KI-gestütztes Supercomputing für österreichische Medizin

Zenta Solutions erhält als SpinOff der MedUni Wien über AI Factory Austria Zugang zu European High Performance Computing. Strukturierung und Auswertung medizinischer Datensätze als Fokus. Weitere österreichische SpinOffs und StartUps sollen folgen.
Die AI Factory Austria (AI:AT) hat mit dem Wiener Technologieunternehmen Zenta Solutions das erste erfolgreiche Praxisbeispiel für ihren Unterstützungsansatz realisiert. Als nationale Anlaufstelle für Hochleistungsrechnen (High Performance Computing/HPC) und Künstliche Intelligenz (KI) begleitete sie den reibungslosen Zugang des Unternehmens zu europäischen Supercomputing-Ressourcen.
Österreich als aktiver Partner im europäischen KI-Netzwerk
Getragen von Austria Institute for Technology (AIT) und ACA (Advanced Computing Austria) ist die AI Factory Austria Teil der europäischen Initiative der AI Factories von EuroHPC Joint Undertaking und dem EU-Programm „Horizon“. Fokus ist die Förderung anwendungsorientierter KI-Infrastrukturen in ganz Europa. Die AI Factory Austria stärkt damit auch Österreichs digitale Souveränität und sie schafft die Basis, dass Unternehmen, StartUps, und universitäre SpinOffs von den besten europäischen Tech-und eben KI-Infrastrukturen profitieren können.
“Damit wollen wir die Digitalisierung vorantreiben, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen verbessern und die Schlüsseltechnologie KI möglichst vielen Unternehmen als Türöffner für Märkte und neue Lösungen zur Verfügung stellen“, sagt Peter Hanke, als verantwortlicher Innovations- und Infrastrukturminister. Ebenso Thema ist die Digitale Souveränität Österreichs und Europas von US- und anderen ausländischen Tech-Companies.
Erster Anwendungsfall mit Zenta Solutions
Zenta Solutions selbst ist eine junge Ausgründung der Medizinischen Universität Wien mit Schwerpunkt auf medizinische Datenanalyse und nun das erste Unternehmen, das mithilfe der AI Factory Austria den Zugang zu diesem EuroHPC-System Leonardo in Bologna (ITA) erfolgreich umsetzen konnte. Zenta testet und optimiert dort KI-basierte Verfahren zur Strukturierung und Auswertung medizinischer Datensätze.
„In einem ersten Schritt werden die Daten vollständig anonymisiert. Anschließend werden sie mithilfe bildbasierter KI-Modelle und großer Sprachmodelle analysiert, kontextualisiert und in eine strukturierte Form überführt“, erklärt David Haberl von Zenta. „So entstehen aus zuvor unstrukturierten Gesundheitsdaten wertvolle Informationen, die eine solide Grundlage für vielfältige weiterführende Anwendungen bilden, etwa im Bereich von Therapien, so Haberl.
Modelle entwickeln ohne eigene teure Infrastruktur
Zenta fokussiert dabei auf Open-Source-Modelle, die lokal auf den eigenen Systemen verwendet werden können, unabhängig von externer Cloud-Infrastruktur sind. Das stellt sicher, dass sensible Gesundheitsdaten jederzeit vor Ort verbleiben. „Derzeit testen wir unsere Methoden auf Leonardo mithilfe offener Datensätze, sowie realistisch simulierten Beispieldaten“, ergänzt Haberl.
„Dank der AI Factory Austria konnten wir innerhalb weniger Tage auf die EuroHPC-Systeme zugreifen. Der Zugang funktioniert reibungslos – wir können unsere Modelle unmittelbar testen und weiterentwickeln, ohne eigene teure Infrastruktur aufbauen zu müssen“, unterstreicht Thomas Beyer, Co-Founder von Zenta Solutions, auch den ökonomisch wirtschaftlichen Nutzen.
Fokus auf praxisorientierte Unterstützung
Die AI Factory Austria baut derzeit schrittweise ein umfassendes Serviceportfolio auf, das insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen Zugang zu Hochleistungsrechnen und KI-Anwendungen erleichtern soll. Im Zentrum steht eine praxisnahe Unterstützung und die erstreckt sich von der Auswahl geeigneter Systeme über die technische Integration bis hin zur Weiterentwicklung datenbasierter und KI-gestützter Anwendungen.
Final wird damit auch der effiziente Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis gezielt gefördert. Mit dem aktuellen Projekt gelingt der AI Factory Austria ein erster bedeutender Erfolg in ihrer Aufbauphase. Parallel dazu wird das Serviceangebot kontinuierlich erweitert, um künftig noch mehr heimische Unternehmen im KI-Bereich zu unterstützen und ihnen den Weg in das europäische Supercomputing-Ökosystem zu öffnen.
Rolle und Partner der AI Factory Austria
„Die AI Factory Austria fungiert als One-Stop-Shop. Wir kombinieren technische Beratung, Rechenressourcen, Trainings und Unterstützung bei der sicheren Anwendung von KI. Das hilft Unternehmen, ihre datengetriebenen Projekte schneller umzusetzen und Innovationen von der Idee bis zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle zu entwickeln“, ergänzt Karl Kugler, Co-Leiter der AI Factory Austria.
Partner der AI Factory Austria sind neben AIT und ACA die TU Wien, Uni Wien, Uni für Bodenkultur Wien (BOKU), Uni Innsbruck, TU Graz, Johannes Kepler Universität Linz (JKU), das Institute of Science and Technology Austria (ISTA), die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), INiTS – Vienna’s High-Tech Incubator sowie das EODC – Earth Observation Data Centre for Water Resources Monitoring
Zenta setzt für Kunden auf lokale Anwendungen ohne externe Cloud
Die AI Factory Austria (AI:AT) wird durch das European High-Performance Computing Joint Undertaking (JU) kofinanziert und das JU wird unterstützt durch das Horizon-Europe-Programm der Europäischen Union sowie aus Österreich von Innovations- und Infrastrukturministerium und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).
Zenta Solutions GmbH wurde 2025 als Spin-off der Med Uni Wien gegründet. Das Unternehmen entwickelt insbesondere KI-gestützte Lösungen zur Strukturierung und Analyse komplexer, medizinischer Daten. Datenverarbeitung und KI-Anwendungen können dabei beim Nutzer komplett lokal, ohne externe Cloud-Infrastrukturen, ausgeführt werden. Sensible Gesundheitsdaten werden so ausschließlich vor Ort verarbeitet und gespeichert. „Wir möchten damit die digitale Transformation im Gesundheitswesen sicher und nachhaltig mitgestalten“, so Thomas Beyer von Zenta. (red/czaak)
Projekt RecAL erhält renommierte Auszeichnung

