„Ein Mehrwert, den es so nicht gibt am Markt“

Digitale Souveränität als Versprechen für Sicherheit und Unabhängigkeit in einer zunehmend vernetzten Welt. Christian Neuhauser und Latifur Rahman von CANCOM Austria im Gespräch über Quanten-Verschlüsselung, Clouds und das sogenannte Confidential Computing.
In den aktuellen strategischen Diskussionen nimmt das Thema „Digitale Souveränität“ einen zentralen Platz ein. Wie definieren Sie diesen Begriff für CANCOM und Ihre Kunden?
Christian Neuhauser: CANCOM versteht digitale Souveränität als ganzheitliche Aufgabe. Wir verbinden dafür technologische, operative und datenbezogene Souveränität in einer durchgängigen End-to-End-Lösung – von Systemintegration über souveräne Managed Services bis hin zu sicheren Plattformen für Datenkollaboration, Zugriffskontrolle und Zero Trust Federation. Diese Kombination aus Breite, Integrationstiefe und Herstellerunabhängigkeit schafft einen Mehrwert, den es in dieser Form am Markt so nicht gibt.
Das klingt nach einer komplexen Anforderung an das Portfolio. Wie übersetzt CANCOM das in konkrete Angebote?
Neuhauser: Wir möchten unseren Kunden Wahlfreiheit bieten. Wir schaffen eine sichere, flexible und anbieterunabhängige Architektur für den standort‑, cloud- und organisationsübergreifenden Austausch von Daten und Workloads. Sie kann eine quantenbasierte Verschlüsselung nutzen, unterstützt alle Cloud-Modelle und vermeidet auch durch Open Source Einsatz mögliche Abhängigkeiten von einzelnen Infrastruktur-Anbietern.
Wie schaut das dann in der Praxis aus?
Neuhauser: Ein wesentlicher Baustein im Kontext von Datensouveränität sind jedoch unsere hybriden Multicloud-Angebote. Hier können Kunden beispielsweise geschäftskritische Daten in einer hochgesicherten On-Premise-Umgebung belassen, während weniger kritische Workloads in der Cloud laufen. Kunden können verschiedene Lizenzen und Hardware flexibel kombinieren. Entscheidend ist nicht der Speicherort allein, sondern die Governance, also wer worauf zugreift und welche Exit-Szenarien bestehen. Und genau hier liefert CANCOM eine auf open-source basierte Zero Trust Federation Lösung.
Viele Kunden setzen auf die großen etablierten Hyper-Scaler. Wie passt das mit dem Wunsch nach Souveränität zusammen?
Latifur Rahman: Das ist ein wichtiger Punkt. Unsere Analysen zeigen, dass reine Hyper-Scaler-Produkte oft nicht als souverän im strengen Sinne gelten. Souveränität hängt jedoch nicht nur vom Produkt selbst ab, sondern maßgeblich von der Vorgehensweise, wie die IT-Infrastruktur betrieben wird. Hier geht es dann um Confidential Computing Environments. Workloads werden in verschlüsselten Cluster-Umgebungen ausgeführt, sodass Hyperscaler weder auf die Daten noch auf die Schlüssel zugreifen können – selbst wenn die Infrastruktur bei einem US‑Hyperscaler liegt. Auch unsere CANCOM Managed Services funktionieren unabhängig vom Standort der virtuellen Maschinen.
Besonders im öffentlichen Bereich und bei kritischen Infrastrukturen sind die Anforderungen ja besonders hoch. Wie begegnen Sie diesen speziellen Bedürfnissen?
Rahman: CANCOM unterstützt seine Kunden dabei sowohl DSGVO relevante Regulatorien, aber auch von NIS/NIS2 und DORA geforderte Richtlinien einzuhalten. Unser Ziel ist es, Lösungen anzubieten, die „Plug-and-Start“, interoperabel und EN-Normen compliant sind, damit sich der Kunde nicht selbst um jedes Detail der Einhaltung kümmern muss. Hier setzen wir beispielsweise auf die Open-Source-Lösung „Grommunio“.
Auch die Zertifizierung nach europäischen Standards ist fest in unserer Strategie für die nächsten Jahre verankert. Gemeinsam mit Partnern ist es möglich unseren Kunden eine Alternativlösung zu den bekannten US-Hyperscalern anzubieten, die komplett europäisch ist und entsprechende Konformität gewährleistet.
Können Sie uns ein praktisches Beispiel nennen, wo digitale Souveränität bereits heute einen Unterschied macht?
Latifur Rahman: CANCOM arbeitet aktiv im Bereich Energiemanagement an einer Gesamtlösung auf einer Plattform, die Datensouveränität und Zugriffssicherheit garantiert, statt Einzellösungen zu betreiben. Diese Plattform wird eigens entwickelt und auch betrieben.
Im internationalen Industrie-Kontext sehen wir auch Erfolge: Mit RecAL entsteht ein ÖGUT-prämiertes Ökosystem für souveränen Datenaustausch. CANCOM stellt dafür eine interoperable, CIS-zertifizierte, herstellerunabhängige und quantensichere Architektur bereit, die cloud- und datenagnostisch vertrauenswürdige Daten- und Serviceföderation ermöglicht.
Zum Abschluss: Wie verändert dieses Thema die Zusammenarbeit mit Ihren Kunden?
Christian Neuhauser: Der Vertrieb übernimmt zunehmend eine orchestrierende Rolle. Die Lösungen müssen individuell auf die Bedürfnisse zugeschnitten werden. Unsere Architekten achten im Design und in der Beratung nicht nur auf technologischen best fit bei den Herstellern, sondern auch auf deren Firmensitz und Abhängigkeiten, auf die Standorte der verwendeten Datacenter, die Preisstabilität der Hersteller und noch einige andere Eigenschaften.
Wir liefern unseren Kunden nicht nur IT, sondern durch Innovationsworkshops und klare Governance-Modelle wollen wir auch echtes Vertrauen schaffen. Digitale Souveränität ist am Ende ein Versprechen von Sicherheit und Unabhängigkeit in einer vernetzten Welt. (red/czaak)
Geringes Bewusstsein für Cybersicherheit

Unternehmen, die sich mit Cybersicherheit aktiv auseinandersetzen, werden stetig besser. In der Gesamtwirtschaft fehlt diese fundierte Auseinandersetzung. Das allgemeine Bewusstsein ist zu gering und das gilt auch und trotz der ab nun gültigen NIS-Regularien.
Österreichs Unternehmen haben bei der Cybersicherheit im vergangenen Jahr Fortschritte erzielt. Laut einer aktuellen Erhebung von CyberRisk Report von KSV1870 Nimbusec verbesserte sich das Ergebnis bei knapp der Hälfte der rund 400 im Jahr 2026 durchgeführten Cyber-Risk Ratings gegenüber 2025.
63.000 Fälle von Internetkriminalität in Österreich im Jahr 2025
85 Prozent der erhobenen Betriebe sind in der Lage, IT-Sicherheitsvorfällen zuverlässig zu erkennen. Dennoch ist das allgemeine Bewusstsein in der Wirtschaft für Cyberrisiken angesichts der steigenden Bedrohungslage und des ab 1. Oktober 2026 geltenden NIS-Gesetzes 2026 weiterhin zu gering. „Nur ein Bruchteil der Unternehmen lässt den eigenen Cyber-Sicherheitsstatus extern überprüfen“, so KSV1870 Nimbusec.
Ganz generell stellt das Thema Cyber-Kriminalität Österreichs Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen. Im Vorjahr wurden hierzulande rund 63.000 Fälle von Internetkriminalität erfasst, davon entfielen rund 22.000 laut kriminalpolizeilicher Anzeigenstatistik auf Cybercrime. „Neben finanzieller Schäden kann auch die operative Handlungsfähigkeit massiv beeinträchtigt werden“, betont Robert Staubmann, Geschäftsführer der KSV1870 Nimbusec.
Rasche und richtige Reaktion entscheidet bei Cybeangriff
Laut aktuellem CyberRisk Report sind 49 Prozent der in 2026 durchgeführten CyberRisk Ratings besser ausgefallen als im Jahr 2025. Bei 29 Prozent blieb das Ergebnis unverändert, bei 22 Prozent zeigte sich hingegen eine Verschlechterung. „Nur ein Bruchteil der Unternehmen lässt den eigenen Sicherheitsstatus überprüfen. Viele warten offenbar lieber, bis etwas passiert. Das kann im Ernstfall erhebliche wirtschaftliche Folgen haben“, so Experte Staubmann.
Weiters bestätigt der diesjährige CyberRisk Report von KSV1870 Nimbusec, dass mittlerweile 85 Prozent der bewerteten Unternehmen in der Lage sind, IT-Sicherheitsvorfälle zuverlässig zu erkennen. Im Vorjahr waren es 73 Prozent. Bei neun Prozent der bewerteten Betriebe liegen keine Notfallpläne vor, die im Ernstfall innerbetriebliche Prozesse konkret regeln. Im Vergleich zum CyberRisk Report 2025 ist das ein positiver Rückgang um 13 Prozentpunkte. „Die rasche und richtige Reaktion ist bei einem Cyberangriff entscheidend“, unterstreicht Staubmann.
60.000 Österreichische Unternehmen von ab nun gültigen NIS-Regeln betroffen
Den Folgen etwaiger Cyberangriffe entgegenwirken soll auch das NIS-Gesetz 2026, das mit 1. Oktober 2026 endgültig in Kraft getreten ist. Von dem Gesetz betroffen sind nicht nur die rund 4.000 Unternehmen kritischer Sektoren, sondern auch deren Lieferanten und Geschäftspartner. Laut KSV1870 Schätzung geht es in Summe um rund 60.000 (!) Betriebe. Im Kern geht es darum, das Sicherheitsniveau von Netz- und Informationssystemen im Land zu erhöhen und die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern.
Diese Vorgabe dürfte besonders bei den analysierten Betrieben angekommen sein. 79 Prozent haben einen Prozess zum Management ihrer Lieferantenrisiken implementiert, gegenüber 2025 eine Steigerung um 19 Prozentpunkte. Gleichzeitig ist die laufende Schulung von Mitarbeitern essenziell, um die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens zu erhöhen.
Risiken systematisch bewerten
Das CyberRisk Rating von KSV1870 Nimbusec basiert Angaben zufolge auf dem Cyber-Risk-Schema des KSÖ (Kompetenzzentrum Sicheres Österreich) und bewertet das Cyberrisiko von Dienstleistern, Lieferanten und Dritten. Anhand von 25 Anforderungen wird das Sicherheitsniveau ermittelt und auf einer siebenstufigen Skala von minimalem bis maximalem Risiko eingestuft. Je nach Bedarf stehen A‑, A+- und B‑Ratings zur Verfügung. Das Verfahren wird jährlich an den aktuellen Stand der Technik angepasst.
Final soll eine schnelle, fundierte und kosteneffiziente Bewertung von Lieferantenrisiken ermöglicht werden. Ergänzt wird die Lösung mit dem sogenannten CyberRisk Manager, der für mehr Transparenz sorgen soll. Diese Plattform adressiert insbesondere Unternehmen mit vielen Lieferanten. „Hier können Sicherheitsnachweise von Geschäftspartnern verwaltet, Risiken bewertet und Veränderungen des Cyberrisikos frühzeitig erkannt werden und zusätzlich können Lieferanten mithilfe des CyberRisk Manager kontaktiert und CyberRisk Ratings direkt beauftragt werden“, so Robert Staubmann, Geschäftsführer der KSV1870 Nimbusec. (red/czaak)
Von Sprachmodellen bis zu Halluzinationen

