Geschäftsorientiert und nicht nur reaktiv

Intelligent automatisierte Netzwerke entlasten die hauseigene IT und bringen mehr Sicherheit. Modernes Intent-Based Networking (IBN) ermöglicht nun auch die direkte Umsetzung von Geschäftszielen. CANCOM Austria zeigt vielfältige Einsatzmöglichkeiten in mehreren betrieblichen Projekten.
(Christian Czaak) Vom ersten aktenkoffergroßen Mobiltelefon (Anm. Ende der 1980er Jahre war das) bis zu speziellen Verbindungsnetzen und Netzwerke im Bereich Maut sowie GSM‑R und spezielle IP-Voice-Lösungen für europäische (Anm. u.a. SNCV in Frankreich) wie amerikanische (Anm. Nord- und Mittelamerika) Bahnlinien und Verkehrsbetreiber. Von Netzwerken für EPUs und andere Kleinunternehmen bis zu 5.000 remotefähigen VPN-Zugängen mit medienübergreifenden Collaboration-Anwendungen innert drei Tagen für kritische Infrastrukturbetreiber während der Corona-Pandemie (2020 bis 2022).
Weltweite Technologieführerschaft von Kapsch über Kapsch BusinessCom zu CANCOM Austria
Von sogenannten LoRaWAN™-Netzwerken mit SENS-Diensten (Anm. Sensor-Network-Services) für spezielle IoT-Anwendungen auch hinter betondicken Wänden etwa für Bahnbetreiber und weitere Systemerhalter bis zu hochsicheren und hochverfügbaren 5G-Campusnetzwerken für Krankenhausbetreiber, wie 2025 für die Burgenland-Kliniken : Kapsch (gegr. 1892) bzw. dann Kapsch BusinessCom (gegr. 2002) und seit 2023 nun das Nachfolgeunternehmen CANCOM Austria gilt als einer der weltweit führenden Entwickler und Dienstleister für Netzwerke mit allen damit verbundenen IT-Infrastrukturen und ‑Diensten.
Die Digitalisierung von betrieblichen Prozessen schreitet weiter voran und in diesem Umfeld ist ein leistungsstarkes Netzwerk die Basis für die Verschränkung von Hardware, Software, IT-Services und allen damit verbundenen Sicherheitsdiensten. In diesen zunehmend digitalen Geschäftsumfeldern ist das Netzwerk mittlerweile aber weit mehr als nur Infrastruktur : es ist ein entscheidender Faktor für Effizienz, Sicherheit und Innovation. Beispielsweise sind Anwendungen zunehmend cloudbasiert, Arbeitsplätze ortsunabhängig und hybrid und auch die Anzahl vernetzter (mobiler) Geräte wächst stetig. Neue Anwendungen benötigen entsprechend mehr Bandbreite und die ebenso steigenden Sicherheitsbedrohungen erfordern sichere Netzwerke mit den dazugehörigen Infrastrukturen, Applikationen und Diensten.
Traditionelle Netzwerke stoßen zunehmend an ihre Grenzen
„Dies treibt neue Funktionen und Architekturansätze voran mit Bestandteilen wie Mikrosegmentierung, rollenbasierte Zugriffskontrollen, Automatisierung und Fehlerbehebungsfunktionen, leistungsstarke Rechenzentrumsnetzwerke, Multi-Architekturen und vieles mehr“, erklärt Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria gegenüber economy. „Diese Technologien sind unerlässlich, um den Fortschritt von Unternehmen durch digitale Dienste zu sichern und gleichzeitig zu verhindern, dass Geschäftsabläufe durch Cyberangriffe lahmgelegt werden“, so Gerbafczits.
Für IT- und Netzwerkteams bedeutet dies, dass traditionelle Netzwerke und insbesondere Netzwerkmanagement-Ansätze an ihre Grenzen stoßen – technisch, organisatorisch und ressourcentechnisch. Hier kommen dann selbststeuernde Netzwerke ins Spiel, die diesen Herausforderungen auch durch künstliche Intelligenz und Automatisierung begegnen. „Das Netzwerk analysiert sich kontinuierlich selbst, erkennt Probleme frühzeitig und behebt sie automatisch – mit oder ohne menschliches Eingreifen“, erläutert Gerbafczits von CANCOM Austria.
Arbeitsbelastung für IT-Teams deutlich reduziert
Das Ergebnis ist ein intelligentes, selbstoptimierendes Netzwerk, das sich dynamisch an veränderte Anforderungen anpasst, Bandbreite intelligent zuweist, Prioritäten automatisch setzt, Überlastungen minimiert und damit parallel auch die Arbeitsbelastung für IT-Teams deutlich reduziert. Routineaufgaben wie Konfiguration, Überwachung und Fehlerbehebung werden automatisiert, IT-Teams können sich auf strategische Initiativen und Innovationen anstatt auf das Tagesgeschäft konzentrieren.
Ein zentraler Punkt ist dann noch das Thema Sicherheit. Moderne Netzwerke sind ständig Cyberbedrohungen ausgesetzt. Dies liegt nicht nur an ihrer verteilten Architektur, sondern auch an den zahlreichen Diensten, die sie bereitstellen. Angreifer nutzen zudem immer öfter KI, um immer ausgefeiltere Bedrohungen zu entwickeln.
Das Thema Sicherheit und die nahtlose Skalierung selbststeuernder Netzwerke
„Umgekehrt verwenden natürlich auch selbststeuernde Netzwerke KI, um ungewöhnliches Verhalten zu erkennen und in Echtzeit auf Bedrohungen zu reagieren. In Kombination mit Zero-Trust-Prinzipien, wo jede/r Benutzer:in und jedes Gerät kontinuierlich überprüft wird und kontinuierlicher Überwachung verbessert dies die Gesamtsicherheit deutlich“, ergänzt CANCOM-Experte Gerbafczits.
Selbststeuernde Netzwerke skalieren nahtlos, ob neue Standorte, mehr Geräte oder erhöhtes Datenaufkommen. Neue Komponenten werden automatisch in die bestehende Umgebung integriert und optimiert. Dies ist besonders wichtig, um die Produktivität auf Basis der verfügbaren Ressourcen zu maximieren, da Netzwerke ständig wachsen und Automatisierung daher ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.
Videokonferenzen von Führungskräften mit hoher Priorität
Moderne Netzwerke können dann auch direkt mit neuer unternehmerischer Wertschöpfung verbunden werden, das sogenannte Intent-Based Networking (IBN), wo Geschäftsziele in Netzwerkaktionen umgesetzt werden. „IBN ermöglicht Unternehmen Geschäftsziele zu definieren und diese automatisiert in Netzwerkkonfigurationen und ‑richtlinien zu übersetzten“, skizziert Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria.
Der IT-Dienstleister hat kürzlich mehrere derartige Projekte für Unternehmen umgesetzt. In einem Fall wünschte sich der Betrieb, dass Videokonferenzen von Führungskräften mit hoher Priorität behandelt werden. „Hier reserviert das Netzwerk dynamisch Bandbreite, priorisiert die Datenströme und überwacht die Dienstqualität in Echtzeit“, so Gerbafczits von CANCOM Austria.
DSGVO für regionale Niederlassung und neue Cloud-Anwendung
Ein anderes Beispiel betrifft einen internationalen Betrieb, wo eine regionale Niederlassung die DSGVO einhalten und sensible Daten isolieren musste. „Hier wendet das Netzwerk automatisch Segmentierung, Verschlüsselung und kontinuierliche Überwachung an, ohne dass manuelle Regeln erstellt werden müssen“. Bei einem anderen Unternehmen sollte eine neue Cloud-Anwendung bereitgestellt werden und das Netzwerk stellte automatisch die notwendige Konnektivität und Sicherheitsrichtlinien in allen Umgebungen (Anm. LAN, WLAN oder WAN) bereit, alles abgestimmt auf die definierten Absichten und Funktionalitäten.
Durch die Integration von IBN richtet das Netzwerk das operative Verhalten an den strategischen Geschäftszielen aus, reduziert menschliche Fehler und sichert die Zielerreichung. „Der zentrale Aspekt ist, dass Geschäftsanwendungen mit maximaler Leistung und Verfügbarkeit bereitgestellt werden und zudem auch ein optimales Nutzererlebnis gewährleistet wird. Dadurch wird IT wirklich geschäftsorientiert und nicht nur reaktiv“, unterstreicht Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria. (red/czaak)
Das Jahr des intelligenten Unternehmens

Die Transformation zu einer intelligenten Betriebssteuerung via Agentic Enterprise ist das zentrale Thema beim kommenden Wien Summit von Salesforce. Manuela Mohr-Zydek, Country Managerin Salesforce Austria, erläutert im Expertenkommentar die nächsten Entwicklungsschritte der unternehmerischen Digitalisierung.
2026 wird das Jahr des Agentic Enterprise ! Unternehmen gehen den nächsten Entwicklungsschritt in der Digitalisierung und setzen KI-Agenten gewinnbringend ein. Im Fokus steht dabei die sogenannte “letzte Meile” mit der Verknüpfung von Large Language Modellen (LLM) und der erfolgreichen Anwendung von KI.
Koordinierter Einsatz autonomer KI-Systeme mit einheitlicher Datenbasis
2025 war noch das Jahr der KI-Agenten, jetzt verlagert sich die Diskussion um agentenbasierte KI von „Kann sie funktionieren?“ zu „Wie schnell kann sie den Wandel vorantreiben?“. Die entscheidende Herausforderung für IT-Verantwortliche wird also sein, isolierte Experimente hinter sich zu lassen und den koordinierten Einsatz autonomer KI-Systeme mit einer einheitlichen Datenbasis voranzutreiben – und so zum Agentic Enterprise zu transformieren.
Transformation heißt dabei : Unternehmen müssen gewachsene Strukturen aufbrechen und sich konsequent an Kundenergebnissen statt an einzelnen funktionalen Silos orientieren. Damit gewinnen Betriebe nicht nur an Effizienz, sondern sie gestalten ihre Wertschöpfungsketten und ihr Geschäftsmodell grundlegend neu : wie Arbeit ausgeführt wird, wie Kund:innen eingebunden werden und wie sie als Unternehmen im Wettbewerb bestehen können.
Salesforce Trailhead und neues AI Fluency Playbook
Ein zweiter essenzieller Punkt wird die Schulung von Mitarbeiter:innen sein : egal ob Berufseinsteiger:innen oder Führungskräfte, sie müssen wissen, wie sie der KI effektiv Anweisungen geben, Ungenauigkeiten erkennen, Ergebnisse optimieren und bei Bedarf eingreifen können. Und Mitarbeiter:innen müssen vor allem Vertrauen haben — in die Daten und in die Agenten, die sie verarbeiten. Hier kommen dann auch bewährte Online-Lernplattformen wie Trailhead ins Spiel, wo Nutzer:innen durch interaktive Module und Praxisübungen kostenlos KI-Kompetenzen erwerben können. Erwähnt sei hier auch unser neues AI Fluency Playbook.Zusammengefasst geht es um einen praktischen Leitfaden für Unternehmen, mit dem die Belegschaft auf eine konsistente sowie eigenständig selbstbewusste wie effektive Zusammenarbeit mit KI-Agenten im Agentic Enterprise vorbereitet werden kann. Beim Salesforce Wien Summit am 16. April zeigen dann auch führende österreichische Unternehmen wie Kastner & Öhler, Julius Meinl, Uni Wien oder Mondelez, wie sie Salesforce und KI bereits erfolgreich einsetzen — und welche Potentiale sich dabei eröffnen.
„Entscheidend ist Kombination aus Leistungsfähigkeit und Souveränität“

Interview. Peter Lenz, Managing Director von T‑Systems Austria, im Gespräch zum Thema IT als strategische Führungsfrage, die Skepsis von Unternehmen gegenüber globalen Cloud-Anbietern und weshalb die T Cloud Public und die Industrial AI Cloud in München einen entscheidenden Beitrag zur digitalen Souveränität Europas leisten.
Digitale Transformation stand lange für Effizienz, Geschwindigkeit und Kosten. Aktuell geht es vor allem auch um Souveränität, Kontrolle und Resilienz. Unternehmen müssen entscheiden, wo ihre Daten liegen, wer darauf zugreifen kann und wie abhängig sie von globalen Plattformen sein wollen. Gleichzeitig wächst der Druck, neue Technologien wie KI schnell und produktiv einzusetzen.
Economy : Was ist die stärkste Veränderung beim Thema digitale Transformation ?
Peter Lenz : Unternehmen wollen schneller werden und primär auch unabhängiger. Relevant ist : Habe ich die Kontrolle über meine Daten ? Parallel steigt der Innovationsdruck, etwa durch KI. Diese Kombination macht IT strategischer denn je. Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel in der Cloud.
Welches sind für Unternehmen die größten Treiber beim Umstieg auf europäische Cloud Lösungen ?
Viele verfolgen Multi-Cloud-Strategien, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Unternehmen geben ihre Daten wieder bevorzugt in eine Cloud, die in Europa gehostet wird. Sie wollen die Innovationskraft der Cloud nutzen, ohne Kontrolle abgeben zu müssen. Genau da setzen wir mit unserer T Cloud Public an.
Was unterscheidet die T Cloud Public von US-Hyperscalern ?
Die T Cloud Public ist eine vollständig im europäischen Rechtsraum betriebene Public-Cloud-Plattform, speziell für Unternehmen und öffentliche Organisationen mit höchsten Anforderungen an Datensicherheit, Compliance und Skalierbarkeit. Entscheidend ist die Kombination aus Leistungsfähigkeit und Souveränität.
Wie schaut es mit Performance und Wirtschaftlichkeit aus ?
Wir bieten rund 80 Prozent der Kernfunktionalitäten von Hyperscalern, die restlichen zwanzig Prozent folgen kontinuierlich. Laut der Information Services Group (ISG) übertrifft die Plattform nicht nur europäische Alternativen, sondern ist schon wettbewerbsfähiger als manche Angebote der BigTech. Ende 2026 können wir alles, was Hyperscaler-Clouds können.
Ein zentraler Baustein ist auch die neue Industrial AI Cloud…
Ja, unsere Antwort auf den enorm steigenden Bedarf an KI-Rechenleistung. Wir haben in Europa eine der leistungsfähigsten KI-Infrastrukturen aufgebaut – speziell für industrielle Anwendungen. Das Spektrum reicht von Simulationen über digitale Zwillinge bis zu eigenen Sprachmodellen. Dass die Industrial AI Cloud nahe in München entsteht, kommt auch unseren österreichischen Kunden zugute.
Warum ist die Industrial AI Cloud so wichtig für Europas KI-Infrastruktur ?
Es ist eine der größten KI-Fabriken Europas. Rund 10.000 Hochleistungs-GPUs (Anm. Prozessoren) bieten eine enorme Rechenleistung auf dem Niveau von Hyperscalern. 450 Millionen EU-Bürger:innen könnten gleichzeitig KI-Assistenten nutzen ! Dies ermöglicht das Training großer Modelle in Europa und Skalierbarkeit für industrielle Workloads.
Weshalb spielt dabei Souveränität eine so prioritäre Rolle ?
Unabhängigkeit bedeutet Kontrolle – über Daten, Infrastruktur und Betriebsstandards. Die aktuelle politischen Lage unterstreicht das : Unternehmen und öffentliche Einrichtungen müssen sich verlassen können, dass ihre Daten und KI-Systeme unter klar definierten europäischen Rahmenbedingungen betrieben werden. Souveräne KI wird so zum Wettbewerbsvorteil, weil sie Sicherheit, Verlässlichkeit und technische Unabhängigkeit verbindet, gezielt für europäische Unternehmen und die öffentliche Verwaltung.
Economy : Welche Chancen eröffnet die KI-Fabrik für Europa im globalen KI-Wettbewerb ?
Peter Lenz : Als Deutsche Telekom/T‑Systems reden wir nicht nur über KI-Souveränität – wir bauen die Infrastruktur dafür. Die Industrial AI Cloud zeigt, dass Europa leistungsstarke KI-Ökosysteme schaffen kann, ausgerichtet auf Sicherheit und Compliance. Gemeinsam mit unseren Kunden geht es jetzt darum, KI in die breite industrielle Anwendung zu bringen. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen. (red/czaak)
Schulterschluss für Digitale Souveränität

