Schöne neue Software-Welt

KI verändert auch die Geschäftsmodelle der Softwarebranche. Statt für Arbeitszeit wird künftig primär für messbare Ergebnisse bezahlt werden. Europäische Anbieter können vergleichsweise mit Branchenwissen punkten, so eine aktuelle Studie des Digitalverbandes Bitkom.
Die Softwarebranche muss sich auf tiefgreifende Veränderungen ihrer Geschäftsmodelle einstellen. Weil KI-Agenten zunehmend selbst Arbeit verrichten und nicht mehr nur als Werkzeug bedient werden, verschiebt sich der von Kunden zu bezahlende Leistungsinhalt. Statt Entwicklungsstunden oder pauschaler Lizenzen werden künftig verstärkt messbare Ergebnisse wie etwa behobene Sicherheitslücken oder gelöste Tickets abgerechnet.
Das sind Ergebnisse der aktuellen Studie „Softwarewelt 2036“ des deutschen Digitalverbandes Bitkom, wo Führungskräfte aus der Software- und IT-Branche befragt wurden. „Die KI-Revolution setzt auch in der Softwarebranche erprobte Erlösmodelle unter Druck. Wenn ein KI-Agent die Arbeit mehrerer Menschen übernimmt, lässt sich der Aufwand nicht mehr glaubwürdig nach Köpfen oder Stunden in Rechnung stellen“, sagt Felix Ansmann, Bereichsleiter Software & IT-Services beim Bitkom. „Gleichzeitig achten Kunden beim Einkauf von KI-Lösungen immer stärker darauf, was sie tatsächlich für ihr Geld bekommen. Wer diesen Wert nicht messbar machen kann, wird ebenfalls unter Druck geraten“, so Ansmann.
Ganz bestimmte Expertise
Die Veränderungen würden nach Ansicht der Experten aber auch Chancen für deutsche und europäische Anbieter ergeben, etwa wenn Compliance und Datensouveränität zum Verkaufsargument werden. Anbieter, die Nachvollziehbarkeit, Auditierbarkeit und europäische Datenhaltung von Beginn an mitliefern, können sich damit von Wettbewerbern absetzen.
Parallel an Bedeutung gewinnt das Thema Branchenkenntnis. Wer Expertise in bestimmten Sektoren und Domänen hat und diese für und mit KI nutzbar macht, wird sich mittelfristig nicht von generalistischer KI verdrängen lassen. „Angesichts der rasanten Fortschritte großer KI-Modelle kann sich aber niemand auf vermeintlich exklusivem Wissen ausruhen“, warnt Ansmann.
Dringende Empfehlung für Aufbau einer eigenen europäischen KI-Infrastruktur
Weitere Themen des aktuellen Studienberichts sind auch die veränderten Kompetenzanforderungen an Beschäftigte, die wachsende Bedeutung vernetzter Plattformen und Ökosysteme gegenüber einzelnen Software-Produkten sowie konkrete Handlungsempfehlungen an die Politik. So plädieren die Befragten etwa für eine schlankere, ergebnisorientierte Regulierung und den Aufbau eigener europäischer KI-Infrastruktur.
Studie und Bericht Softwarewelt 2036 beruht Angaben zufolge auf qualitativen Interviews mit Führungskräften aus Unternehmen rund um Software-Dienstleistung und Software-Produkten, internen IT-Abteilungen und angrenzenden Bereichen. „Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, sondern geben die Einschätzungen und Erfahrungen der Befragten wieder“, so der deutsche Digitalverband Bitkom in einer Aussendung. (red/czaak)
Die automatische Verwaltung

Öffentliche Verwaltung und Institutionen mit massivem Aufholbedarf bei Thema Digitalisierung und Automation. Mehr als die Hälfte der Organisationen ohne Digitalstrategie. 14 Prozent mit vollständig implementierter IT-Strategie.
Digitalisierung und Automation sind in der öffentlichen Verwaltung zwei zentrale Themen, wenn es um Effizienz bei Arbeitsabläufen und Bürgerservices sowie Einsparungspotentiale geht. Experten aus unterschiedlichen Bereichen empfehlen und sehen umfassenden Handlungsbedarf, zuletzt etwa der Österreichische Fiskalrat in seiner Beurteilung bei nötigen Sparmaßnahmen im Kontext mit dem Budgetdefizit (economy berichtete).
Aktuell haben sich nun die Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer von EY den Digitalisierungsgrad in der Österreichischen Verwaltung genauer angesehen und auf Basis einer Befragung von 173 Organisationen aus dem Bereich Bund/Länder/Gemeinden sowie österreichische Unternehmen aus dem öffentlichen Sektor eine Studie (Anm. „Zukunft Verwaltung“) erstellt.
Nur fünf Prozent „vollständig digital“
92 Prozent der befragten Institutionen sind einmal in ihrer täglichen Arbeit mit IT-Systemen konfrontiert. Jede vierte Organisation sieht sich selbst als zumindest „eher digital“, fünf Prozent als „vollständig digital“. 14 Prozent geben an, eine vollständig implementierte Digitalstrategie zu haben, ein Viertel sieht die vorhandene Digitalstrategie nur wenig in die täglichen Arbeitsabläufe eingebettet. Über die Hälfte hat bislang keine Digitalstrategie realisiert.
„Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern die Basis für interne Effizienz. Dass bislang mehr als die Hälfte der Verwaltungsorganisationen keine feste Digitalstrategie verankert hat und ein weiteres Viertel Nachholbedarf bei der Einbettung sieht, zeigt, wo wir ansetzen müssen – nämlich bei bedarfsorientierter Modernisierung“, sagt Karim El-Siginy, Partner für den öffentlichen Sektor bei EY Österreich.
Automatisierung greift vor allem bei größeren Einrichtungen
In 29 Prozent der Organisationen sind ein Drittel der Prozesse bereits hochautomatisiert. Bei jeder achten Verwaltung (13 Prozent) laufen Prozesse bereits zu über 60 Prozent ohne manuelle Eingriffe. Vor allem dort, wo es mehr als 200 Mitarbeitende gibt, stehen die Zeichen stark auf Automatisierung.
„Österreichs Verwaltung ist auf dem Weg der Digitalisierung, aber noch nicht am Ziel. Entscheidend ist, Digitalisierung ganzheitlich zu denken – von der breit verankerten IT-Kompetenz über den gezielten Einsatz von Daten und KI bis hin zu nachhaltigen Sicherheitskonzepten“, so Wolfgang Pinkl von EY Österreich.
Cybersecurity zentrales Thema, KI zweitrangig
Einen wichtigen Stellenwert in der Verwaltung haben Maßnahmen zum Schutz von Netzwerken, Systemen und Daten. Mehr als die Hälfte schätzen den Reifegrad von Cybersecurity in ihrer Organisation als (sehr) hoch ein. Federführend sind dabei Städte und Gemeinden, wo 44 Prozent angeben, dass Cybersecurity zu einem hohen Ausmaß organisiert und überprüft ist. Im direkten Vergleich damit hinkt der Reifegrad der Kompetenzen rund um digitale Themen deutlich hinterher. Nur ein Viertel schätzt, dass der Wissensaufbau rund um IT, Daten und KI in der eigenen Verwaltungseinheit hoch ist.
Bund und Land finden sich am Ende der Skala und bewerten das angeeignete Wissen mit sechs Prozent sogar als sehr gering. „Neben ein paar Grundlagen, die für alle Verwaltungsstrukturen gelten, beispielsweise Datenschutz, gilt es individuelle Bedürfnisse und Anforderung an die jeweiligen IT-Strukturen zu etablieren und Prozesse so sinnvoll und budgetsparend wie möglich abzuwickeln“, so Maximilian Vallo von EY. (red/czaak)
Kleinbetriebe und das Thema KI

Einpersonenunternehmungen und Kleinbetriebe setzen immer stärker auf Künstliche Intelligenz. Gegenüber 2025 Zunahme um rund 70 Prozent und damit nahezu Gleichstand zur restlichen Wirtschaft. Auch das Geschäftsklima hat sich zuletzt verbessert.
Selbständige und Kleinstunternehmen in Deutschland setzen immer stärker auf den Einsatz von Künstliche Intelligenz. Aktuell nutzen über 51 Prozent der Befragten KI in ihren Geschäftsprozessen, so eine neue Analyse des deutschen ifo Instituts. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2025 mit 30 Prozent. Weitere 16 Prozent planen den Einstieg in die KI-Nutzung. „Damit ist der Abstand zum Einsatz in der Gesamtwirtschaft (54,5 Prozent) nunmehr gering. KI ist für Selbständige kein Zukunftsthema mehr, die Nutzung ist in ihrem Geschäftsalltag angekommen“, sagt Katrin Demmelhuber vom Münchner ifo-Institut.
Ideen und Übersetzungen für Bereiche Marketing und Vertrieb
Runtergebrochen auf die Anwendungen stehen bei den Selbständigen externe KI-Angebote klar im Vordergrund : Knapp 59 Prozent greifen auf kostenpflichtige KI-Dienste zurück, 53 Prozent verwenden kostenlose Tools. 7 Prozent setzen auf selbst entwickelte KI-Systeme. Soloselbständige und Kleinstunternehmen nutzen KI vor allem für Recherche und Informationsbeschaffung, zur Ideengenerierung, zur Text- und Content-Erstellung, für Übersetzungen sowie im Marketing und Vertrieb.Besseres Geschäftsklima
Nach der ausgeprägten Krisenstimmung im April hat sich das Geschäftsklima für Soloselbständige und Kleinstunternehmen im Mai moderat verbessert. Der sogenannte „Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex“ stieg von minus 29,9 Punkten auf minus 27,7 Punkte. Die Unzufriedenheit mit den laufenden Geschäften nahm ab, zugleich blicken die Selbständigen positiver auf die kommenden Monate. Trotz dieses Lichtblicks bleibt das Geschäftsklima für die Selbständigen deutlich tiefer im Minus als das für die Gesamtwirtschaft. „Die Situation für Selbständige hat sich leicht stabilisiert, bleibt aber fragil“, so Katrin Demmelhuber vom Münchner ifo-Institut. (red/cc)Professionelle Cyber Defence

