Regulierung als Wachstumsbremse

Wirtschaftsexperten und Unternehmenslenker sehen Regulierung in Deutschland und Europa als Wachstumsbremse für digitale Transformation und KI. Große Auswirkungen werden für den Arbeitsmarkt erwartet.
Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) und einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum sind Wirtschaftsexperten aus Deutschland aktuell besonders skeptisch. Das zeigt ein Vergleich der weltweiten Expertenschätzungen im Rahmen des Economic Expert Survey (EES) von EconPol und ifo Institut. Für die Studie wurden rund 600 Wirtschaftsexperten und Manager in Europa und etwa 100 aus den USA befragt. Thema waren die erwarteten Effekte von KI auf Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. In Deutschland nehmen die Befragten an, dass der KI-Wachstumseffekt in fünf Jahren nur insgesamt 1,5 Prozentpunkte betragen wird, 0,3 Prozentpunkte pro Jahr.
Für Europa und die USA liegen diese Schätzungen bei 2,5 Prozentpunkten in fünf Jahren (0,5 Prozentpunkte pro Jahr). „Ein Grund für die weniger optimistische Einschätzung in Deutschland liegt möglicherweise an der Regulierung“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Innovationsökonomik und Digitale Transformation. „Deutschland ist das einzige Land, wo fast die Hälfte der Experten für weniger Regulierung Künstlicher Intelligenz plädieren.“
Rechtssicherheit bei Datennutzung, Datenschutz und Haftung
Die Mehrheit der Befragten weltweit spricht sich für eine strengere Regulierung von KI aus. In den USA wünschen sich 64 Prozent mehr Regulierung. Im EU-Durchschnitt liegt der Anteil der Regulierungs-Befürworter bei 50 Prozent. In Deutschland sind es nur 27 Prozent, während 46 Prozent dort sich weniger Regulierung wünschen.„Es braucht einen ausgewogenen regulatorischen Rahmen, damit Länder die Chancen von KI nutzen und mögliche negative Folgen abmildern. Solche Regeln sollten jedoch Innovation nicht ausbremsen. Sie sollten Rechtssicherheit bei Datennutzung, Datenschutz und Haftung schaffen“, sagt Niklas Potrafke, Leiter des ifo Zentrums für Öffentliche Finanzen und politische Ökonomie.
Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten für bestehende Arbeitskräfte spielen zentrale Rolle
Einen gesonderten Effekt von KI erwarten die Experten für den Arbeitsmarkt. Hier soll KI vor allem Tätigkeiten mittlerer Qualifikationsniveaus übernehmen. Für Europa erwarten rund 61 Prozent einen Rückgang bei Stellen mit mittlerer Qualifikation in den kommenden zehn Jahren. Für die USA ist der Anteil mit 68 Prozent ähnlich hoch. Umgekehrt sollen Stellen, für die eine hohe Qualifikation erforderlich ist, nach Ansicht der Befragten zunehmen.Ebenso ansteigen sollen hochqualifizierte Jobs in Europa, das erwarten 53 Prozent der Befragten. Für die USA sind es 48 Prozent. Die Anzahl niedrigqualifizierter Jobs soll in Europa überwiegend stabil bleiben oder leicht steigen. „Aufgrund des demografischen Wandels sollte KI eher als Chance und weniger als Risiko für den Arbeitsmarkt gesehen werden. Die Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten für bestehende Arbeitskräfte spielen hier eine zentrale Rolle“, sagt Niklas Potrafke vom ifo Zentrum für Öffentliche Finanzen und politische Ökonomie.
Warnungen zum Thema (Über)Regulierungen existieren schon länger
Warnungen zum Thema (Über)Regulierungen gibt es schon länger. Bereits 2024 äußerten sich dazu bei einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion (Anm. im Rahmen der „Digital X“ in Köln) prominente Ex-Politiker und Top-Manager:innen deutscher DAX-Konzerne. Im Fokus stand auch die Frage, warum Europa beim Thema Digitalisierung und KI den USA und China hinterherhinkt.
Zusammengefasst adressierte die Kritik die Bürokratie und insbesondere den großen Zuwachs an Regularien, welche dann primär Unternehmen im Bereich Mittelstand und Industrie betreffen und diese in ihrer Wettbewerbsfähigkeit einschränken sowie Innovation und Neugründungen hemmen. Katrin Lehmann, CIO der Mercedes Benz Group AG, bestätigte den mittlerweile enormen Aufwand zur Erfüllung all dieser Regularien.
Die US-Imperialisten Amazon, Microsoft oder Facebook
Thomas de Maiziere, ehemaliger Deutscher Innenminister im Kabinett Merkel II), äußerte ebenso Kritik bezüglich nationaler (deutscher) Vorgaben und Regularien, die schnell dann auch die EU bzw. Brüssel inkludierten. Explizit genannt wurden die EU-Regularien zum Thema Lieferketten, ganz generell der Bereich Datenschutz und der damals neue AI-Act der EU mit seinen vielen noch offenen Fragen bzw. Unsicherheiten und Auswirkungen im operativen Geschäft. Ein Segment beim AI-Act gilt auch dem Thema Daten im Kontext mit Urheber- bzw. Verwertungsrechten.
Dass sich die US-Imperialisten AWS, Google, Facebook, Amazon, Apple, Microsoft & Co. sowie eine chinesische Alibaba, Bytdance (TikTok) vergleichsweise weitaus weniger um diese Dinge scheren (müssen), sei hier aus subjektiver Sicht neuerlich angeführt – und unterstrichen. Wie benachteiligt sich deutsche Unternehmen durch diese überbordenden Regularien im internationalen Wettbewerb der Standorte fühlen, erläuterte dann Ralf Wintergast, Boss des deutschen BITKOM-Verbandes, anhand mehrerer Studien mit Fokus auf Europa, die USA und China.
Von „play to win“ über “play to control” bis zum europäischen “play to protect”
Ergänzend hatte sich der Bitkom-Verband auch die unterschiedlichen Kulturen bzw. Ansätze dieser Länder bzw. Wirtschaftsräume zum Thema Regulierung angesehen. Für die USA gilt vergleichsweise ein „technologisch-libertärer Ansatz“ und in der Umsetzung ein klares „Play To Win“. In China ist es ein „Kontroll-Orientierter Ansatz“ mit der Zielsetzung „Play To Control The Nation And The Competition – Ulitmately To Win“.
Und für Europa gelte ein „Defensiver, Rechte-Orientierter Ansatz“ mit einem „Play To Protect“ für die Umsetzung. „Globaler Einfluss wird auch über die Regulierungsstrategien für Technologien ausgeübt“, so schon damals die klare Erkenntnis des BITKOM-Verbandes. Das gesamte Podium war sich final einig, dass der Umfang all dieser Regulierungsfragen im Kontext mit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit kritisch zu hinterfragen ist. (red/czaak)
Viel probieren, wenig professionalisieren

Österreichs Unternehmen tun sich mit KI immer noch schwer. Rund 70 Prozent setzen auf neue Technologie. Viele testen, wenige können wirtschaftliche Bewertung vornehmen. Beim Einsatz Fokus auf Produktivitätssteigerung und Kostensenkung. Mehrheitlich noch keine Maßnahmen bei EU AI Act.
Künstliche Intelligenz ist in Österreichs größeren und mittleren Unternehmen angekommen, allerdings mehrheitlich noch nicht im operativen Kern. In einer Analyse von EY mit 100 Managern von mittelständischen Betrieben und Industrieunternehmen setzen zwei Drittel der befragten Unternehmen KI zumindest in Form von Pilotprojekten ein. Nur acht Prozent davon haben KI bereits unternehmensweit skaliert und erzielen messbare Effizienzsteigerungen. 21 Prozent nutzen KI produktiv in mehreren Bereichen.
IT und Vertrieb sind die wichtigsten Einsatzfelder
Umgekehrt nutzt rund ein Drittel der Unternehmen KI derzeit in keinem einzigen Unternehmensbereich und plant dies auch nicht in naher Zukunft. „KI ist in vielen Unternehmen Teil des operativen Alltags. Zwischen ersten Anwendungen und einer wirklich wirksamen, strategisch verankerten Nutzung liegt aber noch ein großes Stück Weg“, sagt Patrick Ratheiser, Head of AI bei EY Österreich. „Genau dort entscheidet sich, welche Unternehmen Effizienzgewinne realisieren, neue Geschäftsmodelle erschließen und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken können“, betont Ratheiser.
Bei den Einsatzbereichen wird KI am häufigsten in den Bereichen IT, Sicherheit und Betrieb (Anm. Prozessoptimierung) eingesetzt. Finanz- und Steuerungsprozesse, Human Resources sowie Logistik bzw. Supply Chain spielen bisher noch eine deutlich geringere Rolle. Auffällig ist zudem, dass KI in vielen Unternehmen noch punktuell eingesetzt wird. Unter jenen Unternehmen, die KI bereits nutzen oder konkret planen, kommt KI bei 43 Prozent in zwei bis drei Bereichen zum Einsatz. Elf Prozent setzen KI nur in einem Bereich ein, 27 Prozent bereits in vier oder mehr Bereichen.
Produktivitätssteigerung und Kostensenkung und Qualitätsverbesserung
Bei der Erwartungshaltung liegt der Fokus klar auf dem Thema Produktivitätssteigerung. 41 Prozent nennen diese als höchste Priorität. Dahinter folgen Kostensenkung sowie Qualitätsverbesserung von Entscheidungen. Umsatz- und Wachstumspotenziale rangieren dagegen mit drei Prozent derzeit nur am Ende der Prioritätenliste. 17 Prozent geben an, derzeit noch keine klar priorisierten Ziele für den KI-Einsatz zu haben.
„Viele Unternehmen betrachten KI derzeit noch in erster Linie als Hebel für mehr Effizienz. Das ist nachvollziehbar, greift aber zu kurz. Wer KI nur als Sparprogramm versteht, wird einen großen Teil ihres Potenzials ungenutzt lassen. Gerade in der Verbindung aus Automatisierung, besserer Entscheidungsqualität und Innovation steckt der eigentliche strategische Hebel“, ergänzt Susanne Zach, Partnerin und AI & Data Lead bei EY Österreich.
Strategie, Know-how und Governance bleiben die Engpässe
Ein Problem ist, dass vielen Unternehmen noch die organisatorische Verankerung fehlt. Nur ein Drittel der Unternehmen mit KI im Einsatz oder in Planung gibt an, dass die Führungsebene eine klare KI-Strategie definiert hat, den Einsatz aktiv unterstützt und dafür Budget sowie Ressourcen bereitstellt. Zwar sehen 41 Prozent in generativer oder agentischer KI einen klaren Mehrwert für Prozessoptimierung und Automatisierung, doch nur 35 Prozent haben Rollen und Verantwortlichkeiten für Governance, Betrieb und Risiko klar definiert.
Noch deutlicher wird der Nachholbedarf beim Know-how : Nur 22 Prozent der Unternehmen sehen bei sich hohes internes KI-Know-how oder beschäftigen KI-Spezialisten. Lediglich 27 Prozent verfügen über gezielte Schulungen oder strukturierte Programme, um Mitarbeitende für den sinnvollen Einsatz von KI zu befähigen. Und nur ein Viertel traut seinen Mitarbeitenden zu, KI-Ergebnisse korrekt zu interpretieren und bei Bedarf kritisch zu hinterfragen.
Der wirtschaftliche Nutzen wird oder kann nicht gemessen werden
Ein weiteres Defizit zeigt sich auch bei der wirtschaftlichen Bewertung : Nur in 26 Prozent der Unternehmen ist der ROI (Return of Investment) von KI-Anwendungen klar definiert. In fast jedem zweiten Unternehmen mit KI-Einsatz ist noch keine wirtschaftliche Bewertung möglich. Lediglich 20 Prozent nehmen einen nachweisbaren Beitrag von KI zum Geschäftserfolg wahr. „Ohne klare Zieldefinition und konsequentes Messen ist KI ein teures Experiment”, so Ratheiser.
Ambivalenz zeigt sich auch beim Thema Geld bzw. Investitionen in KI. Trotz der weit verbreiteten Einsatzpläne sind diese vielfach noch gering. 23 Prozent der Unternehmen haben bislang noch keine Mittel investiert. Weitere 32 Prozent bewegen sich unter der Schwelle von 50.000 Euro. Investitionen über 500.000 Euro sind mit zwei Prozent die Ausnahme. Handelsunternehmen haben zwar am häufigsten in KI investiert, besonders hohe Einzelinvestitionen finden sich primär in der Industrie. Die häufigsten Kostenpositionen sind Softwarelizenzen und Cloud-Services, Schulungen und System-Integration.
Datenqualität und Infrastruktur als Problemfelder
Ein Hemmnis für den wirkungsvollen KI-Einsatz liegt in der Datenbasis : Nur 26 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die verfügbaren Unternehmensdaten einen effektiven KI-Einsatz in zentralen Geschäftsprozessen unterstützen. Ebenfalls nur 26 Prozent vertrauen der Datenbasis, auf der KI-Ergebnisse beruhen. Deutlich positiver wird die Datenqualität an sich bewertet : 48 Prozent bestätigen, dass die für KI genutzten Daten nachvollziehbar, konsistent und kontrolliert sind – ein Wert, der die höchste Zustimmung in der gesamten Analyse erzielt.
Eine Herausforderung bleibt die bereichsübergreifende Datenverfügbarkeit : Nur 22 Prozent sehen hier keine größeren Hürden, und lediglich 26 Prozent glauben an eine reibungslose Integration von KI in bestehende Systeme. Das deutet darauf hin, dass Datenqualität allein noch nicht ausreicht. „Entscheidend ist, ob Daten im Unternehmen auch über Bereichsgrenzen hinweg verfügbar, anschlussfähig und technisch integrierbar sind“, unterstreichen die EY-Experten.
Beim Thema EU AI Act Relevanz erkannt, Umsetzung bleibt zurück
Besonders auffällig ist die geringe Umsetzungsquote beim EU AI Act : Nur 26 Prozent der Unternehmen sehen die Verordnung als relevant für ihren KI-Einsatz an, und lediglich 24 Prozent haben konkrete organisatorische oder technische Maßnahmen zur Vorbereitung eingeleitet. Die niedrigste Zustimmung mit 19 Prozent verzeichnet die Frage, ob strategische Entscheidungen bereits daten- und KI-gestützt getroffen werden.
„Wer den EU AI Act noch nicht auf der Agenda hat, riskiert nicht nur regulatorische Probleme, sondern verpasst auch die Chance, KI-Governance als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Vertrauenswürdige KI ist kein Bürokratiethema – sie ist die Grundlage für nachhaltigen Einsatz”, betont Zach. „Österreichs Unternehmen haben den Einstieg in die KI-Nutzung geschafft, der Sprung zur strukturierten und messbar erfolgreichen Umsetzung steht aber vielerorts noch aus“, ergänzt Patrick Ratheiser, Head of AI bei EY Österreich. (red/czaak)
Die Transformation im Kern