Künstliche Intelligenz ist mit vielen Begriffen und ebenso vielen technologischen Einzelkomponenten verbunden. Philipp Berger, Senior System Engineer Datacenter Networking bei CANCOM Austria, hat eine umfassende Übersicht erstellt.
Als ChatGPT am 30. November 2022 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde markierte das den Beginn einer neuen Epoche. Die KI-Anwendung löste einen regelrechten Hype aus, nach nur zwei Monaten nutzen rund 100 Millionen Menschen den KI-Dienst des Unternehmens Open AI.
Kurz darauf brachten auch andere Unternehmen Produkte dieser Art auf den Markt: Microsoft Bing Chat (heute Copilot), Google Bard (heute Gemini) oder Claude von Anthropic. Damit begann ein Wettrüsten der AI-Unternehmen, die immer größere und bessere Modelle hervorbrachten und dies immer noch tun. Heute gibt es unzählige Unternehmen die interessierten Benutzern Abos für „AI-as-a-service“ zur Verfügung stellen.
Turing Test von Alan Turing im Jahre 1950 als Start
Die Idee von AI ist aber gar nicht so neu. Bereits in den 1940er Jahren wurden mathematische Modelle künstlicher Neuronen entwickelt und 1950 publizierte der Engländer Alan Turing seinen berühmten „Turing Test“. Hier sollte die Frage beantwortet werden, ob Maschinen denken können. Man versuchte den damaligen Computern intelligente Dinge beizubringen, wie Schach spielen oder logische Probleme lösen.
Sollte ein Computer diese Dinge bewerkstelligen können, so die Überlegung, wäre es eine Art von künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence). Im heutigen Kontext sprechen wir meist von generativer AI, sogenannten LLMs (Large Language Modellen). Im Gegensatz zu früheren Sprachmodellen basieren viele der heutigen LLMs auf der sogenannten Transformer-Architektur.
Neuronales Netzwerk
Als Menschen schaffen wir gerne Maschinen nach unserem Abbild. Dies ist (nicht nur in Science Fiction Filmen) bei Robotern so, sondern auch beim Gehirn. Dort sind viele Milliarden Neuronen durch Dendriten und Synapsen miteinander verbunden und bilden so ein neuronales Netzwerk. Diese Neuronen verarbeiten Informationen indem sie elektrische Signale austauschen, das Denken. Um dies nun in die Computerwelt zu übertragen haben Forscher eine mathematische Abstraktion bestehend aus Knoten (Neuronen) und Verbindungen untereinander (Synapsen) erstellt. Und das bildet die Grundlage für alle modernen AI-Modelle.
Die Neuronen sind in sogenannten Schichten (Layer) angeordnet. Diese gliedern sich in eine Eingabe‑, eine Ausgabe- und viele hundert oder tausend versteckte Schichten, wobei diese versteckten Schichten die eigentliche Arbeit erledigen. Die Neuronen einer Schicht sind mit jenen der nächsten Schicht verbunden. Jede dieser Verbindungen ist gewichtet. Erst die technischen Innovationen der letzten 20 Jahre machten es möglich so viele versteckte Schichten überhaupt trainieren zu können.
LLM (Large Language Model) und LRM (Large Reasoning Model)
Die derzeit verfügbaren Chatbots fallen unter die Kategorie LLM (bzw. LRM). Ein LLM erhält als Eingabe eine Serie von Tokens und berechnet die Wahrscheinlichkeit, welcher Token als nächstes folgen könnte. Diese Vorhersage produziert mehrere mögliche Kandidaten und wählt zufällig einen davon aus. Dadurch kann es passieren, dass das Model auf ein und dieselbe Frage jedes Mal verschiedene Antworten gibt. Über spezielle Parameter lässt sich dieses Verhalten jedoch kontrollieren. LLMs werden mit Billionen von Wörtern in verschiedenen Kontexten trainiert, daher stammt das „Large“.
Ein LRM ist ein LLM, das einen internen Gedankengang (CoT; Chain of thought) durchläuft. Im Gegensatz zu einem LLM denkt es, bevor es spricht. Man erkennt es daran, dass es einerseits wesentlich länger dauert bis man eine Antwort erhält und die Chatoberfläche ein „Denke nach…“ einblendet. LRMs arbeiten nach dem Schema: planen ➔ überlegen ➔antworten. Man erhält ein LRM, wenn ein LLM etwa mit Reinforcement Learning angepasst wird.
Vision Model
Ein Vision Model ist eines, das statt mit Text mit Bildern trainiert wird, oder mit einer Kombination aus beidem. Es ist dadurch in der Lage ein Bild zu beschreiben (Image- to-Text), ein Bild zu verändern (Image-to-Image) oder ein Bild aus einem Text zu erstellen (Text-to-Image). Der Token ist die Maßeinheit des LLMs. Erfolgt bsplw. die Abrechnung nach Tokens, bezahlt man einen Preis für Eingabe- und Ausgabetokens.
Token
Ein Token ist etwa ein halbes bis ein Wort, technisch ist es ein Wortfetzen. Diese Wortfetzen sind so gewählt, dass sich daraus möglichst viele andere Wörter zusammensetzen lassen. Die Aufteilung des Texts auf Tokens kann zwischen den Modellen variieren, ist aber an das Model gebunden. ChatGPT‑5 teilt etwa das Wort „Gericht“ auf 2 Tokens auf: „Ger“ und „icht“, „Gerichtsverhandlung“ ergibt 5 Tokens: „Ger“, „ichts“, „ver“, und „handlung“. Je nach Sprache werden pro Wort unterschiedlich viele Tokens verwendet, im Englischen ca. 1,2 Tokens pro Wort, im Deutschen 1,5 – 1,8. Werden Dateien (Dokumente, Bilder, etc.) hochgeladen, so werden diese ebenfalls in Tokens zerlegt.
Kontext
Das Kontext-Fenster legt fest, an wie viele Tokens sich ein Model erinnern kann. Das betrifft einerseits die Eingabe selbst (Prompt-Text, Dateiuploads, etc.) als auch die Historie der aktuellen Unterhaltung (also alle Ein- und Ausgaben). So kann es passieren, dass sich das Modell bei langen Unterhaltungen oder großen Dateien plötzlich nicht mehr an Informationen erinnern kann. Je größer der Kontext, desto mehr Ressourcen werden benötigt.
Die Erfahrung zeigt, dass Modelle Informationen am Anfang und am Ende des Kontext- Fensters mehr berücksichtigen als jene in der Mitte. Eine Analogie wäre ein längeres Meeting, wo man sich gut an die Folien 1–3 und die letzten Folien 150–152 erinnern kann, aber auf Nachfrage die Zeile 5 auf Folie 60 nicht fehlerfrei zitieren kann. Mehr ist also nicht immer besser und eigene Chats pro thematisch neuer Anfrage (neuer Kontext) verbessern die Qualität der Antworten ungemein. Derzeit übliche Kontextlängen erstrecken sich von 64.000 – 1 Mio. Tokens.
Training
Das beste und größte Model ist sinnlos ohne Training. Wenn ein Model erstellt wird, erhalten alle Verbindungen zwischen den Neuronen ein zufälliges Gewicht. Beim Training wird dem Model nun eine Eingabe geliefert (z.B eine Frage) und es produziert eine Ausgabe (Antwort). Diese Antwort ist aber naturgemäß falsch, jedoch ist dem Trainierenden die korrekte Antwort bekannt.
Über einen Prozess namens Backpropagation (Fehlerrückführung) werden nun die Gewichtswerte der Verbindungen so verändert, dass beim nächsten Mal die korrekte Antwort herauskommt. Wenn man das nun mehrere Milliarden mal mit verschiedenen Ein- und Ausgaben macht, erhält man ein trainiertes Model.
Inference
Inference bedeutet, dass ein Modell genutzt wird. Es gibt die Trainings-Phase in der dem Modell das „Wissen“ beigebracht wird und die Inference-Phase in der auf das Wissen zugegriffen und es mit Prompts befragt werden kann. Dazwischen gibt es ggf. die Anpassungs- (Fine- Tuning) Phase.
Die Anzahl der Parameter gibt dann an, wie viele gelernte Werte es in einem Model gibt. Vereinfacht gesagt sind dies die Gewichtungen, die beim Training trainiert werden. Die Anzahl der Parameter hat einen direkten Einfluss auf die Größe der Models und die benötigten Ressourcen. GPT‑1 hatte 117 Mio. Parameter, GPT‑2 bereits 1,5 Mrd und GPT‑3 etwa 175 Mrd. Das frei verfügbare GLM- 5 verfügt über 754 Mrd. Parameter und schlägt sich mit einer Größe von 1,5 TB zu Buche.
Prompt-Engineering
Der Prompt ist die Anfrage an das Model. Das kann reiner Text sein, aber auch PDFs, DOCX oder Bilddateien. Man unterscheidet hier zwischen dem User (Benutzer) und System Prompt. Der User-Prompt ist der Text den der Benutzer eingibt, der System-Prompt legt Verhaltensregeln des Models fest. Der System-Prompt kann nicht bei jedem Model verändert werden bzw. nur indirekt, indem Anweisungen im User-Prompt verpackt werden.
Hierbei handelt es sich um die Kunst den Prompt möglichst so zu formulieren, dass man die höchste Genauigkeit und die relevantesten Informationen vom Model erhält. So wie es früher wichtig war die korrekten Suchworte in Google einzugeben ist es bei der AI hilfreich für den Prompt eine genaue und umfassende Formulierung zu wählen.
Halluzinieren
Unter dem Halluzinieren versteht man den Umstand, dass die AI Tatsachen erfindet. Das erstreckt sich von falschen Zusammenfassungen über fehlerhafte Erklärungen bis hin zum Erfinden von Zitaten und Fakten. Auch wenn eine Quelle angegeben wird, bedeutet das nicht, dass der Text dort irgendetwas mit dem Thema zu tun hat oder die Quelle überhaupt existiert. Da die Ausführungen der AI dennoch plausibel klingen und eben ggf auch Quellenangaben enthält, ist das Halluzinieren von Laien schwer zu erkennen.
Agentic AI
AI Agenten sind das aktuelle Go-To wenn es um die Verwendung von AI geht. Anders als die Chatbots wie ChatGPT beantworten sie nicht Prompt für Prompt, sondern arbeiten nach dem Muster: beobachten ➔ überlegen ➔ handeln ➔ Ergebnis prüfen ➔ beobachten ➔… . Die Anforderungen können vielfältig sein, je nachdem welche Werkzeuge einem Agenten zur Verfügung stehen (zB. „Buche mir eine Reise nach Madrid“ oder „Prüfe alle neuen Mandatsanfragen, ordne sie Arbeitsrecht, Mietrecht oder Gesellschaftsrecht zu und erstelle eine Kurz-Zusammenfassung.“).
Abhängig vom verwendeten Agenten ist es aber möglich, dass die Verwendung desselben durch die vielen verdeckten Anfragen eine hohe Anzahl an Tokens konsumiert und somit entsprechend teuer ist. Ein Agent verwendet hierfür im Hintergrund Modelle die für das Nachdenken ausgelegt sind (LRM).
Automatisierung
Vor allem AI-Agenten eignen sich um Workflows zu definieren und diverse Aufgaben des daily Business zu automatisieren. Automatisierung an sich ist aber nicht von einer AI abhängig, jedoch lässt sie sich in einigen Fällen einfacher und dynamischer umsetzen. Da viele Unternehmen alleine aus Kostengründen keine AI Infrastruktur im Büro betreiben können, müssen diese AI Agenten LLMs in der Cloud nutzen, was unweigerlich zum Thema Datenschutz führt. Oft reicht aber auch ein einfaches Excel oder ein Script auf einem PC in der Kanzlei, um den gewünschten Effekt zu erhalten.
Application Programming Interface
Der Begriff API steht für „Application Programming Interface“ und ist eine Schnittstelle. Während menschliche Benutzer übersichtlich und bedienungsfreundlich ihre Prompts und Dateien über Textboxen auf schönen Webseiten übermitteln (wie zB. bei ChatGPT), ist ein Solches für Programme, die auf AI-Funktionen zugreifen wollen, eher hinderlich. Diese Programme, aber auch Scripte oder Agenten verwenden die API des jeweiligen Modells um Prompts und Daten mittels eines standardisierten Formats (in diesem Fall JSON) zu übertragen.
Context Engineering
Das Context Engineering ist die „Weiterentwicklung“ des Prompt Engineerings. Bei komplexeren Anfragen (zB durch Agents) ist es notwendig, Informationen oder Anweisungen zum korrekten Zeitpunkt an das Modell zu übergeben, um ein optimales Ergebnis zu erhalten. Aber auch zusätzliche Arbeitsschritte wie das Zusammenfassen der bisherigen Informationen, um wieder Platz im Context zu schaffen, gehört dazu.
Finale Conclusio
Wie alle technischen Errungenschaften ist die AI ein sehr wertvolles Werkzeug für bestimmte Aufgaben, wenn sie korrekt verwendet wird. Wie die Einführung des Internets, welche die Suche in Büchern erleichtert hat, so ist Recherche nun mit AI noch schneller und komfortabler geworden.
Im eigenen Interesse wird jedoch dringend empfohlen generierte Inhalte und recherchierte Ergebnisse auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Die AI erleichtert den Arbeitsalltag, aber sie kann den Menschen nicht vollständig ersetzen – die Arbeit fällt nicht weg, sie verändert sich nur. (Philipp Berger ist Senior System Engineer für Datacenter Networking bei CANCOM Austria). (ContentAd)
Gebündelte Expertise beim Thema Kundenkommunikation

