzugang gekauft haben.“ Auch bezüglich des generellen Strategie-Programms 2020 „liegen wir weiterhin gut auf Kurs“, betont Kapsch, „wir wachsen organisch und durch Akquisitionen.“Profitable Kontinuität plus globales Wachstum
Wesentlicher Bestandteil für die erfolgreiche Umsetzung dieser Strategie ist Kontinuität und Profitabilität beim Geschäft mit Mautlösungen und –Abrechnungssystemen sowie Ausweitung und globale Expansion mit intelligenten Mobilitätslösungen für den innerstädtischen Verkehr. „Wir gehen von der Autobahn zunehmend in die Städte,“ erläutert der Kapsch-Boss. Gefragt nach einzelnen erwähnenswerten Projekten nennt er den kürzlich erfolgten Zuschlag für Errichtung und Betrieb des bundesweiten Mautsystems für LKW in Österreich, die Verlängerung des LKW-Mautsystems in Tschechien um weitere drei Jahre oder die soeben erfolgte Fixierung der Verlängerung in Südafrika.
Als primäre Wachstumsmärkte sieht Kapsch insbesondere Nordamerika als größten Mautmarkt der Welt mit einem Volumen von allein 40 Prozent. „Nach nur sieben Jahren gehören wir hier nun zu den Top 3“, freut sich Kapsch. Weitere Wachstumsmärkte sind neben Mittel- und Südamerika der Raum Asien und Pacific. Gefragt nach möglichen Akquisitionen in dieser Region meint Kapsch, das Gebiet sei beim Thema Maut „von einer sehr vielschichtigen und kleinen Anbieter-Struktur gekennzeichnet und das macht mögliche Akquisitionen schwierig.“ In Deutschland hat sich Kapsch aktuell an drei umfangreichen Ausschreibungen beteiligt, hier geht es ebenso um die Themen Maut, Abrechnung und Kontrolle. Eine Entscheidung erwartet der Konzernchef hier nach den deutschen Wahlen.
Zuletzt hat Kapsch an der deutschen Toll-Ticket 65 Prozent der Anteile übernommen, ein Unternehmen, das sich mit interoperablen Mautdiensten für Europa beschäftigt. Für Georg Kapsch im Kontext mit den aktuellen Entwicklungen beim Elektronischen Mautservice Europe (ETS) ein wichtiger Zukunftsmarkt, er prognostiziert hier einen kleinen Geschäftsrückgang bei den diversen lokalen Mautanbietern und sieht die finale Findung von drei großen Mautanbietern europaweit, „wo Kapsch einer davon ist.“ Ebenfalls übernommen wurden rund 75 Prozent am Unternehmen Fluidtime, ein Spezialist für das Thema Routen im Personennahverkehr, der etwa auch die App Qando für die Wiener Linien entwickelt hat.Innovationskraft und Gründungsprojekte
Bei der Innovationsstrategie verfolgt Kapsch einen offenen Ansatz, das Unternehmen betreibt ein eigenes Acceleration-Programm für junge Start-Ups, wo aus über 280 Bewerbungen aktuell nun 7 internationale Gründer ausgewählt wurden und sich mit Projekten etwa im Bereich Mobility, Batterien oder Block-Chain-Technologien beschäftigen. Die Start-Ups kommen dabei aus Israel, den USA oder Portugal (economy berichtete).
Mit einer Forschungsquote von 13 Prozent des Umsatzes liegt Kapsch hier auch international im absoluten Spitzenfeld, die Themen liegen auch da im Bereich Urban-Mobility, Car-Networking bzw. in der vernetzten Verbindung der Bereiche Automobil, Verkehr mit Stadt, Kommune und Mensch, etwa für Lösungen im Gebiet vom Smart Parking. Gefragt nach den vor einem Jahr erläuterten Gesprächen mit der Stadt Wien zu diesem Thema zuckt der Kapsch-Boss nur mit den Schultern : „Wir haben leider nichts mehr gehört, es gibt keinerlei Informationen dazu.“ Ganz anders italienische Kommunen, wo Kapsch TrafficCom etwa in der toskanischen Stadt Prato bereits seit mehreren Jahren erfolgreich ein automatisiertes Zufahrtssystem zur Verkehrsberuhigung betreibt. (economy berichtete.)„Die gleiche Sinnlichkeit wie Klimt und Schiele.“

(Video/Text) Handwerkliche Qualität und die Obsession für den weiblichen Akt eint das malerische Werk von Alfred Kornberger mit dem von Egon Schiele und Gustav Klimt. Anlässlich der zu Ende gehenden Werkschau im Auktionshaus Im Kinsky sprach economy mit Franz Smola, Kurator und Herausgeber des Kornberger-Werkverzeichnisses über die österreichische Tradition der körperbetonten Kunst und über die Alleinstellungsmerkmale von Kornbergers Werk im kunsthistorischen Kontext.
Economy : Franz Smola, Kurator im Leopold Museum und Kunstwissenschafter. Wofür steht der Künstler Alfred Kornberger inhaltlich und handwerklich ?
Franz Smola : Der Künstler steht meiner Meinung nach für die große österreichische Tradition der körperbetonten Darstellung. Der weibliche Körper steht in seinem Mittelpunkt und hier reiht er sich ein in eine Tradition, die schon Klimt und Egon Schiele begründet hat, die herauf geht bis zum Wiener Aktionismus.
Bei Kornberger kommt noch das malerische Element dazu, Neoexpressionismus, den wir bei den sogenannten Neuen Wilden in den 80er-Jahren sehen. Hier reiht er sich ein auch in eine Tendenz, die zu der Zeit ganz führend war, etwa diese starken Farben.Stichwort Klimt, Schiele : Auch der große Sammler Rudolf Leopold hat ihn immer wieder mit Egon Schiele verglichen, Kornberger ist auch Bestandteil der Sammlung Leopold. Wo sehen Sie hier Gemeinsamkeiten oder etwaige Gegensätzlichkeiten ?
Kornberger hat mit Klimt und Schiele diese Obsession für den weiblichen Akt gemeinsam. Bei Klimt und Schiele wissen wir, dass für sie der weibliche Körper das Modell war. Sie haben vor allem in den Zeichnungen immer wieder Frauenakte dargestellt.
Und auch Kornberger reiht sich ein in diese Tradition. Er schafft, auch im Genre der Ölmalerei ständig den weiblichen Akt. Aber anders als Klimt und Schiele ist Kornberger natürlich ein Vertreter des späten 20. Jahrhunderts.
Das Grundelement, das Anliegen, dass Klimt und Schiele und auch Kornberger verbindet ist die Verehrung für den Akt, die Sinnlichkeit. Auch wenn Kornberger deformierend ist, wenn er entstellend ist, die Sinnlichkeit durch die Form und Farben ist immer spürbar.Kornberger hat neben dem weiblichen Akt auch andere Zyklen gemacht, Gegenständliches oder Insekten zum Beispiel…
… Kornberger hat nicht nur den weiblichen Akt als Motiv gewählt sondern versucht Gegensätze herzustellen und da verwendet er oft ganz artfremde, ungewöhnliche Objekte wie etwa das Fahrrad oder Insekten oder Spinnendarstellungen, die dann eine ganz neue Kombinationsmöglichkeit mit dem weiblichen Akt hervorrufen.
Oder er lässt den Akt in sich oder in diese Gegenstände verwandeln. Er schafft gleichsam Hybride oder Metamorphosen zwischen Insekten, Blumen und Körpern.
In dieser Weise ist das wirklich einzigartig und das gibt es auch in dieser Zeit generell nicht.Bleiben wir ganz kurz bei diesen Zyklen. Ein besonderer Zyklus ist der „Zeus“, maschinenartige Gebilde, in dem Fall der Kontext Fahrrad. Wie ist dieser Zyklus kunsthistorisch einzuordnen ?
Auch dieser Zyklus Zeus ist sehr ungewöhnlich. Ein weiblicher Akt, der mit dem Fahrrad gleichsam in Zwiesprache tritt und auch körperlich eine erotische Annäherung mit dem Fahrrad, das gibt es in der österreichischen Kunstgeschichte eigentlich kaum.
Allein die Idee ist wirklich sehr eigenständig von Kornberger. Das hat er sich ausgedacht, das ist in ihm gewachsen. Über Jahrzehnte lang gibt es diesen Zeus-Zyklus, beginnend von den 70er-Jahren über die 80er bis in die 90er-Jahre immer wieder Zeus in Gestalt des Fahrrades, einer Art Deformierung des Fahrrades in Verbindung mit dem weiblichen Körper.
Das zieht sich über seine ganzen Schaffensjahre hinweg.„Wir können nicht einfach im Geschäft kaufen weil die so nett sind.“

(Video/Text ; german/english) Rund 2.700 Mitarbeiter, 2.000 IT-Engeräte, 600 Softwareprodukte, Spezialausrüstung für 750 mobile Fahrzeuge. Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl im zweiten Teil des Gesprächs mit economy über komplexe IT-Anforderungen, klare Verhältnisse bei der Beschaffung und über ambivalente Entwicklungen im Umfeld von Staus.
Economy : Die Asfinag ist ein zu 100 Prozent nutzerfinanziertes Unternehmen, bekannt als österreichischer Straßenerhalter und verbunden mit den Themen Vignette und Maut. Wie kann man sich generell die technische Infrastruktur vorstellen ?
Klaus Schierhackl : Die technische Infrastruktur der Asfinag, und da sprechen wir von der IT-Infrastruktur, ist relativ komplex und beinhaltet einerseits das Thema Maut.
Anderseits haben wir eine sehr große IT in Richtung Kundenmanagement, Verkehrs-Information, Wetter-Information, all diese Themen die bei uns mit den Verkehrsbeeinflussungsanlagen angezeigt werden, mit dem Verkehrs-Informationssystem oder mit den Apps der Asfinag.
Natürlich gibt es auch eine sehr große Office-IT mit ca. 2.000 Desktop-Geräten auf den Schreibtischen oder in den Überwachungszentralen und ungefähr 750 mobile Einheiten. Wenn wir weiter schauen, dann sind da noch 450 LKWs und jeder LKW ist heute schon ein fahrender PC, zusammengefasst haben wir also sehr viel IT.
Die Schwerpunkte sind Maut, elektronische Bemautung für LKW, dann das Thema Kunde, Verkehrs-Management und –Information und der dritte Teil betrifft die Verwaltung, etwa das Dokumenten-Management und ähnliches.Was ist im Normalfall Anlass für die Anschaffung neuer Technologien ?
