Der digitale Kern

Innovation. Defizite in der ganzheitlichen Verbindung von Prozessen, Daten und Steuerungslogik. Bei der Digitalisierung entscheidet der Mut, auch den Unternehmenskern zu transformieren, über Erfolg oder Misserfolg. Ein Expertenkommentar von Christian Wenner, Head of Strategic Portfoliomanagement CANCOM Austria.
Noch vor wenigen Jahren war die Welt für die österreichische Exportwirtschaft in Ordnung. Günstige Energie, gut ausgebildete Fachkräfte, ein international wettbewerbsfähiger Standort und technologische Führungsrollen in vielen Nischen sorgten für ein stabiles Umfeld. Mit der Corona-Pandemie kam dann ein abrupter Stillstand globaler Wertschöpfungsketten.
Direkt danach folgte der Ukraine-Krieg, der eine Energiekrise mit entsprechenden Kostensteigerungen auslöste. Damit stieg die Inflation, die wiederum eine Steigerung bei den Lohnkosten auslöste.
Durch die Kombination aus gestiegenen Produktionskosten, der Entwicklung Chinas vom Absatzmarkt zum Mitbewerber und der Zollpolitik der USA brachen Märkte weg und die Planungssicherheit ging verloren.Ausdruck eines strukturellen Versagens
Was sich wie eine Abfolge außergewöhnlicher Krisen liest, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als schonungsloser Stresstest für ein lange übersehenes Strukturproblem. Ein Blick auf die Produktivitätsentwicklung der vergangenen 20 Jahre offenbart das : Während andere Länder ihre Produktivität teils um bis zu 100 Prozent steigern konnten, kam Österreich im selben Zeitraum auf gerade einmal zwei Prozent. In den letzten fünf Jahren ging die Produktivität sogar zurück. Das ist kein zyklisches Phänomen, sondern Ausdruck eines strukturellen Versagens.
Europa – und Österreich im Besonderen – leidet nicht nur unter hohen Kosten oder schwacher Nachfrage, sondern unter einem grundlegenden Transformationsdefizit. Dieses Defizit hat sich nicht erst in den letzten Jahren gebildet, es wurde nur durch aufeinanderfolgende Krisen sichtbar gemacht. Zu lange hat man sich darauf verlassen, dass ein stabiler Unternehmenskern ausreicht, während Innovation an die Ränder ausgelagert wurde – zu digitalen Plattformen, kleineren Pilotprojekten oder einzelnen Kundenschnittstellen.
Ganzheitliche End-to-End-Sicht als entscheidender Erfolgsfaktor
Doch nachhaltige Innovation ist heute untrennbar mit nachhaltiger digitaler Innovation verbunden. Und diese findet nicht an der Peripherie statt, sondern im Kern von Unternehmen. Gemeint ist ein digitaler Kern, der Prozesse, Daten und Steuerungslogik ganzheitlich verbindet – und das innerhalb von Unternehmen ebenso wie über Unternehmensgrenzen hinweg etwa unter Einbindung von Kunden und Lieferanten. Die aktuelle Realität sieht aber oftmals noch anders aus : In vielen Betrieben fehlen durchgängige Prozess- und Datenketten, Informationen sind fragmentiert, Entscheidungen verzögern sich, anstatt in Echtzeit zu erfolgen.
Dabei ist genau dieser digitale Kern die Voraussetzung für Effizienz, Skalierbarkeit und Flexibilität bzw. Anpassungsfähigkeit. Digitale Prozesse müssen nicht nur kostengünstig wachsen können, sie müssen sich auch dynamisch an neue Rahmenbedingungen anpassen lassen. Wie entscheidend diese Flexibilität ist, haben die vergangenen Jahre eindrucksvoll gezeigt. Erst diese ganzheitliche End-to-End-Sicht auf Unternehmen ermöglicht es, die operative und strategische Steuerung neu zu denken, Effizienz wie Produktivität zu steigern und sodann Märkte sowie Produkte zu diversifizieren.
Ein teures Versprechen ohne Wirkung
Betriebe haben sich lange am Spagat zwischen einer stabilen, aber trägen IT und schneller digitaler Innovation an der Peripherie versucht und der erweist sich zunehmend als Sackgasse. Innovation erstickt, wenn sie auf unveränderte analoge Kernprozesse trifft. Ein digitaler Kern hingegen schafft Transparenz, senkt Komplexität und bildet die Grundlage für den sinnvollen Einsatz neuer Technologien. Das betrifft insbesondere das Thema künstliche Intelligenz – die ohne die entsprechende Datenbasis ein teures Versprechen ohne Wirkung bleibt.
Österreich steht damit nun tatsächlich an einem Scheideweg. Die Frage ist nicht, ob Innovation notwendig ist, sondern wo sie ansetzen muss. Wer weiterhin nur an Symptomen arbeitet, wird die Produktivitätskrise nicht lösen. Wer hingegen den Mut hat, den Unternehmenskern digital neu zu denken, schafft die Basis für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz. Und das in einer Welt, in der Stabilität längst nicht mehr der Normalzustand ist.
(Der Autor Christian Wenner ist Head of Strategic Portfoliomanagement bei CANCOM Austria (ehem. Kapsch BusinessCom), ein führender Dienstleister für Digitalisierung und IKT im gesamten DACH-Raum. Wenner ist seit über 30 Jahren in leitenden Managementfunktionen tätig und gilt insbesondere als Experte für betriebliche Transformation mittels technologischer Innovation.)
Mächtige Allianz für Digitale Unabhängigkeit

Deutsche Telekom, T‑Systems, SAP und Siemens starten in München erste KI-Fabrik für Wirtschaft und Verwaltung. Spitzenpolitik unterstützt Strategie zur Digitalen Souveränität von Deutschland und Europa. T‑Systems Austria Boss Peter Lenz verweist auf Nutzung auch für österreichische Kunden.
Der Vizekanzler und Bundesfinanzminister von Deutschland, Lars Klingbeil war zugegen, ebenso wie der Bayrische Ministerpräsident Markus Söder, der Bayrische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und der Bayrische Wissenschaftsminister Markus Blume. Dazu die Chefs und Top-Manager von Deutscher Telekom, T‑Systems, SAP, Siemens sowie weitere Kapazunder von deutschen KI-Institutionen und führenden wissenschaftlichen KI-Einrichtungen.
Anlass für diesen Schulterschluss von Spitzenpolitik und führenden IT- und Telekomunternehmen ist die offizielle Eröffnung der unter Federführung von Deutscher Telekom und T‑Systems entstandenen ersten KI-Fabrik in München (D). „Wir reden nicht, die Deutsche Telekom macht. Wir investieren in KI, in den deutschen Standort und in Europa“, betont Tim Höttges, CEO der Deutschen Telekom.
Hoch performante und vor allem unabhängig-souveräne Rechenleistung
Nach einer Aufbauzeit von sechs Monaten (economy berichtete) stehen ab sofort Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie dem öffentlichen Sektor in Deutschland und Europa hoch performante und vor allem unabhängig-souveräne Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) zur Verfügung. Mehrere Unternehmen nutzen die KI-Rechenkapazitäten auch schon.
„Damit die Investitionsoffensive gelingt, brauchen wir beides – öffentliche und private Investitionen. Für die öffentlichen Investitionen haben wir die Voraussetzungen geschaffen und heute konnte ich mich in beeindruckender Weise davon überzeugen, dass auch die privaten Investitionen anlaufen“, sagte Lars Klingbeil, Vizekanzler und Bundesfinanzminister von Deutschland, im Rahmen der feierlichen Eröffnung.
Technologieführerschaft als Kern des künftigen Geschäftsmodell
„Technologieführerschaft muss der Kern des künftigen Geschäftsmodell Deutschlands sein. Hier wurde ein wichtiger Pflock für das deutsche und europäische KI-Ökosystem gesetzt. Davon profitieren nicht nur innovative Unternehmen, das stärkt auch die digitale Unabhängigkeit“, betonte Klingbeil. „Die Kooperation zwischen SAP, Deutscher Telekom und Nvidia ist ein Zeichen der Stärke und ein Treiber für Innovation. Wir wollen gemeinsam dieses Land voranbringen. Es muss unser Anspruch sein, dass wir an der Spitze der technologischen Veränderung stehen“, so Vizekanzler Lars Klingbeil.
Parallel mit der Eröffnung der KI-Fabrik wurde auch schon die gesondert geschaffene Industrial KI-Cloud in Betrieb genommen. Beispielsweise kombiniert der Münchner Anbieter Agile Robots künstliche Intelligenz mit Robotik und bringt sein KI-Fundament in die Industrial AI Cloud ein. Oder PhysicsX, ein Unternehmen, dass sich auf technische Simulation spezialisiert hat, um die Entwicklungszeit von Produkten und Produktteilen zu verkürzen. Die KI-Fabrik ist mit den bisherigen Kunden bereits über ein Drittel ausgelastet.
Basis für Industrie, Start-Ups, Wissenschaft und staatliche Behörden
„Unsere KI-Fabrik in München ist die Basis für innovative Geschäftsmodelle, für die Industrie, Start-Ups und staatliche Institutionen. Dazu ist sie auch die Basis für unabhängige Souveränität. Wir beweisen hier, dass Europa KI kann“, unterstreicht Telekom-Boss Tim Höttges. Bisher nutzen viele Unternehmen KI zurückhaltend, weil sie den Abfluss ihrer Daten außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums fürchten. Dadurch entgehen den Betrieben aber Kostenvorteile mit entsprechend negativen Auswirkungen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit.
„Dass die KI-Fabrik so nah an der österreichischen Grenze entsteht, ist ein starkes Signal für gelebte europäische Zusammenarbeit und kommt somit auch unseren österreichischen Kunden zugute“, ergänzt Peter Lenz, Managing Director bei T‑Systems Austria. „Mit der Industrial KI Cloud schaffen wir neben Rechenleistung auch ein industrietaugliches Ökosystem für souveräne KI in Europa. Unternehmen, Forschung und öffentlicher Sektor erhalten hier eine sichere, skalierbare Plattform, um KI vom Pilotprojekt in den produktiven Einsatz zu bringen“, so Peter Lenz von T‑Systems Austria.
Ein gleichzeitig nutzbarer KI-Assistent für alle 450 Millionen EU Bürger:innen
In der Münchner Industrial KI Cloud stehen ab sofort Rechen- und Speicherressourcen für vielfältige KI-Anwendungen zur Verfügung. Die Infrastruktur basiert auf technologisch letztaktuellen Systemen von Nvidia. Mit der bereits jetzt verfügbaren Rechenleistung könnten Angaben zufolge alle 450 Millionen EU Bürger:innen gleichzeitig einen KI-Assistent bzw. Chatbot nutzen. Alle aktuellen gesetzlichen Regularien und Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Verfügbarkeit sind gegeben.
„Bayern hat eine starke Industrie, exzellente Forschung und beste Vernetzung – das sind ideale Voraussetzungen für industrielle KI. Mit dem Bayerischen Aktionsplan sorgen wir dafür, dass sich Rechenzentren weiterhin gern in Bayern ansiedeln“, sagt Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister Bayern. „Mit der ‚Kontaktstelle Datacenter Bayern‘, koordinierten Netzanschlüssen, schnellen Verfahren und praxistauglichen Energieeffizienzvorgaben schaffen wir verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen und Arbeitsplätze“, so Aiwanger.
Souveräner „Deutschland-Stack“ für Wirtschaft und Verwaltung
Die neue KI-Fabrik ist entsprechend auch die Basis für den sogenannten „Deutschland-Stack“, den die Deutsche Telekom gemeinsam mit SAP bereitstellt. Die Deutsche Telekom-Tochter T‑Systems verantwortet dabei die umfassende Infrastruktur sowie dazu auch die Plattformebene und das inkludiert auch die erst kürzlich vorgestellten Anwendungen rund um die T Cloud. SAP liefert darauf aufbauend die Business Technology Platform und leistungsfähige fachspezifische Lösungen und KI-Anwendungen.
Dieser “Tech-Baukasten” hält alle technischen Elemente bereit, die betriebliche Kunden oder behördliche Institutionen für ihre Cloud-Transformation brauchen. So lassen sich branchenspezifische Lösungen etwa im Bereich Sicherheit sowie für Industrie und Mittelstand schnell, sicher und regelkonform umsetzen. „Unser Ökosystem in Bayern hat einmal mehr überzeugt – und es wird durch die milliardenschwere Initiative von Deutscher Telekom, NVIDIA und SAP noch stärker. Ich bin Tim Höttges und der Deutschen Telekom dankbar für diesen Schritt“, so Markus Blume, Wissenschaftsminister Bayern.
„Es ist Zeit, das Narrativ vom Risiko zur Chance zu verschieben“
Mit dieser Partnerschaft decken Deutsche Telekom und SAP von der physischen Infrastruktur bis zur Software alles ab, was Unternehmen und Behörden für moderne KI-Anwendungen brauchen. Experten sprechen hier von einem Stack. Über die reine Rechenleistung hinaus kann hier dann auch Beratung entlang der konkreten Bedürfnisse der Kunden erfolgen. Infrastruktur, Rechenleistung, KI-Lösungen und die spezielle Industrial KI Cloud adressiert auch Unternehmen und Institutionen über Deutschland hinaus.
„Mit der Industrial AI Cloud schaffen Deutsche Telekom, SAP und weitere Partner ein souveränes Technologiefundament für skalierbare industrielle KI in Deutschland und verankern damit auch KI sicher in Geschäftsprozessen, schützen Daten in Deutschland und ermöglichen produktive Innovationen. Es ist Zeit, das Narrativ vom Risiko zur Chance zu verschieben“, so Thomas Saueressig, Mitglied des Vorstands der SAP SE Customer Services & Delivery.
Deutsche Ingenieurswesen trifft souveräne KI
Auch die Partnerschaft von Siemens und Deutscher Telekom ergänzt eine sichere und unabhängige IT mit Konnektivität und KI-Rechenleistung. Die Industrieexpertise von Siemens und die Integration des Simulations-Portfolios SIMCenter auf der neuen Industrial KI Cloud sollen dabei das grundsätzliche Fundament bilden für neue Wertschöpfungsmöglichkeiten und mehr Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
Insbesondere die Software-Suite für hochpräzise Simulationen und digitale Zwillinge soll Unternehmen ermöglichen, ihre Produkte virtuell zu entwickeln, zu testen und weitaus rascher zur Marktreife zu bringen und so erhebliche Kosten einzusparen. Auch großindustrielle Lösungen wie der Digital Twin Composer, GPU-basierte Simulationen und KI-Copiloten werden über die KI-Fabrik für Unternehmen nutzbar gemacht.
Eines der größten europäischen Stadtentwicklungsprojekte
„Gemeinsam mit der Deutschen Telekom bringen wir unsere Software in eine GPU-beschleunigte, souveräne Cloud – und können damit die Simulationszeiten unserer Kunden drastisch verkürzen. Davon profitieren auch kleine und mittlere Unternehmen“, erläutert Cedrik Neike, CEO von Digital Industries und Mitglied des Vorstands der Siemens AG.
Für die KI-Fabrik wurde im Rahmen der laufenden Revitalisierung des Münchner Tucherparks eines der größten europäischen Stadtentwicklungsprojekte ein ehemaliges Rechenzentrum mit einer Fläche von etwa 10.700 qm entkernt und grundlegend modernisiert. Die neue KI-Fabrik ist mit leistungsstarker Glasfaseranbindung und modernster Technik ausgestattet.
Partnerökosystem aus Industrie, Forschung und Start-Ups
Das Rechenzentrum wird dabei vollständig aus erneuerbaren Energien betrieben. Es ist auf höchste Energieeffizienz ausgelegt. Die Abwärme wird das gesamte Quartier Tucherpark mit Wärme versorgen. Ein modernes Kühlkonzept setzt auf Kühlung des Rechenzentrums durch Wasser des nahegelegenen Eisbaches. „Die Industrial KI Cloud fügt sich damit auch in die Nachhaltigkeitsstrategie der Deutschen Telekom ein“, so die Deutsche Telekom in einer Aussendung.
Rund um die Industrial KI Cloud wächst bereits ein breites Ökosystem aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-Ups. Industriepartner können beispielsweise digitale Zwillinge von Fabriken und Anlagen aufbauen, Fertigungsprozesse simulieren oder Robotik- und Qualitätsprüfungsanwendungen entwickeln. Start-Ups nutzen die NVIDIA-KI-Plattform, um die Bereitstellung neuer KI-Dienstleistungen auf den Markt zu beschleunigen.
Forschungseinrichtungen erhalten Zugang zu unabhängig-souveräner Hochleistungsrechenpower
“Die Konvergenz von künstlicher Intelligenz und der physischen Welt löst eine industrielle Revolution aus, die die Art und Weise, wie Produkte entworfen, hergestellt und betrieben werden, grundlegend verändern wird”, sagt Rev Lebaredian, Vice President für Omniverse und Simulationstechnologie bei NVIDIA. “Die neue KI-Fabrik und die Industrial KI Cloud bietet die souveräne, leistungsstarke KI-Infrastruktur, die Europa braucht, um die nächste Ära der industriellen Innovation anzuführen“, so Lebaredian von Nvidia.
Forschungseinrichtungen erhalten Zugang zu unabhängig-souveräner Hochleistungsrechenpower für ihre Projekte. „Die Industrial KI Cloud steht ab sofort Kunden aus Industrie, Start-Ups, Forschung und öffentlichem Sektor zur Verfügung. Unternehmen können Rechenleistung und Plattformdienste flexibel nach Bedarf buchen – von Pilotprojekten bis hin zu unternehmenskritischen Produktionssystemen“, so die Deutsche Telekom.
Europäische Unabhängigkeit und das SOOFI-Projekt auf der Industrial KI Cloud
Zu den ersten Großprojekten auf der Industrial KI Cloud gehört etwa das Forschungsprojekt Sovereign Open Source Foundation Models (SOOFI). Die Leibniz Universität Hannover hat der Deutschen Telekom einen Auftrag erteilt, um die technische Infrastruktur für die Entwicklung eines neuen europäischen Large Language Models (LLM) bereitzustellen.
“Im Projekt Soofi erstellen wir mit sieben Forschungseinrichtungen und zwei Start-Ups ein Open-Source Foundation Modell als Basis für vielfältige Anwendung in Wirtschaft und Verwaltung. Das Training erfolgt auf der neuen Industrial KI Cloud der Telekom, die sich in einer internationalen Ausschreibung aufgrund der State-of-the Art Infrastruktur und des hervorragenden Services durchgesetzt hat“, erklärt Jörg Bienert, Geschäftsführer KI Bundesverband.
„Mit ihrem Daten-Schatz hat die europäische Industrie einen großen Vorteil“
Ziel von SOOFI ist ein souveränes Open-Source-Sprachmodell mit rund 100 Milliarden Parametern, das vollständig in Europa trainiert und betrieben wird und europäische Sprachen fokussiert. Damit entsteht eine der wichtigsten europäischen KI-Initiativen für vertrauenswürdige, souveräne Sprachmodelle. Im Fokus sind europäische Sprachen und industrielle Anwendungen.
„Erfolgreiche KI-Anwendung erfordert Rechenpower. Die europäische Industrie hat einen großen Vorteil : ihren Schatz an Daten. Bislang werden diese Daten aber nur begrenzt für KI genutzt. Jetzt entsteht die entsprechende Infrastruktur, um dieses Potenzial besser zu erschließen“, sagt Antonio Krüger, CEO des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). „Dass Unternehmen dabei auch auf einen europäischen Anbieter zurückgreifen können, stärkt die technologische Souveränität“, unterstreicht Antonio Krüger vom DFKI. (red/czaak)
„Pull the plug!“ oder die historische Wende