Deutsche Telekom und Palo Alto Networks stellen datensouveräne Cyber Defence als Managed Services vor. Der „Sovereign Cortex with T Security“ genannte Dienst speichert Kunden- und Systemdaten in Europa und soll mehr Kontrolle für Kunden durch ausgelagerte Verwaltung der Schlüssel bringen.
Die Deutsche Telekom und der US-Anbieter Palo Alto Networks bringen „Sovereign Cortex with T Security“ auf den Markt. Das neue gemeinsame Angebot kombiniert führende KI-Cybersicherheit mit einer daten-souveränen Architektur, die speziell für Europa entwickelt wurde. Das Produkt richtet sich an Branchen mit hohen regulatorischen Anforderungen wie Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung, Finanzdienstleistungen und an Betreiber kritischer Infrastruktur. Der primäre Fokus richtet sich auf die Erfüllung europäischer Compliance-Anforderungen für kritische Infrastrukturen, inklusive DORA, NIS‑2 und DSGVO.
„In der heutigen Bedrohungslage gehen Angreifer vom Erstzugriff in nur 72 Minuten zur Datenexfiltration über. Das ist viermal so schnell wie noch vor einem Jahr. Um damit Schritt halten zu können, benötigen Organisationen und Unternehmen Cloud-basierten, KI-gestützten Schutz. Gleichzeitig sehen europäische Vorschriften eine nachweisbare Kontrolle über Daten, ihre Verschlüsselung und Zugriffsberechtigungen vor“, so die Deutsche Telekom in einer Aussendung.
„Alle Kunden- und Systemdaten einschließlich Telemetrie werden ausschließlich innerhalb Europas gespeichert“
„Sovereign Cortex with T Security“ kombiniert die mit KI-Agenten arbeitende SOC-Plattform von Palo Alto Networks mit der Cybersicherheitsexpertise der Deutschen Telekom. Betrieben wird die Sovereign Cortex-Lösung von Palo Alto Networks auf der Sovereign Google Cloud Plattform der Deutschen Telekom. T Security stellt SOC- und Identitätsmanagement-Dienste sowie Verschlüsselungstechnik über eigene Rechenzentren zur Verfügung.
„Während die meisten souveränen Angebote bei der Datenresidenz aufhören, verwaltet diese Architektur jede Schicht der Kundendatenumgebung : Alle Kunden- und Systemdaten – einschließlich Telemetrie und die sogenannte Threat Intelligence – werden ausschließlich innerhalb Europas gespeichert, verarbeitet und abgerufen“, so die Deutsche Telekom. Die Verschlüsselung wird vollständig von der Deutschen Telekom gesteuert, die dafür den External Key Manager von Google Cloud nutzt. „Die Deutsche Telekom verwahrt und verwaltet den Key-Encryption-Key (KEK) außerhalb der Reichweite von Palo Alto Networks sowie Google und behält die alleinige Autorität über den Datenzugriff“, so die Deutsche Telekom weiter.
Verwaltung, kritische Infrastruktur und stark regulierte Branchen
“Europäische Organisationen von öffentlichen Stellen bis zu Betreibern kritischer Infrastruktur haben uns klar gesagt : Sie brauchen Echtzeit-KI-gesteuerte Sicherheit und überprüfbare Datensouveränitäts-Kontrollen, und sie sollten sich nicht zwischen diesen entscheiden müssen. Dies ist unsere direkte Antwort auf das, was Kunden und Regulierungsbehörden in ganz Europa fordern – einen Service, der Europas Souveränität respektiert, die Sicherheitseffizienz und modulare Plattformisierung, auf die unsere Kunden angewiesen sind, aufrechterhält und das Vertrauen widerspiegelt, das sie uns entgegenbringen“, so Helmut Reisinger, CEO EMEA, Palo Alto Networks.
„Unser gemeinsames Angebot ist derzeit in Europa auf diesem Qualitätsniveau einzigartig. Wir erfüllen die Compliance-Anforderungen von NIS‑2, DORA und KRITIS in Bezug auf Datensouveränität – ohne von unseren Kunden zu verlangen, bei der Wirksamkeit ihrer Cyberverteidigung Kompromisse einzugehen“, ergänzt Thomas Tschersich, CEO Deutsche Telekom Security GmbH und CSO Deutsche Telekom AG. „Sovereign Cortex with T Security“ wird zunächst europäischen öffentlichen Organisationen, Betreibern kritischer Infrastruktur und stark regulierten Branchen zur Verfügung gestellt. Später wird das Angebot dann noch ausgeweitet. (red/cc)
Datensouveränität und Sicherheit und Innovation

T‑Cloud als neue Multi-Cloud-Plattform von T‑Systems zur passgenauen Kombination mehrerer Cloud-Dienste. Innovation auch bei Marketing mit Aktion am Flughafen Wien und interaktiver Verlosung von exklusiven Cloud-Workshops.
Egal ob Großunternehmen, Mittelstand oder öffentlicher Sektor – Cloud Computing ist mittlerweile fixer Bestandteil der digitalen Transformation. Die Ökonomie bei Nutzungsvielfalt und Kosten der bedarfsgenau skalierbaren Cloud-Dienste ist dabei das zentrale Argument.
Strukturierter Multi-Cloud-Ansatz auch mit Hyperscaler-Plattformen
Die neue T‑Cloud bietet einen strukturierten Multi-Cloud-Ansatz, der führende Hyperscaler-Plattformen mit den Cloud-Infrastrukturen von T‑Systems und Deutscher Telekom in einem nahtlos integrierbaren Ökosystem kombiniert. Die Cloud-Dienste werden über einen zentralen Zugangspunkt bereitgestellt und unterstützen so auch einen Innovationstransfer für eine nachhaltige digitale Transformation.
„Das Angebot wird durch umfassende Beratungs- und Betriebsservices sowie ein starkes Partnernetzwerk abgerundet“, ergänzt Eduard Kowarsch, Head of Cloud Services von T‑Systems Austria. „Wir begleiten Unternehmen und Institutionen auf ihrer individuellen Cloud Reise – von der Planung über die Migration bis zum Betrieb mit kontinuierlicher Optimierung unter Berücksichtigung der jeweiligen technischen, regulatorischen und geschäftlichen Anforderungen“, so Kowarsch.
Exklusiver Cloud-Workshop via Kommentar zum Thema Souveränität
Innovation ist auch Thema beim Marketing für die neue T‑Cloud. Aktuell gibt es eigene T‑Cloud-Spots am Flughafen Wien, die die Terminals 1 und 2 in Magenta-Farben erstrahlen lassen. Parallel werden für Unternehmen und Institutionen exklusive Cloud-Workshops verlost. Expert:innen von T‑Systems erläutern dabei passgenaue Anwendungen und alle relevanten Themen von Datensouveränität, Sicherheit und gesetzlichen Regularien wie etwa DSGVO oder NIS2. Genaue Informationen finden interessierte Unternehmen beim angefügten Link.
Zur Teilnahme müssen interessierte Unternehmen nur einen Kommentar zum Thema Souveränität abgeben. Für ein doppeltes Los kann dieser Kommentar-Beitrag dann etwa auch auf dem jeweiligen LinkEd-Profil repostet werden und damit dann die Gewinnchance erhöht werden. Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 15. November. Für die neue T‑Cloud gibt es ebenso weiterführende Infos und auch hierfür ist ein Link angefügt.
„Am Ende steht ein lebendes KI‑Ökosystem“

Skalierbare Anwendungen und ganzheitliche Datenkonzepte als relevante Erfolgsfaktoren im betrieblichen KI-Einsatz. CANCOM Austria und HPE Österreich zeigen, wie mit KI neue unternehmerische Wertschöpfung entsteht.
Künstliche Intelligenz ist in den Unternehmen angekommen. Viele Projekte bleiben aber hinter den Erwartungen zurück. Um mit KI neue betriebliche Wertschöpfung zu schaffen, empfehlen Experten eine vereinheitlichte Datenbasis und eine skalierbare Infrastruktur bis ins Rechenzentrum.
Datenmodernisierung als erster Schritt
„Der erste Schritt zu erfolgreicher KI ist immer Datenmodernisierung und das erstreckt sich von ihrer Bereinigung und Klassifizierung über die Anreicherung mit Metadaten bis hin zur Organisation, dass sie für KI-Modelle überhaupt nutzbar sind“, sagt Manfred Traumüller, Geschäftsführer von HPE Österreich.
Um die finalen Leistungsanforderungen sowie Vorgaben bei Kosten und Regularien bzw. Compliance zu erfüllen, hat HPE Lösungen wie das sogenannte GreenLake und Data Fabric entwickelt, die dann zusammen mit modernen Strukturen und Speichermodulen (File- & Object-Storage) die nötige hybride Architektur schaffen.
DataFabric als eine Art logische Klammer
„Statt alle Daten physisch in ein zentrales Monster‑System zu kippen, sorgt eine DataFabric als eine Art logische Klammer dafür, dass Daten bleiben können, wo sie sinnvollerweise liegen, aber trotzdem wie aus einer Hand nutzbar sind. Das können operative Systeme im eigenen Rechenzentrum und Analyse‑ oder KI‑Workloads in der Cloud sein“, so Traumüller.
Entscheidend sei, dass Fachbereiche eine konsistente Sicht auf ihre Daten bekommen, egal wo sie physisch liegen. Ein Kernproblem im betrieblichen KI-Einsatz ist auch, dass Projekte erfolgreich, aber isoliert passieren. Ein Chatbot hier, ein kleiner Automatisierungs‑Usecase dort, aber alles auf unterschiedlichen Datenbasen und Technologien und damit entsteht kein nachhaltiger Effekt.
Eigene Lösungen wie CANCOM Assistant
„Der Wendepunkt wird erst erreicht, wenn Unternehmen ihre KI‑Usecases bewusst auf einer gemeinsamen Plattform und Datengrundlage planen und so Modelle, Daten und Services wiederverwendet und skaliert werden, statt jedes Mal bei Null zu starten“, erklärt Dietmar Wiesinger, Vorstand bei CANCOM Austria.
Der IT-Dienstleister bewertet bei KI-Projekten gemeinsam mit dem Kunden den vorhandenen Reifegrad, definiert eine Zielarchitektur und leitet daraus einen Umsetzungsplan ab. „Technisch setzen wir dann diese Roadmap mit HPE‑Technologie um, von der Vereinheitlichung der Daten über die Infrastruktur bis hin zu konkreten KI‑Anwendungsfällen und das auch mit eigenen Lösungen wie unserem CANCOM Assistant“, so Wiesinger. „Am Ende steht ein lebendes KI‑Ökosystem“. (red/czaak)
Kompetenzen und Kundenorientierung erfolgsentscheidend