Austrian Institute of Technology und Innenministerium intensivieren Zusammenarbeit zur Stärkung der Digitalen Souveränität Österreichs. Entwicklung innovativer Technologien zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit im Fokus. AIT und Gaia‑X Austria heuer auch Gast in Davos.
Verantwortungsvolle, ethisch fundierte Technologieentwicklung in enger Verzahnung von Spitzenforschung und behördlicher Praxis. Das ist die verbindende Spange der schon langjährig existierenden Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Inneres (BMI) und dem Austrian Institute of Technology (AIT). In einer Zeit globaler technologischer Machtverschiebungen und wachsender Abhängigkeiten setzt die Partnerschaft bewusst auf eine europäische Gegenthese.
AIT zählt beim digitalen Identitätsmanagement zu Technologieführern
Durch die strukturierte Zusammenarbeit von Forschung und Bedarfsträgern sollen Lösungen entstehen, die Sicherheitsaspekte mit gesellschaftlichen, rechtlichen und ethischen Werten in Einklang bringen. Final soll damit auch die staatliche Handlungsfähigkeit im digitalen Zeitalter langfristig abgesichert werden. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit betrifft das Thema Sicherheit.
Innovation „Made in Austria“ soll hier einen wesentlichen Beitrag leisten und dabei auch die Themen Cybersicherheit und den generellen Schutz demokratischer Strukturen und Institutionen abbilden. Das AIT zählt etwa beim digitalen Identitätsmanagement zu den auch international anerkannten Technologieführern. Die bisherige Kooperation mit dem BMI hat bereits zahlreiche sicherheitsrelevanten Forschungsprojekte in die praktische Umsetzung gebracht. Basis hierfür sind auch die Sicherheitsforschungsprogrammlinien KIRAS und K‑Pass.
Zielgerichtete Innovationen im Behördenkontext
„Durch die strategische Partnerschaft mit einer weltweit führenden Forschungseinrichtung stärkt das BMI seine Fähigkeiten, um zukünftige Herausforderungen in diesem Bereich zu meistern und die Sicherheit Österreichs auch in der digitalen Welt zu gewährleisten“, sagt Andreas Achatz, Generalsekretär im Innenministerium.
„Digitale Souveränität entsteht durch das Zusammenspiel von technologischer Exzellenz und verantwortungsvoller Technikgestaltung sowie hoher Kompetenz für das Design und die Benutzung moderner digitaler Technologien“, so Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security, AIT. „Die enge Zusammenarbeit mit dem BMI ermöglicht uns zielgerichtete Innovationen im Behördenkontext und einen nachhaltigen Mehrwert für die öffentliche Sicherheit in Österreich zu schaffen“, unterstreicht Leopold vom AIT.
Helmut Leopold mit Gaia‑X Hub Austria heuer auch bei Weltwirtschaftsforum Davos
In seiner Funktion als Chairman des Gaia‑X Hub Austria nahm Helmut Leopold heuer auch beim Weltwirtschaftsforum Davos teil und diskutierte im Panel „Digital Sovereignty – Best Practices aus Österreich“ gemeinsam mit den renommierten Wirtschaftsexperten und Gründern Martin Kaswurm und Christian Niedermueller über wirtschaftliche, geopolitische und technologische Herausforderungen im Kontext der Europäischen Souveränität.
Der Austausch in Davos unterstrich die Relevanz europäischer Ansätze für globale, datengetriebene Märkte. Die Gaia-X-Community, getragen von führenden Industrie- und Forschungsakteuren in Europa, stellt einen dringend benötigten Rahmen für die langfristige wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität der EU bereit. „Ziel ist es, sicherzustellen, dass der Wert von Daten in Europa bleibt und Daten zugänglich, teilbar und unter klaren europäischen Regeln geprägt sind“, so Leopold.
Offene Infrastrukturen statt digitaler Abhängigkeiten
Gaia‑X unterstützt und ermöglicht dafür offene, dezentrale Daten- und Service-Infrastrukturen, die über Ökosysteme skalieren und nicht über proprietäre Silos oder potenzielle Monopole. Damit will die europäische Initiative als marktermöglichender Rahmen funktionieren, der Integrationskosten senkt, Vendor-Lock-Ins vermeidet und den Aufbau moderner Datenräume nach europäischen Prinzipien unterstützt.
Ein zentrales Element dabei ist das sogenannte Gaia‑X Trust Framework. Mit Spezifikationen, Standards und Open-Source-Lösungen sollen Transaktions- und Compliance-Kosten in digitalen Ökosystemen deutlich reduziert werden. Durch Automatisierung sowie Vertrauen, Compliance und branchen- und länderübergreifende Interoperabilität entstehen effiziente Daten-Services für den öffentlichen Sektor ebenso wie nachhaltige und profitable Geschäftsmodelle für Unternehmen.
Gaia‑X Hub Austria als aktiver Mitgestalter einer europäischen Digitalpolitik
Der Gaia‑X Hub Austria wird vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und dem Staatssekretariat für Digitalisierung Bundeskanzleramt (BKA) unterstützt und vom AIT Austrian Institute of Technology koordiniert. Er versteht sich nicht nur als Informationsdrehscheibe, sondern als aktiver Mitgestalter einer europäischen Digitalpolitik, berät politische Entscheider und unterstützt Unternehmen bei konkreten Einstiegsmöglichkeiten für Datenräume durch reale Testumgebungen und Pilotprojekte.
Helmut Leopold, Chairman des Gaia‑X Hub Austria und Head of Center for Digital Safety & Security am AIT Austrian Institute of Technology, wurde kürzlich von der Gaia‑X European Association for Data and Cloud (AISBL) in das neue Board of Directors für die Amtsperiode 2025 – 2027 gewählt. Damit ist auch Österreich mit dem AIT neben namhaften Organisationen wie Airbus, Atos, Siemens, Dawex, OVHCloud, SAP oder Bitkom in das wichtige Steuerungsboard eingezogen, um künftig die Mission von Gaia‑X aktiv voranzubringen. (red/czaak)
Datensouveränität und Sicherheit und Innovation

T‑Cloud als neue Multi-Cloud-Plattform von T‑Systems zur passgenauen Kombination mehrerer Cloud-Dienste. Innovation auch bei Marketing mit Aktion am Flughafen Wien und interaktiver Verlosung von exklusiven Cloud-Workshops.
Egal ob Großunternehmen, Mittelstand oder öffentlicher Sektor – Cloud Computing ist mittlerweile fixer Bestandteil der digitalen Transformation. Die Ökonomie bei Nutzungsvielfalt und Kosten der bedarfsgenau skalierbaren Cloud-Dienste ist dabei das zentrale Argument.
Strukturierter Multi-Cloud-Ansatz auch mit Hyperscaler-Plattformen
Die neue T‑Cloud bietet einen strukturierten Multi-Cloud-Ansatz, der führende Hyperscaler-Plattformen mit den Cloud-Infrastrukturen von T‑Systems und Deutscher Telekom in einem nahtlos integrierbaren Ökosystem kombiniert. Die Cloud-Dienste werden über einen zentralen Zugangspunkt bereitgestellt und unterstützen so auch einen Innovationstransfer für eine nachhaltige digitale Transformation.
„Das Angebot wird durch umfassende Beratungs- und Betriebsservices sowie ein starkes Partnernetzwerk abgerundet“, ergänzt Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services von T‑Systems Austria. „Wir begleiten Unternehmen und Institutionen auf ihrer individuellen Cloud Reise – von der Planung über die Migration bis zum Betrieb mit kontinuierlicher Optimierung unter Berücksichtigung der jeweiligen technischen, regulatorischen und geschäftlichen Anforderungen“, so Kowarsch.
Exklusiver Cloud-Workshop via Kommentar zum Thema Souveränität
Innovation ist auch Thema beim Marketing für die neue T‑Cloud. Aktuell gibt es eigene T‑Cloud-Spots am Flughafen Wien, die die Terminals 1 und 2 in Magenta-Farben erstrahlen lassen. Parallel werden für Unternehmen und Institutionen exklusive Cloud-Workshops verlost. Expert:innen von T‑Systems erläutern dabei passgenaue Anwendungen und alle relevanten Themen von Datensouveränität, Sicherheit und gesetzlichen Regularien wie etwa DSGVO oder NIS2. Genaue Informationen finden interessierte Unternehmen beim angefügten Link.
Zur Teilnahme müssen interessierte Unternehmen nur einen Kommentar zum Thema Souveränität abgeben. Für ein doppeltes Los kann dieser Kommentar-Beitrag dann etwa auch auf dem jeweiligen LinkEd-Profil repostet werden und damit dann die Gewinnchance erhöht werden. Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 15. November. Für die neue T‑Cloud gibt es ebenso weiterführende Infos und auch hierfür ist ein Link angefügt.
Herausforderungen bei Compliance und Regularien

Unternehmen SV Informatik optimiert Prozessmanagement rund um Themen Compliance, Datenschutz und Vertragswesen. Tochter der SV Sparkassen Versicherung setzt als Anbieter von spezifischen IT-Lösungen auf Kombination spezieller Anwendungen von Fabasoft Contracts.
Im Finanzsektor nehmen Compliance-Vorgaben sowie regulatorische Anforderungen an Lieferketten, Datenschutz und IT-Sicherheit stetig zu und wirken sich häufig direkt auf das Vertrags- und Vendormanagement aus. Die Optimierung von Prozessen etwa mittels Automation und das Vermeiden von Medienbrüchen können hier ein Mehr an Transparenz, Geschwindigkeit und Sicherheit bringen. Das Unternehmen SV Informatik, Tochter der SV Sparkassen Versicherung und Anbieter spezialisierter IT-Lösungen für Versicherungsunternehmen, hat nun Vertragsprozesse digitalisiert und dafür eine Kombination der Fabasoft-Anwendungen „Contracts“ und „Dora“ verwendet.
„Wir hatten zwar verschiedene Tools im Einsatz, aber keine durchgängigen Prozesse“, sagt Stefan Kressig, Syndikusanwalt und Experte für IT-Recht bei der SV Informatik GmbH. „Dadurch kam es zu Redundanzen, einer höheren Fehleranfälligkeit und einem Mehraufwand für unsere Fachabteilungen.“ Die SV Informatik suchte sodann ein System, mit dem Mitarbeitende effizienter arbeiten und gleichzeitig flexibel auf regulatorische Anforderungen reagieren können. Als Lösung dient nun die KI-gestützte Vertragsmanagement-Software Fabasoft Contracts in Kombination mit dem digitalen Auslagerungsmanagement von Fabasoft Dora.
Umfangreiche Verordnungen von DAS und NIS‑2 über LkSG und Solvency II bis hin zu DORA
„Allein im Einkauf erzielen wir damit eine jährliche Zeitersparnis von 1.520 Stunden“, betont Kressig. „Zusätzlich sparen wir über den gesamten Lebenszyklus der Verträge – von der Erstellung bis zur Archivierung – weitere 960 Stunden pro Jahr ein. Das gibt uns mehr Raum für andere fachliche Aufgaben und gleichzeitig können wir schnell auf neue regulatorische Anforderungen reagieren“, erläutert Stefan Kressig von SV Informatik.
Unternehmen sehen sich generell schnell wachsenden und wechselnden Anforderungen aus der Regulatorik gegenüber. Das gilt auch für die SV Informatik, etwa im Bereich IT durch die EU-Verordnung über digitale Dienste (DSA), die überarbeitete NIS-2-Richtlinie und im Nachhaltigkeitsbereich durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Hinzu kommt spezifische Regulatorik für den Finanzsektor wie die EU-Richtlinie Solvency II und der Digital Operational Resilience Act (DORA).
Abteilungsübergreifende digitale Workflows
In Bezug auf das Vertrags- und Vendormanagement gilt es beispielsweise Lieferanteninformationen einzuholen, Zertifikate und Nachweise revisionssicher zu speichern sowie Verträge mit Lieferanten zu kontrollieren und gegebenenfalls anzupassen. „Mithilfe von Fabasoft können wir heute bereits ab Beginn einer potenziellen Vereinbarung alle Compliance-relevanten Inhalte berücksichtigen und regulatorische Vorgaben direkt in den Workflow integrieren“, so Kressig. „Wir vermeiden damit Mehraufwand im Nachhinein – und können jederzeit nachweisen, dass unsere Prozesse den aktuellen Anforderungen entsprechen.“
SV Informatik hat dafür abteilungsübergreifende, digitale Workflows eingerichtet, beispielsweise für Due-Diligence-Verfahren, Risikobewertungen und Lieferantenprüfungen. Alle Bearbeitungsschritte sind über elektronische Workflow-Unterschriften und im integrierten Audit-Log (Anm. automatisierte Änderungsdokumentation) revisionssicher nachvollziehbar. Zur Kontrolle, ob bestehende Verträge den aktuellen gesetzlichen Vorgaben entsprechen, setzt die SV Informatik die KI-gestützte Vertragsanalyse von Fabasoft ein. „Anhand von individuellen Checklisten prüft die KI die Vertragsinhalte automatisiert und erkennt enthaltene Risiken“, sagt Robin Schmeisser, Geschäftsführer der Fabasoft Contracts GmbH.
Kürzere Bearbeitungszeiten, schnellere Entscheidungen und weniger Fehler
„Das verschafft den Verantwortlichen einen schnellen Überblick, selbst bei umfangreichen Vertragsbeständen. Notwendige Ergänzungsvereinbarungen lassen sich einfach mittels Vorlagen und einer Klauselbibliothek erstellen, wo die Software daraufhin selbstständig die richtigen Freigabeprozesse startet“, so Schmeisser. Die Zeichnung gelingt dann dank integrierter, rechtssicherer elektronischer Signatur schnell und ohne Medienbrüche. Im Ergebnis zeigen sich kürzere Bearbeitungszeiten, schnellere Entscheidungen und weniger Fehler.
Die Grundeinstellungen und die Integration des Fabasoft Systems in die bestehende IT-Infrastruktur erfolgten Angaben zufolge in wenigen Tagen. Im Anschluss nahm die SV Informatik weitere individuelle Anpassungen vor, etwa die Gestaltung der Benutzeroberfläche. Dafür war für die SV Informatik die einfache Anpassbarkeit (Anm. Low-Code) der Software besonders wichtig. Formulare und Prozesse können so auch ohne Programmierkenntnisse selbstständig generiert werden. Auf diese Weise können Fachabteilungen nun auch selbstständig digitale Vorlagen erstellen und anpassen, etwa für Verträge, Checklisten, Risikobewertungen oder Lieferantenfragebögen.
Fabasoft Contracts und SV Informatik
Fabasoft Contracts ermöglicht mit der cloudbasierten Software das Erstellen, Digitalisieren, Signieren und Verwalten von Verträgen sowie das Managen von Vertragspartnern über den gesamten Lifecycle. KI-gestützte Funktionen wie die KI-Vertragsprüfung automatisieren dabei dann ressourcenintensive Tätigkeiten. Für eine ganzheitliche Digitalisierung von Geschäftsprozessen sorgen wiederum eigens individualisierbare Prozesse bzw. Workflows.
„Die Kombination beider Technologien schafft wertvolle Synergien für schnellere Vertragsprozesse, reduzierten Arbeitsaufwand und eine spürbare Risiko- bzw. Kostensenkung“, so Robin Schmeisser von Fabasoft Contracts. Mit der Anwendung Fabasoft Dora bietet das Unternehmen zudem ein Produkt für das regulatorikkonforme Auslagerungsmanagement im Finanzsektor an. Die Software ermöglicht u. a. die digitale Steuerung des IKT-Drittdienstleistermanagements, das automatisierte Erzeugen des Informationsregisters sowie die KI-Prüfung von IKT-Verträgen auf Compliance zu DORA.
SV Informatik kümmert sich als IT-Dienstleister um die digitale Zukunft von Versicherungsunternehmen, etwa für die SV SparkassenVersicherung und SV Sachsen. Rund 570 Mitarbeitende an den Standorten Mannheim, Stuttgart, Wiesbaden, Kassel und Dresden bieten von der Beratung über die Anwendungsentwicklung bis hin zum stabilen IT-Betrieb die komplette IT-Wertschöpfungskette an. Basis dafür sind letztaktuelle Infrastrukturen, Plattformen und Software-Applikationen. (red/cc)
Wann KI wirklich wirkt