Fonio.ai und T‑Systems Austria starten eine KI-Plattform für Kundenkommunikation. Im Rahmen der Kooperation wird die Voice-AI-Lösung von fonio.ai gemeinsam über eine Plattform auf den Markt gebracht, die T‑Systems Austria künftig als Teil ihres Produktportfolios anbietet.
Fonio.ai , die österreichische KI-Plattform für Kundenkommunikation, und T‑Systems, ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom AG und international operierender IT-Dienstleister, gehen eine strategische Partnerschaft ein. Ziel ist es, KI-gestützte Kundenkommunikation für Unternehmen jeder Größe zugänglich zu machen. Im Rahmen dieser Kooperation bringen die beiden Unternehmen die Voice-AI-Lösung von fonio.ai gemeinsam über eine Plattform auf den Markt, die T‑Systems Austria künftig als Teil ihres Produktportfolios anbietet.
Kernelement der Partnerschaft ist eine Plattform unter dem Namen „T operated by fonio.ai“, gestaltet im Branding der Deutschen Telekom. T‑Systems Austria betreut Enterprise-Kunden und übernimmt dort auch die Implementierung. Die KI-basierten Voice-AI-Cluster von fonio.ai laufen dabei über die T Cloud, das einheitliche Cloud-Portfolio der Deutschen Telekom, das die verschiedenen Cloud-Infrastrukturen und IT-Services unter einem Dach bündelt. Damit sollen alle Kunden von Zero Data Retention profitieren, einem Sicherheitsstandard, der bisher Enterprise-Umgebungen vorbehalten war.
DSGVO-konforme Datenverarbeitung
Die Agents nehmen Anrufe entgegen, qualifizieren Anliegen, vereinbaren Termine und leiten komplexere Fälle strukturiert weiter. Stimme, Verhalten und Inhalte lassen sich individuell konfigurieren. Die Agents lassen sich schnell und ohne Programmierkenntnisse einstellen. Über hundert Integrationen fügen sich nahtlos in bestehende Systeme ein und lernen mit jeder Interaktion dazu. Sämtliche Daten werden DSGVO-konform verarbeitet, das gesamte Angebot bewegt sich im gewohnten Qualitäts‑, Service- und Vertrauensrahmen von T‑Systems Austria.
„KI-gestützte Telefonie entwickelt sich gerade zum Standard für jede Organisation, die dauerhaft erreichbar und damit wettbewerbsfähig bleiben möchte“, sagt Daniel Keinrath, CEO und Mitgründer von fonio.ai. „Mit T‑Systems Austria haben wir den idealen Partner, um sie auch großen Unternehmen zugänglich zu machen und diese Entwicklung sicher und verlässlich zu beschleunigen“, unterstreicht Keinrath von fonio.ai..
Keine Kompromisse mehr bei Sicherheit oder Qualität
„Unternehmen erwarten heute KI-Lösungen, die nicht nur leistungsfähig, sondern auch vertrauenswürdig, sicher und einfach integrierbar sind. Gemeinsam mit fonio.ai bieten wir genau das. Durch den Betrieb auf unserer T Cloud Public garantieren wir höchste Anforderungen an Datenschutz und digitaler Souveränität“, sagt Peter Lenz, Managing Director bei T‑Systems Austria. „Beim Thema Sicherheit oder Qualität müssen unsere Kunden somit keine Kompromisse mehr eingehen“, betont Lenz von T‑Systems Austria.Für beide Partner ist die Zusammenarbeit eine strategische Ergänzung. T‑Systems Austria erweitert sein Portfolio um eine sofort einsatzbereite Voice-AI-Lösung und kann Unternehmen die Automatisierung der telefonischen Kundenkommunikation aus einer Hand anbieten. Schon jetzt zeigt sich rege Nachfrage aus Branchen wie Gesundheitswesen (Health), Manufacturing und Bankwesen. fonio.ai wiederum bringt seine Technologie über eine der stärksten Marken im deutschsprachigen Raum auf den Markt. (red/cc)
Kriminelle Arbeitsteilung

25 Dollar für Zugang zu thailändischem Produktionssystem und 750.000 Dollar für Datenbank eines deutschen Industriebetriebes. Kriminelle Access-Broker handeln die Zugänge und angreifende Kollegen monetarisieren sie, so weitere Details aus aktuellem TrendAI-Report zum Thema Cyber-Kriminalität und ‑Security. Der Report nennt erstmals auch Details und Namen zu Angreifern, Methoden und besonders bevorzugte Ziele wie Unternehmensgruppen.
Neue Auszüge aus dem kürzlich vorgestellten Report „The Market for Trust: How Cybercriminals Recruit Corporate Insiders“ vom internationalen Cybersecurity-Anbieter TrendAI (Tochter von Trend Micro, Anm.) zeigen nun auch, wie Cyber-Kriminelle sowie Ransomware-Gruppen und geopolitisch motivierte Hacktivisten auf dieselben Zugänge zu Industrieunternehmen aus Produktion, Energie- und Wasserinfrastruktur zugreifen.
Die Experten von TrendAI waren über zwei Jahre in einschlägigen Untergrundforen „unterwegs“ und konnten hier erstmals in einer umfassenden Art und Weise die neuen „Trends“ der internationalen Cyber-Kriminalität beleuchten. Erste Erkenntnisse aus dem Report betrafen die neue Dienstleistung „Insider-as-a-Service“ (economy berichtete). Jetzt wurden weitere Ergebnisse veröffentlicht.
Der kriminelle Untergrund besteht aus vier miteinander verbundenen Bereichen
Die neue Forschung von TrendAI zeigt, wie sich insbesondere um industrielle Infrastruktur ein arbeitsteiliger krimineller Markt entwickelt hat. Sogenannte Access-Broker (vulgo Zugangs-Händler, Anm.) verkaufen Zugänge zu Unternehmen aus Industrie, Energie und Fertigung. Im nächsten Schritt monetarisieren Ransomware-Akteure (vulgo Angreifer, Anm.) diese Zugänge. Auch geopolitisch motivierte Hacktivisten greifen zunehmend auf dieselben Eintrittswege und Wissensquellen zurück.
Der untersuchte Untergrund besteht aus vier miteinander verbundenen Bereichen: Erster Bereich ist das sogenannte Access-as-a-Service: Broker verkaufen VPN- und RDP-Zugänge (Virtual-Private-Network und Remote-Desktop-Protocol, Anm. zu Produktionsstandorten, Energieunternehmen und Versorgern.
Dann folgt der Bereich Ransomware, wo sogenannte Affiliates (Vertriebs-Verteiler, Anm.) erlangte Zugänge für Verschlüsselung und Erpressung nutzen und sodann Daten auf Leak-Sites veröffentlichen. Der nächste Abschnitt in der kriminellen Wertschöpfungskette ist Hacktivismus: Geopolitisch motivierte Gruppen versuchen hier etwa, industrielle Systeme für Propaganda und zunehmend auch für reale Störungen zu nutzen.
Raubkopierte Spezial-Schulungen und digitale Tutorials
Im nächsten Schritt folgt der eigentliche Wissensaustausch: Raubkopierte ICS-Schulungen (Industrial Control Systems, Anm.), und digitale Tutorials senken die technische Einstiegshürde. Dabei handelt es sich nicht um einen einzelnen Marktplatz, sondern um ein Ökosystem mit arbeitsteiliger Struktur. Access Broker, Datenhändler, Ransomware-Akteure und Hacktivisten bewegen sich teilweise in denselben Foren und Kommunikationskanälen. Sie teilen Eintrittswege, Wissensquellen und in einigen Fällen sogar Personal.
TrendAI konnte sich auch das Entlohnungssystem anschauen. Die Preisspanne für Zugänge zu Industrieanlagen ist enorm. Auf der Plattform „BreachForums“ bot ein Verkäufer einen vollständigen Administratorzugriff auf das Produktionssystem eines thailändischen Fertigungsunternehmens für 25 US-Dollar an. Am anderen Ende der Preisskala listete ein Verkäufer auf „exploit.in“ die interne Datenbank eines deutschen Energie-Unternehmens für 12 Bitcoin – umgerechnet rund 748.000 US-Dollar.
Die Manipulation der Stromversorgung als Bonus
In einem weiteren Fall bot ein Akteur auf BreachForums die vollständige Kontrolle über SCADA-Systeme (Supervisory Control and Data Acquisition, Anm.) und Mitarbeiterdaten zweier pakistanischer Energieversorger für 3 Bitcoin (rund 187.000 US-Dollar) an. Inkludiert war die Möglichkeit, die Stromversorgung zu Spitzenzeiten zu manipulieren. Das Einfallstor ist selten eine Lücke (zB. Zero-Day, Anm.), die Angreifer nutzen vornehmlich bestehende Fernzugänge, so TrendAI.
Den Zutritt verschaffen sich die Zugangsbroker in den allermeisten Fällen nicht über hochentwickelte Exploits (Codes, Datenpakete, Software, Anm.), sondern über kompromittierte Standardinfrastruktur. VPN- und Remote-Access-Gateways sind mit 21 Prozent der ausgewerteten Zugangsangebote der mit Abstand häufigste Weg, gefolgt von RDP (13 Prozent) und gestohlenen Zugangsdaten (rund 12 Prozent).
Die große Verwundbarkeit von industriellen Fertigungsbetrieben
Häufig betroffen sind laut TrendAI Angaben sogenannte Edge-Appliances (dezentrale Peripherie-Geräte, Anm.) von Fortinet, Citrix, Cisco, Palo Alto Networks und SonicWall – meist abgesichert mit schwachen, wiederverwendeten oder gestohlenen Passwörtern. Direkte Zugänge über SCADA, ICS, HMI (Human-Machine-Interface) oder SPS (Speicher-Programmierbare-Steuerung/Programmable-Logic-Controller) bewerben die Verkäufer in rund sieben Prozent der Angebote explizit als besonders wertvolle-Premium-Ware.
Die TrendAI-Experten haben auch die betroffenen Branchen- bzw. Unternehmensgruppen ausgewertet. Demnach sind Fertigungsbetriebe mit 68 Prozent aller Forenbeiträge und 78 Prozent aller öffentlich gewordenen Ransomware-Opfer die mit Abstand am stärksten betroffene Branche. Ihre geringe Toleranz für Produktionsausfälle macht sie für Erpresser besonders attraktiv. Zwischen Januar 2024 und Juni 2026 zählte TrendAI 3.178 öffentlich gelistete Ransomware-Opfer aus den Bereichen Industrie und Energie.
Insbesondere pro-russische und pro-iranische Gruppen
Die Zahl der heimgesuchten Industrie-Unternehmen stieg von 974 im Jahr 2024 auf 1.437 im Jahr 2025 – ein Anstieg von fast 50 (!) Prozent (exakt waren es 48 Prozent). Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 767 Opfer verzeichnet, womit das laufende Jahr das Vorjahresniveau übertreffen dürfte. Den Anstieg treiben wenige Ransomware-as-a-Service-Gruppen voran: Akira (372 Opfer), Qilin (338) und Play (238) zeichnen zusammen für rund 30 Prozent aller Fälle verantwortlich. Bei den Opferländern liegt Deutschland hinter den USA auf Platz 2, noch vor Kanada und Italien.
Der Report dokumentiert zudem auch eine wachsende Zahl geopolitisch motivierter Angriffe auf industrielle Infrastruktur, insbesondere durch pro-russische und pro-iranische Gruppen wie Z‑Pentest, NoName057, Sector 16, CyberAv3ngers und Handala. Diese Akteure verfügen häufig über geringere technische Fähigkeiten als klassische APT-Gruppen (Advanced Persistent Threat, Anm.), erzielen aber reale Wirkung: FBI, NSA und CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency, Anm.) bestätigten in einer gemeinsamen Warnmeldung im Dezember 2025, dass auch technisch wenig versierte, pro-russische Gruppen physische Schäden an Wasser‑, Energie- sowie Lebensmittelproduktions- und Agrarsystemen verursacht haben.
Existentielle Bedrohungen für Unternehmen brauchen entsprechende Schutzmaßnahmen
Ende Juli 2026 störte die mit Iran in Verbindung stehende Gruppe CyberAv3ngers durch die Ausnutzung speicherprogrammierbarer Steuerungen (SPSen) den Betrieb von Wasser- und Abwasserversorgern in mehr als 30 Kommunen im US-Bundesstaat Minnesota. Im Juni 2026 beanspruchte die pro-iranische Gruppe Handala einen Einbruch bei einem großen US-Wasserversorger für sich und erklärte, eine Unterbrechung der kommunalen Wasserversorgung wäre möglich gewesen.
„Die Ergebnisse zeigen, dass der industrielle Untergrund mehr als nur eine abstrakte Gefahr darstellt und schon heute als arbeitsteilige Ökonomie funktioniert“, sagt Udo Schneider, Governance, Risk & Compliance Lead Europe bei TrendAI. „Für Unternehmen bedeutet das: Ein kompromittierter VPN‑, RDP- oder anderer Remote-Access-Zugang kann weit über einen klassischen IT-Sicherheitsvorfall hinausreichen. Phishing-resistente Multi-Faktor-Authentifizierung/MFA, konsequentes Patchen internetexponierter Systeme und eine echte Trennung von IT und OT (Operation Technology) können zentrale Eintrittswege schließen“, unterstreicht Schneider von TrendAI. (red/czaak)
Strategischer Partner der heimischen KI-Szene