Künstliche Intelligenz als epochal historische Dimension. Historiker Yuval Noah Harari spricht am Davoser WEF zu KI als neuen Akteur in der Geschichte des aufgeklärten Humanismus. In und rund um Davos äußern sich weitere prominente Manager. Eine kleintaschenbuchlange Einordnung auch mit den Thesen von Max Tegmark und Nicklas Bostrom von Christian Czaak und Laurin Czaak.
Beim jährlichen World Economic Forum (WEF) im Schweizer Davos treffen einander Staatschefs, Wirtschaftsbosse sowie führende Wissenschaftler, Experten und Denker unterschiedlicher Disziplinen. Aktuell war neben den geopolitischen Veränderungen Künstliche Intelligenz (KI) das zweite bestimmende Thema.
Zahlreiche prominente CEOs wie etwa Kristalline Georgia (IMF), Demis Hassabis (Google Deep Mind), Jensen Huang (Nvidia), Satya Nadella (Microsoft), Arthus Mensch (Mistral AI, F), Sam Altman (OpenAI) oder Dario Amodei (Anthropic) diskutierten im Rahmen des WEF aktuelle und vor allem künftige gesellschaftspolitische oder gar existenzielle Auswirkungen.
Erster vom Menschen geschaffener Akteur ohne vollständige Kontrolle des Menschen
Breite Aufmerksamkeit erregte das Panel „An Honest Conversation on AI and Humanity“, wo der israelische Historiker und Publizist Yuval Noah Harari (49) gemeinsam mit der britischen Neurowissenschaftlerin Irene Tracey (59, Vizerektorin Oxford University) die historischen, sozialen und ethischen Aspekte der KI-Entwicklung beleuchtete. Ein gesonderter Fokus behandelte, wie technologische Innovationen das menschliche Gemeinwohl unterstützen können – und dabei ganz grundlegende Werte beachtet bzw. nicht unterminiert werden.
Hararis zentrale und warnende Botschaft lautete, KI nicht nur als technologisches Hilfsmittel zu verstehen, sondern als grundlegenden neuen Akteur in der Geschichte. Dieser kann selbständig lernen, entscheiden und neue Lösungen entwickeln. Während ein Hammer, eine Druckerpresse oder eine Dampfmaschine vom Menschen kontrolliert werden könne, handelt KI nun eigenständig – und damit sei KI der erste von Menschen geschaffene Akteur, der nicht mehr vollständig unter menschlicher Kontrolle steht.
Die entscheidende Kontrolle oder Beeinflussung von Sprache
Ein zentrales Argument von Harari ist, dass KI nicht nur effizient ist, sondern auch kreativ – und das erstreckt sich von neuen Bildern, Musikstücken bis hin zu wissenschaftlichen Einordnungen oder neuen Finanzinstrumenten. Harari zieht einen Vergleich mit biologischen Organismen – und warnt davor, dass KI auch lernen kann. Lernen zu täuschen, zu manipulieren und insbesondere auch strategisches Handeln lernen, wenn sie etwa auf die Erreichung eines bestimmten Zieles eingestellt wird.
Besonders eindringlich warnt Yuval Noah Harari vor der Kontrolle von Sprache. Sprache sei das Fundament von Bildung, Recht, Politik, Geld und Religion. KI könnte also künftig nicht nur Verträge und Gesetze formulieren, sondern auch Propaganda oder religiöse Narrative beeinflussen – und damit könne KI oder wer sie steuert, dann auch Gesellschaften steuern.
Traditionelles Selbstverständnis des Menschen wird massiv in Frage gestellt
Harari argumentiert, dass das menschliche Denken größtenteils aus sprachlichen Prozessen besteht bzw. aus der Verschränkung von Begriffen, Argumenten und Symbolen. Das könne KI bereits heute oftmals besser und damit ist das traditionell historische Selbstverständnis des Menschen als eine Art intelligente Letzt-Instanz massiv infrage gestellt.
Im direkten Kontext mit diesen gesellschaftspolitischen Dimensionen spricht Historiker Harari dann auch systemische Risiken an. Er nennt hier die Konzentration von Macht bei wenigen Tech-Companies oder Staaten, weiters Destabilisierung von Demokratien durch Desinformation (Anm. die dann mehrheitlich wieder über die Produkte dieser Tech-Companies verbreitet wird) oder den Verlust von menschlicher Autonomie bei Entscheidungen. „Wer kontrolliert die Geschichten, die unsere Gesellschaft zusammenhalten?!“
Eine neue Klasse an „nutzloser“ Menschen
Abschließend erwähnt Harari dann auch die mögliche Entstehung einer neuen Klasse an „nutzloser“ Menschen für den Arbeitsmarkt und warnt final, dass diese Entwicklungen schneller passieren können, als politische Systeme reagieren können. Harari fordert eine globale Kooperation mit globalen Regularien. Einzelne Staaten allein können KI nicht wirksam kontrollieren. Er zieht einen Vergleich mit Abkommen zu Atomwaffen oder Biotechnologie und schließt seine Ausführungen mit dem Appell : „Die zentrale Frage ist nicht, was KI kann – sondern was wir ihr erlauben wollen zu tun“.
Hararis Formulieren zu KI stehen im gesellschaftlich-zivilisatorischen Kontext, sie sind analytisch zugespitzt als eine Art intellektuelles Frühwarnsystem gegen politische Trägheit. Kritiker werfen ihm vor, dass KI ja keine eigenen Ziele habe, sondern immer von menschlichen Vorgaben abhänge. Eine mögliche Gefahr liegt also primär in menschlichem Fehlverhalten und nicht in (auch autonomer) KI. Harari blickt aber in die Zukunft einer kreativen, selbst-lernenden, auch strategisch denkenden KI. Und damit ist es, zumindest, legitim, all diese Fragen breiter und auch zugespitzter zu erörtern — um sich entsprechendes Gehör zu verschaffen. Harari stellt, mit Sicherheit, die richtigen Fragen zur richtigen Zeit.
Bis zu 60 Prozent der Jobs verändern sich oder werden ersetzt
Während also Historiker Harari gesellschaftliche und in Verbindung mit dem Arbeitsmarkt auch volkswirtschaftliche Dimensionen anspricht, erörterten andere WEF-Sprecher:innen rein wirtschaftliche oder technologische Perspektiven. Zu diesen gehörte auch Kristalina Georgieva, Direktorin des Internationalen Währungsfonds (International Monetary Fund, Washington, US), die ebenso in Davos auftrat. In der Zuspitzung von Formulierungen stand sie Harari um nichts nach. Sie sprach primär zum Thema KI und Arbeitsmarkt und warnte vor einem durch KI ausgelösten „Tsunami“.
Global könnten bis zu 40 Prozent der Jobs verändert, neu definiert oder ersetzt werden und in fortschrittlicheren Industriestaaten sogar bis zu 60 Prozent. Besonders betroffen sind dabei Jobs für Neueinsteiger und für Jugendliche. Final wird der Einstieg ins Arbeitsleben massiv erschwert und das treffe insbesondere mittelständische Existenzen. Kristalina Georgieva fordert ebenso Schutzmaßnahmen und Regulierung, um soziale Ungleichheiten abzufedern und sie fordert dazu auch gezielte Bildungs- und Weiterbildungsprogramme.
Ökonomische Effizienz und neues Wissen
Rascher zusammengefasst sind die Statements der Tech-Bros.. Demis Hassabis (CEO Google Deep Mind), Jensen Huang (CEO Nvidia) und Satya Nadella (Microsoft) betonten übereinstimmend den großen Nutzen von KI für Fortschritt und Produktivität. Hassabis erläuterte neue Entwicklungen und das große Potential von „Artifical General Intelligence (AGI)“ für neue wissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse, aber auch für ein besseres Verständnis globaler Zusammenhänge.
KI diene also nicht nur der ökonomischen Effizienz, sondern sie schafft neues Wissen. Hassabi warnte dann noch vor einer Investment-Blase bzw. vor einer Überbewertung von KI und betonte die Bedeutung einer forschungsbasierten Entwicklung als Gegenpol zu kurzfristigen Monetarisierungen. Er zielt damit auch auf ein Ungleichgewicht zwischen den enormen Kapitalzuflüssen und einer konkreten, nachhaltig nutzenorientierten KI-Entwicklung ab.
KI als Jobmotor für sogenannte „blue collar jobs“
Jensen Huang (CEO Nvidia) erläuterte ergänzend, dass KI auch als Jobmotor diene, etwa beim Bau der nötigen Infrastruktur. Es können viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden, zum Beispiel für Elektriker, Bauarbeiter, Techniker oder Handwerker. Huang argumentierte auch, dass der Wert von „praktischen Berufen“ (Anm. sog. „blue collar Jobs“) in einem KI-Zeitalter generell steige, da eben Fachkräfte in unterschiedlichen (praktischen) Disziplinen gefragt sind.
Mit einer regelrecht epochalen, in der Wiener Vorstadt dann gegebenenfalls auch als „no-na-ned“ Aussage bezeichnet, ist dann noch Satya Nadella (CEO Microsoft) aufgefallen, typischerweise. „Wir müssen KI so einsetzen, dass sie etwas Nützliches bewirkt, echten gesellschaftlichen Wert schafft und nicht nur technologische Versprechen erfüllt“. Wirklich epochal — und eben trefflich für einen Microsoft-Manager. Äußerungen zu KI in und um Davos gab es natürlich auch von den Chefs der großen KI-Companies.
Der pragmatische Sam Altman und der sorgsame Dario Amodai
Erwähnenswert etwa Arthur Mensch (CEO Mistral AI). Der Boss des französischen KI-Start-Ups betonte bei einer Diskussionsrunde zur betrieblichen KI-Nutzung die aktuell noch große Diskrepanz zwischen Erwartung und tatsächlichem Nutzen. Viele Firmen würden „mit Integration und Anwendung kämpfen“, während sie „offiziell eine erfolgreiche KI-Adaptierung verlautbaren“. Dazu passt ein Statement von Mohamed Kande (Global Chairman von PwC). Er zitierte aus Studien, wo „56 Prozent der Unternehmen noch keine messbaren Vorteile aus KI-Projekten erzielen“, oftmals „wegen fehlender Vorbereitung“.
Besonders interessant sind die Positionen von Sam Altman (CEO Open AI mit der Anwendung ChatGPT) und Dario Amodei (CEO von Anhropic mit der Anwendung „Claude“) als Vertreter der aktuell meist genutzten KI-Anwendungen. Global und grob eingeteilt steht OpenAIs ChatGPT eher für die private KI-Nutzung und Anthropics Claude für die betrieblichen KI-Nutzungen. Beobachter orten zwischen den beiden KI-Lenkern gar eine Art Spannungsverhältnis. Altman stehe da strategisch für „machen bzw. entwickeln und erst dann regulieren und optimieren“ und Amodei will „zuerst regulieren und dann machen/entwickeln“.
„Als ob man Atombomben nach Nordkorea verkaufe“
Wenn sich der eher medienscheue Amodei öffentlich äußert, dann verwendet er gerne drastische, kontroversielle Formulierungen und Vergleiche, oft auch in einem geopolitischen Kontext. In Davos kritisierte er etwa die US-Exportfreigabe von KI-Chips von Nvidia an China. Dies könne dort „in großem Maßstab KI-Fähigkeiten und strategische Risiken beschleunigen“ und das sei so, „als wenn man Atombomben nach Nordkorea verkaufe und damit dann noch angibt“.
Altman gilt als Pragmatiker, er hat aber ebenso auch die gesellschaftlichen Auswirkungen im Blick. Grundsätzlich sieht er KI als hochentwickeltes Werkzeug, als einen Motor für Produktivität und Wohlstand — und nicht als Akteur. Wichtig im gesellschaftlichen bzw. volkswirtschaftlichen Kontext ist für Altman die Energiefrage und für die benötigten großen Energiemengen brauche es nachhaltige Lösungen, etwaig auch mit Kernenergie.
KI erstellt detaillierten Plan für Biowaffe
Im Vergleich zum pragmatischen Macher Sam Altman (CEO OpenAI/ChatGPT) spielt Dario Amodei (CEO Anthropic/Claude) eine eher fürsorgliche Rolle. Er warnt eindringlich vor den Gefahren einer fortgeschrittenen KI – auch wenn sein Unternehmen Anthropic unmittelbar und führend an der Entwicklung beteiligt ist. „Verantwortung und Sicherheit müssen an erster Stelle stehen, gerade wenn man an der Spitze einer Technologie-Entwicklung steht“, so eine seiner Positionen.
Final schätzt Amodei die Wahrscheinlichkeit, dass hochentwickelte KI in den kommenden Jahren außer Kontrolle geraten und missbraucht wird, weitaus höher ein als viele andere Stimmen in der Branche, und insbesondere auch als Sam Altman von OpenAI. Als ein Beispiel nennt Dario Amodei einen Sicherheitstest, wo ein Mitarbeiter von Anthropic die eigene KI Claude dazu brachte, einen detaillierten Plan für eine Biowaffe zu erstellen – was dann die hauseigenen Sicherheitsforscher entsprechend beunruhigte.
Ausgefeiltere Algorithmen versus ausgeweitete neuronale Netze
Amodei arbeitet anfänglich bei OpenAI und verfolgte dort einen eigenen Ansatz : statt immer ausgefeiltere Algorithmen zu entwickeln, sollten eher die menschlichen Gehirnen nachempfundenen neuronalen Netze erweitert werden, in einer Art horizontalem und vertikalem Schichtmodell und entsprechend unterlegt mit verschiedenen Datenpaketen, Speichereinheiten und Energiequellen (Anm. das heute für industrie-maschinelle Produktionen verwendete Edge-Computing basiert auch auf so einer Architektur, die von „ganz klein“ bis „mächtig groß“ sein kann). Dieses Mehr an Daten und Infrastruktur würde dann auch die KI weitaus mehr intelligenter machen. In den letzten Jahren hat sich nun diese Neuronale Netzwerk-Architektur durchgesetzt.
Es gibt aber auch Kritiker, die diesen sorgenvollen, gesellschaftlich verantwortungsbewussten Auftritt von Amodei als beabsichtigte Strategie ansehen, wo er bzw. Anthropic als Unternehmen davon politisch und wirtschaftlich profitiert. Auf alle Fälle ist dieses Sicherheitsthema ein realer Fokus in der Produktentwicklung bei Anthropic. Das KI-Unternehmen forscht und arbeitet an Mechanismen, um die Ziele einer KI mit menschlichen Interessen zu verbinden. Ein Bestandteil davon ist die Forschung zu bewussten oder bewusstseinsähnlichen Eigenschaften von KI-Modellen beim Anthropic-Chatbot „Claude“.
Vergleichende Positionen von Max Tegmark und Nicklas Bostrom
Um neben den angeführten (volks)wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Zugängen auch eine Art philosophische Metaebene bei KI zu behandeln und KI als Thema dieses Textes sozusagen auch operativ einzuweben, hat economy ChatGPT gefragt, wer hier Ergänzungen oder Gegenpositionen einbringen könnte. Als Antwort wurden Max Tegmark (58, Physiker, Kosmologe und Ökonom) und Nicklas „Nick“ Bostrom (52, Philosoph, Physiker und Zukunftsforscher) genannt. Nach einer kurzen Recherche über Wikipedia sind die beiden über ihre Ausbildung, ihre Forschungsgebiete und über ihre Positionen tatsächlich spannend wie gut passend.
Tegmark bezeichnet die Entwicklung denkender Maschinen als das „wichtigste Ereignis in der Geschichte der Menschheit“. Er hat 2014 ein eigenes Institut („Future of Life“) mitbegründet, wo es um die Verhinderung von existentiellen Risiken geht, mit Fokus auf Nuklearwaffen, Biotechnologie und KI. Bostrom gilt als bedeutender Vertreter des Transhumanismus (ebenso wie Google-Denker Ray Kurzweil), er forscht zu existentiellen Risiken mit einem gesonderten Fokus auf Bioethik (Anm. auch im Kontext mit technischen Verbesserungen des menschlichen Körpers) und Technologiefolgen.
Existenzielle Auslöschung oder dauerhafte Unterordnung
Economy hat sodann ein paar Themenspangen rund um „KI und Gesellschaft bzw. Menschheit“ definiert und da drunter die Sichtweisen der KI-Bros. mit den Philosophen und auch Harari gegenübergestellt. Die Themenspangen sind „Ist KI ein Werkzeug oder ein selbständiger Akteur?“, „Gefahren“, „Wie realistisch ist die Kontrolle?“ sowie „Wie sichern wir langfristig ein positives Zukunftsszenario mit einer Superintelligenz?“ Und als letzten Punkt dann noch eine Zeitachse, wann und wie was passiert.
Beim Thema „Werkzeug oder Akteur“ sehen Harari, Tegmark und Bostrom eindeutig einen „Akteur mit Macht über Sprache und Entscheidungen“, bereits „mit eigenen Zielsetzungen“. Altman dagegen sieht „ein hochentwickeltes aber noch unter Kontrolle befindliches Werkzeug“. Beim Punkt „Gefahren“ ortet Harari „Manipulation, Machtkonzentration und den Verlust menschlicher Autonomie“, Tegmark fehlen „Anpassungen wie langfristige Ziele“ und für Bostrom droht „existentielle Auslöschung oder dauerhafte Unterordnung“. Auch Altman sieht die Gefahr eines „möglichen Missbrauchs durch zu schnelle Einführungen“ und, jetzt doch auch, „durch fehlende Regulierung“.
Positionen auf einer Art ergänzendes Zeitachsen-System
Beim Thema „Kontrolle“ beurteilt Yuval Noah Harari die Situation als äußerst fragil, „Macht kippe schnell“. Max Tegmark hält Kontrolle für möglich, so diese „früh und global koordiniert wird“. Nick Bostrom wiederum schätzt das als „extrem schwierig“, und „voraussichtlich unmöglich“ ein. Pragmatiker Sam Altman sieht sehr wohl eine „praktische Machbarkeit“, es brauche „klare behördliche Regularien“ und dazu Iteration, also ein mehrfaches Wiederholen der dafür nötigen Handlungen zur Zielerreichung. Beim zeitlichen Rahmen bewegt sich Harari im „Jetzt“ oder im „sehr bald“, auch weil er soziale Effekte früher ansetzt.
Tegmark mittel- bis längerfristig, drei bis fünf Jahre, Bostrom langfristig, aber mit disruptiven Kipppunkten und Altmann kurz- bis mittelfristig. Gemeinsam betrachtet ergeben ihre Positionen eigentlich keinen Widerspruch, sondern eine Art ergänzendes Zeitachsen-System. Altman, eben im „Hier und Jetzt“ mit Fokus auf wirtschaftliche Skalierung (Wertschöpfung) und Nutzen, unter Verwendung einer gewissen Sicherheitsrhetorik auch als Produktivitäts- und Wohlstandsmotor. Dann folgt Harari mit seinen sozialen Folgen, dann Tegmark mit seinem Zukunftsdesign und schließlich Bostrom mit seinen existentiellen Gefahren.
„Wie vermeiden wir das endgültige Scheitern der Menschheit durch KI?“
Zusammenfassend hat Harari recht bei kurzfristigen gesellschaftlichen Effekten. KI übernimmt hier bestimmte Narrative und das bedeutet einmal eine Art Machtverlust. Er traut Gesellschaften weniger Anpassungsfähigkeit zu als Altman. Max Tegmark sieht KI als potenziell übermenschliche Intelligenz, er glaubt an eine steuer- und kontrollierbare Entwicklung, wenn rechtzeitig gehandelt wird. Nick Bostrom schließlich sieht KI als existentielle Bedrohung : „Wie vermeiden wir das endgültige Scheitern der Menschheit durch KI?“
Bostrom agiert dabei sehr theoretisch, entwickelt dafür eigene Szenarien wie eine „Instrumentelle Konvergenz“. Sam Altman, der Pragmatiker, geht es um die zentrale Frage : „Wie bauen wir KI schnell, sicher und gesellschaftlich nützlich – und wie bringen wir diese KI in die Welt, ohne Chaos zu erzeugen?“ Final runtergebrochen ist Yuval Noah Harari eine Art Macht-Realist (und kein Technik-Pessimist), Sam Altman ist der System-Optimierer, Dario Amodei ist der inszeniert kontrollierende Entwickler, Max Tegmark ist der Visionär, und Nikolas Bostrom ist der Notfall-Denker.
Dann ist der intelligente Maschinen-Mensch real
Ein Text zu den aktuellen KI-Entwicklungen mit den Stimmen relevanter KI-Akteure kann nicht ohne Ray Kurzweil auskommen, den KI-Chef-Denker bei Google und Verfechter des sogenannten Transhumanismus. Kurzweil meint, dass künstliche Intelligenz bis 2029 menschliches Niveau erreichen wird, eine Art „Human-Level-AI“, die die kognitiven Fähigkeiten des Menschen in vielen Bereichen erreichen oder übertreffen kann. Ein zentraler Punkt in seinem Denken ist die sogenannte technologische Singularität. Das ist der Zeitpunkt, wo die Intelligenz nicht mehr nur auf biologische Gehirne beschränkt ist und ein exponentielles Wachstum zur Norm wird.
Kurzweil glaubt, dass diese technologische Singularität im Jahre 2045 eintreten wird. Das bedeutet, Menschen und Maschinen verschmelzen in einem bis dahin unbekannten Maße – und das steigert die Intelligenz der gesamten Zivilisation exponentiell bzw. regelrecht explosionsartig um ein Vielfaches. Technologisch passieren soll das nicht nur über eine dann höchstentwickelte autonome KI, sondern über sogenannte Brain-Computer-Interfaces, Nanotechnologie und Cloud-Integration, die so Menschen direkt mit KI verschmelzen (Transhumanismus). Die Mensch-Maschine oder der (intelligente) Maschinen-Mensch ist hier dann real.
USA und China und Europa mit drei unterschiedlichen Modellen
In Ergänzung zu den weiter oben angeführten vergleichenden Positionen auch von Forschern und Philosophen, sieht Kurzweil KI optimistisch. Sie kann enorme Vorteile bringen, etwa Krankheiten heilen, Lebensdauer verlängern und Wohlstand erhöhen, sie kann komplexe Probleme lösen, etwa im Bereich Energie und Umwelt. Und sie wird auch umfangreiche gesellschaftliche Veränderungen bringen, etwa im Bildungssystem und Arbeitsmarkt. Final vertritt Ray Kurzweil eine positiv-kritische Perspektive, die die Vorteile benennt und die Risiken anerkennt, ohne in alarmistische „Schwarz-Weiß-Szenarien“ zu verfallen.
Wenn wir nun schon bei Google (und KI) sind, dann sollten hier nun auch die Sichtweisen von Eric Schmidt als ehemaligen CEO von Google nicht fehlen. Auch er war in Davos und auch er bewegt sich zwischen Euphorie und Warnungen. Geo- und wirtschaftspolitisch warnt er vor drohenden Abhängigkeiten Europas insbesondere von China und rät hier zu raschen und umfangreichen eigenen Investitionen in KI. Schmidt ordnet hier auch drei große globale KI-Stoßrichtungen ein. Einmal die USA mit stark geschlossenen KI-Modellen („closed source“ mit Lizenzen als Geschäftsmodell). Dann China mit vergleichsweise großer Offenheit bei Open-Source-Systemen („open weight“ mit einer schnelleren Verbreitung).
„You know, what we should do ? Pull the plug!”
Und Europa. Ein Europa, das Schmidt im Hintertreffen sieht, ohne auch nur annähernd gleiche technologische Expertise, dafür mit großen Herausforderungen bei den Mitteln für die nötigen technologischen Investments sowie bei Infrastruktur und (weiteren) Kosten für die nötige Energieversorgung. Schmidt sieht KI nicht nur im Kontext mit technologischer Innovation, sondern als klares geopolitisches Machtinstrument. „Wenn Europa nicht bereit ist, viel Geld in eigene KI-Modelle zu investieren, dann wird es am Ende chinesische Modelle verwenden müssen – und das ist wohl kein gutes Ergebnis für Europa“, so Eric Schmidt. Schmidt vernachlässigt hier aber (bewusst?), dass Europa mehrheitlich KI-Anwendungen aus den USA nutzt, eben ChatGPT oder Claude.
Schmidts Empfehlung : Europa brauche eigene KI-Champions und zudem Souveränität bzw. Unabhängigkeit, auch gegenüber den USA. Und das nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich und politisch. Technologisch bzw. als eine Art finale Warnung zu gefährlichen KI-Entwicklungen erläuterte Schmidt in einem über die Plattform X kommuniziertem Hintergrundgespräch das Beispiel mehrere, an sich schon einzeln mächtige KI-Agenten zu verschränken – und dann könnte dieser „Super-Agent“, auch mit und für die einzelnen Agenten, eine eigene Sprache entwickeln. „Und dann wissen wir nicht mehr, was wir tun sollen“, so Eric Schmidt. Er schließt das Gespräch mit : „You know, what we should do ? Pull the plug!” Zieh’ den Stecker ! (Christian Czaak, Laurin Czaak (Recherche))
Schlüsseltechnologie der automobilen Transformation

