Milliardengrab Elektroautos

Gewinn der größten Autokonzerne sinkt 2025 um fast 60 Prozent. Nur ein von 19 Unternehmen mit Gewinnwachstum. Durchschnittsmarge halbiert sich auf unter drei Prozent. Zusätzliche Belastungen von fast 60 Milliarden Euro durch Strategiefehler.
Was als Zukunftswette begann, wird für viele Autokonzerne zunehmend zur milliardenschweren Belastung. Führende Hersteller korrigieren derzeit reihenweise ihre Elektrostrategien, mit erheblichen Folgen für ihre Bilanzen. Abschreibungen auf Batteriefabriken, Entwicklungsprojekte und Modellreihen summieren sich bei Herstellern in Europa und den USA inzwischen auf fast 60 Milliarden Euro.
Als Folge bricht im vergangenen Jahr der Gesamtgewinn der 19 führenden Autokonzerne weltweit um 59 Prozent ein – von 143 auf 59 Milliarden Euro. Nur das Unternehmen Geely schafft mit plus zwölf Prozent als einziger Autobetrieb ein Gewinnwachstum, vier Unternehmen rutschten sogar in die roten Zahlen. Und für das heurige Jahr zeichnen sich schon weitere Belastungen ab.
Chinesen BYD, Geely und Great Wall Motors steigern Umsatz und Absatz deutlich
Stabil entwickelte sich einzig der Umsatz der Unternehmen mit einem durchschnittlichen Plus von 0,6 Prozent. Die deutschen Autokonzerne schnitten mit einem Umsatzrückgang von 4,1 Prozent allerdings schlechter ab als die meisten Wettbewerber. Auch beim Neuwagenabsatz verzeichneten die deutschen Konzerne mit einem Rückgang von zwei Prozent eine schwächere Entwicklung als die Mehrheit der anderen Hersteller. Dies war primär einem überdurchschnittlich starken Absatzrückgang in China geschuldet.
Die drei chinesischen Unternehmen im Ranking – BYD, Geely und Great Wall Motors – konnten ihren Umsatz und Absatz mit Wachstumsraten von 9,3 beziehungsweise 16 Prozent deutlich steigern. Allerdings mussten auch die chinesischen Hersteller Einbußen bei der Profitabilität hinnehmen : ihr Gesamtgewinn sank um knapp 13 Prozent.
Bei Profitabilität Suzuki und Toyota vor Kia und BMW
Im Ranking der profitabelsten Autokonzerne der Welt lagen im vergangenen Jahr mit Suzuki und Toyota zwei japanische Unternehmen mit Margen von zehn bzw. neun Prozent vorn. Es folgen Kia (8) und BMW (7,6 Prozent). Die Durchschnittsmarge der analysierten Unternehmen schrumpfte von sieben auf drei Prozent und erreichte damit einen neuen Tiefstand. Selbst im Pandemie-Jahr 2020 lag sie mit knapp vier Prozent höher.
Das sind Ergebnisse einer Analyse der Finanzkennzahlen der 19 größten Autokonzerne der Welt, die die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY quartalsweise erstellt. „Die Autobranche befindet sich derzeit in einer äußerst angespannten Lage, vereinzelt mit existenziellen Risiken. In den vergangenen Jahren wurden Investitionsentscheidungen vielfach auf optimistische Annahmen zu Marktwachstum und Elektromobilität gestützt“, erklärt Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich.
Umfangreiche Abschreibungen auf Batteriebeteiligungen, Produktionsprojekte und Modellreihen
„Tatsächlich bleibt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen – insbesondere in EU und USA – aber deutlich hinter den Erwartungen. In Folge passen viele Unternehmen ihre Strategien an, was zu umfangreichen Abschreibungen auf Batteriebeteiligungen, Produktionsprojekte und Modellreihen führt. Das Ergebnis ist ein massiver Rückgang der Gewinne“, so Preiss.
Fast 60 Milliarden Euro haben die analysierten Konzerne aktuell (Anm. 2025 und laufend) an Abschreibungen und Wertberichtigungen verkündet. Ford (US) rechnet aufgrund stark reduzierter Elektroauto-Pläne mit einer Belastung von 19,5 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro), bei General Motors liegt die Belastung bei knapp acht Milliarden US-Dollar (7 Milliarden Euro).
Notwendige Anpassung unrealistischer Annahmen
Stellantis bezifferte den Abschreibungsbedarf mit 22 Milliarden Euro, wobei rund 15 Milliarden Euro auf die Wende weg von Elektroautos im US-Markt entfallen. Zuletzt kündigte auch Honda eine Abschreibung von etwa 14,5 Milliarden Euro an – das Unternehmen zieht seine Elektroauto-Plänen teilweise zurück. Auch deutsche Autokonzerne sind betroffen : Porsche beziffert die Aufwendungen für das Geschäftsjahr 2025 aufgrund der strategischen Neuausrichtung mit über drei Milliarden Euro.
„Die aktuell angekündigten Abschreibungen sind nicht als Abkehr von der Elektromobilität zu verstehen, sondern vielmehr als notwendige Anpassung unrealistischer Annahmen. Es geht um eine nüchternere Bewertung von Geschwindigkeit und Umfang der Elektrifizierungsstrategien – nicht um einen grundsätzlichen Richtungswechsel“, so Preiss.
US-Zollpolitik, geopolitische Risiken und fragile Lieferketten ergeben weitere Belastungen in Milliardenhöhe
Zusätzliche Belastungen in Milliardenhöhe resultierten auch aus der US-Zollpolitik. Neben der strategischen Neuausrichtung belasten auch geopolitische Risiken und fragile Lieferketten die Branche erheblich. Das nun erfolgende umfassende bilanzielle Bereinigen kann jedoch eine Grundlage dafür schaffen, ab dem Geschäftsjahr 2026 wieder stabilere Margen zu erzielen. „Gleichzeitig werden laufende Kostensenkungsprogramme erst zeitverzögert ihre volle Wirkung entfalten“, so EY-Experte Preiss.
Belastungen und Handlungsdruck steigen auch für den Industriestandort Österreich spürbar. Hohe Kosten, zunehmende Regulierung und internationale Wettbewerber mit deutlich niedrigeren Produktionskosten stellen viele Unternehmen vor große Herausforderungen. „Um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig abzusichern, braucht es gezielte strukturelle Anpassungen und verlässliche industrielle Rahmenbedingungen“, ergänzt Axel Preiss von EY. (red/czaak)
Nachhaltige Entlastung für Wettbewerbsfähigkeit

Richtige Richtung bei Treibstoff-Preisbremse — aber viel zu gering in Relation zu den bisherigen Mehreinnahmen. Frächter fordern von Bundesregierung weitere Maßnahmen gegen exorbitante Steigerung bei Kosten für Benzin und Diesel.
Österreichs Frächter rufen laut nach einer Art Gewerbediesel. Die jüngst von der Bundesregierung beschlossene Treibstoff-Preisbremse wird von der heimischen Transportwirtschaft als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet, greift aber viel zu kurz — sie genüge nicht, um die massiv steigenden Kosten im Güterbeförderungsgewerbe auch nur annähernd abzufedern, so ein Bericht des NÖ-Wirtschaftspressedienstes.