Nachhaltige Kreislaufwirtschaft und Aluminiumrecycling über digitale Plattform. Das von Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen geleitete EU-Projekt RecAL erhält ÖGUT-Auszeichnung. CANCOM Austria ist Technologiepartner.
Das vom LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen des Austrian Institute of Technology (AIT) geleitete europäische Forschungsprojekt RecAL (Recycling Technologies For Circular ALuminium) wurde soeben mit dem ÖGUT-Umweltpreis 2025 in der Kategorie „Mit Forschung & Innovation zur Kreislaufwirtschaft“ ausgezeichnet. „Die Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) würdigt damit ein Projekt, das mit innovativen technologischen Ansätzen und digitaler Vernetzung einen zentralen Beitrag zur nachhaltigen Transformation der europäischen Aluminiumindustrie leistet“, zitiert das AIT von der Prämierung. CANCOM Austria ist beim Projekt Technologiepartner.
Ein Meilenstein für nachhaltige Metallverarbeitung
RecAL steht für einen Paradigmenwechsel in der industriellen Aluminiumproduktion : Statt auf Primärmaterial zu setzen, entwickelt das Projekt neue Wege, Aluminium effizient zu recyceln und über eine digitale Plattform europaweit zu vernetzen. Das im Rahmen von HORIZON EUROPE geförderte Projekt vereint 19 Partnerorganisationen aus neun europäischen Ländern – von Forschungseinrichtungen über Technologieanbieter bis hin zu industriellen Anwendern. Ziel ist die europaweite Vernetzung der Akteure, um den Anteil von Sekundäraluminium signifikant zu erhöhen, Ressourcen zu schonen und die CO₂-Bilanz der Branche nachhaltig zu verbessern (economy berichtete mehrfach).
„Mit RecAL wollen wir zeigen, dass Hightech und Kreislaufwirtschaft kein Widerspruch sind. Durch neue recycling-tolerante Legierungen, digital gesteuerte Sortierprozesse und ein europaweites Aluminium-Kreislaufsystem schaffen wir die Basis für eine industrielle Zukunft, die Ökologie und Wettbewerbsfähigkeit vereint“, sagt Gerald Prantl, Projektleiter am LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen. „Das Projekt ist auch ein Beitrag zu Europas Resilienz bezüglich dieses wertvollen Rohstoffs und die Auszeichnung durch die ÖGUT eine großartige Anerkennung für das Engagement unseres gesamten Teams und unserer Partner in ganz Europa“, betont Prantl.
Kreislaufwirtschaft als Schlüssel zur Dekarbonisierung
Das Projekt adressiert eine der größten Herausforderungen der Aluminiumindustrie : die Trennung und Wiederverwertung komplexer Legierungen. RecAL entwickelt Lösungen, die eine höhere Toleranz für Recycling-Material im Legierungsdesign ermöglichen und zugleich die Materialeigenschaften bewahren. Ergänzt wird dieser Ansatz durch den Aufbau eines digitalen „RecAL Hub“, einer Plattform, die Recyclatströme, innovative Recyclingtechnologien, sowie Produzenten und Abnehmer intelligent verknüpft – ein wichtiger Schritt, um den linearen Materialfluss zu einem geschlossenen Kreislauf weiterzuentwickeln.
Die dazugehörige Technologie liefert CANCOM Austria. Alle Beteiligten entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhalten dabei alle jeweils benötigten Daten. Sicherheit, Verfügbarkeit und das exakte Management dieser Daten waren entsprechend zentrale Themen im Anforderungsprofil. „Wir sehen uns hier als Pionier, der das Potenzial und die Notwendigkeit erkannt hat, eine nachhaltige Metallproduktion und Aluminiumwiederverwendung durch Datentransparenz zu ermöglichen“, so Dietmar Wiesinger, Vorstand von CANCOM Austria. „Unsere Stärke liegt darin, dass wir sowohl ein starkes Industrienetzwerk als auch die richtige Methodik und jahrelanges Know-how haben und zudem die Architektur für den richtigen Betrieb einbringen können“, unterstreicht Wiesinger.
Europäische Zusammenarbeit für Innovationsökosystem zu Energie‑, Ressourcen- und Datenkreisläufe
Operativ werden bei RecAL unter Leitung des Leichtmetallkompetenzzentrums Ranshofen (LKR, 100-prozentige Tochtergesellschaft des AIT) 14 technologische Lösungen bis zum Technologiereifegrad 6 (Anm. TRL6) entwickelt und getestet. Neben der Materialforschung stehen Robotik, Sensorik und digitale Zwillinge im Mittelpunkt, um Aluminiumströme über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg transparent und effizient zu steuern.
Durch die enge Zusammenarbeit von Partnern aus Forschung und Industrie – darunter eben Cancom Austria sowie Gebauer & Griller, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Fraunhofer Gesellschaft, ALUMIL, SWERIM, Benteler Automobiltechnik, Stena Aluminium und KU Leuven – entsteht ein europaweites Innovationsökosystem, das Energie‑, Ressourcen- und Datenkreisläufe miteinander verbindet. RecAL wird im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms HORIZON EUROPE der Europäischen Union gefördert (Anm. Fördervereinbarung Nr. 101138747).
Der ÖGUT-Umweltpreis
Der ÖGUT-Umweltpreis wird seit 1988 jährlich von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) verliehen und zählt zu den renommiertesten Nachhaltigkeitsauszeichnungen Österreichs. Er würdigt herausragende Projekte, Organisationen und Persönlichkeiten, die mit Innovationsgeist und Engagement einen Beitrag zu einer klimaneutralen, gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft leisten.
2025 wurden aus 252 Einreichungen insgesamt 27 Projekte in sechs Hauptkategorien nominiert – von Forschung und Wirtschaft über Gemeinden bis hin zu zivilgesellschaftlichen Initiativen. Das Preisgeld in Höhe von 40.000 Euro wird vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), der FFG, dem Österreichischen Städtebund sowie Partnerunternehmen und Stiftungen gestiftet. (red/czaak)
„Digitale Souveränität stärkt den Wirtschaftsstandort Österreich“

Aktuelle Anforderungen in der betrieblichen Digitalisierung. Peter Lenz, Managing Director T‑Systems, im Gespräch mit economy zu gefragten IT-Diensten, KI im Klinikalltag und zur besonderen Bedeutung digitaler Souveränität.
T‑Systems treibt die digitale Transformation branchenübergreifend voran – mit souveränen Cloud-Lösungen, mit KI plus Automatisierung, und in Schlüsselbranchen wie dem Gesundheitswesen auch mit der neuen Lösung T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) als Nachfolger von SAP IS‑H.
Economy : Wo sehen Sie aktuell den größten Bedarf in der IT ?
Peter Lenz : Besonders in den Fokus rücken jene IT-Dienste, die Unternehmen dabei helfen, digital souverän, effizient und zukunftssicher zu arbeiten. Vor allem souveräne Cloud-Lösungen, die höchste Datensicherheit und Kontrolle bieten, weiters Künstliche Intelligenz und Automatisierung zur Beschleunigung der Prozesse und Entlastung der Mitarbeitenden sowie Lösungen für den Gesundheitssektor wie unsere T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC), die Krankenhäuser bei der Digitalisierung und Optimierung von Abläufen sowie primär beim Patient:innenmanagement — unterstützt.
Wie positioniert sich T‑Systems im stark wachsenden Cloud-Markt ?
Cloud-Lösungen spielen in unserem Portfolio eine zentrale Rolle. Wer Geschäftsprozesse agil und zukunftssicher betreiben will, kommt daran nicht vorbei. Wir bündeln gerade unsere Cloud-Angebote unter dem Namen T Cloud, die wir in drei Bereiche gliedern. Die T Cloud Public basiert auf OpenStack und entspricht der Open Telekom Cloud (OTC). Die T Cloud Private wird in unseren eigenen Rechenzentren betrieben und eignet sich primär für Anwendungen wie SAP oder andere geschäftskritische Workloads. Und die T Cloud Sovereign richtet sich an Kund:innen mit besonders hohen Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit.
Wen betrifft das etwa ?
Beispielsweise das Gesundheitswesen oder die öffentliche Verwaltung. Final unterstützen wir Unternehmen mit einer leistungsstarken, souveränen und wirtschaftlichen Cloud-Infrastruktur “Made in Europe”, betrieben von einem vertrauenswürdigen Partner mit jahrzehntelanger Erfahrung – abgestimmt auf die individuellen Geschäftsziele und Workloads. Dabei begleiten wir unsere Kund:innen ganzheitlich, von der strategischen Beratung über die technische Umsetzung bis hin zum sicheren Betrieb.
KI und Automatisierung wird immer relevanter. Wie können diese den Gesundheitsbereich entlasten ?
Vor allem im Klinikalltag kommt Künstliche Intelligenz und Automatisierung unterstützend zum Einsatz. In Sozialversicherungen übernehmen Chatbots Routineaufgaben und reduzieren den administrativen Aufwand. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sorgen automatisierte Prozesse und innovative Lernformate wie das Metaverse für mehr Effizienz und eine praxisnahe Ausbildung.
Gibt es noch weitere Anwendungen ?
Unser Smart Chat, datensouverän betrieben in der Open Telekom Cloud, ermöglicht die intelligente Auswertung von Dokumenten. In der Diagnostik unterstützt KI etwa bei der Analyse von Röntgenbildern oder der Sepsiserkennung und liefert präzisere Ergebnisse in kürzester Zeit. Auch Abrechnungsprozesse werden teilautomatisiert – das führt zu schnelleren Entscheidungen, geringeren Kosten und höherer Zufriedenheit bei Versicherten und Mitarbeitenden.
Wie unterstützt nun die neue TSHC-Lösung speziell Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ?
Als SAP 2022 die Einstellung der Patientenmanagementlösung IS‑H ankündigte, gab es große Unsicherheit im Gesundheitswesen. IS‑H deckte ja die zentralen Bereiche Aufnahme, Entlassung und Abrechnung ab. Hier kommt unsere Nachfolgelösung T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) ins Spiel. Betrieben im eigenen Rechenzentrum deckt sie die zentralen Funktionen von IS‑H vollständig ab.
Was sind die Vorteile ?
Die vertraute Benutzerfreundlichkeit für minimalen Schulungsaufwand und weitgehender Übernahme bestehender Prozesse, sodass Krankenhäuser ohne aufwendige Neueinführungen schnell und produktiv arbeiten können. Mit 40 Jahren Erfahrung im Gesundheitswesen, über 80 Expert:innen in Österreich und als langjähriger SAP-Partner sowie IS‑H Mitentwickler begleiten wir die nächste Generation des Patient:innenmanagements.
Durch aktuelle geopolitische Entwicklungen fokussieren Unternehmen Souveränität und Sicherheit. Wie können digitale Innovation und ein IT-Dienstleister wie T‑Systems hier unterstützen ?
Digitale Souveränität bedeutet, die volle Kontrolle zu behalten – über Datenhoheit, Betrieb und Technologie, unabhängig von geopolitischen oder wirtschaftlichen Einflüssen. Genau hier setzen wir als T‑Systems an : Mit unseren souveränen Cloud-Lösungen wird gewährleistet, dass sensible Daten nicht in Drittländer gelangen und sämtliche europäische Datenschutzbestimmungen und Sicherheitsstandards eingehalten werden. Digitale Unabhängigkeit bzw. Souveränität stärkt den Wirtschaftsstandort Österreich.
Economy : Nochmal KI, können Sie ein aktuelles Referenzbeispiel nennen ?
Peter Lenz : Wir haben gemeinsam mit der Energieallianz Austria (EAA) den KI-basierten digitalen Assistenten namens „Kundenradar“ entwickelt. Dieser nutzt das Large Language Model von OpenAI auf der Mircosoft-Azure-Plattform, um kunden- und branchenrelevante Informationen automatisch zu recherchieren, zu bewerten und in einem übersichtlichen Dashboard bereitzustellen. Im Ergebnis konnten Vertriebsmitarbeitende ihren Rechercheaufwand um 50 Prozent reduzieren und profitieren nun von qualitativ hochwertigen, aktuellen Informationen für noch fundiertere Kundengespräche.
Schulterschluss der amerikanischen IT-Riesen