Künstliche Intelligenz (KI) wird in der Automobilbranche mit autonomem Fahren verbunden. KI unterstützt aber auch Entwicklung, Wartung, Flottenmanagement und weitere betriebliche Abläufe. Petronas hat im Kontext einer Studie aktuelle KI-Anwendungen in der Automobilbranche analysiert.
Künstliche Intelligenz (KI) in der Automobilbranche stand bis dato eigentlich primär im Kontext mit dem Thema autonomes Fahren. KI spielt aber vor allem dort eine zentrale Rolle, wo sie Entwicklungsprozesse, Wartung, Flottenmanagement und weitere betriebliche Abläufe unterstützt. In diesen Bereichen begleitet sie wesentliche Transformationsprozesse der Branche und trägt bereits jetzt messbar dazu bei, Fahrzeuge effizienter zu produzieren, zu betreiben und Serviceprozesse zu verbessern.
Intelligente Wartung und betriebliche Effizienz
Ein zentraler Bereich ist etwa die vorausschauende Wartung (Anm. „Predictive Maintenance“). Über die kontinuierliche Analyse von Daten aus Telemetrie und Betrieb erkennt die KI frühzeitig Abnutzungserscheinungen und potenzielle Defekte. Werkstätten und Flottenbetreiber können dadurch Wartungen und Reparaturen gezielter planen, Ausfallzeiten reduzieren, Kosten senken und final die Lebensdauer ihrer Fahrzeuge verlängern. Dieser Trend zeigt sich auch im Automobilland Deutschland.
Eine gemeinsame Studie von Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Institut für Automobilwirtschaft (IfA) und Steinaecker Consulting erhebt, dass erste KFZ-Betriebe KI-Anwendungen bereits im Alltag testen oder einsetzen, darunter automatisierte Terminplanung, digitale Kundenkommunikation oder unterstützende Fehlerdiagnose in Echtzeit. Fahrerassistenzsysteme mit Sprachsteuerung oder vernetzte Kameras adressieren dann Müdigkeit oder Ablenkung und bringen final mehr Sicherheit und Unfall-Prävention im Straßenverkehr.
Drei Viertel aller Automobilunternehmen setzen bereits auf generative KI-Anwendungen
Die Studie von ZDK, IfA und Steinaecker Consulting betont, dass KI insbesondere für Service, Handel und Kundenkommunikation zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden ist. Viele Betriebe berichten von messbaren Effizienzsteigerungen und einer deutlich höheren Kundenzufriedenheit. Drei Viertel aller Automobilunternehmen setzen bereits auf mindestens eine generative KI-Anwendung, kleine und mittelständische Betriebe profitieren dabei besonders. BMW nutzt etwa in der Fahrzeugentwicklung die Anwendungen der KI-Company Anthropic.
KI kann auch bei der Einhaltung von Vorgaben und Sicherheitsstandards Prozesse sinnvoll ergänzen. Auch die Wirtschaftlichkeit profitiert. Sie hilft, Leerlaufzeiten besser zu steuern und Energie wie Kraftstoffverbrauch transparenter zu machen. Final abermals ein Kostenfaktor, der bei Flotten einen erheblichen Anteil ausmachen kann. Petronas ist ein globaler Energiekonzern aus Malaysia, ein Schwerpunkt ist die Ölraffinerie sowie verwandte petrochemische Produkte und Schmierstoffe. Einer breiteren Öffentlichkeit sind die vielfältigen Sponsortätigkeiten im Formel 1‑Sport bekannt, etwa bei Mercedes.
System „Oil Condition Monitoring“ prüft Schmierstoffe auf Verunreinigungen und Verschleiß
Petronas selbst setzt beispielsweise auch KI ein, um Forschung und Entwicklung von Schmierstoffen zu beschleunigen. Mittels spezieller Algorithmen werden Leistungsparameter verschiedener Rezepturen unter realen Bedingungen simuliert, sodass Ergebnisse vorhergesagt werden können, noch bevor physische Tests stattfinden. Über das System „Oil Condition Monitoring“ werden Schmierstoffe kontinuierlich auf Verunreinigungen und Verschleißspuren überprüft.
So lassen sich dann auch hier Wartungsintervalle optimieren und kostspielige Ausfälle vermeiden. Zudem nutzt Petronas KI, um Produktionsprozesse nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Das Potenzial von KI im Automobilsektor sei aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft. „Mit immer besser verfügbaren Daten und weiterentwickelten Algorithmen entscheidet künftig weniger die Unternehmensgröße, sondern vielmehr die Fähigkeit, diese Daten sinnvoll auszuwerten und in bestehende Prozesse einzubinden“, so Petronas in einer Aussendung.
Petronas und Petronas Lubricants International
Petronas Lubricants International (PLI) ist der globale Geschäftsbereich für die Herstellung und Vermarktung von Schmierstoffen aus der Produktion von PETRONAS, ein global tätiger Energiekonzern aus Malaysia. Seit der Gründung 2008 produziert und vertreibt Petronas Lubricants International (PLI) in weltweit über 100 Märkten eine breite Palette qualitativ hochwertiger Automobil- und Industrieschmierstoffe. Der Hauptsitz von Petronas befindet sich in Kuala Lumpur, weitere Niederlassungen gibt es etwa in Turin, Belo Horizonte, Peking oder Chicago.
PLI ist auch die treibende Kraft hinter der Partnerschaft von Petronas mit dem Mercedes-AMG PETRONAS Formula One Team und dort verantwortlich für die Entwicklung und Lieferung der sogenannten Fluid Technology Solutions™ und das inkludiert für die Silberpfeile auch ganz speziell entwickelte Schmierstoffe, Kraftstoffe und Getriebeöle. Ein zentraler Fokus bei Petronas betrifft das Thema Nachhaltigkeit mit Produktionsformen und Endprodukten, die sich positiv auf Gesellschaft und Umwelt auswirken sollen. (red/rucz, red/cc)
Digitales Business To Digitales Business