„AI Foundation Services“ von T‑Systems Austria als flexibel nutzbare KI-Plattform für Unternehmen. Leistungsfähige und skalierbare Infrastruktur zur Verwendung und eigenen Entwicklung unterschiedlicher KI-Modelle. Start-Up Theradocx setzt für Dokumentationen bei Gesundheitsbehandlungen mittels Software-as-a-Service Modell auf neue Plattform.
T‑Systems Austria positioniert sich als strategischer Partner der heimischen KI-Szene. Der IT-Dienstleister bietet ab sofort für Unternehmen mit „AI Foundation Services“ eine flexibel nutzbare Plattform für KI-Anwendungen. Unternehmen können unterschiedliche KI-Modelle und – Services verwenden, um eigene KI-Anwendungen zu entwickeln und skalieren und dabei auf leistungsfähige, skalierbare Infrastruktur zugreifen. Wie eine solche Kooperation in der Praxis funktioniert, zeigt das aktuelle Projekt mit dem österreichischen Start-Up Theradocx.
Über 40 Jahre Erfahrung im heimischen Gesundheitswesen
Theradocx bietet Psychotherapeuten, klinische Psychologen sowie Pflege- und Betreuungseinrichtungen Unterstützung bei der Dokumentation. Das Geschäftsmodell basiert auf einer KI-gestützten Software-as-a-Service-Lösung (SaaS), die dort ansetzt, wo nach jeder Sitzung Dokumentationsaufwand entsteht. Mit ausdrücklicher Einwilligung der Klienten wird der Sitzungsverlauf aufgezeichnet, automatisch transkribiert und zu einem strukturierten Protokollentwurf verdichtet. Die Therapeuten prüfen dann diesen Entwurf, ergänzen ihn und geben ihn frei. Die fachliche Verantwortung für die Dokumentation bleibt damit beim Menschen.
Theradocx erstellt keine Diagnosen und trifft keine Behandlungsentscheidungen. Da hochsensible Gesundheitsdaten verarbeitet werden und die betreuten Berufsgruppen der gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht unterliegen, gelten für das Unternehmen strengste Kriterien für Datenschutz und Compliance. Für T‑Systems ist dies ein vertrautes Terrain, der IT-Dienstleister hat über 40 Jahre Erfahrung im heimischen Gesundheitswesen und verbindet technologische Expertise mit stabiler Umsetzung und zukunftssicheren Lösungen.
Souveränität und Flexibilität und wirtschaftliche Konditionen
Auf der Suche nach einer skalierbaren Infrastruktur hat sich Theradocx bewusst für die AI Foundation Services von T‑Systems Austria entschieden. Neben dem Fokus auf Datensouveränität durch den Betrieb innerhalb europäischer Rechenzentren spielte die Flexibilität bei den Modellen eine zentrale Rolle für die eigene Produktentwicklung. Das Start-Up kann verschiedene europäisch gehostete Large Language Models flexibel testen und einsetzen.
Ein entscheidender Faktor war zudem die wirtschaftliche Komponente. Die Preisgestaltung von T‑Systems Austria ist Angaben zufolge bei proprietären Modellen konkurrenzfähig mit führenden Hyperscalern. Open-Source-Modelle bieten hierbei häufig eine wirtschaftlich attraktive Alternative zu den herstellerspezifischen Lösungen der großen Technologieanbieter.
Starke Partnerschaft für die heimische Start-Up-Szene
„Für ein wachsendes Start-up ist der Spagat zwischen Enterprise-Sicherheit und finanzieller Flexibilität oft eine enorme Hürde“, erklärt Jan Hoppel, Geschäftsführer von Theradocx. „T‑Systems Austria beweist, dass sie die österreichische AI-Startup-Szene aktiv unterstützen. Wir konnten einen absolut gangbaren Vertrag schließen, der perfekt auf ein kleines Start-up zugeschnitten ist. Das ermöglicht uns eine rasche Skalierung, die den hohen Ansprüchen unserer Kunden an Sicherheit und Infrastruktur gerecht wird“, so Hoppel.
Auch auf technologischer Ebene bietet die Zusammenarbeit zukunftssichere Perspektiven, da die Plattform kontinuierlich um neueste Modellgenerationen erweitert wird. „Unsere Vision ist es, Innovation am Standort Österreich durch modernste Technologie voranzutreiben“, betont Markus Berger, Digital Engineer bei T‑Systems Austria. „Mit unseren Services bieten wir Start-ups genau die Flexibilität, die sie für agile Produktentwicklungen benötigen, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen“, so Berger. „Mit dieser Kooperation unterstreicht T‑Systems ihre Rolle als treibende Kraft für digitale Souveränität und Innovationskraft in Österreich“. (red/czaak)
Große Ambivalenz beim Thema Cybersecurity

Aktuelle Cybersecurity-Studie von EY belegt bei österreichischen Betrieben große Orientierungslosigkeit beim Thema NIS2. Bei nötigen Schutzmaßnahmen zeigt sich mehr Bewusstsein und ein verstärkter Einsatz von KI. Parallel stagnieren die Geldmittel zur Cyberabwehr.
36 Prozent der österreichischen Unternehmen haben konkrete Hinweise auf Cyberangriffe, im Vorjahr waren es noch 32 Prozent. Jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) setzt mittlerweile KI-Technologien in der Cyberabwehr ein. 2025 waren es 15 Prozent. Der Einsatz von Sicherheitsmaßnahmen und Notfallplänen stieg von 57 auf 73 Prozent. Die häufigste Angriffsart bleibt Phishing mit 71 Prozent. Malware-Angriffe legen deutlich auf 52 Prozent zu.
Cyberangriffe weiter bei größten Bedrohungen für Unternehmen
Über 40 Prozent der Unternehmen haben ein Cybersecurity-Budget von unter 25.000 Euro, die Budgets stagnieren hier weitgehend. Bei den neuen gesetzlichen Regularien von NIS2 können immer noch 44 (!) Prozent der Unternehmen ihre eigene Betroffenheit nicht einschätzen. Bei 70 Prozent ist noch kein Maßnahmenbereich abgeschlossen. Das sind Ergebnisse einer Studie von EY Österreich, wo Angaben zufolge 200 Geschäftsführer und IT-Führungskräfte von österreichischen Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden befragt wurden.
Cyberangriffe zählen weiterhin zu den größten Bedrohungen für Unternehmen. Während 2025 noch 47 Prozent der Entscheider in Österreich das Risiko eines Cyberangriffs als hoch einschätzten, ist dieser Anteil 2026 auf 38 Prozent gesunken (2024 waren es 35 Prozent). Die tatsächliche Bedrohungslage entwickelt sich jedoch in die andere Richtung: 36 Prozent der Unternehmen hatten konkrete Hinweise auf Angriffe auf ihre Netzwerke und Daten, und das ist ein Plus von vier Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr (32 Prozent).
Positiver Trend bei Schutzmaßnahmen
Besonders auffällig ist, dass Unternehmen, die KI-Technologien in der Cybersecurity einsetzen, registrieren mit rund 65 Prozent weit häufiger Hinweise auf Angriffe als Unternehmen ohne KI-Einsatz (29 Prozent). 82 Prozent aller Befragten erwarten zudem, dass die Bedeutung von Cyberangriffen künftig weiter zunehmen wird. „Dass die wahrgenommene Gefahr sinkt, während die tatsächlichen Vorfälle steigen, ist ein gefährlicher Trugschluss. Wer KI gezielt einsetzt, erkennt deutlich mehr Angriffe. Sichtbarkeit ist der erste Schritt zu wirksamer Abwehr“, so Gottfried Tonweber, Partner und Leiter Cybersecurity bei EY Österreich.
Bei den Schutzmaßnahmen zeigt sich ein klar positiver Trend: Jede abgefragte Sicherheitsmaßnahme wird 2026 häufiger eingesetzt als in den Jahren zuvor. Firewalls und Antivirus-Software sind mit 97 Prozent nahezu flächendeckend im Einsatz, gefolgt von regelmäßigen Sicherheitsupdates und mehrstufiger Authentifizierung. Besonders stark gewachsen sind Notfallpläne und Incident-Response-Teams, die von 57 Prozent im Vorjahr auf 73 Prozent zulegten, ebenso wie automatisierte Überwachungsmechanismen (70) und regelmäßige Sicherheitsaudits (68 Prozent).
Ohne ausreichende Mittel kein adäquates Schutzniveau
Die eingesetzten Maßnahmen gelten dabei als weitgehend ausgereift. Auch organisatorisch wird aufgerüstet: 83 Prozent setzen auf die Sensibilisierung der Mitarbeiter, jeweils 80 Prozent auf Awareness-Maßnahmen und die Modernisierung der IT-Infrastruktur. Knapp die Hälfte der Unternehmen berücksichtigt dabei bereits aktuelle Bedrohungen wie Deepfakes oder den Umgang mit KI-Angriffen. Ein weiteres Viertel plant dies. Vorreiter dabei sind die umsatzstärksten Unternehmen.
Bei den Budgets bleibt die Lage hingegen angespannt. Über 40 Prozent der Betriebe investieren weniger als 25.000 Euro jährlich in Cybersecurity, sechs Prozent verfügen über kein gesondertes Budget und 32 Prozent können ihre Ausgaben nicht beziffern. Nur rund ein Viertel plant in den kommenden zwei Jahren zumindest eine leichte Erhöhung. Die Mehrheit der Budgets bleibt unverändert. „Ohne ausreichende, gezielt eingesetzte Mittel lässt sich ein Schutzniveau kaum halten. Cybersicherheit ist ein Dauerinvestment und kein einmaliges Projekt“, so Bernhard Zacherl von EY Österreich.
Phishing dominiert und auch Malware-Angriffe legen deutlich zu
Als gefährlichste Tätergruppe gilt weiterhin das organisierte Verbrechen, während das eingeschätzte Risiko durch Hacktivisten leicht zurückgeht. Für knapp die Hälfte wäre Datenverlust und Datenschutzverletzungen die gravierendste Folge eines Angriffs, gefolgt von Betriebsunterbrechungen und finanziellen Verlusten. Phishing bleibt mit 71 Prozent die mit Abstand häufigste Angriffsart. Deutlich zugenommen haben Malware-Angriffe, danach folgen Ransomware, Passwortangriffe und DDoS-Attacken.
Am häufigsten getroffen werden Kommunikations- und Kollaborationsservices: Knapp die Hälfte aller Angriffe zielt auf diesen Bereich, gefolgt von Daten- und Speicherservices sowie Arbeitsplatz- und Enduser-Services. Erpressungsversuche sind dabei leicht zurückgegangen: 19 Prozent der bereits betroffenen Unternehmen wurden zu Geldzahlungen aufgefordert, nach 27 Prozent im Vorjahr.
Der Einsatz von KI
Bei der finanziellen Absicherung herrscht hingegen Stillstand – wie schon 2025 hat nur knapp jeder Zweite (45 Prozent) eine Versicherung gegen digitale Risiken abgeschlossen. Bei der Aufdeckung gewinnen interne Mechanismen an Bedeutung. Besonders stark stiegen unternehmensexterne Hinweise an – von zwei Prozent im Vorjahr auf 13 Prozent. Zu den wirksamsten Maßnahmen gegen Cyberangriffe gehören regelmäßige Schwachstellen-Tests und rund 70 Prozent der Betriebe tun das auch regelmäßig.
Der Einsatz von KI in der Cyberabwehr nimmt zu: 2026 setzt bereits jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) entsprechende Technologien ein, nach 15 Prozent im Vorjahr. Genutzt wird KI vor allem zur Anomalieerkennung, zur automatisierten Sicherheitsüberwachung und zur Bedrohungsanalyse. Die Hälfte der Unternehmen ohne KI-Einsatz plant derzeit keinen Einstieg. Als größte Hürde bei der Implementierung gelten Bedenken bei Datenschutz und Ethik, während Kosten und der Mangel an qualifiziertem Personal an Bedeutung verlieren.
Große Orientierungslosigkeit bei NIS‑2 Richtlinie
Beim Thema Risikomanagement zeigen sich die Unternehmen organisiert: Knapp 80 Prozent erfassen ihre IT- und Cyber-Risiken zumindest teilweise systematisch. Umso größer ist der Kontrast beim Thema NIS‑2, wo weiterhin erhebliche Unsicherheit herrscht: 44 Prozent der Betriebe können nicht einschätzen, ob und in welcher Form sie von der Richtlinie betroffen sind. 61 Prozent geben zudem an, die Fristen nicht zu kennen. Nur 22 Prozent sehen sich vollständig informiert und fristenkonform. Entsprechend gering ist der Umsetzungsstand: bei 70 Prozent der Unternehmen ist bislang in keinem der zentralen NIS-2-Maßnahmenbereiche die Umsetzung abgeschlossen.
Besonders kleinere Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als zehn Millionen Euro kämpfen mit der Umsetzung (74 Prozent). Bei umsatzstärkeren Unternehmen fehlt nur bei knapp jedem zweiten ein abgeschlossenes Maßnahmenpaket. „NIS‑2 ist nicht nur regulatorische Pflicht, sondern eine Chance, die eigene Resilienz auf ein neues Niveau zu heben. Dass viele Unternehmen ihre Betroffenheit nicht einmal einschätzen können, ist alarmierend“, betont Gottfried Tonweber, Leiter Cybersecurity bei EY Österreich. „Hier braucht es dringend Klarheit und konkrete Umsetzungsschritte!“ (red/czaak)
Datensouveränität und Sicherheit und Innovation