T‑Systems Austria verzeichnet abermals zweistellige Umsatzsteigerung und wächst weitaus stärker als österreichischer IT-Markt. Cloud, KI und Digitale Souveränität sowie nachhaltige Kundenbeziehungen festigen Fundament als Partner für digitale Transformation von Unternehmen und Verwaltung.
T‑Systems Austria blickt auf ein starkes Geschäftsjahr 2025 zurück. Mit einem Wachstum bei Umsatz um zehn und im Auftragseingang um 15 Prozent, so das Unternehmen zur Fortsetzung seiner positiven Geschäftsentwicklung der letzten Jahre. Das Ergebnis übertrifft zudem das Wachstum des österreichischen IT-Markts deutlich (Anm. 4,3 Prozent laut PAC). Diese starke Marktposition hat T‑Systems Austria vor allem durch langfristige Kundenbeziehungen und gezielte Investitionen in strategische Zukunftsbereiche wie Cloud, Digitalisierung im Gesundheitswesen, KI und Datensouveränität aufgebaut.
Expertise bei Produkten plus Kundenorientierung und die Themen Vertrauen und Verlässlichkeit
Dieser Kurs soll weiter fortgesetzt werden. „Unser Erfolg ist das Ergebnis mehrerer Faktoren. Zum einen haben wir in den vergangenen Jahren konsequent auf organisches Wachstum und langfristige, partnerschaftliche Kundenbeziehungen gesetzt. Zum anderen sind wir ein bewährter IT-Partner — unterstrichen durch eine Top-2-Position in EMEA sowie Platz 1 in Deutschland im aktuellen PAC-Ranking“, erklärt Peter Lenz, Geschäftsführer von T‑Systems Austria.
Ein wichtiger Faktor neben Produkten, Services und Kundenorientierung sind auch die Themen Vertrauen und Verlässlichkeit. Als Teil der Deutschen Telekom kann T‑Systems hier zusätzlich punkten. Gerade bei mehrjährigen Infrastruktur- und Cloud-Projekten ist diese Verlässlichkeit ein Entscheidungsfaktor für langfristige Investitionen. „Kunden bleiben und investieren weiter, weil sie mit T‑Systems Planungssicherheit haben. Dieses Vertrauen zeigt sich auch in der hohen Kundenzufriedenheit“, unterstreicht Peter Lenz.
Objektive Bestätigung der hohem Kundenzufriedenheit
Die große Kundenzufriedenheit wird auch objektiv bestätigt. Im Branchen-Index TRI*M (Measure/Messen, Manage/Steuern, Monitor/Überwachen) erreichte T‑Systems im Jahre 2025 einen Rekordwert (Anm. 106 Punkte). Parallel konnte auch das Neukundengeschäft deutlich ausgebaut werden, die Hälfte des Auftragseingangs im Jahr 2025 entfiel auf Neukunden.
Operativ hat T‑Systems in den vergangenen Jahren sein Lösungsportfolio entlang zentraler Technologietrends gezielt weiterentwickelt. Ein gesonderter Fokus betraf und betrifft hier Automatisierung, KI und Cloud-Services. Ein strategischer Schwerpunkt liegt zudem auf der Digitalisierung des Gesundheitsbereichs. Mit der Übernahme von synedra durch die Deutsche Telekom im Jahr 2025 erweitert der Konzern sein Portfolio für das Management medizinischer Daten und KI-basierter Gesundheitsplattformen.
Weiterentwicklung der T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) und Industrial AI Cloud
Eine große Investition wurde auch in die Weiterentwicklung der T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) getätigt, ein System für Kliniken und Spitäler zur Verwaltung der Patientendaten. Zu den Referenzkunden der TSHC-Lösung zählen etwa die Vinzenz Gruppe und die Tirol Kliniken (economy berichtete). Ein weiterer Schwerpunkt bei den Investitionen betrifft das Thema Digitale Souveränität mit Weiterentwicklungen der Wiener Rechenzentrumsstandorte, der Ausbau der T Cloud Public als eine der führenden europäischen Public-Cloud-Plattform sowie die erst kürzlich eröffnete Industrial AI Cloud in München (economy berichtete).
Mit der Industrial AI Cloud wird das Portfolio um eine der größten KI-Infrastrukturen Europas erweitert. Sie stellt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und dem öffentlichen Sektor hochleistungsfähige, souveräne KI-Rechenkapazitäten auf europäischem Boden bereit. Umfasst ist dabei der gesamte AI-Stack, von Simulation und digitalen Zwillingen bis hin zu produktiven KI-Anwendungen. T‑Systems Austria stärkt damit den Ausbau souveräner Cloud- und KI-Infrastrukturen in Europa und adressiert die steigenden Anforderungen an Datenumfang- bzw. ‑Management, Sicherheit und Skalierbarkeit.
Stabilisierung des Wachstums und Ausbau des Engagements bei sicherheitskritischen Infrastrukturen
Im Ausblick für die nächsten Jahre ist die Stabilisierung des Wachstums das Ziel des Management-Teams von T‑Systems Austria. Den Bereichen Künstliche Intelligenz, SAP, Automatisierung, souveräne Cloud-Infrastrukturen mit den damit verbundenen Beratungsleistungen soll ein noch stärkerer Fokus gewidmet werden. Ziel ist es, Unternehmen ganzheitlich entlang ihrer individuellen Digitalisierungsreise zu begleiten – von der strategischen Beratung bis zum Betrieb geschäftskritischer Systeme.
„Genau darin sehen wir unsere Aufgabe, Unternehmen und Organisationen in Österreich langfristig und zuverlässig auf ihrem Weg in die Digitalisierung zu begleiten“, betont Peter Lenz, Geschäftsführer von T‑Systems Austria. Ein weiteres Thema sind dann noch sicherheitskritische Infrastrukturen, die laufend weiter an Bedeutung gewinnen. T‑Systems Austria plant hier, sein Engagement im Verteidigungs-Umfeld gezielt aufzubauen und reagiert damit auf die steigende Nachfrage nach resilienten und hochsicheren IT-Lösungen. (red/czaak)
“Diese Kombination ist einzigartig”

Gesundheitseinrichtungen stehen vor großen Herausforderungen im Kontext mit SAP. Die Tirol Kliniken setzen hier nun auf die Expertise von T‑Systems Austria und auf deren speziell entwickelte Lösung für die Patientenabrechnung.
Viele Krankenhausbetreiber stehen aktuell vor umfangreichen technologischen Veränderungen. Die Umstellung auf SAP S/4 HANA und RISE with SAP (Anm. SAP-Cloud) steht an und zudem muss auch im Bereich der Patientenabrechnung für die Branchenlösung IS‑H zeitnah ein Nachfolger gefunden werden. Hier sind alle großen Spitalsbetreiber betroffen und damit nahezu alle Patient:innen in Österreich.
Die Tirol Kliniken GmbH ist der größte Gesundheitsbetrieb Westösterreichs. Zum Klinikverbund gehören drei Landeskrankenhäuser, eine Pflegeeinrichtung, eine Schule und elf Tochtergesellschaften. Pro Jahr werden rund 95.000 Patienten stationär versorgt, dazu kommen über 1,7 Millionen ambulante Betreuungen. Innovation bei modernen Arbeitsumgebungen und höchste Qualität in der Patientenversorgung sind kontinuierlicher Auftrag.
Gemeinsame Evaluierung für zukünftiges Betriebskonzept mit T‑Systems und ATSP als Migrationspartner
Im Gesundheitswesen kommen für die Finanzprozesse als Branchenstandard SAP-Systeme zum Einsatz. Trotz der nahezu flächendeckenden Nutzung der Anwendung SAP IS‑H für die Patientenabrechnung – auch in den Tirol Kliniken – hat SAP hier Weiterentwicklung und Support eingestellt. Nach jahrzehntelanger Erfahrung in der Weiterentwicklung von IS‑H im Auftrag von SAP hat T‑Systems mit der Anwendung T‑Systems Solution for HealthCare (TSHC) eine Nachfolgelösung entwickelt.
Vor dem Hintergrund der SAP-Veränderungen und der Abkündigung des Betriebs durch den bisherigen IT-Provider in Österreich, wollte die Tirol Kliniken den SAP-Betrieb und die Patientenabrechnung IS‑H auf ein neues, zukunftsfähiges Fundament stellen. Nach einer gemeinsamen Evaluierung für ein tragfähiges zukünftiges Betriebskonzept mit T‑Systems Austria und ATSP als Migrationspartner wird nun T‑Systems die klinikeigenen SAP-Systeme (engl. OnPremise) auf die T Cloud Private im Rechenzentrum in Wien migrieren und betreiben.
Zertifizierte T Cloud Private
Die T Cloud Private ist als Plattform für RISE with SAP zertifiziert und erlaubt einen vollständig souveränen Betrieb der SAP-Landschaft in Österreich. Zugleich wird die Patientenabrechnungslösung SAP IS‑H durch T‑Systems Solution for HealthCare abgelöst. Die Tirol Kliniken erhalten damit Zukunftssicherheit für die geschäftskritische SAP-Landschaft und das Patientenabrechnungssystem bei künftig besser planbaren Betriebskosten. Im Klinikalltag bedeutet das effizientere administrative Abläufe als Grundlage für einen reibungslosen Betrieb und eine hochwertige Patientenversorgung.
„Mit der Wahl von T‑Systems Austria als Berater und Betriebspartner für SAP haben wir eine gute Entscheidung getroffen : Die Kombination aus exzellenter SAP-Expertise im Gesundheitswesen, souveräner T Cloud Private als Betriebsplattform und der Zukunftssicherheit für die Patientenabrechnung mit der IS‑H Nachfolgelösung T‑Systems Solution for HealthCare ist einzigartig“, sagt Andreas Hlavac, IT — Betriebswirtschaftliche Systeme, Tirol Kliniken GmbH. (red/czaak)
Regulierung als Wachstumsbremse