Wir haben ungefähr 600 Software-Pakete im Einsatz, die sind auf dieser Hardware nicht mehr anwendbar. Wir versuchen da mit der Zeit zu gehen aber zu oft wechseln können wir auch nicht, das ist zu teuer. Also eine Balance zwischen technischer Notwendigkeit und ein Schritt in eine neue Richtung.Welche Herausforderung gilt es Ihrer Erfahrung nach zu meistern bei solchen Projekten ?
Die Herausforderung ist eine Balance zu finden was ist technisch nötig, was beschaffen wir, was hat langfristig Bestand und das ganz auch so zu etablieren, dass es die Mitarbeiter freiwillig nutzen und die Kunden auch.
Dinge, die nicht genutzt werden haben keinen Sinn und sehr oft sind wir da hart am Limit, dass Dinge komplex sind, sehr viel können aber der Mensch nicht mehr mitmacht und das wollen wir vermeiden.Das bringt mich zum Thema Kosten und Nutzen.
Es beginnt bei der Autobahn-Infrastruktur und bei Neubaustrecken bis zu Anschluss-Stellen wo es dann die Beteiligung der Begünstigten gibt.
Unsere Zielsetzung, was den Kunden betrifft, ist einfach am Puls der Zeit zu sein mit der bestmöglichen Information. Was wir anbieten sind keine zusätzlichen Spuren, weil das ist aufwändig und teuer, sondern die gute Information über das Vorhandene, das ist möglich.Wie geht die Asfinag bei der Auswahl eines Technologiepartners vor ?
Bei uns wird ausgeschrieben, wir schreiben teilweise selbst aus, teilweise schreibt für uns die Bundesbeschaffungsgesellschaft aus.
Spezielle Sachen schreiben wir selbst aus mit einem Bestbieter-Prinzip und bei Kernapplikationen versuchen wir auch die Source-Codes zu haben, bzw. schon auch einen Zugriff zu haben.
Wir entwickeln etwa gerade die digitale Vignette selbst, einfach um da auch nicht ausgeliefert zu sein sondern die Kernelemente bestmöglich selber in der Hand zu haben.Würden Sie sich bei der Beschaffung mehr Freiheiten wünschen ?
Ein Unternehmen so groß wie die Asfinag mit ein paar tausend Mitarbeitern, mit diesem Volumen was wir beschaffen an Hard- und Software, da können wir nicht ein Geschäft gehen und sagen : jetzt kauf ich bei dem und dem weil der war letztes Mal so symphatisch.
Das wäre zwar kurzfristig praktisch aber langfristig ein Fiasko.
Kund machen, transparent machen, Fristen setzen, entscheiden. Es entscheidet sich in der Regel von selbst.
Dann beauftragen, die Order umsetzen, schauen, dass von unser Seite alles nötige beigestellt wird und so ein klares Verhältnis schaffen.Welche Wünsche gibt es etwaig nach der langjährigen Erfahrung an die IT-Anbieter ?
Möglichst einfache Produkte, transparente Produkte, Standardisierung, Vergleichbarkeit.
Und wie gesagt, Produkte, die den Anwender ermutigen es selbst zu lernen. Hier wäre die Industrie gefordert, Produkte anzubieten, die noch leichter zu bedienen sind.Die Asfinag betreibt umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, welche sind hier besonders erwähnenswert ?
Was kann konkret gemacht werden um den Kundennutzen zu steigern, noch mehr Informationen über das Autobahnnetz zu geben.
Um über Verkehrsträger hinweg, also Strasse, Bahn, Schiene, Flug-Verbindungen, um hier intermodale Lösungen anzubieten.
Das zweite wo wir uns engagieren, was für den Kunden interessant ist, sind automatisationsunterstützte Fahrzeuge. Wir bieten Teststrecken, sind hier mit der Industrie und natürlich mit dem Verkehrsministerium in Kontakt weil das verordnet werden muss.
Wie geht das weiter mit den Fahrer-Assistenzsystemen, mit den Autos, die teilweise selbst lenken, die komplett selbst lenken und da mithelfen, was können wir hier anbieten.Wie ist Ihre Sichtweise die technologische Entwicklung generell aus gesellschaftspolitischer Sicht betreffend ?
Der Parkassistent, damit beginnt es wenn wir zurück zum Auto gehen, der Spurführungsassistent ist nicht so weit weg, Müdigkeitserkennung ist sowieso schon Standard um einen relativ günstigen Preis und die generelle Entwicklung wird da noch ganz rasant sein.
Das hat natürlich ein ganz hohen Sicherheitsaspekt, wird die Mobilität noch weiter vereinfachen umso mehr das Fahrzeug automatisch lenkt.
Und umso mehr das ganze damit verbunden ist, dass ich nicht mehr im Stau stehe sondern eigentlich meine News lesen kann oder auch Schach spielen kann auf meinem mobilen Gerät – umso weniger zeitkritisch werde ich dem Stau gegenüber weil das ist ja fast schöner als im Zimmer zu Hause.
Das ist für einen Infrastrukturanbieter eine Katastrophe, bzw. für den, der am Flughafen sein muss und die gleiche Strecke benutzen muss ein Wahnsinn.
Wir müssen daher schon schauen, dass diese Entwicklungen, dass die Sensitivität dem Stau gegenüber nicht ganz abnimmt, das wäre für uns eine schwierige Situation.Link : “Die Mobilität ist beim Menschen ganz tief drin”
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„We can not buy in a shop because of their kindness from the last time.“
Around 2.700 Employees, 2.000 IT-Devices, 600 Softwareproducts, spezial equipment for 750 mobile vehicles. Asfinag-executive Klaus Schierhackl in the second part of the talk with economy about complex challenges, clear relationship at procurement-processes and about very ambivalent developments in the sorrounding of traffic-jams.
Economy : Asfinag is a company that is 100 percent user financed, well known as the Austrian road-company and linked with the topics vignette and toll. How can we imagine the IT-Infrastructure ?
Klaus Schierhackl : The IT-Infrastructure of the Asfinag is very complex. One part ist the retification of the toll and beside we have a large it-strucure according to our customer-services, traffic-management, weather-information, all those topics linked with the traffic-influence- and traffic-informationsystem, for instance apps.
Another component is our large Office-IT with ca. 2.000 desk-units and around 700 mobile units.
And if we take a current look, there are 450 trucks and each of them is a mobile computer and as a summary we have a lot of IT.
The main focus ist toll, electronic toll, customer-services, traffic-management and –information and the third part ist our administration like document-management and similar.What is normally the reason for the acquisition of new technologies ?
We have arround 600 Software-packages which have to be matched with our hardware. We have to try to update but to many changes are to expensive. It is important to find a balance between what ist necessary and the next step to the right direction.Which challenges do you usually have to overcome during such implementation processes ?
The challenge is to find the balance between what is the technical need, what do we procure, what has a longer continuance and at last to establish this technical infrastructures for an easy using by our employees and our customers too.
Things which are not used are senseless, often we are at the limit because of complexity, high features and in that case the human does not participate and this we have to avoid.That brings me to the topic costs and benefits
It starts at the highway-infrastrcture, at new sections till to new street-connections whith the link and participation to the favored. Our objective is to be at „the pulse of the time“ with best information. We do not offer additional lanes, that is to expensive, we offer a usefull information about the existing, that is possible.How does Asfinag choose a technology partner ?
Asfinag is subject to the provisions of the Austrian Federal Procurement act, we have to select them by means of a tendering process. Sometimes we do that, sometimes the Federal Procurement Company. Individuel offers we select by ourselve with the act of a „best offer term“.
In case of core applications we try to own the source-codes too or to have the access. Currently we develope the digital vignette which has to be paid directly to us and in such a case we must own the property for the core elements, there should be no external dependency.Would you like a little bit more of freedom in procurement ?
A large company like Asfinag with a few thousand employees, with such a big volume in ordering hard- and software, we can not visit a store and say : I am going to buy now because you were so friendly the last time.
That would be practically in a short view but on a long term this would be a fiasco.
Announcement, make it transparent, setting time limits, making decisions, usually the decision happens by itself. And then the order, take a look to our tasks and finally a clear relationship.What are the general wishes or recommendations that you look for in an IT supplier ?
If possible simple products, transparent, standardization, comparability. Finally products and services which encourage the user to learn for themselve. Here the industry is required to offer products with higher usability.Asfinag manages many Research and Development activities, which are worth to mention ?
What can we do in a concrete form to raise up the customer experience ? To offer more informations about the highway-net, more information accross the traffic-ways including highway, street, train, tramway, underground-train, airplane and all links between that for offering intermodal solutions.
Our second engagement which is very interesting for the customer is the topic of automatical providing for car-vehicles. We are offering test-lanes according with the Federal Ministry of Traffic and Transportation and in co-working with the industry.
What is the development with assistant-systems for the driver, with cars which are driving partly automatically, cars which are driving complete automatically and to help there and say : what can we offer here.How ist your point of view according to the technological development generally ?
The parking assistant, with it starts it when we go back to the car, tracking assistant is not so far away, fatigue detection is already standard, also at a relatively cheap price and also at cheap cars.
The development will be quite rapid here. This has a high security aspect and will further simplify mobility. The more the vehicle automatically steers, the more the whole is connected, that I am no longer in a traffic jam, I am reading my news or play games like chess on my mobile device, I am losing my time-critical against the traffic jam.
This is a catastrophe for an infrastructure provider, also a madness for the one who must be at the airport and has to drive the same route.
One has to look at how far these developments do not lead to the fact that the sensitivity towards the traffic jam is decreasing. This would be a really difficult situation for us.„Das ist bei Facebook der problematischte Aspekt überhaupt.“

(Wien ; Video/Text) Publizistik-Staatspreisträger, Kurt-Vorhofer-Preis, Karl Renner-Publizistikpreis, gestartet 1970 beim Trend und seit 1997 Kolumnist beim Standard. Hans Rauscher im Gespräch mit economy über unbekannte Genies, über teure Hirschhornknöpfe und über Hände die füttern und trotzdem gebissen werden.
Economy : Hans Rauscher, auch im internationalen Kontext einer der renommiertesten Journalisten des Landes, Buchautor, Preisträger zahlreicher Auszeichnungen. 1970 Mitbegründer des Trend, Anfang der 1980er-Jahre Chefredakteur beim Kurier, seit 1997 nun Kolumnist beim Standard, 1995 Gründung Online-Standard.