US-Konzerne Amazon Web Services (aws) und Open AI (Chat GPT) starten strategische Partnerschaft. Open AI erhält für seine KI-Dienste Zugang zu Rechenkapazitäten von aws. 38 Milliarden Dollar als Kooperationswert angegeben.
Amazon Web Services (AWS) und OpenAI (Anm. Anbieter von ChatGPT) haben eine mehrjährige, strategische Partnerschaft im Wert von 38 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben. Um seine KI-Workloads auszuführen und zu skalieren, erhält OpenAI ab sofort Zugang zu den Rechenkapazitäten von aws, darunter Angaben zufolge hunderttausende modernster NVIDIA-GPUs (Anm. Graphic Process Units) und die Möglichkeit, auf mehrere Millionen CPUs (Anm. Central Process Units zur Steuerung der Rechnerprozesse) zu skalieren.
Vielfalt und Latenzzeiten von OpenAI Workloads
In einer Aussendung wurden dann noch weitere inhaltliche Punkte präzisiert. OpenAI nutzt ab sofort aws-Rechenkapazitäten, wo die vollständige Bereitstellung der Kapazitäten bis Ende 2026 geplant ist. Die Bündelung von NVIDIA Anwendungen (Anm. GPUs GB200 und GB300) über spezielle Amazon Dienste (Anm. EC2 UltraServers) im selben Netzwerk soll eine noch geringe Latenz über vernetzte Systeme hinweg erlauben. OpenAI Workloads sollen damit effizient und mit optimaler Leistung ausgeführt werden können.
Die Cluster unterstützen verschiedene Workloads, von der Bereitstellung für ChatGPT-Anwendungen bis hin zum Training von Modellen der nächsten Generation. Darüber hinaus bieten sie die Flexibilität, sich an die sich wandelnden Anforderungen von OpenAI anzupassen. Die Partnerschaft baut auf der bereits bestehenden Zusammenarbeit zwischen OpenAI und aws auf. Anfang des Jahres wurden etwa sogenannte OpenAI Weight Foundatin Moodels verfügbar gemacht. (red/cc)
Datensouveränität und Sicherheit und Innovation

T‑Cloud als neue Multi-Cloud-Plattform von T‑Systems zur passgenauen Kombination mehrerer Cloud-Dienste. Innovation auch bei Marketing mit Aktion am Flughafen Wien und interaktiver Verlosung von exklusiven Cloud-Workshops.
(NativeAd) Egal ob Großunternehmen, Mittelstand oder öffentlicher Sektor – Cloud Computing ist mittlerweile fixer Bestandteil der digitalen Transformation. Die Ökonomie bei Nutzungsvielfalt und Kosten der bedarfsgenau skalierbaren Cloud-Dienste ist dabei das zentrale Argument.
Strukturierter Multi-Cloud-Ansatz auch mit Hyperscaler-Plattformen
Die neue T‑Cloud bietet einen strukturierten Multi-Cloud-Ansatz, der führende Hyperscaler-Plattformen mit den Cloud-Infrastrukturen von T‑Systems und Deutscher Telekom in einem nahtlos integrierbaren Ökosystem kombiniert. Die Cloud-Dienste werden über einen zentralen Zugangspunkt bereitgestellt und unterstützen so auch einen Innovationstransfer für eine nachhaltige digitale Transformation.
„Das Angebot wird durch umfassende Beratungs- und Betriebsservices sowie ein starkes Partnernetzwerk abgerundet“, ergänzt Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services von T‑Systems Austria. „Wir begleiten Unternehmen und Institutionen auf ihrer individuellen Cloud Reise – von der Planung über die Migration bis zum Betrieb mit kontinuierlicher Optimierung unter Berücksichtigung der jeweiligen technischen, regulatorischen und geschäftlichen Anforderungen“, so Kowarsch.
Exklusiver Cloud-Workshop via Kommentar zum Thema Souveränität
Innovation ist auch Thema beim Marketing für die neue T‑Cloud. Aktuell gibt es eigene T‑Cloud-Spots am Flughafen Wien, die die Terminals 1 und 2 in Magenta-Farben erstrahlen lassen. Parallel werden für Unternehmen und Institutionen exklusive Cloud-Workshops verlost. Expert:innen von T‑Systems erläutern dabei passgenaue Anwendungen und alle relevanten Themen von Datensouveränität, Sicherheit und gesetzlichen Regularien wie etwa DSGVO oder NIS2. Genaue Informationen finden interessierte Unternehmen beim angefügten Link.
Zur Teilnahme müssen interessierte Unternehmen nur einen Kommentar zum Thema Souveränität abgeben. Für ein doppeltes Los kann dieser Kommentar-Beitrag dann etwa auch auf dem jeweiligen LinkEd-Profil repostet werden und damit dann die Gewinnchance erhöht werden. Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 15. November. Für die neue T‑Cloud gibt es ebenso weiterführende Infos und auch hierfür ist ein Link angefügt. (NativeAd)
Über 150 Dienste für 66.500 Anwenderinnen und Anwender

Bund, Länder und Gemeinden setzen auf sichere Kommunikationslösungen für modernen Bürgerservice. CANCOM Austria gewinnt neuerlich öffentliche Ausschreibung. Medienübergreifende Infrastruktur via Cloud-Computing als technologische Basis.
CANCOM Austria setzt sich erneut bei einer Ausschreibung im öffentlichen Bereich durch. Neben der seit 2012 bestehenden Möglichkeit für Bundesdienststellen österreichweit eine zentrale Cloud-Telekommunikationsinfrastruktur bzw. Unified Communications & Collaboration (UCC) über CANCOM Austria zu beauftragen, konnte sich die Digitalisierungsspezialisten nun auch die Rahmenvereinbarung über eine moderne Telekommunikationsinfrastruktur (Anm. On Premise) für Länder und Gemeinden sichern.
Vom Arbeitsmarktservice über Parlament und österreichische Präsidentschaftskanzlei bis Finanzmarktaufsicht
Bisher konnte der Betrieb und die Betreuung von Telekommunikationssystemen für Bundesministerien und deren nachgelagerten Dienststellen in ganz Österreich über mehrere aufeinanderfolgende Rahmenvereinbarungen bereitgestellt werden.
Die Lösung basiert auf einer privaten Cloud-Infrastruktur, die redundant in zwei Rechenzentren betrieben wird und zusätzlich über dedizierte Cluster für besonders sensible Einrichtungen verfügt, etwa das Parlament, das Arbeitsmarktservice, die österreichische Präsidentschaftskanzlei oder die Finanzmarktaufsicht.
Über die Lösung werden insgesamt rund 60.000 Arbeitsplätze sowie 6.500 Call-Center-Arbeitsplätze betrieben, davon allein etwa 5.500 im Bundesministerium für Finanzen. Mehr als 150 Services – darunter auch „FinanzOnline“ – werden auf diese Weise bereitgestellt. Mit dieser Dimension zählt die Installation zu den größten zentralen Kommunikationsinfrastrukturen in Europa.
Erweitertes Leistungsportfolio für sämtliche Landes- und Gemeindedienststellen in Österreich
Mit der neuen Rahmenvereinbarung erweitert CANCOM Austria nun das Leistungsportfolio auf sämtliche Landes- und Gemeindedienststellen in Österreich, zusätzlich zu den bereits jahrelang betreuten Bundesdienststellen. Inkludiert sind Roll-Out und Wartung von Voice-over-IP-Telefonsystemen und UCC-Applikationen.
Dazu gehören etwa E‑Mail, Agent-Chat oder eine Chatbot-Integration für Umgebungen bis 1.500 Arbeitsplätzen. Und bei den ebenso adressierten Institutionen sind das beispielsweise auch die Stadt Wien mit ihren Bezirksämtern, Gemeinden, Vereine und Feuerwehren.
„Diese beiden Rahmenvereinbarungen bestätigen das große Vertrauen, das öffentliche Auftraggeber in unsere Expertise setzen. Wir freuen uns, damit einen entscheidenden Beitrag zur sicheren und modernen Kommunikationsinfrastruktur Österreichs leisten zu dürfen“, so Michael Gindl, Projektmanager bei CANCOM Austria.
1,7 Milliarden Umsatz mit über 5.600 Mitarbeitenden in 80 internationalen Standorten
CANCOM Austria begleitet als Digital Business Provider Unternehmen, Organisationen und den öffentlichen Sektor bei sämtlichen Digitalisierungsprojekten. Das Unternehmen ist in Österreich aus der früheren Kapsch BusinessCom hervorgegangen. Das Leistungsspektrum umfasst sowohl klassische Systemhaus-IT-Lösungen als auch datenbasierte Digital Solutions, Managed Services sowie Cloud Dienste.
„Mit Leidenschaft und Technologie begleiten wir die Digitale Evolution unserer Kunden und unterstützen sie dabei, die Komplexität ihrer IT zu reduzieren und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln“, so Dietmar Wiesinger, CSO und neben Jochen Borenich Mitglied des Vorstands bei CANCOM Austria.
In der international tätigen CANCOM Gruppe mit rund 80 Standorten in der DACH-Region, Belgien, der Slowakei, Rumänien und Tschechien arbeiten über 5.600 Mitarbeitende. Das an der Frankfurter Wertpapierbörse im TecDAX und SDAX (ISIN DE0005419105) notierte Unternehmen mit Hauptsitz in München (D) erwirtschaftete 2024 einen Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Euro. Rüdiger Rath als CEO und Thomas Stark als CFO sind die leitenden Manger der internationalen CANCOM Gruppe. (red/czaak)
Die nötige Widerstandsfähigkeit