Wirtschaftsexperten und Unternehmenslenker sehen Regulierung in Deutschland und Europa als Wachstumsbremse für digitale Transformation und KI. Große Auswirkungen werden für den Arbeitsmarkt erwartet.
Beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) und einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum sind Wirtschaftsexperten aus Deutschland aktuell besonders skeptisch. Das zeigt ein Vergleich der weltweiten Expertenschätzungen im Rahmen des Economic Expert Survey (EES) von EconPol und ifo Institut. Für die Studie wurden rund 600 Wirtschaftsexperten und Manager in Europa und etwa 100 aus den USA befragt. Thema waren die erwarteten Effekte von KI auf Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. In Deutschland nehmen die Befragten an, dass der KI-Wachstumseffekt in fünf Jahren nur insgesamt 1,5 Prozentpunkte betragen wird, 0,3 Prozentpunkte pro Jahr.
Für Europa und die USA liegen diese Schätzungen bei 2,5 Prozentpunkten in fünf Jahren (0,5 Prozentpunkte pro Jahr). „Ein Grund für die weniger optimistische Einschätzung in Deutschland liegt möglicherweise an der Regulierung“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Innovationsökonomik und Digitale Transformation. „Deutschland ist das einzige Land, wo fast die Hälfte der Experten für weniger Regulierung Künstlicher Intelligenz plädieren.“
Rechtssicherheit bei Datennutzung, Datenschutz und Haftung
Die Mehrheit der Befragten weltweit spricht sich für eine strengere Regulierung von KI aus. In den USA wünschen sich 64 Prozent mehr Regulierung. Im EU-Durchschnitt liegt der Anteil der Regulierungs-Befürworter bei 50 Prozent. In Deutschland sind es nur 27 Prozent, während 46 Prozent dort sich weniger Regulierung wünschen.„Es braucht einen ausgewogenen regulatorischen Rahmen, damit Länder die Chancen von KI nutzen und mögliche negative Folgen abmildern. Solche Regeln sollten jedoch Innovation nicht ausbremsen. Sie sollten Rechtssicherheit bei Datennutzung, Datenschutz und Haftung schaffen“, sagt Niklas Potrafke, Leiter des ifo Zentrums für Öffentliche Finanzen und politische Ökonomie.
Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten für bestehende Arbeitskräfte spielen zentrale Rolle
Einen gesonderten Effekt von KI erwarten die Experten für den Arbeitsmarkt. Hier soll KI vor allem Tätigkeiten mittlerer Qualifikationsniveaus übernehmen. Für Europa erwarten rund 61 Prozent einen Rückgang bei Stellen mit mittlerer Qualifikation in den kommenden zehn Jahren. Für die USA ist der Anteil mit 68 Prozent ähnlich hoch. Umgekehrt sollen Stellen, für die eine hohe Qualifikation erforderlich ist, nach Ansicht der Befragten zunehmen.Ebenso ansteigen sollen hochqualifizierte Jobs in Europa, das erwarten 53 Prozent der Befragten. Für die USA sind es 48 Prozent. Die Anzahl niedrigqualifizierter Jobs soll in Europa überwiegend stabil bleiben oder leicht steigen. „Aufgrund des demografischen Wandels sollte KI eher als Chance und weniger als Risiko für den Arbeitsmarkt gesehen werden. Die Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten für bestehende Arbeitskräfte spielen hier eine zentrale Rolle“, sagt Niklas Potrafke vom ifo Zentrum für Öffentliche Finanzen und politische Ökonomie.
Warnungen zum Thema (Über)Regulierungen existieren schon länger
Warnungen zum Thema (Über)Regulierungen gibt es schon länger. Bereits 2024 äußerten sich dazu bei einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion (Anm. im Rahmen der „Digital X“ in Köln) prominente Ex-Politiker und Top-Manager:innen deutscher DAX-Konzerne. Im Fokus stand auch die Frage, warum Europa beim Thema Digitalisierung und KI den USA und China hinterherhinkt.
Zusammengefasst adressierte die Kritik die Bürokratie und insbesondere den großen Zuwachs an Regularien, welche dann primär Unternehmen im Bereich Mittelstand und Industrie betreffen und diese in ihrer Wettbewerbsfähigkeit einschränken sowie Innovation und Neugründungen hemmen. Katrin Lehmann, CIO der Mercedes Benz Group AG, bestätigte den mittlerweile enormen Aufwand zur Erfüllung all dieser Regularien.
Die US-Imperialisten Amazon, Microsoft oder Facebook
Thomas de Maiziere, ehemaliger Deutscher Innenminister im Kabinett Merkel II), äußerte ebenso Kritik bezüglich nationaler (deutscher) Vorgaben und Regularien, die schnell dann auch die EU bzw. Brüssel inkludierten. Explizit genannt wurden die EU-Regularien zum Thema Lieferketten, ganz generell der Bereich Datenschutz und der damals neue AI-Act der EU mit seinen vielen noch offenen Fragen bzw. Unsicherheiten und Auswirkungen im operativen Geschäft. Ein Segment beim AI-Act gilt auch dem Thema Daten im Kontext mit Urheber- bzw. Verwertungsrechten.
Dass sich die US-Imperialisten AWS, Google, Facebook, Amazon, Apple, Microsoft & Co. sowie eine chinesische Alibaba, Bytdance (TikTok) vergleichsweise weitaus weniger um diese Dinge scheren (müssen), sei hier aus subjektiver Sicht neuerlich angeführt – und unterstrichen. Wie benachteiligt sich deutsche Unternehmen durch diese überbordenden Regularien im internationalen Wettbewerb der Standorte fühlen, erläuterte dann Ralf Wintergast, Boss des deutschen BITKOM-Verbandes, anhand mehrerer Studien mit Fokus auf Europa, die USA und China.
Von „play to win“ über “play to control” bis zum europäischen “play to protect”
Ergänzend hatte sich der Bitkom-Verband auch die unterschiedlichen Kulturen bzw. Ansätze dieser Länder bzw. Wirtschaftsräume zum Thema Regulierung angesehen. Für die USA gilt vergleichsweise ein „technologisch-libertärer Ansatz“ und in der Umsetzung ein klares „Play To Win“. In China ist es ein „Kontroll-Orientierter Ansatz“ mit der Zielsetzung „Play To Control The Nation And The Competition – Ulitmately To Win“.
Und für Europa gelte ein „Defensiver, Rechte-Orientierter Ansatz“ mit einem „Play To Protect“ für die Umsetzung. „Globaler Einfluss wird auch über die Regulierungsstrategien für Technologien ausgeübt“, so schon damals die klare Erkenntnis des BITKOM-Verbandes. Das gesamte Podium war sich final einig, dass der Umfang all dieser Regulierungsfragen im Kontext mit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit kritisch zu hinterfragen ist. (red/czaak)
Viel probieren, wenig professionalisieren

Österreichs Unternehmen tun sich mit KI immer noch schwer. Rund 70 Prozent setzen auf neue Technologie. Viele testen, wenige können wirtschaftliche Bewertung vornehmen. Beim Einsatz Fokus auf Produktivitätssteigerung und Kostensenkung. Mehrheitlich noch keine Maßnahmen bei EU AI Act.
Künstliche Intelligenz ist in Österreichs größeren und mittleren Unternehmen angekommen, allerdings mehrheitlich noch nicht im operativen Kern. In einer Analyse von EY mit 100 Managern von mittelständischen Betrieben und Industrieunternehmen setzen zwei Drittel der befragten Unternehmen KI zumindest in Form von Pilotprojekten ein. Nur acht Prozent davon haben KI bereits unternehmensweit skaliert und erzielen messbare Effizienzsteigerungen. 21 Prozent nutzen KI produktiv in mehreren Bereichen.
IT und Vertrieb sind die wichtigsten Einsatzfelder
Umgekehrt nutzt rund ein Drittel der Unternehmen KI derzeit in keinem einzigen Unternehmensbereich und plant dies auch nicht in naher Zukunft. „KI ist in vielen Unternehmen Teil des operativen Alltags. Zwischen ersten Anwendungen und einer wirklich wirksamen, strategisch verankerten Nutzung liegt aber noch ein großes Stück Weg“, sagt Patrick Ratheiser, Head of AI bei EY Österreich. „Genau dort entscheidet sich, welche Unternehmen Effizienzgewinne realisieren, neue Geschäftsmodelle erschließen und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken können“, betont Ratheiser.
Bei den Einsatzbereichen wird KI am häufigsten in den Bereichen IT, Sicherheit und Betrieb (Anm. Prozessoptimierung) eingesetzt. Finanz- und Steuerungsprozesse, Human Resources sowie Logistik bzw. Supply Chain spielen bisher noch eine deutlich geringere Rolle. Auffällig ist zudem, dass KI in vielen Unternehmen noch punktuell eingesetzt wird. Unter jenen Unternehmen, die KI bereits nutzen oder konkret planen, kommt KI bei 43 Prozent in zwei bis drei Bereichen zum Einsatz. Elf Prozent setzen KI nur in einem Bereich ein, 27 Prozent bereits in vier oder mehr Bereichen.
Produktivitätssteigerung und Kostensenkung und Qualitätsverbesserung
Bei der Erwartungshaltung liegt der Fokus klar auf dem Thema Produktivitätssteigerung. 41 Prozent nennen diese als höchste Priorität. Dahinter folgen Kostensenkung sowie Qualitätsverbesserung von Entscheidungen. Umsatz- und Wachstumspotenziale rangieren dagegen mit drei Prozent derzeit nur am Ende der Prioritätenliste. 17 Prozent geben an, derzeit noch keine klar priorisierten Ziele für den KI-Einsatz zu haben.
„Viele Unternehmen betrachten KI derzeit noch in erster Linie als Hebel für mehr Effizienz. Das ist nachvollziehbar, greift aber zu kurz. Wer KI nur als Sparprogramm versteht, wird einen großen Teil ihres Potenzials ungenutzt lassen. Gerade in der Verbindung aus Automatisierung, besserer Entscheidungsqualität und Innovation steckt der eigentliche strategische Hebel“, ergänzt Susanne Zach, Partnerin und AI & Data Lead bei EY Österreich.
Strategie, Know-how und Governance bleiben die Engpässe
Ein Problem ist, dass vielen Unternehmen noch die organisatorische Verankerung fehlt. Nur ein Drittel der Unternehmen mit KI im Einsatz oder in Planung gibt an, dass die Führungsebene eine klare KI-Strategie definiert hat, den Einsatz aktiv unterstützt und dafür Budget sowie Ressourcen bereitstellt. Zwar sehen 41 Prozent in generativer oder agentischer KI einen klaren Mehrwert für Prozessoptimierung und Automatisierung, doch nur 35 Prozent haben Rollen und Verantwortlichkeiten für Governance, Betrieb und Risiko klar definiert.
Noch deutlicher wird der Nachholbedarf beim Know-how : Nur 22 Prozent der Unternehmen sehen bei sich hohes internes KI-Know-how oder beschäftigen KI-Spezialisten. Lediglich 27 Prozent verfügen über gezielte Schulungen oder strukturierte Programme, um Mitarbeitende für den sinnvollen Einsatz von KI zu befähigen. Und nur ein Viertel traut seinen Mitarbeitenden zu, KI-Ergebnisse korrekt zu interpretieren und bei Bedarf kritisch zu hinterfragen.
Der wirtschaftliche Nutzen wird oder kann nicht gemessen werden
Ein weiteres Defizit zeigt sich auch bei der wirtschaftlichen Bewertung : Nur in 26 Prozent der Unternehmen ist der ROI (Return of Investment) von KI-Anwendungen klar definiert. In fast jedem zweiten Unternehmen mit KI-Einsatz ist noch keine wirtschaftliche Bewertung möglich. Lediglich 20 Prozent nehmen einen nachweisbaren Beitrag von KI zum Geschäftserfolg wahr. „Ohne klare Zieldefinition und konsequentes Messen ist KI ein teures Experiment”, so Ratheiser.
Ambivalenz zeigt sich auch beim Thema Geld bzw. Investitionen in KI. Trotz der weit verbreiteten Einsatzpläne sind diese vielfach noch gering. 23 Prozent der Unternehmen haben bislang noch keine Mittel investiert. Weitere 32 Prozent bewegen sich unter der Schwelle von 50.000 Euro. Investitionen über 500.000 Euro sind mit zwei Prozent die Ausnahme. Handelsunternehmen haben zwar am häufigsten in KI investiert, besonders hohe Einzelinvestitionen finden sich primär in der Industrie. Die häufigsten Kostenpositionen sind Softwarelizenzen und Cloud-Services, Schulungen und System-Integration.
Datenqualität und Infrastruktur als Problemfelder
Ein Hemmnis für den wirkungsvollen KI-Einsatz liegt in der Datenbasis : Nur 26 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die verfügbaren Unternehmensdaten einen effektiven KI-Einsatz in zentralen Geschäftsprozessen unterstützen. Ebenfalls nur 26 Prozent vertrauen der Datenbasis, auf der KI-Ergebnisse beruhen. Deutlich positiver wird die Datenqualität an sich bewertet : 48 Prozent bestätigen, dass die für KI genutzten Daten nachvollziehbar, konsistent und kontrolliert sind – ein Wert, der die höchste Zustimmung in der gesamten Analyse erzielt.
Eine Herausforderung bleibt die bereichsübergreifende Datenverfügbarkeit : Nur 22 Prozent sehen hier keine größeren Hürden, und lediglich 26 Prozent glauben an eine reibungslose Integration von KI in bestehende Systeme. Das deutet darauf hin, dass Datenqualität allein noch nicht ausreicht. „Entscheidend ist, ob Daten im Unternehmen auch über Bereichsgrenzen hinweg verfügbar, anschlussfähig und technisch integrierbar sind“, unterstreichen die EY-Experten.
Beim Thema EU AI Act Relevanz erkannt, Umsetzung bleibt zurück
Besonders auffällig ist die geringe Umsetzungsquote beim EU AI Act : Nur 26 Prozent der Unternehmen sehen die Verordnung als relevant für ihren KI-Einsatz an, und lediglich 24 Prozent haben konkrete organisatorische oder technische Maßnahmen zur Vorbereitung eingeleitet. Die niedrigste Zustimmung mit 19 Prozent verzeichnet die Frage, ob strategische Entscheidungen bereits daten- und KI-gestützt getroffen werden.
„Wer den EU AI Act noch nicht auf der Agenda hat, riskiert nicht nur regulatorische Probleme, sondern verpasst auch die Chance, KI-Governance als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. Vertrauenswürdige KI ist kein Bürokratiethema – sie ist die Grundlage für nachhaltigen Einsatz”, betont Zach. „Österreichs Unternehmen haben den Einstieg in die KI-Nutzung geschafft, der Sprung zur strukturierten und messbar erfolgreichen Umsetzung steht aber vielerorts noch aus“, ergänzt Patrick Ratheiser, Head of AI bei EY Österreich. (red/czaak)
Die Transformation im Kern