„Treibstoff ist für uns der zentrale Kostenfaktor“
„Treibstoff ist für uns der zentrale Kostenfaktor und die bisher gesetzten staatlichen Maßnahmen reichen nicht aus, um Unternehmen nachhaltig zu entlasten oder ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, appelliert Markus Fischer, Transportunternehmer aus Neunkirchen. „Daher fordert der Fachverband zusätzlich die Einführung eines Gewerbediesels durch Aussetzung des CO2-Preises auf Diesel“, ergänzt Fischer auch als Fachverbandsobmann für das Güterbeförderungsgewerbe in der Wirtschaftskammer Österreich. „Diese Maßnahme ist effizient, treffsicher und wäre rasch wirksam“.
Die Experten im heimischen Fachverband rechnen vor, dass allein 2024 und 2025 die Mehreinnahmen aus dem Dieselverbrauch bei über 1,6 Milliarden Euro lagen. Werden auch noch die Einnahmen aus Benzin hinzugerechnet, ergibt sich ein Betrag von mehr als 2,1 Milliarden Euro, und zwar netto. Und : zu diesen Beträgen hinzu kämen noch die Einnahmen aus der Umsatzsteuer.
Steigende Transportkosten erhöhen Warenpreise und final die Inflation
Beim CO2-Preis handelt es sich um eine im Jahr 2022 neu eingeführte Steuer und somit um zusätzliche Einnahmen für das Budget. „Nun ist es an der Zeit, dass ein Teil dieser Mittel wieder an jene zurückfließt, die sie erwirtschaften“, unterstreicht Markus Fischer insbesondere als Wirtschaftsvertreter.
Ein Gewerbediesel hätte aus seiner Sicht mehrfache Wirkung : „Die Transportbranche und die Wirtschaft würden gezielt entlastet, die Versorgungskette stabilisiert und Inflation verhindert, da steigende Transportkosten sich direkt auf Warenpreise auswirken“, betont er. Der Gewerbediesel sei keine Subvention, sondern „eine sachliche Rückführung von Mehreinnahmen!“ (NOe-Wirtschaftspressedienst/red/cc)
Energiepreisschock belastet Konjunktur

Deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten durch Iran-Konflikt Reduktion der zuvor prognostizierten Erholung der Konjunktur. Bruttoinlandsprodukt soll heuer nur moderat steigen. Stärker steigen soll die Inflation in Deutschland.
Führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute sehen die dortige Konjunktur nach einem mehrjährigen Abschwung zwar in einer Erholungsphase, erwarten aber für 2026 nur mehr eine moderate Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die aktuelle Vorhersage geht für heuer von 0,6 Prozent aus und für 2027 von 0,9 Prozent.
Expansive deutsche Finanzpolitik soll ausgleichend für Impulse sorgen
„Der Energiepreisschock im Zuge des Iran-Krieges trifft die Erholung hart, gleichzeitig stützt aber die expansive Fiskalpolitik die Binnenwirtschaft und verhindert ein stärkeres Abrutschen“, sagt Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Münchner ifo Instituts. Die Inflationsrate wird nach Einschätzung der Institute im Jahr 2026 auf durchschnittlich 2,8 Prozent ansteigen, im Jahr 2027 auf 2,9 Prozent.
Während die gestiegene Inflation den privaten Konsum dämpft, soll die expansive deutsche Finanzpolitik für Impulse sorgen. Die kräftige Ausweitung der Neuverschuldung für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz stützt insbesondere Unternehmen der Verteidigungsindustrie und des Tiefbaus. Insgesamt entwickelt sich die Industrie dennoch wenig dynamisch, da deren Auslandsgeschäfte angesichts weiter abnehmender Wettbewerbsfähigkeit, hoher geopolitischer Unsicherheit und fortbestehender handelspolitischer Belastungen kaum zunehmen.Mehr Arbeitsleistung von älteren Arbeitnehmern mit unterdurchschnittlicher Wochenarbeitszeit
Mittelfristig rechnen die Institute damit, dass das Wachstum des Produktionspotenzials in Deutschland von derzeit 0,2 Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts vollständig zum Erliegen kommt. Neben dem demografiebedingten Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, trägt dazu nach Einschätzung der Institute die sinkende Arbeitszeit je Erwerbstätigen bei. Dies liege vor allem daran, dass die Arbeitsleistung mehr und mehr von älteren Arbeitnehmern erbracht wird, die eine unterdurchschnittliche Wochenarbeitszeit haben.Diese strukturellen Veränderungen werden am Arbeitsmarkt durch konjunkturelle Faktoren überlagert. Die Institute erwarten einen leichten Rückgang der Erwerbstätigkeit im Jahr 2026 um rund 100.000 Personen, gefolgt von einem Anstieg im Jahr 2027 um etwa 42.000 Personen. Die Arbeitslosenquote steigt im Jahr 2026 auf 6,4 Prozent, bevor sie im Folgejahr auf 6,2 Prozent zurückgeht.
Gestärkte Arbeitsanreize und bessere Bedingungen für Investitionen und Innovationen
Die massive Neuverschuldung in Deutschland erhöht den Instituten zufolge das Defizit der öffentlichen Haushalte auf 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2026 und auf 4,2 Prozent im Jahr 2027. Damit steigt der Bruttoschuldenstand auf 67,2 Prozent des BIP. Die Institute bewerten diesen fiskalischen Schub als wichtigen Konjunkturtreiber. Sie weisen jedoch auf die langfristigen Risiken für die Stabilität der Staatsfinanzen und die erheblichen Konsolidierungserfordernisse zum Ende des Jahrzehnts hin.
Im weiteren Kontext mit dem Thema staatliche (Gegen)Steuerungsmaßnahmen angesichts gestiegener Energiekosten sprechen sich die Wirtschaftsforschungsinstitute gegen staatliche Eingriffe aus, die kurzfristig die Energiepreise senken. „Damit würden wichtige Marktsignale außer Kraft gesetzt werden“, so das ifo-Institut in einer Aussendung. Die Ökonomen plädieren stattdessen für zielgerichtete soziale Ausgleichsmaßnahmen. Nach Ansicht der Institute ist eine Wachstumspolitik nötig, die regulatorisch bedingte Bremsen für private ökonomische Aktivität löst, um Potenzialreserven zu heben. „Hierzu sollten sowohl die Arbeitsanreize gestärkt wie auch die Bedingungen für Investitionen und Innovationen verbessert werden.“ (red/czaak)Kaufen oder Mietservice

Betriebe stehen bei Erwerb neuer IT-Geräte oft vor strategischer Entscheidung. Hohe Einmalinvestitionen und laufender eigener Aufwand versus planbare Gebühren, aktuelle Technologien und externe Servicierung. Regional Medien Austria AG setzen nun auf Konzept Apple-as-a-Service von CANCOM a+d IT Solutions.
Bei der Frage der technischen Ausstattung von Mitarbeitenden stehen Unternehmen zunehmend vor einer grundsätzlichen Entscheidung : kaufen oder als Service beziehen ? Ankauf bedeutet volle Kontrolle, planbare Abschreibung und weitgehende Unabhängigkeit vom Anbieter – aber auch hohe Einmalinvestitionen und Aufwand für eigene IT-Ressourcen.