Viele Unternehmen verwenden Künstliche Intelligenz, doch der Produktivitätsschub bleibt aus. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern die Orchestration. Ein Expertenkommentar von Jakob Scherer, Executive Assistant Strategy & Innovation CANCOM Austria.
Künstliche Intelligenz ist längst im Arbeitsalltag angekommen, zumindest theoretisch. Praktisch jedoch bleibt der erhoffte Produktivitätsschub in vielen Unternehmen aus. Das liegt nicht an fehlenden Tools, sondern an der Art, wie sie eingesetzt werden. KI wirkt dort, wo sie sinnvoll vernetzt ist. Und sie verpufft dort, wo sie isoliert bleibt.
Übergang von Spielerei zu neuer betrieblicher Wertschöpfung
Das heute verbreitete Setup folgt meist einem Dreiklang. Auf der einen Seite stehen tief integrierte Assistenten, zumeist im Office-Umfeld. Sie kennen E‑Mails, Termine, Notizen, Kommunikationsmuster. Sie sind damit ein digitaler Begleiter, der individuell unterstützt und im Alltag durchaus entlastet. Auf der anderen Seite finden sich hochspezialisierte Anwendungen : Copiloten für Softwareentwicklung, Bildgeneratoren für Marketing, Werkzeuge, die einzelne Tätigkeiten grundlegend verändern. Dazwischen liegt als entscheidender Bereich der Unternehmenskern.
Erst dort, wo KI nicht nur individuell oder punktuell wirkt, sondern für alle zugänglich ist und mit internen Informationen arbeiten darf, entsteht echter Hebel. Ein zentrales KI-Tool, das unternehmensweit verfügbar ist, interne Daten nutzt und zugleich Datensouveränität wahrt, markiert den Übergang von einer Spielerei zu neuer betrieblicher Wertschöpfung. Genau an diesem Punkt entscheidet sich, ob KI zur Produktivitätsmaschine wird – oder zum netten Zusatz.
Werkzeuge von heute formen die Arbeit von morgen
Technologie allein reicht allerdings nicht aus. Der Engpass liegt erfahrungsgemäß beim Menschen. Fehlende Schulung, Unsicherheit im Umgang und Widerstand gegen Veränderung bremsen den Einsatz. Neue Werkzeuge fühlen sich fremd an, verändern Routinen, stellen Selbstverständnisse infrage. Wer glaubt, Produktivität entstehe automatisch durch Bereitstellung von Tools, unterschätzt die Dimension des Wandels.
Dabei geht es nicht darum, sofort perfekt zu sein. Das Ziel ist einmal ins Laufen zu kommen, Erfahrungen sammeln, Vorteile erkennen, Grenzen verstehen. Denn klar ist auch : Die Werkzeuge von heute formen die Arbeit von morgen. Besonders in der Softwareentwicklung ist dieser Wandel bereits sichtbar. Rollen verändern sich, Anforderungen verschieben sich, Arbeitsweisen werden neu definiert. Wer heute gestaltet, legt fest, wie dann morgen gearbeitet wird.
Daten entscheiden über Erfolg oder Misserfolg
Gleichzeitig wächst der Aufwand bei der nötigen Infrastruktur. KI braucht Betrieb, Rechenleistung, Energie. Modelle laufen in Rechenzentren, verbrauchen Ressourcen, skalieren nur mit erheblichem Einsatz. Noch entscheidender aber ist der Rohstoff, den KI wirklich antreibt : Daten. Öffentliche Modelle leben von riesigen, frei verfügbaren Datenmengen. Unternehmen hingegen verfügen über Prozesswissen, Maschinendaten, technisches Wissen, gesammelte Erfahrungswerte und individuelles Know-how der Mitarbeitenden. Über Daten, die in Summe genommen beschreiben, wie die Arbeit, die Produktivität und final die betriebliche Wertschöpfung tatsächlich funktioniert.
Hier liegt der eigentliche Schatz. Die Frage, die sich jedes Unternehmen stellen muss, lautet daher : Was macht uns aus ? Welche Daten sind einzigartig ? Wo steckt das Wissen, das nicht kopierbar ist ? Genau diese Daten entscheiden darüber, ob dann auch KI einen Wettbewerbsvorteil erzeugt oder austauschbar bleibt. Doch dieser Schatz liegt selten sauber aufbereitet bereit. Er ist oft in Legacy-Systemen vergraben, fragmentiert, schwer zugänglich. Ihn nutzbar zu machen ist anspruchsvoll – technisch, organisatorisch und kulturell.
KI als Brücke zwischen Daten und Prozessen und Menschen
Gelingt dieser Schritt, eröffnen sich enorme Chancen. Besonders sichtbar wird das bei den sogenannten Hidden Champions : hochspezialisierten Unternehmen mit außergewöhnlicher Qualität und tiefem individuellem Wissen. Mehr als die Hälfte dieser weltweit führenden Nischenanbieter sitzt im DACH-Raum. Ihr Wettbewerbsvorteil liegt nicht in Größe, sondern in Spezialisierung – und genau hier kann KI verstärken statt verdrängen.
KI ist kein ferner Zukunftsversuch mehr, sondern ein Werkzeug, das neue Wertschöpfung schaffen kann – wenn es richtig verankert wird. Nicht als Selbstzweck, nicht als isolierte Anwendung, sondern als Brücke zwischen Daten, Prozessen und Menschen. Wer diese Brücke baut, verwandelt Technologie in unternehmerischen Mehrwert. Wer es nicht tut, wird zuschauen, wie andere aus denselben Möglichkeiten mehr machen.
Die KI sieht mehr, als wir wissen

Die Stärken von Künstlicher Intelligenz in der Herzmedizin. Ein Expertenkommentar von Axel Bauer, Direktor der Univ. Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Med Uni Innsbruck anlässlich des aktuellen Kardiologie-Kongresses in Innsbruck.
Künstliche Intelligenz wird den Arzt und die Ärztin nicht ersetzen, jedoch hat KI das Potential, die Gesundheitssysteme zu revolutionieren und viele von noch gegenwärtigen Problemen zu lösen. Das gilt etwa für Systeme, die Gespräche zwischen Arzt, Ärztin und Patient:in aufzeichnen und in strukturierte Befunde übertragen. Der Dokumentationsaufwand verringert sich, es bleibt mehr Zeit für das Gespräch und die Versorgung der Patient:innen.
KI-Anwendungen eröffnen aber auch diagnostische Möglichkeiten jenseits menschlicher Mustererkennung. „Man sieht nur, was man weiß und verstehet“, hat Johann Wolfgang von Goethe einmal gesagt. Heute können wir behaupten, dass die KI mehr sieht, als wir Menschen wissen. Anschauliche Beispiele kommen aus der EKG-Analyse, zeigen, dass KI-Algorithmen Hinweise auf verschlossene Herzkranzgefäße entdecken können, obwohl klassische Veränderungen in bestimmten Kurven-Abschnitten des EKGs fehlen.
KI und Biomarker unterstützen bei Früherkennung, Risikoeinschätzung und Verlaufskontrolle
Auch Vorhofflimmern kann schon mit KI prognostiziert werden, selbst wenn im Moment des EKGs ein normaler Herzrhythmus vorliegt. Solche Modelle und Assoziationen basieren auf sehr großen und komplexen Datensätzen. Das ist eine Stärke der KI, aber auch eine Herausforderung für die evidenzbasierte Medizin. Die Relevanz und auch der Nutzen solcher Muster müssen in prospektiven Studien erst geprüft und bestätigt werden, ähnlich wie bei klinischen Medikamentenstudien. Nicht jede bessere Diagnostik führt automatisch zu besserer Versorgung und damit Prognose.
Moderne Kliniken wie die Med Uni Innsbruck forschen und entwickeln auch selbst mit KI. Einer unserer Forschungsschwerpunkte ist beispielsweise die digitale Kardiologie. Aus Signalen wie hochauflösendem EKG oder Smartphone-Sensorik entwickeln wir mithilfe von KI und anderen Analyseverfahren Biomarker, die bei Früherkennung, Risikoeinschätzung und Verlaufskontrolle unterstützen. Unsere Stärke als Universitätsklinik ist es, dass wir neue Entwicklungen auch in klinische Studien umsetzen können. Das kommt unserer Zielsetzung, im KI-Bereich europaweit vorne mit dabei zu sein, sehr entgegen.
Smartphones für einen Herzklappencheck von zuhause aus
Als Beispiel aus der medizinischen Praxis sei hier die Pulskontroll-App zur Früherkennung von Vorhofflimmern angeführt, die wir im Rahmen des groß angelegten und geförderten Austrian Digital Heart Program entwickelt haben und die nun in einer österreichweiten Studie evaluiert wird. Im Forschungsprojekt SMART VALVE untersuchen wir, ob handelsübliche Smartphones mit ihren eingebauten Mikrofonen und Bewegungssensoren für einen Herzklappencheck genutzt werden können, indem sie etwa auf dem Brustkorb liegend Vibrationen erfassen.
Auch dazu wird eine klinische Studie durchgeführt, um die Smartphone-Messung mit etablierten Verfahren wie der Echokardiographie zu vergleichen. Sollte sich der Ansatz bewähren, könnte ein einfacher, digitaler Herzcheck von zuhause aus möglich werden. Auch Stimme und Mimik geben Signale ab, die mithilfe von KI, Rückschlüsse auf kardiovaskuläre Erkrankungen zulassen. In diesem Projekt werden sowohl Sprache und Sprechfluss als auch visuelle Biomarker wie Lidschluss oder mimische Bewegungen mithilfe des Smartphones analysiert. Wir sehen, dass mit solchen Anwendungen immer mehr Informationen direkt verfügbar werden und damit die Risikovorhersage immer besser und individueller wird.
KI und die Entwicklung von innovativen Algorithmen für die Bildanalyse und Bildinterpretation
Das Thema Künstliche Intelligenz bildet auch im diesjährigen Kongressprogramm wieder einen besonderen Schwerpunkt, wo wir mit Daniel Rückert einen überaus renommierten Experten als Hauptredner gewinnen konnten. Er ist Alexander von Humboldt-Professor für KI in der Medizin an der Technischen Universität München und auch Professor am Imperial College London. Rückert forscht zur Entwicklung von innovativen Algorithmen für die Bildanalyse und Bildinterpretation und über KI für die Ableitung klinischer Informationen aus medizinischen Bildern. Das sind zentrale Anwendungsgebiete in der diagnostischen und prognostischen Herzmedizin.
Beim diesjährigen Kongress setzen wir generell wieder auf die bewährte Praxisnähe und interaktive Diskussionsformate. Statt rein akademischer Vorträge stehen konkrete Fälle und Szenarien im Mittelpunkt. Dazu behandeln wir neue Studienergebnisse, neue Leitlinien und Technologien, die wir gemeinsam mit führenden internationalen Expert:innen erörtern und einordnen. Diese Mischung aus klinischem Alltag und aktuellen Belegen aus der Wissenschaft sorgt dafür, dass Innovationen dort ankommen, wo sie wirken sollen : in den Ordinationen und am Krankenbett.
(Axel Bauer ist Direktor der Univ.-Klinik für Innere Medizin III, Kardiologie und Angiologie an der Med Uni Innsbruck. Gemeinsam mit Christoph Brenner und Bernhard Metzler verantwortet er nun von 5. bis 7. März den 28. Kardiologie Kongress in Innsbruck, wo wiederum rund 800 Teilnehmende erwartet werden. Kommende Woche startet an der Med Uni dann „Die Woche des Gehirns ; economy berichtete)
„Entscheidend ist der reale Nutzen“