Digitale Resilienz gegen zunehmende Cyber-Attacken als dringende Notwendigkeit für Unternehmen und Staaten. Ein Expertenkommentar von Dietmar Wiesinger, CSO und Mitglied im Vorstand bei CANCOM Austria.
Mittlerweile haben so gut wie alle Aspekte unseres wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und privaten Lebens in irgendeiner Form einen Bezug zur Cybersicherheit. Vom kompromittierten Link in der privaten E‑Mail über Lieferkettenunterbrechungen bis hin zu Millionenerpressungen mit Schadsoftware (engl. Ransomware) und der Einflussnahme von politischen Akteuren ist alles dabei.
Cyberkriminelle immer raffinierter und hemmungsloser
Als ob das nicht schon genügen würde, werden die Cyberkriminellen immer raffinierter und hemmungsloser, ihre Attacken auf IT und Netzwerke nicht nur häufiger, sondern auch massiver und komplexer. Ransomware-Angriffe werden professioneller und operieren oft im Rahmen sogenannter „Ransomware-as-a-Service“-Modelle, bei denen Dritte gegen Provision angreifen.
Die Erpressung erfolgt durch Datenverschlüsselung, ‑diebstahl, Drohung mit Veröffentlichung, DDoS-Angriffe sowie durch gezielte Kontaktaufnahme mit Geschäftspartnern der Opfer. Unternehmen sehen sich unter Druck gesetzt – gefordert werden bis zu zehn Prozent des Umsatzes als Lösegeld. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen : nicht zahlen und auf effektive Backups setzen.
Angreifer profitieren auch von KI
Doch die Angreifer profitieren auch von AI : Automatisierte Prozesse machen Schwachstellen schneller nutzbar und täuschend echte Audio- und Video-Fälschungen etwa auf Social Media oder in Videokonferenzen stellen neue Gefahren dar. Im Gegenzug wird künstliche Intelligenz auch zur Schlüsseltechnologie im Kampf gegen Cyberangriffe. Sie ermöglicht eine effektivere Früherkennung, etwa durch verbesserte Loganalyse und sofortige Sicherheitsupdates.
Zusammenfassend kann man sagen : Digitale Widerstandsfähigkeit adressiert drei große Themen, die wir in den Griff bekommen müssen : den Dauerbrenner Social Engineering, also das Ausnutzen des “Faktor Mensch” als vermeintlich schwächstes Glied der Sicherheitskette, um kriminelle Absichten zu verwirklichen. Des weiteren die wichtige Lieferkettensensibilität und schließlich das Antizipieren der sogenannten Adversary Evolution, also die Weiterentwicklung der Methoden, Technologien und Taktiken von Angreifern.
Cyber Defense Center von CANCOM Austria
Als CANCOM unterstützen wir dank unserer umfangreichen internationalen Erfahrung beim Thema Cybersicherheit Unternehmen dabei, ihre Netzwerke wirksam und zukunftssicher zu schützen. Unsere Expert:innen analysieren dabei laufend die Sicherheitslage, erstellen regelmäßig Lagebilder und entwickeln entsprechende Antizipations- und Abwehrmaßnahmen.
In unseren Cyber Defense Centern simulieren eigene Teams mit unterschiedlichen Rollen Szenarien im Bereich Angriff und Verteidigung. Experten-Services von der Erkennung und Reaktion in IT- und OT-Umgebungen über das Management von Schwachstellen bis hin zur Forensik ergänzen das umfassende Fachwissen der CANCOM Teammitglieder aus allen technologischen Disziplinen für die drei Kernthemen Social Engineering, Angriffsfläche Lieferketten und Adversary Evolution.
Praxis als Lehrmeister gilt auch und insbesondere bei Thema KI

Immer mehr betriebliche Referenzprojekte belegen das große Potential von KI. Ams-Osram vertraut hier auf umfassende Expertise von T‑Systems. Der IT-Dienstleister startet nun auch neue Work-Shop Reihe für Unternehmen.
Die Entwicklung neuer KI-Lösungen für Unternehmen schreitet rasch voran, ein noch herausforderndes Thema ist die Integration in industrielle Produktionsprozesse. Um dafür zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln, intensivieren nun T‑Systems und ams-Osram ihre Partnerschaft.
Der steirische Industriekonzern produziert seit über als 40 Jahren Mikrochips und Sensoren sowie softwarebasierte Schnittstellen für die Märkte Automotive, Industrie, Medizintechnik und Consumer. T‑Systems hat in der Vergangenheit bereits mehrere Projekte im Bereich Cloud und SAP erfolgreich umgesetzt.
Stärkung der Daten-Souveränität
Ziel des aktuellen Projekts ist der Aufbau einer qualitätsgesicherten Datenbank für Industrieprozesse (Common Data Repository/CDR), welche die Maschinendaten sämtlicher Produktionsanlagen zentral erfasst und für KI-Anwendungen bereitstellt. Das schafft eine einheitliche Datenbasis für aktuelle und künftige Anwendungsfälle, inklusive standortübergreifender Verfügbarkeit und automatischer Echtzeit-Aktualisierung von KI-Modellen.
„Derzeit wird ein detailliertes Konzept erarbeitet, wo es auch um die standardisierte Erfassung von Use-Case-Anforderungen für eine nahtlose und effiziente Entwicklung der nachfolgenden Lösungen geht“ sagt Markus Berger, Senior Sales Manager Data/AI/Analytics bei T‑Systems Austria. Ams-Osram verfolgt mit diesem Projekt auch die Stärkung der europäischen Souveränität in der Halbleiterfertigung und T‑Systems unterstützt das als branchenübergreifend erfahrener Partner für die digitale Transformation.
Die Expertise des IT-Dienstleisters beim Thema KI ist hier ein zentraler Schwerpunkt und dieses Wissen wird nun auch in einer Work-Shop Reihe an Kunden und interessierte Unternehmen weitergegeben. Adressiert sind Betriebe, die noch Orientierung suchen, wie Gen AI zum Einsatz kommen kann, aber auch jene, die innerbetriebliches Potential erkannt haben und nun einen erfahrenen Technologiepartner für die Umsetzung suchen.
Interaktiv und praxisorientiert
Als methodisches Format verwendet T‑Systems das sogenannte World Café, wo Teilnehmende in wechselnden Kleingruppen an thematischen KI-Stationen ihre jeweiligen Perspektiven erörtern. Der vergleichbare Wissensstand soll das gemeinsame Verständnis in den Fachabteilungen fördern und ein fundiertes, weiterführendes Arbeiten ermöglichen. „Besonders hilfreich war, dass wir als Fach- und IT-Abteilungen gemeinsam auf denselben Kenntnisstand gebracht wurden. So konnten wir gezielt über Anwendungsfälle sprechen – und nicht nur über theoretische Möglichkeiten“, so ein teilnehmender Manager eines großen Dienstleisters.
Diese strukturierte Vorgehensweise macht dann auch sichtbar, welche zuvor identifizierten Use Cases mit vergleichsweise geringem Aufwand bereits eine große Wirkung erzielen. Und Vorhaben, die einen hohen Nutzen versprechen, dafür aber auch erhebliche Ressourcen benötigen. Final ergibt sich eine fundierte Entscheidungsgrundlage zur Priorisierung geeigneter Use Cases und zudem steigert die Einbindung mehrerer Abteilungen die innbetriebliche Akzeptanz — ein entscheidender Faktor für nachhaltigen Erfolg. (red/czaak)
Sicherheit für industrielle Netzwerke