Sogenannte Device as a Service-Modelle punkten mit planbaren Nutzungsgebühren, laufend aktueller Technologie und mit externer Verantwortung für den Betrieb bis zum Help Desk. Welche Variante besser ist, hängt meist von Struktur und Strategie des jeweiligen Unternehmens ab.
Kalkulierbare Kosten, minimaler Supportaufwand und eindeutig definiertes Gerätemanagement
Die Regional Medien Austria (RMA) stehen mit 120 Zeitungen und 117 Online-Portalen österreichweit für lokal-regionale Nachrichten. Das Unternehmen beschäftigt rund 650 Mitarbeitende mit Geschäftsstellen in ganz Österreich. „Mit einer Auflage von wöchentlich 3,3 Millionen Stück und einer crossmedialen Reichweite von rund 3,5 Millionen Nutzer:innen erreichen wir praktisch alle Haushalte in Österreich“, sagt Andreas Heier, Leitung Infrastruktur & Services bei den RMA Austria.
Im Zuge einer betriebssweiten Geräteneuanschaffung wurde auch das Apple-as-a-Service Konzept von CANCOM a+d IT Solutions evaluiert, das die RMA bei Gerätestandardisierung, Verwaltung und Entlastung der Mitarbeiter:innen unterstützen sollte. „Wir legten großen Wert auf klar kalkulierbare Kosten, einen minimalen Supportaufwand sowie ein eindeutig definiertes Gerätemanagement, das auch ein einfaches und schnelles Aufsetzen ermöglicht“, so Heier von den RMA Austria.
Zentrale Verwaltung
Da Apple as a Service den gesamten Geräte‑Lifecycle abdeckt – von Beschaffung und Finanzierung über Garantien, Versicherung und Tausch bis Roll-out und Roll-back –, entschied sich die RMA für das CANCOM-Konzept und für Mac und iPhone Geräte im Rahmen eines maßgeschneiderten „as a Service“-Nutzungsmodells.
„Mithilfe von Apple-as-a-Service bleiben die RMA bei einer schlanken IT, die sich auf ihre Kernkompetenzen und Weiterentwicklung konzentrieren kann. Der passgenaue Service unterstützt zudem die Produktivität der Mitarbeiter:innen“, so Christian Santeler, Workplace Solutions Expert von CANCOM a+d IT Solutions GmbH.
Auspacken und losarbeiten
Mit der Einführung eines einheitlichen Gerätestandards und der zentralen Verwaltung über die Anwendung Jamf Pro konnten die internen Prozesse deutlich verschlankt werden. Die Lösung ermöglicht das zentrale Ausrollen des Mac Clients, einschließlich rollenbasierter App‑Verteilung sowie der automatischen Bereitstellung von Netzwerk‑, Drucker- und Sicherheitseinstellungen direkt auf den Geräten.
Auf diese Weise wurde bei den Regional Medien Austria das Prinzip „Auspacken, anmelden und sofort losarbeiten“ zur gelebten Realität. „Das Apple‑as‑a‑Service‑Konzept der CANCOM a+d IT Solutions ist für mich ein Erfolgsmodell und die Basis für eine zukunftsorientierte IT“, unterstreicht Heier von den RMA Austria. (red/czaak)
Homeoffice fördert Geburtenrate

Paare im Homeoffice bekommen mehr Kinder. Haushalte mit Homeoffice haben höhere Geburtenrate als Haushalte ohne Homeoffice, so neue internationale Studie von ifo Institut und Universität Stanford.
In Haushalten mit mindestens einem Tag Homeoffice in der Woche liegt die Geburtenrate im Durchschnitt um 14 Prozent höher als in Haushalten ohne Homeoffice. Das würde bedeuten, dass eine von drei Frauen über den Lebensverlauf ein Kind mehr bekommt als Vergleichsgruppen ohne Homeoffice.
Zahl der bereits Geborenen als auch die der geplanten Kinder
Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des ifo Instituts und der Universität Stanford, wo 38 Länder untersucht wurden. „Wenn beide Partner im Homeoffice arbeiten, ist der Effekt am größten. Das umfasst sowohl die Zahl der bereits Geborenen als auch die der geplanten Kinder“, sagt Mathias Dolls, Forscher am Münchner ifo-Institut.
Besonders stark ist der Homeoffice-Effekt in den USA : Wenn beide Partner mindestens einen Tag pro Woche im Homeoffice arbeiten, sind die Geburten pro Frau um 18 Prozent höher im Vergleich zu Paaren ohne Homeoffice. „Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass ein breiterer Zugang zu Homeoffice die Zahl der Kinder erhöht. Möglicherweise sinkt dadurch der zeitliche und organisatorische Aufwand sinkt, um Beruf und Familie zu vereinbaren“, erläutert Dolls.13.500 zusätzliche Geburten durch Anhebung der Homeoffice-Quote
Laut den ifo-Forschern könnte mehr Flexibilität durch Homeoffice dazu beitragen, dass Menschen ihre gewünschte Familiengröße eher verwirklichen können. „Eine Anhebung der Homeoffice-Quote auf das US-amerikanische Niveau könnte für 13.500 zusätzliche Geburten pro Jahr in Deutschland sorgen“, so Dolls. „Mehr Homeoffice allein kann das demografische Problem zwar nicht lösen. Es kann aber ein Baustein sein, um den Trend sinkender Geburtenraten etwas abzumildern.“
Grundlage der Studie sind Umfragedaten für 38 Länder des Global Survey of Working Arrangements. Die Analyse konzentriert sich auf Befragte im Alter von 20 bis 45 Jahren. Die Forscher erfassen dabei den Zusammenhang zwischen Homeoffice-Quoten einerseits und der tatsächlichen Geburtenziffer zwischen 2023 und 2025, den geplanten zukünftigen Kindern sowie der Geburtenrate über den gesamten Lebensverlauf andererseits. (red/cc)Entscheidend für Konkurrenzfähigkeit

Wettbewerbsrelevant. Digitalisierung gewinnt für Österreichs Mittelstand immer mehr an Bedeutung und verändert zunehmend ganze Wertschöpfungsketten. Einsatz von KI steigt sprunghaft an. Fehlendes Budget und Personal als Hürden, so neue Studie von EY.
Die digitale Transformation wird für Österreichs Mittelstand zunehmend zur entscheidenden Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Innovationskraft. Neue digitale Lösungen verändern dabei nicht nur einzelne Prozesse, sondern ganze Wertschöpfungsketten, Kundenanforderungen und Geschäftsmodelle. Themen wie Automatisierung, Cloud-Services, Datenanalyse und Künstliche Intelligenz (KI) rücken in den Mittelpunkt unternehmerischer Entscheidungen.