T‑Cloud als neue Multi-Cloud-Plattform von T‑Systems zur passgenauen Kombination mehrerer Cloud-Dienste. Innovation auch bei Marketing mit Aktion am Flughafen Wien und interaktiver Verlosung von exklusiven Cloud-Workshops.
Egal ob Großunternehmen, Mittelstand oder öffentlicher Sektor – Cloud Computing ist mittlerweile fixer Bestandteil der digitalen Transformation. Die Ökonomie bei Nutzungsvielfalt und Kosten der bedarfsgenau skalierbaren Cloud-Dienste ist dabei das zentrale Argument.
Strukturierter Multi-Cloud-Ansatz auch mit Hyperscaler-Plattformen
Die neue T‑Cloud bietet einen strukturierten Multi-Cloud-Ansatz, der führende Hyperscaler-Plattformen mit den Cloud-Infrastrukturen von T‑Systems und Deutscher Telekom in einem nahtlos integrierbaren Ökosystem kombiniert. Die Cloud-Dienste werden über einen zentralen Zugangspunkt bereitgestellt und unterstützen so auch einen Innovationstransfer für eine nachhaltige digitale Transformation.
„Das Angebot wird durch umfassende Beratungs- und Betriebsservices sowie ein starkes Partnernetzwerk abgerundet“, ergänzt Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services von T‑Systems Austria. „Wir begleiten Unternehmen und Institutionen auf ihrer individuellen Cloud Reise – von der Planung über die Migration bis zum Betrieb mit kontinuierlicher Optimierung unter Berücksichtigung der jeweiligen technischen, regulatorischen und geschäftlichen Anforderungen“, so Kowarsch.
Exklusiver Cloud-Workshop via Kommentar zum Thema Souveränität
Innovation ist auch Thema beim Marketing für die neue T‑Cloud. Aktuell gibt es eigene T‑Cloud-Spots am Flughafen Wien, die die Terminals 1 und 2 in Magenta-Farben erstrahlen lassen. Parallel werden für Unternehmen und Institutionen exklusive Cloud-Workshops verlost. Expert:innen von T‑Systems erläutern dabei passgenaue Anwendungen und alle relevanten Themen von Datensouveränität, Sicherheit und gesetzlichen Regularien wie etwa DSGVO oder NIS2. Genaue Informationen finden interessierte Unternehmen beim angefügten Link.
Zur Teilnahme müssen interessierte Unternehmen nur einen Kommentar zum Thema Souveränität abgeben. Für ein doppeltes Los kann dieser Kommentar-Beitrag dann etwa auch auf dem jeweiligen LinkEd-Profil repostet werden und damit dann die Gewinnchance erhöht werden. Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 15. November. Für die neue T‑Cloud gibt es ebenso weiterführende Infos und auch hierfür ist ein Link angefügt.
Schöne neue Software-Welt

KI verändert auch die Geschäftsmodelle der Softwarebranche. Statt für Arbeitszeit wird künftig primär für messbare Ergebnisse bezahlt werden. Europäische Anbieter können vergleichsweise mit Branchenwissen punkten, so eine aktuelle Studie des Digitalverbandes Bitkom.
Die Softwarebranche muss sich auf tiefgreifende Veränderungen ihrer Geschäftsmodelle einstellen. Weil KI-Agenten zunehmend selbst Arbeit verrichten und nicht mehr nur als Werkzeug bedient werden, verschiebt sich der von Kunden zu bezahlende Leistungsinhalt. Statt Entwicklungsstunden oder pauschaler Lizenzen werden künftig verstärkt messbare Ergebnisse wie etwa behobene Sicherheitslücken oder gelöste Tickets abgerechnet.
Das sind Ergebnisse der aktuellen Studie „Softwarewelt 2036“ des deutschen Digitalverbandes Bitkom, wo Führungskräfte aus der Software- und IT-Branche befragt wurden. „Die KI-Revolution setzt auch in der Softwarebranche erprobte Erlösmodelle unter Druck. Wenn ein KI-Agent die Arbeit mehrerer Menschen übernimmt, lässt sich der Aufwand nicht mehr glaubwürdig nach Köpfen oder Stunden in Rechnung stellen“, sagt Felix Ansmann, Bereichsleiter Software & IT-Services beim Bitkom. „Gleichzeitig achten Kunden beim Einkauf von KI-Lösungen immer stärker darauf, was sie tatsächlich für ihr Geld bekommen. Wer diesen Wert nicht messbar machen kann, wird ebenfalls unter Druck geraten“, so Ansmann.
Ganz bestimmte Expertise
Die Veränderungen würden nach Ansicht der Experten aber auch Chancen für deutsche und europäische Anbieter ergeben, etwa wenn Compliance und Datensouveränität zum Verkaufsargument werden. Anbieter, die Nachvollziehbarkeit, Auditierbarkeit und europäische Datenhaltung von Beginn an mitliefern, können sich damit von Wettbewerbern absetzen.
Parallel an Bedeutung gewinnt das Thema Branchenkenntnis. Wer Expertise in bestimmten Sektoren und Domänen hat und diese für und mit KI nutzbar macht, wird sich mittelfristig nicht von generalistischer KI verdrängen lassen. „Angesichts der rasanten Fortschritte großer KI-Modelle kann sich aber niemand auf vermeintlich exklusivem Wissen ausruhen“, warnt Ansmann.
Dringende Empfehlung für Aufbau einer eigenen europäischen KI-Infrastruktur
Weitere Themen des aktuellen Studienberichts sind auch die veränderten Kompetenzanforderungen an Beschäftigte, die wachsende Bedeutung vernetzter Plattformen und Ökosysteme gegenüber einzelnen Software-Produkten sowie konkrete Handlungsempfehlungen an die Politik. So plädieren die Befragten etwa für eine schlankere, ergebnisorientierte Regulierung und den Aufbau eigener europäischer KI-Infrastruktur.
Studie und Bericht Softwarewelt 2036 beruht Angaben zufolge auf qualitativen Interviews mit Führungskräften aus Unternehmen rund um Software-Dienstleistung und Software-Produkten, internen IT-Abteilungen und angrenzenden Bereichen. „Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, sondern geben die Einschätzungen und Erfahrungen der Befragten wieder“, so der deutsche Digitalverband Bitkom in einer Aussendung. (red/czaak)
Die automatische Verwaltung

Öffentliche Verwaltung und Institutionen mit massivem Aufholbedarf bei Thema Digitalisierung und Automation. Mehr als die Hälfte der Organisationen ohne Digitalstrategie. 14 Prozent mit vollständig implementierter IT-Strategie.
Digitalisierung und Automation sind in der öffentlichen Verwaltung zwei zentrale Themen, wenn es um Effizienz bei Arbeitsabläufen und Bürgerservices sowie Einsparungspotentiale geht. Experten aus unterschiedlichen Bereichen empfehlen und sehen umfassenden Handlungsbedarf, zuletzt etwa der Österreichische Fiskalrat in seiner Beurteilung bei nötigen Sparmaßnahmen im Kontext mit dem Budgetdefizit (economy berichtete).
Aktuell haben sich nun die Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer von EY den Digitalisierungsgrad in der Österreichischen Verwaltung genauer angesehen und auf Basis einer Befragung von 173 Organisationen aus dem Bereich Bund/Länder/Gemeinden sowie österreichische Unternehmen aus dem öffentlichen Sektor eine Studie (Anm. „Zukunft Verwaltung“) erstellt.
Nur fünf Prozent „vollständig digital“
92 Prozent der befragten Institutionen sind einmal in ihrer täglichen Arbeit mit IT-Systemen konfrontiert. Jede vierte Organisation sieht sich selbst als zumindest „eher digital“, fünf Prozent als „vollständig digital“. 14 Prozent geben an, eine vollständig implementierte Digitalstrategie zu haben, ein Viertel sieht die vorhandene Digitalstrategie nur wenig in die täglichen Arbeitsabläufe eingebettet. Über die Hälfte hat bislang keine Digitalstrategie realisiert.
„Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern die Basis für interne Effizienz. Dass bislang mehr als die Hälfte der Verwaltungsorganisationen keine feste Digitalstrategie verankert hat und ein weiteres Viertel Nachholbedarf bei der Einbettung sieht, zeigt, wo wir ansetzen müssen – nämlich bei bedarfsorientierter Modernisierung“, sagt Karim El-Siginy, Partner für den öffentlichen Sektor bei EY Österreich.
Automatisierung greift vor allem bei größeren Einrichtungen
In 29 Prozent der Organisationen sind ein Drittel der Prozesse bereits hochautomatisiert. Bei jeder achten Verwaltung (13 Prozent) laufen Prozesse bereits zu über 60 Prozent ohne manuelle Eingriffe. Vor allem dort, wo es mehr als 200 Mitarbeitende gibt, stehen die Zeichen stark auf Automatisierung.
„Österreichs Verwaltung ist auf dem Weg der Digitalisierung, aber noch nicht am Ziel. Entscheidend ist, Digitalisierung ganzheitlich zu denken – von der breit verankerten IT-Kompetenz über den gezielten Einsatz von Daten und KI bis hin zu nachhaltigen Sicherheitskonzepten“, so Wolfgang Pinkl von EY Österreich.
Cybersecurity zentrales Thema, KI zweitrangig
Einen wichtigen Stellenwert in der Verwaltung haben Maßnahmen zum Schutz von Netzwerken, Systemen und Daten. Mehr als die Hälfte schätzen den Reifegrad von Cybersecurity in ihrer Organisation als (sehr) hoch ein. Federführend sind dabei Städte und Gemeinden, wo 44 Prozent angeben, dass Cybersecurity zu einem hohen Ausmaß organisiert und überprüft ist. Im direkten Vergleich damit hinkt der Reifegrad der Kompetenzen rund um digitale Themen deutlich hinterher. Nur ein Viertel schätzt, dass der Wissensaufbau rund um IT, Daten und KI in der eigenen Verwaltungseinheit hoch ist.
Bund und Land finden sich am Ende der Skala und bewerten das angeeignete Wissen mit sechs Prozent sogar als sehr gering. „Neben ein paar Grundlagen, die für alle Verwaltungsstrukturen gelten, beispielsweise Datenschutz, gilt es individuelle Bedürfnisse und Anforderung an die jeweiligen IT-Strukturen zu etablieren und Prozesse so sinnvoll und budgetsparend wie möglich abzuwickeln“, so Maximilian Vallo von EY. (red/czaak)
Kleinbetriebe und das Thema KI