Digitale Transformation. Die operativen Herausforderungen liegen an den Schnittstellen zwischen Technologie und Betrieb. Innovation muss ganzheitlich orchestriert werden. Ein Expertenkommentar von Christian Wenner, Head of Strategic Portfoliomanagement CANCOM Austria.
Change. Digitale Transformation scheitert selten an der Technologie, sondern an Vorstellungskraft, Schnittstellen und zeitgemäßen Betriebsstrategien. Die Herausforderungen liegen dort, wo viele Unternehmen noch immer nicht hinschauen : an den Schnittstellen. Zwischen Infrastruktur und Security, zwischen Cloud und Netzwerk, zwischen Technologie und Betrieb, zwischen Mensch und Maschine. Wer Transformation noch immer als isoliertes IT-Projekt begreift, wird an der fehlenden Skalierung im Business scheitern.
Security als integraler Bestandteil digitaler Wertschöpfung
Die Architektur der Zukunft besteht nicht aus einzelnen Systemen, sondern aus ihrem Zusammenspiel. Digitale Souveränität etwa ist keine Frage eines Produkts, sondern das Ergebnis abgestimmter Plattformen, geteilter Infrastrukturen und gemeinsamer Governance. Cloud und On-Premise, zentrale und dezentrale Daten-Strukturen müssen zusammen gedacht werden. Genau hier entstehen heute die Lösungen – nicht im Entweder-oder, sondern im integrierten Miteinander.
Besonders deutlich wird das beim Thema Security. Sicherheit ist längst keine isolierte Schutzschicht mehr, sondern integraler Bestandteil digitaler Wertschöpfung. Native Cloud Security beispielsweise adressiert neue Angriffsflächen, die erst durch datengetriebene Modelle und KI entstehen. Post-Quantum-Verschlüsselung bereitet sich bereits heute auf Bedrohungen vor, die morgen Realität werden. Gleichzeitig wächst die Zahl dynamischer Zugriffe, die nicht mehr statisch definiert, sondern in Echtzeit gesteuert werden müssen.
Ein fundamentaler Paradigmenwechsel
Auch die Erwartungen der Nutzer verändern IT-Architekturen grundlegend. Bandbreite, Verfügbarkeit und Echtzeitfähigkeit sind keine Luxusmerkmale, sondern ganz grundsätzliche Anforderungen. High-Performance-Netzwerke, intelligente Endgeräte und lokale Verarbeitung sollen Latenzen reduzieren, bevor Daten überhaupt das Netzwerk erreichen. Kollaboration, Assistenten, Bots und neue Interface-Konzepte verschieben den Fokus : Technologie muss dem Menschen dienen – nicht umgekehrt.
Die vielleicht größte Herausforderung liegt jedoch im Betrieb. Während viel über Innovation gesprochen wird, bleibt die Frage, wie integrierte Systeme gesteuert und skaliert werden, oft unbeantwortet. Klassische Automatisierung stößt an ihre Grenzen, wenn Prozesse vorab vollständig definiert, abgestimmt und programmiert werden müssen. Neue Möglichkeiten für Operations, Orchestrierung und Automatisierung werden nicht berücksichtigt. Der neue Ansatz setzt auf teilautonome ereignisgesteuerte Orchestrierung : ein Ereignis löst Agenten aus, Prozesse entstehen dynamisch zur Laufzeit, Effizienz ergibt sich aus dem Zusammenspiel wiederverwendbarer Bausteine. Das ist kein technisches Detail, sondern ein fundamentaler Paradigmenwechsel.
Digitale Souveränität ohne Kontrollverlust
Digitale Plattformen zeigen, wie dieses Prinzip funktioniert. Eine führende Applikation steuert dann komplexe End-to-End-Prozesse. Darunter regeln klar definierte Ebenen, wer wann auf welche Daten zugreifen darf. Dezentral gedacht, kombiniert mit Edge-Computing und Datenkapselung, entsteht digitale Souveränität ohne Kontrollverlust. Innovation wird skalierbar, weil sie im Kern verankert ist und nicht an der Peripherie. Genau hier liegt die eigentliche Herausforderung. Die digitale Transformation scheitert selten an Technologie, sondern an Vorstellungskraft.
Wer kein Bild davon hat, was entstehen soll, kann Organisationen nicht verändern. Dieses Defizit ist real : Drei Viertel der Menschen geben an, wenig oder keine Ahnung von digitalen Themen zu haben und parallel dazu herrscht Skepsis gegenüber ihrer Nutzung. Digitale Innovation lässt sich nicht delegieren, sie muss orchestriert werden. Mit Wissen, mit Mut und mit dem Verständnis, dass reale Transformation dort beginnt, wo Technologien und Menschen miteinander agieren. Wer die Zukunft imaginieren kann, hat zumindest die Chance, sie zu gestalten.
Neue Partnerschaften der US-Tech-Riesen