Digitale Plattformen verschränken nahtlos Software-Applikationen, KI, Cloud-Dienste oder auch Hardware. Ingram Micro entwickelt primär für IT-Reseller konzipierte Plattform Xvantage weiter. Rasche Integration von ganzen CRM- und ERP-Systemen über vorkonfigurierte Schnittstellen.
Ingram Micro, global führender IT-Dienstleister für die integrative Nutzung aller gängigen Digitalisierungs-Lösungen hat schon 2023 mit Xvantage™ eine Digital-Plattform entwickelt, welche primär andere IT-Dienstleister bzw. Reseller und die nahtlose Vernetzung mit deren Systemlandschaften adressiert. Diese IT-Reseller haben mit Xvantage Zugang zu Hardware, Software, Services und Cloud-Abonnements auf einer Plattform.
Der jetzt aktuell weiterentwickelte Integrations-Hub ermöglicht insbesondere eine weitaus schnellere Anbindung unterschiedlichster Softwarelösungen, bis hin zu letztaktuellen CRM- und ERP-Systemen führender Hersteller. Vorkonfigurierte Schnittstellen (Anm. API-Konnektoren) ersetzen dabei aufwändige Entwicklungen und reduzieren gleichzeitig Integrationskosten sowie technische Komplexität erheblich.
Automatisch Synchronisation von Bestellungen aus CRM-System
„Der Integrations Hub ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, Xvantage als digitale Drehscheibe für den österreichischen IT-Channel weiter auszubauen“, erklärt Alexander Döring, Division Head of Digital Operations bei Ingram Micro Österreich. „Unsere Partner gewinnen dadurch enorm an Geschwindigkeit, Effizienz und Flexibilität“, betont Döring.
Prozesse, die früher manuell oder in isolierten Systemen stattgefunden haben, werden jetzt automatisch verknüpft und übertragen. Händler können beispielsweise Bestellungen aus ihrem CRM-System automatisch mit Ingram Micro synchronisieren, ohne manuelle Eingriffe. „Das spart Zeit, verbessert die Datenqualität und eröffnet neue Möglichkeiten für Wachstum“, unterstreicht Alexander Döring von Ingram Micro Österreich.
Microsoft Dynamics, HubSpot, Salesforce oder Zoho als erste Applikationen
Zu den ersten verfügbaren Applikationen gehören Microsoft Dynamics, HubSpot, Salesforce und Zoho. Weitere Anwendungen und Dienste werden im Laufe des Jahres ergänzt und erweitern das Ökosystem kontinuierlich. Ein zusätzlicher Vorteil soll sich in Verbindung mit der sogenannten Model Context Protocol (MCP) App ergeben, die im Integrations-Hub Xvantage ebenso enthalten ist.
„Mit MCP können Reseller ihre KI-Agenten wie etwa ChatGPT oder Copilot an Xvantage anbinden und damit alle über APIs verfügbaren Informationen wie Artikeldaten, Lieferzeiten oder Order Stati abfragen“, erklärt Döring. Und : „Durch diese Ergänzung können künftig auch systemübergreifende Informationen effizienter in Arbeitsprozesse einbezogen werden“, erläutert Alexander Döring von Ingram Micro. Der neue Xvantage Integrations Hub ist ab sofort über die Xvantage Plattform von Ingram Micro zugänglich. (red/czaak)
Datensouveränität und Sicherheit und Innovation

T‑Cloud als neue Multi-Cloud-Plattform von T‑Systems zur passgenauen Kombination mehrerer Cloud-Dienste. Innovation auch bei Marketing mit Aktion am Flughafen Wien und interaktiver Verlosung von exklusiven Cloud-Workshops.
Egal ob Großunternehmen, Mittelstand oder öffentlicher Sektor – Cloud Computing ist mittlerweile fixer Bestandteil der digitalen Transformation. Die Ökonomie bei Nutzungsvielfalt und Kosten der bedarfsgenau skalierbaren Cloud-Dienste ist dabei das zentrale Argument.
Strukturierter Multi-Cloud-Ansatz auch mit Hyperscaler-Plattformen
Die neue T‑Cloud bietet einen strukturierten Multi-Cloud-Ansatz, der führende Hyperscaler-Plattformen mit den Cloud-Infrastrukturen von T‑Systems und Deutscher Telekom in einem nahtlos integrierbaren Ökosystem kombiniert. Die Cloud-Dienste werden über einen zentralen Zugangspunkt bereitgestellt und unterstützen so auch einen Innovationstransfer für eine nachhaltige digitale Transformation.
„Das Angebot wird durch umfassende Beratungs- und Betriebsservices sowie ein starkes Partnernetzwerk abgerundet“, ergänzt Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services von T‑Systems Austria. „Wir begleiten Unternehmen und Institutionen auf ihrer individuellen Cloud Reise – von der Planung über die Migration bis zum Betrieb mit kontinuierlicher Optimierung unter Berücksichtigung der jeweiligen technischen, regulatorischen und geschäftlichen Anforderungen“, so Kowarsch.
Exklusiver Cloud-Workshop via Kommentar zum Thema Souveränität
Innovation ist auch Thema beim Marketing für die neue T‑Cloud. Aktuell gibt es eigene T‑Cloud-Spots am Flughafen Wien, die die Terminals 1 und 2 in Magenta-Farben erstrahlen lassen. Parallel werden für Unternehmen und Institutionen exklusive Cloud-Workshops verlost. Expert:innen von T‑Systems erläutern dabei passgenaue Anwendungen und alle relevanten Themen von Datensouveränität, Sicherheit und gesetzlichen Regularien wie etwa DSGVO oder NIS2. Genaue Informationen finden interessierte Unternehmen beim angefügten Link.
Zur Teilnahme müssen interessierte Unternehmen nur einen Kommentar zum Thema Souveränität abgeben. Für ein doppeltes Los kann dieser Kommentar-Beitrag dann etwa auch auf dem jeweiligen LinkEd-Profil repostet werden und damit dann die Gewinnchance erhöht werden. Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 15. November. Für die neue T‑Cloud gibt es ebenso weiterführende Infos und auch hierfür ist ein Link angefügt.
Ein Umstieg mit Weitblick

SAP stellt die Weiterentwicklung der Softwarelösung IS‑H für das Patientenmanagement in Spitälern und Gesundheitseinrichtungen ein. Anwendung wird über ganz Österreich für 90 Prozent der Patient:innen eingesetzt. T‑Systems entwickelt für diese Millionen von Patienten neue Lösung und auf diese vertraut nun auch die Vinzenz-Gruppe.
Die Gesundheitsbranche steht an einem technologischen Wendepunkt : Der Softwarekonzern SAP hat angekündigt, die Weiterentwicklung von IS‑H einzustellen. IS‑H ist eine digitale Anwendung, die für das Management von 90 Prozent der Patient:innen in Österreich eingesetzt wird und von der Aufnahme über die Verwaltung von Stammdaten und Behandlungen bis zu Entlassung und Abrechnung der medizinischen Leistungen alle Prozesse abgedeckt hat. In Folge der SAP-Entscheidung droht jetzt den österreichischen Spitälern und Millionen von Patient:innen eine Versorgungslücke.
Die Vinzenz Gruppe als eines der größten privaten Gesundheits- und Sozialunternehmen in Österreich setzt nun beim Umstieg von SAP IS‑H auf die T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC). T‑Systems hat als Dienstleister in der technologischen Entwicklung und Betreuung des Gesundheitswesens jahrzehntelange Erfahrung. Der IT-Dienstleister hat hier zahlreiche eigene Software-Applikationen, mobile Anwendungen oder spezielle Cloud-Services entwickelt, die sich bei den Lösungen vom ganzheitlichen Einsatz über Datenmanagement und verschiedene mobile Arbeitsgeräte bis zu spezifischen Segmenten wie der Wundbehandlung reichen.
Innovation von T‑Systems und ergänzende Dienste von ATSP und KPMG
Zur Unterstützung der Spitalsbetreiber und weiterer betroffener Institutionen im Gesundheitswesen beim Umstieg von SAP auf die TSHC-Lösung hat T‑Systems Austria gemeinsam mit dem IT-Dienstleister AT Solution Partner (ATSP) und dem Unternehmensberater KPMG Österreich ein ganzheitliches Paket entwickelt, das die gesamte Planung und Durchführung der Nachfolgelösung für IS‑H im Patientenmanagement umfasst.
Für die Vinzenz-Gruppe liegt der Fokus auf einer langfristig stabilen und zukunftssicheren Systemlandschaft und aktuell nun im Kontext mit dem SAP-Entscheid verstärkt beim Thema IS‑H bzw. i.s.h.med (Anm. spezifische Applikation bwz. Lösung). Für die Endanwender und die verbundenen Abläufe bedeutet das allein schon umfangreiche Schritte beim Management aller damit verbundener Prozesse.
Die Verwaltung von Millionen Patienten:innen als zentrale Zukunftsfrage
Gemeinsam mit KPMG, ATSP und der Vinzenz Gruppe wurde ein Ablaufprozess entwickelt, der einmal die Komplexität der Systemarchitektur deutlich reduziert und den internen Ressourcenbedarf optimiert. Inkludiert ist auch die Klärung offener SAP-Lizenzthemen, was ebenso in der Verantwortung von T‑Systems liegt. Als partnerschaftlicher Begleiter soll hier in enger Abstimmung mit SAP Lösungen erarbeitet werden, die für die Vinzenz Gruppe maximale Planungssicherheit und Vertrauen schaffen.
Die ganze Causa rund um die Entscheidung von SAP und die neue T‑Systems Lösung TSHC adressiert parallel aber auch eine überaus relevante Zukunftsfrage : Wie soll die Verwaltung von Millionen Patienten:innen künftig effizient gemanagt werden ? „Unsere Lösung ist so konzipiert, dass der Umstieg intuitiv und der Schulungsaufwand sowohl für Nutzer:innen als auch für das IT-Fachpersonal maximal gering ist“, erläutertMartin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria.
Maximaler Datensouveränität und Kontrolle plus volle Cloud-Kompatibilität für langfristige Flexibilität
„Das ist auch für die Planungssicherheit unserer Kunden essenziell und gleichzeitig schaffen wir die notwendige technologische Basis für richtungsweisende Innovationen in der Zukunft“, unterstreicht Werner von T‑Systems Austria. Mit der Anwendung TSHC setzt T‑Systems sowohl auf Bewährtes und gleichzeitig werden auch neue Möglichkeiten abgebildet. Im Falle der Vinzenz-Gruppe wird die T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) in deren eigenen Räumlichkeiten betrieben (Anm. sog. On-Premise Lösung) und das erfüllt den Kundenwunsch nach maximaler Datensouveränität und Kontrolle.
Die neue TSHC-Lösung bietet gleichzeitig aber auch volle Cloud-Kompatibilität und das bedeutet langfristige Flexibilität, insbesondere bei Erweiterung und Verschränkung mit neuen Applikationen. „Im Kern deckt TSHC die wesentlichen funktionalen Bereiche von SAP IS‑H ab und das ermöglicht einen effizienten Einstieg für Anwender:innen und IT-Fachpersonal“, ergänzt Martin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria.
„Laufender Betrieb muss insbesondere im Patientenmanagement absolut störungsfrei bleiben“
Neben den technologischen Anforderungen ist auch das Thema Ökonomie bzw. Kosteneffizienz ein zentraler Fokus bei der neuen T‑Systems Lösung. Bestehende Prozesse können weitgehend übernommen werden, sodass die Umstellung für Gesundheitseinrichtungen entsprechend ressourcenschonend umgesetzt werden kann.
Zudem erfolgt der Übergang durch eigens entwickelte Tools automatisiert und ohne langwierige Neueinführungen. Der Aufwand für Gesundheitseinrichtungen wird damit noch weiter reduziert. „Das ist ein entscheidender Vorteil, da der laufende Betrieb eines Krankenhauses, insbesondere im Patient:innenmanagement, störungsfrei bleiben muss“, betont T‑Systems Experte Werner.
Eigene TSHC-Readiness Checks vorbereiten und begleiten den Umstieg
Die Konzeption von TSHC geht aber über den bisherigen Funktionsumfang (Anm. von SAP IS‑H) noch hinaus : Innovative Use Cases adressieren auch das Thema Benutzerfreundlichkeit und sichern auf Basis einer genau definierten Roadmap die Weiterentwicklung der Lösung für die kommenden Jahre. Um den Wechsel optimal vorzubereiten, gibt es eigene TSHC-Readiness Checks.
Diese sorgen für eine detaillierte Analyse der bestehenden, oftmals über Jahrzehnte gewachsenen SAP IS‑H Systeme. Dabei werden auch Erweiterungen und Systemspezifika exakt geprüft und auch damit wird ein reibungsloser und transparenter Übergang unterstützt. „Systemumstellungen sind herausfordernd. Sie lohnen sich aber, wenn sie durchdacht und mit den richtigen Partnern umgesetzt werden“, so Werner.
Ein wichtiger Schritt für Versorgungssicherheit und verlässliche Abläufe im Gesundheitswesen
Mit dem Umstieg auf TSHC setzt die Vinzenz Gruppe auf eine langfristig tragfähige IT-Lösung, ein wichtiger Schritt für Versorgungssicherheit und verlässliche Abläufe im Gesundheitswesen. „Für die Vinzenz Gruppe ist entscheidend, dass wir unsere gesamten Daten und auch alle kundenspezifischen Erweiterungen vollständig mitnehmen können. So stellen wir sicher, dass bewährte Abläufe erhalten bleiben und wir uns auf die aktuellen Herausforderungen konzentrieren können“, sagt Otfried Cerwenka, IT-Leiter der Vinzenz Gruppe.
T‑Systems entwickelt bereits seit 1994 die Landesversionen von IS‑H für Österreich und die Schweiz im Auftrag von SAP. Die neue TSHC-Lösung wird zu 100 Prozent in Österreich entwickelt und kann unter Gewährleistung der absoluten Datensouveränität auch von T‑Systems betrieben werden. „Wir vereinen somit modernste Technologie mit tiefem Branchenverständnis und schaffen einen nachhaltigen Mehrwert für das Gesundheitswesen“, resümiert Martin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria. (red/czaak)
Heimischer Schulterschluss für Cybersicherheit