Wie hast Du als erfahrener Print-Journalist die Entwicklung der Online-Medien miterlebt ?
Hans Rauscher : Ich war damals ein ganz junger Journalist und wir sind mit dem Ossi Bronner und noch ein paar Anderen in einem Kammerl gesessen.
Die Mentalität in der Publizistik und in der Politik war : ja derfens den des ? Das wir zum Beispiel Pressegeschenke abgelehnt haben. Der damalige Chefredakteur Jens Tschebull (Anm. Trend 1970er-Jahre) hat sogar gesagt, wir müssen mit dem lauten : „Nein danke, ich bin vom Trend“, weg gehen von einer Pressekonferenz.
Bleiben wir bei der schwierigen Situation der Medienhäuser.
Ich kenne das Genie nicht, dass die Digitalisierung erkannt hat und daraus Geld gemacht hat. Nach meinem Abgang vom Kurier war ich vor 20 Jahren in den USA und habe mir unter anderen das Wall Street-Journal angeschaut.
Die haben damals schon 50 Dollar verlangt und die boten etwas dafür, nicht nur reine Nachrichten, sondern, passend zur USA und dem Wall-Street-Journal : ich schaue jetzt einmal wie viel ich wert bin, und auf Knopfdruck stellte sich heraus er ist jetzt 500.000 Dollar wert weil sich in Sekundenbruchteilen sein Portfolio gerechnet hat und das konnte man monetarisieren weil es um Geld ging.
Inzwischen hat die New York Times 1,3 Millionen bezahlte Online-Abos. Ok, das scheint auch zu funktionieren. Aber der Rest ist noch im Entwicklungsstadium.Es gibt Strategien, etwa das deutsche Medienhaus Axel Springer aber auch österreichische Verlagshäuser setzen auf den Verkauf von Reisen, von Büchern, sogar von Kunstwerken. Eine Anhängerschaft, andere sehen mit solchen Strategien die mediale Kernmarke gefährdet.
Die Zeit verkauft diese Reisen und qualitätsvolle Produkte, das geht meiner Meinung nach. Man darf halt nicht so wie seinerzeit die Gebrüder Fellner (Anm. Wolfgang und Helmut Fellner, Gründer von „News“) ein Packerl Extrawurst zum Produkt dazu legen. Das ist es nicht.
Aber man muss alles probieren. Vor ein oder zwei Jahren habe ich vom Magazin „Slade“ gelesen, die haben ein gedrucktes Produkt gegründet um die schönen Anzeigen unterzubringen.
Wenn ich mir auf dem Apple ein Inserat anschaue, dann ist es schön, wenn ich es mir auf einem anderen Kastel anschaue, dann ist ein qualitätsvolles Inserat nicht so toll.
Wer hat Erfolg ? Die Magazine Landlust und Servus Stadt-Land haben anscheinend Erfolg weil sie wunderschöne Spezial-Sachen bringen, etwa : Wie schnitze ich einen Hirschhornknopf teuer fotografiert. Ok, not my coup of tea, aber es geht anscheinend.Vorige Woche wurde der Public-Value-Bericht des VÖZ präsentiert und hier gab es eine interessante Diskussion zwischen Rainer Nowak, Die Presse und Armin Thurnher, Falter über die Rolle der sozialen Medien.
Würdest Du die sozialen Medien als Medien bezeichnen oder, so wie Nowak und Thurnher, eher als Technologieplattform ?
Das sind Medien geworden mit denen wir auch konkurrieren, da gibt es leider kein Wegschauen. Und wenn Strache auf seiner Facebook-Seite 450.000 Follower hat, dann hat er die.
Dann ist das kein Medium im klassischen Sinn, aber es hat sehr viel mit Öffentlichkeit zu tun.
Natürlich hat gerade Facebook die Einstellungen verstärkt weil du sozusagen nur erfährst was du ohnehin schon denkst und das ist wahrscheinlich auch der problematischte Aspekt überhaupt.
Ich würde da jetzt keine großartige definitorische Debatte führen und sagen, wir sind ein Medium weil wir erscheinen regelmäßig und wir haben gewisse Kriterien. Schon, aber das Andere ist auch ein Medium der Volksbeeinflussung.Ist es ein Partnermedium ? Die Frage in dem Kontext, als Thurnher Anhänger des abgeschlossenen Raumes ist, und Nowak wiederum zusätzliche Kanäle sieht für die klassische Zeitung.
Das würde ich so sehen wie Nowak. Ich selbst habe zwar einen Twitter und einen Facebook-Account aber ich habe noch nie was drauf geschrieben weil ich einfach keine Zeit habe.
Aber : ich nutze Twitter und teilweise auch Facebook von Anderen weil es ein Verlinkungsmedium ist und weil viele Informationen zum Teil auch dort zu finden sind.
Umgekehrt schicken wir (Anm. Der Standard) unsere Sachen über Twitter und Facebook hinaus und erhöhen damit unsere Reichweite, das ist durchaus etwas was man nutzen soll und muss.
Der Standard ist eine linksliberale Zeitung und hat eine Reichweite von rund 400.000 Leser und Online hat der Standard mehr als 2 Millionen unterschiedliche Besucher (Anm. laut ÖWA aktuell rund 4,5 Millionen Clients) und ein Großteil davon gehört ganz sicher nicht zur klassischen Klientel des Standard sondern sie gehen dorthin weil das eine sehr gute Website ist und Diskussion zulässt.
Wir haben entsprechend über Online einen Einfluss oder Anspruch weit über die klassische Kernklientel des Standard hinaus und das ist ein Riesenglück und etwas, was etliche der Printkollegen nicht sehen oder sehen wollen. Für die ist das eine böse, feindliche Welt und ich habe halt gesagt nein, das ist eine neue Möglichkeit.Qualitative Printmedien sind unverzichtbar für die Demokratie. Im Rahmen der vorhin erwähnten VÖZ-Diskussion hat der deutsche Verfassungsrechtler Udo die Fabio das Verhältnis öffentliche Unterstützung ORF versus Printmedien kritisch hinterfragt.
Ich schreib etwa einmal pro Woche einem oder zwei Postern die sagen, „ihr seids ja alle gekauft durch die Presseförderung“ zurück : ich lade sie auf meinen Anteil der Presseförderung auf einen Kaffee ein, das wird sich vielleicht gerade noch ausgehen.
Es wird nie befriedigend sein aber es gehört wieder justiert. Erstens einmal erhöht, weil die Summen in Relation runter gegangen sind und es gehören Qualitätskriterien eingezogen.
Die Alimentierung durch die Öffentlichkeit, nicht durch den Staat, durch die Öffentlichkeit, ist vertretbar. Es wird nur die Zeitungen, die kein Marktmodell haben nicht retten.
Und über die Subventionierung durch Inserate : ich schlag etwa das „Österreich“ auf und Jö, ich wusste gar nicht, dass die ÖBB Schienen hat oder toll, es gibt Parks in Wien. Das ist aber nett von der Gemeinde Wien, dass sie mir das mitteilt.
Das kann sich nur endlich einmal verändern wenn einer draufkommt, dass die Hand die füttert trotzdem gebissen wird. (red/czaak)(Anm. der Redaktion : Hans Rauscher und economy-Redakteur Christian Czaak kennen einander seit 1997 aus gemeinsamen Standard-Zeiten. Das daher resultierende Du-Wort wurde auch beim Interview beibehalten.)
„4 von meinen 400 Studenten lesen eine gedruckte Zeitung.“

(Wien ; Video/Text) Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) präsentiert seinen aktuellen Public Value-Bericht. Deutscher Verfassungsrechtler Udo Di Fabio hinterfragt Gebührenmodell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die vergleichweise demokratiepolitische Funktion auch von Tageszeitungen und Magazinen.
„Die österreichische Presselandschaft versorgt unsere Demokratie schon seit ihren Anfängen mit Frischluft und erzeugt damit Public Value. Seit 2012 unterstreicht der Verband Österreichischer Zeitungen diesen gesellschaftlichen Mehrwert mit seinem jährlichen Public Value-Bericht“, so VÖZ-Präsident Thomas Kralinger in seiner Einleitung.
Die Entmachtung der Gate-Keeper
Mit dem Hinweis, dass „4 bis 5 von meinen 400 Studenten eine gedruckte Zeitung lesen“, meinte der deutsche Verfassungsrechtler Udo Di Fabio in seiner Keynote : „Zur Herstellung von Öffentlichkeit sowie zur Orientierungsfunktion muss es uns gelingen, die Ordnungsfunktion der Medien hervorzuheben und wiederherzustellen. In Echokammern werden wir die Welt auf Dauer nicht verstehen können.“ Di Fabio betonte, dass „es den Netz-Aktivisten um die Entmachtung der Gate-Keeper geht und die Gate-Keeper sind die Verlage, Tageszeitungen, Magazine wie auch Rundfunkanstalten.“
Es gehe „um die Balance zwischen einer seriösen Publikation und einer Rechtsübertretung,“ so Di Fabio, „das ist in einem geordneten Verfassungsstatt die Aufgabe des Gesetzgebers,“ und „die Geschäftsbedingungen sind prekär, weil die großen Plattformen mit ihrer eigenen Wertschöpfungskette von Big-Data-Formaten eine asymetrische Ordnung erzeugt haben.“ Dies sei „nicht wettbewerbsgerecht, weil die klassischen Verlagshäuser ersichtlich benachteiligt würden und die wirtschaftliche Existenz der freien Presse unterdrückt wird.“Die Immunität des öffentlich-rechtlich finanzierten Rundfunks
In diesem Zusammenhang hinterfragt Di Fabio auch „die Legitimation eines öffentlich-rechtlich finanzierten Rundfunks, der immun ist vor dem Zwang Rendite zu erwirtschaften weil der Staat das über Gebühren, Beiträge und ähnliches für ihn erledigt.“ Der Verfassungsrechtsexperte resümiert : „Wenn es uns als westliche Demokratie nicht gelingt, eine Ordnungsstruktur der Kommunikation und der Informationsbildung zu kräftigen, dann werden wir erleben, dass Demokratien erodieren.“
Unter Bezug auf die letzten Wahlkampfmonate, verwies Kralinger, dass „die digitale Propaganda dem Journalismus eine schmerzliche Niederlage zugefügt hat. Erstmals überflügelten auf Facebook die gefälschten Fake-News die echten Nachrichten. Mehr als 8,7 Millionen Mal wurden diese Falschmeldungen weitergeleitet oder kommentiert.“ Der VÖZ-Präsident betont den Faktor Vertrauen als zentrales Element zur Unterscheidung von Medienmarken für ihren zukünftigen Erfolg.Zeitgemäße gesetzliche Rahmenbedingungen
„Zur Erfüllung des demokratiepolitischen Auftrags der Nachrichtenmedien braucht es zeitgemäße gesetzliche Rahmenbedingungen und Regeln,“ erläutert Kralinger. „Nur wenn diese vorhanden sind, werden die heimischen Zeitungsherausgeber jene Innovationskraft umsetzen können, die es für die Umsetzung der digitalen Transformation braucht.“
Im Anschluss diskutierten Udo di Fabio, Rainer Nowak, Herausgeber und Chefredakteur von „Die Presse“, Alfred Pfabigan, Leiter der Philosophischen Praxis Märzstraße, und Armin Thurnher, Herausgeber und Chefredakteur des „Falter“ über den journalistischen Mehrwert in Zeiten des digitalen Wandels. (Siehe dazu den Economy-Video-Bericht „Unverzichtbar für eine freie plurale Demokratie!“)„Der Österreichische Bildungssektor wäre einer der größten Wachstumsmärkte.“

(Video/Text ; german/english) Das 2013 gegründete Unternehmen “books&docs 421.” verschränkt speziell im klassischen Buch-Verlagsbereich die analoge mit der digitalen Welt und produziert etwa individualisierte Lernbehelfe, zugeschnitten auf die ganz persönlichen Bedürfnisse ihrer Nutzer.