Einpersonenunternehmungen und Kleinbetriebe setzen immer stärker auf Künstliche Intelligenz. Gegenüber 2025 Zunahme um rund 70 Prozent und damit nahezu Gleichstand zur restlichen Wirtschaft. Auch das Geschäftsklima hat sich zuletzt verbessert.
Selbständige und Kleinstunternehmen in Deutschland setzen immer stärker auf den Einsatz von Künstliche Intelligenz. Aktuell nutzen über 51 Prozent der Befragten KI in ihren Geschäftsprozessen, so eine neue Analyse des deutschen ifo Instituts. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2025 mit 30 Prozent. Weitere 16 Prozent planen den Einstieg in die KI-Nutzung. „Damit ist der Abstand zum Einsatz in der Gesamtwirtschaft (54,5 Prozent) nunmehr gering. KI ist für Selbständige kein Zukunftsthema mehr, die Nutzung ist in ihrem Geschäftsalltag angekommen“, sagt Katrin Demmelhuber vom Münchner ifo-Institut.
Ideen und Übersetzungen für Bereiche Marketing und Vertrieb
Runtergebrochen auf die Anwendungen stehen bei den Selbständigen externe KI-Angebote klar im Vordergrund: Knapp 59 Prozent greifen auf kostenpflichtige KI-Dienste zurück, 53 Prozent verwenden kostenlose Tools. 7 Prozent setzen auf selbst entwickelte KI-Systeme. Soloselbständige und Kleinstunternehmen nutzen KI vor allem für Recherche und Informationsbeschaffung, zur Ideengenerierung, zur Text- und Content-Erstellung, für Übersetzungen sowie im Marketing und Vertrieb.Besseres Geschäftsklima
Nach der ausgeprägten Krisenstimmung im April hat sich das Geschäftsklima für Soloselbständige und Kleinstunternehmen im Mai moderat verbessert. Der sogenannte „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ stieg von minus 29,9 Punkten auf minus 27,7 Punkte. Die Unzufriedenheit mit den laufenden Geschäften nahm ab, zugleich blicken die Selbständigen positiver auf die kommenden Monate. Trotz dieses Lichtblicks bleibt das Geschäftsklima für die Selbständigen deutlich tiefer im Minus als das für die Gesamtwirtschaft. „Die Situation für Selbständige hat sich leicht stabilisiert, bleibt aber fragil“, so Katrin Demmelhuber vom Münchner ifo-Institut. (red/cc)Professionelle Cyber Defence

Deutsche Telekom und Palo Alto Networks stellen datensouveräne Cyber Defence als Managed Services vor. Der „Sovereign Cortex with T Security“ genannte Dienst speichert Kunden- und Systemdaten in Europa und soll mehr Kontrolle für Kunden durch ausgelagerte Verwaltung der Schlüssel bringen.
Die Deutsche Telekom und der US-Anbieter Palo Alto Networks bringen „Sovereign Cortex with T Security“ auf den Markt. Das neue gemeinsame Angebot kombiniert führende KI-Cybersicherheit mit einer daten-souveränen Architektur, die speziell für Europa entwickelt wurde. Das Produkt richtet sich an Branchen mit hohen regulatorischen Anforderungen wie Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung, Finanzdienstleistungen und an Betreiber kritischer Infrastruktur. Der primäre Fokus richtet sich auf die Erfüllung europäischer Compliance-Anforderungen für kritische Infrastrukturen, inklusive DORA, NIS‑2 und DSGVO.
„In der heutigen Bedrohungslage gehen Angreifer vom Erstzugriff in nur 72 Minuten zur Datenexfiltration über. Das ist viermal so schnell wie noch vor einem Jahr. Um damit Schritt halten zu können, benötigen Organisationen und Unternehmen Cloud-basierten, KI-gestützten Schutz. Gleichzeitig sehen europäische Vorschriften eine nachweisbare Kontrolle über Daten, ihre Verschlüsselung und Zugriffsberechtigungen vor“, so die Deutsche Telekom in einer Aussendung.
„Alle Kunden- und Systemdaten einschließlich Telemetrie werden ausschließlich innerhalb Europas gespeichert“
„Sovereign Cortex with T Security“ kombiniert die mit KI-Agenten arbeitende SOC-Plattform von Palo Alto Networks mit der Cybersicherheitsexpertise der Deutschen Telekom. Betrieben wird die Sovereign Cortex-Lösung von Palo Alto Networks auf der Sovereign Google Cloud Plattform der Deutschen Telekom. T Security stellt SOC- und Identitätsmanagement-Dienste sowie Verschlüsselungstechnik über eigene Rechenzentren zur Verfügung.
„Während die meisten souveränen Angebote bei der Datenresidenz aufhören, verwaltet diese Architektur jede Schicht der Kundendatenumgebung: Alle Kunden- und Systemdaten – einschließlich Telemetrie und die sogenannte Threat Intelligence – werden ausschließlich innerhalb Europas gespeichert, verarbeitet und abgerufen“, so die Deutsche Telekom. Die Verschlüsselung wird vollständig von der Deutschen Telekom gesteuert, die dafür den External Key Manager von Google Cloud nutzt. „Die Deutsche Telekom verwahrt und verwaltet den Key-Encryption-Key (KEK) außerhalb der Reichweite von Palo Alto Networks sowie Google und behält die alleinige Autorität über den Datenzugriff“, so die Deutsche Telekom weiter.
Verwaltung, kritische Infrastruktur und stark regulierte Branchen
„Europäische Organisationen von öffentlichen Stellen bis zu Betreibern kritischer Infrastruktur haben uns klar gesagt: Sie brauchen Echtzeit-KI-gesteuerte Sicherheit und überprüfbare Datensouveränitäts-Kontrollen, und sie sollten sich nicht zwischen diesen entscheiden müssen. Dies ist unsere direkte Antwort auf das, was Kunden und Regulierungsbehörden in ganz Europa fordern – einen Service, der Europas Souveränität respektiert, die Sicherheitseffizienz und modulare Plattformisierung, auf die unsere Kunden angewiesen sind, aufrechterhält und das Vertrauen widerspiegelt, das sie uns entgegenbringen“, so Helmut Reisinger, CEO EMEA, Palo Alto Networks.
„Unser gemeinsames Angebot ist derzeit in Europa auf diesem Qualitätsniveau einzigartig. Wir erfüllen die Compliance-Anforderungen von NIS‑2, DORA und KRITIS in Bezug auf Datensouveränität – ohne von unseren Kunden zu verlangen, bei der Wirksamkeit ihrer Cyberverteidigung Kompromisse einzugehen“, ergänzt Thomas Tschersich, CEO Deutsche Telekom Security GmbH und CSO Deutsche Telekom AG. „Sovereign Cortex with T Security“ wird zunächst europäischen öffentlichen Organisationen, Betreibern kritischer Infrastruktur und stark regulierten Branchen zur Verfügung gestellt. Später wird das Angebot dann noch ausgeweitet. (red/cc)
„Am Ende steht ein lebendes KI‑Ökosystem“

Skalierbare Anwendungen und ganzheitliche Datenkonzepte als relevante Erfolgsfaktoren im betrieblichen KI-Einsatz. CANCOM Austria und HPE Österreich zeigen, wie mit KI neue unternehmerische Wertschöpfung entsteht.
Künstliche Intelligenz ist in den Unternehmen angekommen. Viele Projekte bleiben aber hinter den Erwartungen zurück. Um mit KI neue betriebliche Wertschöpfung zu schaffen, empfehlen Experten eine vereinheitlichte Datenbasis und eine skalierbare Infrastruktur bis ins Rechenzentrum.
Datenmodernisierung als erster Schritt
„Der erste Schritt zu erfolgreicher KI ist immer Datenmodernisierung und das erstreckt sich von ihrer Bereinigung und Klassifizierung über die Anreicherung mit Metadaten bis hin zur Organisation, dass sie für KI-Modelle überhaupt nutzbar sind“, sagt Manfred Traumüller, Geschäftsführer von HPE Österreich.
Um die finalen Leistungsanforderungen sowie Vorgaben bei Kosten und Regularien bzw. Compliance zu erfüllen, hat HPE Lösungen wie das sogenannte GreenLake und Data Fabric entwickelt, die dann zusammen mit modernen Strukturen und Speichermodulen (File- & Object-Storage) die nötige hybride Architektur schaffen.
DataFabric als eine Art logische Klammer
„Statt alle Daten physisch in ein zentrales Monster‑System zu kippen, sorgt eine DataFabric als eine Art logische Klammer dafür, dass Daten bleiben können, wo sie sinnvollerweise liegen, aber trotzdem wie aus einer Hand nutzbar sind. Das können operative Systeme im eigenen Rechenzentrum und Analyse‑ oder KI‑Workloads in der Cloud sein“, so Traumüller.
Entscheidend sei, dass Fachbereiche eine konsistente Sicht auf ihre Daten bekommen, egal wo sie physisch liegen. Ein Kernproblem im betrieblichen KI-Einsatz ist auch, dass Projekte erfolgreich, aber isoliert passieren. Ein Chatbot hier, ein kleiner Automatisierungs‑Usecase dort, aber alles auf unterschiedlichen Datenbasen und Technologien und damit entsteht kein nachhaltiger Effekt.
Eigene Lösungen wie CANCOM Assistant
„Der Wendepunkt wird erst erreicht, wenn Unternehmen ihre KI‑Usecases bewusst auf einer gemeinsamen Plattform und Datengrundlage planen und so Modelle, Daten und Services wiederverwendet und skaliert werden, statt jedes Mal bei Null zu starten“, erklärt Dietmar Wiesinger, Vorstand bei CANCOM Austria.
Der IT-Dienstleister bewertet bei KI-Projekten gemeinsam mit dem Kunden den vorhandenen Reifegrad, definiert eine Zielarchitektur und leitet daraus einen Umsetzungsplan ab. „Technisch setzen wir dann diese Roadmap mit HPE‑Technologie um, von der Vereinheitlichung der Daten über die Infrastruktur bis hin zu konkreten KI‑Anwendungsfällen und das auch mit eigenen Lösungen wie unserem CANCOM Assistant“, so Wiesinger. „Am Ende steht ein lebendes KI‑Ökosystem“. (red/czaak)
Kompetenzen und Kundenorientierung erfolgsentscheidend