All diese Entwicklungen zeigen sich in der aktuellen Erhebung von EY, wo 82 (!) Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen digitalen Technologien eine große Bedeutung für das eigene Geschäftsmodell beimessen. Im Vorjahr waren es noch zwei Drittel. 38 Prozent sehen sogar einen sehr großen Stellenwert, über doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. Damit erreichen beide Werte ein Rekordniveau seit Beginn der Vergleichsdaten im Jahr 2016.Je umsatzstärker das Unternehmen, desto größer die Bedeutung der Digitalisierung
Nach einzelnen Branchen betrachtet nehmen digitale Technologien einen unterschiedlichen Stellenwert ein : Die höchste Bedeutung haben sie für Finanzdienstleister (55 Prozent), gefolgt von Tourismus und Transport/Verkehr/Energie (43). An dritter Stelle liegt die Gesundheits‑, Life-Sciences-Branche mit 39 Prozent. Unter dem branchenübergreifenden Durchschnitt finden sich Handel & Konsumgüter (35), die Industrie (32), Immobilien und Baugewerbe (27) sowie Soziales/Wissenschaft/Bildung (26 Prozent).Je umsatzstärker das Unternehmen, desto größer die Bedeutung der Digitalisierung. Große Unternehmen mit über 30 Millionen Euro Umsatz sehen zu 44 Prozent einen sehr hohen Stellenwert ; jene mit 10 bis 30 Millionen Euro Umsatz zu 38 Prozent. Unter den kleineren Betrieben mit weniger als 10 Millionen Euro Umsatz sagt nur mehr ein Drittel, dass digitale Technologien einen hohen Stellenwert für ihr Geschäftsmodell aufweisen.
Digitalisierung final im Kern der Unternehmenssteuerung angekommen
„Digitalisierung ist im Mittelstand endgültig im Kern der Unternehmenssteuerung angekommen. Die Rekordwerte zeigen, dass viele Unternehmen nicht mehr nur über Digitalisierung sprechen, sondern sie als zentralen Hebel für Effizienz und Innovation begreifen. Gleichzeitig steigt der Druck : Wer seine Digitalisierung nicht konsequent weiterentwickelt, riskiert langfristig Wettbewerbsnachteile“, so Susanne Zach, Leiterin Data & AI bei EY Österreich. Für die Studie wurden Angaben zufolge über 500 mittelständische Unternehmen mit 30 bis 2.000 Mitarbeitende in Österreich befragt.Trotz wachsender Investitionsbereitschaft für Digitalisierung nennt ein Drittel der Unternehmen Faktoren, die verhindern, dass sie überhaupt oder stärker in die Digitalisierung investieren. Als zentrale Hürden werden dabei vor allem fehlendes Personal sowie begrenzte finanzielle Ressourcen genannt. Umgekehrt sehen zwei Drittel der Betriebe aktuell keine Investitionshemmnisse, die die Digitalisierung grundsätzlich einschränken.„Die Ergebnisse machen deutlich, dass es weniger an der Einsicht mangelt – sondern vielmehr an Umsetzungsressourcen. Gerade kleinere Betriebe benötigen Unterstützung bei der Priorisierung von Projekten, beim Zugang zu Talent und bei der Umsetzung über Partnernetzwerke“, so Christoph Mayer, Technology Alliance Lead bei EY.
Nutzung von KI als Schlüsseltechnologie nimmt stark zuEin besonders dynamisches Bild zeigt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz : 43 Prozent der befragten Mittelständler nutzen bereits KI-Anwendungen im eigenen Unternehmen (2025 noch 26 Prozent). Weitere 12 Prozent planen ganz konkret, KI einzusetzen. Auffällig auch hier der deutliche Unterschied nach Unternehmensgröße : Bei Betrieben mit einem Jahresumsatz von mehr als 30 Mio. Euro liegt der Anteil bei 70 Prozent.
Eine interessante Entwicklung zeigt sich auch branchenbezogen : Der Bereich Soziales, Wissenschaft und Bildung liegt bei der Entwicklung einer Digitalstrategie zurück, beim KI-Einsatz ist er mit 56 Prozent jedoch Spitzenreiter. Auch bei den Investitionsprioritäten wird KI immer relevanter : Fast bei jedem fünften Betrieb liegt der aktuelle Investitionsfokus auf KI. 16 Prozent konzentrieren sich auf Data & Analytics, nur sechs Prozent auf Metaverse. Zwei von drei Unternehmen verfolgen derzeit keinen speziellen Investitionsfokus auf einzelne digitale Technologien.
Erwartung bei Personaleinsparungen durch KI bleibt stabilWährend KI in vielen Bereichen Effizienzgewinne ermöglicht, rechnen nicht alle Unternehmen mit einem direkten Einfluss auf Beschäftigung. 24 Prozent erwarten mittel- bis langfristig Personaleinsparungen durch den Einsatz von KI-Anwendungen – ein Wert, der gegenüber dem Vorjahr (26 Prozent) weitgehend stabil bleibt. Die Mehrheit (76 Prozent) geht hingegen davon aus, dass KI im eigenen Unternehmen nicht zu einem Personalabbau führen wird.
„Viele Unternehmen sehen KI weniger als Rationalisierungsinstrument, sondern vielmehr als Möglichkeit, Mitarbeitende zu entlasten und Produktivität zu steigern – gerade in Zeiten von Fachkräftemangel. Damit KI wirklich wirksam wird, braucht es aber klare Verantwortlichkeiten, saubere Daten und gezielte Weiterbildung“, so Mayer von EY.
Auch die Rahmenbedingungen am Standort Österreich werden etwas besser bewertet als im Vorjahr : 40 Prozent beurteilen die Bedingungen für Digitalisierung als gut. 51 Prozent sehen sie mittel, neun Prozent schlecht. Der Anteil der positiven Bewertungen ist damit gegenüber dem Vorjahr (33 Prozent) zwar gestiegen, liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt der letzten sieben Jahre (52 Prozent). Überdurchschnittlich positiv bewerten Unternehmen in Tirol (58 Prozent), Niederösterreich (46) und Wien (44) die Rahmenbedingungen, unterdurchschnittlich schneiden Burgenland (27), Oberösterreich (31) und Vorarlberg (32 Prozent) ab.
Steigender Bedarf an personellen Kompetenzen
Mit der zunehmenden Digitalisierung steigt auch der Bedarf an Kompetenzausbau. Den größten Schulungsbedarf sehen Unternehmen bei ihren Mitarbeitenden im Bereich Datensicherheit/Cybersecurity (29 Prozent), gefolgt von Prozessautomatisierung (20) und Digitale Tools (18 Prozent). Um diese Kompetenzlücken zu schließen, setzen viele Betriebe vor allem auf Fort- und Weiterbildungen : Fast vier von zehn Betrieben haben bereits umfassend geschult, 26 Prozent haben konkret vor, Trainings anzubieten.Gleichzeitig hat jedes fünfte Unternehmen bereits kompetente Talente aufgebaut und weitere 26 Prozent planen mit Blick auf die kommenden ein bis zwei Jahre verstärkt Neueinstellungen mit digitalem Know-how, um die internen Kapazitäten und das Tempo der Umsetzung zu erhöhen. „Damit wird deutlich : Digitalisierung wird nicht nur als technologische, sondern zunehmend auch als organisatorische und personelle Transformationsaufgabe verstanden“, unterstreichen Susanne Zach und Christoph Mayer von EY. (red/czaak)
Ein Fest für gemeinsame Innovation

Aktuelle Digital X begeistert in der Wiener Marx-Halle über 1.500 Besucher. Das von T‑Systems, Magenta, Telekom Security und Deutsche Telekom Global Business Solutions als Messekongress konzipierte Veranstaltungsformat setzt Digitale Transformation, KI und Security als Themenschwerpunkte für Key Notes, Panels, Arbeitskreise und Präsentationen von IT-Dienstleistern.