Digitale Transformation. Die operativen Herausforderungen liegen an den Schnittstellen zwischen Technologie und Betrieb. Innovation muss ganzheitlich orchestriert werden. Ein Expertenkommentar von Christian Wenner, Head of Strategic Portfoliomanagement CANCOM Austria.
Change. Digitale Transformation scheitert selten an der Technologie, sondern an Vorstellungskraft, Schnittstellen und zeitgemäßen Betriebsstrategien. Die Herausforderungen liegen dort, wo viele Unternehmen noch immer nicht hinschauen : an den Schnittstellen. Zwischen Infrastruktur und Security, zwischen Cloud und Netzwerk, zwischen Technologie und Betrieb, zwischen Mensch und Maschine. Wer Transformation noch immer als isoliertes IT-Projekt begreift, wird an der fehlenden Skalierung im Business scheitern.
Security als integraler Bestandteil digitaler Wertschöpfung
Die Architektur der Zukunft besteht nicht aus einzelnen Systemen, sondern aus ihrem Zusammenspiel. Digitale Souveränität etwa ist keine Frage eines Produkts, sondern das Ergebnis abgestimmter Plattformen, geteilter Infrastrukturen und gemeinsamer Governance. Cloud und On-Premise, zentrale und dezentrale Daten-Strukturen müssen zusammen gedacht werden. Genau hier entstehen heute die Lösungen – nicht im Entweder-oder, sondern im integrierten Miteinander.
Besonders deutlich wird das beim Thema Security. Sicherheit ist längst keine isolierte Schutzschicht mehr, sondern integraler Bestandteil digitaler Wertschöpfung. Native Cloud Security beispielsweise adressiert neue Angriffsflächen, die erst durch datengetriebene Modelle und KI entstehen. Post-Quantum-Verschlüsselung bereitet sich bereits heute auf Bedrohungen vor, die morgen Realität werden. Gleichzeitig wächst die Zahl dynamischer Zugriffe, die nicht mehr statisch definiert, sondern in Echtzeit gesteuert werden müssen.
Ein fundamentaler Paradigmenwechsel
Auch die Erwartungen der Nutzer verändern IT-Architekturen grundlegend. Bandbreite, Verfügbarkeit und Echtzeitfähigkeit sind keine Luxusmerkmale, sondern ganz grundsätzliche Anforderungen. High-Performance-Netzwerke, intelligente Endgeräte und lokale Verarbeitung sollen Latenzen reduzieren, bevor Daten überhaupt das Netzwerk erreichen. Kollaboration, Assistenten, Bots und neue Interface-Konzepte verschieben den Fokus : Technologie muss dem Menschen dienen – nicht umgekehrt.
Die vielleicht größte Herausforderung liegt jedoch im Betrieb. Während viel über Innovation gesprochen wird, bleibt die Frage, wie integrierte Systeme gesteuert und skaliert werden, oft unbeantwortet. Klassische Automatisierung stößt an ihre Grenzen, wenn Prozesse vorab vollständig definiert, abgestimmt und programmiert werden müssen. Neue Möglichkeiten für Operations, Orchestrierung und Automatisierung werden nicht berücksichtigt. Der neue Ansatz setzt auf teilautonome ereignisgesteuerte Orchestrierung : ein Ereignis löst Agenten aus, Prozesse entstehen dynamisch zur Laufzeit, Effizienz ergibt sich aus dem Zusammenspiel wiederverwendbarer Bausteine. Das ist kein technisches Detail, sondern ein fundamentaler Paradigmenwechsel.
Digitale Souveränität ohne Kontrollverlust
Digitale Plattformen zeigen, wie dieses Prinzip funktioniert. Eine führende Applikation steuert dann komplexe End-to-End-Prozesse. Darunter regeln klar definierte Ebenen, wer wann auf welche Daten zugreifen darf. Dezentral gedacht, kombiniert mit Edge-Computing und Datenkapselung, entsteht digitale Souveränität ohne Kontrollverlust. Innovation wird skalierbar, weil sie im Kern verankert ist und nicht an der Peripherie. Genau hier liegt die eigentliche Herausforderung. Die digitale Transformation scheitert selten an Technologie, sondern an Vorstellungskraft.
Wer kein Bild davon hat, was entstehen soll, kann Organisationen nicht verändern. Dieses Defizit ist real : Drei Viertel der Menschen geben an, wenig oder keine Ahnung von digitalen Themen zu haben und parallel dazu herrscht Skepsis gegenüber ihrer Nutzung. Digitale Innovation lässt sich nicht delegieren, sie muss orchestriert werden. Mit Wissen, mit Mut und mit dem Verständnis, dass reale Transformation dort beginnt, wo Technologien und Menschen miteinander agieren. Wer die Zukunft imaginieren kann, hat zumindest die Chance, sie zu gestalten.
Neue Partnerschaften der US-Tech-Riesen

Amazon Web Services vertieft Partnerschaft mit Meta und OpenAI. Fokus auf Weiterentwicklung von Agentic KI mittels neuer Prozessoren und Cloud-Services. AWS selbst erweitert Amazon Connect zu KI-Paketbündel und Amazon Quick für selbständigen KI-Agent.
Meta, US-Mutterkonzern von Facebook und Amazon Web Services (AWS), Tochter von Amazon (US), haben soeben einen Vertrag über den großflächigen Einsatz von AWS Graviton Prozessoren unterzeichnet. Die neue Vereinbarung stellt eine bedeutende Ausweitung der langjährigen Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen dar und adressiert die Entwicklung der nächsten Generation von Agentic KI im Meta-Konzern.
Wandel von KI-Infrastrukturen
Operativ beinhaltet die neue Partnerschaft die Bereitstellung von mehreren zehn Millionen Graviton-Kernen, wobei eine Erweiterung möglich ist. Meta gehört Angaben zufolge nunmehr zu den größten Graviton-Kunden weltweit. Grundsätzlich basiert die neue Vereinbarung auf der langjährigen Partnerschaft von Meta mit AWS sowie dem umfangreichen Einsatz von Amazon Bedrock zur Unterstützung neuer KI-Generationen.
Die Bereitstellung beginnt mit mehreren zehn Millionen Graviton-Kernen und bietet die Flexibilität, mit dem Ausbau der KI-Fähigkeiten von Meta zu wachsen. Das Abkommen spiegelt einen Wandel in der Art und Weise wider, wie sich die KI-Infrastruktur zusammensetzt : Während GPUs (Anm. Prozessoren) für das Training großer Modelle nach wie vor unverzichtbar sind, führt der Aufstieg der agentenbasierten KI zu einer enormen Nachfrage nach CPU-intensiven Workloads.
Komplexe und mehrstufige Agenten-Workflows
Das inkludiert etwa logische Folgerungen in Echtzeit, Code-Generierungen, Suchfunktionen oder die Koordinierung mehrstufiger Aufgaben. Graviton5 wurde speziell für diese Arbeitslasten entwickelt und soll Meta die nötige Rechenleistung bieten, um sie effizient und in großem Maßstab zu bewältigen.
Die Chips werden bei Meta für verschiedene Aufgabenbereiche eingesetzt, unter anderem eben zu Unterstützung und Weiterentwicklung der KI-Aktivitäten des Unternehmens. „Diese Aufgabe erfordert eine Infrastruktur, die Milliarden von Interaktionen bewältigen und gleichzeitig komplexe, mehrstufige Agenten-Workflows koordinieren kann – genau die Art von rechenintensiven Aufgaben, für die Graviton entwickelt wurde“, so AWS in einer Aussendung.
AWS und OpenAI vereinbaren mehrstufige Partnerschaft
Ebenso erweitern wird AWS die bestehende Partnerschaft mit OpenAI. OpenAIs KI-Modelle werden künftig direkt in Amazon Bedrock integriert, der Cloud-Plattform von AWS. Die Partnerschaft umfasst drei neue Angebote, die derzeit in einer limitierten Vorschau verfügbar sind. Als erstes werden OpenAI-Modelle auf Amazon Bedrock laufen :Unternehmen greifen auf OpenAIs neueste Modelle über dieselben Bedrock-APIs zu, die sie bereits kennen – gemeinsam mit Modellen von Anthropic, Meta, Mistral und anderen.
Sicherheit, Governance und Kostenkontrolle sollen dabei über ein einheitliches Framework laufen. Auch auf Amazon Bedrock wird Codex laufen :OpenAIs Coding-Agent mit Angaben zufolge über vier Millionen wöchentlichen Nutzern steht nun in AWS Umgebungen zur Verfügung. Softwareteams können damit Entwicklungsabläufe mit bestehenden AWS Zugangsdaten und Infrastruktur automatisieren.
Produktionsreife KI-Agenten auf Basis von OpenAI
Und dann wird es Amazon Bedrock Managed Agents powered by OpenAI geben und das bedeutet einen vereinfachten Weg, produktionsreife KI-Agenten auf Basis von OpenAI in großem Maßstab bereitzustellen – mit integriertem Identitätsmanagement, Nachvollziehbarkeit, persistentem Speicher und der globalen AWS-Infrastruktur.
Bezüglich der eigenen Aktivitäten präsentiert AWS eine neue Version von Amazon Quick, ein KI-Assistent, der sich an den eigenen Arbeitsstil anpasst, proaktiv unterstützt und mit der Zeit dazulernt. Mit einer neuen Desktop-App, der Möglichkeit eigene Mini-Apps zu erstellen sowie Anbindungen an Google Workspace, Microsoft 365, Zoom und Salesforce soll Quick dort ansetzen, wo die Arbeit wirklich stattfindet. „Nutzende benötigen keinen AWS-Zugang und können sich mit einer E‑Mail-Adresse anmelden“, so AWS.
Assistent baut Wissenspool auf
Operativ zeigen sich die neuen Funktionalitäten von Amazon Quick, dass dann ein Arbeitskontext erkannt wird und Prioritäten gesetzt werden, etwa unbeantwortete E‑Mails, offene Deals in Salesforce, Dokumente, die Aufmerksamkeit brauchen, oder ausstehende Freigaben, auf die Kollegen warten.Der Assistent kann dann selbständig E‑Mails verfassen, Dokumente bearbeiten, Slack-Nachrichten beantworten oder Jira-Tickets aktualisieren. Ist der Entwurf dann geprüft, übernimmt Quick den Rest und lernt mit jeder Nutzung dazu — aus E‑Mails, Kalender, lokalen Dateien und Apps baut der Assistent einen persönlichen Wissenspool auf. Bekannte Unternehmen, die Quick schon einsetzen sind BMW, 3M, Mondelēz oder Southwest Airlines.
Selbständige Verbesserung
Eine weitere Neuerung bzw. Erweiterung von Amazon betrifft den Dienst Connect, der „eine Familie aus vier agentischen KI-Lösungen wird“. Das Besondere ist, dass KI wie eine Art Teammitglied funktionieren soll und nicht wie ein Werkzeug. Die KI-Agenten lernen den Unternehmenskontext, passen sich an bestehende Arbeitsabläufe an und sollen sich mit der Zeit selbst verbessern.
Die neuen Agenten lassen sich nahtlos in bestehende Arbeitsabläufe integrieren. Das Portfolio umfasst Amazon Connect Decisions (Anm. Lieferketten), Connect Talent (Personalgewinnung), Connect Customer (Kundenerlebnis) und Connect Health (Healthcare). “Jede Lösung basiert auf jahrzehntelanger Erfahrung von Amazon im Management komplexer Prozesse in großem Maßstab“, betont AWS in einer Aussendung. Das bisherige Amazon Connect, genutzt von Unternehmen wie etwa State Farm und Air Canada heißt künftig Amazon Connect Customer. (red/czaak)Österreichische Pioniere beim KI-Einsatz