Siemens startet neue Sicherheitsplattform für Netzwerke im Bereich der Operations Technology (OT). Zero Trust Ansatz enthalten. Dienst über Siemens Marktplatz Xcelerator verfügbar.
Siemens hat aktuell SINEC Secure Connect vorgestellt, eine Zero-Trust-Sicherheitsplattform, die speziell für industrielle Netzwerke in der Fertigung (OT) entwickelt wurde. Die Software-Lösung virtualisiert Netzwerkstrukturen durch sogenante Overlay-Netzwerke und ermöglicht Verbindungen zwischen Maschinen, von Maschinen zur Cloud oder zu Rechenzentren sowie sicheren Remote-Zugriff auf industrielle Systeme.
Dies alles ohne herkömmliche VPNs (Anm. Virtual Private Networks). Geräte auf Produktionsebene bleiben damit vor unbefugtem externem Zugriff geschützt und behalten gleichzeitig ihre operativ notwendige Konnektivität. Dies ermöglicht Industrieunternehmen eine, flexible und zukunftssichere Vernetzung der OT bei gleichzeitiger Stärkung der Cybersecurity. SINEC Secure Connect wird auf dem Siemens Xcelerator Marketplace verfügbar sein, auch als Cloud-Service.
Kritische OT-Sicherheitsherausforderungen angehen
Treiber für diesen Schritt sind die zunehmende Digitalisierung der Fertigung und steigende Cyber-Bedrohungen für kritische Infrastrukturen und Produktionsumgebungen. Industrieunternehmen stehen nicht nur unter dem Druck von Sicherheitsbedrohungen, sondern auch darunter, dass aktuelle Lösungen administrativ komplex sind.
„Herkömmliche Netzwerksicherheitsansätze haben Schwierigkeiten mit der Konvergenz von IT- und OT-Systemen. Es entstehen neue Schwachstellen, wenn industrielle Systeme mit Cloud-Services, Remote-Zugriffspunkten und externen Partnernetzwerken verbunden werden”, sagt Michael Metzler, Experte für Cybersecurity für Digital Industries bei Siemens. „Mit der SINEC Secure Connect Plattform bietet Siemens eine Cybersecurity-Lösung, die die zunehmend digitalisierten Produktionsnetzwerke schützt und gleichzeitig eine Vereinfachung des Netzwerkmanagements unterstützt“, so Metzler.
SINEC Secure Connect setzt auf granulare, regelbasierte Zugriffsmechanismen
Sinec Secure Connect begegnet diesen Herausforderungen mit einer neuartigen Zero-Trust-Architektur und diese schafft dann ein sicheres virtuelles Overlay-Netzwerk über der bestehenden OT-Infrastruktur. „Die Plattform stellt Ende-zu-Ende-verschlüsselte, identitätsverifizierte Verbindungen zwischen autorisierten Geräten her. Gleichzeitig schützt sie industrielle Systeme vor unbefugtem externem Zugriff“, erläutert Metzler.
Im Gegensatz zu herkömmlichen VPN-Ansätzen, die generellen Netzwerkzugriff schaffen, setzt SINEC Secure Connect auf granulare, regelbasierte Zugriffsmechanismen. Diese sollen verhindern, dass sich Angreifer innerhalb des Netzwerks bewegen. Zusätzlich soll die Lösung die administrative Komplexität des IP-basierten Maschinenmanagements reduzieren und kosteneffiziente Konformität mit zertifizierten Cybersicherheitsstandards ermöglichen.
Einsatz in jeder Netzwerkumgebung unterstützt
Die Architektur der Plattform ermöglicht flexible Einsatzoptionen mit integrierter Redundanz und das lokal, in der Cloud oder hybrid. Dies macht sie für hochverfügbare industrielle Umgebungen geeignet, unabhängig von bestehenden Infrastrukturbeschränkungen. Im Gegensatz zu komplexen Firewall-basierten Ansätzen wird diese Einsatzflexibilität durch eine vereinfachte Netzwerkverwaltung verstärkt, die nur ausgehende Verbindungen erfordert. Dadurch entfallen oft fehleranfällige Konfigurationen herkömmlicher OT-Sicherheitslösungen. Um bestehende Investitionen in die Netzwerkinfrastruktur zu maximieren, integriert sich SINEC Secure Connect nahtlos in das aktuelle OT-Netzwerk-Portfolio von Siemens.
„Dies ermöglicht es Unternehmen, ihre vorhandene Ausrüstung wiederzuverwenden, gleichzeitig Investitionsausgaben zu optimieren und Betriebskosten durch einen einheitlichen Plattformansatz zu reduzieren“, so Metzler. Die Integrationsstrategie umfasst auch den Schutz von Bestandsgeräten. Hier will die Plattform bestehende Defense-in-Depth-Konzepte durch erweiterte Zellschutzfähigkeiten verbessern. Dies gilt für bestehende Siemens-Netzwerkgeräte wie SCALANCE S und SCALANCE MUM. Final wird eine umfassende Sicherheitsabdeckung sowohl für neue als auch für etablierte industrielle Installationen adressiert. (red/czaak)
Rasanter Anstieg von Cyberangriffen auf Unternehmen

2024 war bereits jedes dritte österreichische Unternehmen von Cyber-Attacken betroffen. Fast die Hälfte der Betriebe sehen hohes Risiko. Bei adäquaten Abwehrmaßnahmen gibt es Aufholbedarf und das inkludiert auch den Einsatz von KI, so neue EY-Studie.
Cyberangriffe sind heute eine der größten Bedrohungen für Unternehmen weltweit. Während 2024 lediglich 35 Prozent der Entscheider in Österreich das Risiko eines Cyberangriffs als hoch einschätzten, ist dieser Anteil 2025 auf 47 Prozent gestiegen.
Noch klarer zeigt sich die Realität bei den Vorfällen : 32 Prozent der Unternehmen hatten in den letzten fünf Jahren konkrete Hinweise auf Angriffe, ein Plus von zehn Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Besonders große Unternehmen sind betroffen : In der Umsatzklasse über 51 Mio. Euro berichten 33 Prozent von wiederholten Angriffen.
Vielen Betrieben fehlt ganzheitliche Strategie
90 Prozent aller Befragten erwarten zudem, dass sich die Bedrohungslage künftig weiter verschärfen wird. Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY Österreich, wo 200 Führungskräfte aus den Bereichen IT-Sicherheit und Datenschutz von österreichischen Unternehmen ab 20 Mitarbeitern befragt wurden. „Unternehmen müssen Cybersicherheit endlich als Teil ihrer Geschäftsstrategie begreifen – wer zu spät reagiert, riskiert finanzielle Schäden und Vertrauensverlust“, sagt Gottfried Tonweber, Leiter Cybersecurity und Partner bei EY Österreich.
Trotz der hohen Risikowahrnehmung fehlt vielen Unternehmen eine klare Gesamtstrategie für Cybersicherheit. Maßnahmen werden punktuell umgesetzt, doch ein strukturierter Fahrplan ist selten vorhanden. Ohne strategischen Rahmen bleiben Investitionen unkoordiniert – und die Wirksamkeit der Abwehr gering. Die fehlende Steuerung zeigt sich besonders bei den Budgets. 34 Prozent der Unternehmen verfügen über kein festes Cybersecurity-Budget, weitere 42 Prozent können ihre Ausgaben nicht beziffern. Nur neun Prozent investieren mehr als 25.000 Euro jährlich in IT-Sicherheit.
Budgeterhöhungen für Cybersicherheit geplant
Bei den kriminellen Methoden ist Phishing mit 73 Prozent die am häufigsten genannte Angriffsart. Malware (44 Prozent) und Ransomware (19 Prozent) folgen. Auffällig ist, dass organisatorische Gegenmaßnahmen oft fehlen : Nur 57 Prozent der Unternehmen haben Notfallpläne oder Abwehr-Teams eingerichtet. 38 Prozent der Angriffe betreffen Finanz- und Kreditabteilungen, 30 Prozent den Vertrieb, 25 Prozent das Management. Auch das Personalwesen (24 Prozent) ist zunehmend gefährdet.
„Phishing-Mails sind oft der Türöffner für weitergehende Attacken. Ohne strukturierte Notfallpläne verlieren Unternehmen im Ernstfall wertvolle Zeit – und riskieren, dass ein lokaler Vorfall zur systemweiten Krise eskaliert“, erklärt Tonweber. Regelmäßige Schwachstellen-Tests gehören zu den effektivsten Maßnahmen gegen Cyberangriffe. Dennoch verzichten 31 Prozent der Unternehmen vollständig darauf. Nur 13 Prozent testen monatlich, 29 Prozent einmal jährlich. Insgesamt führen nur 61 Prozent Penetrationstests oder Audits durch. Diese Versäumnisse stehen im Widerspruch zur hohen Risikowahrnehmung.
KI zur Cyberabwehr noch Nischenthema
Trotz der zunehmenden Bedrohung setzen bis dato nur 15 Prozent der Unternehmen auf KI-Technologien zur Abwehr von Cyberangriffen. Diese Zahl ist zwar ein kleiner Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (12 Prozent), bleibt jedoch insgesamt niedrig. Die häufigste Verwendung von KI liegt in der automatisierten Sicherheitsüberwachung und Anomalieerkennung.
Fast jedes dritte Unternehmen plant aber den Einstieg, davon elf Prozent bereits mit konkreten Projekten. Faktoren, die die Anwendung von KI in der Cyberabwehr einschränken, sind Bedenken bei Datenschutz und Ethik (28 Prozent) sowie hohe Implementierungskosten (21). Auch der Mangel an qualifiziertem Personal (14 Prozent) wird als Herausforderung angesehen.
Die Situation beim Thema NIS‑2 Richtlinie
Ein Viertel der befragten Unternehmen ist zudem direkt oder indirekt von der neuen NIS2-Richtlinie betroffen. Von diesen haben zwar 70 Prozent begonnen, die Vorgaben umzusetzen, aber erst 25 Prozent haben die Anforderungen vollständig erfüllt. Besonders weit sind Unternehmen bei technischer Sicherheit (67 Prozent), Personalsicherheit (61) und Risikomanagement (58).
Gleichzeitig kennen 47 Prozent der Befragten die Details der Richtlinie noch nicht. „NIS2 ist nicht nur regulatorische Pflicht, sondern Chance, Sicherheitsstandards auf ein neues Niveau zu heben. Wer hier proaktiv handelt, stärkt nicht nur die Compliance, sondern die gesamte Resilienz des Unternehmens“, so Gottfried Tonweber, Leiter Cybersecurity und Partner bei EY Österreich. (red/czaak)
Deutsche Telekom kauft Klinik-IT-Spezialisten aus Österreich