Über 1.500 Besucher:innen, über 20 Partnerunternehmen aus der IT-Branche, 6 Start-Ups und prominente Redner aus Politik, Wirtschaft und Spitzensport – sowie zukunftsweisende Technologien : Die zweite DIGITAL X in Wien verwandelte die Marx Halle am 11. März in das Zentrum für digitale Vordenker:innen und Innovationsbegeisterte.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand auch in diesem Jahr wieder der Austausch darüber, wie Unternehmen digitale Technologien konkret nutzen können, um Innovation voranzutreiben und wettbewerbsfähig zu bleiben. Economy war Gast und kann bestätigen, dass den Veranstaltern ein sympathischer und vielfältig spannender Event gelungen ist. Final wurde umfassendes wie praxisrelevantes Wissen und die Motivation vermittelt, Digitalisierung zu starten oder weiter voranzutreiben.
Innovative Technologien, praxisnahe Use-Cases und interaktive Erlebnisse liefern konkrete Impulse
„Die DIGITAL X hat eindrucksvoll gezeigt, wie Technologie und Mensch zusammenwirken, um neue Ideen greifbar zu machen. Innovative Technologien, praxisnahe Use Cases und interaktive Erlebnisse liefern konkrete Impulse für Unternehmen jeder Größe – und der direkte Austausch mit Branchenexpert:innen eröffnet zusätzlich neue Chancen für Innovation“, so Peter Lenz, Managing Director von T‑Systems Austria zu economy.
Ein besonderes Highlight der DIGITAL X war das Sport-Panel „Zwischen Leidenschaft und Algorithmus – Wie Digitalisierung den Fußball verändert“, mit ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick, Ex-ÖFB-Kapitänin Viktoria Schnaderbeck und Stefan Oesen, Leiter der Spielanalyse des ÖFB. Im Mittelpunkt stand die enge Verbindung zwischen Spitzensport und technologischer Innovation, die den modernen Fußball zunehmend prägt. Digitale Tools, smarte Technologien und präzise Datenanalysen haben das globale Fußballgeschäft bereits nachhaltig transformiert.
Panel zu Standortfaktor Digitalisierung und gelebter Austausch zwischen Wirtschaft, Technologie und Anwendern
Im Panel zum Standortfaktor Digitalisierung diskutierten Alexander Pröll (Staatssekretär für Digitalisierung), Patricia Neumann (CEO Siemens AG Österreich), Maimuna Mosser (Country Director Google Österreich), Andreas J. Wagner (Geschäftsführer SAP Österreich) und Thomas Kicker (CEO Magenta) darüber, wer eigentlich über Österreichs digitale Zukunft bestimmt. Übereinstimmung herrschte über die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit zwischen politischem Gestaltungswillen, technologischer Innovation und wirtschaftlichem Pioniergeist zur Stärkung des Innovationsstandortes.
„Fortschritt entsteht durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven. Darum bringen wir auf der DIGITAL X Menschen zusammen, die Digitalisierung aus allen Blickwinkeln diskutieren. Der Austausch zwischen Wirtschaft, Technologie und Praxis stärkt die Innovationskraft“, sagt Werner Kraus, CCO Business Magenta Telekom. „Das macht Österreichs größtes Digitalisierungs-Event so wertvoll für die einzelnen Unternehmen und den Wirtschaftsstandort als Gesamtes“.
Chancen und Grenzen von KIDie Keynotes von AI QUEEN und Technical Lead AI Hermann del Campo und Neurowissenschaftler und Science-Slam-Champion Henning Beck vertieften die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz aus unterschiedlichen Perspektiven. Hermann del Campo erläuterte, warum der Erfolg von KI-Projekten weniger an der Technologie selbst, sondern vielmehr an deren Umsetzung scheitert. Henning Beck widmete sich wiederum der Frage, was menschliches Denken und Kreativität so einzigartig macht – und wo Maschinenlogik ihre Grenzen findet.
Das vielfältige Programm wurde dann noch ergänzt durch 20 (!) vertiefende Masterclasses vulgo Arbeitskreise. Die Themen erstreckten sich von IoT-Konnektivität, Satelliten und Netzwerk-Agilität für Cloud-Transformation, über die wichtige Rolle der Datensouveränität bis hin zu Einblicken hinter die Kulissen eines Security Operation Centers (SOC) und der Erkenntnis, dass KI in der Abwehr von Cyberangriffen auch weiterhin menschlicher Expertise bedarf.Intelligente Bewegungsanalyse und KI-gestützter Trainingsavatar und präzises Echtzeit-Feedback als Teil digitaler Therapien
Ein zentraler Anlaufpunkt war auch die sogenannte T‑Homebase von Magenta Telekom, T‑Systems, Telekom Security und Deutsche Telekom Global Business Solutions (DTGBS). Hier konnten die Besucher neueste technologische Entwicklungen, Innovationen und Prototypen direkt erleben und ausprobieren. Präsentiert wurden unter anderem Anwendungen aus den Bereichen 5G-Campusnetze (inklusive des beliebten Bierroboters) und industrielle IoT-Lösungen samt Energiemonitoring.
Im Health Corner brachten intelligente Bewegungsanalyse, ein KI-gestützter Trainingsavatar und präzises Echtzeit-Feedback die Besucher die digitale Therapie der Zukunft näher. Ein KI-gestützter Telefonassistent nahm wiederum Anrufe entgegen, verstand die Anliegen und Aufgaben, um automatisiert Terminbuchungen, Weiterleitungen bzw. Informationsabfragen zu erledigen.
Security Fast Check von Telekom Security und der Geruchsensor von Nosi
Beim Security Fast Check von Telekom Security gab es dann noch ein interaktives Sicherheitsspiel. Ergänzt wurde die Erlebnisfläche durch thematische Zonen wie dem AI Corner, dem Connectivity Corner und der Entertainment Area mit Smart Table. Besonderes Augenmerk galt dem lebensgroßen KI-Avatar MIA, der in Echtzeit reagiert und komplexe Inhalte auf Deutsch und Englisch sympathisch vermittelt. Alle diese vielfältigen Anwendungen konnten den Mehrwert digitaler Technologien greifbar und verständlich vermitteln.
Zusätzliche Innovationen und Lösungen zeigten auch 20 Partnerunternehmen aus der IT-Branche, darunter Palo Alto Networks, Samsung oder SAP. Ergänzt wurde das Programm dann noch durch inspirierende Praxisbeispiele, wie dem Geruchssensor von Nosi. Dazu kamen sechs Start-Ups, darunter zwei internationale Jungunternehmen, die über die Tech-Boost-Initiative von Magenta mittels Cloudguthaben, Vertriebsunterstützung sowie Zugang zu Geschäftskunden unterstützt werden.Partner und Besucher bestätigten Vielfalt und besondere Dynamik der Veranstaltung
Partner und Besucher bestätigten die besondere Dynamik der Veranstaltung und betonten vor allem die inspirierende Atmosphäre, die hochkarätigen Inhalte sowie die Möglichkeit, sich mit führenden Köpfen der Digitalwirtschaft zu vernetzen. „Ich bin sehr positiv überrascht von der vielfältigen Mischung. Ich habe mir einige Informationen geholt und wichtige Kontakte geknüpft. Speziell hat mich aber die Standortvernetzung über SD-WAN interessiert, ein Thema, das wir weiterverfolgen werden“, so Wolfgang Huber, Prokurist IT & Facility Management der Kastner Firmengruppe.