Economy sprach mit Firmengründer Rene Heinzl über die Entwicklung von Druckmaschinen bis zu Pdfs, über moderne Lehrer und Klassenbücher, bis hin zu verschiedenen Lernwegen von Kindern und neue Wachstumsmärkte in Österreich.
Economy : Rene Heinzl, Geschäftsführer von “books&docs 421.” Altes klassisches analoges Geschäft. Druckmaschine versus neue digitale Welten ?
Rene Heinzl : Der Beginn war 2013 mit der Anfrage eines internationalen Industrieunternehmens, wie der moderne Digitaldruck mit weiteren digitalen Elementen verknüpft werden kann.
Recherchen in Europa zeigten überraschend wenig Produkte am Markt, die diese Symbiose zwischen digitalen Infrastrukturelementen wie Plattformen oder Webshops hin zu klassischen Druckmaschinen schaffen. Also, wie kann ich digitale Konzepte auch in klassische Produktion und Industrie hineinbringen.Welche Unternehmens- oder Branchenbereiche betreffen diese Ansatzpunkte ?
Der Kern unserer Firma ist in dieser Schnittstelle zwischen Verlagen und Druckereien entstanden. Menschen wollen nicht mehr klassische Produkte in hohen Stückzahlen haben, wir wollen unsere eigenen individuellen Produkte haben.
Ob im Bildungssektor, in der Schule oder im privaten Umfeld, es ist immer relevant, dass wir uns in einem Produkt wieder finden.
Etwa „my müsli“, die es über eine Website geschafft haben ein wirklich gutes Produkt als Müsli zu verkaufen, was man sich selbst zusammenstellen kann. Die digitale Welt erlaubt uns für einen einzelnen Kunden ganz individuell auf seine Bedürfnisse einzugehen.
Unser operativer Start war dann zwischen Österreichischen Bundesverlag und den größten Schulbuchverlagen Österreichs und der Druckerei Morawa, die sich damals in dieses Digitaldruckkonzept eingearbeitet hat.Der vorhin erwähnte Geschäftsfall, wie kann man den Ablauf genauer beschreiben ?
Man kann das gut an einem ersten Produkt erklären : das war der sogenannte Unterrichts- und Terminplaner. Da haben 100.000 österreichische Lehrer die Möglichkeit ihren eigenen Kalender für ein Schuljahr zu konfigurieren.
Genauso können Lehrer das auch als Klassenbuch nutzen, sie haben viel mehr Platz um Informationen einzutragen und können das zudem über eine Webplattform bereits vorkonfigurieren.
Und da sieht man ein Druckprodukt, sehr individualisiert für eine Person in Auflage Eins. Und das verursacht nicht mehr Kosten, als ein ganz normales Produkt wie etwa einen Terminplaner.Individuell und das Thema Content. Inhalte, sehr vielfältig einsetzbar.
Wir sehen den Bildungssektor als eines der stärksten Elemente, aktuell besonders bezüglich Migration, wo ich für Nutzer hoch individualisiertes Lehrmaterial zur Verfügung stellen kann.
Das gilt aber nicht nur Bildungssektor, wir haben auch Produkte entwickelt, wo man sich etwa ganz einfach sein individuelles Kochbuch zusammenstellen kann.
Es geht nicht so sehr um das Marktsegment, es geht um den Bedarf ein Produkt für einen Kunden spezieller oder individualisierter zu machen.Sind weitere Anwendungsmöglichkeiten denkbar, etwa im Gesundheitsbereich ?
Wir haben mit der Fachhochschule Campus Wien bereits ein Forschungsprojekt gehabt um im sogenannten Life Science-Segment die gesamte Ausbildung zu dokumentieren.
Die haben noch keine sensitiven Daten, trotzdem haben wir schon gemerkt wie sensibel das Datenthema ist, vor allem die Datenspeicherung. Es ist machbar mit unseren Produkten, die Frage ist der Zeitpunkt der Entwicklung.Ein weiteres Thema bei “books&docs 421.” ist die digital gestützte Weiterbildung, persönliche Lernwelten.
Gerade in der Schulbuchlandschaft haben wir in Österreich ein schwieriges System auf Grund der langwierigen Entwicklung von Schulbüchern.
Das dauert hier bis zu fünf Jahren bis es im Handel und in den Schulen ist. Fünf Jahre entsprechen sieben bis zehn I‑Phone Generationen und solange dauert es bis wir ein Schulbuch schreiben.… das I‑Phone ist also das bessere Schulbuch ?
Wir denken hier vor um digital und analog kombinierte Schulbücher zu produzieren. Hirnforschung in Amerika besagt, dass wir uns haptisch gelernte Sachen weitaus besser merken weil unser Gehirn das anders abspeichern kann.
Wahrscheinlich ist der Bildungssektor einer der Bereiche wo das gedruckte Werk am längsten überleben wird und hier auch sehr sinnvoll eingesetzt werden kann.
Andererseits muss man viel mehr auf die Lerncharaktere eingehen. Wir wissen, dass Kinder bis zu fünf oder sieben verschiedene Lernwege haben.Wie kann man dem Rechnung tragen ?
Das wäre eigentlich ein ganz großes Thema in Österreich, dass wir auch die Bildung viel stärker auf die einzelnen Personen fokussieren. Wenn schon nicht in der Volksschule, dann in höheren Schulstufen.
Der Lehrer wählt Produkte aus oder Kapitel, passend zum Aufbau seiner Klasse. Hat er Schüler, die einen anderen Lernkanal brauchen, eine CD, ein You-Tube-Video oder Sachen anders erklärt brauchen. Das wäre alles schon möglich.… was braucht es zur Umsetzung in Österreich ?
Da braucht man wahrscheinlich nur noch einen Anstoß, nicht, dass die Schulbuch-Approbation geändert wird, sondern etwa ein Nachmittagsanbot ganz anders zu gestalten.
Da wären vom Bildungssektor her neue, digital erstellte Produkte, analog gedruckt und geliefert, einer der größten Wachstumsmärkte die wir haben könnten.Die weiteren Pläne von “books&docs 421.”?
Wir sind nicht auf aktiver Investorensuche, wir haben es schon geschafft, dass wir von Investoren angesprochen werden. IT kann man aus dem cash-flow finanzieren, da braucht man am Anfang keine Finanzierung.
Aber nun ist ein strategischer oder finanzieller Investor eine Fragestellung. Wir probieren halt eher einen strategischen Investor dazu zu kriegen, wenn das überhaupt notwendig ist. Auf jeden Fall aber noch mehr Leute einstellen.Strategischer Investor heißt, der dann irgendwann wieder ausgeht.
Wir haben aktuell die Entscheidung getroffen, dass wir jetzt und die nächsten Jahre auf dem Endkundenmarkt mit mehreren Produkten starten. Bis jetzt waren wir im Bereich Business-To-Business tätig und ab nun wollen wir uns auch mit Produkten etablieren.
Gerade im Bildungssektor sehen wir einfach so viel Potential. Wenn es die Verlage nicht machen, müssen wir es machen, in Kooperation mit Verlagen. Irgendwer muss es machen, probieren.— — — — — — — — — — — –
“The Austrian education sector would be one of the largest growth markets.”
“books&docs 421.”, started up in 2013, merges analogue and digital computing specially in the classical publishing world. It produces learning materials that are tailor-made to the very specific needs of their users.Economy spoke to company founder Rene Heinzl from the development of printing machines to PDFs, about teachers nowadays and modern class books till to children’s different learning styles and new growth markets in Austria.
Rene Heinzl, managing director of “books&docs 421.”. Old classical analogue market. Printing machine versus new digital worlds.
It started in 2013 at the request of an international industrial company about how to combine modern digital printing with other digital technologies.
Research in Europe has showed surprisingly only a few products on the market which achieve a symbiosis between digital infrastructure interface such as platforms or web shops and traditional printers. So, how to introduce digital concepts into traditional production and industry.Which company or branch areas apply to these starting points ?
The heart of our company was born in this interface between publishers and printing works. People no longer want to have large quantities of vintage products ; we want to have our own individual products.
Whether we are looking at the educational sector, at schools or the private provision, we need to be able to find ourselves in our product.
For example ‘my muesli’, they have managed to sell a really outstanding product in the form of muesli you can put together yourself through their website. The digital world allows us to provide a single client with an individualised product that matches their particular needs.
Our operative start was between Austria-Book-Publishers, the biggest school book publishers in Austria and the printing house Morawa, which was involved in this digital printing concept at the time.How can you describe this business case more clearly ?
Take a look at our first product : our lesson and appointment planner. 100,000 Austrian teachers are now in a position to organise their timetable for a whole school year in their own individual way.
At the same time it can also be used as a class register, there is much more space for entering information and, moreover, they can configure it ahead of time by using a web platform.
Table one shows a very personalised printing product for one individual person. It costs no more than an ordinary product, for example a personal organiser.Personalised and on the subject of content a very individual using.
We view the development of the educational sector as one of the most powerful factors, currently focussing specifically on migration, where I can make customised learning materials available to users.