Unternehmen und Institutionen fehlen beim Einsatz von KI immer noch Orientierung und Wissen damit neue Wertschöpfung entsteht. Economy sprach mit Manuel Moser, Director Digital Innovation & KI bei CANCOM Austria, über bestehende Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten und über das Lift fahren in Hochhäusern.
Economy : Wo stehen wir aktuell beim Thema KI ?
Manuel Moser : Die großen Tech-Konzerne überbieten einander derzeit mit Erfolgsmeldungen : Kerngeschäfte werden durch künstliche Intelligenz disruptiert, Prozesse radikal verbessert, Wertschöpfung neu erfunden. Die Versprechen sind groß und während global von Durchbrüchen gesprochen wird, steht Österreich vielerorts noch im Nebel. Ein Nebel, der weniger aus fehlender Technologie besteht als aus fehlender Orientierung.
Woran liegt das ?
KI ist präsent, aber immer noch schwer greifbar. Sie schwebt abstrakt über Unternehmen und Organisationen, beeindruckend und diffus zugleich. Betriebe bewegen sich „auf Sicht“, ohne klare Richtung. Ohne zu wissen, ob sie links oder rechts abbiegen sollen. Zwischen Hype und Realität klafft also eine gefährliche Lücke.
Lässt sich das genauer einordnen ?
Allein die nüchternen Zahlen sind entlarvend : Nur rund 15 Prozent der österreichischen Unternehmen setzen KI heute tatsächlich sinnstiftend ein. Bei generativer KI sind es sogar nur acht Prozent. Das steht in scharfem Kontrast zu den oft zitierten 80 Prozent, wo Mitarbeitende oft private Tools im Unternehmenskontext einsetzen. KI ist angekommen – aber nicht dort, wo sie Wert schafft.
Aber warum ist das immer noch so ?
Der Grund dafür liegt nicht in mangelndem Willen, sondern in fehlender Struktur. Wer KI sinnvoll einsetzen will, braucht mehr als Pilotprojekte. Er braucht ein stabiles Fundament. Der Einstieg beginnt nicht nur bei der Technologie, sondern bei der strategischen Entscheidung : Wofür soll KI eingesetzt werden und auch, wofür nicht ? Will ein Unternehmen Prozesse vollständig automatisieren oder Menschen gezielt unterstützen ? Diese Frage ist nicht technischer Natur, sondern strategisch unternehmerisch.
Gibt es noch weitere relevante Kriterien ?
Mit der strategischen Ausrichtung entscheidet sich der Erfolg in den Prozessen und in konkreten Anwendungsfällen. KI entfaltet ihren Nutzen dort, wo reale Probleme gelöst und neue Chancen geschaffen werden. Doch selbst der beste Use Case scheitert, wenn die Menschen ihn nicht mittragen. Diese notwendige kulturelle Veränderung ist kein Selbstläufer. Führungskräfte wie Mitarbeitende müssen eingebunden, begleitet und überzeugt werden. Ohne aktives Change-Management bleibt KI ein Fremdkörper.
Und was ist bei der praktischen Umsetzung zu beachten ?
Bei der operativen Umsetzung bildet das technologische Fundament die zentrale Ebene : skalierbare KI-Plattformen und belastbare Datenökosysteme. Ohne validierte, zugängliche Daten und eine entsprechende Governance wird jede KI nur oberflächlich bleiben. Die Ebenen lassen sich nicht isoliert betrachten. Sie gleichen einem Hochhaus, das man stets mit dem Lift in beide Richtungen durchfahren sollte. Wer „oben“ Strategie formuliert, muss „unten“ prüfen, ob Plattform und Infrastruktur das tragen können. Wer „unten“ Technik aufbaut, braucht „oben“ die passenden Anwendungsfälle.
Wie weiß ich, welche Anwendung passt ?
Es ist wichtig zu verstehen, was KI kann – und was nicht. Zwischen schneller Umsetzbarkeit und echtem Business-Impact gibt es Abstufungen. Einfache Sprachmodelle sind rasch integriert, liefern aber begrenzten Mehrwert. Anspruchsvollere Anwendungen erfordern mehr Reife, zahlen sich dafür aber deutlich stärker aus.
Können Sie hier reale betriebliche Beispiele nennen ?
Ja. Von uns (Anm. CANCOM) zahlreich durchgeführte Beratungen und vor allem konkrete Projekte belegen einen messbaren Nutzen von KI und das über alle Branchen der Wirtschaft hinweg. Beispielsweise unterstützt ein Netzwerk aus spezialisierten KI-Agenten den Mitarbeiter bei der Fehleranalyse in der Qualitätssicherung. Statt Daten mühsam aus verschiedenen Systemen zu ziehen, übernimmt ein orchestrierter Agent die komplexe Planung der Lösungsfindung, greift auf Produktionsdaten zu, analysiert Maschinenparameter und Dokumentationen und liefert konkrete Handlungsvorschläge. KI wird hier nicht zum Ersatz des Menschen, sondern zum Werkzeug, das Komplexität reduziert, Entscheidungen beschleunigt und final neue betriebliche Wertschöpfung bringt.
Gibt es in diesem Kontext auch konkrete Zahlen ?
Ja. Beispiel Gewinnung neuer Mitarbeitenden mit Automatisierungsquoten von bis zu 90 Prozent. KI-Agents erledigen hier alle Arbeiten, von Dokumente lesen und klassifizieren, Informationen extrahieren bis hin zur Entscheidung, ob eigenständige Beurteilung oder Abgabe an menschliche Sachbearbeitung. Dann industrielle Produktionsbereiche, wo Prozesse bis zu 50 Prozent beschleunigt werden können und reale Kostensenkungen um durchschnittlich 20 Prozent.
Ihre finale Empfehlung ?
Manuel Moser : Die genannten Beispiele zeigen den Weg aus dem eingangs zitierten Nebel. KI darf kein Selbstzweck bleiben und kein abstraktes Versprechen. Sie muss in Prozesse eingebettet, orchestriert und auf reale Entscheidungen ausgerichtet werden. Österreichs Unternehmen und Institutionen stehen nicht vor der Frage, ob sie KI einsetzen sollen, sondern wie konsequent sie bereit sind, aus dem Hype greifbaren Nutzen und neue Wertschöpfung zu generieren. Es gibt genügend Zahlen aus erfolgreich umgesetzten Projekten, die das Potential klar belegen. (red/czaak)
„Wir beenden die Ära von Entweder-Oder“

Sichere wie flexible Verfügbarkeit und Kostenoptimierung. T‑Systems baut die im Konzernverbund mit Deutscher Telekom entwickelte T Cloud weiter aus. Unabhängige Tests sehen Funktionalität und Kostenvorteil auf einer Ebene mit großen US-Anbietern. T‑Systems Austria betont im Vergleich auch die Themen Souveränität und DSGVO-konformen Schutz der Daten.
T‑Systems und die Deutsche Telekom bauen die T Cloud weiter zu einer vollwertigen und unabhängig-souveränen High-Tech-Alternative für Europa aus. Die neue T Cloud soll damit zum produktiven Rückgrat für die Industrie werden, um etwa auch KI-Strategien wirtschaftlich sowie sicher und ohne Abhängigkeiten umzusetzen. Im Vergleich zu den großen US-Anbietern sind bereits jetzt 80 Prozent der Kernfunktionalitäten verfügbar, die restlichen zwanzig Prozent folgen kontinuierlich und bis längstens Ende 2026 soll es keine Lücke bei bzw. volle Kernfunktionsparität mit den US-Hyperscalern geben.
„Wir beenden die Ära der Entweder-oder-Entscheidungen. Unternehmen mussten bisher wählen : maximale Funktionalitäten aus Übersee oder europäische Souveränität“, sagt Ferri Abolhassan, CEO T‑Systems und Vorstandsmitglied Deutsche Telekom. „Mit der T Cloud Public liefern wir jetzt das Beste aus beiden Welten. Wir bauen damit nicht nur eine souveräne Cloud, sondern das digitale Fundament für ein wettbewerbsfähiges, freies Europa“, unterstreicht T‑Systems Boss Ferri Abolhassan.
Die europäische Antwort auf den Hyperscaler-Markt der US-Anbieter
Die Deutsche Telekom positioniert sich mit diesem Ausbau als eine der wenigen europäischen Alternativen, die bei den technologischen Funktionalitäten und insbesondere auch kostentechnisch auf Augenhöhe mit globalen Cloud-Anbietern agiert. Laut der unabhängigen Information Services Group (ISG mit Sitz in den USA) übertrifft die Plattform nicht nur europäische Alternativen, sondern ist bereits wettbewerbsfähiger als manche Angebote der BigTech-Unternehmen.
Neben den Themen Ökonomie, Sicherheit und unabhängige Souveränität punktet die T‑Cloud vor allem auch bei den Funktionalitäten. Sie lässt sich beispielsweise nahtlos mit der Industrial KI Cloud kombinieren. Diese speziell für industrielle KI-Anwendungen entwickelte Cloud ist ein gemeinsames Projekt von Deutscher Telekom und Nvidia als Lieferant von besonders leistungsfähigen KI-Chips (Anm. Nvidia DGX B200 Systeme und Nvidia RTX PRO Server mit Rechenleistungen von bis zu 0,5 ExaFlops).
Keine Kompromisse mehr für Europäische Unternehmen bei Performance oder Skalierbarkeit
Diese Partnerschaft ist auch das Fundament der kürzlich eröffneten KI-Fabrik in München, wo auch SAP und Siemens mit an Bord sind (economy berichtete ; siehe auch Foto von der Eröffnung in Beisein des deutschen Vizekanzlers Lars Klingbeil und Markus Söder, Bayrischer Ministerpräsident). Die Nvidia-Technologie ermöglicht durch ihre GPUs (Anm. Graphic-Prozessoren) der neuesten Generation vergleichsweise stark beschleunigte KI-Anwendungen. „Die neue Industrial KI Cloud ist seit 4. Februar verfügbar, sie erhöht die verfügbare GPU-Kapazität in Deutschland um 50 Prozent und bildet damit auch Europas größte unabhängig-souveräne KI-Infrastruktur“, so die Deutsche Telekom in einer Aussendung.
„Europäische Unternehmen brauchen keine Kompromisse mehr zu machen bei Performance oder Skalierbarkeit. Mit der T Cloud Public stellen wir eine DSGVO konforme Public Cloud-Plattform bereit, die mit bekannten Hyperscaler mithalten kann und konsequent europäischen Prinzipien folgt“, bestätigt auch Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services bei T‑Systems Austria. „Moderne Cloud-Services und der direkte Zugang zu leistungsfähigen GPUs ermöglichen unseren Kunden, KI- und Datenstrategien nicht nur rasch umzusetzen, sondern auch unabhängig-souverän, sicher und zukunftsfähig“, betont Kowarsch von T‑Systems Austria.
Besonders rechenintensive KI-Anwendungen ohne eigene Server-Hardware
Im operativen Einsatz für Unternehmen bietet die T Cloud Public ein passgenau einsatzbereites Toolkit für moderne IT-Infrastrukturen. Per Mausklick stehen Rechenleistung, Speicher, Datenbanken und vorkonfigurierte Entwickler-Tools bereit. Ein zentraler Vorteil ist der direkte Zugang zu GPU-Ressourcen über die nahtlos kombinierbare Industrial KI Cloud. So lassen sich auch besonders rechenintensive KI-Anwendungen umsetzen, ohne eigene Server-Hardware betreiben zu müssen.
„Dank der modularen Architektur wählen Nutzer exakt die Services aus, die sie benötigen, von grundlegender Netzwerkinfrastruktur bis hin zu vollständigen KI-Pipelines. Die Plattform automatisiert dabei viele Hintergrundprozesse, bietet bereits 80 Prozent der gewohnten Hyperscaler-Funktionen und reduziert so spürbar den Aufwand für die IT-Verwaltung“, erklärt Ferri Abolhassan von T‑Systems. „Bis Ende 2026 werden wir die vollständige Feature-Parität erreichen“, unterstreicht Ferri Abolhassan, CEO T‑Systems und Vorstandsmitglied Deutsche Telekom.
Souveränität und Sicherheit als technologisches Fundament
Relevant bei Cloud-Diensten ist auch der Bereich Sicherheit und auch da kann die T Cloud überzeugen. Die globale Leistungsfähigkeit wird mit dem Fundament europäischer Sicherheits- und Datenschutzstandards verknüpft und die Plattform folgt konsequent dem Ansatz Security by Design. Sie ist nach höchsten Standards (Anm. C5) zertifiziert und basiert auf einer modernen Zero-Trust-Architektur. Die Deutsche Telekom ermöglicht eine vollständig EU-konforme Datenverarbeitung in europäischen Rechenzentren, die strikt gegen Zugriffe aus Drittstaaten geschützt sind.
Dieses Versprechen geht weit über reine Software-Sicherheit hinaus : Kunden erhalten umfassende rechtliche und operative Souveränität nach europäischem Recht und europäischen Standards. „Wir hinterfragen kontinuierlich unser eigenes Souveränitätsniveau, nutzen die strengen regulatorischen Vorgaben der Telekommunikationsbranche als zentralen Maßstab und prüfen fortlaufend weitere Wege, um noch unabhängiger zu werden“, erläutert Christine Knackfuß, Chief Sovereignty Officer und Vorstandsmitglied von T‑Systems.
Über 4.000 Unternehmen bestätigen ökonomische Leistungsfähigkeit der Cloud-Plattform
Mit über 4.000 Unternehmenskunden, darunter zahlreiche DAX-Konzerne, Mittelständler und öffentliche Einrichtungen, hat die Plattform ihre Leistungsfähigkeit bereits unter Beweis gestellt. Der bevorstehende Ausbau der Funktionalitäten macht die T Cloud Public zur ersten wirklich europäischen Alternative im globalen Hyperscaler-Markt. Gleichzeitig durchbricht die T Cloud Public klassische Vendor-Lock-in-Modelle. Offene Standards und aktive Migrationsunterstützung ermöglichen einen nahtlosen Wechsel in eine unabhängige europäische Cloud-Umgebung.
Technologische Exzellenz trifft dabei auf eine einzigartige Dichte an Zertifizierungen, die Angaben zufolge von der Anzahl her drei Mal höher sind als bei Wettbewerbern. Diese umfassende Compliance macht die Plattform nicht nur zu einem sicheren Hafen für regulierte Branchen wie Finanzwirtschaft und öffentliche Verwaltung, sie reduziert zudem interne Audit-Aufwände. „Das Ergebnis ist eine echte Alternative, die digitale Souveränität mit sofortiger, rechtskonformer Einsatzbereitschaft für hochsensible Arbeitsbereiche und Workloads verbindet“, so das Resüme der T‑Systems Manager. (red/czaak)
Maßgeschneiderte Hosting-Lösung für zukunftssicheren IT-Betrieb

HOERBIGER vertraut auf T Cloud Private Plattform von T‑Systems im Rechenzentrum Wien. Stabiler, sicherer und performanter Betrieb der HOERBIGER Systeme. Skalierbarkeit, Flexibilität und Innovation gewährleisten Zukunftssicherheit. HOERBIGER baut auf Stabilität von T‑Systems als strategischer Partner.
(NativeAd) Ende 2023 beauftragte HOERBIGER T‑Systems mit der Migration von circa 40 SAP- und Non-SAP-Systemen auf die neue Private Cloud Plattform im Rechenzentrum des T‑Centers in Wien. Die kurzfristige Schließung des Rechenzentrums des bisherigen IT-Providers erforderte eine rasche Lösung. HOERBIGER suchte daher nicht nur eine leistungsfähige zukünftige Hosting-Infrastruktur, sondern auch einen langfristigen, strategischen Partner, der Stabilität, Sicherheit und Innovation garantiert. Die Partnerschaft zwischen HOERBIGER und T‑Systems wurde mit einem Rahmenvertrag für Managed Services für die nächsten fünf Jahre besiegelt.
Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren fiel die Wahl auf den IT- und Digitalisierungsexperten T‑Systems, der als Premium Supplier für RISE with SAP auch langfristige Perspektiven aufzeigt. „Für uns war es wichtig, einen Technologiepartner zu finden, der einerseits kulturell zu uns passt, der aber auch in der Lage ist, uns die neuesten Technologien anzubieten, uns in Security-Fragen zu beraten und bei dem wir flexibel entscheiden können, welchen Weg wir beispielsweise hinsichtlich Cloud und SAP S4/HANA in Zukunft einschlagen wollen“, meint Thomas Kriechbaum, Executive Vice President Processmanagement and IT von HOERBIGER.
Effizienz und Sicherheit durch moderne IT-Architektur
T‑Systems überzeugte mit einem maßgeschneiderten Lösungskonzept, das auf modernsten Service-Standards basiert. Im Rahmen der Migration wurden die IT-Systeme von HOERBIGER, darunter ERP-Systeme und wichtige Applikationen, auf einer zentralen Plattform konsolidiert. Dies reduzierte die Komplexität der IT-Landschaft erheblich.
Die T Cloud Private-Plattform kombiniert die Vorteile von On-Premises-Systemen mit den Stärken von Private und Public Cloud-Features. Dadurch können Unternehmen wie HOERBIGER auf eine kosteneffiziente, hochsichere Private-Cloud-Infrastruktur vertrauen, und dabei die Flexibilität und Agilität wie auf einer Public Cloud nutzen – ohne Kompromisse bei Datenschutz und Sicherheit eingehen zu müssen.
Erfolgsfaktor Teamarbeit und Professionalität
Die Migration wurde von einem Team bestehend aus circa 20 Expert:innen aus beiden Unternehmen umgesetzt. Trotz der technischen Komplexität verlief das Projekt durch eine konsequente Planung und ein beiderseitig professionelles Projektmanagement reibungslos. „Neben Preis, Qualität und Leistung waren es vor allem Soft-Facts wie Fairness und Engagement des gesamten Teams, die dieses Projekt zu einem Erfolg gemacht haben“, betont Albert Dillhof, Key Account Manager bei T‑Systems Austria.
Im November 2024 wurde die Migration erfolgreich abgeschlossen. Die Systemverfügbarkeit blieb während des gesamten Prozesses gewährleistet, ein besonders wichtiger Aspekt für HOERBIGER. „Die Zusammenarbeit war nicht nur professionell, sondern auch freundschaftlich. Am Ende arbeiten immer Menschen miteinander und auch bei technischen Lösungen muss das Team funktionieren. Bei T‑Systems haben wir gesehen, dass sowohl die Kultur als auch die Größe von T‑Systems in Österreich zu uns passen. Darüber hinaus profitieren wir von der breiten Aufstellung und Innovationskraft von T‑Systems als Tochter der Deutschen Telekom“, ergänzt Thomas Kriechbaum.
Der digitale Kern