„Der Mix aus Praxisbeispielen, innovativen Technologien und persönlichen Gesprächen hat den Tag zu einer echten Bereicherung gemacht. Man geht mit neuen Ideen, Kontakten und Motivation zurück ins eigene Unternehmen”, so Mario Keindl, Leiter des Datacenters von Global Blue Austria. „Das Event bringt einen wirklich weiter und man kann sehen, was in Zukunft möglich sein wird“, so Phillip Lederer, Sponsorbeauftragter von SK Rapid Wien.
„Es ist einfach immer super, die Möglichkeit zu haben Geschäftskollegen und Partner zu treffen und die ganzen Rahmenbedingungen live zu erleben“, so Markus Past, Leiter des Telekombereichs der Linz AG. Stefan Vietze, IT-Leiter des Niederösterreichisches Landesfeuerwehrverbandes lobte „den Tiefgang der Masterclasses, das umfangreiche Produktportfolio sowie die Möglichkeiten zum direkten Austausch mit Spezialisten“. „Der Tag war eine Bereicherung und hat Inspiration geliefert für viele Themen, die wir bei uns im Unternehmen mitnehmen und einbringen wollen“, betonte auch Michael Eisenkölbl, IT-Leiter bei Ströck. (red/czaak)Privatkonkurs ist mehrheitlich männlich

2025 betreffen 61 Prozent aller Schuldenregulierungsverfahren und 78 Prozent der Passiva Männer. Hintergrund oft ehemalige Selbständigkeit. Vom Alter her 41- bis 60-Jährige am häufigsten im Privatkonkurs, so neue Analyse von KSV1870. Thema dreijährige Entschuldungsdauer als Streitpunkt.
Die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist im Jahr 2025 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024 um knapp ein Prozent auf 8.766 Fälle leicht gesunken. Mit 61 Prozent mussten Männer deutlich häufiger den Weg in den Privatkonkurs antreten als Frauen (39 Prozent). Den größten Unterschied zwischen Mann (63) und Frau (37) gab es in Tirol, am geringsten fällt die Differenz in Kärnten (58 vs. 42 Prozent) aus. Analysiert man nur „private“ Fälle und nicht die aus einer ehemaligen Selbständigkeit, sind es 57 Prozent Männer und 43 Prozent Frauen.
Hier liegt die Hauptursache bei beiden Geschlechtern im persönlichen Verschulden, etwa die Überschätzung der eigenen finanziellen Leistungskraft und ein schlechtes Konsumverhalten. Obwohl im Jahresvergleich etwas weniger Verfahren eröffnet wurden, sind die durchschnittlichen Passiva um 35 Prozent oder 40.000 Euro auf 153.000 Euro angewachsen Im Jahresvergleich zeigt sich zudem ein Anstieg des durchschnittlichen Schuldenausmaßes von rund 10.000 Euro. „Das Ausmaß der Verschuldung pro Schuldner steigt seit dem Jahr 2022 stetig“, so Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz.
Zwischen 40 und 60 Jahren ist die Gefahr am größten
Ähnlich wie bei den Fallzahlen zeigt sich auch in puncto Schuldenhöhe ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern. Während Männer mit 194.000 Euro (2024 : 138.000 Euro) über dem Durchschnitt liegen, liegen Frauen mit 86.000 Euro (2024 : 77.000 Euro) darunter. Insgesamt befindet sich das Schuldenausmaß im mehrjährigen Vergleich seit 2019 auf einem relativ konstanten Niveau ohne gröbere Veränderungen.
Wie die aktuelle KSV1870 Analyse zeigt, muss weiterhin die Gruppe der 41- bis 60-Jährigen (49 Prozent) am häufigsten den Weg in den Privatkonkurs antreten. Zudem war sie im vergangenen Jahr auch für fast zwei Drittel der Passiva verantwortlich – mit durchschnittlichen Schulden in der Höhe von 201.000 Euro, was rund 70.000 Euro über dem Wert aus dem Jahr 2024 liegt. Weitere 37 Prozent entfallen auf die 25- bis 40-Jährigen (Schulden : 97.000 Euro pro Kopf) und weitere 11 Prozent sind den Über-60-Jährigen (161.000 Euro) zuzurechnen. Die Zahl der jungen Menschen (unter 25 Jahren) in Privatkonkurs liegt bei drei Prozent (48.000 Euro) und entspricht in etwa dem Vorjahreswert.
Aus Sicht von KSV1870 keine Verlängerung der drei Jährigen Entschuldungsdauer
Bezüglich der zukünftigen Entwicklung könnte die unverändert hohe Arbeitslosigkeit in Österreich Einfluss auf die Privatkonkurse nehmen. „Insbesondere Langzeitarbeitslose könnten in Kombination mit den anhaltend hohen Kosten eher heute als morgen betroffen sein“, so Götze. Unabhängig der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen wird die diesjährige Entwicklung auch davon abhängen, wie es mit der Befristung des Tilgungsplans, der eine 3‑jährige Entschuldungsdauer für Privatpersonen vorsieht, weitergeht.
Diese Frage ist nach wie vor ungeklärt und wird seitens der österreichischen Bundesregierung in naher Zukunft zu klären sein. Ursprünglich war diese Möglichkeit seitens der EU vorrangig für ehemalige Unternehmer gedacht, der österreichische Gesetzgeber hat diese jedoch auch für Privatpersonen zugänglich gemacht – unter der Annahme, dass sich die Zahl der Privatkonkurse aufgrund der Corona-Pandemie massiv erhöhen würde. Diese Annahme ist jedoch bis heute nicht eingetreten. Der Faktor Corona als Hauptursache für einen Privatkonkurs spielt mit 0,6 Prozent unverändert keine Rolle.
Unternehmer tragen bedeutend größere volkswirtschaftliche und finanzielle Verantwortung
Wie bereits in den vergangenen Monaten mehrfach erwähnt, spricht sich der KSV1870 gegen die Verlängerung des dreijährigen Tilgungsplan für Verbraucher aus Gründen der Fairness aus. Während Unternehmer eine bedeutend größere volkswirtschaftliche und finanzielle Verantwortung tragen und auch entsprechende private Risiken eingegangen sind, werden nach wie vor rund 30 Prozent der Privatkonkurse aufgrund von übermäßigem Konsum oder der Überschätzung der eigenen finanziellen Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum verursacht.
„Eine dauerhafte Beibehaltung der Entschuldung nach drei Jahren wäre das falsche Zeichen. Nämlich, dass es relativ einfach ist, Schulden wieder loszuwerden. Damit wäre einer nochmaligen Verschuldung Tür und Tor geöffnet. Das ist ein Szenario, das weder für Schuldner noch für Gläubiger wünschenswert ist“, betont KSX-Experte Götze. Darüber hinaus hat die Vergangenheit gezeigt, dass auch die Novelle im Jahr 2021 zulasten der Gläubiger ging. Seit Inkrafttreten der Novelle wurde u.a. bei den 3‑jährigen Abschöpfungen im Schnitt pro Fall um 31 Prozent weniger Geld zurückbezahlt und verteilt als bei den 5‑jährigen Abschöpfungen pro Fall im selben Zeitraum.