Agentic (KI) Enterprise als Fokus bei Veranstaltung Wien Summit von Salesforce. Der führende IT-Dienstleister für cloudbasierte CRM-Anwendungen und KI hat nun erstmals Österreichische Unternehmen für den herausragenden Einsatz von KI-Agenten ausgezeichnet.
In jeder Branche gibt es Menschen, die mit ihrem einzigartigen Taten- und Wissensdrang die Zukunft prägen und das gilt auch im Bereich von Technologie. Diese Vordenker nutzen nicht einfach nur die neueste Technologie, sie leisten Pionierarbeit für angewandte Innovation. Salesforce nennt diese Menschen im KI-Zeitalter „Agentblazer“. „Sie alle verfolgen ein gemeinsames Ziel : das volle Potenzial von KI-Agenten zu erschließen“, präzisiert Manuela Mohr-Zydek, Chefin von Salesforce Österreich.
Letzte Woche fand in Wien die Salesforce-Veranstaltung „Wien Summit“ statt (economy berichtete), wo erstmals Österreichische Unternehmen für einen besonderen Einsatz von KI-Agenten prämiert wurden. Die entsprechend gewürdigten österreichischen KI-Pioniere sind für Salesforce die Unternehmen EGGER Group, AVL List und Rewe für den jö Bonus Club. „Das sind Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, die eines verbindet : der innovative Einsatz von KI-Agenten im Geschäftsalltag“, so Manuela Mohr-Zydek.
Neue betrieblicher Wertschöpfung im Zusammenspiel von Mensch und Maschine
„Das Zusammenspiel von Mensch und Maschine erschließt in den ausgezeichneten Projekten neue Potenziale : Intelligente Systeme übernehmen zunehmend Routineaufgaben, während Mitarbeiter:innen Freiräume für kreative, strategische und zwischenmenschliche Tätigkeiten gewinnen. Gleichzeitig sorgen die Lösungen für mehr Effizienz in internen Abläufen und entlasten Kund:innen im Alltag spürbar – etwa durch schnellere Prozesse, präzisere Ergebnisse und eine höhere Servicequalität“, so die zusammengefassten Begründungen für die Salesforce-Prämierungen.
Die prämierten Projekte verbinden aber insbesondere technologische Innovation mit konkretem Nutzen im Geschäftsalltag und das erfüllt dann die finale Zielsetzung von neuer betrieblicher Wertschöpfung. „Die Entwicklung hin zu einem Agentic Enterprise nimmt auch hierzulande spürbar Fahrt auf, und wir blicken mit großem Interesse auf die nächsten Schritte. Wir gratulieren allen Preisträger:innen ganz herzlich zu diesem Erfolg – ihr zeigt neue Wege auf und inspiriert damit weit über eure eigenen Projekte hinaus“, unterstreicht auch Manuela Mohr-Zydek von Salesforce Österreich.
Die Preisträger mit AVL List
Ein Preisträger ist AVL List, wo agentenbasierte KI ein integraler Bestandteil der Plattformstrategie ist. Innovation und Geschwindigkeit sind in der Automobilbranche schon immer entscheidend gewesen. Um dem Wettbewerb auch im Zeitalter der Digitalisierung stets eine Reifenlänge voraus zu sein, setzt das Mobilitäts-Technologieunternehmen AVL schon seit 2008 auf verschiedene Cloud-Lösungen von Salesforce. Mittlerweile ist AVL List auch ein Agentic Enterprise und nutzt die Agentforce KI als strategischen Hebel.
Im Fokus steht Prozesseffizienz, Mitarbeiter zu entlasten und das Kundenerlebnis nachhaltig zu verbessern. Entscheidend war dabei von Anfang an die Zusammenführung der Daten aus verschiedenen Systemen über Data 360 und Agentforce nicht als isolierte Technologie zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil der bestehenden Salesforce Plattform. Dabei gelten klare Leitlinien : jeder neue KI-Agent muss auf einem konkreten Use Case basieren, in bestehende Salesforce Prozesse integriert sein und einen nachweisbaren unternehmerischen Mehrwert liefern.
Weitere Prämierung für die EGGER Group
Das Familienunternehmen mit Sitz in Tirol läutet als erstes Unternehmen in Österreich mit Agentforce eine neue Ära der Kundenorientierung ein. Die technologische Grundlage dafür bilden ein CRM-System, das mitdenkt und der Einsatz autonomer KI-Agenten. Statt eines klassischen Rollouts setzt der international führende Holzwerkstoffhersteller auf ein sogenanntes exploratives Vorgehen.
Das inkludiert Daten harmonisieren, Schnittstellen klären, systematisch lernen. So soll Schritt für Schritt ein tragfähiges Fundament für Zusammenarbeit und Kundenorientierung entstehen. Mit der Agentforce Plattform und der Data Cloud als zentrale Datenbasis beantworten KI-Agenten bereits heute in einem ersten Markt Fragen zu Produkten und wickeln Musterbestellungen vollautomatisch ab.
jö Bonus Club als Vorreiter für datengetriebenen Kundenservice in Österreich
Bei insgesamt rund neun Millionen Einwohner zählt der jö Bonus Club mit über 4,7 Millionen Mitgliedern zu den erfolgreichsten Loyalty-Programmen weltweit. Rund 40 Prozent aller Anrufe im Kundenservice entfallen hier dann auf wiederkehrende Anliegen wie „Passwort vergessen“ oder „Karte verloren“. Das verursacht nicht nur hohe Kosten, sondern ist auch für das Kundenserviceteam wenig anspruchsvoll und erfüllend.
Als einer der ersten Anwender für das sogenannte „agentforce1000-Piloten“ in Österreich nimmt der jö Bonus Club hier eine Vorreiterrolle ein und setzt gezielt auf den Einsatz von KI, um das Kundenerlebnis nachhaltig zu verbessern. Durch das Zusammenspiel von Servicemitarbeiter und KI erhalten Kunden jetzt schnelle und zielgerichtete Hilfe. „Und das genau dann, wenn sie sie brauchen“, so Manuela Mohr-Zydek, Chefin von Salesforce Österreich.
Datensouveränität und Sicherheit und Innovation

T‑Cloud als neue Multi-Cloud-Plattform von T‑Systems zur passgenauen Kombination mehrerer Cloud-Dienste. Innovation auch bei Marketing mit Aktion am Flughafen Wien und interaktiver Verlosung von exklusiven Cloud-Workshops.
Egal ob Großunternehmen, Mittelstand oder öffentlicher Sektor – Cloud Computing ist mittlerweile fixer Bestandteil der digitalen Transformation. Die Ökonomie bei Nutzungsvielfalt und Kosten der bedarfsgenau skalierbaren Cloud-Dienste ist dabei das zentrale Argument.
Strukturierter Multi-Cloud-Ansatz auch mit Hyperscaler-Plattformen
Die neue T‑Cloud bietet einen strukturierten Multi-Cloud-Ansatz, der führende Hyperscaler-Plattformen mit den Cloud-Infrastrukturen von T‑Systems und Deutscher Telekom in einem nahtlos integrierbaren Ökosystem kombiniert. Die Cloud-Dienste werden über einen zentralen Zugangspunkt bereitgestellt und unterstützen so auch einen Innovationstransfer für eine nachhaltige digitale Transformation.
„Das Angebot wird durch umfassende Beratungs- und Betriebsservices sowie ein starkes Partnernetzwerk abgerundet“, ergänzt Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services von T‑Systems Austria. „Wir begleiten Unternehmen und Institutionen auf ihrer individuellen Cloud Reise – von der Planung über die Migration bis zum Betrieb mit kontinuierlicher Optimierung unter Berücksichtigung der jeweiligen technischen, regulatorischen und geschäftlichen Anforderungen“, so Kowarsch.
Exklusiver Cloud-Workshop via Kommentar zum Thema Souveränität
Innovation ist auch Thema beim Marketing für die neue T‑Cloud. Aktuell gibt es eigene T‑Cloud-Spots am Flughafen Wien, die die Terminals 1 und 2 in Magenta-Farben erstrahlen lassen. Parallel werden für Unternehmen und Institutionen exklusive Cloud-Workshops verlost. Expert:innen von T‑Systems erläutern dabei passgenaue Anwendungen und alle relevanten Themen von Datensouveränität, Sicherheit und gesetzlichen Regularien wie etwa DSGVO oder NIS2. Genaue Informationen finden interessierte Unternehmen beim angefügten Link.
Zur Teilnahme müssen interessierte Unternehmen nur einen Kommentar zum Thema Souveränität abgeben. Für ein doppeltes Los kann dieser Kommentar-Beitrag dann etwa auch auf dem jeweiligen LinkEd-Profil repostet werden und damit dann die Gewinnchance erhöht werden. Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 15. November. Für die neue T‑Cloud gibt es ebenso weiterführende Infos und auch hierfür ist ein Link angefügt.
Professionelle KI für professionelle Security