Unternehmen synedra mit Expertise für klinisch-medizinische IT und Digitalisierung wandert unter das Dach der Deutschen Telekom. Synedra steht primär für Management unterschiedlicher medizinischer Daten wie Formate über eigene Health Content Management (HCM)-Plattform.
Die Deutsche Telekom erweitert ihr Engagement im Gesundheitswesen. Der Konzern erwirbt synedra als österreichischen IT-Spezialisten für das Management medizinischer Daten. Das Gründerteam und seine über 80 Mitarbeitenden werden im Rahmen der Akquisition nun Teil der Deutschen Telekom-Familie. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.
Digitalisierung im Gesundheitswesen nimmt kontinuierlich zu
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen nimmt kontinuierlich zu. Immer mehr Kliniken vernetzen sich und tauschen medizinische Daten untereinander oder mit Fachärzten aus. Jeder Arztkontakt, jede Untersuchung und jedes Laborergebnis erzeugen Daten in unterschiedlichen Formaten wie Medien. Insbesondere radiologische Bilddaten, Videos und Genomdaten tragen dazu bei, dass Kliniken täglich bis zu mehrere Terabyte Daten produzieren.
Das österreichische Unternehmen synedra hat dafür eine eigene Health Content Management (HCM)-Plattform entwickelt und die adressiert primär Archivierung, Ordnung und Austausch der Medizin-Daten mit allen Aspekten rund um die Themen Sicherheit und Verfügbarkeit. Durch den aktuellen Zukauf erweitert die Deutsche Telekom ihr Portfolio künftig um die HCM-Lösungen von synedra und die Dokumentationslösungen von akedis Innovations, ein Start-Up Tochterunternehmen von synedra.
Erfassung, Speicherung, Visualisierung und Verteilung medizinischer Daten
„Wir bieten eine modulare und skalierbare HCM-Plattform zur Erfassung, Langzeitspeicherung, Visualisierung und Verteilung medizinischer Daten. Sie ermöglicht die Konsolidierung medizinischer Datensilos auf einer integrierten und interoperablen Plattform. Dies unabhängig vom verwendeten Datenformat“, erläutert Stefan Andreatta, CEO von synedra.
„Mit der Expertise von synedra und unserer technologischen Stärke schaffen wir eine Plattform, die regionale Nähe, digitale Souveränität und höchste Sicherheitsstandards vereint. Davon profitieren nicht nur Kliniken in Österreich, Deutschland und der Schweiz – sondern perspektivisch ganz Europa“, ergänzt Peter Lenz, Geschäftsführer von T‑Systems Austria.
Souveräne KI-Plattform für Kliniken in Europa
Grundsätzlich ist der Gesundheits-IT-Markt eine Fokusbranche für die Deutsche Telekom. Die Telekom ist etwa Hersteller des Krankenhausinformationssystems (KIS) „iMedOne“ und gehört Angaben zufolge mit 200 Kunden und über 100.000 Nutzern zu den fünf größten Anbietern in Deutschland. Mit der Digitalen Identität (GesundheitsID), die auch die Grundlage für die elektronische Patientenakte (ePA) ist, erreicht das Unternehmen darüber hinaus rund 35 Millionen Krankenversicherte.
Als KIS-Hersteller bietet die Deutsche Telekom bereits eine speziell zertifizierte souveräne Cloud-Plattform an und arbeitet hier schon seit mehreren Jahren mit synedra zusammen. Die jetzige Akquisition erweitert das Deutsche Telekom-Portfolio rund um Datenplattformen und Interoperabilitätslösungen und die beiden Unternehmen ergänzen sich auch regional. Mit Hauptsitz in Österreich hat synedra Tochterfirmen in Deutschland und der Schweiz und betreut hier mehr als 260 Kliniken. (red/cc)
Aktiv gestalten und Potentiale entfalten

Künstliche Intelligenz bringt ganz neue Anforderungen an das Management von Unternehmen. Ein Expertenkommentar von Jochen Borenich, CEO von CANCOM Austria.
Die Arbeitswelt steht an einem Wendepunkt : KI entwickelt sich rasant und transformiert ganze Organisationsstrukturen. Unternehmen und die öffentliche Verwaltung erleben einen fundamentalen Wandel, wo es neben Digitalisierung um das produktive Zusammenspiel von Mensch und Maschine, von Erfahrung und Algorithmen, von Intuition und Datenintelligenz geht.
Zentraler Treiber dieser Transformation sind KI-Systeme, die je nach Komplexität der Aufgabe und vorhandener Erfahrung in Unternehmen unterschiedlich wirksam sind. In Bereichen mit hoher Standardisierung übernehmen KI-Agenten repetitive Aufgaben komplett autonom. In komplexeren, wissensintensiven Feldern entstehen hybride Arbeitsmodelle : Menschen arbeiten Hand in Hand mit „AI Twins“, digitalen Zwillingen, die menschliches Verhalten nachahmen, Entscheidungen vorbereiten und final den Arbeitsalltag entlasten bzw. inhaltlich und operativ verbessern.
Katalysator Fachkräftemangel
Der Fachkräftemangel wirkt dabei wie ein Katalysator. Unternehmen müssen Aufgaben neu verteilen und Kompetenzen technologiegestützt neu denken. Die „digitale Workforce“ wächst – nicht durch Neueinstellungen, sondern durch gezielten Einsatz intelligenter Helfer. Die primäre Frage lautet daher, wie Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitenden und digitalen Assistenten effizient und ethisch gestaltet werden kann.
Hier entsteht auch ein neues Verständnis von betrieblicher Führung. Die klassische Führungskraft als Entscheider:in und Kontrollinstanz wird durch neue Rollen ergänzt – etwa durch den „KI-Orchestrator“, der an der Schnittstelle von Organisation, Mensch und Technologie agiert. Diese KI-Orchestratoren müssen verstehen, welche KI-Systeme und neue Prozesse wofür einsetzbar sind und wie sich menschliche und maschinelle Kompetenzen sinnvoll ergänzen. Sie managen Teams und digitale Systeme und sorgen für eine transparente, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.
Enormes Potential
Die betriebliche Führung wird damit komplexer, aber auch strategischer. Sie muss technologischen Fortschritt verstehen, kulturellen Wandel begleiten und Lernräume schaffen. Es braucht eine klare Vision und neue Führungsprinzipien, die Selbstorganisation, Verantwortung und permanente Weiterentwicklung fördern. Gleichzeitig muss die Organisation bereit sein, Hierarchien zu hinterfragen, Silos aufzubrechen und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern.
Es ist belegt, dass Unternehmen, die zu den digitalen Champions zählen, ein deutlich stärkeres Umsatzwachstum verzeichnen als jene die weniger auf Digitalisierung gesetzt haben. Das Zeitalter der KI erfordert nicht nur technologische Innovation, sondern vor allem organisatorische Intelligenz sowie mutige und transparente Führung. Unternehmen, die es schaffen, diesen Wandel aktiv zu gestalten, können enorme Potenziale entfalten : für Effizienz, für Innovationskraft und neue betriebliche Wertschöpfung – und für eine neue Qualität der Arbeit.
Effizienz trifft Kundenzufriedenheit

Intelligente KI-Assistenten optimieren Prozesse, unterstützen Mitarbeitende und fördern die digitale Transformation. CANCOM Austria setzt Innovationsprojekte im KI-Bereich für Bildungseinrichtung und Dienstleistungsinstitution um.
Künstliche Intelligenz hat längst den Schritt in den betrieblichen Alltag geschafft. Über Branchen hinweg zeigt sich der Nutzen in unterschiedlichsten Wertschöpfungsbereichen. Besonders etabliert haben sich KI-gestützte Assistenten, sogenannte Bots. „Viele Unternehmen legen den Fokus auf effizientere Prozesse und nachhaltige Entlastung der Mitarbeitenden“, sagt Manuel Moser, Director Digital Innovations & AI bei CANCOM Austria.
Erleichterung und Mehrwert im Kundenservice
Eine Bildungseinrichtung hat gemeinsam mit CANCOM ihr Supportcenter um einen digitalen Kollegen erweitert. Ein KI-gestützter Chatbot beantwortet nun wiederkehrende Anfragen zum Bildungsangebot automatisiert und entlastet so das Kundenservice. Studierende und Interessierte können im Self-Service rund um die Uhr ihre Anfragen stellen.
Der intelligente Chatbot wurde zuerst im internen Study Support Center der Universität implementiert, danach folgte die öffentliche Website. Diese Integration sichert die Aktualität der Daten, der Bot greift auf heterogenes Wissen zum Studienangebot zu und beantwortet gezielt die Anliegen. Anfragen außerhalb definierter Bereiche werden nicht beantwortet, Schutzmechanismen gegen missbräuchliche Verwendungen gibt es ebenso.
Passgenaue Konfiguration
„Durch unseren CANCOM-Assistant wurde eine deutliche Reduktion des Anfragevolumens erreicht mit entsprechender Entlastung der Mitarbeitenden und zudem schaffen die 24/7 verfügbaren Informationen eine verbesserte Erreichbarkeit“, so Moser. Basis für die KI-Lösung der universitären Bildungseinrichtung ist die CANCOM Assistant Suite, die branchenübergreifend Betriebe beim Einsatz von modernster LLM-Technologie (Large Language Models) unterstützt.
Die Suite reicht vom niederschwelligen Zugang zu Wissen bis zu autonomen KI-Agenten, die komplette Aufgaben selbstständig übernehmen. „Die CANCOM Assistant-Suite integriert sich nahtlos in bestehende Systeme des Unternehmens und ermöglicht durch einfach konfigurierbare Agents die Anwendung von KI in unterschiedlichen Unternehmensbereichen und ‑Prozessen“, erklärt Manuel Moser.
Dienstleistungsunternehmen setzt ebenso auf CANCOM
Nutzen durch KI wurde von CANCOM auch für ein großes Dienstleistungsunternehmen geschaffen, wo eine hohe Anzahl an E‑Mail-Anfragen inhaltlich wie rechtlich korrekt zu beantworten sind — ohne zu viel Zeit mit Recherchen verbringen zu müssen. Der KI-Assistant wurde hier passgenau in bestehende Arbeitsprozesse integriert, mit Anbindung an interne Dokumente, Datenbanken und weitere Datenquellen.
Wichtig ist der „Human in the Loop“-Ansatz : die KI-Antworten werden weiterhin von Menschen validiert bevor diese an Kunden gehen. „Durch die signifikante Reduktion des Rechercheaufwands und die raschere Beantwortung von wiederkehrenden Anfragen haben die Mitarbeitenden im Kundenservice nun die Möglichkeit sich auf komplexere Fälle zu fokussieren“, ergänzt Manuel Moser, Director Digital Innovations & AI bei CANCOM Austria. (red/czaak)
IT-Security als Innovationsthema