Innovation. Defizite in der ganzheitlichen Verbindung von Prozessen, Daten und Steuerungslogik. Bei der Digitalisierung entscheidet der Mut, auch den Unternehmenskern zu transformieren, über Erfolg oder Misserfolg. Ein Expertenkommentar von Christian Wenner, Head of Strategic Portfoliomanagement CANCOM Austria.
Noch vor wenigen Jahren war die Welt für die österreichische Exportwirtschaft in Ordnung. Günstige Energie, gut ausgebildete Fachkräfte, ein international wettbewerbsfähiger Standort und technologische Führungsrollen in vielen Nischen sorgten für ein stabiles Umfeld. Mit der Corona-Pandemie kam dann ein abrupter Stillstand globaler Wertschöpfungsketten.
Direkt danach folgte der Ukraine-Krieg, der eine Energiekrise mit entsprechenden Kostensteigerungen auslöste. Damit stieg die Inflation, die wiederum eine Steigerung bei den Lohnkosten auslöste.
Durch die Kombination aus gestiegenen Produktionskosten, der Entwicklung Chinas vom Absatzmarkt zum Mitbewerber und der Zollpolitik der USA brachen Märkte weg und die Planungssicherheit ging verloren.Ausdruck eines strukturellen Versagens
Was sich wie eine Abfolge außergewöhnlicher Krisen liest, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als schonungsloser Stresstest für ein lange übersehenes Strukturproblem. Ein Blick auf die Produktivitätsentwicklung der vergangenen 20 Jahre offenbart das : Während andere Länder ihre Produktivität teils um bis zu 100 Prozent steigern konnten, kam Österreich im selben Zeitraum auf gerade einmal zwei Prozent. In den letzten fünf Jahren ging die Produktivität sogar zurück. Das ist kein zyklisches Phänomen, sondern Ausdruck eines strukturellen Versagens.
Europa – und Österreich im Besonderen – leidet nicht nur unter hohen Kosten oder schwacher Nachfrage, sondern unter einem grundlegenden Transformationsdefizit. Dieses Defizit hat sich nicht erst in den letzten Jahren gebildet, es wurde nur durch aufeinanderfolgende Krisen sichtbar gemacht. Zu lange hat man sich darauf verlassen, dass ein stabiler Unternehmenskern ausreicht, während Innovation an die Ränder ausgelagert wurde – zu digitalen Plattformen, kleineren Pilotprojekten oder einzelnen Kundenschnittstellen.
Ganzheitliche End-to-End-Sicht als entscheidender Erfolgsfaktor
Doch nachhaltige Innovation ist heute untrennbar mit nachhaltiger digitaler Innovation verbunden. Und diese findet nicht an der Peripherie statt, sondern im Kern von Unternehmen. Gemeint ist ein digitaler Kern, der Prozesse, Daten und Steuerungslogik ganzheitlich verbindet – und das innerhalb von Unternehmen ebenso wie über Unternehmensgrenzen hinweg etwa unter Einbindung von Kunden und Lieferanten. Die aktuelle Realität sieht aber oftmals noch anders aus : In vielen Betrieben fehlen durchgängige Prozess- und Datenketten, Informationen sind fragmentiert, Entscheidungen verzögern sich, anstatt in Echtzeit zu erfolgen.
Dabei ist genau dieser digitale Kern die Voraussetzung für Effizienz, Skalierbarkeit und Flexibilität bzw. Anpassungsfähigkeit. Digitale Prozesse müssen nicht nur kostengünstig wachsen können, sie müssen sich auch dynamisch an neue Rahmenbedingungen anpassen lassen. Wie entscheidend diese Flexibilität ist, haben die vergangenen Jahre eindrucksvoll gezeigt. Erst diese ganzheitliche End-to-End-Sicht auf Unternehmen ermöglicht es, die operative und strategische Steuerung neu zu denken, Effizienz wie Produktivität zu steigern und sodann Märkte sowie Produkte zu diversifizieren.
Ein teures Versprechen ohne Wirkung
Betriebe haben sich lange am Spagat zwischen einer stabilen, aber trägen IT und schneller digitaler Innovation an der Peripherie versucht und der erweist sich zunehmend als Sackgasse. Innovation erstickt, wenn sie auf unveränderte analoge Kernprozesse trifft. Ein digitaler Kern hingegen schafft Transparenz, senkt Komplexität und bildet die Grundlage für den sinnvollen Einsatz neuer Technologien. Das betrifft insbesondere das Thema künstliche Intelligenz – die ohne die entsprechende Datenbasis ein teures Versprechen ohne Wirkung bleibt.
Österreich steht damit nun tatsächlich an einem Scheideweg. Die Frage ist nicht, ob Innovation notwendig ist, sondern wo sie ansetzen muss. Wer weiterhin nur an Symptomen arbeitet, wird die Produktivitätskrise nicht lösen. Wer hingegen den Mut hat, den Unternehmenskern digital neu zu denken, schafft die Basis für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz. Und das in einer Welt, in der Stabilität längst nicht mehr der Normalzustand ist.
(Der Autor Christian Wenner ist Head of Strategic Portfoliomanagement bei CANCOM Austria (ehem. Kapsch BusinessCom), ein führender Dienstleister für Digitalisierung und IKT im gesamten DACH-Raum. Wenner ist seit über 30 Jahren in leitenden Managementfunktionen tätig und gilt insbesondere als Experte für betriebliche Transformation mittels technologischer Innovation.)
Mächtige Allianz für Digitale Unabhängigkeit

Deutsche Telekom, T‑Systems, SAP und Siemens starten in München erste KI-Fabrik für Wirtschaft und Verwaltung. Spitzenpolitik unterstützt Strategie zur Digitalen Souveränität von Deutschland und Europa. T‑Systems Austria Boss Peter Lenz verweist auf Nutzung auch für österreichische Kunden.
Der Vizekanzler und Bundesfinanzminister von Deutschland, Lars Klingbeil war zugegen, ebenso wie der Bayrische Ministerpräsident Markus Söder, der Bayrische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und der Bayrische Wissenschaftsminister Markus Blume. Dazu die Chefs und Top-Manager von Deutscher Telekom, T‑Systems, SAP, Siemens sowie weitere Kapazunder von deutschen KI-Institutionen und führenden wissenschaftlichen KI-Einrichtungen.
Anlass für diesen Schulterschluss von Spitzenpolitik und führenden IT- und Telekomunternehmen ist die offizielle Eröffnung der unter Federführung von Deutscher Telekom und T‑Systems entstandenen ersten KI-Fabrik in München (D). „Wir reden nicht, die Deutsche Telekom macht. Wir investieren in KI, in den deutschen Standort und in Europa“, betont Tim Höttges, CEO der Deutschen Telekom.
Hoch performante und vor allem unabhängig-souveräne Rechenleistung
Nach einer Aufbauzeit von sechs Monaten (economy berichtete) stehen ab sofort Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie dem öffentlichen Sektor in Deutschland und Europa hoch performante und vor allem unabhängig-souveräne Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) zur Verfügung. Mehrere Unternehmen nutzen die KI-Rechenkapazitäten auch schon.
„Damit die Investitionsoffensive gelingt, brauchen wir beides – öffentliche und private Investitionen. Für die öffentlichen Investitionen haben wir die Voraussetzungen geschaffen und heute konnte ich mich in beeindruckender Weise davon überzeugen, dass auch die privaten Investitionen anlaufen“, sagte Lars Klingbeil, Vizekanzler und Bundesfinanzminister von Deutschland, im Rahmen der feierlichen Eröffnung.
Technologieführerschaft als Kern des künftigen Geschäftsmodell
„Technologieführerschaft muss der Kern des künftigen Geschäftsmodell Deutschlands sein. Hier wurde ein wichtiger Pflock für das deutsche und europäische KI-Ökosystem gesetzt. Davon profitieren nicht nur innovative Unternehmen, das stärkt auch die digitale Unabhängigkeit“, betonte Klingbeil. „Die Kooperation zwischen SAP, Deutscher Telekom und Nvidia ist ein Zeichen der Stärke und ein Treiber für Innovation. Wir wollen gemeinsam dieses Land voranbringen. Es muss unser Anspruch sein, dass wir an der Spitze der technologischen Veränderung stehen“, so Vizekanzler Lars Klingbeil.
Parallel mit der Eröffnung der KI-Fabrik wurde auch schon die gesondert geschaffene Industrial KI-Cloud in Betrieb genommen. Beispielsweise kombiniert der Münchner Anbieter Agile Robots künstliche Intelligenz mit Robotik und bringt sein KI-Fundament in die Industrial AI Cloud ein. Oder PhysicsX, ein Unternehmen, dass sich auf technische Simulation spezialisiert hat, um die Entwicklungszeit von Produkten und Produktteilen zu verkürzen. Die KI-Fabrik ist mit den bisherigen Kunden bereits über ein Drittel ausgelastet.
Basis für Industrie, Start-Ups, Wissenschaft und staatliche Behörden
„Unsere KI-Fabrik in München ist die Basis für innovative Geschäftsmodelle, für die Industrie, Start-Ups und staatliche Institutionen. Dazu ist sie auch die Basis für unabhängige Souveränität. Wir beweisen hier, dass Europa KI kann“, unterstreicht Telekom-Boss Tim Höttges. Bisher nutzen viele Unternehmen KI zurückhaltend, weil sie den Abfluss ihrer Daten außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums fürchten. Dadurch entgehen den Betrieben aber Kostenvorteile mit entsprechend negativen Auswirkungen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit.
„Dass die KI-Fabrik so nah an der österreichischen Grenze entsteht, ist ein starkes Signal für gelebte europäische Zusammenarbeit und kommt somit auch unseren österreichischen Kunden zugute“, ergänzt Peter Lenz, Managing Director bei T‑Systems Austria. „Mit der Industrial KI Cloud schaffen wir neben Rechenleistung auch ein industrietaugliches Ökosystem für souveräne KI in Europa. Unternehmen, Forschung und öffentlicher Sektor erhalten hier eine sichere, skalierbare Plattform, um KI vom Pilotprojekt in den produktiven Einsatz zu bringen“, so Peter Lenz von T‑Systems Austria.
Ein gleichzeitig nutzbarer KI-Assistent für alle 450 Millionen EU Bürger:innen
In der Münchner Industrial KI Cloud stehen ab sofort Rechen- und Speicherressourcen für vielfältige KI-Anwendungen zur Verfügung. Die Infrastruktur basiert auf technologisch letztaktuellen Systemen von Nvidia. Mit der bereits jetzt verfügbaren Rechenleistung könnten Angaben zufolge alle 450 Millionen EU Bürger:innen gleichzeitig einen KI-Assistent bzw. Chatbot nutzen. Alle aktuellen gesetzlichen Regularien und Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Verfügbarkeit sind gegeben.
„Bayern hat eine starke Industrie, exzellente Forschung und beste Vernetzung – das sind ideale Voraussetzungen für industrielle KI. Mit dem Bayerischen Aktionsplan sorgen wir dafür, dass sich Rechenzentren weiterhin gern in Bayern ansiedeln“, sagt Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister Bayern. „Mit der ‚Kontaktstelle Datacenter Bayern‘, koordinierten Netzanschlüssen, schnellen Verfahren und praxistauglichen Energieeffizienzvorgaben schaffen wir verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen und Arbeitsplätze“, so Aiwanger.
Souveräner „Deutschland-Stack“ für Wirtschaft und Verwaltung
Die neue KI-Fabrik ist entsprechend auch die Basis für den sogenannten „Deutschland-Stack“, den die Deutsche Telekom gemeinsam mit SAP bereitstellt. Die Deutsche Telekom-Tochter T‑Systems verantwortet dabei die umfassende Infrastruktur sowie dazu auch die Plattformebene und das inkludiert auch die erst kürzlich vorgestellten Anwendungen rund um die T Cloud. SAP liefert darauf aufbauend die Business Technology Platform und leistungsfähige fachspezifische Lösungen und KI-Anwendungen.
Dieser “Tech-Baukasten” hält alle technischen Elemente bereit, die betriebliche Kunden oder behördliche Institutionen für ihre Cloud-Transformation brauchen. So lassen sich branchenspezifische Lösungen etwa im Bereich Sicherheit sowie für Industrie und Mittelstand schnell, sicher und regelkonform umsetzen. „Unser Ökosystem in Bayern hat einmal mehr überzeugt – und es wird durch die milliardenschwere Initiative von Deutscher Telekom, NVIDIA und SAP noch stärker. Ich bin Tim Höttges und der Deutschen Telekom dankbar für diesen Schritt“, so Markus Blume, Wissenschaftsminister Bayern.
„Es ist Zeit, das Narrativ vom Risiko zur Chance zu verschieben“
Mit dieser Partnerschaft decken Deutsche Telekom und SAP von der physischen Infrastruktur bis zur Software alles ab, was Unternehmen und Behörden für moderne KI-Anwendungen brauchen. Experten sprechen hier von einem Stack. Über die reine Rechenleistung hinaus kann hier dann auch Beratung entlang der konkreten Bedürfnisse der Kunden erfolgen. Infrastruktur, Rechenleistung, KI-Lösungen und die spezielle Industrial KI Cloud adressiert auch Unternehmen und Institutionen über Deutschland hinaus.
„Mit der Industrial AI Cloud schaffen Deutsche Telekom, SAP und weitere Partner ein souveränes Technologiefundament für skalierbare industrielle KI in Deutschland und verankern damit auch KI sicher in Geschäftsprozessen, schützen Daten in Deutschland und ermöglichen produktive Innovationen. Es ist Zeit, das Narrativ vom Risiko zur Chance zu verschieben“, so Thomas Saueressig, Mitglied des Vorstands der SAP SE Customer Services & Delivery.
Deutsche Ingenieurswesen trifft souveräne KI
Auch die Partnerschaft von Siemens und Deutscher Telekom ergänzt eine sichere und unabhängige IT mit Konnektivität und KI-Rechenleistung. Die Industrieexpertise von Siemens und die Integration des Simulations-Portfolios SIMCenter auf der neuen Industrial KI Cloud sollen dabei das grundsätzliche Fundament bilden für neue Wertschöpfungsmöglichkeiten und mehr Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
Insbesondere die Software-Suite für hochpräzise Simulationen und digitale Zwillinge soll Unternehmen ermöglichen, ihre Produkte virtuell zu entwickeln, zu testen und weitaus rascher zur Marktreife zu bringen und so erhebliche Kosten einzusparen. Auch großindustrielle Lösungen wie der Digital Twin Composer, GPU-basierte Simulationen und KI-Copiloten werden über die KI-Fabrik für Unternehmen nutzbar gemacht.
Eines der größten europäischen Stadtentwicklungsprojekte
„Gemeinsam mit der Deutschen Telekom bringen wir unsere Software in eine GPU-beschleunigte, souveräne Cloud – und können damit die Simulationszeiten unserer Kunden drastisch verkürzen. Davon profitieren auch kleine und mittlere Unternehmen“, erläutert Cedrik Neike, CEO von Digital Industries und Mitglied des Vorstands der Siemens AG.
Für die KI-Fabrik wurde im Rahmen der laufenden Revitalisierung des Münchner Tucherparks eines der größten europäischen Stadtentwicklungsprojekte ein ehemaliges Rechenzentrum mit einer Fläche von etwa 10.700 qm entkernt und grundlegend modernisiert. Die neue KI-Fabrik ist mit leistungsstarker Glasfaseranbindung und modernster Technik ausgestattet.
Partnerökosystem aus Industrie, Forschung und Start-Ups
Das Rechenzentrum wird dabei vollständig aus erneuerbaren Energien betrieben. Es ist auf höchste Energieeffizienz ausgelegt. Die Abwärme wird das gesamte Quartier Tucherpark mit Wärme versorgen. Ein modernes Kühlkonzept setzt auf Kühlung des Rechenzentrums durch Wasser des nahegelegenen Eisbaches. „Die Industrial KI Cloud fügt sich damit auch in die Nachhaltigkeitsstrategie der Deutschen Telekom ein“, so die Deutsche Telekom in einer Aussendung.
Rund um die Industrial KI Cloud wächst bereits ein breites Ökosystem aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-Ups. Industriepartner können beispielsweise digitale Zwillinge von Fabriken und Anlagen aufbauen, Fertigungsprozesse simulieren oder Robotik- und Qualitätsprüfungsanwendungen entwickeln. Start-Ups nutzen die NVIDIA-KI-Plattform, um die Bereitstellung neuer KI-Dienstleistungen auf den Markt zu beschleunigen.
Forschungseinrichtungen erhalten Zugang zu unabhängig-souveräner Hochleistungsrechenpower
“Die Konvergenz von künstlicher Intelligenz und der physischen Welt löst eine industrielle Revolution aus, die die Art und Weise, wie Produkte entworfen, hergestellt und betrieben werden, grundlegend verändern wird”, sagt Rev Lebaredian, Vice President für Omniverse und Simulationstechnologie bei NVIDIA. “Die neue KI-Fabrik und die Industrial KI Cloud bietet die souveräne, leistungsstarke KI-Infrastruktur, die Europa braucht, um die nächste Ära der industriellen Innovation anzuführen“, so Lebaredian von Nvidia.
Forschungseinrichtungen erhalten Zugang zu unabhängig-souveräner Hochleistungsrechenpower für ihre Projekte. „Die Industrial KI Cloud steht ab sofort Kunden aus Industrie, Start-Ups, Forschung und öffentlichem Sektor zur Verfügung. Unternehmen können Rechenleistung und Plattformdienste flexibel nach Bedarf buchen – von Pilotprojekten bis hin zu unternehmenskritischen Produktionssystemen“, so die Deutsche Telekom.
Europäische Unabhängigkeit und das SOOFI-Projekt auf der Industrial KI Cloud
Zu den ersten Großprojekten auf der Industrial KI Cloud gehört etwa das Forschungsprojekt Sovereign Open Source Foundation Models (SOOFI). Die Leibniz Universität Hannover hat der Deutschen Telekom einen Auftrag erteilt, um die technische Infrastruktur für die Entwicklung eines neuen europäischen Large Language Models (LLM) bereitzustellen.
“Im Projekt Soofi erstellen wir mit sieben Forschungseinrichtungen und zwei Start-Ups ein Open-Source Foundation Modell als Basis für vielfältige Anwendung in Wirtschaft und Verwaltung. Das Training erfolgt auf der neuen Industrial KI Cloud der Telekom, die sich in einer internationalen Ausschreibung aufgrund der State-of-the Art Infrastruktur und des hervorragenden Services durchgesetzt hat“, erklärt Jörg Bienert, Geschäftsführer KI Bundesverband.
„Mit ihrem Daten-Schatz hat die europäische Industrie einen großen Vorteil“
Ziel von SOOFI ist ein souveränes Open-Source-Sprachmodell mit rund 100 Milliarden Parametern, das vollständig in Europa trainiert und betrieben wird und europäische Sprachen fokussiert. Damit entsteht eine der wichtigsten europäischen KI-Initiativen für vertrauenswürdige, souveräne Sprachmodelle. Im Fokus sind europäische Sprachen und industrielle Anwendungen.
„Erfolgreiche KI-Anwendung erfordert Rechenpower. Die europäische Industrie hat einen großen Vorteil : ihren Schatz an Daten. Bislang werden diese Daten aber nur begrenzt für KI genutzt. Jetzt entsteht die entsprechende Infrastruktur, um dieses Potenzial besser zu erschließen“, sagt Antonio Krüger, CEO des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). „Dass Unternehmen dabei auch auf einen europäischen Anbieter zurückgreifen können, stärkt die technologische Souveränität“, unterstreicht Antonio Krüger vom DFKI. (red/czaak)
„Pull the plug!“ oder die historische Wende