TrendAI, die Enterprise-Cybersecurity-Unit von Trend Micro und KI-Anbieter Anthropic verlautbaren strategische Zusammenarbeit. KI-Modelle von Anthropics „Claude“ werden in Cybersicherheits-Plattform von TrendAI integriert.
TrendAI™, der Enterprise-Geschäftsbereich von Trend Micro will die Transformation zum führenden Anbieter im Bereich KI-Sicherheit beschleunigen und startet Partnerschaft mit dem KI-Dienst Claude des Anbieters Anthropic. Im Fokus stehen agentenbasierte Workflows, um Automatisierung sowie KI-native Sicherheitsoperationen zu ermöglichen.
Beide Unternehmen wollen dabei auch die gezielte Bedrohungsforschung zur Identifizierung von Schwachstellen in KI-Systemen und ‑Infrastrukturen vorantreiben. TrendAI wird Claude nutzen, um etwa die Erkennung von Sicherheitslücken zu beschleunigen und gleichzeitig für koordinierte Maßnahmen zur Risikominderung in der Praxis sorgen.
Von Schwachstellenerkennung über automatisierte Abwehrmaßnahmen bis KI-native Sicherheitsoperationen
Operativ erstreckt sich der Einsatz von Claude bei TrendAI auf Bedrohungsforschung, reale Risikominimierung, Plattforminnovation sowie die globale Go-to-Market-Strategie. Dies umfasst den gesamten KI-Sicherheitslebenszyklus – von der Schwachstellenerkennung über automatisierte Abwehrmaßnahmen bis hin zu KI-nativen Sicherheitsoperationen.
„Durch den Einsatz von Claude für TrendAI Vision One sowie Initiativen wie die TrendAI Zero Day Initiative (ZDI) und Pwn2Own treibt TrendAI die nächste Generation der Schwachstellenerkennung und ‑meldung voran“, erklärt Ash Alhashim, Head of Cybersecurity GTM bei Anthropic. „Damit wird den Verteidigern ein entscheidender Vorteil verschafft”, so Alhashim von Anthropic.
Ausbau der KI-Bedrohungsforschung und Innovation mit agentenbasierten Workflows und Automatisierung
Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit umfassen einmal einen Ausbau der KI-Bedrohungsforschung : TrendAI skaliert seine Bedrohungsforschung, um der wachsenden Angriffsfläche im KI-Bereich gerecht zu werden – aufbauend auf bewährten Programmen wie Pwn2Own Berlin im Rahmen der TrendAI ZDI. Dieser Ansatz lässt in der Praxis entdeckte Sicherheitslücken in KI-Systeme einfließen und hilft dabei, kritische Schwachstellen zu erkennen und zu beheben, bevor sie in Produktionsumgebungen gelangen.
Weiters geht es um die Förderung KI-nativer Innovation : Die Claude-Modelle von Anthropic sollen die Plattforminnovation von TrendAI unterstützen und agentenbasierte Workflows, Automatisierung sowie KI-native Security Operations verbessern. Dadurch können Unternehmen Alarmmeldungen reduzieren, schneller reagieren und ihre Sicherheitsmaßnahmen parallel zur KI-Nutzung skalieren.
Gemeinsames Engagement für die Gestaltung der Zukunft der KI-Sicherheit
„Wir haben TrendAI ins Leben gerufen, um den Bereich der KI-Sicherheit zu definieren. In der nächsten Phase geht es darum, diese Vision gemeinsam mit führenden Partnern wie Anthropic global zu skalieren“, sagt Rachel Jin, Chief Platform and Business Officer of TrendAI. „Unsere umfassende, strategische Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Abwehr und Innovation wird die Zukunft der KI-Sicherheit maßgeblich gestalten“, unterstreicht Jin.
Die Ankündigung erfolgt im Vorfeld des Spark Leadership Exchange von TrendAI, zu dem im Mai in Phoenix, Arizona (USA) über 600 Cybersicherheitsverantwortliche erwartet werden. Anthropic wird gemeinsam mit TrendAI und weiteren Branchenführern auf der Bühne vertreten sein und damit das gemeinsame Engagement für die Gestaltung der Zukunft der KI-Sicherheit sowie den direkten Austausch mit globalen Enterprise-Führungskräften bekräftigen, so Trend Micro und TrendAI in einer Aussendung. (red/laucz)
Geschäftsorientiert und nicht nur reaktiv

Intelligent automatisierte Netzwerke entlasten die hauseigene IT und bringen mehr Sicherheit. Modernes Intent-Based Networking (IBN) ermöglicht nun auch die direkte Umsetzung von Geschäftszielen. CANCOM Austria zeigt vielfältige Einsatzmöglichkeiten in mehreren betrieblichen Projekten.
(Christian Czaak) Vom ersten aktenkoffergroßen Mobiltelefon (Anm. Ende der 1980er Jahre war das) bis zu speziellen Verbindungsnetzen und Netzwerke im Bereich Maut sowie GSM‑R und spezielle IP-Voice-Lösungen für europäische (Anm. u.a. SNCV in Frankreich) wie amerikanische (Anm. Nord- und Mittelamerika) Bahnlinien und Verkehrsbetreiber. Von Netzwerken für EPUs und andere Kleinunternehmen bis zu 5.000 remotefähigen VPN-Zugängen mit medienübergreifenden Collaboration-Anwendungen innert drei Tagen für kritische Infrastrukturbetreiber während der Corona-Pandemie (2020 bis 2022).
Weltweite Technologieführerschaft von Kapsch über Kapsch BusinessCom zu CANCOM Austria
Von sogenannten LoRaWAN™-Netzwerken mit SENS-Diensten (Anm. Sensor-Network-Services) für spezielle IoT-Anwendungen auch hinter betondicken Wänden etwa für Bahnbetreiber und weitere Systemerhalter bis zu hochsicheren und hochverfügbaren 5G-Campusnetzwerken für Krankenhausbetreiber, wie 2025 für die Burgenland-Kliniken : Kapsch (gegr. 1892) bzw. dann Kapsch BusinessCom (gegr. 2002) und seit 2023 nun das Nachfolgeunternehmen CANCOM Austria gilt als einer der weltweit führenden Entwickler und Dienstleister für Netzwerke mit allen damit verbundenen IT-Infrastrukturen und ‑Diensten.
Die Digitalisierung von betrieblichen Prozessen schreitet weiter voran und in diesem Umfeld ist ein leistungsstarkes Netzwerk die Basis für die Verschränkung von Hardware, Software, IT-Services und allen damit verbundenen Sicherheitsdiensten. In diesen zunehmend digitalen Geschäftsumfeldern ist das Netzwerk mittlerweile aber weit mehr als nur Infrastruktur : es ist ein entscheidender Faktor für Effizienz, Sicherheit und Innovation. Beispielsweise sind Anwendungen zunehmend cloudbasiert, Arbeitsplätze ortsunabhängig und hybrid und auch die Anzahl vernetzter (mobiler) Geräte wächst stetig. Neue Anwendungen benötigen entsprechend mehr Bandbreite und die ebenso steigenden Sicherheitsbedrohungen erfordern sichere Netzwerke mit den dazugehörigen Infrastrukturen, Applikationen und Diensten.
Traditionelle Netzwerke stoßen zunehmend an ihre Grenzen
„Dies treibt neue Funktionen und Architekturansätze voran mit Bestandteilen wie Mikrosegmentierung, rollenbasierte Zugriffskontrollen, Automatisierung und Fehlerbehebungsfunktionen, leistungsstarke Rechenzentrumsnetzwerke, Multi-Architekturen und vieles mehr“, erklärt Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria gegenüber economy. „Diese Technologien sind unerlässlich, um den Fortschritt von Unternehmen durch digitale Dienste zu sichern und gleichzeitig zu verhindern, dass Geschäftsabläufe durch Cyberangriffe lahmgelegt werden“, so Gerbafczits.
Für IT- und Netzwerkteams bedeutet dies, dass traditionelle Netzwerke und insbesondere Netzwerkmanagement-Ansätze an ihre Grenzen stoßen – technisch, organisatorisch und ressourcentechnisch. Hier kommen dann selbststeuernde Netzwerke ins Spiel, die diesen Herausforderungen auch durch künstliche Intelligenz und Automatisierung begegnen. „Das Netzwerk analysiert sich kontinuierlich selbst, erkennt Probleme frühzeitig und behebt sie automatisch – mit oder ohne menschliches Eingreifen“, erläutert Gerbafczits von CANCOM Austria.
Arbeitsbelastung für IT-Teams deutlich reduziert
Das Ergebnis ist ein intelligentes, selbstoptimierendes Netzwerk, das sich dynamisch an veränderte Anforderungen anpasst, Bandbreite intelligent zuweist, Prioritäten automatisch setzt, Überlastungen minimiert und damit parallel auch die Arbeitsbelastung für IT-Teams deutlich reduziert. Routineaufgaben wie Konfiguration, Überwachung und Fehlerbehebung werden automatisiert, IT-Teams können sich auf strategische Initiativen und Innovationen anstatt auf das Tagesgeschäft konzentrieren.
Ein zentraler Punkt ist dann noch das Thema Sicherheit. Moderne Netzwerke sind ständig Cyberbedrohungen ausgesetzt. Dies liegt nicht nur an ihrer verteilten Architektur, sondern auch an den zahlreichen Diensten, die sie bereitstellen. Angreifer nutzen zudem immer öfter KI, um immer ausgefeiltere Bedrohungen zu entwickeln.
Das Thema Sicherheit und die nahtlose Skalierung selbststeuernder Netzwerke
„Umgekehrt verwenden natürlich auch selbststeuernde Netzwerke KI, um ungewöhnliches Verhalten zu erkennen und in Echtzeit auf Bedrohungen zu reagieren. In Kombination mit Zero-Trust-Prinzipien, wo jede/r Benutzer:in und jedes Gerät kontinuierlich überprüft wird und kontinuierlicher Überwachung verbessert dies die Gesamtsicherheit deutlich“, ergänzt CANCOM-Experte Gerbafczits.
Selbststeuernde Netzwerke skalieren nahtlos, ob neue Standorte, mehr Geräte oder erhöhtes Datenaufkommen. Neue Komponenten werden automatisch in die bestehende Umgebung integriert und optimiert. Dies ist besonders wichtig, um die Produktivität auf Basis der verfügbaren Ressourcen zu maximieren, da Netzwerke ständig wachsen und Automatisierung daher ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.
Videokonferenzen von Führungskräften mit hoher Priorität
Moderne Netzwerke können dann auch direkt mit neuer unternehmerischer Wertschöpfung verbunden werden, das sogenannte Intent-Based Networking (IBN), wo Geschäftsziele in Netzwerkaktionen umgesetzt werden. „IBN ermöglicht Unternehmen Geschäftsziele zu definieren und diese automatisiert in Netzwerkkonfigurationen und ‑richtlinien zu übersetzten“, skizziert Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria.
Der IT-Dienstleister hat kürzlich mehrere derartige Projekte für Unternehmen umgesetzt. In einem Fall wünschte sich der Betrieb, dass Videokonferenzen von Führungskräften mit hoher Priorität behandelt werden. „Hier reserviert das Netzwerk dynamisch Bandbreite, priorisiert die Datenströme und überwacht die Dienstqualität in Echtzeit“, so Gerbafczits von CANCOM Austria.
DSGVO für regionale Niederlassung und neue Cloud-Anwendung
Ein anderes Beispiel betrifft einen internationalen Betrieb, wo eine regionale Niederlassung die DSGVO einhalten und sensible Daten isolieren musste. „Hier wendet das Netzwerk automatisch Segmentierung, Verschlüsselung und kontinuierliche Überwachung an, ohne dass manuelle Regeln erstellt werden müssen“. Bei einem anderen Unternehmen sollte eine neue Cloud-Anwendung bereitgestellt werden und das Netzwerk stellte automatisch die notwendige Konnektivität und Sicherheitsrichtlinien in allen Umgebungen (Anm. LAN, WLAN oder WAN) bereit, alles abgestimmt auf die definierten Absichten und Funktionalitäten.
Durch die Integration von IBN richtet das Netzwerk das operative Verhalten an den strategischen Geschäftszielen aus, reduziert menschliche Fehler und sichert die Zielerreichung. „Der zentrale Aspekt ist, dass Geschäftsanwendungen mit maximaler Leistung und Verfügbarkeit bereitgestellt werden und zudem auch ein optimales Nutzererlebnis gewährleistet wird. Dadurch wird IT wirklich geschäftsorientiert und nicht nur reaktiv“, unterstreicht Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria. (red/czaak)
Das Jahr des intelligenten Unternehmens

Die Transformation zu einer intelligenten Betriebssteuerung via Agentic Enterprise ist das zentrale Thema beim kommenden Wien Summit von Salesforce. Manuela Mohr-Zydek, Country Managerin Salesforce Austria, erläutert im Expertenkommentar die nächsten Entwicklungsschritte der unternehmerischen Digitalisierung.
2026 wird das Jahr des Agentic Enterprise ! Unternehmen gehen den nächsten Entwicklungsschritt in der Digitalisierung und setzen KI-Agenten gewinnbringend ein. Im Fokus steht dabei die sogenannte “letzte Meile” mit der Verknüpfung von Large Language Modellen (LLM) und der erfolgreichen Anwendung von KI.
Koordinierter Einsatz autonomer KI-Systeme mit einheitlicher Datenbasis
2025 war noch das Jahr der KI-Agenten, jetzt verlagert sich die Diskussion um agentenbasierte KI von „Kann sie funktionieren?“ zu „Wie schnell kann sie den Wandel vorantreiben?“. Die entscheidende Herausforderung für IT-Verantwortliche wird also sein, isolierte Experimente hinter sich zu lassen und den koordinierten Einsatz autonomer KI-Systeme mit einer einheitlichen Datenbasis voranzutreiben – und so zum Agentic Enterprise zu transformieren.
Transformation heißt dabei : Unternehmen müssen gewachsene Strukturen aufbrechen und sich konsequent an Kundenergebnissen statt an einzelnen funktionalen Silos orientieren. Damit gewinnen Betriebe nicht nur an Effizienz, sondern sie gestalten ihre Wertschöpfungsketten und ihr Geschäftsmodell grundlegend neu : wie Arbeit ausgeführt wird, wie Kund:innen eingebunden werden und wie sie als Unternehmen im Wettbewerb bestehen können.
Salesforce Trailhead und neues AI Fluency Playbook
Ein zweiter essenzieller Punkt wird die Schulung von Mitarbeiter:innen sein : egal ob Berufseinsteiger:innen oder Führungskräfte, sie müssen wissen, wie sie der KI effektiv Anweisungen geben, Ungenauigkeiten erkennen, Ergebnisse optimieren und bei Bedarf eingreifen können. Und Mitarbeiter:innen müssen vor allem Vertrauen haben — in die Daten und in die Agenten, die sie verarbeiten. Hier kommen dann auch bewährte Online-Lernplattformen wie Trailhead ins Spiel, wo Nutzer:innen durch interaktive Module und Praxisübungen kostenlos KI-Kompetenzen erwerben können. Erwähnt sei hier auch unser neues AI Fluency Playbook.Zusammengefasst geht es um einen praktischen Leitfaden für Unternehmen, mit dem die Belegschaft auf eine konsistente sowie eigenständig selbstbewusste wie effektive Zusammenarbeit mit KI-Agenten im Agentic Enterprise vorbereitet werden kann. Beim Salesforce Wien Summit am 16. April zeigen dann auch führende österreichische Unternehmen wie Kastner & Öhler, Julius Meinl, Uni Wien oder Mondelez, wie sie Salesforce und KI bereits erfolgreich einsetzen — und welche Potentiale sich dabei eröffnen.
„Entscheidend ist Kombination aus Leistungsfähigkeit und Souveränität“