T‑Systems Austria verzeichnet abermals zweistellige Umsatzsteigerung und wächst weitaus stärker als österreichischer IT-Markt. Cloud, KI und Digitale Souveränität sowie nachhaltige Kundenbeziehungen festigen Fundament als Partner für digitale Transformation von Unternehmen und Verwaltung.
T‑Systems Austria blickt auf ein starkes Geschäftsjahr 2025 zurück. Mit einem Wachstum bei Umsatz um zehn und im Auftragseingang um 15 Prozent, so das Unternehmen zur Fortsetzung seiner positiven Geschäftsentwicklung der letzten Jahre. Das Ergebnis übertrifft zudem das Wachstum des österreichischen IT-Markts deutlich (Anm. 4,3 Prozent laut PAC). Diese starke Marktposition hat T‑Systems Austria vor allem durch langfristige Kundenbeziehungen und gezielte Investitionen in strategische Zukunftsbereiche wie Cloud, Digitalisierung im Gesundheitswesen, KI und Datensouveränität aufgebaut.
Expertise bei Produkten plus Kundenorientierung und die Themen Vertrauen und Verlässlichkeit
Dieser Kurs soll weiter fortgesetzt werden. „Unser Erfolg ist das Ergebnis mehrerer Faktoren. Zum einen haben wir in den vergangenen Jahren konsequent auf organisches Wachstum und langfristige, partnerschaftliche Kundenbeziehungen gesetzt. Zum anderen sind wir ein bewährter IT-Partner – unterstrichen durch eine Top-2-Position in EMEA sowie Platz 1 in Deutschland im aktuellen PAC-Ranking“, erklärt Peter Lenz, Geschäftsführer von T‑Systems Austria.
Ein wichtiger Faktor neben Produkten, Services und Kundenorientierung sind auch die Themen Vertrauen und Verlässlichkeit. Als Teil der Deutschen Telekom kann T‑Systems hier zusätzlich punkten. Gerade bei mehrjährigen Infrastruktur- und Cloud-Projekten ist diese Verlässlichkeit ein Entscheidungsfaktor für langfristige Investitionen. „Kunden bleiben und investieren weiter, weil sie mit T‑Systems Planungssicherheit haben. Dieses Vertrauen zeigt sich auch in der hohen Kundenzufriedenheit“, unterstreicht Peter Lenz.
Objektive Bestätigung der hohem Kundenzufriedenheit
Die große Kundenzufriedenheit wird auch objektiv bestätigt. Im Branchen-Index TRI*M (Measure/Messen, Manage/Steuern, Monitor/Überwachen) erreichte T‑Systems im Jahre 2025 einen Rekordwert (Anm. 106 Punkte). Parallel konnte auch das Neukundengeschäft deutlich ausgebaut werden, die Hälfte des Auftragseingangs im Jahr 2025 entfiel auf Neukunden.
Operativ hat T‑Systems in den vergangenen Jahren sein Lösungsportfolio entlang zentraler Technologietrends gezielt weiterentwickelt. Ein gesonderter Fokus betraf und betrifft hier Automatisierung, KI und Cloud-Services. Ein strategischer Schwerpunkt liegt zudem auf der Digitalisierung des Gesundheitsbereichs. Mit der Übernahme von synedra durch die Deutsche Telekom im Jahr 2025 erweitert der Konzern sein Portfolio für das Management medizinischer Daten und KI-basierter Gesundheitsplattformen.
Weiterentwicklung der T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) und Industrial AI Cloud
Eine große Investition wurde auch in die Weiterentwicklung der T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) getätigt, ein System für Kliniken und Spitäler zur Verwaltung der Patientendaten. Zu den Referenzkunden der TSHC-Lösung zählen etwa die Vinzenz Gruppe und die Tirol Kliniken (economy berichtete). Ein weiterer Schwerpunkt bei den Investitionen betrifft das Thema Digitale Souveränität mit Weiterentwicklungen der Wiener Rechenzentrumsstandorte, der Ausbau der T Cloud Public als eine der führenden europäischen Public-Cloud-Plattform sowie die erst kürzlich eröffnete Industrial AI Cloud in München (economy berichtete).
Mit der Industrial AI Cloud wird das Portfolio um eine der größten KI-Infrastrukturen Europas erweitert. Sie stellt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und dem öffentlichen Sektor hochleistungsfähige, souveräne KI-Rechenkapazitäten auf europäischem Boden bereit. Umfasst ist dabei der gesamte AI-Stack, von Simulation und digitalen Zwillingen bis hin zu produktiven KI-Anwendungen. T‑Systems Austria stärkt damit den Ausbau souveräner Cloud- und KI-Infrastrukturen in Europa und adressiert die steigenden Anforderungen an Datenumfang- bzw. ‑Management, Sicherheit und Skalierbarkeit.
Stabilisierung des Wachstums und Ausbau des Engagements bei sicherheitskritischen Infrastrukturen
Im Ausblick für die nächsten Jahre ist die Stabilisierung des Wachstums das Ziel des Management-Teams von T‑Systems Austria. Den Bereichen Künstliche Intelligenz, SAP, Automatisierung, souveräne Cloud-Infrastrukturen mit den damit verbundenen Beratungsleistungen soll ein noch stärkerer Fokus gewidmet werden. Ziel ist es, Unternehmen ganzheitlich entlang ihrer individuellen Digitalisierungsreise zu begleiten – von der strategischen Beratung bis zum Betrieb geschäftskritischer Systeme.
„Genau darin sehen wir unsere Aufgabe, Unternehmen und Organisationen in Österreich langfristig und zuverlässig auf ihrem Weg in die Digitalisierung zu begleiten“, betont Peter Lenz, Geschäftsführer von T‑Systems Austria. Ein weiteres Thema sind dann noch sicherheitskritische Infrastrukturen, die laufend weiter an Bedeutung gewinnen. T‑Systems Austria plant hier, sein Engagement im Verteidigungs-Umfeld gezielt aufzubauen und reagiert damit auf die steigende Nachfrage nach resilienten und hochsicheren IT-Lösungen. (red/czaak)
„Diese Kombination ist einzigartig“

Gesundheitseinrichtungen stehen vor großen Herausforderungen im Kontext mit SAP. Die Tirol Kliniken setzen hier nun auf die Expertise von T‑Systems Austria und auf deren speziell entwickelte Lösung für die Patientenabrechnung.
Viele Krankenhausbetreiber stehen aktuell vor umfangreichen technologischen Veränderungen. Die Umstellung auf SAP S/4 HANA und RISE with SAP (Anm. SAP-Cloud) steht an und zudem muss auch im Bereich der Patientenabrechnung für die Branchenlösung IS‑H zeitnah ein Nachfolger gefunden werden. Hier sind alle großen Spitalsbetreiber betroffen und damit nahezu alle Patient:innen in Österreich.
Die Tirol Kliniken GmbH ist der größte Gesundheitsbetrieb Westösterreichs. Zum Klinikverbund gehören drei Landeskrankenhäuser, eine Pflegeeinrichtung, eine Schule und elf Tochtergesellschaften. Pro Jahr werden rund 95.000 Patienten stationär versorgt, dazu kommen über 1,7 Millionen ambulante Betreuungen. Innovation bei modernen Arbeitsumgebungen und höchste Qualität in der Patientenversorgung sind kontinuierlicher Auftrag.
Gemeinsame Evaluierung für zukünftiges Betriebskonzept mit T‑Systems und ATSP als Migrationspartner
Im Gesundheitswesen kommen für die Finanzprozesse als Branchenstandard SAP-Systeme zum Einsatz. Trotz der nahezu flächendeckenden Nutzung der Anwendung SAP IS‑H für die Patientenabrechnung – auch in den Tirol Kliniken – hat SAP hier Weiterentwicklung und Support eingestellt. Nach jahrzehntelanger Erfahrung in der Weiterentwicklung von IS‑H im Auftrag von SAP hat T‑Systems mit der Anwendung T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) eine Nachfolgelösung entwickelt.
Vor dem Hintergrund der SAP-Veränderungen und der Abkündigung des Betriebs durch den bisherigen IT-Provider in Österreich, wollte die Tirol Kliniken den SAP-Betrieb und die Patientenabrechnung IS‑H auf ein neues, zukunftsfähiges Fundament stellen. Nach einer gemeinsamen Evaluierung für ein tragfähiges zukünftiges Betriebskonzept mit T‑Systems Austria und ATSP als Migrationspartner wird nun T‑Systems die klinikeigenen SAP-Systeme (engl. OnPremise) auf die T Cloud Private im Rechenzentrum in Wien migrieren und betreiben.
Zertifizierte T Cloud Private
Die T Cloud Private ist als Plattform für RISE with SAP zertifiziert und erlaubt einen vollständig souveränen Betrieb der SAP-Landschaft in Österreich. Zugleich wird die Patientenabrechnungslösung SAP IS‑H durch T‑Systems Solution for HealthCare abgelöst. Die Tirol Kliniken erhalten damit Zukunftssicherheit für die geschäftskritische SAP-Landschaft und das Patientenabrechnungssystem bei künftig besser planbaren Betriebskosten. Im Klinikalltag bedeutet das effizientere administrative Abläufe als Grundlage für einen reibungslosen Betrieb und eine hochwertige Patientenversorgung.
„Mit der Wahl von T‑Systems Austria als Berater und Betriebspartner für SAP haben wir eine gute Entscheidung getroffen: Die Kombination aus exzellenter SAP-Expertise im Gesundheitswesen, souveräner T Cloud Private als Betriebsplattform und der Zukunftssicherheit für die Patientenabrechnung mit der IS‑H Nachfolgelösung T‑Systems Solution for HealthCare ist einzigartig“, sagt Andreas Hlavac, IT – Betriebswirtschaftliche Systeme, Tirol Kliniken GmbH. (red/czaak)
Regulierung als Wachstumsbremse