Sicherheit, Widerstandsfähigkeit, Stabilität und Innovation als Schwerpunkte bei Veranstaltung von T‑Systems und Zero Outage Industry Association in Wien.
Am Mittwoch, den 8. Oktober findet erstmals der internationale Zero Outage Executive Summit 2025 im T‑Center in Wien statt. Das Motto lautet „Building Resilient IT – Balancing Security, Stability and Innovation“. Der hochkarätig besetzte Summit wird von der Zero Outage Industry Standard Association (ZOIS) in Kooperation mit T‑Systems Austria veranstaltet.
Europas digitale Zukunft soll sicher und wettbewerbsfähig sein
Expert:innen wie Regina Melzer und Laura Hauser sowie Entscheider aus Wirtschaft, IT und öffentlichem Sektor diskutieren über digitale Ausfallsicherheit, resiliente Infrastrukturen und Zukunftstechnologien, die in einer Welt von steigenden Angriffen auf Lieferketten, Cyber-Attacken und KI-Risiken immer wichtiger werden. Weitere Redner sind Dietmar Böckmann, Vorstand der BKS Bank oder Scott Minnemann, CSO & Head of Risk bei Zero Hash. Veranstaltungssprache ist Englisch.
„Mit Wien als Gastgeberstadt wird der Zero Outage Executive Summit 2025 zu einem internationalen Treffpunkt. Gemeinsam mit den großen IT-Playern entwickeln wir Standards, die Ausfälle drastisch reduzieren und Unternehmen im KI-Zeitalter resilient machen“, sagt Peter Lenz, Managing Director von T‑Systems Austria. „Themen wie Cloud-Souveränität und vertrauenswürdige KI sind dabei entscheidend, um Europas digitale Zukunft sicher und wettbewerbsfähig zu gestalten“, so Lenz.
Zero Outage Industry Standard (ZOIS)
Die Zero Outage Industry Standard Association (ZOIS) verfolgt das Ziel, mit einem branchenweit einheitlichen Qualitätsstandard die Voraussetzung für eine sichere und erfolgreiche Digitalisierung zu schaffen. Der Standard soll Ausfallzeiten von ICT-Systemen auf ein Minimum reduzieren und so einen zuverlässigen Geschäftsbetrieb von Unternehmen gewährleisten.
Mitglieder sind unter anderem T‑Systems, Hitachi Vantara, NetApp, SUSE, Exactpro, Capgemini, DB-Concepts, Deutsche Telekom Cyber Security Austria und Itaú Unibanco. Operativ beinhaltet die Herangehensweise, dass Hard- und Software-Anbieter, Internetprovider und Serviceintegratoren eng zusammenarbeiten, um einen branchenweiten Best-Practice-Ansatz zu entwickeln, der dann direkt in den Unternehmen umgesetzt werden soll. (red/cc)
Digitalisierung in der Verwaltung als strategisches Muss

Automation, Vernetzung und Souveränität beim Datenmanagement sind Eckpfeiler für eine moderne und bürgernahe Verwaltung. Ein Expertenkommentar von Peter Lenz, Managing Director T‑Systems Austria.
Der öffentliche Dienst entwickelt sich vom Getriebenen der Digitalisierung zum aktiven Gestalter und erfolgreichen Umsetzer. Finanz Online oder die digitale Familienbeihilfe sind Beispiele, die Bürger:innen den Zugang zu staatlichen Leistungen erleichtern, den Verwaltungsaufwand reduzieren und das Vertrauen in moderne Behördenstrukturen stärken.
Viele andere Verwaltungsprozesse sind aber immer noch zeitaufwendig und parallel steht der öffentliche Dienst vor einer umfangreichen Pensionierungswelle mit dem drohenden Verlust von wertvollem Fachwissen wie auch Ressourcen, um neues Personal schnell einzuarbeiten. In diesem Kontext ist Digitalisierung und Automatisierung eine strategische Notwendigkeit geworden — für langfristige Handlungsfähigkeit und Servicequalität.
Entlastung und Effizienz
Für eine flächendeckende und bereichsübergreifende digitale Verwaltung braucht es eine solide Basis bei Infrastruktur und Technologien. Das inkludiert elektronische Identitäten, vernetzte Register und sichere wie leistungsfähige Cloud-Lösungen, die auch auf europäische Datensouveränität setzen, idealerweise eigenständig in Österreich gehostet.
Diese Basis ist zugleich Voraussetzung, um der erwähnten Pensionierungswelle zu begegnen. Etablierte Automatisierungslösungen bringen hier Effizienz bei Routineaufgaben, intelligente Workflows und Interaktion mit Bürger:innen sowie nachhaltige Sicherung von Wissen. Zeitersparnis und Kostenreduktion sind weitere Effekte. Digitale Assistenten können E‑Mails analysieren, Daten kategorisieren und archivieren sowie mit automatisierten Aufnahme- oder Einschulungsprozessen neue Mitarbeiter:innen unterstützen.
Moderne Plattformen (Anm. Low- oder No-Code) erlauben eine strukturierte Datenerfassung, die Automatisierung manueller Prozesse und eine flexible Anpassung von Verwaltungsabläufen. Ein Prüfmechanismus sichert die Einhaltung vordefinierter Kriterien und die frühzeitige Fehlerkorrektur. So können Antragsbearbeitung und Datenprüfung effizienter gestaltet, Fehlerquoten reduziert und Verwaltungsprozesse nachhaltig beschleunigt werden.
Sinnvolle Bürger-Apps
Genau hier setzen wir auch als T‑Systems an : Bürger:innen erwarten schnellere wie transparentere Prozesse und digitale Lösungen können den Alltag spürbar verbessern. Mit der App „Schau auf Graz“ der Holding Graz etwa lassen sich Schäden wie defekte Gehwege melden, das Projekt „Digitale Telepolizei“ aus dem aktuellen Regierungsprogramm adressiert Regionen mit beschränkten Ressourcen bei Polizeidienststellen.
Um alle Potenziale auszuschöpfen, braucht es eine konsequente, flächendeckende Umsetzung, Mut zur Automatisierung und ein vertrauensvolles Zusammenspiel von Technologie und Gestaltungswillen mit zukunftssicheren Lösungen. Der Handlungsdruck in der öffentlichen Verwaltung steigt. T‑Systems unterstützt hier als zuverlässiger Partner mit sicheren, skalierbaren und souveränen Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen.
KI und das Thema Personal

Leiter von Personalabteilungen wollen mit KI mehr automatisieren. Im Fokus steht insbesondere eine Reduktion des Verwaltungsaufwandes sowie Unterstützung neuer und bestehender Mitarbeiter:innen.
Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz (KI) im Personalwesen vor allem ein, um Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Das geht aus der aktuellen Personalleiterbefragung von Randstad und dem ifo Institut hervor. 44 Prozent sehen den größten Nutzen von KI bei der Abwicklung von Verwaltungsprozessen.
„Bisher trägt KI vor allem zur Automatisierung von Prozessen im Personalwesen bei. Das schafft Kapazitäten für strategisch wichtigere Aufgaben“, erläutert Daria Schaller vom ifo-Institut. „Künftig könnten aber weitere Einsatzmöglichkeiten von KI wichtiger werden, wie beispielsweise im Recruiting oder in der Personalplanung“, so Schaller.
Vorteile im Wettbewerb um Fachkräfte
Ein Viertel der Unternehmen sieht den größten Nutzen durch KI im Recruiting und verwendet sie vor allem, um Stellenausschreibungen zu verfassen oder zu platzieren. Zudem kommt KI häufig zum Einsatz, um Lebensläufe zu analysieren oder eine Vorauswahl zu treffen. Vereinzelt nutzen Personalverantwortliche Chatbots, um Bewerbenden Hilfe anzubieten. „Unternehmen versuchen, sich dadurch einen Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte zu verschaffen“, unterstreicht Schaller.Unterstützung künftig auch bei gezielter Weiterentwicklung von Belegschaften
Für 2028 erwarten Firmen den größten Nutzen nicht mehr nur bei administrativen Prozessen. Die Aufgabenbereiche Personalplanung, Personalentwicklung und Analyse der Mitarbeiterzufriedenheit werden deutlich aufholen. „Das deutet auf eine Verschiebung von der reinen Effizienzsteigerung hin zur gezielten Weiterentwicklung von Belegschaften“, sagt Daria Schaller, Forscherin am ifo-Institut. (red/rucz)Wenn das Hirn zersetzt wird