Interview. Peter Lenz, Managing Director von T‑Systems Austria, im Gespräch zum Thema IT als strategische Führungsfrage, die Skepsis von Unternehmen gegenüber globalen Cloud-Anbietern und weshalb die T Cloud Public und die Industrial AI Cloud in München einen entscheidenden Beitrag zur digitalen Souveränität Europas leisten.
Digitale Transformation stand lange für Effizienz, Geschwindigkeit und Kosten. Aktuell geht es vor allem auch um Souveränität, Kontrolle und Resilienz. Unternehmen müssen entscheiden, wo ihre Daten liegen, wer darauf zugreifen kann und wie abhängig sie von globalen Plattformen sein wollen. Gleichzeitig wächst der Druck, neue Technologien wie KI schnell und produktiv einzusetzen.
Economy : Was ist die stärkste Veränderung beim Thema digitale Transformation ?
Peter Lenz : Unternehmen wollen schneller werden und primär auch unabhängiger. Relevant ist : Habe ich die Kontrolle über meine Daten ? Parallel steigt der Innovationsdruck, etwa durch KI. Diese Kombination macht IT strategischer denn je. Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel in der Cloud.
Welches sind für Unternehmen die größten Treiber beim Umstieg auf europäische Cloud Lösungen ?
Viele verfolgen Multi-Cloud-Strategien, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Unternehmen geben ihre Daten wieder bevorzugt in eine Cloud, die in Europa gehostet wird. Sie wollen die Innovationskraft der Cloud nutzen, ohne Kontrolle abgeben zu müssen. Genau da setzen wir mit unserer T Cloud Public an.
Was unterscheidet die T Cloud Public von US-Hyperscalern ?
Die T Cloud Public ist eine vollständig im europäischen Rechtsraum betriebene Public-Cloud-Plattform, speziell für Unternehmen und öffentliche Organisationen mit höchsten Anforderungen an Datensicherheit, Compliance und Skalierbarkeit. Entscheidend ist die Kombination aus Leistungsfähigkeit und Souveränität.
Wie schaut es mit Performance und Wirtschaftlichkeit aus ?
Wir bieten rund 80 Prozent der Kernfunktionalitäten von Hyperscalern, die restlichen zwanzig Prozent folgen kontinuierlich. Laut der Information Services Group (ISG) übertrifft die Plattform nicht nur europäische Alternativen, sondern ist schon wettbewerbsfähiger als manche Angebote der BigTech. Ende 2026 können wir alles, was Hyperscaler-Clouds können.
Ein zentraler Baustein ist auch die neue Industrial AI Cloud…
Ja, unsere Antwort auf den enorm steigenden Bedarf an KI-Rechenleistung. Wir haben in Europa eine der leistungsfähigsten KI-Infrastrukturen aufgebaut – speziell für industrielle Anwendungen. Das Spektrum reicht von Simulationen über digitale Zwillinge bis zu eigenen Sprachmodellen. Dass die Industrial AI Cloud nahe in München entsteht, kommt auch unseren österreichischen Kunden zugute.
Warum ist die Industrial AI Cloud so wichtig für Europas KI-Infrastruktur ?
Es ist eine der größten KI-Fabriken Europas. Rund 10.000 Hochleistungs-GPUs (Anm. Prozessoren) bieten eine enorme Rechenleistung auf dem Niveau von Hyperscalern. 450 Millionen EU-Bürger:innen könnten gleichzeitig KI-Assistenten nutzen ! Dies ermöglicht das Training großer Modelle in Europa und Skalierbarkeit für industrielle Workloads.
Weshalb spielt dabei Souveränität eine so prioritäre Rolle ?
Unabhängigkeit bedeutet Kontrolle – über Daten, Infrastruktur und Betriebsstandards. Die aktuelle politischen Lage unterstreicht das : Unternehmen und öffentliche Einrichtungen müssen sich verlassen können, dass ihre Daten und KI-Systeme unter klar definierten europäischen Rahmenbedingungen betrieben werden. Souveräne KI wird so zum Wettbewerbsvorteil, weil sie Sicherheit, Verlässlichkeit und technische Unabhängigkeit verbindet, gezielt für europäische Unternehmen und die öffentliche Verwaltung.
Economy : Welche Chancen eröffnet die KI-Fabrik für Europa im globalen KI-Wettbewerb ?
Peter Lenz : Als Deutsche Telekom/T‑Systems reden wir nicht nur über KI-Souveränität – wir bauen die Infrastruktur dafür. Die Industrial AI Cloud zeigt, dass Europa leistungsstarke KI-Ökosysteme schaffen kann, ausgerichtet auf Sicherheit und Compliance. Gemeinsam mit unseren Kunden geht es jetzt darum, KI in die breite industrielle Anwendung zu bringen. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen. (red/czaak)
Schulterschluss für Digitale Souveränität

Austrian Institute of Technology und Innenministerium intensivieren Zusammenarbeit zur Stärkung der Digitalen Souveränität Österreichs. Entwicklung innovativer Technologien zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit im Fokus. AIT und Gaia‑X Austria heuer auch Gast in Davos.
Verantwortungsvolle, ethisch fundierte Technologieentwicklung in enger Verzahnung von Spitzenforschung und behördlicher Praxis. Das ist die verbindende Spange der schon langjährig existierenden Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Inneres (BMI) und dem Austrian Institute of Technology (AIT). In einer Zeit globaler technologischer Machtverschiebungen und wachsender Abhängigkeiten setzt die Partnerschaft bewusst auf eine europäische Gegenthese.
AIT zählt beim digitalen Identitätsmanagement zu Technologieführern
Durch die strukturierte Zusammenarbeit von Forschung und Bedarfsträgern sollen Lösungen entstehen, die Sicherheitsaspekte mit gesellschaftlichen, rechtlichen und ethischen Werten in Einklang bringen. Final soll damit auch die staatliche Handlungsfähigkeit im digitalen Zeitalter langfristig abgesichert werden. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit betrifft das Thema Sicherheit.
Innovation „Made in Austria“ soll hier einen wesentlichen Beitrag leisten und dabei auch die Themen Cybersicherheit und den generellen Schutz demokratischer Strukturen und Institutionen abbilden. Das AIT zählt etwa beim digitalen Identitätsmanagement zu den auch international anerkannten Technologieführern. Die bisherige Kooperation mit dem BMI hat bereits zahlreiche sicherheitsrelevanten Forschungsprojekte in die praktische Umsetzung gebracht. Basis hierfür sind auch die Sicherheitsforschungsprogrammlinien KIRAS und K‑Pass.
Zielgerichtete Innovationen im Behördenkontext
„Durch die strategische Partnerschaft mit einer weltweit führenden Forschungseinrichtung stärkt das BMI seine Fähigkeiten, um zukünftige Herausforderungen in diesem Bereich zu meistern und die Sicherheit Österreichs auch in der digitalen Welt zu gewährleisten“, sagt Andreas Achatz, Generalsekretär im Innenministerium.
„Digitale Souveränität entsteht durch das Zusammenspiel von technologischer Exzellenz und verantwortungsvoller Technikgestaltung sowie hoher Kompetenz für das Design und die Benutzung moderner digitaler Technologien“, so Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security, AIT. „Die enge Zusammenarbeit mit dem BMI ermöglicht uns zielgerichtete Innovationen im Behördenkontext und einen nachhaltigen Mehrwert für die öffentliche Sicherheit in Österreich zu schaffen“, unterstreicht Leopold vom AIT.
Helmut Leopold mit Gaia‑X Hub Austria heuer auch bei Weltwirtschaftsforum Davos
In seiner Funktion als Chairman des Gaia‑X Hub Austria nahm Helmut Leopold heuer auch beim Weltwirtschaftsforum Davos teil und diskutierte im Panel „Digital Sovereignty – Best Practices aus Österreich“ gemeinsam mit den renommierten Wirtschaftsexperten und Gründern Martin Kaswurm und Christian Niedermueller über wirtschaftliche, geopolitische und technologische Herausforderungen im Kontext der Europäischen Souveränität.
Der Austausch in Davos unterstrich die Relevanz europäischer Ansätze für globale, datengetriebene Märkte. Die Gaia-X-Community, getragen von führenden Industrie- und Forschungsakteuren in Europa, stellt einen dringend benötigten Rahmen für die langfristige wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität der EU bereit. „Ziel ist es, sicherzustellen, dass der Wert von Daten in Europa bleibt und Daten zugänglich, teilbar und unter klaren europäischen Regeln geprägt sind“, so Leopold.
Offene Infrastrukturen statt digitaler Abhängigkeiten
Gaia‑X unterstützt und ermöglicht dafür offene, dezentrale Daten- und Service-Infrastrukturen, die über Ökosysteme skalieren und nicht über proprietäre Silos oder potenzielle Monopole. Damit will die europäische Initiative als marktermöglichender Rahmen funktionieren, der Integrationskosten senkt, Vendor-Lock-Ins vermeidet und den Aufbau moderner Datenräume nach europäischen Prinzipien unterstützt.
Ein zentrales Element dabei ist das sogenannte Gaia‑X Trust Framework. Mit Spezifikationen, Standards und Open-Source-Lösungen sollen Transaktions- und Compliance-Kosten in digitalen Ökosystemen deutlich reduziert werden. Durch Automatisierung sowie Vertrauen, Compliance und branchen- und länderübergreifende Interoperabilität entstehen effiziente Daten-Services für den öffentlichen Sektor ebenso wie nachhaltige und profitable Geschäftsmodelle für Unternehmen.
Gaia‑X Hub Austria als aktiver Mitgestalter einer europäischen Digitalpolitik
Der Gaia‑X Hub Austria wird vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und dem Staatssekretariat für Digitalisierung Bundeskanzleramt (BKA) unterstützt und vom AIT Austrian Institute of Technology koordiniert. Er versteht sich nicht nur als Informationsdrehscheibe, sondern als aktiver Mitgestalter einer europäischen Digitalpolitik, berät politische Entscheider und unterstützt Unternehmen bei konkreten Einstiegsmöglichkeiten für Datenräume durch reale Testumgebungen und Pilotprojekte.
Helmut Leopold, Chairman des Gaia‑X Hub Austria und Head of Center for Digital Safety & Security am AIT Austrian Institute of Technology, wurde kürzlich von der Gaia‑X European Association for Data and Cloud (AISBL) in das neue Board of Directors für die Amtsperiode 2025 – 2027 gewählt. Damit ist auch Österreich mit dem AIT neben namhaften Organisationen wie Airbus, Atos, Siemens, Dawex, OVHCloud, SAP oder Bitkom in das wichtige Steuerungsboard eingezogen, um künftig die Mission von Gaia‑X aktiv voranzubringen. (red/czaak)
Herausforderungen bei Compliance und Regularien