Wirtschaftsexperten und Unternehmenslenker sehen Regulierung in Deutschland und Europa als Wachstumsbremse für digitale Transformation und KI. Große Auswirkungen werden für den Arbeitsmarkt erwartet.
Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) und einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum sind Wirtschaftsexperten aus Deutschland aktuell besonders skeptisch. Das zeigt ein Vergleich der weltweiten Expertenschätzungen im Rahmen des Economic Expert Survey (EES) von EconPol und ifo Institut. Für die Studie wurden rund 600 Wirtschaftsexperten und Manager in Europa und etwa 100 aus den USA befragt. Thema waren die erwarteten Effekte von KI auf Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. In Deutschland nehmen die Befragten an, dass der KI-Wachstumseffekt in fünf Jahren nur insgesamt 1,5 Prozentpunkte betragen wird, 0,3 Prozentpunkte pro Jahr.
Für Europa und die USA liegen diese Schätzungen bei 2,5 Prozentpunkten in fünf Jahren (0,5 Prozentpunkte pro Jahr). „Ein Grund für die weniger optimistische Einschätzung in Deutschland liegt möglicherweise an der Regulierung“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Innovationsökonomik und Digitale Transformation. „Deutschland ist das einzige Land, wo fast die Hälfte der Experten für weniger Regulierung Künstlicher Intelligenz plädieren.“
Rechtssicherheit bei Datennutzung, Datenschutz und Haftung
Die Mehrheit der Befragten weltweit spricht sich für eine strengere Regulierung von KI aus. In den USA wünschen sich 64 Prozent mehr Regulierung. Im EU-Durchschnitt liegt der Anteil der Regulierungs-Befürworter bei 50 Prozent. In Deutschland sind es nur 27 Prozent, während 46 Prozent dort sich weniger Regulierung wünschen.„Es braucht einen ausgewogenen regulatorischen Rahmen, damit Länder die Chancen von KI nutzen und mögliche negative Folgen abmildern. Solche Regeln sollten jedoch Innovation nicht ausbremsen. Sie sollten Rechtssicherheit bei Datennutzung, Datenschutz und Haftung schaffen“, sagt Niklas Potrafke, Leiter des ifo Zentrums für Öffentliche Finanzen und politische Ökonomie.
Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten für bestehende Arbeitskräfte spielen zentrale Rolle
Einen gesonderten Effekt von KI erwarten die Experten für den Arbeitsmarkt. Hier soll KI vor allem Tätigkeiten mittlerer Qualifikationsniveaus übernehmen. Für Europa erwarten rund 61 Prozent einen Rückgang bei Stellen mit mittlerer Qualifikation in den kommenden zehn Jahren. Für die USA ist der Anteil mit 68 Prozent ähnlich hoch. Umgekehrt sollen Stellen, für die eine hohe Qualifikation erforderlich ist, nach Ansicht der Befragten zunehmen.Ebenso ansteigen sollen hochqualifizierte Jobs in Europa, das erwarten 53 Prozent der Befragten. Für die USA sind es 48 Prozent. Die Anzahl niedrigqualifizierter Jobs soll in Europa überwiegend stabil bleiben oder leicht steigen. „Aufgrund des demografischen Wandels sollte KI eher als Chance und weniger als Risiko für den Arbeitsmarkt gesehen werden. Die Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten für bestehende Arbeitskräfte spielen hier eine zentrale Rolle“, sagt Niklas Potrafke vom ifo Zentrum für Öffentliche Finanzen und politische Ökonomie.
Warnungen zum Thema (Über)Regulierungen existieren schon länger
Warnungen zum Thema (Über)Regulierungen gibt es schon länger. Bereits 2024 äußerten sich dazu bei einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion (Anm. im Rahmen der „Digital X“ in Köln) prominente Ex-Politiker und Top-Manager:innen deutscher DAX-Konzerne. Im Fokus stand auch die Frage, warum Europa beim Thema Digitalisierung und KI den USA und China hinterherhinkt.
Zusammengefasst adressierte die Kritik die Bürokratie und insbesondere den großen Zuwachs an Regularien, welche dann primär Unternehmen im Bereich Mittelstand und Industrie betreffen und diese in ihrer Wettbewerbsfähigkeit einschränken sowie Innovation und Neugründungen hemmen. Katrin Lehmann, CIO der Mercedes Benz Group AG, bestätigte den mittlerweile enormen Aufwand zur Erfüllung all dieser Regularien.
Die US-Imperialisten Amazon, Microsoft oder Facebook
Thomas de Maiziere, ehemaliger Deutscher Innenminister im Kabinett Merkel II), äußerte ebenso Kritik bezüglich nationaler (deutscher) Vorgaben und Regularien, die schnell dann auch die EU bzw. Brüssel inkludierten. Explizit genannt wurden die EU-Regularien zum Thema Lieferketten, ganz generell der Bereich Datenschutz und der damals neue AI-Act der EU mit seinen vielen noch offenen Fragen bzw. Unsicherheiten und Auswirkungen im operativen Geschäft. Ein Segment beim AI-Act gilt auch dem Thema Daten im Kontext mit Urheber- bzw. Verwertungsrechten.
Dass sich die US-Imperialisten AWS, Google, Facebook, Amazon, Apple, Microsoft & Co. sowie eine chinesische Alibaba, Bytdance (TikTok) vergleichsweise weitaus weniger um diese Dinge scheren (müssen), sei hier aus subjektiver Sicht neuerlich angeführt – und unterstrichen. Wie benachteiligt sich deutsche Unternehmen durch diese überbordenden Regularien im internationalen Wettbewerb der Standorte fühlen, erläuterte dann Ralf Wintergast, Boss des deutschen BITKOM-Verbandes, anhand mehrerer Studien mit Fokus auf Europa, die USA und China.
Von „play to win“ über “play to control” bis zum europäischen “play to protect”
Ergänzend hatte sich der Bitkom-Verband auch die unterschiedlichen Kulturen bzw. Ansätze dieser Länder bzw. Wirtschaftsräume zum Thema Regulierung angesehen. Für die USA gilt vergleichsweise ein „technologisch-libertärer Ansatz“ und in der Umsetzung ein klares „Play To Win“. In China ist es ein „Kontroll-Orientierter Ansatz“ mit der Zielsetzung „Play To Control The Nation And The Competition – Ulitmately To Win“.
Und für Europa gelte ein „Defensiver, Rechte-Orientierter Ansatz“ mit einem „Play To Protect“ für die Umsetzung. „Globaler Einfluss wird auch über die Regulierungsstrategien für Technologien ausgeübt“, so schon damals die klare Erkenntnis des BITKOM-Verbandes. Das gesamte Podium war sich final einig, dass der Umfang all dieser Regulierungsfragen im Kontext mit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit kritisch zu hinterfragen ist. (red/czaak)
Viel probieren, wenig professionalisieren

Österreichs Unternehmen tun sich mit KI immer noch schwer. Rund 70 Prozent setzen auf neue Technologie. Viele testen, wenige können wirtschaftliche Bewertung vornehmen. Beim Einsatz Fokus auf Produktivitätssteigerung und Kostensenkung. Mehrheitlich noch keine Maßnahmen bei EU AI Act.
Künstliche Intelligenz ist in Österreichs größeren und mittleren Unternehmen angekommen, allerdings mehrheitlich noch nicht im operativen Kern. In einer Analyse von EY mit 100 Managern von mittelständischen Betrieben und Industrieunternehmen setzen zwei Drittel der befragten Unternehmen KI zumindest in Form von Pilotprojekten ein. Nur acht Prozent davon haben KI bereits unternehmensweit skaliert und erzielen messbare Effizienzsteigerungen. 21 Prozent nutzen KI produktiv in mehreren Bereichen.
IT und Vertrieb sind die wichtigsten Einsatzfelder
Umgekehrt nutzt rund ein Drittel der Unternehmen KI derzeit in keinem einzigen Unternehmensbereich und plant dies auch nicht in naher Zukunft. „KI ist in vielen Unternehmen Teil des operativen Alltags. Zwischen ersten Anwendungen und einer wirklich wirksamen, strategisch verankerten Nutzung liegt aber noch ein großes Stück Weg“, sagt Patrick Ratheiser, Head of AI bei EY Österreich. „Genau dort entscheidet sich, welche Unternehmen Effizienzgewinne realisieren, neue Geschäftsmodelle erschließen und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken können“, betont Ratheiser.
Bei den Einsatzbereichen wird KI am häufigsten in den Bereichen IT, Sicherheit und Betrieb (Anm. Prozessoptimierung) eingesetzt. Finanz- und Steuerungsprozesse, Human Resources sowie Logistik bzw. Supply Chain spielen bisher noch eine deutlich geringere Rolle. Auffällig ist zudem, dass KI in vielen Unternehmen noch punktuell eingesetzt wird. Unter jenen Unternehmen, die KI bereits nutzen oder konkret planen, kommt KI bei 43 Prozent in zwei bis drei Bereichen zum Einsatz. Elf Prozent setzen KI nur in einem Bereich ein, 27 Prozent bereits in vier oder mehr Bereichen.
Produktivitätssteigerung und Kostensenkung und Qualitätsverbesserung
Bei der Erwartungshaltung liegt der Fokus klar auf dem Thema Produktivitätssteigerung. 41 Prozent nennen diese als höchste Priorität. Dahinter folgen Kostensenkung sowie Qualitätsverbesserung von Entscheidungen. Umsatz- und Wachstumspotenziale rangieren dagegen mit drei Prozent derzeit nur am Ende der Prioritätenliste. 17 Prozent geben an, derzeit noch keine klar priorisierten Ziele für den KI-Einsatz zu haben.
„Viele Unternehmen betrachten KI derzeit noch in erster Linie als Hebel für mehr Effizienz. Das ist nachvollziehbar, greift aber zu kurz. Wer KI nur als Sparprogramm versteht, wird einen großen Teil ihres Potenzials ungenutzt lassen. Gerade in der Verbindung aus Automatisierung, besserer Entscheidungsqualität und Innovation steckt der eigentliche strategische Hebel“, ergänzt Susanne Zach, Partnerin und AI & Data Lead bei EY Österreich.
Strategie, Know-how und Governance bleiben die Engpässe
Ein Problem ist, dass vielen Unternehmen noch die organisatorische Verankerung fehlt. Nur ein Drittel der Unternehmen mit KI im Einsatz oder in Planung gibt an, dass die Führungsebene eine klare KI-Strategie definiert hat, den Einsatz aktiv unterstützt und dafür Budget sowie Ressourcen bereitstellt. Zwar sehen 41 Prozent in generativer oder agentischer KI einen klaren Mehrwert für Prozessoptimierung und Automatisierung, doch nur 35 Prozent haben Rollen und Verantwortlichkeiten für Governance, Betrieb und Risiko klar definiert.
Noch deutlicher wird der Nachholbedarf beim Know-how: Nur 22 Prozent der Unternehmen sehen bei sich hohes internes KI-Know-how oder beschäftigen KI-Spezialisten. Lediglich 27 Prozent verfügen über gezielte Schulungen oder strukturierte Programme, um Mitarbeitende für den sinnvollen Einsatz von KI zu befähigen. Und nur ein Viertel traut seinen Mitarbeitenden zu, KI-Ergebnisse korrekt zu interpretieren und bei Bedarf kritisch zu hinterfragen.
Der wirtschaftliche Nutzen wird oder kann nicht gemessen werden
Ein weiteres Defizit zeigt sich auch bei der wirtschaftlichen Bewertung: Nur in 26 Prozent der Unternehmen ist der ROI (Return of Investment) von KI-Anwendungen klar definiert. In fast jedem zweiten Unternehmen mit KI-Einsatz ist noch keine wirtschaftliche Bewertung möglich. Lediglich 20 Prozent nehmen einen nachweisbaren Beitrag von KI zum Geschäftserfolg wahr. „Ohne klare Zieldefinition und konsequentes Messen ist KI ein teures Experiment“, so Ratheiser.
Ambivalenz zeigt sich auch beim Thema Geld bzw. Investitionen in KI. Trotz der weit verbreiteten Einsatzpläne sind diese vielfach noch gering. 23 Prozent der Unternehmen haben bislang noch keine Mittel investiert. Weitere 32 Prozent bewegen sich unter der Schwelle von 50.000 Euro. Investitionen über 500.000 Euro sind mit zwei Prozent die Ausnahme. Handelsunternehmen haben zwar am häufigsten in KI investiert, besonders hohe Einzelinvestitionen finden sich primär in der Industrie. Die häufigsten Kostenpositionen sind Softwarelizenzen und Cloud-Services, Schulungen und System-Integration.
Datenqualität und Infrastruktur als Problemfelder
Ein Hemmnis für den wirkungsvollen KI-Einsatz liegt in der Datenbasis: Nur 26 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die verfügbaren Unternehmensdaten einen effektiven KI-Einsatz in zentralen Geschäftsprozessen unterstützen. Ebenfalls nur 26 Prozent vertrauen der Datenbasis, auf der KI-Ergebnisse beruhen. Deutlich positiver wird die Datenqualität an sich bewertet: 48 Prozent bestätigen, dass die für KI genutzten Daten nachvollziehbar, konsistent und kontrolliert sind – ein Wert, der die höchste Zustimmung in der gesamten Analyse erzielt.
Eine Herausforderung bleibt die bereichsübergreifende Datenverfügbarkeit: Nur 22 Prozent sehen hier keine größeren Hürden, und lediglich 26 Prozent glauben an eine reibungslose Integration von KI in bestehende Systeme. Das deutet darauf hin, dass Datenqualität allein noch nicht ausreicht. „Entscheidend ist, ob Daten im Unternehmen auch über Bereichsgrenzen hinweg verfügbar, anschlussfähig und technisch integrierbar sind“, unterstreichen die EY-Experten.
Beim Thema EU AI Act Relevanz erkannt, Umsetzung bleibt zurück
Besonders auffällig ist die geringe Umsetzungsquote beim EU AI Act: Nur 26 Prozent der Unternehmen sehen die Verordnung als relevant für ihren KI-Einsatz an, und lediglich 24 Prozent haben konkrete organisatorische oder technische Maßnahmen zur Vorbereitung eingeleitet. Die niedrigste Zustimmung mit 19 Prozent verzeichnet die Frage, ob strategische Entscheidungen bereits daten- und KI-gestützt getroffen werden.
„Wer den EU AI Act noch nicht auf der Agenda hat, riskiert nicht nur regulatorische Probleme, sondern verpasst auch die Chance, KI-Governance als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Vertrauenswürdige KI ist kein Bürokratiethema – sie ist die Grundlage für nachhaltigen Einsatz“, betont Zach. „Österreichs Unternehmen haben den Einstieg in die KI-Nutzung geschafft, der Sprung zur strukturierten und messbar erfolgreichen Umsetzung steht aber vielerorts noch aus“, ergänzt Patrick Ratheiser, Head of AI bei EY Österreich. (red/czaak)