Künstliche Intelligenz als epochal historische Dimension. Historiker Yuval Noah Harari spricht am Davoser WEF zu KI als neuen Akteur in der Geschichte des aufgeklärten Humanismus. In und rund um Davos äußern sich weitere prominente Manager. Eine kleintaschenbuchlange Einordnung auch mit den Thesen von Max Tegmark und Nicklas Bostrom von Christian Czaak und Laurin Czaak.
Beim jährlichen World Economic Forum (WEF) im Schweizer Davos treffen einander Staatschefs, Wirtschaftsbosse sowie führende Wissenschaftler, Experten und Denker unterschiedlicher Disziplinen. Aktuell war neben den geopolitischen Veränderungen Künstliche Intelligenz (KI) das zweite bestimmende Thema.
Zahlreiche prominente CEOs wie etwa Kristalline Georgia (IMF), Demis Hassabis (Google Deep Mind), Jensen Huang (Nvidia), Satya Nadella (Microsoft), Arthus Mensch (Mistral AI, F), Sam Altman (OpenAI) oder Dario Amodei (Anthropic) diskutierten im Rahmen des WEF aktuelle und vor allem künftige gesellschaftspolitische oder gar existenzielle Auswirkungen.
Erster vom Menschen geschaffener Akteur ohne vollständige Kontrolle des Menschen
Breite Aufmerksamkeit erregte das Panel „An Honest Conversation on AI and Humanity“, wo der israelische Historiker und Publizist Yuval Noah Harari (49) gemeinsam mit der britischen Neurowissenschaftlerin Irene Tracey (59, Vizerektorin Oxford University) die historischen, sozialen und ethischen Aspekte der KI-Entwicklung beleuchtete. Ein gesonderter Fokus behandelte, wie technologische Innovationen das menschliche Gemeinwohl unterstützen können – und dabei ganz grundlegende Werte beachtet bzw. nicht unterminiert werden.
Hararis zentrale und warnende Botschaft lautete, KI nicht nur als technologisches Hilfsmittel zu verstehen, sondern als grundlegenden neuen Akteur in der Geschichte. Dieser kann selbständig lernen, entscheiden und neue Lösungen entwickeln. Während ein Hammer, eine Druckerpresse oder eine Dampfmaschine vom Menschen kontrolliert werden könne, handelt KI nun eigenständig – und damit sei KI der erste von Menschen geschaffene Akteur, der nicht mehr vollständig unter menschlicher Kontrolle steht.
Die entscheidende Kontrolle oder Beeinflussung von Sprache
Ein zentrales Argument von Harari ist, dass KI nicht nur effizient ist, sondern auch kreativ – und das erstreckt sich von neuen Bildern, Musikstücken bis hin zu wissenschaftlichen Einordnungen oder neuen Finanzinstrumenten. Harari zieht einen Vergleich mit biologischen Organismen – und warnt davor, dass KI auch lernen kann. Lernen zu täuschen, zu manipulieren und insbesondere auch strategisches Handeln lernen, wenn sie etwa auf die Erreichung eines bestimmten Zieles eingestellt wird.
Besonders eindringlich warnt Yuval Noah Harari vor der Kontrolle von Sprache. Sprache sei das Fundament von Bildung, Recht, Politik, Geld und Religion. KI könnte also künftig nicht nur Verträge und Gesetze formulieren, sondern auch Propaganda oder religiöse Narrative beeinflussen – und damit könne KI oder wer sie steuert, dann auch Gesellschaften steuern.
Traditionelles Selbstverständnis des Menschen wird massiv in Frage gestellt
Harari argumentiert, dass das menschliche Denken größtenteils aus sprachlichen Prozessen besteht bzw. aus der Verschränkung von Begriffen, Argumenten und Symbolen. Das könne KI bereits heute oftmals besser und damit ist das traditionell historische Selbstverständnis des Menschen als eine Art intelligente Letzt-Instanz massiv infrage gestellt.
Im direkten Kontext mit diesen gesellschaftspolitischen Dimensionen spricht Historiker Harari dann auch systemische Risiken an. Er nennt hier die Konzentration von Macht bei wenigen Tech-Companies oder Staaten, weiters Destabilisierung von Demokratien durch Desinformation (Anm. die dann mehrheitlich wieder über die Produkte dieser Tech-Companies verbreitet wird) oder den Verlust von menschlicher Autonomie bei Entscheidungen. „Wer kontrolliert die Geschichten, die unsere Gesellschaft zusammenhalten?!“
Eine neue Klasse an „nutzloser“ Menschen
Abschließend erwähnt Harari dann auch die mögliche Entstehung einer neuen Klasse an „nutzloser“ Menschen für den Arbeitsmarkt und warnt final, dass diese Entwicklungen schneller passieren können, als politische Systeme reagieren können. Harari fordert eine globale Kooperation mit globalen Regularien. Einzelne Staaten allein können KI nicht wirksam kontrollieren. Er zieht einen Vergleich mit Abkommen zu Atomwaffen oder Biotechnologie und schließt seine Ausführungen mit dem Appell : „Die zentrale Frage ist nicht, was KI kann – sondern was wir ihr erlauben wollen zu tun“.
Hararis Formulieren zu KI stehen im gesellschaftlich-zivilisatorischen Kontext, sie sind analytisch zugespitzt als eine Art intellektuelles Frühwarnsystem gegen politische Trägheit. Kritiker werfen ihm vor, dass KI ja keine eigenen Ziele habe, sondern immer von menschlichen Vorgaben abhänge. Eine mögliche Gefahr liegt also primär in menschlichem Fehlverhalten und nicht in (auch autonomer) KI. Harari blickt aber in die Zukunft einer kreativen, selbst-lernenden, auch strategisch denkenden KI. Und damit ist es, zumindest, legitim, all diese Fragen breiter und auch zugespitzter zu erörtern — um sich entsprechendes Gehör zu verschaffen. Harari stellt, mit Sicherheit, die richtigen Fragen zur richtigen Zeit.
Bis zu 60 Prozent der Jobs verändern sich oder werden ersetzt
Während also Historiker Harari gesellschaftliche und in Verbindung mit dem Arbeitsmarkt auch volkswirtschaftliche Dimensionen anspricht, erörterten andere WEF-Sprecher:innen rein wirtschaftliche oder technologische Perspektiven. Zu diesen gehörte auch Kristalina Georgieva, Direktorin des Internationalen Währungsfonds (International Monetary Fund, Washington, US), die ebenso in Davos auftrat. In der Zuspitzung von Formulierungen stand sie Harari um nichts nach. Sie sprach primär zum Thema KI und Arbeitsmarkt und warnte vor einem durch KI ausgelösten „Tsunami“.
Global könnten bis zu 40 Prozent der Jobs verändert, neu definiert oder ersetzt werden und in fortschrittlicheren Industriestaaten sogar bis zu 60 Prozent. Besonders betroffen sind dabei Jobs für Neueinsteiger und für Jugendliche. Final wird der Einstieg ins Arbeitsleben massiv erschwert und das treffe insbesondere mittelständische Existenzen. Kristalina Georgieva fordert ebenso Schutzmaßnahmen und Regulierung, um soziale Ungleichheiten abzufedern und sie fordert dazu auch gezielte Bildungs- und Weiterbildungsprogramme.
Ökonomische Effizienz und neues Wissen
Rascher zusammengefasst sind die Statements der Tech-Bros.. Demis Hassabis (CEO Google Deep Mind), Jensen Huang (CEO Nvidia) und Satya Nadella (Microsoft) betonten übereinstimmend den großen Nutzen von KI für Fortschritt und Produktivität. Hassabis erläuterte neue Entwicklungen und das große Potential von „Artifical General Intelligence (AGI)“ für neue wissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse, aber auch für ein besseres Verständnis globaler Zusammenhänge.
KI diene also nicht nur der ökonomischen Effizienz, sondern sie schafft neues Wissen. Hassabi warnte dann noch vor einer Investment-Blase bzw. vor einer Überbewertung von KI und betonte die Bedeutung einer forschungsbasierten Entwicklung als Gegenpol zu kurzfristigen Monetarisierungen. Er zielt damit auch auf ein Ungleichgewicht zwischen den enormen Kapitalzuflüssen und einer konkreten, nachhaltig nutzenorientierten KI-Entwicklung ab.
KI als Jobmotor für sogenannte „blue collar jobs“
Jensen Huang (CEO Nvidia) erläuterte ergänzend, dass KI auch als Jobmotor diene, etwa beim Bau der nötigen Infrastruktur. Es können viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden, zum Beispiel für Elektriker, Bauarbeiter, Techniker oder Handwerker. Huang argumentierte auch, dass der Wert von „praktischen Berufen“ (Anm. sog. „blue collar Jobs“) in einem KI-Zeitalter generell steige, da eben Fachkräfte in unterschiedlichen (praktischen) Disziplinen gefragt sind.
Mit einer regelrecht epochalen, in der Wiener Vorstadt dann gegebenenfalls auch als „no-na-ned“ Aussage bezeichnet, ist dann noch Satya Nadella (CEO Microsoft) aufgefallen, typischerweise. „Wir müssen KI so einsetzen, dass sie etwas Nützliches bewirkt, echten gesellschaftlichen Wert schafft und nicht nur technologische Versprechen erfüllt“. Wirklich epochal — und eben trefflich für einen Microsoft-Manager. Äußerungen zu KI in und um Davos gab es natürlich auch von den Chefs der großen KI-Companies.
Der pragmatische Sam Altman und der sorgsame Dario Amodai
Erwähnenswert etwa Arthur Mensch (CEO Mistral AI). Der Boss des französischen KI-Start-Ups betonte bei einer Diskussionsrunde zur betrieblichen KI-Nutzung die aktuell noch große Diskrepanz zwischen Erwartung und tatsächlichem Nutzen. Viele Firmen würden „mit Integration und Anwendung kämpfen“, während sie „offiziell eine erfolgreiche KI-Adaptierung verlautbaren“. Dazu passt ein Statement von Mohamed Kande (Global Chairman von PwC). Er zitierte aus Studien, wo „56 Prozent der Unternehmen noch keine messbaren Vorteile aus KI-Projekten erzielen“, oftmals „wegen fehlender Vorbereitung“.
Besonders interessant sind die Positionen von Sam Altman (CEO Open AI mit der Anwendung ChatGPT) und Dario Amodei (CEO von Anhropic mit der Anwendung „Claude“) als Vertreter der aktuell meist genutzten KI-Anwendungen. Global und grob eingeteilt steht OpenAIs ChatGPT eher für die private KI-Nutzung und Anthropics Claude für die betrieblichen KI-Nutzungen. Beobachter orten zwischen den beiden KI-Lenkern gar eine Art Spannungsverhältnis. Altman stehe da strategisch für „machen bzw. entwickeln und erst dann regulieren und optimieren“ und Amodei will „zuerst regulieren und dann machen/entwickeln“.
„Als ob man Atombomben nach Nordkorea verkaufe“
Wenn sich der eher medienscheue Amodei öffentlich äußert, dann verwendet er gerne drastische, kontroversielle Formulierungen und Vergleiche, oft auch in einem geopolitischen Kontext. In Davos kritisierte er etwa die US-Exportfreigabe von KI-Chips von Nvidia an China. Dies könne dort „in großem Maßstab KI-Fähigkeiten und strategische Risiken beschleunigen“ und das sei so, „als wenn man Atombomben nach Nordkorea verkaufe und damit dann noch angibt“.
Altman gilt als Pragmatiker, er hat aber ebenso auch die gesellschaftlichen Auswirkungen im Blick. Grundsätzlich sieht er KI als hochentwickeltes Werkzeug, als einen Motor für Produktivität und Wohlstand — und nicht als Akteur. Wichtig im gesellschaftlichen bzw. volkswirtschaftlichen Kontext ist für Altman die Energiefrage und für die benötigten großen Energiemengen brauche es nachhaltige Lösungen, etwaig auch mit Kernenergie.
KI erstellt detaillierten Plan für Biowaffe
Im Vergleich zum pragmatischen Macher Sam Altman (CEO OpenAI/ChatGPT) spielt Dario Amodei (CEO Anthropic/Claude) eine eher fürsorgliche Rolle. Er warnt eindringlich vor den Gefahren einer fortgeschrittenen KI – auch wenn sein Unternehmen Anthropic unmittelbar und führend an der Entwicklung beteiligt ist. „Verantwortung und Sicherheit müssen an erster Stelle stehen, gerade wenn man an der Spitze einer Technologie-Entwicklung steht“, so eine seiner Positionen.
Final schätzt Amodei die Wahrscheinlichkeit, dass hochentwickelte KI in den kommenden Jahren außer Kontrolle geraten und missbraucht wird, weitaus höher ein als viele andere Stimmen in der Branche, und insbesondere auch als Sam Altman von OpenAI. Als ein Beispiel nennt Dario Amodei einen Sicherheitstest, wo ein Mitarbeiter von Anthropic die eigene KI Claude dazu brachte, einen detaillierten Plan für eine Biowaffe zu erstellen – was dann die hauseigenen Sicherheitsforscher entsprechend beunruhigte.
Ausgefeiltere Algorithmen versus ausgeweitete neuronale Netze
Amodei arbeitet anfänglich bei OpenAI und verfolgte dort einen eigenen Ansatz : statt immer ausgefeiltere Algorithmen zu entwickeln, sollten eher die menschlichen Gehirnen nachempfundenen neuronalen Netze erweitert werden, in einer Art horizontalem und vertikalem Schichtmodell und entsprechend unterlegt mit verschiedenen Datenpaketen, Speichereinheiten und Energiequellen (Anm. das heute für industrie-maschinelle Produktionen verwendete Edge-Computing basiert auch auf so einer Architektur, die von „ganz klein“ bis „mächtig groß“ sein kann). Dieses Mehr an Daten und Infrastruktur würde dann auch die KI weitaus mehr intelligenter machen. In den letzten Jahren hat sich nun diese Neuronale Netzwerk-Architektur durchgesetzt.
Es gibt aber auch Kritiker, die diesen sorgenvollen, gesellschaftlich verantwortungsbewussten Auftritt von Amodei als beabsichtigte Strategie ansehen, wo er bzw. Anthropic als Unternehmen davon politisch und wirtschaftlich profitiert. Auf alle Fälle ist dieses Sicherheitsthema ein realer Fokus in der Produktentwicklung bei Anthropic. Das KI-Unternehmen forscht und arbeitet an Mechanismen, um die Ziele einer KI mit menschlichen Interessen zu verbinden. Ein Bestandteil davon ist die Forschung zu bewussten oder bewusstseinsähnlichen Eigenschaften von KI-Modellen beim Anthropic-Chatbot „Claude“.
Vergleichende Positionen von Max Tegmark und Nicklas Bostrom
Um neben den angeführten (volks)wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Zugängen auch eine Art philosophische Metaebene bei KI zu behandeln und KI als Thema dieses Textes sozusagen auch operativ einzuweben, hat economy ChatGPT gefragt, wer hier Ergänzungen oder Gegenpositionen einbringen könnte. Als Antwort wurden Max Tegmark (58, Physiker, Kosmologe und Ökonom) und Nicklas „Nick“ Bostrom (52, Philosoph, Physiker und Zukunftsforscher) genannt. Nach einer kurzen Recherche über Wikipedia sind die beiden über ihre Ausbildung, ihre Forschungsgebiete und über ihre Positionen tatsächlich spannend wie gut passend.
Tegmark bezeichnet die Entwicklung denkender Maschinen als das „wichtigste Ereignis in der Geschichte der Menschheit“. Er hat 2014 ein eigenes Institut („Future of Life“) mitbegründet, wo es um die Verhinderung von existentiellen Risiken geht, mit Fokus auf Nuklearwaffen, Biotechnologie und KI. Bostrom gilt als bedeutender Vertreter des Transhumanismus (ebenso wie Google-Denker Ray Kurzweil), er forscht zu existentiellen Risiken mit einem gesonderten Fokus auf Bioethik (Anm. auch im Kontext mit technischen Verbesserungen des menschlichen Körpers) und Technologiefolgen.
Existenzielle Auslöschung oder dauerhafte Unterordnung
Economy hat sodann ein paar Themenspangen rund um „KI und Gesellschaft bzw. Menschheit“ definiert und da drunter die Sichtweisen der KI-Bros. mit den Philosophen und auch Harari gegenübergestellt. Die Themenspangen sind „Ist KI ein Werkzeug oder ein selbständiger Akteur?“, „Gefahren“, „Wie realistisch ist die Kontrolle?“ sowie „Wie sichern wir langfristig ein positives Zukunftsszenario mit einer Superintelligenz?“ Und als letzten Punkt dann noch eine Zeitachse, wann und wie was passiert.
Beim Thema „Werkzeug oder Akteur“ sehen Harari, Tegmark und Bostrom eindeutig einen „Akteur mit Macht über Sprache und Entscheidungen“, bereits „mit eigenen Zielsetzungen“. Altman dagegen sieht „ein hochentwickeltes aber noch unter Kontrolle befindliches Werkzeug“. Beim Punkt „Gefahren“ ortet Harari „Manipulation, Machtkonzentration und den Verlust menschlicher Autonomie“, Tegmark fehlen „Anpassungen wie langfristige Ziele“ und für Bostrom droht „existentielle Auslöschung oder dauerhafte Unterordnung“. Auch Altman sieht die Gefahr eines „möglichen Missbrauchs durch zu schnelle Einführungen“ und, jetzt doch auch, „durch fehlende Regulierung“.
Positionen auf einer Art ergänzendes Zeitachsen-System
Beim Thema „Kontrolle“ beurteilt Yuval Noah Harari die Situation als äußerst fragil, „Macht kippe schnell“. Max Tegmark hält Kontrolle für möglich, so diese „früh und global koordiniert wird“. Nick Bostrom wiederum schätzt das als „extrem schwierig“, und „voraussichtlich unmöglich“ ein. Pragmatiker Sam Altman sieht sehr wohl eine „praktische Machbarkeit“, es brauche „klare behördliche Regularien“ und dazu Iteration, also ein mehrfaches Wiederholen der dafür nötigen Handlungen zur Zielerreichung. Beim zeitlichen Rahmen bewegt sich Harari im „Jetzt“ oder im „sehr bald“, auch weil er soziale Effekte früher ansetzt.
Tegmark mittel- bis längerfristig, drei bis fünf Jahre, Bostrom langfristig, aber mit disruptiven Kipppunkten und Altmann kurz- bis mittelfristig. Gemeinsam betrachtet ergeben ihre Positionen eigentlich keinen Widerspruch, sondern eine Art ergänzendes Zeitachsen-System. Altman, eben im „Hier und Jetzt“ mit Fokus auf wirtschaftliche Skalierung (Wertschöpfung) und Nutzen, unter Verwendung einer gewissen Sicherheitsrhetorik auch als Produktivitäts- und Wohlstandsmotor. Dann folgt Harari mit seinen sozialen Folgen, dann Tegmark mit seinem Zukunftsdesign und schließlich Bostrom mit seinen existentiellen Gefahren.
„Wie vermeiden wir das endgültige Scheitern der Menschheit durch KI?“
Zusammenfassend hat Harari recht bei kurzfristigen gesellschaftlichen Effekten. KI übernimmt hier bestimmte Narrative und das bedeutet einmal eine Art Machtverlust. Er traut Gesellschaften weniger Anpassungsfähigkeit zu als Altman. Max Tegmark sieht KI als potenziell übermenschliche Intelligenz, er glaubt an eine steuer- und kontrollierbare Entwicklung, wenn rechtzeitig gehandelt wird. Nick Bostrom schließlich sieht KI als existentielle Bedrohung : „Wie vermeiden wir das endgültige Scheitern der Menschheit durch KI?“
Bostrom agiert dabei sehr theoretisch, entwickelt dafür eigene Szenarien wie eine „Instrumentelle Konvergenz“. Sam Altman, der Pragmatiker, geht es um die zentrale Frage : „Wie bauen wir KI schnell, sicher und gesellschaftlich nützlich – und wie bringen wir diese KI in die Welt, ohne Chaos zu erzeugen?“ Final runtergebrochen ist Yuval Noah Harari eine Art Macht-Realist (und kein Technik-Pessimist), Sam Altman ist der System-Optimierer, Dario Amodei ist der inszeniert kontrollierende Entwickler, Max Tegmark ist der Visionär, und Nikolas Bostrom ist der Notfall-Denker.
Dann ist der intelligente Maschinen-Mensch real
Ein Text zu den aktuellen KI-Entwicklungen mit den Stimmen relevanter KI-Akteure kann nicht ohne Ray Kurzweil auskommen, den KI-Chef-Denker bei Google und Verfechter des sogenannten Transhumanismus. Kurzweil meint, dass künstliche Intelligenz bis 2029 menschliches Niveau erreichen wird, eine Art „Human-Level-AI“, die die kognitiven Fähigkeiten des Menschen in vielen Bereichen erreichen oder übertreffen kann. Ein zentraler Punkt in seinem Denken ist die sogenannte technologische Singularität. Das ist der Zeitpunkt, wo die Intelligenz nicht mehr nur auf biologische Gehirne beschränkt ist und ein exponentielles Wachstum zur Norm wird.
Kurzweil glaubt, dass diese technologische Singularität im Jahre 2045 eintreten wird. Das bedeutet, Menschen und Maschinen verschmelzen in einem bis dahin unbekannten Maße – und das steigert die Intelligenz der gesamten Zivilisation exponentiell bzw. regelrecht explosionsartig um ein Vielfaches. Technologisch passieren soll das nicht nur über eine dann höchstentwickelte autonome KI, sondern über sogenannte Brain-Computer-Interfaces, Nanotechnologie und Cloud-Integration, die so Menschen direkt mit KI verschmelzen (Transhumanismus). Die Mensch-Maschine oder der (intelligente) Maschinen-Mensch ist hier dann real.
USA und China und Europa mit drei unterschiedlichen Modellen
In Ergänzung zu den weiter oben angeführten vergleichenden Positionen auch von Forschern und Philosophen, sieht Kurzweil KI optimistisch. Sie kann enorme Vorteile bringen, etwa Krankheiten heilen, Lebensdauer verlängern und Wohlstand erhöhen, sie kann komplexe Probleme lösen, etwa im Bereich Energie und Umwelt. Und sie wird auch umfangreiche gesellschaftliche Veränderungen bringen, etwa im Bildungssystem und Arbeitsmarkt. Final vertritt Ray Kurzweil eine positiv-kritische Perspektive, die die Vorteile benennt und die Risiken anerkennt, ohne in alarmistische „Schwarz-Weiß-Szenarien“ zu verfallen.
Wenn wir nun schon bei Google (und KI) sind, dann sollten hier nun auch die Sichtweisen von Eric Schmidt als ehemaligen CEO von Google nicht fehlen. Auch er war in Davos und auch er bewegt sich zwischen Euphorie und Warnungen. Geo- und wirtschaftspolitisch warnt er vor drohenden Abhängigkeiten Europas insbesondere von China und rät hier zu raschen und umfangreichen eigenen Investitionen in KI. Schmidt ordnet hier auch drei große globale KI-Stoßrichtungen ein. Einmal die USA mit stark geschlossenen KI-Modellen („closed source“ mit Lizenzen als Geschäftsmodell). Dann China mit vergleichsweise großer Offenheit bei Open-Source-Systemen („open weight“ mit einer schnelleren Verbreitung).
„You know, what we should do ? Pull the plug!”
Und Europa. Ein Europa, das Schmidt im Hintertreffen sieht, ohne auch nur annähernd gleiche technologische Expertise, dafür mit großen Herausforderungen bei den Mitteln für die nötigen technologischen Investments sowie bei Infrastruktur und (weiteren) Kosten für die nötige Energieversorgung. Schmidt sieht KI nicht nur im Kontext mit technologischer Innovation, sondern als klares geopolitisches Machtinstrument. „Wenn Europa nicht bereit ist, viel Geld in eigene KI-Modelle zu investieren, dann wird es am Ende chinesische Modelle verwenden müssen – und das ist wohl kein gutes Ergebnis für Europa“, so Eric Schmidt. Schmidt vernachlässigt hier aber (bewusst?), dass Europa mehrheitlich KI-Anwendungen aus den USA nutzt, eben ChatGPT oder Claude.
Schmidts Empfehlung : Europa brauche eigene KI-Champions und zudem Souveränität bzw. Unabhängigkeit, auch gegenüber den USA. Und das nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich und politisch. Technologisch bzw. als eine Art finale Warnung zu gefährlichen KI-Entwicklungen erläuterte Schmidt in einem über die Plattform X kommuniziertem Hintergrundgespräch das Beispiel mehrere, an sich schon einzeln mächtige KI-Agenten zu verschränken – und dann könnte dieser „Super-Agent“, auch mit und für die einzelnen Agenten, eine eigene Sprache entwickeln. „Und dann wissen wir nicht mehr, was wir tun sollen“, so Eric Schmidt. Er schließt das Gespräch mit : „You know, what we should do ? Pull the plug!” Zieh’ den Stecker ! (Christian Czaak, Laurin Czaak (Recherche))
Schlüsseltechnologie der automobilen Transformation