Unternehmen SV Informatik optimiert Prozessmanagement rund um Themen Compliance, Datenschutz und Vertragswesen. Tochter der SV Sparkassen Versicherung setzt als Anbieter von spezifischen IT-Lösungen auf Kombination spezieller Anwendungen von Fabasoft Contracts.
Im Finanzsektor nehmen Compliance-Vorgaben sowie regulatorische Anforderungen an Lieferketten, Datenschutz und IT-Sicherheit stetig zu und wirken sich häufig direkt auf das Vertrags- und Vendormanagement aus. Die Optimierung von Prozessen etwa mittels Automation und das Vermeiden von Medienbrüchen können hier ein Mehr an Transparenz, Geschwindigkeit und Sicherheit bringen. Das Unternehmen SV Informatik, Tochter der SV Sparkassen Versicherung und Anbieter spezialisierter IT-Lösungen für Versicherungsunternehmen, hat nun Vertragsprozesse digitalisiert und dafür eine Kombination der Fabasoft-Anwendungen „Contracts“ und „Dora“ verwendet.
„Wir hatten zwar verschiedene Tools im Einsatz, aber keine durchgängigen Prozesse“, sagt Stefan Kressig, Syndikusanwalt und Experte für IT-Recht bei der SV Informatik GmbH. „Dadurch kam es zu Redundanzen, einer höheren Fehleranfälligkeit und einem Mehraufwand für unsere Fachabteilungen.“ Die SV Informatik suchte sodann ein System, mit dem Mitarbeitende effizienter arbeiten und gleichzeitig flexibel auf regulatorische Anforderungen reagieren können. Als Lösung dient nun die KI-gestützte Vertragsmanagement-Software Fabasoft Contracts in Kombination mit dem digitalen Auslagerungsmanagement von Fabasoft Dora.
Umfangreiche Verordnungen von DAS und NIS‑2 über LkSG und Solvency II bis hin zu DORA
„Allein im Einkauf erzielen wir damit eine jährliche Zeitersparnis von 1.520 Stunden“, betont Kressig. „Zusätzlich sparen wir über den gesamten Lebenszyklus der Verträge – von der Erstellung bis zur Archivierung – weitere 960 Stunden pro Jahr ein. Das gibt uns mehr Raum für andere fachliche Aufgaben und gleichzeitig können wir schnell auf neue regulatorische Anforderungen reagieren“, erläutert Stefan Kressig von SV Informatik.
Unternehmen sehen sich generell schnell wachsenden und wechselnden Anforderungen aus der Regulatorik gegenüber. Das gilt auch für die SV Informatik, etwa im Bereich IT durch die EU-Verordnung über digitale Dienste (DSA), die überarbeitete NIS-2-Richtlinie und im Nachhaltigkeitsbereich durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Hinzu kommt spezifische Regulatorik für den Finanzsektor wie die EU-Richtlinie Solvency II und der Digital Operational Resilience Act (DORA).
Abteilungsübergreifende digitale Workflows
In Bezug auf das Vertrags- und Vendormanagement gilt es beispielsweise Lieferanteninformationen einzuholen, Zertifikate und Nachweise revisionssicher zu speichern sowie Verträge mit Lieferanten zu kontrollieren und gegebenenfalls anzupassen. „Mithilfe von Fabasoft können wir heute bereits ab Beginn einer potenziellen Vereinbarung alle Compliance-relevanten Inhalte berücksichtigen und regulatorische Vorgaben direkt in den Workflow integrieren“, so Kressig. „Wir vermeiden damit Mehraufwand im Nachhinein – und können jederzeit nachweisen, dass unsere Prozesse den aktuellen Anforderungen entsprechen.“
SV Informatik hat dafür abteilungsübergreifende, digitale Workflows eingerichtet, beispielsweise für Due-Diligence-Verfahren, Risikobewertungen und Lieferantenprüfungen. Alle Bearbeitungsschritte sind über elektronische Workflow-Unterschriften und im integrierten Audit-Log (Anm. automatisierte Änderungsdokumentation) revisionssicher nachvollziehbar. Zur Kontrolle, ob bestehende Verträge den aktuellen gesetzlichen Vorgaben entsprechen, setzt die SV Informatik die KI-gestützte Vertragsanalyse von Fabasoft ein. „Anhand von individuellen Checklisten prüft die KI die Vertragsinhalte automatisiert und erkennt enthaltene Risiken“, sagt Robin Schmeisser, Geschäftsführer der Fabasoft Contracts GmbH.
Kürzere Bearbeitungszeiten, schnellere Entscheidungen und weniger Fehler
„Das verschafft den Verantwortlichen einen schnellen Überblick, selbst bei umfangreichen Vertragsbeständen. Notwendige Ergänzungsvereinbarungen lassen sich einfach mittels Vorlagen und einer Klauselbibliothek erstellen, wo die Software daraufhin selbstständig die richtigen Freigabeprozesse startet“, so Schmeisser. Die Zeichnung gelingt dann dank integrierter, rechtssicherer elektronischer Signatur schnell und ohne Medienbrüche. Im Ergebnis zeigen sich kürzere Bearbeitungszeiten, schnellere Entscheidungen und weniger Fehler.
Die Grundeinstellungen und die Integration des Fabasoft Systems in die bestehende IT-Infrastruktur erfolgten Angaben zufolge in wenigen Tagen. Im Anschluss nahm die SV Informatik weitere individuelle Anpassungen vor, etwa die Gestaltung der Benutzeroberfläche. Dafür war für die SV Informatik die einfache Anpassbarkeit (Anm. Low-Code) der Software besonders wichtig. Formulare und Prozesse können so auch ohne Programmierkenntnisse selbstständig generiert werden. Auf diese Weise können Fachabteilungen nun auch selbstständig digitale Vorlagen erstellen und anpassen, etwa für Verträge, Checklisten, Risikobewertungen oder Lieferantenfragebögen.
Fabasoft Contracts und SV Informatik
Fabasoft Contracts ermöglicht mit der cloudbasierten Software das Erstellen, Digitalisieren, Signieren und Verwalten von Verträgen sowie das Managen von Vertragspartnern über den gesamten Lifecycle. KI-gestützte Funktionen wie die KI-Vertragsprüfung automatisieren dabei dann ressourcenintensive Tätigkeiten. Für eine ganzheitliche Digitalisierung von Geschäftsprozessen sorgen wiederum eigens individualisierbare Prozesse bzw. Workflows.
„Die Kombination beider Technologien schafft wertvolle Synergien für schnellere Vertragsprozesse, reduzierten Arbeitsaufwand und eine spürbare Risiko- bzw. Kostensenkung“, so Robin Schmeisser von Fabasoft Contracts. Mit der Anwendung Fabasoft Dora bietet das Unternehmen zudem ein Produkt für das regulatorikkonforme Auslagerungsmanagement im Finanzsektor an. Die Software ermöglicht u. a. die digitale Steuerung des IKT-Drittdienstleistermanagements, das automatisierte Erzeugen des Informationsregisters sowie die KI-Prüfung von IKT-Verträgen auf Compliance zu DORA.
SV Informatik kümmert sich als IT-Dienstleister um die digitale Zukunft von Versicherungsunternehmen, etwa für die SV SparkassenVersicherung und SV Sachsen. Rund 570 Mitarbeitende an den Standorten Mannheim, Stuttgart, Wiesbaden, Kassel und Dresden bieten von der Beratung über die Anwendungsentwicklung bis hin zum stabilen IT-Betrieb die komplette IT-Wertschöpfungskette an. Basis dafür sind letztaktuelle Infrastrukturen, Plattformen und Software-Applikationen. (red/cc)
Wann KI wirklich wirkt

Viele Unternehmen verwenden Künstliche Intelligenz, doch der Produktivitätsschub bleibt aus. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern die Orchestration. Ein Expertenkommentar von Jakob Scherer, Executive Assistant Strategy & Innovation CANCOM Austria.
Künstliche Intelligenz ist längst im Arbeitsalltag angekommen, zumindest theoretisch. Praktisch jedoch bleibt der erhoffte Produktivitätsschub in vielen Unternehmen aus. Das liegt nicht an fehlenden Tools, sondern an der Art, wie sie eingesetzt werden. KI wirkt dort, wo sie sinnvoll vernetzt ist. Und sie verpufft dort, wo sie isoliert bleibt.
Übergang von Spielerei zu neuer betrieblicher Wertschöpfung
Das heute verbreitete Setup folgt meist einem Dreiklang. Auf der einen Seite stehen tief integrierte Assistenten, zumeist im Office-Umfeld. Sie kennen E‑Mails, Termine, Notizen, Kommunikationsmuster. Sie sind damit ein digitaler Begleiter, der individuell unterstützt und im Alltag durchaus entlastet. Auf der anderen Seite finden sich hochspezialisierte Anwendungen : Copiloten für Softwareentwicklung, Bildgeneratoren für Marketing, Werkzeuge, die einzelne Tätigkeiten grundlegend verändern. Dazwischen liegt als entscheidender Bereich der Unternehmenskern.
Erst dort, wo KI nicht nur individuell oder punktuell wirkt, sondern für alle zugänglich ist und mit internen Informationen arbeiten darf, entsteht echter Hebel. Ein zentrales KI-Tool, das unternehmensweit verfügbar ist, interne Daten nutzt und zugleich Datensouveränität wahrt, markiert den Übergang von einer Spielerei zu neuer betrieblicher Wertschöpfung. Genau an diesem Punkt entscheidet sich, ob KI zur Produktivitätsmaschine wird – oder zum netten Zusatz.
Werkzeuge von heute formen die Arbeit von morgen
Technologie allein reicht allerdings nicht aus. Der Engpass liegt erfahrungsgemäß beim Menschen. Fehlende Schulung, Unsicherheit im Umgang und Widerstand gegen Veränderung bremsen den Einsatz. Neue Werkzeuge fühlen sich fremd an, verändern Routinen, stellen Selbstverständnisse infrage. Wer glaubt, Produktivität entstehe automatisch durch Bereitstellung von Tools, unterschätzt die Dimension des Wandels.
Dabei geht es nicht darum, sofort perfekt zu sein. Das Ziel ist einmal ins Laufen zu kommen, Erfahrungen sammeln, Vorteile erkennen, Grenzen verstehen. Denn klar ist auch : Die Werkzeuge von heute formen die Arbeit von morgen. Besonders in der Softwareentwicklung ist dieser Wandel bereits sichtbar. Rollen verändern sich, Anforderungen verschieben sich, Arbeitsweisen werden neu definiert. Wer heute gestaltet, legt fest, wie dann morgen gearbeitet wird.
Daten entscheiden über Erfolg oder Misserfolg
Gleichzeitig wächst der Aufwand bei der nötigen Infrastruktur. KI braucht Betrieb, Rechenleistung, Energie. Modelle laufen in Rechenzentren, verbrauchen Ressourcen, skalieren nur mit erheblichem Einsatz. Noch entscheidender aber ist der Rohstoff, den KI wirklich antreibt : Daten. Öffentliche Modelle leben von riesigen, frei verfügbaren Datenmengen. Unternehmen hingegen verfügen über Prozesswissen, Maschinendaten, technisches Wissen, gesammelte Erfahrungswerte und individuelles Know-how der Mitarbeitenden. Über Daten, die in Summe genommen beschreiben, wie die Arbeit, die Produktivität und final die betriebliche Wertschöpfung tatsächlich funktioniert.
Hier liegt der eigentliche Schatz. Die Frage, die sich jedes Unternehmen stellen muss, lautet daher : Was macht uns aus ? Welche Daten sind einzigartig ? Wo steckt das Wissen, das nicht kopierbar ist ? Genau diese Daten entscheiden darüber, ob dann auch KI einen Wettbewerbsvorteil erzeugt oder austauschbar bleibt. Doch dieser Schatz liegt selten sauber aufbereitet bereit. Er ist oft in Legacy-Systemen vergraben, fragmentiert, schwer zugänglich. Ihn nutzbar zu machen ist anspruchsvoll – technisch, organisatorisch und kulturell.
KI als Brücke zwischen Daten und Prozessen und Menschen
Gelingt dieser Schritt, eröffnen sich enorme Chancen. Besonders sichtbar wird das bei den sogenannten Hidden Champions : hochspezialisierten Unternehmen mit außergewöhnlicher Qualität und tiefem individuellem Wissen. Mehr als die Hälfte dieser weltweit führenden Nischenanbieter sitzt im DACH-Raum. Ihr Wettbewerbsvorteil liegt nicht in Größe, sondern in Spezialisierung – und genau hier kann KI verstärken statt verdrängen.
KI ist kein ferner Zukunftsversuch mehr, sondern ein Werkzeug, das neue Wertschöpfung schaffen kann – wenn es richtig verankert wird. Nicht als Selbstzweck, nicht als isolierte Anwendung, sondern als Brücke zwischen Daten, Prozessen und Menschen. Wer diese Brücke baut, verwandelt Technologie in unternehmerischen Mehrwert. Wer es nicht tut, wird zuschauen, wie andere aus denselben Möglichkeiten mehr machen.
Die KI sieht mehr, als wir wissen