Neue Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit (NIS‑2). BM für Inneres (BMI), Finanzmarktaufsicht (FMA) und Oesterreichische Nationalbank (OeNB) vertiefen umfassende Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Cybersicherheit in Österreich.
Die gesetzlichen Regularien zur Netz- und Informationssicherheit (NIS‑2) haben neue Richtlinien und das betrifft insbesondere Art. 13 Abs. 4 und 5. Die bereits bestehende enge Kooperation zwischen der im BM für Inneres (BMI) angesiedelten NIS-Behörde, der Österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) und der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) mit den hier zuständigen Behörden für die Umsetzung der EU-Regularien zum Digital Operational Resilience Act (DORA) wird durch die neue Vereinbarung nun offiziell institutionalisiert und auf eine dauerhaft verbindliche Grundlage gestellt.
„Eine enge Zusammenarbeit zwischen Behörden ist von zentraler Bedeutung, um die Cybersicherheit in Österreich nachhaltig zu stärken. Die koordinierte Kooperation zwischen der NIS-Behörde, der Oesterreichischen Nationalbank und der Finanzmarktaufsicht ist ein weiterer wichtiger Schritt, um ein gemeinsames, wirkungsvolles Sicherheitsniveau im digitalen Raum sicherzustellen“, erläutert Gerhard Karner (ÖVP), Bundesminister für Inneres. Die gemeinsamen Ziele und Schwerpunkte der Kooperation dienen der Unterstützung aller Aufgaben im Bereich der Cybersicherheit.
Die umfassenden Themenbereiche der Kooperation
Weitere relevante Themen der neuen vertieften Zusammenarbeit liegen auch auf nationalen und europäischen Programmen und Projekten, auf der Entwicklung von operativ abgestimmten Vorhaben sowie auf Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen auf dem Gebiet der Cybersicherheit. Durch die Partnerschaft sollen die effektive Zusammenarbeit und der Informationsaustausch zwischen den Behörden und dem Finanzsektor gewährleistet und die Cybersicherheit gestärkt werden.
Ergänzend werden themenspezifische Kooperationen den Informationsaustausch über schwerwiegende IKT-bezogene Vorfälle und Cyberbedrohungen unterstützen und vor allem auch den gesamten Finanzsektor in die Cybersicherheitsstrategie miteinbeziehen. Durch Know-how-Transfer und den Austausch von Expertise und Projektpartnerschaften sollen entsprechende Synergien entstehen.
Neue Qualität der Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg
„Die heutige Kooperationsvereinbarung zwischen BMI, OeNB und FMA ist weit mehr als ein formaler Akt. Sie ist ein klares Bekenntnis zu einer neuen Qualität der Zusammenarbeit – über Organisationsgrenzen hinweg, mit dem Ziel, die Cyberresilienz des gesamten Finanzmarkts und kritischer Infrastrukturen nachhaltig zu stärken“, unterstreicht Mariana Kühnel, Vorständin bei der FMA.
„In einem Umfeld, in dem Cyberbedrohungen dynamisch wachsen und Finanzsysteme zunehmend vernetzt sind, braucht es abgestimmte, institutionenübergreifende Antworten. Diese Kooperation ist ein wichtiger Schritt, um Risiken frühzeitig zu erkennen und gemeinsam zu begrenzen“, betont auch Thomas Steiner, Direktor der OeNB. (red/cc)
Investoren lieben Künstliche Intelligenz

Bei Start-Ups nehmen die generellen Investments weiter ab. Einzig Tech-Themen wie KI, Software und E‑Commerce sind noch gefragt und dazu der Bereich Nachhaltigkeit. In vielen Projekten wird KI zum Kern des Geschäftsmodels. Im Bundesländervergleich dominiert Wien.
Das Österreichische Start-Up-Ökosystem verzeichnete 2025 einen weiteren Tiefpunkt. Nachdem bereits die Jahre zuvor Finanzierungsrunden wie Geldvolumina gesunken sind, reduzierte sich der gesamte Investmentbetrag nochmals um 56 (!) Prozent auf nur mehr 253 Millionen Euro (economy berichtete). Im diesem angespannten Umfeld gab es nur einen Lichtblick und der betraf die Themen Künstliche Intelligenz (KI), Software und E‑Commerce, so die jährliche Analyse von EY.
Künstliche Intelligenz (KI) ist auch 2025 der wichtigste Investitionstreiber im österreichischen Start-up-Ökosystem. Trotz des insgesamt stark rückläufigen Finanzierungsumfelds flossen rund 96 Millionen Euro in Start-Ups, die KI als integralen Bestandteil ihres Geschäftsmodells nutzen. Damit entfielen 38 Prozent des gesamten investierten Risikokapitals auf KI-Start-Ups, der höchste bislang gemessene Anteil.
KI als struktureller Kern vieler neuer Geschäftsmodelle
Auch bei der Anzahl der Finanzierungsrunden gewinnt KI weiter an Bedeutung. 54 der insgesamt 148 Finanzierungsrunden im Jahr 2025 – und damit 36 Prozent – betrafen Neugründungen mit KI-Schwerpunkt. 2024 lag dieser Anteil bei 28 Prozent, obwohl das Gesamtfinanzierungsvolumen damals deutlich höher war. Besonders ausgeprägt war hier das zweite Halbjahr 2025, wo fast jede zweite Finanzierungsrunde auf ein KI-Start-Up entfiel und 54 Millionen Euro Risikokapital in diese Geschäftsmodelle geflossen sind.
KI trägt einen wachsenden Teil des Marktes, kann das insgesamt deutlich gesunkene Investitionsniveau aber nicht ausgleichen. „KI ist längst ein struktureller Kern vieler neuer Geschäftsmodelle. Dass mehr als ein Drittel aller Finanzierungsrunden auf KI entfällt, zeigt die Sichtweise der Investor:innen zum Thema Wachstumspotenzial“, erörtert Florian Haas, Head of Start-Up bei EY Österreich. Diese starke Konzentration mache aber auch deutlich, wie „fragil das Gesamtfinanzierungsumfeld derzeit ist“, so Haas.
Nachhaltigkeit gewinnt wieder an Bedeutung und Wien bleibt das Zentrum
Ein wichtiger Investitionsschwerpunkt für österreichische Start-Ups bleibt im Jahr 2025 aber auch das Thema Nachhaltigkeit. 29 Prozent des investierten Risikokapitals entfielen darauf – der höchste bislang gemessene relative Anteil (2024 : 26, 2023 : 25 Prozent). Parallel liegen die absoluten Investitionsvolumina deutlich unter den beiden Vorjahren. 2025 waren es 73, bei 148 Mio. 2024. Investitionen in nachhaltige Geschäftsmodelle erfolgen zunehmend selektiv und mit stärkerem Fokus auf wirtschaftlichen Erfolg und Skalierbarkeit.
Die regionale Verteilung der Finanzierungsaktivitäten zeigt auch 2025 ein stark konzentriertes Bild. Mit 86 finanzierten Start-Ups entfiel der Großteil (58 Prozent) aller Finanzierungsrunden erneut auf Wien. Auch beim Finanzierungsvolumen liegt die Bundeshauptstadt trotz eines deutlichen Einbruchs von 378 auf 179 Millionen Euro weiter an der Spitze. Gut sieben von zehn hierzulande in Start-Ups investierte Euros flossen an Wiener Jungunternehmen.
KI, Software-As-A-Service, Data & Analytics und Enterprise-Software
Deutlich dahinter folgen sowohl bei der Anzahl der Runden als auch bei den Volumina die Steiermark mit 19 Runden bzw. 29 Millionen Euro, dann Oberösterreich mit 12 Runden und 20 Millionen Euro und Tirol mit elf finanzierten Start-ups und 15 Millionen Euro. Die Zahlen verdeutlichen, dass regionale Ökosysteme außerhalb Wiens weiterhin stark von einzelnen Transaktionen abhängig sind und deutlich geringere Volumina aufweisen.
Ein Blick auf die Branchenverteilung 2025 zeigt weiterhin stark konzentrierte Finanzierungsaktivitäten. Die meisten Investmentrunden wurden wieder im Software- und Technologiebereich abgeschlossen, insbesondere in den Segmenten KI, Software-As-A-Service (SaaS), Data & Analytics sowie Enterprise-Software. Diese Bereiche vereinen die höchste Anzahl an Deals (52) und einen großen Teil des insgesamt investierten Kapitals (95 Millionen Euro ; 38 Prozent). Dahinter folgen Start-Ups zum Thema E‑Commerce mit 15 Finanzierungsrunden und einem Volumen von 57 Millionen Euro.
Standort Österreich braucht dringend strukturelle Verbesserungen
Die zentralen Handlungsfelder zur Stärkung des österreichischen Start-Up-Ökosystems sind lange benannt. „Besonders dringend sind eine Senkung der Lohnnebenkosten, Bürokratie-Abbau sowie attraktivere Rahmenbedingungen für privates und institutionelles Risikokapital. Ebenso zentral laut den EY-Experten sei die Modernisierung von Mitarbeiterbeteiligungsmodellen, um Start-Ups und Scale-Ups auch im Wettbewerb um Talente konkurrenzfähig zu halten. Maßnahmen braucht es auch für mehr Zugang von internationalen Fachkräften.
Strukturell besonders relevant ist auch die sofortige und konsequente Umsetzung des angekündigten Rot-Weiß-Rot-Dachfonds. Dieses Fund-of-Funds-Instrument soll institutionelles Kapital — etwa von Pensions- und Versicherungsfonds – gezielt mobilisieren und damit jene Finanzierungslücke schließen, die allein schon die österreichischen Scale-Ups seit Jahren bremst.
Gemeinsame Verantwortung von Politik, Kapitalmarkt und Wirtschaft
Grundsätzlich verfügt Österreich weiterhin über starke strukturelle Grundlagen, von gut ausgebildeten Gründer:innen über eine leistungsfähige Forschungs- und Innovationslandschaft bis hin zu international wettbewerbsfähigen Tech-Kompetenzen. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung der vergangenen vier Jahre, dass diese Voraussetzungen allein nicht ausreichen. Der anhaltende Rückgang der Finanzierungsaktivität macht deutlich, dass 2026 eine entscheidende Phase für den weiteren Entwicklungspfad des Gründungslandes Österreich darstellt.
„Wenn Politik, Kapitalmarkt und Wirtschaft jetzt gemeinsam Verantwortung übernehmen, kann Österreich eine Stabilisierung und neue Wachstumsimpulse schaffen. Die notwendigen Hebel sind bekannt, werden sie konsequent umgesetzt, so kann der Start-Up-Standort wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückzukehren und seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärken“, resümiert Florian Haas, Head of Start-Up bei EY Österreich. (red/czaak)
Gegen das Unterwandern und Täuschen