„Ein weiterer Affront gegenüber den Gläubigern innerhalb kurzer Zeit“
„Das entspricht in keinster Weise dem Fairnessgedanken, auf dem das österreichische Insolvenzwesen seit Jahrzehnten erfolgreich fußt. Wenn diese Regelung weiter bestehen bleibt, könnten mittelfristig noch mehr Unternehmen aufgrund von Zahlungsausfällen in finanzielle Turbulenzen geraten, als das aktuell bereits der Fall ist“, unterstreicht Götze.
Und : „Grundsätzlich sollte die Entscheidung darüber, wie der gesetzliche Rahmen zukünftig gestaltet sein wird, jedenfalls auf Basis fundierter Daten erfolgen. Ein derart weitreichendes Gesetz nur deshalb in seiner aktuellen Form beizubehalten, weil durch eine Rückkehr zur früheren Regelung die Verfahrensabwicklung etwas komplexer werden würde, ist nach dem Betrugsbekämpfungsgesetz ein weiterer Affront gegenüber den Gläubigern innerhalb kurzer Zeit“, sagt Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz. (red/cc)
Ein Schmäh bei Einnahmen und Milliarden Gründe für Privatisierungen

Ökonomen der Agenda Austria haben sich reale Entwicklungen bei der Budgetkonsolidierung angeschaut und parallel dazu auch Relationen im Kontext mit dem Reizthema Privatisierungen. Österreich sei hier im EU-Vergleich ein absoluter Sonderfall.
In Zeiten knapper Budgethaushalte von Staaten poppen dann oft ganz rasch Ideen für neue einnahmenseitige Unterstützungen auf. Umgangssprachlich Steuern genannt trifft das auch oder aktuell gerade auf Österreich zu. „Ist das Budget knapp, sprießen Ideen für neue oder noch höhere Steuern aus dem Boden wie Unkraut und das zeigt sich in den vergangenen Wochen“, sagt Hanno Lorenz, Ökonom bei der Agenda-Austria, die zu dem Thema eine interessante Analyse erstellt hat.
Die Wirtschaftsexperten der Agenda-Austria erläutern sogar mehrere und sogar durchaus kreative Steuer-Maßnahmen. Das Spektrum reicht von höheren Grundsteuern, wie von den Gemeinden gefordert, über die von SPÖ, Grünen und Gewerkschaftern favorisierte Wiedereinführung der Erbschaftsteuer bis hin zur vollständigen Wiedereinführung der kalten Progression, wie sie einige Landespolitiker und die Arbeiterkammer gerne hätten.
Gemeinhin als schwierig bezeichnetes Wirtschaftsjahr 2025 in Wahrheit erfolgreich
Dass dabei ausgerechnet die per Gesetz vorgeschriebenen Arbeitnehmervertreter die Mehrbelastung von Arbeitnehmern fordern, sei eine österreichische Eigenheit. Die Ökonomen verweisen hier auf die Lohnsteuereinnahmen, die seit der 2022 teilweise abgeschafften kalten Progression um 20 Prozent gestiegen sind. Das sei „eine deutlich schnellere Steigerung als das Preisniveau“, so die Erhebungen der Agenda-Austria.
Interessant ist auch die Einschätzung der Experten in Bezug auf das als gemeinhin sehr schwierig bezeichnete Wirtschaftsjahr 2025. Dieses sei nämlich in Wahrheit überaus erfolgreich gewesen, zumindest für den Finanzminister. Hintergrund für diese Einschätzung ist, dass praktisch alle großen Steuern stärker wuchsen als die Inflation – und das schon seit 2019. Schwächeln tut im Vergleich allein die Körperschaftssteuer. Diese Mehreinnahmen fließen über die aliquoten Ertragsanteile im Übrigen auch an die Länder und Gemeinden.
Die Ernte vieler niedrig hängender Früchte für die Budgetkonsolidierung
„Wenn also Wiens Klimastadtrat Czernohorszky die Abschaffung der kalten Progression ohne Gegenfinanzierung als Fehler und Finanzierungsproblem für die Stadt sieht, dann ist das erstens nicht ehrlich und zweitens eine billige Ausrede, um nicht bei den Ausgaben ansetzen zu müssen“, kommentiert Hanno Lorenz, Ökonom bei der Agenda Austria.
In der weiteren Analyse ziehen die Ökonomen einen bildhaften Vergleich : Der Regierung sei es gelungen, viele niedrig hängende Früchte bei der Budgetkonsolidierung zu ernten. Angeführt werden etwa auslaufende Beihilfen, bessere Finanzierungskonditionen und die höhere Inflation. „Für die Zukunft wird es aber größere Anstrengungen bei den großen Ausgabentreibern brauchen. Sonst hören wir auch bei der nächsten Budgetrede den Schmäh von den fehlenden Einnahmen“, so Lorenz von der Agenda-Austria, der in dem Fall dann noch eine große Freude beim Finanzminister vorhersagt.
Hohe Marktkapitalisierung unter staatlicher Kontrolle
Ebenso genauer angeschaut und analysiert haben die Agenda-Austria Ökonomen das Thema Privatisierungen bzw. die Relation an Werten, die im staatlichen Besitz stehen und die im privaten Eigentum. Österreich sei hier ein europäischer Sonderfall, so die finale Einschätzung. In keinem anderen westlichen EU-Land befindet sich ein so großer Teil der börsennotierten Wirtschaft in staatlicher Hand. Rund ein Fünftel der gesamten Marktkapitalisierung wird vom Staat kontrolliert.
Das sei ein Wert, der eher an Argentinien oder China erinnert. Diese starke Rolle des österreichischen Staates ist historisch erklärbar, ökonomisch aber kaum mehr zu rechtfertigen. Die Agenda Austria-Ökonomen Jan Kluge und Dénes Kucsera haben den vergleichsweisen Sonderfall Österreich in einer aktuellen Publikation (Anm. sog. Policy-Brief) mit dem Titel : „Alles muss raus ! Österreich entdeckt die Privatisierung“ dann auch umfassend analysiert.
Verstaatlichung gegen Zugriff von Besatzungsmacht
Ausgangsbasis ist einmal ein seit Jahrzehnten existierendes Fundament, dass richtig umgesetzte Privatisierungen Effizienz, Innovationskraft und Investitionsbereitschaft erhöhen würden. Private Eigentümer hätten stärkere Anreize, Kosten zu senken, produktiver zu arbeiten und langfristig zu denken. Parallel dazu verschwinden politische Einflussnahme oder auch parteipolitische Postenvergaben. Privatisierung funktioniere aber nur dann gut, wenn sie „mit Wettbewerb und kluger Regulierung einhergeht“. Ein Ersatz mit privaten Monopolen dürfe aber nicht entstehen.
Das Team der Agenda-Austria sieht beim Thema auch historische Gründe, da der hohe Staatsanteil noch ein Erbe der Nachkriegszeit sei. Um österreichische Betriebe vor dem Zugriff der sowjetischen Besatzungsmacht zu schützen, wurden damals große Teile der Industrie verstaatlicht. Dieses Modell hat über Jahrzehnte gut funktioniert – bis in den 1980er-Jahren, als viele Staatsbetriebe in die Krise rutschten.Eine kritische Betrachtung betreffend Pro und Contra staatliche Eigentümerschaft
Eine erste große Privatisierungswelle rettete dann Unternehmen wie die Voest, Berndorf oder AT&S. In den 2000er-Jahren folgten unter anderem die Telekom Austria, die Österreichische Post und die Austrian Airlines.