Die Stärken von Künstlicher Intelligenz in der Herzmedizin. Ein Expertenkommentar von Axel Bauer, Direktor der Univ. Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Med Uni Innsbruck anlässlich des aktuellen Kardiologie-Kongresses in Innsbruck.
Künstliche Intelligenz wird den Arzt und die Ärztin nicht ersetzen, jedoch hat KI das Potential, die Gesundheitssysteme zu revolutionieren und viele von noch gegenwärtigen Problemen zu lösen. Das gilt etwa für Systeme, die Gespräche zwischen Arzt, Ärztin und Patient:in aufzeichnen und in strukturierte Befunde übertragen. Der Dokumentationsaufwand verringert sich, es bleibt mehr Zeit für das Gespräch und die Versorgung der Patient:innen.
KI-Anwendungen eröffnen aber auch diagnostische Möglichkeiten jenseits menschlicher Mustererkennung. „Man sieht nur, was man weiß und verstehet“, hat Johann Wolfgang von Goethe einmal gesagt. Heute können wir behaupten, dass die KI mehr sieht, als wir Menschen wissen. Anschauliche Beispiele kommen aus der EKG-Analyse, zeigen, dass KI-Algorithmen Hinweise auf verschlossene Herzkranzgefäße entdecken können, obwohl klassische Veränderungen in bestimmten Kurven-Abschnitten des EKGs fehlen.
KI und Biomarker unterstützen bei Früherkennung, Risikoeinschätzung und Verlaufskontrolle
Auch Vorhofflimmern kann schon mit KI prognostiziert werden, selbst wenn im Moment des EKGs ein normaler Herzrhythmus vorliegt. Solche Modelle und Assoziationen basieren auf sehr großen und komplexen Datensätzen. Das ist eine Stärke der KI, aber auch eine Herausforderung für die evidenzbasierte Medizin. Die Relevanz und auch der Nutzen solcher Muster müssen in prospektiven Studien erst geprüft und bestätigt werden, ähnlich wie bei klinischen Medikamentenstudien. Nicht jede bessere Diagnostik führt automatisch zu besserer Versorgung und damit Prognose.
Moderne Kliniken wie die Med Uni Innsbruck forschen und entwickeln auch selbst mit KI. Einer unserer Forschungsschwerpunkte ist beispielsweise die digitale Kardiologie. Aus Signalen wie hochauflösendem EKG oder Smartphone-Sensorik entwickeln wir mithilfe von KI und anderen Analyseverfahren Biomarker, die bei Früherkennung, Risikoeinschätzung und Verlaufskontrolle unterstützen. Unsere Stärke als Universitätsklinik ist es, dass wir neue Entwicklungen auch in klinische Studien umsetzen können. Das kommt unserer Zielsetzung, im KI-Bereich europaweit vorne mit dabei zu sein, sehr entgegen.
Smartphones für einen Herzklappencheck von zuhause aus
Als Beispiel aus der medizinischen Praxis sei hier die Pulskontroll-App zur Früherkennung von Vorhofflimmern angeführt, die wir im Rahmen des groß angelegten und geförderten Austrian Digital Heart Program entwickelt haben und die nun in einer österreichweiten Studie evaluiert wird. Im Forschungsprojekt SMART VALVE untersuchen wir, ob handelsübliche Smartphones mit ihren eingebauten Mikrofonen und Bewegungssensoren für einen Herzklappencheck genutzt werden können, indem sie etwa auf dem Brustkorb liegend Vibrationen erfassen.
Auch dazu wird eine klinische Studie durchgeführt, um die Smartphone-Messung mit etablierten Verfahren wie der Echokardiographie zu vergleichen. Sollte sich der Ansatz bewähren, könnte ein einfacher, digitaler Herzcheck von zuhause aus möglich werden. Auch Stimme und Mimik geben Signale ab, die mithilfe von KI, Rückschlüsse auf kardiovaskuläre Erkrankungen zulassen. In diesem Projekt werden sowohl Sprache und Sprechfluss als auch visuelle Biomarker wie Lidschluss oder mimische Bewegungen mithilfe des Smartphones analysiert. Wir sehen, dass mit solchen Anwendungen immer mehr Informationen direkt verfügbar werden und damit die Risikovorhersage immer besser und individueller wird.
KI und die Entwicklung von innovativen Algorithmen für die Bildanalyse und Bildinterpretation
Das Thema Künstliche Intelligenz bildet auch im diesjährigen Kongressprogramm wieder einen besonderen Schwerpunkt, wo wir mit Daniel Rückert einen überaus renommierten Experten als Hauptredner gewinnen konnten. Er ist Alexander von Humboldt-Professor für KI in der Medizin an der Technischen Universität München und auch Professor am Imperial College London. Rückert forscht zur Entwicklung von innovativen Algorithmen für die Bildanalyse und Bildinterpretation und über KI für die Ableitung klinischer Informationen aus medizinischen Bildern. Das sind zentrale Anwendungsgebiete in der diagnostischen und prognostischen Herzmedizin.
Beim diesjährigen Kongress setzen wir generell wieder auf die bewährte Praxisnähe und interaktive Diskussionsformate. Statt rein akademischer Vorträge stehen konkrete Fälle und Szenarien im Mittelpunkt. Dazu behandeln wir neue Studienergebnisse, neue Leitlinien und Technologien, die wir gemeinsam mit führenden internationalen Expert:innen erörtern und einordnen. Diese Mischung aus klinischem Alltag und aktuellen Belegen aus der Wissenschaft sorgt dafür, dass Innovationen dort ankommen, wo sie wirken sollen : in den Ordinationen und am Krankenbett.
(Axel Bauer ist Direktor der Univ.-Klinik für Innere Medizin III, Kardiologie und Angiologie an der Med Uni Innsbruck. Gemeinsam mit Christoph Brenner und Bernhard Metzler verantwortet er nun von 5. bis 7. März den 28. Kardiologie Kongress in Innsbruck, wo wiederum rund 800 Teilnehmende erwartet werden. Kommende Woche startet an der Med Uni dann „Die Woche des Gehirns ; economy berichtete)
„Entscheidend ist der reale Nutzen“

Unternehmen und Institutionen fehlen beim Einsatz von KI immer noch Orientierung und Wissen damit neue Wertschöpfung entsteht. Economy sprach mit Manuel Moser, Director Digital Innovation & KI bei CANCOM Austria, über bestehende Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten und über das Lift fahren in Hochhäusern.
Economy : Wo stehen wir aktuell beim Thema KI ?
Manuel Moser : Die großen Tech-Konzerne überbieten einander derzeit mit Erfolgsmeldungen : Kerngeschäfte werden durch künstliche Intelligenz disruptiert, Prozesse radikal verbessert, Wertschöpfung neu erfunden. Die Versprechen sind groß und während global von Durchbrüchen gesprochen wird, steht Österreich vielerorts noch im Nebel. Ein Nebel, der weniger aus fehlender Technologie besteht als aus fehlender Orientierung.
Woran liegt das ?
KI ist präsent, aber immer noch schwer greifbar. Sie schwebt abstrakt über Unternehmen und Organisationen, beeindruckend und diffus zugleich. Betriebe bewegen sich „auf Sicht“, ohne klare Richtung. Ohne zu wissen, ob sie links oder rechts abbiegen sollen. Zwischen Hype und Realität klafft also eine gefährliche Lücke.
Lässt sich das genauer einordnen ?
Allein die nüchternen Zahlen sind entlarvend : Nur rund 15 Prozent der österreichischen Unternehmen setzen KI heute tatsächlich sinnstiftend ein. Bei generativer KI sind es sogar nur acht Prozent. Das steht in scharfem Kontrast zu den oft zitierten 80 Prozent, wo Mitarbeitende oft private Tools im Unternehmenskontext einsetzen. KI ist angekommen – aber nicht dort, wo sie Wert schafft.
Aber warum ist das immer noch so ?
Der Grund dafür liegt nicht in mangelndem Willen, sondern in fehlender Struktur. Wer KI sinnvoll einsetzen will, braucht mehr als Pilotprojekte. Er braucht ein stabiles Fundament. Der Einstieg beginnt nicht nur bei der Technologie, sondern bei der strategischen Entscheidung : Wofür soll KI eingesetzt werden und auch, wofür nicht ? Will ein Unternehmen Prozesse vollständig automatisieren oder Menschen gezielt unterstützen ? Diese Frage ist nicht technischer Natur, sondern strategisch unternehmerisch.
Gibt es noch weitere relevante Kriterien ?
Mit der strategischen Ausrichtung entscheidet sich der Erfolg in den Prozessen und in konkreten Anwendungsfällen. KI entfaltet ihren Nutzen dort, wo reale Probleme gelöst und neue Chancen geschaffen werden. Doch selbst der beste Use Case scheitert, wenn die Menschen ihn nicht mittragen. Diese notwendige kulturelle Veränderung ist kein Selbstläufer. Führungskräfte wie Mitarbeitende müssen eingebunden, begleitet und überzeugt werden. Ohne aktives Change-Management bleibt KI ein Fremdkörper.
Und was ist bei der praktischen Umsetzung zu beachten ?
Bei der operativen Umsetzung bildet das technologische Fundament die zentrale Ebene : skalierbare KI-Plattformen und belastbare Datenökosysteme. Ohne validierte, zugängliche Daten und eine entsprechende Governance wird jede KI nur oberflächlich bleiben. Die Ebenen lassen sich nicht isoliert betrachten. Sie gleichen einem Hochhaus, das man stets mit dem Lift in beide Richtungen durchfahren sollte. Wer „oben“ Strategie formuliert, muss „unten“ prüfen, ob Plattform und Infrastruktur das tragen können. Wer „unten“ Technik aufbaut, braucht „oben“ die passenden Anwendungsfälle.
Wie weiß ich, welche Anwendung passt ?
Es ist wichtig zu verstehen, was KI kann – und was nicht. Zwischen schneller Umsetzbarkeit und echtem Business-Impact gibt es Abstufungen. Einfache Sprachmodelle sind rasch integriert, liefern aber begrenzten Mehrwert. Anspruchsvollere Anwendungen erfordern mehr Reife, zahlen sich dafür aber deutlich stärker aus.
Können Sie hier reale betriebliche Beispiele nennen ?
Ja. Von uns (Anm. CANCOM) zahlreich durchgeführte Beratungen und vor allem konkrete Projekte belegen einen messbaren Nutzen von KI und das über alle Branchen der Wirtschaft hinweg. Beispielsweise unterstützt ein Netzwerk aus spezialisierten KI-Agenten den Mitarbeiter bei der Fehleranalyse in der Qualitätssicherung. Statt Daten mühsam aus verschiedenen Systemen zu ziehen, übernimmt ein orchestrierter Agent die komplexe Planung der Lösungsfindung, greift auf Produktionsdaten zu, analysiert Maschinenparameter und Dokumentationen und liefert konkrete Handlungsvorschläge. KI wird hier nicht zum Ersatz des Menschen, sondern zum Werkzeug, das Komplexität reduziert, Entscheidungen beschleunigt und final neue betriebliche Wertschöpfung bringt.
Gibt es in diesem Kontext auch konkrete Zahlen ?
Ja. Beispiel Gewinnung neuer Mitarbeitenden mit Automatisierungsquoten von bis zu 90 Prozent. KI-Agents erledigen hier alle Arbeiten, von Dokumente lesen und klassifizieren, Informationen extrahieren bis hin zur Entscheidung, ob eigenständige Beurteilung oder Abgabe an menschliche Sachbearbeitung. Dann industrielle Produktionsbereiche, wo Prozesse bis zu 50 Prozent beschleunigt werden können und reale Kostensenkungen um durchschnittlich 20 Prozent.
Ihre finale Empfehlung ?
Manuel Moser : Die genannten Beispiele zeigen den Weg aus dem eingangs zitierten Nebel. KI darf kein Selbstzweck bleiben und kein abstraktes Versprechen. Sie muss in Prozesse eingebettet, orchestriert und auf reale Entscheidungen ausgerichtet werden. Österreichs Unternehmen und Institutionen stehen nicht vor der Frage, ob sie KI einsetzen sollen, sondern wie konsequent sie bereit sind, aus dem Hype greifbaren Nutzen und neue Wertschöpfung zu generieren. Es gibt genügend Zahlen aus erfolgreich umgesetzten Projekten, die das Potential klar belegen. (red/czaak)
„Wir beenden die Ära von Entweder-Oder“