This doesn’t apply just to the educational sector. We have also developed products for creating a customised cookbook, for instance.
It depends not a market sector ; it’s about the demand for personalising a product for a customer and making it more unique to them.Are there other possibilities for this kind of thing, for example in the healthcare sector ?
We have already run a research project with the FH-Campus College in Vienna. Our task was to document the whole educational path within the life sciences sector.
We still don’t have sensitive data in that case ; however we have already noticed how sensitive the subject of data information is. Data storage, for instance. Our products make that possible. The question is how long it will take.A further theme for “books&docs 421.” involves digitally supported further education and personal learning environments.
Particularly in the school text book arena, Austria has a difficult system due to the long drawn-out time-frame for creating school books.
It takes up to five years before a school text book is available in bookshops and schools. Five years are equivalent to between seven and ten iPhone generations and that’s how long it takes before we write a new school book.… is the iPhone a better school book ?
In this case, we are considering a combination of digital and analogue school books. Brain research in America tells us that haptic learning makes it easier to remember things because our brain is able to store them in a different way.
The educational sector is probably one of the fields where published works have the longest shelf-life and are put to the greatest use.
On the other hand, you need to take far greater account of learning styles. We know that children have up to five or seven different learning styles.How can we take them into account ?
That would actually be a really big theme in Austria and enable us to focus education much more on the individual. If not in primary school, then later on in high school.
The teacher can choose products or chapters to construct a class learning scheme. If some students need a different learning channel, a CD, a YouTube video, or a different way of explaining something… That would all be possible.… what does it take to upgrade Austria ?
It probably just needs a little push, not trying to change the whole school book process, but by presenting something such as a afternoon session in a totally new way.
In terms of the educational sector, new, digitally manufactured products, printed and delivered as analogue, could represent an huge growth market for us.What are the next plans for “books&docs 421.”?
We are not actively seeking investors. We have already succeeded in garnering interest. Our company can be financed from cash-flow funds, which means that start up financing is not required.
But, now there‘s the question of a strategic or financial investor. We would prefer a strategic investor, if that should be necessary. In any case, we need to get more employees.A strategic investor means someone who will be present only for a specific period of time.
Currently, we have decided that right now and over the next few years, we will offer several products on the end-client market. Up till now, we have been working in the Business-To-Business area but from now on we want to establish ourselves with our products.
We see a lot of potential in the educational sector. If the publishers aren’t doing it, then we have to do it, by cooperating with them as we go. Somebody has to do it, to give it a go.„Unverzichtbar für eine plurale Demokratie!“

(Wien ; Video/Text) Di Fabio analysiert trefflich, Thurnher ist gallischer Miraculix, Nowak redet Blödsinn und Pfabigan vermisst verlegerische Innovation, so die Positionen bei dokumentationswürdiger VÖZ-Diskussion zum aktuellen medialen Public-Value-Bericht.
(Ein Kommentar von Christian Czaak) Zur informativen Unterhaltung eines thematisch versierten Publikums mittels einer angriffigen Diskussion mit kleinfeinen Gemeinheiten ohne Verletzungen braucht es überzeugendes Wissen, geistiges Niveau und persönlichen Respekt.
Das gilt für Armin Thurnher, Chefredakteur der Wochenzeitung „Falter“ und für Rainer Nowak, Chefredakteur der Tageszeitung „Die Presse“. Aus subjektiv-kritischer Lesersicht aktuell die zwei besten Printprodukte in Österreich mit entsprechendem persönlichen Nutzen durch inhaltliche Vielfalt, differenzierte Erörterung breiter Themen, Recherche und weitgehend sauberer Trennung zwischen Information und Meinung, alles auf Grundlage der jeweiligen Blattlinie und Mediengattung.
Und das gilt auch für Alfred Pfabigan, Rechtswissenschafter und politischer Philosoph wie auch für Udo di Fabio, deutscher Verfassungsrechtler und Europarechtsexperte. Beide zeichnet fundiertes Wissen und Analysefähigkeit aus und beide können ihre Expertise verständlich greifbar und nachhaltig übermitteln. Diese Männer diskutierten den journalistischen Wandel in digitalen Zeiten bei der Public-Value-Veranstaltung des Österreichischen Zeitungsherausgeberverbandes (VÖZ) in Wien (siehe economy-Bericht „4 von meinen 400 Studenten lesen eine Zeitung“).Die vierte Gewalt im Staate
Die Eröffnung der Veranstaltung selbst passiert mit einer nachgelesenen und gefühlt eine Stunde lang dauernden Einleitung des VÖZ-Präsidenten Thomas Kralinger mit der zentralen Botschaft : „Die österreichische Presselandschaft versorgt unsere Demokratie mit Frischluft … und erzeugt damit Public Value.“ Mit der Frage „ob die Rolle der Medien als vierte Gewalt im Staat in Auflösung sei“ eröffnet Moderatorin Julia Schnizlein-Riedler („News“) die Diskussion und Alfred Pfabigan antwortet : „Nein, weil Facebook ja auch ein Medium ist, noch in der Pubertät, aber die Presse ist genauso zivilisiert worden.“Alt gegen jung, analog gegen digital, Leser gegen Werbung, Gewohnheit gegen Innovation
Die weitere Diskussion spiegelt primär die unterschiedlichen Philosophien von Thurnher und Nowak wieder. Analog gegen digital, alt gegen jung, Leser gegen Werbung, Gewohnheit gegen Innovation, unternehmerische Individualität gegen (globalen) Konzernimperialismus. Als älterer Printfanatiker und jüngerer Online-Adept, der von 1989 an als Verlagsmanager die Gründungsphase der damaligen Qualitätszeitung „Der Standard“ und dann dazu den „Online-Standard“ kommerziell zu gestalten hatte und seit 1999 mit dem eigenen Medium Gründung und Transformation von Online zu Print und dann wieder retour nur zu Online umsetzen musste, gibt es Sympathie und Zustimmung für die Positionen von Thurnher wie von Nowak — und ein großes Fragezeichen zu den von Pfabigan avisierten Zivilisierungschancen von Facebook & Co..Die Sehnsucht der laufradgetriebenen Gesellschaft
Die qualitative Nische wird immer einen Markt finden und, so es keine hausgemachten Management-Fehler ala Styria und Wirtschaftsblatt oder aktuell Kleine Zeitung-Online und Kurier (redaktionell) gibt, auch kaufmännisch funktionieren. Einen entsprechenden (persönlichen) Nutzen für User/Leser vorausgesetzt, kann auch die Monetarisierung über den digitalen Endkunden passieren und nicht nur über den Werbemarkt. Zudem beinhalten starke Pendelbewegungen immer zwei Richtungen, und die messbare Sehnsucht der laufradgetriebenen Gesellschaft nach Entschleunigung und haltgebender Orientierung mittels entsprechender „Inseln“ kann ein Medium wunderbar abbilden und daraus eine auch kaufmännisch darstellbare „Community“ machen. Richtig eingesetzt dienen die Sozialen Medien dafür als Marketingkanal, sowohl für neue Leser wie auch für Werbekunden und für die nötige Ansprache junger Zielgruppen sind sie geradezu überlebensnötig.Klassische Medien erreichen keine jungen und jüngeren Menschen mehr
Klassische Medien erreichen nahezu keine Menschen bis 30 Jahre mehr. Internen Studien sozialer Medienmanager nach informieren sich diese jungen Bürger nahezu ausschließlich nur über die Sozialen Netzwerke, und spätestens hier kommt nun der demokratiepolitische Aspekt ins Spiel. Als jüngere wie ältere Bürger, als Unternehmen und in letzter Konsequenz als Staat können wir nicht zulassen, dass Information und Meinungsbildung ausschließlich über subjektiv gesteuerte Maschinen passiert. Die freie Presse im Sinne eines objektiv-kritischen Korrektivs ist unverzichtbar als tragende vierte Säule einer pluralistischen Demokratie – aktuelle Beispiele in Polen, Ungarn oder der Türkei sowie die aktuelle US-Wahl zeigen und bestätigen wo autokratische Machttendenzen zuerst ansetzen.Journalistische Ordnungsfunktion wird zerstört
Armin Thurnher sieht ein grundsätzliches Problem : „Durch die aktuelle Asymetrie mit der damit verbundenen ökonomischen Macht und der globalen Neuordnung des Medienmarktes werden die journalistisch-redaktionellen Ordnungsfunktionen tendenziell zerstört.“ Rainer Nowak hingegen begrüßt Facebook und die sozialen Medien generell : „Das ist doch großartig, ich kann über diese Kanäle jetzt noch zusätzlich kommunizieren.“ Für Thurnher ist das „Blödsinn, gleichzusetzen mit Verlegern, die durch massives Verschenken ihrer Inhalte ihr eigenes Dilemma mit herbeigeführt haben und bei jedem einzelnen Artikel Werbung für etwas machen, was ihnen den Teppich unter den Füssen weg zieht.“Unabhängige Pressemedien auf öffentlich-rechtlicher Basis
In Blickrichtung der zunehmenden Finanzierungsproblematik klassischer Pressehäuser regt Thurnher dann auch eine Erörterung der demokratiepolitischen Funktion an : „Wir könnten sagen, die Presse muss ein öffentlich-rechtliches Medium sein, nicht nur der ORF, dann haben wir eine Existenzperspektive.“ Nowak kontert : „Sie wissen schon, dass es da draußen einen digitalen Markt gibt wo man Werbung lukrieren kann.“ Es braucht dafür „eine Reichweite und die erreicht man, wenn man auf Facebook aktiv ist.“ Auch Di Fabio fordert einmal „eine unternehmerische Antwort“ und „nicht zuerst nach dem Staate rufen“ und bringt den deutschen Axel-Springer Konzern als Beispiel, der „voll auf das Netz gesetzt hat.“Guter Journalismus muss Bürgern was wert sein
An die Adresse der Sozialen Mediengiganten gerichtet sieht Di Fabio aber auch „knallharte Ausbeutungsmodelle“ und „mit dieser Bezeichnung kann man auch politischen Gegendruck erzeugen.“ Allerdings : „Wenn man mit Hilfe des Staates faire Rahmenbedingungen für die Presse reguliert, dann macht sich die freie Presse ein Stück weit abhängig,“ so der Verfassungsexperte. Di Fabio nimmt aber auch ein kritisches Publikum in die Pflicht : „Die Bürger müssen sich fragen, was sie für einen guten Journalismus bereit sind zu tun.“ Thurnher spricht in Folge eine weitere Diskrepanz an : „Wenn man sich den Sozialen Medien in die Arme wirft, dann macht man sich abhängig und das ist genau das was sie wollen.“Die aktuelle Wild-West-Phase erfordert gemeinsames Sammeln und Finden
Rainer Nowak sieht hier keinen anderen Weg : „Was ist die Alternative ? Ein gallisches Dorf zu bilden mit Armin Thurnher als Miraculix, die Welt da draußen auszublenden und auf Pause zu drücken?“ Thurnher : „Ich hab’ ein gewisses Faible für gallische Dörfer, es gibt Alternativen, man muss versuchen Gegenmodelle zu entwickeln.“ Auf Nowaks Gegenfrage welche das wären, antwortet Thurnher : „Wenn ich das wüsste, säße ich vielleicht nicht hier.“ Nowak fordert „in dieser Wildwest-Phase ein gemeinsames Sammeln und Finden, es bleibe nichts anderes über, weil am Ende des Tages doch niemand ernsthaft glauben kann, dass Facebook als einziges Medium über bleibt und es keine Journalisten mehr gibt.“AToogle ist längst überfällig
Aufhorchen lässt Alfred Pfabigan, der eine unternehmerische Antwort vermisst, wo „ein über Crowdfunding finanzierter Schulterschluss europäischer Zeitungsverleger eine eigene Suchmaschine betreiben könnte.“ Im Gespräch mit economy darauf angesprochen, verweist VÖZ-Präsident Thomas Kralinger auf das deutsche „Studi-VZ“ (Anm. gegründet seinerzeit vom Holtzbrinck-Verlag, zudem u.a. auch „Die Zeit“ gehört), ein „Portal was einst größer als Facebook war, aber auf Grund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen nicht funktioniert hat.“ Es ist bezeichnend, dass ein Philosoph wie Pfabigan eine fehlende verlegerische Innovationsinitiative ansprechen muss und damit sicher auch das längst überfällige „AToogle“ meint – economy bringt hiermit die ersten 1.000 Euro ein und verpflichtet sich zumindest auch die letzten 1.000 Euro zu finanzieren.„Seid’s keine Trotteln“ und „kein leichtfertiger Umgang mit anderen Kulturen.“

Andre Heller und Erwin Pröll nehmen bei NÖ-Kulturgala Bezug auf österreichische Präsidentenwahl und das Thema Migration.