Deep Fakes unterwandern und täuschen Gesellschaft, Wirtschaft und Medien. Deutscher Vorzeige-Inkubator SPRIND hat dazu letztes Jahr eine eigene Förderschiene initiiert und jetzt Siegerprojekt wie beste Einreichungen verlautbart.
Imitierte Stimmen und generell verzerrte Identitäten unterwandern unser Vertrauen in digitale Bilder. Deepfakes sind eine systemische Herausforderung für Medien, Wirtschaft, Politik und die Gesellschaft an sich. Für Prävention und Abwehr hat der deutsche Inkubator Sprind ein Förderprogramm gestartet und nun die ersten Projekte nominiert.
Sprind nennt seine Förderprogramme „Funke“ und der zum Thema Deepfake heißt „Deepfake Detection & Prevention“. Die Herausforderung bei dieser Förderschiene war die Entwicklung eines umfassenden Prototyps, der reaktive Maßnahmen zur Erkennung und/oder präventive Maßnahmen zum Schutz vor Bild-Deepfakes beinhaltet und in bestehende digitale Infrastrukturen integriert werden kann.
Individuelle Finanzierung von bis zu 725.000 Euro über zwei Stufen
Über 13 Monate hinweg arbeiteten bis zu zwölf Teams an entsprechenden Prototypen, die digitale Echtheit neu definieren. Die Teams erhielten eine individuelle Finanzierung von bis zu 725.000 Euro über zwei Stufen, weiters Zugang zu Expertise aus Forschung, Regulierung und Industrie sowie kontinuierliche Betreuung durch die Experten bei Sprind selbst. Ziel war die Entwicklung eines funktionalen Prototyps, der Deepfakes nicht nur erkennt, sondern auch authentifizierbare, vertrauenswürdige Bildinhalte ermöglicht.
Eine weitere Aufgabe war, dass diese Prototypen skalierbar, robust und flexibel einsetzbar sind. Ende letzten Jahres kam sodann die Experten-Jury von Sprind zum dritten Mal zusammen und wählte aus den sieben verbliebenen Projekt-Teams den finalen Sieger dieses Sprind-Funkens. Economy stellt nachfolgend sowohl das Siegerprojekt wie auch alle anderen nominierten Arbeiten vor.
Das Siegerprojekt Cinematic Context Aware AI Image
Das Projekt mit dem Titel „Detectio itsreal.media“ des Teams rund um den Regisseur Christoph Behl überzeugte durch die Kombination aus präziser technischer Analyse und einer ganzheitlichen Betrachtung des Bildes, einschließlich hunderter visueller und struktureller Muster.
Ergänzt wurde dies durch den Einsatz leistungsfähiger Deep-Learning-Modelle sowie eines flexiblen, hochgradig adaptiven Meta-Modells, das sich schnell an neue Modelle und sogenannte Feature-Sets anpassen lässt. Höchste Erkennungsraten sowohl bei vollständig generierten KI-Bildern als auch bei der korrekten Identifizierung authentischer (Anm. real-as-real) Bilder waren weitere Assets, so Auszüge aus der Jury-Begründung.
Secunet Security Networks AG als weiterer Finalist
Das Team der secunet Security Networks AG in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) konzentrierte sich in seinem Ansatz auf die robuste Erkennung von Deepfakes mit Multi-Detektoren. Die Anwendung VeriTrue setzt dabei verschiedene aufgabenspezifische Detektoren ein und fusioniert sie intelligent zu einem System, das Unsicherheiten berücksichtigt.
Dieser Ansatz ermöglicht eine zuverlässige Klassifizierung von echten und gefälschten Bildern beliebiger Deepfake-Generatoren, auch wenn diese im Training nicht gesehen wurden. Darüber hinaus erlaubt das integrierte System eine Einschätzung, wie sicher der Detektor bei seiner Klassifizierung ist. Die Ergebnisse sind dadurch einfacher interpretierbar, so die hier verlautbarte Jury-Begründung.
Software-basierte Lösung vom Team Neuraforge
Das Team Neuraforge wiederum entwickelte eine Software-basierte Lösung zur Erkennung von Deepfakes und KI-generierten Bildern und Videos. Dabei schaut das Team auf statistische Artefakte im Bildrauschen als eine Art Fingerabdruck der KI — und kann so auch etwa in einem rein schwarzen Bild den Unterschied zwischen echt erzeugten und KI-generierten Bildern erkennen.
Ein besonderer Fokus beim Projekt liegt auf der Erklärbarkeit und Zuverlässigkeit der Aussagen der Software. Für Co-Gründerin Anika Gruner, die einen journalisitschen Hintergrund hat, ist die Glaubwürdigkeit des Journalismus in der heutigen Zeit eine besondere Motivation für das Projekt.
Projekt „Valid“ zum Thema einfache Prüfung von Authentizität und Integrität eines Bildes
Beim nächsten Projekt „Valid“ geht es um den Schutz vor Deepfakes, indem Originalbilder so sicher markiert werden, dass sowohl Menschen als auch Maschinen die Authentizität und Integrität eines Bildes überprüfen können. Der Ansatz ermöglicht eine universelle Verifizierung von Bildern unabhängig von ihrem digitalen Speicherort und Format.
Durch die dezentrale Architektur kann eine souveräne Verifizierung unabhängig von Drittanbietern durchgeführt werden. Die komplementären User-Apps von Valid lassen sich nahtlos in bestehende Lösungen integrieren und ermöglichen so einen transparenten Informationsaustausch, so die Jury-Begründung für „Valid“.
Mehrschichtiger End-to-End-Ansatz bei Projekt „DeepShield“ von Secublox
DeepShield von Secublox, in Kooperation mit der Universtität der Bundeswehr und der IABG geht über herkömmliche KI-basierte Deepfake-Erkennung hinaus und integriert einen mehrschichtigen End-to-End-Ansatz, der vertrauenswürdige Hardware, kryptografische Wasserzeichen und Blockchain-Technologie kombiniert.
Diese Lösung sichere die Authentizität digitaler Inhalte vom Zeitpunkt der Erfassung an, indem sie fälschungssichere Wasserzeichen mit Hilfe von Trusted Execution Environments einbettet und eine Blockchain-basierte Verifizierung für einen sicheren, unveränderlichen Herkunftsnachweis ermöglicht, lautete hier die Einordnung der Jury.
Projekt DeepFOCAS mit visueller Faktenprüfung auf Basis von Bildmetadaten und Kontext
Die Lösung von DeepFOCAS integriert visuelles Verständnis in die Deepfake-Erkennung, indem sie eine visuelle Faktenprüfungs-Pipeline anwendet, die auf Bildmetadaten und Kontext reagiert. Das Team entwickelt eine neuartige, vertrauenswürdige Wissensbasis für Personen in echten und gefälschten Kontexten.
Ergänzend dazu folgte ein neuartiger und integrierter Realitätserkennungsdienst, der die Erkennung synthetischer Bilder sowie Bildmanipulationen wie auch die Dekontextualisierung von Bildern umfasst, die für menschliche Nutzer verständlich und erklärbar sind, so die Sprind-Jury.
Digitale Manipulationen im Kern beim Projekt ClyraVision
ClyraVision von Merantix Momentum in Zusammenarbeit mit Possible Digital nutzt eine speziell weiteentwickelte KI, um digitale Manipulationen im Kern aufzudecken. Unter der Leitung von Thomas Wollmann möchte ClyraVision Vertrauen in den Schutz digitaler Räume schaffen.
Das Projekt sei für eine nahtlose Weiterentwicklung mit der schnelllebigen Welt der Deepfake-Technologie konzipiert. Unterstützt vom Merantix-Ökosystem möchte das Team die Aufrechterhaltung von Vertrauen in einer zunehmend durch digitale Manipulation bedrohten Welt neu definieren, so die Beschreibung dieses Projekts. (red/czaak)
Die ständige Gefahr des Abdrehens

Europas Abhängigkeiten von US-Unternehmen bei sämtlichen Themen rund um Technologie und Kommunikation birgt entsprechende Gefahren. Aktuelle Beispiele und zumindest technisch mögliche Annahmen beleuchten die möglichen US-Eingriffsszenarien bei Technologien wie bei zugehörigen Diensten.
Quer über alle gängigen technologischen Anwendungen und Dienste sind Europas Unternehmen, seine öffentliche Verwaltung und Europas Bürger also zu exakt 91 Prozent von US-amerikanischen Tech-Konzernen abhängig, die diese Technologien mit den dazugehörigen Dienstleistungen anbieten und/oder verwalten. Ein Großteil der Dienste betrifft auch das Speichern und Management der Daten dieser europäischen Unternehmen, Behörden und Privatpersonen, speziell über das sogenannte Cloud-Computing.
Europäische DSGVO versus US-Regularien
Diese Abhängigkeiten von US-Companies werfen insbesondere im Kontext mit rechtlichen Fragen und Gegebenheiten immer wieder kontroversielle Fragen und Diskussionen auf. Für Europa wird die rechtlich-juristische Basis in der geltenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gesehen, für US-Firmen mit Stamm-Sitz in den USA gelten wiederum US-Regularien wie etwa der sogenannte Cloud-Act (Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act).
Dieser Cloud-Act wurde 2018 unter, richtig, Donald Trumps erster Präsidentschaft ins US-Leben gerufen. Vereinfacht und gleichermaßen zentral ausgedrückt können US-Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden US-Unternehmen verpflichten, Daten herauszugeben, auch wenn diese Daten außerhalb der USA gespeichert sind, etwa in einem Rechenzentrum von Microsoft in Österreich oder von aws in Deutschland.
Der US Cloud-Act und der US FISA-Act
Relevant in dem Zusammenhang ist auch, dass die US-Cloud-Anbieter in bestimmten Fällen nicht offenlegen dürfen, wenn Daten an US-Behörden herausgegeben werden. Der Cloud-Act erlaubt zudem auch den direkten Zugriff von Behörden. Einige der US-Tech-Companies haben gegen dieses Gesetz protestiert, ohne Erfolg. Einige der US-Tech-Companies wie etwa aws oder Microsoft gründen nun etwa in Deutschland eigene Firmen-Niederlassungen mit deutschen Staatsbürgern im Management, um so den Cloud-Act eventuell zu umgehen (economy berichtete).
Noch problematischer als der US-Cloud-Act ist der vergleichsweise nicht so geläufig Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA). Im dortigen Abschnitt 702 ist geregelt, dass US-Sicherheitsbehörden wie FBI, NSA & Co. Nicht-US-Bürger außerhalb der USA überwachen dürfen, und das, ohne richterliche Genehmigung. US-Tech-Unternehmen müssen im Anwendungsfall Kommunikationsdaten bereitstellen und/oder bei der Überwachung technisch mitwirken.
Der Fall am Internationalen Gerichtshof in Den Haag (NL)
EU-Bürger haben hier keinen Anspruch auf Informationen und de facto auch keinen Rechts-Behelf, da die etwaig anwendbaren US-Grundrechte (insbes. Artikel 4/4th Amendment) nur für US-Bürger gelten. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EuGH) stellte einen nicht ausreichenden Schutz der EU-Bürger fest und kritisierte diese – Zitat : „unverhältnismäßige Massenüberwachung“ massiv. Ebenso ohne Erfolg, zumindest bis dato.
Wie so ein US-Eingriff tatsächlich in der Praxis passiert, zeigt als warnendes Beispiel der bekannt gewordene Fall eines Juristen am Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag (NL). Der dortige Chefankläger hatte in Verbindung mit dem Gaza-Krieg Klagen gegen führende israelische Regierungsmitglieder erhoben. Die US-Regierung reagierte darauf sehr scharf und setzte diesen Chefankläger auf eine US-Sanktionsliste (auf Basis von geltenden US-Sanktionsgesetzen).
Reale und weitere technisch mögliche Eingriffe
Dieser Schritt hatte dann auch praktische Auswirkungen auf das tägliche Arbeitsumfeld des leitenden ICC-Staatsanwaltes. Er konnte ganz plötzlich nicht mehr auf Microsoft-Dienste wie E‑Mail oder Cloud zugreifen, die er dienstlich nutzte. Um nicht selbst gegen das US-Sanktionsrecht zu verstoßen, musste Microsoft hier entsprechend handeln. Nach politischem und diplomatischem Druck konnte der Chefankläger dann wieder seine technischen Dienste nutzen.
Nach diesem realen Erlebnis hat sich economy noch weitere real mögliche Eingriffs-Szenarien angeschaut. Real, weil sowohl technologisch wie auch im Kontext mit US-Sanktionen jederzeit anwendbar. Als erstes der Bereich von Cloud-Diensten : landet ein Unternehmen oder eine Institution auf einer US-Sanktionsliste, dann könn(t)en US-Tech-Companies wie aws, Azur/Microsoft oder Google(Cloud) gezwungen werden, Accounts zu sperren oder Verträge zu kündigen.
Faktischer Stillstand der betrieblichen IT-Infrastruktur
Für viele Unternehmen oder Institutionen würde das (zumindest) faktischen Stillstand in Teilen der IT-Infrastruktur oder bei der Nutzung wichtiger Daten bedeuten. Als nächstes Szenario die Sperre von E‑Mail und Office als Büro-Software-Anwendung. Wer komplett auf Microsoft 365 oder Google Workspace standardisiert ist, verliert bei einer Sperre schlagartig E‑Mails, Kalender, Dokumente, Teams- oder Meet-Sitzungen und das inklusive Identitäts- und Zugriffsmanagement.
Genau in diese Kategorie fällt auch der ICC-Fall. Ein Beschluss in Washington – und eine internationale Justizorganisation kann ihre Kommunikationsinfrastruktur nicht mehr benutzen bzw. muss diese umbauen. Als nächste theoretisch praktische Annahme der wichtige Bereich von Applikationen, vulgo Apps. Apple und Google vertreiben (und kontrollieren) zusammen über ihre App-Stores 99 Prozent der genutzten Applikationen.
Apps und Finanzsanktionen als besonders problematische Bereiche
Auf Anweisung könnten sie dann beispielsweise auch Apps von Banken oder anderen kritischen Diensten aus ihren Stores entfernen. Für die breite Masse der Nutzer ist die App dann de facto verschwunden. Besonders relevant im Kontext mit der Sperre von Anwendungen ist der Bereich Daten und hier gibt es dann auch eine gesonderte Verbindung zu den hier oftmals genutzten Cloud-Diensten. Via Cloud-Act und FISA 702 können US-Behörden jederzeit auf Daten zugreifen, die bei US-Cloud-Dienstleistern liegen – und das auch, wenn die Server mit diesen Daten in Europa liegen und es um europäische Nutzer geht.
Abschließend noch die Bereiche Finanzsanktionen und Sekundärsanktionen, die über das Dollar-System und das internationale Geld-Transfersystem SWIFT wirken. Hier können Unternehmen gezwungen werden sich an US-Linien/Regeln zu halten. Alle diese Hebel sind heute kein theoretisches Droharsenal, sie werden regelmäßig eingesetzt, zumeist gegen andere (feindliche) Staaten. Technisch gesehen gäbe es aber keine Barriere sie auch gegenüber europäischen Akteuren schärfer zu nutzen.
Keine Informationspflicht über US-Eingriffe
Wie im US-Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) geregelt, muss über derartige Anwendungsfälle nicht einmal informiert werden. Die gleiche Struktur, die Abschalten per Knopfdruck erlaubt, ermöglicht auch unbemerktes Mithören oder, besonders verwerflich, Daten unbemerkt zu verändern. Beim Abhören gibt es drei Ebenen : erstens die Cloud-Ebene, wo Programme wie PRISM die Kommunikation direkt bei US-Internetkonzernen abholt – also E‑Mails, Chats oder gespeicherte Datenformate. Formal gestützt auch hier durch den FISA-Act.
Als zweites die Netzwerk-Ebene : Router, Firewalls und Telekom-Anlagen haben sogenannte Service- und Lawful-Intercept-Schnittstellen. Wenn dort sogenannte hartkodierte Zugänge oder Backdoors auftauchen – wie bei der Cisco-Schwachstelle 2025 im Unified Communications (UC)-Manager – dann ist das ein „perfekter“ Kanal, um Kommunikation „mitzuschneiden“ oder Systeme gleich komplett zu übernehmen. Einen derartigen „Wartungskanal“ gab es schon bei der älteren ISDN-Technologie (Anm. primär für Telefonie/Fax) in den 1970er und 1980er Jahren.
Der digitale Hebel der USA funktioniert differenziert
Bei der dritten Ebene geht es um die Endgeräte. Smartphones und Laptops sind das schwächste Glied in der Kette. Das abgehörte Handy von Angela Merkel war kein Unfall, sondern ein bewusstes Ziel. Wer so ein Endgerät kompromittiert, braucht weder Cloud noch Backbone – er (oder sie) liest oder hört direkt „aus der Hosentasche“.
Die Ebenen Cloud, Netzwerk und Endgeräte überlappen sich, zusammen bilden sie eine Spionageplattform, die es in dieser Dichte oder Vielfalt vorher noch nie gab. Der digitale Hebel der USA funktioniert differenziert. Er ist fein justierbar und zielgenau anwendbar — auf einzelne Personen, Unternehmen oder Institutionen, auf Gerichte, NGOs, Journalisten oder Politiker. Es gibt aber Wege aus diesen Gefahrenzonen und das behandelt in diesem Dossier der dritte Text mit dem Titel “Wege aus der Abhängigkeit”. (red/rucz, red/laucz, red/cc)
„Eine zentrale Basis für Wertschöpfung“