Amazon Web Services vertieft Partnerschaft mit Meta und OpenAI. Fokus auf Weiterentwicklung von Agentic KI mittels neuer Prozessoren und Cloud-Services. AWS selbst erweitert Amazon Connect zu KI-Paketbündel und Amazon Quick für selbständigen KI-Agent.
Meta, US-Mutterkonzern von Facebook und Amazon Web Services (AWS), Tochter von Amazon (US), haben soeben einen Vertrag über den großflächigen Einsatz von AWS Graviton Prozessoren unterzeichnet. Die neue Vereinbarung stellt eine bedeutende Ausweitung der langjährigen Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen dar und adressiert die Entwicklung der nächsten Generation von Agentic KI im Meta-Konzern.
Wandel von KI-Infrastrukturen
Operativ beinhaltet die neue Partnerschaft die Bereitstellung von mehreren zehn Millionen Graviton-Kernen, wobei eine Erweiterung möglich ist. Meta gehört Angaben zufolge nunmehr zu den größten Graviton-Kunden weltweit. Grundsätzlich basiert die neue Vereinbarung auf der langjährigen Partnerschaft von Meta mit AWS sowie dem umfangreichen Einsatz von Amazon Bedrock zur Unterstützung neuer KI-Generationen.
Die Bereitstellung beginnt mit mehreren zehn Millionen Graviton-Kernen und bietet die Flexibilität, mit dem Ausbau der KI-Fähigkeiten von Meta zu wachsen. Das Abkommen spiegelt einen Wandel in der Art und Weise wider, wie sich die KI-Infrastruktur zusammensetzt : Während GPUs (Anm. Prozessoren) für das Training großer Modelle nach wie vor unverzichtbar sind, führt der Aufstieg der agentenbasierten KI zu einer enormen Nachfrage nach CPU-intensiven Workloads.
Komplexe und mehrstufige Agenten-Workflows
Das inkludiert etwa logische Folgerungen in Echtzeit, Code-Generierungen, Suchfunktionen oder die Koordinierung mehrstufiger Aufgaben. Graviton5 wurde speziell für diese Arbeitslasten entwickelt und soll Meta die nötige Rechenleistung bieten, um sie effizient und in großem Maßstab zu bewältigen.
Die Chips werden bei Meta für verschiedene Aufgabenbereiche eingesetzt, unter anderem eben zu Unterstützung und Weiterentwicklung der KI-Aktivitäten des Unternehmens. „Diese Aufgabe erfordert eine Infrastruktur, die Milliarden von Interaktionen bewältigen und gleichzeitig komplexe, mehrstufige Agenten-Workflows koordinieren kann – genau die Art von rechenintensiven Aufgaben, für die Graviton entwickelt wurde“, so AWS in einer Aussendung.
AWS und OpenAI vereinbaren mehrstufige Partnerschaft
Ebenso erweitern wird AWS die bestehende Partnerschaft mit OpenAI. OpenAIs KI-Modelle werden künftig direkt in Amazon Bedrock integriert, der Cloud-Plattform von AWS. Die Partnerschaft umfasst drei neue Angebote, die derzeit in einer limitierten Vorschau verfügbar sind. Als erstes werden OpenAI-Modelle auf Amazon Bedrock laufen :Unternehmen greifen auf OpenAIs neueste Modelle über dieselben Bedrock-APIs zu, die sie bereits kennen – gemeinsam mit Modellen von Anthropic, Meta, Mistral und anderen.
Sicherheit, Governance und Kostenkontrolle sollen dabei über ein einheitliches Framework laufen. Auch auf Amazon Bedrock wird Codex laufen :OpenAIs Coding-Agent mit Angaben zufolge über vier Millionen wöchentlichen Nutzern steht nun in AWS Umgebungen zur Verfügung. Softwareteams können damit Entwicklungsabläufe mit bestehenden AWS Zugangsdaten und Infrastruktur automatisieren.
Produktionsreife KI-Agenten auf Basis von OpenAI
Und dann wird es Amazon Bedrock Managed Agents powered by OpenAI geben und das bedeutet einen vereinfachten Weg, produktionsreife KI-Agenten auf Basis von OpenAI in großem Maßstab bereitzustellen – mit integriertem Identitätsmanagement, Nachvollziehbarkeit, persistentem Speicher und der globalen AWS-Infrastruktur.
Bezüglich der eigenen Aktivitäten präsentiert AWS eine neue Version von Amazon Quick, ein KI-Assistent, der sich an den eigenen Arbeitsstil anpasst, proaktiv unterstützt und mit der Zeit dazulernt. Mit einer neuen Desktop-App, der Möglichkeit eigene Mini-Apps zu erstellen sowie Anbindungen an Google Workspace, Microsoft 365, Zoom und Salesforce soll Quick dort ansetzen, wo die Arbeit wirklich stattfindet. „Nutzende benötigen keinen AWS-Zugang und können sich mit einer E‑Mail-Adresse anmelden“, so AWS.
Assistent baut Wissenspool auf
Operativ zeigen sich die neuen Funktionalitäten von Amazon Quick, dass dann ein Arbeitskontext erkannt wird und Prioritäten gesetzt werden, etwa unbeantwortete E‑Mails, offene Deals in Salesforce, Dokumente, die Aufmerksamkeit brauchen, oder ausstehende Freigaben, auf die Kollegen warten.Der Assistent kann dann selbständig E‑Mails verfassen, Dokumente bearbeiten, Slack-Nachrichten beantworten oder Jira-Tickets aktualisieren. Ist der Entwurf dann geprüft, übernimmt Quick den Rest und lernt mit jeder Nutzung dazu — aus E‑Mails, Kalender, lokalen Dateien und Apps baut der Assistent einen persönlichen Wissenspool auf. Bekannte Unternehmen, die Quick schon einsetzen sind BMW, 3M, Mondelēz oder Southwest Airlines.
Selbständige Verbesserung
Eine weitere Neuerung bzw. Erweiterung von Amazon betrifft den Dienst Connect, der „eine Familie aus vier agentischen KI-Lösungen wird“. Das Besondere ist, dass KI wie eine Art Teammitglied funktionieren soll und nicht wie ein Werkzeug. Die KI-Agenten lernen den Unternehmenskontext, passen sich an bestehende Arbeitsabläufe an und sollen sich mit der Zeit selbst verbessern.
Die neuen Agenten lassen sich nahtlos in bestehende Arbeitsabläufe integrieren. Das Portfolio umfasst Amazon Connect Decisions (Anm. Lieferketten), Connect Talent (Personalgewinnung), Connect Customer (Kundenerlebnis) und Connect Health (Healthcare). “Jede Lösung basiert auf jahrzehntelanger Erfahrung von Amazon im Management komplexer Prozesse in großem Maßstab“, betont AWS in einer Aussendung. Das bisherige Amazon Connect, genutzt von Unternehmen wie etwa State Farm und Air Canada heißt künftig Amazon Connect Customer. (red/czaak)Österreichische Pioniere beim KI-Einsatz

Agentic (KI) Enterprise als Fokus bei Veranstaltung Wien Summit von Salesforce. Der führende IT-Dienstleister für cloudbasierte CRM-Anwendungen und KI hat nun erstmals Österreichische Unternehmen für den herausragenden Einsatz von KI-Agenten ausgezeichnet.
In jeder Branche gibt es Menschen, die mit ihrem einzigartigen Taten- und Wissensdrang die Zukunft prägen und das gilt auch im Bereich von Technologie. Diese Vordenker nutzen nicht einfach nur die neueste Technologie, sie leisten Pionierarbeit für angewandte Innovation. Salesforce nennt diese Menschen im KI-Zeitalter „Agentblazer“. „Sie alle verfolgen ein gemeinsames Ziel : das volle Potenzial von KI-Agenten zu erschließen“, präzisiert Manuela Mohr-Zydek, Chefin von Salesforce Österreich.
Letzte Woche fand in Wien die Salesforce-Veranstaltung „Wien Summit“ statt (economy berichtete), wo erstmals Österreichische Unternehmen für einen besonderen Einsatz von KI-Agenten prämiert wurden. Die entsprechend gewürdigten österreichischen KI-Pioniere sind für Salesforce die Unternehmen EGGER Group, AVL List und Rewe für den jö Bonus Club. „Das sind Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, die eines verbindet : der innovative Einsatz von KI-Agenten im Geschäftsalltag“, so Manuela Mohr-Zydek.
Neue betrieblicher Wertschöpfung im Zusammenspiel von Mensch und Maschine
„Das Zusammenspiel von Mensch und Maschine erschließt in den ausgezeichneten Projekten neue Potenziale : Intelligente Systeme übernehmen zunehmend Routineaufgaben, während Mitarbeiter:innen Freiräume für kreative, strategische und zwischenmenschliche Tätigkeiten gewinnen. Gleichzeitig sorgen die Lösungen für mehr Effizienz in internen Abläufen und entlasten Kund:innen im Alltag spürbar – etwa durch schnellere Prozesse, präzisere Ergebnisse und eine höhere Servicequalität“, so die zusammengefassten Begründungen für die Salesforce-Prämierungen.
Die prämierten Projekte verbinden aber insbesondere technologische Innovation mit konkretem Nutzen im Geschäftsalltag und das erfüllt dann die finale Zielsetzung von neuer betrieblicher Wertschöpfung. „Die Entwicklung hin zu einem Agentic Enterprise nimmt auch hierzulande spürbar Fahrt auf, und wir blicken mit großem Interesse auf die nächsten Schritte. Wir gratulieren allen Preisträger:innen ganz herzlich zu diesem Erfolg – ihr zeigt neue Wege auf und inspiriert damit weit über eure eigenen Projekte hinaus“, unterstreicht auch Manuela Mohr-Zydek von Salesforce Österreich.
Die Preisträger mit AVL List
Ein Preisträger ist AVL List, wo agentenbasierte KI ein integraler Bestandteil der Plattformstrategie ist. Innovation und Geschwindigkeit sind in der Automobilbranche schon immer entscheidend gewesen. Um dem Wettbewerb auch im Zeitalter der Digitalisierung stets eine Reifenlänge voraus zu sein, setzt das Mobilitäts-Technologieunternehmen AVL schon seit 2008 auf verschiedene Cloud-Lösungen von Salesforce. Mittlerweile ist AVL List auch ein Agentic Enterprise und nutzt die Agentforce KI als strategischen Hebel.
Im Fokus steht Prozesseffizienz, Mitarbeiter zu entlasten und das Kundenerlebnis nachhaltig zu verbessern. Entscheidend war dabei von Anfang an die Zusammenführung der Daten aus verschiedenen Systemen über Data 360 und Agentforce nicht als isolierte Technologie zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil der bestehenden Salesforce Plattform. Dabei gelten klare Leitlinien : jeder neue KI-Agent muss auf einem konkreten Use Case basieren, in bestehende Salesforce Prozesse integriert sein und einen nachweisbaren unternehmerischen Mehrwert liefern.
Weitere Prämierung für die EGGER Group
Das Familienunternehmen mit Sitz in Tirol läutet als erstes Unternehmen in Österreich mit Agentforce eine neue Ära der Kundenorientierung ein. Die technologische Grundlage dafür bilden ein CRM-System, das mitdenkt und der Einsatz autonomer KI-Agenten. Statt eines klassischen Rollouts setzt der international führende Holzwerkstoffhersteller auf ein sogenanntes exploratives Vorgehen.
Das inkludiert Daten harmonisieren, Schnittstellen klären, systematisch lernen. So soll Schritt für Schritt ein tragfähiges Fundament für Zusammenarbeit und Kundenorientierung entstehen. Mit der Agentforce Plattform und der Data Cloud als zentrale Datenbasis beantworten KI-Agenten bereits heute in einem ersten Markt Fragen zu Produkten und wickeln Musterbestellungen vollautomatisch ab.
jö Bonus Club als Vorreiter für datengetriebenen Kundenservice in Österreich
Bei insgesamt rund neun Millionen Einwohner zählt der jö Bonus Club mit über 4,7 Millionen Mitgliedern zu den erfolgreichsten Loyalty-Programmen weltweit. Rund 40 Prozent aller Anrufe im Kundenservice entfallen hier dann auf wiederkehrende Anliegen wie „Passwort vergessen“ oder „Karte verloren“. Das verursacht nicht nur hohe Kosten, sondern ist auch für das Kundenserviceteam wenig anspruchsvoll und erfüllend.
Als einer der ersten Anwender für das sogenannte „agentforce1000-Piloten“ in Österreich nimmt der jö Bonus Club hier eine Vorreiterrolle ein und setzt gezielt auf den Einsatz von KI, um das Kundenerlebnis nachhaltig zu verbessern. Durch das Zusammenspiel von Servicemitarbeiter und KI erhalten Kunden jetzt schnelle und zielgerichtete Hilfe. „Und das genau dann, wenn sie sie brauchen“, so Manuela Mohr-Zydek, Chefin von Salesforce Österreich.
Professionelle KI für professionelle Security