(St. Pölten ; Video/Text) Im Rahmen der diesjährigen Kulturgala des Landes Niederösterreich nahmen Gastredner Andre Heller und Landeshauptmann Erwin Pröll mehrfach Bezug auf die kommende österreichische Präsidentenwahl, auf die Konfrontation mit anderen Kulturen sowie auf die nötige Freiheit der Kunst — und ernten minutenlangen Applaus.
Mehrere Preisträger der Gala zeigten sich economy gegenüber „positiv überrascht mit welcher Klarheit Landeshauptmann Erwin Pröll hier Position bezogen hat“. Hochrangige Vertreter der NÖ-Kulturpolitik und NÖ-Museumsmanager wiesen in diesem Zusammenhang „auf die internationale Bedeutung für den Tourismus hin“ und betonten zudem „die globale Vernetzung des Kultur- und Kunstbetriebs und seine Wirkung auf das Image eines Landes“.
Auch von economy befragte Unternehmenslenker aus NÖ-Wirtschaft lobten die deutlichen Aussagen Prölls und erklärten diese mit „der wichtigen standortpolitischen Bedeutung der kommenden Bundespräsidentenwahl im internationalen Kontext“. Manager aus Forschung und Wissenschaft unterstrichen dabei auch „die Signalwirkung im Wettbewerb der Ansprache internationaler Studenten und Doktoranden.“Das Glasauge in der Suppe und ein Gouverneur mit Kultur als persönlicher Priorität
Andre Heller spannte als Gastredner einen Bogen vom „Glasauge des Mannes meiner Großmutter“, was dieser „zur Förderung von Empörungsanfällen seiner glamourösen Gattin des öfteren in die Suppe fallen ließ“ über „die Gegenwart, die bei Geist und Herzen an äußerst politischen Bildungskatastrophen laboriert“ und „den herablassend verteufelten Bewertungen im Kultur- und Kommentatorenbetrieb“ bis hin zu „Künstlern, die sich Triumphe wünschen“ und sich „gleichzeitig freuen über Zurückweisungen und Schwierigkeiten der Konkurrenz“.
Heller sparte auch nicht mit Kritik an den Kunstkritikern : „Viele sogenannte Kunstkritiken haben durchaus, nur auf sprachlich besseren Niveau, die Energie von FPÖ-nahen Hasspostings.“ Im Gegenzug aber auch Lob : „Es ist eine Gnade auf einem Flecken Erde leben zu dürfen, wo der Staat die vielfältigsten künstlerischen Unternehmungen fördert“ und „wo in der Hauptstadt einer Provinz mit einem Gouverneur, der, bei allem worüber man mit ihm streiten kann und soll, Kultur zu seinen persönlichen Prioritäten zählt und tatsächlich opulent gemäß dieser Überzeugung handelt.“
Am Ende seiner Rede schloss Heller : „Dieses in Vielem privilegierte Land sollte und könnte in jeder Hinsicht ein Laboratorium für Gelungenes, für höchste Qualität, für Solidarität und Heilung sein. Lassen Sie uns daher die Mieselsucht und Grobheit, die zunehmende Verachtung der Menschenrechte, die oft euphorische Unfähigkeit Lehren aus unserer blutigen Geschichte zu ziehen, die Abschottungswolllust und Verachtungsmanie, die wesentliche Teile unseres Wahlvolkes kennzeichnet, in klare Schranken weisen.“ Heller final : „Gestatten Sie mir noch einmal in diesem Zusammenhang an den 4. Dezember zu erinnern : Freunde, ich bitte Euch höflichst, seid’s keine Trotteln.“ Minutenlanger Applaus.„Kreativität ist wichtiger als Wissen.“
Bei der NÖ-Kulturgala wurden wiederum zahlreiche Kunst- und Kulturprämierungen überreicht (siehe economy-Bericht „Kulturelle Juwelen und Jubiläen“). Landeshauptmann Erwin Pröll zeichnete als verantwortlicher Kulturreferent Preisträger in acht Kategorien aus und betonte dabei : „Kreativität ist wichtiger als Wissen, je kreativer dieses Land wird, desto zukunftsträchtiger ist dieses Land.”
Pröll weiter : „Tief verwurzelt zu sein, ist die Voraussetzung um weltoffen nach vorne gehen zu können. Das ist gerade in Zeiten wie diesen sehr, sehr wichtig, wo wir konfrontiert sind mit anderen Kulturen, und wo ich den Eindruck habe, dass man allzu leichtfertig mit anderen Kulturen umgeht.“ Und : „Für die kulturpolitische Arbeit einer Region ist es Grundsatz ständig darauf zu schauen, dass die Kunst ihre Freiheit behält“ und zudem „es nie zuzulassen, dass die Politik die Kultur diktiert.“„Deshalb bin ich dann Finanzminister geworden.“

(Wien ; Video/Text) Finanzminister Hans Jörg Schelling und Erste-Chef Andreas Treichl eröffnen neuen Finanzpark für Jugendliche und erzählen economy von ihrem ersten Erlebnis mit Geld.
Zeitgerecht zum Weltspartag eröffnet der weltweit erste Financial Life Park für Kinder und Jugendliche am Erste Campus in Wien. Das sogenannte „Flip“ soll die Bedeutung von Finanzen für die persönliche Lebensplanung vermitteln, ein wissenschaftlicher Beirat sichert dabei Unabhängigkeit und objektiven Wissenstransfer rund um das Thema Geld.
„Es war die revolutionäre Idee der Sparkassen, allen Menschen zur Schaffung und Sicherung von Wohlstand zu verhelfen“, so Andreas Treichl, CEO der Erste Group. „An diesem Auftrag hat sich bis heute nichts geändert – außer den Rahmenbedingungen, die finanzielle Entscheidungen beeinflussen“, ergänzt Treichl und : „Diese zu verstehen ist unserer Meinung nach essentiell. Und das wollen wir unabhängig und verständlich vermitteln.“Förderung der finanziellen Eigenverantwortung
Das barrierefrei gestaltete „Flip“ soll die finanziellen Fähigkeiten primär von Kindern und Jugendlichen verbessern und zudem auch Erwachsenen entsprechende Informationen vermitteln. Den Kern des Wissenstransfers bildet dabei eine 120-minütige interaktive Tour, bei der Besuchern das Finanzwesen sowie die volkswirtschaftlichen Aufgaben einer Bank erklärt werden.
Das FLiP richtet sein Angebot an Kinder von zehn bis 13 Jahren, an Jugendliche von 14 bis 17 Jahren und an junge Erwachsene ab 17 Jahren, es gibt Touren in drei Schwierigkeitsklassen. Ab 2017 wird das Flip für Familien auch an Samstagen geöffnet sein wird. Generell erhält jeder Besucher ein sogenanntes „Wallet“, ein speziell konfiguriertes Tablet, das interaktiv durch die verschiedenen Stationen führt. Jede Tour wird von einem Wissensvermittler geleitet.
Die Überschuldung von Privathaushalten und Jugendlicher haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Der verantwortungsvolle Umgang mit Geld kann daher gar nicht früh genug vermittelt werden. Philip List, Leiter des FLiP, erläutert : „Das FLiP will das Risikobewusstsein bei seinen jungen Besuchern schärfen und vorsorgen gegen Überschuldung und dient damit letztlich auch zur Armutsprävention.“Unabhängige Wissensvermittlung und das erste Gelderlebnis von Finanzminister und Bankchef
Besonders wichtig ist den Betreibern die Unabhängigkeit. „Alle vermittelten Inhalte werden durch einen internationalen, wissenschaftlichen Beirat aus derzeit sechs Finanzexperten freigegeben“, betont List. Im Beirat sind Experten von WU Wien, Universität Wien, Stanford University, Österreichischer Schuldnerberatung, Sparkassenrat der Zweiten Sparkasse und OECD vereint.