Experten der Österreichischen Industriellenvereinigung beleuchten Wirtschaftsfaktor Digitalisierung. Netzausbau, Baukosten, Regularien und Wettbewerbsfähigkeit als Fundament für sechs zentrale Handlungsfelder. Ein Fokus gilt auch dem Thema Digitale Souveränität.
Die Industriellenvereinigung (IV) als Interessensvertretung der Österreichischen Industrie hat gemeinsam mit Vertretern der Telekombranche die aktuelle Situation und Rahmenbedingungen im Kontext mit dem Thema Digitalisierung als besonders wichtigen Faktor für den Wirtschaftsstandort Österreich analysiert und davon ausgehend mehrere Handlungsempfehlungen an die (Wirtschafts)Politik abgeleitet.
11 Milliarden Bruttowertschöpfung und 800 Millionen Investitionseffekte
„2024 hat die heimische Telekommunikationsbranche über 11 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung generiert. Das entspricht fast drei Prozent an Österreichs gesamter Bruttowertschöpfung. Mit ihren rund 75.000 Beschäftigten löst die Branche knapp 800 Millionen Euro an Investitionseffekten aus“, unterstreicht Christian Helmenstein als Chefökonom der IV die volkswirtschaftliche Bedeutung der Telekommunikationsbranche. „Da liegt mehr Potenzial drinnen. Österreich muss jetzt auf die Überholspur wechseln, sonst verlieren wir im internationalen Wettbewerb weiter an Boden“, so Helmenstein weiter.
„Österreichs Unternehmen tätigen milliardenschwere Investitionen und auch die öffentliche Hand investiert massiv in den Netzausbau, dennoch bleibt der Netzausbau von hohen Baukosten, langwierigen Genehmigungen, rechtlichen Unsicherheiten und mangelnder Koordination geprägt“, ergänzt Peter Koren, Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV). Damit Österreich seine Breitbandziele bis 2030 erreicht und im internationalen Wettbewerb nicht weiter zurückfällt, „müssen wir strukturelle Bremsklötze lösen“, sagt Koren.
Sechs zentrale Handlungsfelder
Im Kontext mit diesen Rahmenbedingungen hat die Industriellenvereinigung nun gemeinsam mit der IKT-Branche sechs zentrale Handlungsfelder definiert. Diese beinhalten eine grundlegende Evaluierung der Breitbandförderung, mehr Rechtssicherheit und konsistente Konsumentenschutzregeln, eine deutliche Entbürokratisierung und Verfahrensbeschleunigung, die rasche gesetzliche Umsetzung eines Tiefbauatlas, eine moderne, standortstärkende Frequenzpolitik sowie verlässliche Regeln für Rechtsschutz und Inhouse-Verkabelung.
Diese Maßnahmen sollen einen investitionsfreundlichen, effizienten und rechtssicheren Rahmen schaffen, der den flächendeckenden Ausbau schneller, gigabitfähiger Netze ermöglicht. Für die Telekom-Branche selbst sind die Themen Tiefbauatlas sowie Frequenzvergaben und Lizenzverlängerungen besonders zentrale Punkte.
Verpflichteter digitaler Tiefbauatlas und Unterstützung der Nachfrage für Breitbanddienste
„Ein verpflichtender digitaler Tiefbauatlas schafft echte Planbarkeit, verhindert Doppelgleisigkeiten und spart enorme Kosten. Ebenso müssen wir bei Frequenzen von der EU-Option der Verlängerung Gebrauch machen – das bringt Stabilität und stärkt die Investitionskraft der Betreiber“, erläutert Thomas Arnolder, Deputy CEO der A1 Group. Auch zu den Themen Evaluierung der Breitbandförderung sowie Rechtsschutz und Inhouse-Verkabelung gibt es Stellungnahmen aus der Branche.
„Es wurden jahrelang tausende Kilometer Glasfaserkabel verlegt, aber nur ein Fünftel davon führt auch in die Haushalte. Die öffentlichen Fördergelder sind also nicht bei den adressierten Menschen in Österreich angekommen“, sagt Thomas Kicker, CEO von Magenta Telekom. „Nachdem Milliarden öffentlicher Gelder in den Glasfaser-Bau geflossen sind, würde nun die Förderung der Nachfrage Sinn machen“, so Kicker. Der Magenta-Boss spricht sich zudem für eine Absicherung der Leitungsrechte aus, damit „Infrastrukturbetreiber durch Wartungs- und Optimierungsarbeiten die beste Konnektivität in Mehrparteienhäusern gewährleisten können“.
Digitalisierungsschub zur langfristigen Absicherung des Standortes Österreich
Eine gesonderte Wertigkeit kommt den geltenden gesetzlichen Regularien zu und auch hierzu äußern sich die Branchen-Experten. „Rückwirkende Klagen gegen durch die von der Regulierungsbehörde überprüften Tarife oder Bestandteile sowie unklare Rechtslagen gefährden die Investitionsbasis eines ganzen Sektors, sagt Rudolf Schrefl, CEO von Drei. „Wir brauchen klare Verjährungsfristen, vertragliche Rechtssicherheit und moderne, durchgängig digitalisierte Genehmigungsverfahren, die den Ausbau nicht ausbremsen“, unterstreicht Schrefl die Notwendigkeit verlässlicher Regeln.
Eine besondere Bedeutung im standortpolitischen Kontext hat auch das Thema Digitale Souveränität. Anlässlich des dazu von Deutschland und Frankreich zuletzt initiierten Gipfels in Berlin (economy berichtete) und der dabei von allen EU-Mitgliedsstaaten unterfertigten Deklaration zur Digitalen Souveränität Europas hat die IV ebenso ihre Positionen. „Digitale Souveränität ist eine zentrale Voraussetzung für Sicherheit, Resilienz, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Europas, gerade in geopolitisch turbulenten Zeiten“, sagt Christoph Neumayer, Generalsekretär der IV.
„Bei Thema Digitale Souveränität sind Investitionen in europäische Kapazitäten entscheidend“
„Ziel ist nicht Abschottung, sondern die Fähigkeit, selbstbestimmt zu handeln, digitale Lösungen frei zu wählen und strategische Interessen zu schützen. Gleichzeitig sind Offenheit und internationale Kooperationen essenziell, etwa mit Partnern aus den USA“, betont Neumayer. Von economy auch auf aktuelle wirtschaftspolitische Diskussionen zum Thema Abhängigkeiten von großen internationalen Tech-Companies angesprochen, erläutert der IV-Generalsekretär : „Europa ist in bestimmten Bereichen abhängig von Anbietern außerhalb der EU. Entscheidend sind daher Investitionen in europäische Kapazitäten, insbesondere bei kritischen Komponenten wie Halbleitern, KI- und Quantenchips sowie beim Ausbau moderner Gigabit-Netze“.
Und : „Initiativen wie AI Factories und AI Gigafactories bieten enormes Potenzial, um KI-Infrastrukturen am Standort zu stärken“, so Christoph Neumayer, Generalsekretär der Österreichischen Industriellenvereinigung. Unterm Strich brauche Österreich einen entschlossenen Digitalisierungsschub, um Standortqualität, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit langfristig abzusichern. „Die digitale Infrastruktur ist eine zentrale Basis für Wertschöpfung, Produktivität und technologische Entwicklung im ganzen Land.“ (red/czaak)
KI-gestütztes Supercomputing für österreichische Medizin

Zenta Solutions erhält als SpinOff der MedUni Wien über AI Factory Austria Zugang zu European High Performance Computing. Strukturierung und Auswertung medizinischer Datensätze als Fokus. Weitere österreichische SpinOffs und StartUps sollen folgen.
Die AI Factory Austria (AI:AT) hat mit dem Wiener Technologieunternehmen Zenta Solutions das erste erfolgreiche Praxisbeispiel für ihren Unterstützungsansatz realisiert. Als nationale Anlaufstelle für Hochleistungsrechnen (High Performance Computing/HPC) und Künstliche Intelligenz (KI) begleitete sie den reibungslosen Zugang des Unternehmens zu europäischen Supercomputing-Ressourcen.
Österreich als aktiver Partner im europäischen KI-Netzwerk
Getragen von Austria Institute for Technology (AIT) und ACA (Advanced Computing Austria) ist die AI Factory Austria Teil der europäischen Initiative der AI Factories von EuroHPC Joint Undertaking und dem EU-Programm „Horizon“. Fokus ist die Förderung anwendungsorientierter KI-Infrastrukturen in ganz Europa. Die AI Factory Austria stärkt damit auch Österreichs digitale Souveränität und sie schafft die Basis, dass Unternehmen, StartUps, und universitäre SpinOffs von den besten europäischen Tech-und eben KI-Infrastrukturen profitieren können.
“Damit wollen wir die Digitalisierung vorantreiben, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen verbessern und die Schlüsseltechnologie KI möglichst vielen Unternehmen als Türöffner für Märkte und neue Lösungen zur Verfügung stellen“, sagt Peter Hanke, als verantwortlicher Innovations- und Infrastrukturminister. Ebenso Thema ist die Digitale Souveränität Österreichs und Europas von US- und anderen ausländischen Tech-Companies.
Erster Anwendungsfall mit Zenta Solutions
Zenta Solutions selbst ist eine junge Ausgründung der Medizinischen Universität Wien mit Schwerpunkt auf medizinische Datenanalyse und nun das erste Unternehmen, das mithilfe der AI Factory Austria den Zugang zu diesem EuroHPC-System Leonardo in Bologna (ITA) erfolgreich umsetzen konnte. Zenta testet und optimiert dort KI-basierte Verfahren zur Strukturierung und Auswertung medizinischer Datensätze.
„In einem ersten Schritt werden die Daten vollständig anonymisiert. Anschließend werden sie mithilfe bildbasierter KI-Modelle und großer Sprachmodelle analysiert, kontextualisiert und in eine strukturierte Form überführt“, erklärt David Haberl von Zenta. „So entstehen aus zuvor unstrukturierten Gesundheitsdaten wertvolle Informationen, die eine solide Grundlage für vielfältige weiterführende Anwendungen bilden, etwa im Bereich von Therapien, so Haberl.
Modelle entwickeln ohne eigene teure Infrastruktur
Zenta fokussiert dabei auf Open-Source-Modelle, die lokal auf den eigenen Systemen verwendet werden können, unabhängig von externer Cloud-Infrastruktur sind. Das stellt sicher, dass sensible Gesundheitsdaten jederzeit vor Ort verbleiben. „Derzeit testen wir unsere Methoden auf Leonardo mithilfe offener Datensätze, sowie realistisch simulierten Beispieldaten“, ergänzt Haberl.
„Dank der AI Factory Austria konnten wir innerhalb weniger Tage auf die EuroHPC-Systeme zugreifen. Der Zugang funktioniert reibungslos – wir können unsere Modelle unmittelbar testen und weiterentwickeln, ohne eigene teure Infrastruktur aufbauen zu müssen“, unterstreicht Thomas Beyer, Co-Founder von Zenta Solutions, auch den ökonomisch wirtschaftlichen Nutzen.
Fokus auf praxisorientierte Unterstützung
Die AI Factory Austria baut derzeit schrittweise ein umfassendes Serviceportfolio auf, das insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen Zugang zu Hochleistungsrechnen und KI-Anwendungen erleichtern soll. Im Zentrum steht eine praxisnahe Unterstützung und die erstreckt sich von der Auswahl geeigneter Systeme über die technische Integration bis hin zur Weiterentwicklung datenbasierter und KI-gestützter Anwendungen.
Final wird damit auch der effiziente Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis gezielt gefördert. Mit dem aktuellen Projekt gelingt der AI Factory Austria ein erster bedeutender Erfolg in ihrer Aufbauphase. Parallel dazu wird das Serviceangebot kontinuierlich erweitert, um künftig noch mehr heimische Unternehmen im KI-Bereich zu unterstützen und ihnen den Weg in das europäische Supercomputing-Ökosystem zu öffnen.
Rolle und Partner der AI Factory Austria
„Die AI Factory Austria fungiert als One-Stop-Shop. Wir kombinieren technische Beratung, Rechenressourcen, Trainings und Unterstützung bei der sicheren Anwendung von KI. Das hilft Unternehmen, ihre datengetriebenen Projekte schneller umzusetzen und Innovationen von der Idee bis zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle zu entwickeln“, ergänzt Karl Kugler, Co-Leiter der AI Factory Austria.
Partner der AI Factory Austria sind neben AIT und ACA die TU Wien, Uni Wien, Uni für Bodenkultur Wien (BOKU), Uni Innsbruck, TU Graz, Johannes Kepler Universität Linz (JKU), das Institute of Science and Technology Austria (ISTA), die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), INiTS – Vienna’s High-Tech Incubator sowie das EODC – Earth Observation Data Centre for Water Resources Monitoring
Zenta setzt für Kunden auf lokale Anwendungen ohne externe Cloud
Die AI Factory Austria (AI:AT) wird durch das European High-Performance Computing Joint Undertaking (JU) kofinanziert und das JU wird unterstützt durch das Horizon-Europe-Programm der Europäischen Union sowie aus Österreich von Innovations- und Infrastrukturministerium und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).
Zenta Solutions GmbH wurde 2025 als Spin-off der Med Uni Wien gegründet. Das Unternehmen entwickelt insbesondere KI-gestützte Lösungen zur Strukturierung und Analyse komplexer, medizinischer Daten. Datenverarbeitung und KI-Anwendungen können dabei beim Nutzer komplett lokal, ohne externe Cloud-Infrastrukturen, ausgeführt werden. Sensible Gesundheitsdaten werden so ausschließlich vor Ort verarbeitet und gespeichert. „Wir möchten damit die digitale Transformation im Gesundheitswesen sicher und nachhaltig mitgestalten“, so Thomas Beyer von Zenta. (red/czaak)
Projekt RecAL erhält renommierte Auszeichnung

Nachhaltige Kreislaufwirtschaft und Aluminiumrecycling über digitale Plattform. Das von Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen geleitete EU-Projekt RecAL erhält ÖGUT-Auszeichnung. CANCOM Austria ist Technologiepartner.
Das vom LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen des Austrian Institute of Technology (AIT) geleitete europäische Forschungsprojekt RecAL (Recycling Technologies For Circular ALuminium) wurde soeben mit dem ÖGUT-Umweltpreis 2025 in der Kategorie „Mit Forschung & Innovation zur Kreislaufwirtschaft“ ausgezeichnet. „Die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) würdigt damit ein Projekt, das mit innovativen technologischen Ansätzen und digitaler Vernetzung einen zentralen Beitrag zur nachhaltigen Transformation der europäischen Aluminiumindustrie leistet“, zitiert das AIT von der Prämierung. CANCOM Austria ist beim Projekt Technologiepartner.
Ein Meilenstein für nachhaltige Metallverarbeitung
RecAL steht für einen Paradigmenwechsel in der industriellen Aluminiumproduktion : Statt auf Primärmaterial zu setzen, entwickelt das Projekt neue Wege, Aluminium effizient zu recyceln und über eine digitale Plattform europaweit zu vernetzen. Das im Rahmen von HORIZON EUROPE geförderte Projekt vereint 19 Partnerorganisationen aus neun europäischen Ländern – von Forschungseinrichtungen über Technologieanbieter bis hin zu industriellen Anwendern. Ziel ist die europaweite Vernetzung der Akteure, um den Anteil von Sekundäraluminium signifikant zu erhöhen, Ressourcen zu schonen und die CO₂-Bilanz der Branche nachhaltig zu verbessern (economy berichtete mehrfach).
„Mit RecAL wollen wir zeigen, dass Hightech und Kreislaufwirtschaft kein Widerspruch sind. Durch neue recycling-tolerante Legierungen, digital gesteuerte Sortierprozesse und ein europaweites Aluminium-Kreislaufsystem schaffen wir die Basis für eine industrielle Zukunft, die Ökologie und Wettbewerbsfähigkeit vereint“, sagt Gerald Prantl, Projektleiter am LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen. „Das Projekt ist auch ein Beitrag zu Europas Resilienz bezüglich dieses wertvollen Rohstoffs und die Auszeichnung durch die ÖGUT eine großartige Anerkennung für das Engagement unseres gesamten Teams und unserer Partner in ganz Europa“, betont Prantl.
Kreislaufwirtschaft als Schlüssel zur Dekarbonisierung
Das Projekt adressiert eine der größten Herausforderungen der Aluminiumindustrie : die Trennung und Wiederverwertung komplexer Legierungen. RecAL entwickelt Lösungen, die eine höhere Toleranz für Recycling-Material im Legierungsdesign ermöglichen und zugleich die Materialeigenschaften bewahren. Ergänzt wird dieser Ansatz durch den Aufbau eines digitalen „RecAL Hub“, einer Plattform, die Recyclatströme, innovative Recyclingtechnologien, sowie Produzenten und Abnehmer intelligent verknüpft – ein wichtiger Schritt, um den linearen Materialfluss zu einem geschlossenen Kreislauf weiterzuentwickeln.
Die dazugehörige Technologie liefert CANCOM Austria. Alle Beteiligten entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhalten dabei alle jeweils benötigten Daten. Sicherheit, Verfügbarkeit und das exakte Management dieser Daten waren entsprechend zentrale Themen im Anforderungsprofil. „Wir sehen uns hier als Pionier, der das Potenzial und die Notwendigkeit erkannt hat, eine nachhaltige Metallproduktion und Aluminiumwiederverwendung durch Datentransparenz zu ermöglichen“, so Dietmar Wiesinger, Vorstand von CANCOM Austria. „Unsere Stärke liegt darin, dass wir sowohl ein starkes Industrienetzwerk als auch die richtige Methodik und jahrelanges Know-how haben und zudem die Architektur für den richtigen Betrieb einbringen können“, unterstreicht Wiesinger.
Europäische Zusammenarbeit für Innovationsökosystem zu Energie‑, Ressourcen- und Datenkreisläufe
Operativ werden bei RecAL unter Leitung des Leichtmetallkompetenzzentrums Ranshofen (LKR, 100-prozentige Tochtergesellschaft des AIT) 14 technologische Lösungen bis zum Technologiereifegrad 6 (Anm. TRL6) entwickelt und getestet. Neben der Materialforschung stehen Robotik, Sensorik und digitale Zwillinge im Mittelpunkt, um Aluminiumströme über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg transparent und effizient zu steuern.
Durch die enge Zusammenarbeit von Partnern aus Forschung und Industrie – darunter eben Cancom Austria sowie Gebauer & Griller, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Fraunhofer Gesellschaft, ALUMIL, SWERIM, Benteler Automobiltechnik, Stena Aluminium und KU Leuven – entsteht ein europaweites Innovationsökosystem, das Energie‑, Ressourcen- und Datenkreisläufe miteinander verbindet. RecAL wird im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms HORIZON EUROPE der Europäischen Union gefördert (Anm. Fördervereinbarung Nr. 101138747).
Der ÖGUT-Umweltpreis
Der ÖGUT-Umweltpreis wird seit 1988 jährlich von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) verliehen und zählt zu den renommiertesten Nachhaltigkeitsauszeichnungen Österreichs. Er würdigt herausragende Projekte, Organisationen und Persönlichkeiten, die mit Innovationsgeist und Engagement einen Beitrag zu einer klimaneutralen, gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft leisten.
2025 wurden aus 252 Einreichungen insgesamt 27 Projekte in sechs Hauptkategorien nominiert – von Forschung und Wirtschaft über Gemeinden bis hin zu zivilgesellschaftlichen Initiativen. Das Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro wird vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), der FFG, dem Österreichischen Städtebund sowie Partnerunternehmen und Stiftungen gestiftet. (red/czaak)
„Digitale Souveränität stärkt den Wirtschaftsstandort Österreich“