TrendAI, die Enterprise-Cybersecurity-Unit von Trend Micro und KI-Anbieter Anthropic verlautbaren strategische Zusammenarbeit. KI-Modelle von Anthropics „Claude“ werden in Cybersicherheits-Plattform von TrendAI integriert.
TrendAI™, der Enterprise-Geschäftsbereich von Trend Micro will die Transformation zum führenden Anbieter im Bereich KI-Sicherheit beschleunigen und startet Partnerschaft mit dem KI-Dienst Claude des Anbieters Anthropic. Im Fokus stehen agentenbasierte Workflows, um Automatisierung sowie KI-native Sicherheitsoperationen zu ermöglichen.
Beide Unternehmen wollen dabei auch die gezielte Bedrohungsforschung zur Identifizierung von Schwachstellen in KI-Systemen und ‑Infrastrukturen vorantreiben. TrendAI wird Claude nutzen, um etwa die Erkennung von Sicherheitslücken zu beschleunigen und gleichzeitig für koordinierte Maßnahmen zur Risikominderung in der Praxis sorgen.
Von Schwachstellenerkennung über automatisierte Abwehrmaßnahmen bis KI-native Sicherheitsoperationen
Operativ erstreckt sich der Einsatz von Claude bei TrendAI auf Bedrohungsforschung, reale Risikominimierung, Plattforminnovation sowie die globale Go-to-Market-Strategie. Dies umfasst den gesamten KI-Sicherheitslebenszyklus – von der Schwachstellenerkennung über automatisierte Abwehrmaßnahmen bis hin zu KI-nativen Sicherheitsoperationen.
„Durch den Einsatz von Claude für TrendAI Vision One sowie Initiativen wie die TrendAI Zero Day Initiative (ZDI) und Pwn2Own treibt TrendAI die nächste Generation der Schwachstellenerkennung und ‑meldung voran“, erklärt Ash Alhashim, Head of Cybersecurity GTM bei Anthropic. „Damit wird den Verteidigern ein entscheidender Vorteil verschafft”, so Alhashim von Anthropic.
Ausbau der KI-Bedrohungsforschung und Innovation mit agentenbasierten Workflows und Automatisierung
Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit umfassen einmal einen Ausbau der KI-Bedrohungsforschung : TrendAI skaliert seine Bedrohungsforschung, um der wachsenden Angriffsfläche im KI-Bereich gerecht zu werden – aufbauend auf bewährten Programmen wie Pwn2Own Berlin im Rahmen der TrendAI ZDI. Dieser Ansatz lässt in der Praxis entdeckte Sicherheitslücken in KI-Systeme einfließen und hilft dabei, kritische Schwachstellen zu erkennen und zu beheben, bevor sie in Produktionsumgebungen gelangen.
Weiters geht es um die Förderung KI-nativer Innovation : Die Claude-Modelle von Anthropic sollen die Plattforminnovation von TrendAI unterstützen und agentenbasierte Workflows, Automatisierung sowie KI-native Security Operations verbessern. Dadurch können Unternehmen Alarmmeldungen reduzieren, schneller reagieren und ihre Sicherheitsmaßnahmen parallel zur KI-Nutzung skalieren.
Gemeinsames Engagement für die Gestaltung der Zukunft der KI-Sicherheit
„Wir haben TrendAI ins Leben gerufen, um den Bereich der KI-Sicherheit zu definieren. In der nächsten Phase geht es darum, diese Vision gemeinsam mit führenden Partnern wie Anthropic global zu skalieren“, sagt Rachel Jin, Chief Platform and Business Officer of TrendAI. „Unsere umfassende, strategische Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Abwehr und Innovation wird die Zukunft der KI-Sicherheit maßgeblich gestalten“, unterstreicht Jin.
Die Ankündigung erfolgt im Vorfeld des Spark Leadership Exchange von TrendAI, zu dem im Mai in Phoenix, Arizona (USA) über 600 Cybersicherheitsverantwortliche erwartet werden. Anthropic wird gemeinsam mit TrendAI und weiteren Branchenführern auf der Bühne vertreten sein und damit das gemeinsame Engagement für die Gestaltung der Zukunft der KI-Sicherheit sowie den direkten Austausch mit globalen Enterprise-Führungskräften bekräftigen, so Trend Micro und TrendAI in einer Aussendung. (red/laucz)
Geschäftsorientiert und nicht nur reaktiv

Intelligent automatisierte Netzwerke entlasten die hauseigene IT und bringen mehr Sicherheit. Modernes Intent-Based Networking (IBN) ermöglicht nun auch die direkte Umsetzung von Geschäftszielen. CANCOM Austria zeigt vielfältige Einsatzmöglichkeiten in mehreren betrieblichen Projekten.
(Christian Czaak) Vom ersten aktenkoffergroßen Mobiltelefon (Anm. Ende der 1980er Jahre war das) bis zu speziellen Verbindungsnetzen und Netzwerke im Bereich Maut sowie GSM‑R und spezielle IP-Voice-Lösungen für europäische (Anm. u.a. SNCV in Frankreich) wie amerikanische (Anm. Nord- und Mittelamerika) Bahnlinien und Verkehrsbetreiber. Von Netzwerken für EPUs und andere Kleinunternehmen bis zu 5.000 remotefähigen VPN-Zugängen mit medienübergreifenden Collaboration-Anwendungen innert drei Tagen für kritische Infrastrukturbetreiber während der Corona-Pandemie (2020 bis 2022).
Weltweite Technologieführerschaft von Kapsch über Kapsch BusinessCom zu CANCOM Austria
Von sogenannten LoRaWAN™-Netzwerken mit SENS-Diensten (Anm. Sensor-Network-Services) für spezielle IoT-Anwendungen auch hinter betondicken Wänden etwa für Bahnbetreiber und weitere Systemerhalter bis zu hochsicheren und hochverfügbaren 5G-Campusnetzwerken für Krankenhausbetreiber, wie 2025 für die Burgenland-Kliniken : Kapsch (gegr. 1892) bzw. dann Kapsch BusinessCom (gegr. 2002) und seit 2023 nun das Nachfolgeunternehmen CANCOM Austria gilt als einer der weltweit führenden Entwickler und Dienstleister für Netzwerke mit allen damit verbundenen IT-Infrastrukturen und ‑Diensten.
Die Digitalisierung von betrieblichen Prozessen schreitet weiter voran und in diesem Umfeld ist ein leistungsstarkes Netzwerk die Basis für die Verschränkung von Hardware, Software, IT-Services und allen damit verbundenen Sicherheitsdiensten. In diesen zunehmend digitalen Geschäftsumfeldern ist das Netzwerk mittlerweile aber weit mehr als nur Infrastruktur : es ist ein entscheidender Faktor für Effizienz, Sicherheit und Innovation. Beispielsweise sind Anwendungen zunehmend cloudbasiert, Arbeitsplätze ortsunabhängig und hybrid und auch die Anzahl vernetzter (mobiler) Geräte wächst stetig. Neue Anwendungen benötigen entsprechend mehr Bandbreite und die ebenso steigenden Sicherheitsbedrohungen erfordern sichere Netzwerke mit den dazugehörigen Infrastrukturen, Applikationen und Diensten.
Traditionelle Netzwerke stoßen zunehmend an ihre Grenzen
„Dies treibt neue Funktionen und Architekturansätze voran mit Bestandteilen wie Mikrosegmentierung, rollenbasierte Zugriffskontrollen, Automatisierung und Fehlerbehebungsfunktionen, leistungsstarke Rechenzentrumsnetzwerke, Multi-Architekturen und vieles mehr“, erklärt Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria gegenüber economy. „Diese Technologien sind unerlässlich, um den Fortschritt von Unternehmen durch digitale Dienste zu sichern und gleichzeitig zu verhindern, dass Geschäftsabläufe durch Cyberangriffe lahmgelegt werden“, so Gerbafczits.
Für IT- und Netzwerkteams bedeutet dies, dass traditionelle Netzwerke und insbesondere Netzwerkmanagement-Ansätze an ihre Grenzen stoßen – technisch, organisatorisch und ressourcentechnisch. Hier kommen dann selbststeuernde Netzwerke ins Spiel, die diesen Herausforderungen auch durch künstliche Intelligenz und Automatisierung begegnen. „Das Netzwerk analysiert sich kontinuierlich selbst, erkennt Probleme frühzeitig und behebt sie automatisch – mit oder ohne menschliches Eingreifen“, erläutert Gerbafczits von CANCOM Austria.
Arbeitsbelastung für IT-Teams deutlich reduziert
Das Ergebnis ist ein intelligentes, selbstoptimierendes Netzwerk, das sich dynamisch an veränderte Anforderungen anpasst, Bandbreite intelligent zuweist, Prioritäten automatisch setzt, Überlastungen minimiert und damit parallel auch die Arbeitsbelastung für IT-Teams deutlich reduziert. Routineaufgaben wie Konfiguration, Überwachung und Fehlerbehebung werden automatisiert, IT-Teams können sich auf strategische Initiativen und Innovationen anstatt auf das Tagesgeschäft konzentrieren.
Ein zentraler Punkt ist dann noch das Thema Sicherheit. Moderne Netzwerke sind ständig Cyberbedrohungen ausgesetzt. Dies liegt nicht nur an ihrer verteilten Architektur, sondern auch an den zahlreichen Diensten, die sie bereitstellen. Angreifer nutzen zudem immer öfter KI, um immer ausgefeiltere Bedrohungen zu entwickeln.
Das Thema Sicherheit und die nahtlose Skalierung selbststeuernder Netzwerke
„Umgekehrt verwenden natürlich auch selbststeuernde Netzwerke KI, um ungewöhnliches Verhalten zu erkennen und in Echtzeit auf Bedrohungen zu reagieren. In Kombination mit Zero-Trust-Prinzipien, wo jede/r Benutzer:in und jedes Gerät kontinuierlich überprüft wird und kontinuierlicher Überwachung verbessert dies die Gesamtsicherheit deutlich“, ergänzt CANCOM-Experte Gerbafczits.
Selbststeuernde Netzwerke skalieren nahtlos, ob neue Standorte, mehr Geräte oder erhöhtes Datenaufkommen. Neue Komponenten werden automatisch in die bestehende Umgebung integriert und optimiert. Dies ist besonders wichtig, um die Produktivität auf Basis der verfügbaren Ressourcen zu maximieren, da Netzwerke ständig wachsen und Automatisierung daher ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.
Videokonferenzen von Führungskräften mit hoher Priorität
Moderne Netzwerke können dann auch direkt mit neuer unternehmerischer Wertschöpfung verbunden werden, das sogenannte Intent-Based Networking (IBN), wo Geschäftsziele in Netzwerkaktionen umgesetzt werden. „IBN ermöglicht Unternehmen Geschäftsziele zu definieren und diese automatisiert in Netzwerkkonfigurationen und ‑richtlinien zu übersetzten“, skizziert Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria.
Der IT-Dienstleister hat kürzlich mehrere derartige Projekte für Unternehmen umgesetzt. In einem Fall wünschte sich der Betrieb, dass Videokonferenzen von Führungskräften mit hoher Priorität behandelt werden. „Hier reserviert das Netzwerk dynamisch Bandbreite, priorisiert die Datenströme und überwacht die Dienstqualität in Echtzeit“, so Gerbafczits von CANCOM Austria.
DSGVO für regionale Niederlassung und neue Cloud-Anwendung
Ein anderes Beispiel betrifft einen internationalen Betrieb, wo eine regionale Niederlassung die DSGVO einhalten und sensible Daten isolieren musste. „Hier wendet das Netzwerk automatisch Segmentierung, Verschlüsselung und kontinuierliche Überwachung an, ohne dass manuelle Regeln erstellt werden müssen“. Bei einem anderen Unternehmen sollte eine neue Cloud-Anwendung bereitgestellt werden und das Netzwerk stellte automatisch die notwendige Konnektivität und Sicherheitsrichtlinien in allen Umgebungen (Anm. LAN, WLAN oder WAN) bereit, alles abgestimmt auf die definierten Absichten und Funktionalitäten.
Durch die Integration von IBN richtet das Netzwerk das operative Verhalten an den strategischen Geschäftszielen aus, reduziert menschliche Fehler und sichert die Zielerreichung. „Der zentrale Aspekt ist, dass Geschäftsanwendungen mit maximaler Leistung und Verfügbarkeit bereitgestellt werden und zudem auch ein optimales Nutzererlebnis gewährleistet wird. Dadurch wird IT wirklich geschäftsorientiert und nicht nur reaktiv“, unterstreicht Thomas Gerbafczits, Senior Director Network Solutions bei CANCOM Austria. (red/czaak)
Das Jahr des intelligenten Unternehmens