Im Rahmen der Eröffnung befragte economy Finanzminister Hans Jörg Schelling und Erste Generaldirektor Andreas Treichl über ihren ersten Kontakt zu Geld. Beim Finanzminister drängte bereits „die Mutter jeden Schilling zwei mal umzudrehen“ und primär „wurde die Basis als Finanzminister durch den oftmaligen Besuch des Schulsparens gelegt“. Bei Andreas Treichl war es ein ambivalentes Erlebnis, mit sieben Jahren kaufte er seiner Mutter „für 14 Schilling eine Brosche im Papiergeschäft“, musste dann aber „enttäuscht beobachten, dass die Brosche beim Verlassen des Hauses abgenommen wurde“.„Ich habe einfach daran geglaubt.“

(St. Pölten ; Video/Text ; german/english) Vergleicht man in Österreich längerfristige Standort-Strategien, dann steht Niederösterreich unangefochten auf dem obersten Stockerlplatz. Das Land war frühzeitig initiativ und kontinuierlich in der Weiterentwicklung.
Economy sprach mit Landeshauptmann Erwin Pröll über entscheidende Standortfaktoren, Beharrlichkeit zur Beseitigung widriger Begleitumstände und über das Weinviertel als Quelle für Kraft und Innovation.
Economy : Herr Landeshauptmann, vergleicht man die standortpolitischen Aktivitäten des Landes, dann hat NOe vergleichsweise früh mit spezifischen wie flächendeckenden Maßnahmen im Bereich Forschung und Wissenschaft begonnen.
Pröll : „Die Herausforderung der letzten Jahrzehnte bestand darin, dass wir aus einem Bundesland mit alten Industriestandorten eine zukunftsträchtige, technologisch hochwertige Region machen.
Es musste hier intensiv investiert werden, um hochtechnologisch eines Tages auch international reüssieren zu können.
Das war die Grundüberlegung warum wir das IZ-Süd voranentwickelt haben, zudem regionale Innovationszentren flächendeckend situiert und vor allem auch grenzüberschreitende Gewerbe- und Industrieparks. Dieses Europa wird eines Tages zusammen wachsen“.Wir haben uns, auch längerfristig und im Vergleich betrachtet die Themen Innovation, Technologie, Forschung und Wissenschaft angeschaut.
Welche spezifischen Erfahrungen sind hier erwähnenswert ?
„Zunächst die Notwendigkeit in hochtechnologische Bereiche zu investieren, natürlich mit entsprechendem Risiko behaftet. Dort, wo man in eine neue Entwicklungsphase hineingeht, muss man wissen, dass das eine oder andere Investment auch verloren gehen kann. Dieses Risiko haben wir auf uns genommen.
Dann war es für uns wichtig den Zielkonflikt zwischen hochentwickeltem Wirtschaftsgebiet und Wohnqualität sensibel zu orten und ihn auch aufzulösen. NOe soll auf dem Weg in die Zukunft aus einem Land der rauchenden Schlote zu einem Land der rauchenden Köpfe werden.
Die Hoffnung ist, dass wir durch Investition in Hirnschmalz zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und vor allem Lebensqualität und Einkommen für den Einzelnen erhöhen.
Eine Chance liegt auch darin, dass eine gut funktionierende, flott arbeitende Verwaltung der wesentlichste Konkurrenzfaktor im Konkurrenzfeld zwischen den einzelnen Standorten ist.“Stichwort nochmals Innovation und Forschung. Ich möchte aus der Fülle an Aktivitäten das ISTA und das MedAustron herausgreifen. Das ISTA in Klosterneuburg wurde seinerzeit gegen erbittertsten Widerstand der Forschungs-Community und teilweise auch Politik durchgezogen. Die letzte internationale Evaluierung war abermals überaus positiv.
Späte Genugtuung und Bestätigung für diesen hartnäckigen Weg ?
„Ja. Das kann man ohne weiteres sagen. Wir, und da meine ich zunächst einmal die NOe-Community haben sehr intensiv gearbeitet um gegen dieses internationale und nationale Konkurrenzfeld bestehen zu können.
Und auch für mich persönlich ist eine unglaubliche Genugtuung, nicht zuletzt auch deswegen weil ich auch in der österreichischen Politik großen Anfeindungen ausgesetzt war.
Ich habe einfach daran geglaubt, dass der Standort in Klosterneuburg ein optimaler ist, auch im Hinblick auf die internationale Attraktivität. Es muss gelingen, mit diesen höchst qualifizierten wissenschaftlichen Einrichtungen im ISTA, wissenschaftliche Arbeit auf höchstem Niveau liefern zu können aber gleichzeitig auch so attraktiv zu werden, dass wir viele Wissenschafter aus der ganzen Welt hier bündeln können.
Damit soll vor allem die geistige Kapazität NOe auf dem Weg in die Zukunft auch in der Heimat entsprechend verankert werden und sich entfalten…“… was einmal rein bei den Zahlen gelungen scheint…
„… das IST mittlerweile gelungen. Wir haben unglaubliche 9.000 Forscher in NOe und über 50.000 Menschen, die sich der akademischen Ausbildung hingeben.
Das ist deswegen für uns etwas besonderes, weil es ja noch nicht allzu lange her ist, das jemand für eine akademische Ausbildung abwandern musste.
Ich selbst bin ein Betroffener davon. Ich habe an der Uni für Bodenkultur (Anm. Wien) studiert und musste zunächst einmal meine NOe-Heimat verlassen. Mir hat das damals emotionell sehr viel gekostet und bedeutet.“Zweiter Leuchtturm Med Austron. 2011 haben die Bauarbeiten begonnen, diesen Herbst beginnt die erste Patiententätigkeit. Med Austron wäre 2009 fast den Sparmassnahmen der damaligen Bundesregierung unter BK Faymann (SPÖ) und Wissenschaftsminister Hahn (ÖVP) zum Opfer gefallen.
Es heißt, Sie mussten auch dem Bundeskanzler sehr deutlich vermitteln, dass er die NOe-Interessen zu berücksichtigen hat ?
„Es war nicht nur ein hartes Stück den Bundeskanzler zu überzeugen, sondern auch den Wissenschaftsminister. Da hat es eine Reihe von sehr handfesten Telefonaten gegeben.
Der Groschen ist gefallen, als von Seiten CERN (Anm. größter Forschungsreaktor weltweit in Genf/Schweiz) klar gemacht wurde, wir — stehen — weiter — zu — diesem –Projekt.
Ich kann eigentlich im Blick zurück niemandem einen Vorwurf machen. Jemand, der einen Schritt in eine ungewisse Zukunft tut, hat viele Fragezeichen um sich.
Das war nicht nur bei mir so, das war auch beim Bundeskanzler so, das war beim Wissenschaftsminister so.
Gerade bei einem, ich nenne es bewusst historischen Schritt in eine vollkommen neue Zukunft, gibt es immer auch viele Zweifler und Gegner.
Entscheidend war : wenn wir tatsächlich den Wissenschaftsstandort NOe deutlich sichtbar weit über die Grenzen des Landes hinaus verankern wollen, dann muss es auch finanziell und organisatorisch möglich sein entsprechendes Risiko einzugehen.…“… und, hat sich das Risiko gelohnt ?
„Wir haben „ins Schwarze“ getroffen. Mittlerweile stellen sich große internationale Staaten an, die MedAustron in ihrem Bereich kopieren wollen.
Wir sind diesbezüglich sehr offen, weil ich überzeugt bin, dass gerade der Kampf gegen die Geisel Krebs eine internationale Phalanx braucht um tatsächlich gewonnen werden zu können“.Herr Landeshauptmann, Sie stammen aus dem Weinviertel, Ihre Eltern waren Weinbauern, sie selbst sind promovierter Agrarökonom. Vor 35 Jahren Eintritt in die NOe-Landesregierung, nächstes Jahr 25 Jahre Landeshauptmann.
Was waren einmal nur im Bereich Forschung, Technologie und Innovation die prägendsten Erfahrungen auf diesem langen Weg als Chef des Unternehmens Niederösterreich ?
„Die wichtigste Erfahrung, die ich gerne auch am Weg in die Zukunft weiter gebe, ist : Man muss mutig sein. In der Politik spricht sich das relativ einfach aus, es ist allerdings mit einem hohen Maß an Risiko verbunden.
Jeder Schritt in der Politik kann auch einen Absturz bedeuten. Aber : Wenn man auf diesem Weg relativ geerdet ist und sensibel ist für das Machbare, dann glaube ich, ist man auf einem Weg Risiko minimieren zu können.
Ein ganz entscheidender Punkt war die Gründung der Donau Universität. Die Donau-Universität hat sich zu einem Nukleus entwickelt, sie hat uns Mut gemacht, tatsächlich in den wissenschaftlichen Bereich hinein zu gehen und Niederösterreich zu einer Wissenschaftsregion zu machen.
Der nächste Schritt war, dass wir eine Wissenschaftsachse entwickelt haben, von Krems über Tulln, über Klosterneuburg bis Wiener Neustadt, Wieselburg.
Dort wo lebendige Wissenschaftsarbeit geleistet wird, wird unglaublich viel Kraft ausgesendet zur Entwicklung der Region und für junge Generation sich hier zu engagieren…“… das gilt bei ISTA und MedAustron auch im internationalen Kontext…
„… das ISTA war nicht nur eine nationale Herausforderung, da hat’s auch große internationale Konkurrenz gegeben. Ich bin sehr froh darüber, dass die beiden angesprochenen Evaluierungen uns bescheinigen, dass wir auf einem guten Weg sind und auch keinen internationalen Vergleich scheuen müssen.
Wir haben mittlerweile einen Nobelpreisträger und zwei Wittgenstein-Preisträger (Anm. höchste wissenschaftliche Auszeichnung Österreichs) im Board. Das alleine ist schon Beweis dafür, dass wir offensichtlich ein hohes Niveau haben.
Und zu MedAustron : wahrscheinlich können wir heute noch gar nicht abschätzen, was das für die Menschheit bringen kann. Zudem wird das neue Krankenhaus in unmittelbarer Nähe des MedAustron kommen.
Das bedeutet auch einen Nukleus für den internationalen Tourismus weil wir davon ausgehen, dass wir mit MedAustron auch international versorgen werden.
Alles in allem bin ich im Blick zurück glücklich, dass wir bei all dem was wir investiert haben, nichts nennenswertes in den Sand setzen mussten und durch sensible Abschätzung und bodenständiges Arbeiten eine gute Grundlage gelegt haben, auf der wir weiter aufbauen können“.— — — — — — — — — — — -
„I just believed in it“
By comparing long term strategies for business-regions all over Austria, Lower Austria takes undisputed the first place. The country early was initiative and continously in its development.Economy talks to the governor Erwin Pröll about decisive factors for the region, persistance to eliminate adverse circumstances and about the Weinviertel as a fountain for force and innovation.