Aktuelle Anforderungen in der betrieblichen Digitalisierung. Peter Lenz, Managing Director T‑Systems, im Gespräch mit economy zu gefragten IT-Diensten, KI im Klinikalltag und zur besonderen Bedeutung digitaler Souveränität.
T‑Systems treibt die digitale Transformation branchenübergreifend voran – mit souveränen Cloud-Lösungen, mit KI plus Automatisierung, und in Schlüsselbranchen wie dem Gesundheitswesen auch mit der neuen Lösung T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) als Nachfolger von SAP IS‑H.
Economy : Wo sehen Sie aktuell den größten Bedarf in der IT ?
Peter Lenz : Besonders in den Fokus rücken jene IT-Dienste, die Unternehmen dabei helfen, digital souverän, effizient und zukunftssicher zu arbeiten. Vor allem souveräne Cloud-Lösungen, die höchste Datensicherheit und Kontrolle bieten, weiters Künstliche Intelligenz und Automatisierung zur Beschleunigung der Prozesse und Entlastung der Mitarbeitenden sowie Lösungen für den Gesundheitssektor wie unsere T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC), die Krankenhäuser bei der Digitalisierung und Optimierung von Abläufen sowie primär beim Patient:innenmanagement — unterstützt.
Wie positioniert sich T‑Systems im stark wachsenden Cloud-Markt ?
Cloud-Lösungen spielen in unserem Portfolio eine zentrale Rolle. Wer Geschäftsprozesse agil und zukunftssicher betreiben will, kommt daran nicht vorbei. Wir bündeln gerade unsere Cloud-Angebote unter dem Namen T Cloud, die wir in drei Bereiche gliedern. Die T Cloud Public basiert auf OpenStack und entspricht der Open Telekom Cloud (OTC). Die T Cloud Private wird in unseren eigenen Rechenzentren betrieben und eignet sich primär für Anwendungen wie SAP oder andere geschäftskritische Workloads. Und die T Cloud Sovereign richtet sich an Kund:innen mit besonders hohen Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit.
Wen betrifft das etwa ?
Beispielsweise das Gesundheitswesen oder die öffentliche Verwaltung. Final unterstützen wir Unternehmen mit einer leistungsstarken, souveränen und wirtschaftlichen Cloud-Infrastruktur “Made in Europe”, betrieben von einem vertrauenswürdigen Partner mit jahrzehntelanger Erfahrung – abgestimmt auf die individuellen Geschäftsziele und Workloads. Dabei begleiten wir unsere Kund:innen ganzheitlich, von der strategischen Beratung über die technische Umsetzung bis hin zum sicheren Betrieb.
KI und Automatisierung wird immer relevanter. Wie können diese den Gesundheitsbereich entlasten ?
Vor allem im Klinikalltag kommt Künstliche Intelligenz und Automatisierung unterstützend zum Einsatz. In Sozialversicherungen übernehmen Chatbots Routineaufgaben und reduzieren den administrativen Aufwand. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sorgen automatisierte Prozesse und innovative Lernformate wie das Metaverse für mehr Effizienz und eine praxisnahe Ausbildung.
Gibt es noch weitere Anwendungen ?
Unser Smart Chat, datensouverän betrieben in der Open Telekom Cloud, ermöglicht die intelligente Auswertung von Dokumenten. In der Diagnostik unterstützt KI etwa bei der Analyse von Röntgenbildern oder der Sepsiserkennung und liefert präzisere Ergebnisse in kürzester Zeit. Auch Abrechnungsprozesse werden teilautomatisiert – das führt zu schnelleren Entscheidungen, geringeren Kosten und höherer Zufriedenheit bei Versicherten und Mitarbeitenden.
Wie unterstützt nun die neue TSHC-Lösung speziell Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ?
Als SAP 2022 die Einstellung der Patientenmanagementlösung IS‑H ankündigte, gab es große Unsicherheit im Gesundheitswesen. IS‑H deckte ja die zentralen Bereiche Aufnahme, Entlassung und Abrechnung ab. Hier kommt unsere Nachfolgelösung T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) ins Spiel. Betrieben im eigenen Rechenzentrum deckt sie die zentralen Funktionen von IS‑H vollständig ab.
Was sind die Vorteile ?
Die vertraute Benutzerfreundlichkeit für minimalen Schulungsaufwand und weitgehender Übernahme bestehender Prozesse, sodass Krankenhäuser ohne aufwendige Neueinführungen schnell und produktiv arbeiten können. Mit 40 Jahren Erfahrung im Gesundheitswesen, über 80 Expert:innen in Österreich und als langjähriger SAP-Partner sowie IS‑H Mitentwickler begleiten wir die nächste Generation des Patient:innenmanagements.
Durch aktuelle geopolitische Entwicklungen fokussieren Unternehmen Souveränität und Sicherheit. Wie können digitale Innovation und ein IT-Dienstleister wie T‑Systems hier unterstützen ?
Digitale Souveränität bedeutet, die volle Kontrolle zu behalten – über Datenhoheit, Betrieb und Technologie, unabhängig von geopolitischen oder wirtschaftlichen Einflüssen. Genau hier setzen wir als T‑Systems an : Mit unseren souveränen Cloud-Lösungen wird gewährleistet, dass sensible Daten nicht in Drittländer gelangen und sämtliche europäische Datenschutzbestimmungen und Sicherheitsstandards eingehalten werden. Digitale Unabhängigkeit bzw. Souveränität stärkt den Wirtschaftsstandort Österreich.
Economy : Nochmal KI, können Sie ein aktuelles Referenzbeispiel nennen ?
Peter Lenz : Wir haben gemeinsam mit der Energieallianz Austria (EAA) den KI-basierten digitalen Assistenten namens „Kundenradar“ entwickelt. Dieser nutzt das Large Language Model von OpenAI auf der Mircosoft-Azure-Plattform, um kunden- und branchenrelevante Informationen automatisch zu recherchieren, zu bewerten und in einem übersichtlichen Dashboard bereitzustellen. Im Ergebnis konnten Vertriebsmitarbeitende ihren Rechercheaufwand um 50 Prozent reduzieren und profitieren nun von qualitativ hochwertigen, aktuellen Informationen für noch fundiertere Kundengespräche.
Schulterschluss der amerikanischen IT-Riesen

US-Konzerne Amazon Web Services (aws) und Open AI (Chat GPT) starten strategische Partnerschaft. Open AI erhält für seine KI-Dienste Zugang zu Rechenkapazitäten von aws. 38 Milliarden Dollar als Kooperationswert angegeben.
Amazon Web Services (AWS) und OpenAI (Anm. Anbieter von ChatGPT) haben eine mehrjährige, strategische Partnerschaft im Wert von 38 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben. Um seine KI-Workloads auszuführen und zu skalieren, erhält OpenAI ab sofort Zugang zu den Rechenkapazitäten von aws, darunter Angaben zufolge hunderttausende modernster NVIDIA-GPUs (Anm. Graphic Process Units) und die Möglichkeit, auf mehrere Millionen CPUs (Anm. Central Process Units zur Steuerung der Rechnerprozesse) zu skalieren.
Vielfalt und Latenzzeiten von OpenAI Workloads
In einer Aussendung wurden dann noch weitere inhaltliche Punkte präzisiert. OpenAI nutzt ab sofort aws-Rechenkapazitäten, wo die vollständige Bereitstellung der Kapazitäten bis Ende 2026 geplant ist. Die Bündelung von NVIDIA Anwendungen (Anm. GPUs GB200 und GB300) über spezielle Amazon Dienste (Anm. EC2 UltraServers) im selben Netzwerk soll eine noch geringe Latenz über vernetzte Systeme hinweg erlauben. OpenAI Workloads sollen damit effizient und mit optimaler Leistung ausgeführt werden können.
Die Cluster unterstützen verschiedene Workloads, von der Bereitstellung für ChatGPT-Anwendungen bis hin zum Training von Modellen der nächsten Generation. Darüber hinaus bieten sie die Flexibilität, sich an die sich wandelnden Anforderungen von OpenAI anzupassen. Die Partnerschaft baut auf der bereits bestehenden Zusammenarbeit zwischen OpenAI und aws auf. Anfang des Jahres wurden etwa sogenannte OpenAI Weight Foundatin Moodels verfügbar gemacht. (red/cc)
Über 150 Dienste für 66.500 Anwenderinnen und Anwender

Bund, Länder und Gemeinden setzen auf sichere Kommunikationslösungen für modernen Bürgerservice. CANCOM Austria gewinnt neuerlich öffentliche Ausschreibung. Medienübergreifende Infrastruktur via Cloud-Computing als technologische Basis.
CANCOM Austria setzt sich erneut bei einer Ausschreibung im öffentlichen Bereich durch. Neben der seit 2012 bestehenden Möglichkeit für Bundesdienststellen österreichweit eine zentrale Cloud-Telekommunikationsinfrastruktur bzw. Unified Communications & Collaboration (UCC) über CANCOM Austria zu beauftragen, konnte sich die Digitalisierungsspezialisten nun auch die Rahmenvereinbarung über eine moderne Telekommunikationsinfrastruktur (Anm. On Premise) für Länder und Gemeinden sichern.
Vom Arbeitsmarktservice über Parlament und österreichische Präsidentschaftskanzlei bis Finanzmarktaufsicht
Bisher konnte der Betrieb und die Betreuung von Telekommunikationssystemen für Bundesministerien und deren nachgelagerten Dienststellen in ganz Österreich über mehrere aufeinanderfolgende Rahmenvereinbarungen bereitgestellt werden.
Die Lösung basiert auf einer privaten Cloud-Infrastruktur, die redundant in zwei Rechenzentren betrieben wird und zusätzlich über dedizierte Cluster für besonders sensible Einrichtungen verfügt, etwa das Parlament, das Arbeitsmarktservice, die österreichische Präsidentschaftskanzlei oder die Finanzmarktaufsicht.
Über die Lösung werden insgesamt rund 60.000 Arbeitsplätze sowie 6.500 Call-Center-Arbeitsplätze betrieben, davon allein etwa 5.500 im Bundesministerium für Finanzen. Mehr als 150 Services – darunter auch „FinanzOnline“ – werden auf diese Weise bereitgestellt. Mit dieser Dimension zählt die Installation zu den größten zentralen Kommunikationsinfrastrukturen in Europa.
Erweitertes Leistungsportfolio für sämtliche Landes- und Gemeindedienststellen in Österreich
Mit der neuen Rahmenvereinbarung erweitert CANCOM Austria nun das Leistungsportfolio auf sämtliche Landes- und Gemeindedienststellen in Österreich, zusätzlich zu den bereits jahrelang betreuten Bundesdienststellen. Inkludiert sind Roll-Out und Wartung von Voice-over-IP-Telefonsystemen und UCC-Applikationen.
Dazu gehören etwa E‑Mail, Agent-Chat oder eine Chatbot-Integration für Umgebungen bis 1.500 Arbeitsplätzen. Und bei den ebenso adressierten Institutionen sind das beispielsweise auch die Stadt Wien mit ihren Bezirksämtern, Gemeinden, Vereine und Feuerwehren.
„Diese beiden Rahmenvereinbarungen bestätigen das große Vertrauen, das öffentliche Auftraggeber in unsere Expertise setzen. Wir freuen uns, damit einen entscheidenden Beitrag zur sicheren und modernen Kommunikationsinfrastruktur Österreichs leisten zu dürfen“, so Michael Gindl, Projektmanager bei CANCOM Austria.
1,7 Milliarden Umsatz mit über 5.600 Mitarbeitenden in 80 internationalen Standorten
CANCOM Austria begleitet als Digital Business Provider Unternehmen, Organisationen und den öffentlichen Sektor bei sämtlichen Digitalisierungsprojekten. Das Unternehmen ist in Österreich aus der früheren Kapsch BusinessCom hervorgegangen. Das Leistungsspektrum umfasst sowohl klassische Systemhaus-IT-Lösungen als auch datenbasierte Digital Solutions, Managed Services sowie Cloud Dienste.
„Mit Leidenschaft und Technologie begleiten wir die Digitale Evolution unserer Kunden und unterstützen sie dabei, die Komplexität ihrer IT zu reduzieren und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln“, so Dietmar Wiesinger, CSO und neben Jochen Borenich Mitglied des Vorstands bei CANCOM Austria.
In der international tätigen CANCOM Gruppe mit rund 80 Standorten in der DACH-Region, Belgien, der Slowakei, Rumänien und Tschechien arbeiten über 5.600 Mitarbeitende. Das an der Frankfurter Wertpapierbörse im TecDAX und SDAX (ISIN DE0005419105) notierte Unternehmen mit Hauptsitz in München (D) erwirtschaftete 2024 einen Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Euro. Rüdiger Rath als CEO und Thomas Stark als CFO sind die leitenden Manger der internationalen CANCOM Gruppe. (red/czaak)