Künstliche Intelligenz (KI) wird in der Automobilbranche mit autonomem Fahren verbunden. KI unterstützt aber auch Entwicklung, Wartung, Flottenmanagement und weitere betriebliche Abläufe. Petronas hat im Kontext einer Studie aktuelle KI-Anwendungen in der Automobilbranche analysiert.
Künstliche Intelligenz (KI) in der Automobilbranche stand bis dato eigentlich primär im Kontext mit dem Thema autonomes Fahren. KI spielt aber vor allem dort eine zentrale Rolle, wo sie Entwicklungsprozesse, Wartung, Flottenmanagement und weitere betriebliche Abläufe unterstützt. In diesen Bereichen begleitet sie wesentliche Transformationsprozesse der Branche und trägt bereits jetzt messbar dazu bei, Fahrzeuge effizienter zu produzieren, zu betreiben und Serviceprozesse zu verbessern.
Intelligente Wartung und betriebliche Effizienz
Ein zentraler Bereich ist etwa die vorausschauende Wartung (Anm. „Predictive Maintenance“). Über die kontinuierliche Analyse von Daten aus Telemetrie und Betrieb erkennt die KI frühzeitig Abnutzungserscheinungen und potenzielle Defekte. Werkstätten und Flottenbetreiber können dadurch Wartungen und Reparaturen gezielter planen, Ausfallzeiten reduzieren, Kosten senken und final die Lebensdauer ihrer Fahrzeuge verlängern. Dieser Trend zeigt sich auch im Automobilland Deutschland.
Eine gemeinsame Studie von Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Institut für Automobilwirtschaft (IfA) und Steinaecker Consulting erhebt, dass erste KFZ-Betriebe KI-Anwendungen bereits im Alltag testen oder einsetzen, darunter automatisierte Terminplanung, digitale Kundenkommunikation oder unterstützende Fehlerdiagnose in Echtzeit. Fahrerassistenzsysteme mit Sprachsteuerung oder vernetzte Kameras adressieren dann Müdigkeit oder Ablenkung und bringen final mehr Sicherheit und Unfall-Prävention im Straßenverkehr.
Drei Viertel aller Automobilunternehmen setzen bereits auf generative KI-Anwendungen
Die Studie von ZDK, IfA und Steinaecker Consulting betont, dass KI insbesondere für Service, Handel und Kundenkommunikation zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden ist. Viele Betriebe berichten von messbaren Effizienzsteigerungen und einer deutlich höheren Kundenzufriedenheit. Drei Viertel aller Automobilunternehmen setzen bereits auf mindestens eine generative KI-Anwendung, kleine und mittelständische Betriebe profitieren dabei besonders. BMW nutzt etwa in der Fahrzeugentwicklung die Anwendungen der KI-Company Anthropic.
KI kann auch bei der Einhaltung von Vorgaben und Sicherheitsstandards Prozesse sinnvoll ergänzen. Auch die Wirtschaftlichkeit profitiert. Sie hilft, Leerlaufzeiten besser zu steuern und Energie wie Kraftstoffverbrauch transparenter zu machen. Final abermals ein Kostenfaktor, der bei Flotten einen erheblichen Anteil ausmachen kann. Petronas ist ein globaler Energiekonzern aus Malaysia, ein Schwerpunkt ist die Ölraffinerie sowie verwandte petrochemische Produkte und Schmierstoffe. Einer breiteren Öffentlichkeit sind die vielfältigen Sponsortätigkeiten im Formel 1‑Sport bekannt, etwa bei Mercedes.
System „Oil Condition Monitoring“ prüft Schmierstoffe auf Verunreinigungen und Verschleiß
Petronas selbst setzt beispielsweise auch KI ein, um Forschung und Entwicklung von Schmierstoffen zu beschleunigen. Mittels spezieller Algorithmen werden Leistungsparameter verschiedener Rezepturen unter realen Bedingungen simuliert, sodass Ergebnisse vorhergesagt werden können, noch bevor physische Tests stattfinden. Über das System „Oil Condition Monitoring“ werden Schmierstoffe kontinuierlich auf Verunreinigungen und Verschleißspuren überprüft.
So lassen sich dann auch hier Wartungsintervalle optimieren und kostspielige Ausfälle vermeiden. Zudem nutzt Petronas KI, um Produktionsprozesse nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Das Potenzial von KI im Automobilsektor sei aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft. „Mit immer besser verfügbaren Daten und weiterentwickelten Algorithmen entscheidet künftig weniger die Unternehmensgröße, sondern vielmehr die Fähigkeit, diese Daten sinnvoll auszuwerten und in bestehende Prozesse einzubinden“, so Petronas in einer Aussendung.
Petronas und Petronas Lubricants International
Petronas Lubricants International (PLI) ist der globale Geschäftsbereich für die Herstellung und Vermarktung von Schmierstoffen aus der Produktion von PETRONAS, ein global tätiger Energiekonzern aus Malaysia. Seit der Gründung 2008 produziert und vertreibt Petronas Lubricants International (PLI) in weltweit über 100 Märkten eine breite Palette qualitativ hochwertiger Automobil- und Industrieschmierstoffe. Der Hauptsitz von Petronas befindet sich in Kuala Lumpur, weitere Niederlassungen gibt es etwa in Turin, Belo Horizonte, Peking oder Chicago.
PLI ist auch die treibende Kraft hinter der Partnerschaft von Petronas mit dem Mercedes-AMG PETRONAS Formula One Team und dort verantwortlich für die Entwicklung und Lieferung der sogenannten Fluid Technology Solutions™ und das inkludiert für die Silberpfeile auch ganz speziell entwickelte Schmierstoffe, Kraftstoffe und Getriebeöle. Ein zentraler Fokus bei Petronas betrifft das Thema Nachhaltigkeit mit Produktionsformen und Endprodukten, die sich positiv auf Gesellschaft und Umwelt auswirken sollen. (red/rucz, red/cc)
Digitales Business To Digitales Business