Economy : State governor Dr. Erwin Pröll, if we compare the political activities of Lower Austria as a business-location, the country has started very early with specific and varied activities in research and science.
Erwin Pröll : The challenge in recent decades has been to turn a country with an old industrial base into a high-tech region equipped for the future. It needs a lot of investments to become high-tech and even internationally recognised.
That was the basic idea for developing the Industrial Center IZ-south. We added regional innovation centres over a wide area too and more importantly, business and industrial estate across boundaries. This Europe will grow back together one day.We have taken a long-term look at your progress with innovation, technology and research.
Which specific experiences are worth mentioning here ?
First, there is a need to invest in high-tech areas and of course hat includes some risk factors. When there is a new phase of development, you need to know that some investments can get lost in the process. We have brought this risk on ourselves.
It was important for us to address the conflict between being a highly developed region and a region of life-quality too — and then to solve that conflict. On its path to the future, Lower Austria needs to move out of being the land of the piping hot chimneys to being the land of piping hot minds.
The hope is, by investing in brainpower, we will create additional work places and above all, ensure quality of life and incomes for individuals.
A big chance is a very good functioning und fast-working government as an essential competitive factor in the competitive environment between the areas.
Catch-words : innovation and research. I would like to pick up two ideas out of a wealth of choices. One of them is the Institut of Science & Technology (ISTA), the other is MedAustron. The ISTA in Klosterneuburg has pulled through some of the most embittered resistance from the research community and in part from politics too. Yet, the second international evaluation was overall positive.
Late reparation and reassurance for this obstinate treatment ?
Yes. You can say that. We, and by this I mean the community of Lower Austria, have worked very hard to be able to stand up against national and international competition. It gives me personally an unbelievable satisfaction. I had to fight with a lot of hostility even within Austrian politics.
I simply believed that the location in Klosterneuburg would be the right one, including its international appeal. We have to deliver a high standard of scientific work with these highly qualified scientific establishments within the ISTA and at the same time we have to be attractive to adress a legion of scientists all over the world to come here. Lower Austria spiritual capacity needs to be harnessed on the way into the future and to be moored within the country and to unfold…… which, judging purely by the figures, seems to be a success…
… that HAS happened in the meanwhile. We have unbelievable 9,000 researchers in Lower Austria and over 50,000 people involved in high ecucation and academic development.
This is something special to us. Not a long time ago, someone, who wants to be able to gain these academic qualifications, had to move away. I am one of the people who was affected. I studied at the University for Natural Resources (in Vienna) and had to leave my home in Lower Austria. At that time, it took its toll and had a significant emotional impact on me.The second positive lighthouse is MedAustron. In 2011, construction began on the building and this autumn it will be open to its first patients. MedAustron nearly succumbed in 2009 to the steep savings plans under the Federal Government at the time with BK Faymann (SPÖ) and science minister Hahn (ÖVP).
It’s called that you had to talk very clearly to the Chancellor that he needed to respect the interests of Lower Austria ?
It was not only difficult to convince the Federal Chancellor, but also the science minister. There was a series of very meaningful phone calls. At last they got the point when CERN (the biggest research reactor in the world in Genf/Swiss) was taken aside and instructed that we — will — continue — to — stand — by — this — project.
Thinking back, I cannot really blame anyone. Someone who takes a step into an uncertain future will be surrounded by question marks. It wasn’t like that just with me, but also with the Chancellor and the science minister.
Especially with what I will call a historical step into a completely unknown future, there are always doubters and opponents. What was decisive was, if we were going to harness the science site clearly and beyond all borders, it must be possible to act risky in finance and organisation…… and was the risk worth it ?
We are now in the “black.” Meanwhile, large international states want to copy the MedAustron in their region. We are very open about this, because I am convinced that the current battle against the hostage of cancer needs an international phalanx in order to actually win.Mister state governor, you grow up at the Weinviertel (a wine-region in Lower Austria), your parents were winegrowers, you received a doctorate as an agricultural economist. You entered the state government in Lower Austria 35 years ago and next year you have been state governor for 25 years.
Which are the highlights of your experiences in science, technology and innovation sectors on your long walk as the boss of the company Lower Austria ?
The most important experience I would like to share on my way to the future is : “You have to be brave.” In politics it is easy to say so but there is a very high risk factor involved. Every step in politics could be a downfall. However : Being relatively well grounded on this path and sensitive to the things that can be done is the way to reduce risk.
A very decisive point was the founding of the Donau University. The Donau University in Krems has evolved into a main focus. It has given us courage especially to enter the scientific area and to turn Lower Austria into a science region.
The next step was developing a science axis from Krems over Tulln via Klosterneuburg to Wiener Neustadt and Wieselburg. In a place highly involved in scientific work, there is an unbelievable amount of energy radiating out which helps to develope the region and to adress and involve the young generation.For ISTA and MedAustron this also means in the international context.
The ISTA was not only a national challenge, there was also a lot of international competition. I am very happy that the two evaluations confirmed, that we are on a very good path and we do not need to steer clear of any international comparisons.
In the meanwhile we have a Nobel Prize winner on board and two Wittgenstein winners (Note : The most prodigious science award in Austria). That is enough proof that we obviously have a high standard.
And about MedAustron — perhaps we cannot even imagine the immense value this has for humanity. The new hospital will be added near MedAustron. That represents a nucleus for international tourism because we are expecting to welcome an international audience too.
All in all, I am happy with what has been. Everything we have invested has paid off and we did not waste only one considerable project. Sensitive evaluation and working from the ground up has laid good foundations on which we can continue to build up the country.Der Unterschied sind 15 Zentimeter und weitere 500 Millionen Euro

Das Land Niederösterreich prämiert die diesjährigen Wissenschaftspreise. Landeschef Erwin Pröll kündigt weitere 500 Millionen Euro Investitionen in den Wissenschaftsstandort Niederösterreich an.
(Grafenegg ; Video/Text) Herausragende Forscher mit Projekten zur wissenschaftlichen Eigenständigkeit des Landes werden in Niederösterreich seit 1964 gefördert. Jahr für Jahr vergibt das Land Prämierungen und Auszeichnungen an Vertreter unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen, aktuell nun im Rahmen der diesjährigen Wissenschaftsgala in Grafenegg.
Hohe EU-Auszeichnung für das Land
Bildung und Wissenschaft und Wirtschaft sind in Niederösterreich Chefsache. Bei der Wissenschaftsgala 2016 unterstrichen Bildungschefin Barbara Schwarz, Wirtschaftschefin Petra Bohuslav und Landesboss Erwin Pröll denn auch gemeinsam die immense volkswirtschaftliche und standortpolitische Bedeutung im internationalen Wettbewerb der Köpfe und Regionen.
„Jemand, der in die Wissenschaft investiert, investiert in die Zukunft”, so der Landeshauptmann zu den bisher in Bildung und Wissenschaft investierten 600 Millionen Euro. „Auch auf europäischer Ebene hat unsere punktgenaue regionale Strategie große Anerkennung gefunden“, verwies Pröll auf die NOe-Auszeichnung als „Europäische Unternehmerregion 2017”. Und : „Der wichtigste Weg am Pfad in die Zukunft sind die 15 Zentimeter zwischen den Ohren der Menschen.“Brückenschlag zwischen Jugend, Wissenschaft und Wirtschaft
„Zwischen Wissenschaft und Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren eine tolle Brücke entwickelt”, erläuterte Petra Bohuslav und verwies etwa auf das Technopol-Programm, die neue Gründungsoffensive für Forscher oder auf das soeben präsentierte neue Wirtschaftsprogramm, das neben Industrie mehrheitlich kleine und mittelständische Unternehmen bereits von der Planung weg eingebunden hat.
Barbara Schwarz, Bildungslandesrätin erörterte den kontinuierlichen Aufbau im Bildungssektor, wo „vom Kindergarten bis zum PhD alles möglich ist“ und erwähnte beispielsweise das Projekt „Science Fair” als Beleg auch für die große Begeisterung Jugendlicher bei wissenschaftlichen Projekten. Besonders stolz ist Niederösterreich auf den jüngsten Gewinn gleich mehrerer Forschungsprojekte beim bundesweiten Kompetenzzentrums-Programm und auf die mittlerweile weltweit beachteten Leuchttürme MedAustron in Wiener Neustadt und das ISTA (Institute of Science and Technology Austria) in Klosterneuburg.Würdigungspreis für Österreichisches Dokumentationsarchiv des Widerstandes
Im Rahmen zahlreicher Prämierungen gingen Würdigungspreise eines wissenschaftlichen Gesamtwerks mit internationaler Bedeutung an den Wissenschafter Thilo Sauter vom Zentrum für Integrierte Sensorsysteme an der TU Wien und an das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) vertreten durch den Historiker und DÖW-Chef Gerhard Baumgartner.
„Gerade in der heutigen Zeit ist so ein politisches Signal wichtig. Wir arbeiten nicht nur historisch, sondern dokumentieren etwa auch rechtsradikale neonazistische Gruppierungen“, so Baumgartner. „Diese Arbeit wird natürlich auch angefeindet, da ist so ein unterstützendes politisches Signal für uns besonders wichtig“, hob Baumgartner hervor.Auszeichnungen für Polytechnikum Mistelbach und viele bereits praktisch angewandte Forschungsprojekte
Weitere Auszeichnungen erfuhren Wolfgang Aigner, Leiter des Instituts für Creative Media Technology der FH St. Pölten, Edith Kapeller, Kulturwissenschaftlerin und Stiftsbibliothekarin in Göttweig sowie Irina Sulaeva und Hubert Hettegger, Chemiker am Doppler-Forschungslabor in Tulln.
Angela Sessitsch, Birgit Mitter und Stephane Compant vom Endophyten-Team des Austrian Institute of Technology (AIT) folgten für Forschungen im Bereich Pestizide und Dünger in der Landwirtschaft und Stefanie Roithmayr und Johanna Irrgeher erhielten den „Wissen schaf[f]t Zukunft Preis für akademische Abschlussarbeiten.
Das Projekt „eMobility Pads” der Polytechnischen Schule Mistelbach erreichte den ersten Platz der diesjährigen „Science Fair”. Podiumsgespräche zum „Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft” mit Paulus Hochgatterer, Kinderpsychiater und Schriftsteller sowie Ernst Strouhal, Publizist und Historiker, beleuchteten die ersten kindlichen Berührungspunkte sowie die themenübergreifende Bedeutung von Wissenschaft und Forschung.