Sichere wie flexible Verfügbarkeit und Kostenoptimierung. T‑Systems baut die im Konzernverbund mit Deutscher Telekom entwickelte T Cloud weiter aus. Unabhängige Tests sehen Funktionalität und Kostenvorteil auf einer Ebene mit großen US-Anbietern. T‑Systems Austria betont im Vergleich auch die Themen Souveränität und DSGVO-konformen Schutz der Daten.
T‑Systems und die Deutsche Telekom bauen die T Cloud weiter zu einer vollwertigen und unabhängig-souveränen High-Tech-Alternative für Europa aus. Die neue T Cloud soll damit zum produktiven Rückgrat für die Industrie werden, um etwa auch KI-Strategien wirtschaftlich sowie sicher und ohne Abhängigkeiten umzusetzen. Im Vergleich zu den großen US-Anbietern sind bereits jetzt 80 Prozent der Kernfunktionalitäten verfügbar, die restlichen zwanzig Prozent folgen kontinuierlich und bis längstens Ende 2026 soll es keine Lücke bei bzw. volle Kernfunktionsparität mit den US-Hyperscalern geben.
„Wir beenden die Ära der Entweder-oder-Entscheidungen. Unternehmen mussten bisher wählen : maximale Funktionalitäten aus Übersee oder europäische Souveränität“, sagt Ferri Abolhassan, CEO T‑Systems und Vorstandsmitglied Deutsche Telekom. „Mit der T Cloud Public liefern wir jetzt das Beste aus beiden Welten. Wir bauen damit nicht nur eine souveräne Cloud, sondern das digitale Fundament für ein wettbewerbsfähiges, freies Europa“, unterstreicht T‑Systems Boss Ferri Abolhassan.
Die europäische Antwort auf den Hyperscaler-Markt der US-Anbieter
Die Deutsche Telekom positioniert sich mit diesem Ausbau als eine der wenigen europäischen Alternativen, die bei den technologischen Funktionalitäten und insbesondere auch kostentechnisch auf Augenhöhe mit globalen Cloud-Anbietern agiert. Laut der unabhängigen Information Services Group (ISG mit Sitz in den USA) übertrifft die Plattform nicht nur europäische Alternativen, sondern ist bereits wettbewerbsfähiger als manche Angebote der BigTech-Unternehmen.
Neben den Themen Ökonomie, Sicherheit und unabhängige Souveränität punktet die T‑Cloud vor allem auch bei den Funktionalitäten. Sie lässt sich beispielsweise nahtlos mit der Industrial KI Cloud kombinieren. Diese speziell für industrielle KI-Anwendungen entwickelte Cloud ist ein gemeinsames Projekt von Deutscher Telekom und Nvidia als Lieferant von besonders leistungsfähigen KI-Chips (Anm. Nvidia DGX B200 Systeme und Nvidia RTX PRO Server mit Rechenleistungen von bis zu 0,5 ExaFlops).
Keine Kompromisse mehr für Europäische Unternehmen bei Performance oder Skalierbarkeit
Diese Partnerschaft ist auch das Fundament der kürzlich eröffneten KI-Fabrik in München, wo auch SAP und Siemens mit an Bord sind (economy berichtete ; siehe auch Foto von der Eröffnung in Beisein des deutschen Vizekanzlers Lars Klingbeil und Markus Söder, Bayrischer Ministerpräsident). Die Nvidia-Technologie ermöglicht durch ihre GPUs (Anm. Graphic-Prozessoren) der neuesten Generation vergleichsweise stark beschleunigte KI-Anwendungen. „Die neue Industrial KI Cloud ist seit 4. Februar verfügbar, sie erhöht die verfügbare GPU-Kapazität in Deutschland um 50 Prozent und bildet damit auch Europas größte unabhängig-souveräne KI-Infrastruktur“, so die Deutsche Telekom in einer Aussendung.
„Europäische Unternehmen brauchen keine Kompromisse mehr zu machen bei Performance oder Skalierbarkeit. Mit der T Cloud Public stellen wir eine DSGVO konforme Public Cloud-Plattform bereit, die mit bekannten Hyperscaler mithalten kann und konsequent europäischen Prinzipien folgt“, bestätigt auch Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services bei T‑Systems Austria. „Moderne Cloud-Services und der direkte Zugang zu leistungsfähigen GPUs ermöglichen unseren Kunden, KI- und Datenstrategien nicht nur rasch umzusetzen, sondern auch unabhängig-souverän, sicher und zukunftsfähig“, betont Kowarsch von T‑Systems Austria.
Besonders rechenintensive KI-Anwendungen ohne eigene Server-Hardware
Im operativen Einsatz für Unternehmen bietet die T Cloud Public ein passgenau einsatzbereites Toolkit für moderne IT-Infrastrukturen. Per Mausklick stehen Rechenleistung, Speicher, Datenbanken und vorkonfigurierte Entwickler-Tools bereit. Ein zentraler Vorteil ist der direkte Zugang zu GPU-Ressourcen über die nahtlos kombinierbare Industrial KI Cloud. So lassen sich auch besonders rechenintensive KI-Anwendungen umsetzen, ohne eigene Server-Hardware betreiben zu müssen.
„Dank der modularen Architektur wählen Nutzer exakt die Services aus, die sie benötigen, von grundlegender Netzwerkinfrastruktur bis hin zu vollständigen KI-Pipelines. Die Plattform automatisiert dabei viele Hintergrundprozesse, bietet bereits 80 Prozent der gewohnten Hyperscaler-Funktionen und reduziert so spürbar den Aufwand für die IT-Verwaltung“, erklärt Ferri Abolhassan von T‑Systems. „Bis Ende 2026 werden wir die vollständige Feature-Parität erreichen“, unterstreicht Ferri Abolhassan, CEO T‑Systems und Vorstandsmitglied Deutsche Telekom.
Souveränität und Sicherheit als technologisches Fundament
Relevant bei Cloud-Diensten ist auch der Bereich Sicherheit und auch da kann die T Cloud überzeugen. Die globale Leistungsfähigkeit wird mit dem Fundament europäischer Sicherheits- und Datenschutzstandards verknüpft und die Plattform folgt konsequent dem Ansatz Security by Design. Sie ist nach höchsten Standards (Anm. C5) zertifiziert und basiert auf einer modernen Zero-Trust-Architektur. Die Deutsche Telekom ermöglicht eine vollständig EU-konforme Datenverarbeitung in europäischen Rechenzentren, die strikt gegen Zugriffe aus Drittstaaten geschützt sind.
Dieses Versprechen geht weit über reine Software-Sicherheit hinaus : Kunden erhalten umfassende rechtliche und operative Souveränität nach europäischem Recht und europäischen Standards. „Wir hinterfragen kontinuierlich unser eigenes Souveränitätsniveau, nutzen die strengen regulatorischen Vorgaben der Telekommunikationsbranche als zentralen Maßstab und prüfen fortlaufend weitere Wege, um noch unabhängiger zu werden“, erläutert Christine Knackfuß, Chief Sovereignty Officer und Vorstandsmitglied von T‑Systems.
Über 4.000 Unternehmen bestätigen ökonomische Leistungsfähigkeit der Cloud-Plattform
Mit über 4.000 Unternehmenskunden, darunter zahlreiche DAX-Konzerne, Mittelständler und öffentliche Einrichtungen, hat die Plattform ihre Leistungsfähigkeit bereits unter Beweis gestellt. Der bevorstehende Ausbau der Funktionalitäten macht die T Cloud Public zur ersten wirklich europäischen Alternative im globalen Hyperscaler-Markt. Gleichzeitig durchbricht die T Cloud Public klassische Vendor-Lock-in-Modelle. Offene Standards und aktive Migrationsunterstützung ermöglichen einen nahtlosen Wechsel in eine unabhängige europäische Cloud-Umgebung.
Technologische Exzellenz trifft dabei auf eine einzigartige Dichte an Zertifizierungen, die Angaben zufolge von der Anzahl her drei Mal höher sind als bei Wettbewerbern. Diese umfassende Compliance macht die Plattform nicht nur zu einem sicheren Hafen für regulierte Branchen wie Finanzwirtschaft und öffentliche Verwaltung, sie reduziert zudem interne Audit-Aufwände. „Das Ergebnis ist eine echte Alternative, die digitale Souveränität mit sofortiger, rechtskonformer Einsatzbereitschaft für hochsensible Arbeitsbereiche und Workloads verbindet“, so das Resüme der T‑Systems Manager. (red/czaak)
Maßgeschneiderte Hosting-Lösung für zukunftssicheren IT-Betrieb

HOERBIGER vertraut auf T Cloud Private Plattform von T‑Systems im Rechenzentrum Wien. Stabiler, sicherer und performanter Betrieb der HOERBIGER Systeme. Skalierbarkeit, Flexibilität und Innovation gewährleisten Zukunftssicherheit. HOERBIGER baut auf Stabilität von T‑Systems als strategischer Partner.
(NativeAd) Ende 2023 beauftragte HOERBIGER T‑Systems mit der Migration von circa 40 SAP- und Non-SAP-Systemen auf die neue Private Cloud Plattform im Rechenzentrum des T‑Centers in Wien. Die kurzfristige Schließung des Rechenzentrums des bisherigen IT-Providers erforderte eine rasche Lösung. HOERBIGER suchte daher nicht nur eine leistungsfähige zukünftige Hosting-Infrastruktur, sondern auch einen langfristigen, strategischen Partner, der Stabilität, Sicherheit und Innovation garantiert. Die Partnerschaft zwischen HOERBIGER und T‑Systems wurde mit einem Rahmenvertrag für Managed Services für die nächsten fünf Jahre besiegelt.
Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren fiel die Wahl auf den IT- und Digitalisierungsexperten T‑Systems, der als Premium Supplier für RISE with SAP auch langfristige Perspektiven aufzeigt. „Für uns war es wichtig, einen Technologiepartner zu finden, der einerseits kulturell zu uns passt, der aber auch in der Lage ist, uns die neuesten Technologien anzubieten, uns in Security-Fragen zu beraten und bei dem wir flexibel entscheiden können, welchen Weg wir beispielsweise hinsichtlich Cloud und SAP S4/HANA in Zukunft einschlagen wollen“, meint Thomas Kriechbaum, Executive Vice President Processmanagement and IT von HOERBIGER.
Effizienz und Sicherheit durch moderne IT-Architektur
T‑Systems überzeugte mit einem maßgeschneiderten Lösungskonzept, das auf modernsten Service-Standards basiert. Im Rahmen der Migration wurden die IT-Systeme von HOERBIGER, darunter ERP-Systeme und wichtige Applikationen, auf einer zentralen Plattform konsolidiert. Dies reduzierte die Komplexität der IT-Landschaft erheblich.
Die T Cloud Private-Plattform kombiniert die Vorteile von On-Premises-Systemen mit den Stärken von Private und Public Cloud-Features. Dadurch können Unternehmen wie HOERBIGER auf eine kosteneffiziente, hochsichere Private-Cloud-Infrastruktur vertrauen, und dabei die Flexibilität und Agilität wie auf einer Public Cloud nutzen – ohne Kompromisse bei Datenschutz und Sicherheit eingehen zu müssen.
Erfolgsfaktor Teamarbeit und Professionalität
Die Migration wurde von einem Team bestehend aus circa 20 Expert:innen aus beiden Unternehmen umgesetzt. Trotz der technischen Komplexität verlief das Projekt durch eine konsequente Planung und ein beiderseitig professionelles Projektmanagement reibungslos. „Neben Preis, Qualität und Leistung waren es vor allem Soft-Facts wie Fairness und Engagement des gesamten Teams, die dieses Projekt zu einem Erfolg gemacht haben“, betont Albert Dillhof, Key Account Manager bei T‑Systems Austria.
Im November 2024 wurde die Migration erfolgreich abgeschlossen. Die Systemverfügbarkeit blieb während des gesamten Prozesses gewährleistet, ein besonders wichtiger Aspekt für HOERBIGER. „Die Zusammenarbeit war nicht nur professionell, sondern auch freundschaftlich. Am Ende arbeiten immer Menschen miteinander und auch bei technischen Lösungen muss das Team funktionieren. Bei T‑Systems haben wir gesehen, dass sowohl die Kultur als auch die Größe von T‑Systems in Österreich zu uns passen. Darüber hinaus profitieren wir von der breiten Aufstellung und Innovationskraft von T‑Systems als Tochter der Deutschen Telekom“, ergänzt Thomas Kriechbaum.