Die Transformation zu einer intelligenten Betriebssteuerung via Agentic Enterprise ist das zentrale Thema beim kommenden Wien Summit von Salesforce. Manuela Mohr-Zydek, Country Managerin Salesforce Austria, erläutert im Expertenkommentar die nächsten Entwicklungsschritte der unternehmerischen Digitalisierung.
2026 wird das Jahr des Agentic Enterprise ! Unternehmen gehen den nächsten Entwicklungsschritt in der Digitalisierung und setzen KI-Agenten gewinnbringend ein. Im Fokus steht dabei die sogenannte “letzte Meile” mit der Verknüpfung von Large Language Modellen (LLM) und der erfolgreichen Anwendung von KI.
Koordinierter Einsatz autonomer KI-Systeme mit einheitlicher Datenbasis
2025 war noch das Jahr der KI-Agenten, jetzt verlagert sich die Diskussion um agentenbasierte KI von „Kann sie funktionieren?“ zu „Wie schnell kann sie den Wandel vorantreiben?“. Die entscheidende Herausforderung für IT-Verantwortliche wird also sein, isolierte Experimente hinter sich zu lassen und den koordinierten Einsatz autonomer KI-Systeme mit einer einheitlichen Datenbasis voranzutreiben – und so zum Agentic Enterprise zu transformieren.
Transformation heißt dabei : Unternehmen müssen gewachsene Strukturen aufbrechen und sich konsequent an Kundenergebnissen statt an einzelnen funktionalen Silos orientieren. Damit gewinnen Betriebe nicht nur an Effizienz, sondern sie gestalten ihre Wertschöpfungsketten und ihr Geschäftsmodell grundlegend neu : wie Arbeit ausgeführt wird, wie Kund:innen eingebunden werden und wie sie als Unternehmen im Wettbewerb bestehen können.
Salesforce Trailhead und neues AI Fluency Playbook
Ein zweiter essenzieller Punkt wird die Schulung von Mitarbeiter:innen sein : egal ob Berufseinsteiger:innen oder Führungskräfte, sie müssen wissen, wie sie der KI effektiv Anweisungen geben, Ungenauigkeiten erkennen, Ergebnisse optimieren und bei Bedarf eingreifen können. Und Mitarbeiter:innen müssen vor allem Vertrauen haben — in die Daten und in die Agenten, die sie verarbeiten. Hier kommen dann auch bewährte Online-Lernplattformen wie Trailhead ins Spiel, wo Nutzer:innen durch interaktive Module und Praxisübungen kostenlos KI-Kompetenzen erwerben können. Erwähnt sei hier auch unser neues AI Fluency Playbook.Zusammengefasst geht es um einen praktischen Leitfaden für Unternehmen, mit dem die Belegschaft auf eine konsistente sowie eigenständig selbstbewusste wie effektive Zusammenarbeit mit KI-Agenten im Agentic Enterprise vorbereitet werden kann. Beim Salesforce Wien Summit am 16. April zeigen dann auch führende österreichische Unternehmen wie Kastner & Öhler, Julius Meinl, Uni Wien oder Mondelez, wie sie Salesforce und KI bereits erfolgreich einsetzen — und welche Potentiale sich dabei eröffnen.
„Entscheidend ist Kombination aus Leistungsfähigkeit und Souveränität“

Interview. Peter Lenz, Managing Director von T‑Systems Austria, im Gespräch zum Thema IT als strategische Führungsfrage, die Skepsis von Unternehmen gegenüber globalen Cloud-Anbietern und weshalb die T Cloud Public und die Industrial AI Cloud in München einen entscheidenden Beitrag zur digitalen Souveränität Europas leisten.
Digitale Transformation stand lange für Effizienz, Geschwindigkeit und Kosten. Aktuell geht es vor allem auch um Souveränität, Kontrolle und Resilienz. Unternehmen müssen entscheiden, wo ihre Daten liegen, wer darauf zugreifen kann und wie abhängig sie von globalen Plattformen sein wollen. Gleichzeitig wächst der Druck, neue Technologien wie KI schnell und produktiv einzusetzen.
Economy : Was ist die stärkste Veränderung beim Thema digitale Transformation ?
Peter Lenz : Unternehmen wollen schneller werden und primär auch unabhängiger. Relevant ist : Habe ich die Kontrolle über meine Daten ? Parallel steigt der Innovationsdruck, etwa durch KI. Diese Kombination macht IT strategischer denn je. Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel in der Cloud.
Welches sind für Unternehmen die größten Treiber beim Umstieg auf europäische Cloud Lösungen ?
Viele verfolgen Multi-Cloud-Strategien, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Unternehmen geben ihre Daten wieder bevorzugt in eine Cloud, die in Europa gehostet wird. Sie wollen die Innovationskraft der Cloud nutzen, ohne Kontrolle abgeben zu müssen. Genau da setzen wir mit unserer T Cloud Public an.
Was unterscheidet die T Cloud Public von US-Hyperscalern ?
Die T Cloud Public ist eine vollständig im europäischen Rechtsraum betriebene Public-Cloud-Plattform, speziell für Unternehmen und öffentliche Organisationen mit höchsten Anforderungen an Datensicherheit, Compliance und Skalierbarkeit. Entscheidend ist die Kombination aus Leistungsfähigkeit und Souveränität.
Wie schaut es mit Performance und Wirtschaftlichkeit aus ?
Wir bieten rund 80 Prozent der Kernfunktionalitäten von Hyperscalern, die restlichen zwanzig Prozent folgen kontinuierlich. Laut der Information Services Group (ISG) übertrifft die Plattform nicht nur europäische Alternativen, sondern ist schon wettbewerbsfähiger als manche Angebote der BigTech. Ende 2026 können wir alles, was Hyperscaler-Clouds können.
Ein zentraler Baustein ist auch die neue Industrial AI Cloud…
Ja, unsere Antwort auf den enorm steigenden Bedarf an KI-Rechenleistung. Wir haben in Europa eine der leistungsfähigsten KI-Infrastrukturen aufgebaut – speziell für industrielle Anwendungen. Das Spektrum reicht von Simulationen über digitale Zwillinge bis zu eigenen Sprachmodellen. Dass die Industrial AI Cloud nahe in München entsteht, kommt auch unseren österreichischen Kunden zugute.
Warum ist die Industrial AI Cloud so wichtig für Europas KI-Infrastruktur ?
Es ist eine der größten KI-Fabriken Europas. Rund 10.000 Hochleistungs-GPUs (Anm. Prozessoren) bieten eine enorme Rechenleistung auf dem Niveau von Hyperscalern. 450 Millionen EU-Bürger:innen könnten gleichzeitig KI-Assistenten nutzen ! Dies ermöglicht das Training großer Modelle in Europa und Skalierbarkeit für industrielle Workloads.
Weshalb spielt dabei Souveränität eine so prioritäre Rolle ?
Unabhängigkeit bedeutet Kontrolle – über Daten, Infrastruktur und Betriebsstandards. Die aktuelle politischen Lage unterstreicht das : Unternehmen und öffentliche Einrichtungen müssen sich verlassen können, dass ihre Daten und KI-Systeme unter klar definierten europäischen Rahmenbedingungen betrieben werden. Souveräne KI wird so zum Wettbewerbsvorteil, weil sie Sicherheit, Verlässlichkeit und technische Unabhängigkeit verbindet, gezielt für europäische Unternehmen und die öffentliche Verwaltung.
Economy : Welche Chancen eröffnet die KI-Fabrik für Europa im globalen KI-Wettbewerb ?
Peter Lenz : Als Deutsche Telekom/T‑Systems reden wir nicht nur über KI-Souveränität – wir bauen die Infrastruktur dafür. Die Industrial AI Cloud zeigt, dass Europa leistungsstarke KI-Ökosysteme schaffen kann, ausgerichtet auf Sicherheit und Compliance. Gemeinsam mit unseren Kunden geht es jetzt darum, KI in die breite industrielle Anwendung zu bringen. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen. (red/czaak)