Digitale Plattformen verschränken nahtlos Software-Applikationen, KI, Cloud-Dienste oder auch Hardware. Ingram Micro entwickelt primär für IT-Reseller konzipierte Plattform Xvantage weiter. Rasche Integration von ganzen CRM- und ERP-Systemen über vorkonfigurierte Schnittstellen.
Ingram Micro, global führender IT-Dienstleister für die integrative Nutzung aller gängigen Digitalisierungs-Lösungen hat schon 2023 mit Xvantage™ eine Digital-Plattform entwickelt, welche primär andere IT-Dienstleister bzw. Reseller und die nahtlose Vernetzung mit deren Systemlandschaften adressiert. Diese IT-Reseller haben mit Xvantage Zugang zu Hardware, Software, Services und Cloud-Abonnements auf einer Plattform.
Der jetzt aktuell weiterentwickelte Integrations-Hub ermöglicht insbesondere eine weitaus schnellere Anbindung unterschiedlichster Softwarelösungen, bis hin zu letztaktuellen CRM- und ERP-Systemen führender Hersteller. Vorkonfigurierte Schnittstellen (Anm. API-Konnektoren) ersetzen dabei aufwändige Entwicklungen und reduzieren gleichzeitig Integrationskosten sowie technische Komplexität erheblich.
Automatisch Synchronisation von Bestellungen aus CRM-System
„Der Integrations Hub ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, Xvantage als digitale Drehscheibe für den österreichischen IT-Channel weiter auszubauen“, erklärt Alexander Döring, Division Head of Digital Operations bei Ingram Micro Österreich. „Unsere Partner gewinnen dadurch enorm an Geschwindigkeit, Effizienz und Flexibilität“, betont Döring.
Prozesse, die früher manuell oder in isolierten Systemen stattgefunden haben, werden jetzt automatisch verknüpft und übertragen. Händler können beispielsweise Bestellungen aus ihrem CRM-System automatisch mit Ingram Micro synchronisieren, ohne manuelle Eingriffe. „Das spart Zeit, verbessert die Datenqualität und eröffnet neue Möglichkeiten für Wachstum“, unterstreicht Alexander Döring von Ingram Micro Österreich.
Microsoft Dynamics, HubSpot, Salesforce oder Zoho als erste Applikationen
Zu den ersten verfügbaren Applikationen gehören Microsoft Dynamics, HubSpot, Salesforce und Zoho. Weitere Anwendungen und Dienste werden im Laufe des Jahres ergänzt und erweitern das Ökosystem kontinuierlich. Ein zusätzlicher Vorteil soll sich in Verbindung mit der sogenannten Model Context Protocol (MCP) App ergeben, die im Integrations-Hub Xvantage ebenso enthalten ist.
„Mit MCP können Reseller ihre KI-Agenten wie etwa ChatGPT oder Copilot an Xvantage anbinden und damit alle über APIs verfügbaren Informationen wie Artikeldaten, Lieferzeiten oder Order Stati abfragen“, erklärt Döring. Und : „Durch diese Ergänzung können künftig auch systemübergreifende Informationen effizienter in Arbeitsprozesse einbezogen werden“, erläutert Alexander Döring von Ingram Micro. Der neue Xvantage Integrations Hub ist ab sofort über die Xvantage Plattform von Ingram Micro zugänglich. (red/czaak)
Ein Umstieg mit Weitblick

SAP stellt die Weiterentwicklung der Softwarelösung IS‑H für das Patientenmanagement in Spitälern und Gesundheitseinrichtungen ein. Anwendung wird über ganz Österreich für 90 Prozent der Patient:innen eingesetzt. T‑Systems entwickelt für diese Millionen von Patienten neue Lösung und auf diese vertraut nun auch die Vinzenz-Gruppe.
Die Gesundheitsbranche steht an einem technologischen Wendepunkt : Der Softwarekonzern SAP hat angekündigt, die Weiterentwicklung von IS‑H einzustellen. IS‑H ist eine digitale Anwendung, die für das Management von 90 Prozent der Patient:innen in Österreich eingesetzt wird und von der Aufnahme über die Verwaltung von Stammdaten und Behandlungen bis zu Entlassung und Abrechnung der medizinischen Leistungen alle Prozesse abgedeckt hat. In Folge der SAP-Entscheidung droht jetzt den österreichischen Spitälern und Millionen von Patient:innen eine Versorgungslücke.
Die Vinzenz Gruppe als eines der größten privaten Gesundheits- und Sozialunternehmen in Österreich setzt nun beim Umstieg von SAP IS‑H auf die T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC). T‑Systems hat als Dienstleister in der technologischen Entwicklung und Betreuung des Gesundheitswesens jahrzehntelange Erfahrung. Der IT-Dienstleister hat hier zahlreiche eigene Software-Applikationen, mobile Anwendungen oder spezielle Cloud-Services entwickelt, die sich bei den Lösungen vom ganzheitlichen Einsatz über Datenmanagement und verschiedene mobile Arbeitsgeräte bis zu spezifischen Segmenten wie der Wundbehandlung reichen.
Innovation von T‑Systems und ergänzende Dienste von ATSP und KPMG
Zur Unterstützung der Spitalsbetreiber und weiterer betroffener Institutionen im Gesundheitswesen beim Umstieg von SAP auf die TSHC-Lösung hat T‑Systems Austria gemeinsam mit dem IT-Dienstleister AT Solution Partner (ATSP) und dem Unternehmensberater KPMG Österreich ein ganzheitliches Paket entwickelt, das die gesamte Planung und Durchführung der Nachfolgelösung für IS‑H im Patientenmanagement umfasst.
Für die Vinzenz-Gruppe liegt der Fokus auf einer langfristig stabilen und zukunftssicheren Systemlandschaft und aktuell nun im Kontext mit dem SAP-Entscheid verstärkt beim Thema IS‑H bzw. i.s.h.med (Anm. spezifische Applikation bwz. Lösung). Für die Endanwender und die verbundenen Abläufe bedeutet das allein schon umfangreiche Schritte beim Management aller damit verbundener Prozesse.
Die Verwaltung von Millionen Patienten:innen als zentrale Zukunftsfrage
Gemeinsam mit KPMG, ATSP und der Vinzenz Gruppe wurde ein Ablaufprozess entwickelt, der einmal die Komplexität der Systemarchitektur deutlich reduziert und den internen Ressourcenbedarf optimiert. Inkludiert ist auch die Klärung offener SAP-Lizenzthemen, was ebenso in der Verantwortung von T‑Systems liegt. Als partnerschaftlicher Begleiter soll hier in enger Abstimmung mit SAP Lösungen erarbeitet werden, die für die Vinzenz Gruppe maximale Planungssicherheit und Vertrauen schaffen.
Die ganze Causa rund um die Entscheidung von SAP und die neue T‑Systems Lösung TSHC adressiert parallel aber auch eine überaus relevante Zukunftsfrage : Wie soll die Verwaltung von Millionen Patienten:innen künftig effizient gemanagt werden ? „Unsere Lösung ist so konzipiert, dass der Umstieg intuitiv und der Schulungsaufwand sowohl für Nutzer:innen als auch für das IT-Fachpersonal maximal gering ist“, erläutertMartin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria.
Maximaler Datensouveränität und Kontrolle plus volle Cloud-Kompatibilität für langfristige Flexibilität
„Das ist auch für die Planungssicherheit unserer Kunden essenziell und gleichzeitig schaffen wir die notwendige technologische Basis für richtungsweisende Innovationen in der Zukunft“, unterstreicht Werner von T‑Systems Austria. Mit der Anwendung TSHC setzt T‑Systems sowohl auf Bewährtes und gleichzeitig werden auch neue Möglichkeiten abgebildet. Im Falle der Vinzenz-Gruppe wird die T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) in deren eigenen Räumlichkeiten betrieben (Anm. sog. On-Premise Lösung) und das erfüllt den Kundenwunsch nach maximaler Datensouveränität und Kontrolle.
Die neue TSHC-Lösung bietet gleichzeitig aber auch volle Cloud-Kompatibilität und das bedeutet langfristige Flexibilität, insbesondere bei Erweiterung und Verschränkung mit neuen Applikationen. „Im Kern deckt TSHC die wesentlichen funktionalen Bereiche von SAP IS‑H ab und das ermöglicht einen effizienten Einstieg für Anwender:innen und IT-Fachpersonal“, ergänzt Martin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria.
„Laufender Betrieb muss insbesondere im Patientenmanagement absolut störungsfrei bleiben“
Neben den technologischen Anforderungen ist auch das Thema Ökonomie bzw. Kosteneffizienz ein zentraler Fokus bei der neuen T‑Systems Lösung. Bestehende Prozesse können weitgehend übernommen werden, sodass die Umstellung für Gesundheitseinrichtungen entsprechend ressourcenschonend umgesetzt werden kann.
Zudem erfolgt der Übergang durch eigens entwickelte Tools automatisiert und ohne langwierige Neueinführungen. Der Aufwand für Gesundheitseinrichtungen wird damit noch weiter reduziert. „Das ist ein entscheidender Vorteil, da der laufende Betrieb eines Krankenhauses, insbesondere im Patient:innenmanagement, störungsfrei bleiben muss“, betont T‑Systems Experte Werner.
Eigene TSHC-Readiness Checks vorbereiten und begleiten den Umstieg
Die Konzeption von TSHC geht aber über den bisherigen Funktionsumfang (Anm. von SAP IS‑H) noch hinaus : Innovative Use Cases adressieren auch das Thema Benutzerfreundlichkeit und sichern auf Basis einer genau definierten Roadmap die Weiterentwicklung der Lösung für die kommenden Jahre. Um den Wechsel optimal vorzubereiten, gibt es eigene TSHC-Readiness Checks.
Diese sorgen für eine detaillierte Analyse der bestehenden, oftmals über Jahrzehnte gewachsenen SAP IS‑H Systeme. Dabei werden auch Erweiterungen und Systemspezifika exakt geprüft und auch damit wird ein reibungsloser und transparenter Übergang unterstützt. „Systemumstellungen sind herausfordernd. Sie lohnen sich aber, wenn sie durchdacht und mit den richtigen Partnern umgesetzt werden“, so Werner.
Ein wichtiger Schritt für Versorgungssicherheit und verlässliche Abläufe im Gesundheitswesen
Mit dem Umstieg auf TSHC setzt die Vinzenz Gruppe auf eine langfristig tragfähige IT-Lösung, ein wichtiger Schritt für Versorgungssicherheit und verlässliche Abläufe im Gesundheitswesen. „Für die Vinzenz Gruppe ist entscheidend, dass wir unsere gesamten Daten und auch alle kundenspezifischen Erweiterungen vollständig mitnehmen können. So stellen wir sicher, dass bewährte Abläufe erhalten bleiben und wir uns auf die aktuellen Herausforderungen konzentrieren können“, sagt Otfried Cerwenka, IT-Leiter der Vinzenz Gruppe.
T‑Systems entwickelt bereits seit 1994 die Landesversionen von IS‑H für Österreich und die Schweiz im Auftrag von SAP. Die neue TSHC-Lösung wird zu 100 Prozent in Österreich entwickelt und kann unter Gewährleistung der absoluten Datensouveränität auch von T‑Systems betrieben werden. „Wir vereinen somit modernste Technologie mit tiefem Branchenverständnis und schaffen einen nachhaltigen Mehrwert für das Gesundheitswesen“, resümiert Martin Werner, Head of Business Area Health von T‑Systems Austria. (red/czaak)