Der Begriff Brainrot behandelt negative Auswirkungen eines übermäßigen Social-Media Konsums auf unser Gehirn. Geistige Erschöpfung und emotionale Abstumpfung über depressive Episoden bis Absterben von Gehirnzellen als Folge.
In einer Welt, in der endloses Scrollen und algorithmisch „kuratierte“ Inhalte unser digitales Erleben bestimmen, verbreitet sich ein Phänomen mit rasanter Geschwindigkeit : Brainrot. Ursprünglich als Slang für den Zustand geistiger Erschöpfung durch übermäßigen Medienkonsum auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder X (ehemals Twitter) entstanden, steht der Begriff heute sinnbildlich für die zunehmende Oberflächlichkeit und Fragmentierung unserer Aufmerksamkeit. Doch was steckt hinter dem Begriff – und warum breitet sich das „digitale Hirnzerbröseln“ so rasant aus ?
„Brainrot“ beschreibt kein klinisches Krankheitsbild, sondern ein kulturelles Symptom. Nutzer berichten von dem Gefühl, ständig abgelenkt, reizüberflutet und innerlich leer zu sein – ausgelöst durch den unaufhörlichen Konsum kurzer, oft sinnfreier Inhalte. Von ironisch zusammengeschnittenen Memes bis zu „shitposts“ mit absurden Insiderwitzen : Der Humor ist flüchtig, die Reize stark, der Lerneffekt minimal. Die Folge ist ein Dopamin-getriebener Teufelskreis aus Scrollen, Konsumieren und innerem Abschalten.
Der Algorithmus als Brandbeschleuniger
Soziale Medien sind auf maximale Interaktion optimiert – und damit auf Inhalte, die Emotionen auslösen, Aufmerksamkeit fesseln und möglichst oft geteilt werden. Besonders TikTok hat das Spiel verändert : Schnelle Schnitte, schrille Sounds, endlose Feeds. Aufmerksamkeitsspannen werden so auf Sekunden verkürzt. Inhalte mit Substanz gehen unter, während der „Brainrot-Content“ dominiert : belanglos, aber klickstark.
Ironischerweise sind viele dieser Inhalte sich selbst bewusst – sie persiflieren die Absurdität ihres Daseins. Es ist eine Art „Meta-Ironie“, bei der selbst die Nutzenden wissen, dass sie Zeit verschwenden – und trotzdem nicht aufhören können. Ein Teil der Gen Z nutzt den Begriff „Brainrot“ daher auch augenzwinkernd, als ironisches Eingeständnis ihrer eigenen Mediensucht.
Folgen für Aufmerksamkeit und Psyche
Die Auswirkungen sind allerdings real. Studien belegen, dass exzessive Social-Media-Nutzung mit Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und erhöhter Reizbarkeit einhergehen kann. Der ständige Wechsel zwischen Reizen lässt das Gehirn kaum zur Ruhe kommen – tiefe Konzentration, Kreativität und nachhaltiges Lernen bleiben auf der Strecke.
Besonders betroffen sind Jugendliche und junge Erwachsene, deren Gehirne sich noch in der Entwicklung befinden. Psychologen warnen vor einer “digitalen Überreizung”, die langfristig zu Erschöpfung, emotionaler Abstumpfung und sogar depressiven Symptomen führen kann. Während einzelne Inhalte harmlos erscheinen mögen, ist es die Masse und Dauer des Konsums, die problematisch wird.
Kulturwandel oder Sackgasse ?
Die Verbreitung von Brainrot ist auch ein Spiegel unserer Gesellschaft : In einer Welt voller Unsicherheit, Krisen und Informationsüberflutung wird Eskapismus, die Flucht vor der Realität, zur Überlebensstrategie. Was früher etwa mit TV und Junkfood passierte, passiert heute digital schneller, greller und vor allem omnipräsenter.
Doch es regt sich auch Widerstand. Immer mehr junge Menschen berichten in sozialen Netzwerken bewusst vom „Digital Detox“, der Rückbesinnung auf analoge Aktivitäten oder dem gezielten Konsum ausgewählter Inhalte. Plattformen wie YouTube oder Podcasts erleben ein Comeback für den sogenannten Longform-Content, der Tiefe statt Reizüberflutung verspricht.
Der Spiegel unserer Gesellschaft
Die Verbreitung von Brainrot ist auch ein Spiegel unserer Gesellschaft : In einer Welt voller Unsicherheit, Krisen und Informationsüberflutung wird Eskapismus zur Überlebensstrategie. Was früher mit TV und Junkfood passierte, passiert heute digital – schneller, greller, omnipräsent.
Doch es regt sich auch Widerstand. Immer mehr junge Menschen berichten in sozialen Netzwerken bewusst vom „Digital Detox“, der Rückbesinnung auf analoge Aktivitäten oder dem gezielten Konsum ausgewählter Inhalte. Plattformen wie YouTube oder Podcasts erleben ein Comeback für Longform-Content, also längere und anspruchsvollere Inhalte, die sinnvolle Informationen und Wissen statt Reizüberflutung versprechen.
Beleidigende Inhalte durch Brainrot-Trends
Einige Brainrot-Trends überschreiten mittlerweile unbemerkt die Grenze zur Respektlosigkeit – sei es gegenüber Kulturen, Religionen oder sozialen Gruppen. Besonders in viralen Memes, die in Sekundenschnelle weltweit geteilt werden, fehlt oft jede inhaltliche Reflexion. Ein Beispiel : die aktuellen „Italien-Brainrot-Memes“, die auf TikTok und X kursieren. Sie zeigen überzeichnete, chaotische Italien-Karikaturen, kombiniert mit Kirchenmusik oder Bildern von Gott, die ins Lächerliche gezogen werden.
Für viele wirken diese Clips harmlos oder witzig – doch für Gläubige oder kulturell betroffene Gruppen sind sie abwertend. Das Problem : Da diese Inhalte meist aus einer ironischen Haltung entstehen, fehlt oft das Bewusstsein für ihre Wirkung. Brainrot kann so – ohne böse Absicht – zur digitalen Grenzüberschreitung werden.
Begegnungen mit Brainrot im Alltag
Die Auswirkungen des Brainrot-Phänomens gehen inzwischen über das Digitale hinaus und hinein bis in den Klassenraum. Immer häufiger berichten Lehrkräfte davon, dass Begriffe und Slang aus dem Internet Einzug in die Alltagssprache von Schülern halten. Einige Schulen haben sogar bestimmte Ausdrücke, die aus viralen Trends oder Memes stammen, offiziell verboten, weil sie den Unterricht stören oder respektlos wirken.
Begriffe wie „Skibidi“ (Anm. sinnloses Füllwort, das nichts und alles bedeuten kann), „Gyatt“ (Anm. Steigerung von „Goddamn“, also Bewunderung, Überraschung, Begeisterung) oder stereotype NPC-Sprüche (Anm. Abkürzung für Non-Player-Characters als Metapher für inhaltsleere Sprüche, fehlende Eigenständigkeit oder fehlendes kritisches Denken) werden bewusst eingesetzt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen oder Erwachsene zu provozieren.
Die junge Generation übernimmt diese Codes oft unreflektiert – nicht aus Bosheit, sondern weil sie sich in einer Welt bewegt, in der Aufmerksamkeit, Wiedererkennung und Zugehörigkeit digital verhandelt werden. Obwohl Sie meist überhaupt keine Ahnung haben, worum es darin geht oder worum es handelt und es lediglich ein Spaß für sie ist.
Kalkulierter Wahnsinn als Methode
Was einst als spontane Netzkultur entstand, ist längst ein lukratives Geschäftsfeld geworden. Unternehmen, Werbeagenturen und selbst Spieleentwickler haben das Potenzial von Brainrot-Inhalten erkannt – und nutzen es gezielt aus. Marken bringen absichtlich absurde, ironische oder chaotische Inhalte, um „authentisch“ bei der Gen Z zu wirken. Es passiert also eine Kommerzialisierung von Brainrot.
Memes, TikTok-Sounds und Trends werden blitzschnell in Kampagnen umgewandelt, die nicht mehr wie klassische Werbung wirken, sondern wie ein organischer Teil der Internetkultur. Auch viele mobile Spiele setzen auf überladene, schrille Werbespots, die auf den ersten Blick sinnlos erscheinen – gerade das sorgt für Aufmerksamkeit und Klicks. Der kalkulierte Wahnsinn wird zur Masche : Brainrot als Marketingstrategie, um die Reizüberflutung zu bedienen, statt ihr entgegenzuwirken.
KI als neuer Motor des digitalen Wahnsinns
Mit dem rasanten Fortschritt generativer Künstlicher Intelligenz hat nun auch Brainrot eine neue Dimension erreicht. Immer mehr Inhalte, die heute viral gehen – seien es absurde Bilder, sinnfreie Musikstücke oder überladene Meme-Videos – werden inzwischen vollautomatisch von KI-Tools erstellt. Was früher noch echte Kreativität oder wenigstens menschlichen Humor erforderte, kann nun in Sekunden synthetisch auf Knopfdruck produziert werden. Und das in endlosen Varianten.
Plattformen sind bereits überschwemmt mit KI-generierten Kurzclips, automatisierten Shitposts oder „deepfried“ bearbeiteten Videos, die nur noch der algorithmischen Logik folgen : laut, schnell, schrill. Diese Entwicklung verändert nicht nur die Inhalte, sondern auch die Kultur selbst. Originalität wird zunehmend ersetzt durch rekombinierte Formeln. Der kreative Spielplatz wird zur industriellen Meme-Fabrik. Social Media, einst Ort spontaner Ideen und echter Interaktion, verkommt so zur Dauerschleife generierter Reize – perfekt optimiert, aber geistig entleert.
Am stärksten ausgelöst wird Brainrot auf Social Media Plattformen wie Tik Tok, Instagram, Facebook, Snapchat und youtube. Was bleibt, ist die Frage : Wie weit wird dieser „Spaß“ gehen und wie sehr werden wir in Zukunft davon beeinflusst ? Bei der Recherche für diesen Text hilfreich waren Portale wie American Psychological Association (APA), das Portal KYM (steht für Know Your Meme) und die Technology Review des MIT (Massachusetts Institut of Technology). (Laurin Czaak/red)