Aus Sicht der Agenda-Austria Ökonomen blieb dieser Prozess aber unvollständig. Die verbliebenen staatlichen Beteiligungen wurden in der Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG) gebündelt und damit faktisch „eingefroren“.Aktuell hält der Staat also weiterhin milliardenschwere Anteile an börsennotierten Unternehmen und dazu gehören der Verbund, die OMV, die Telekom oder die Casinos Austria. Damit verwaltet die ÖBAG ein Portfolio von insgesamt fast 30 Milliarden Euro. Mit diesen Daten und Zahlen erlauben sich die Agenda-Austria Ökonomen eine kritische Betrachtung betreffend Pro und Contra staatliche Eigentümerschaft mit entsprechenden Folgeschlüssen.
Für viele Beteiligungen fehlen ökonomische Rechtfertigungen
Gegen staatlichen Besitz spricht etwa, dass für viele Beteiligungen jede ökonomische Rechtfertigung fehle. Der Staat muss weder an Ölkonzernen noch an Glücksspielunternehmen beteiligt sein. Zweitens würde staatliches Eigentum die Gefahr von politischer Einflussnahme, Ineffizienz und Korruption erhöhen. Österreich schneide in internationalen Korruptionsrankings nicht zuletzt deshalb schlecht ab, „weil die Politik hierzulande außergewöhnlich großen Zugriff auf wirtschaftliche Ressourcen hat“, so die Agenda-Austria.
Im dritten Kritikpunkt wird angeführt, dass Dividenden nicht langfristig sinnvoll investiert werden, sondern häufig kurzfristig politisch genutzt würden, etwa zur Finanzierung populärer Maßnahmen. Das schwächt die Unternehmen und schade dem Standort. Der heutige Schwebezustand, wo es weder echte staatliche Steuerung noch echte Privatwirtschaft gibt, schaffe Intransparenz, verwische Verantwortung und mindere zudem noch die parlamentarische Kontrolle.
Finanzierung von Reformen im Bereich Pflegekosten und Pensionssystem
Diese „österreichische Zwitterlösung“ sei „weder effizient noch nachhaltig“, so die Ökonomen der Agenda-Austria, die dann final auch eine reale finanzielle Bewertung erstellt haben. Eine konsequente Privatisierung der ÖBAG-Beteiligungen könnte rund 25 Milliarden Euro einbringen. Dieses Geld sollte in einen Fonds münden, der es international investiert, etwa nach norwegischem Vorbild.Die Erträge könnten dann beispielsweise Reformen finanzieren, welche die stark steigenden Pflegekosten einer alternden Gesellschaft in den Griff bekommen. „Auch ein Übergang zu einem stärker kapitalgedeckten Pensionssystem würde eine Anschubfinanzierung brauchen, für die die ÖBAG-Milliarden wie gerufen kämen“, resümieren Jan Kluge und Dénes Kucsera von der Agenda-Austria. (red/czaak)
„Das ist ein ermutigendes Signal“

Kreditgeschäft steigt weiter kontinuierlich an. Günstigere Zinsen und Bedarf an Betriebsmittel für Investitionen als Gründe. Unternehmen generell optimistischer. Private Nachfrage zu Wohnkrediten steigt bereits länger. Banken waren und sind verhalten.
Der Frühling kommt, und dazu passend wächst auch das zarte Pflänzchen der Konjunktur weiter. Das zeigt die aktuelle Analyse der Österreichischen Nationalbank (OeNB), die regelmäßig das Kreditgeschäft unter den führenden heimischen Banken erhebt. Zusammenfassend zeigt sich, dass vor dem Hintergrund einer leichten, sich aber fortsetzenden wirtschaftlichen Erholung die Kreditnachfrage österreichischer Unternehmen seit dem dritten Quartal 2025 wieder ansteigt.
Nötige Trendwende auch bei Sektoren mit noch keiner positiven Dynamik
„Die Trendwende bei der Kreditnachfrage der Unternehmen ist ein ermutigendes Signal. Nach einem Anstieg im dritten Quartal 2025 steigt die Nachfrage nach Krediten auch im vierten Quartal. Getragen wird das von gesunkenen Zinsen, einem höheren Bedarf an Betriebsmitteln und ersten Anzeichen einer wieder anziehenden Investitionstätigkeit“, erläutert Martin Kocher, Gouverneur der OeNB.
Kocher weiter : „Das deutet darauf hin, dass die Unternehmen vorsichtig optimistisch nach vorne blicken und neue Projekte in Angriff nehmen. Für das erste Quartal 2026 erwarten die Banken eine weitere Belebung. Es ist nun entscheidend, dass sich diese positive Entwicklung möglichst rasch auf jene Sektoren ausweitet, die bislang noch keine positive Dynamik aufweisen“, unterstreicht der OeNB-Gouverneur.
Wirtschaftliche Erholung in Österreich gewinnt schrittweise an Breite
Zuvor war die Kreditnachfrage infolge der wirtschaftlichen Schwächephase seit dem dritten Quartal 2022 drei Jahre lang gesunken. Die Nachfrage privater Haushalte nach Wohnbaukrediten steigt indessen bereits seit zwei Jahren, und das hauptsächlich aufgrund der gesunkenen Zinsen. Von Juni 2024 bis Juni 2025 hat die EZB ihren Leitzins schrittweise von vier auf zwei Prozent gesenkt. Infolgedessen sind Kredite günstiger geworden.
„Die anhaltend steigende Nachfrage nach Wohnbaukrediten zeigt auch, dass die geldpolitischen Impulse wirken und Finanzierungen wieder leistbarer geworden sind. Insgesamt sehen wir erste konkrete Anzeichen dafür, dass die wirtschaftliche Erholung in Österreich Schritt für Schritt an Breite gewinnt – auch wenn das prognostizierte Wachstum generell weiterhin moderat ausfällt“, ergänzt Martin Kocher, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank (OeNB).
Erste Anzeichen für zunehmende Investitionstätigkeit und Finanzierungsbedarf
In der Vergangenheit hat vor allem ein rückläufiger Finanzierungsbedarf der Unternehmen für Anlageinvestitionen die Kreditnachfrage gebremst. Nun gibt es aber erste Anzeichen für eine wieder zunehmende Investitionstätigkeit und dementsprechenden Finanzierungsbedarf. Die Umfrage zeigt aber auch zwei nennenswerte Ausnahmen von der allgemeinen Entwicklung.
Die Kreditnachfrage von energieintensiven Industrieunternehmen und von Unternehmen der Automobilindustrie inklusive der Zulieferindustrie ist im zweiten Halbjahr 2025 weiter gesunken. Das spiegelt die spezifischen Probleme in diesen Industriesegmenten wider und das sind primär hohe Energiepreise und eine strukturelle Schwäche der europäischen Automobilindustrie.
Banken agierten und agieren nach wie vor vorsichtig
Die angespannte Risikosituation spielt aber angebotsseitig für das Kreditgeschäft der Banken mit Unternehmen nach wie vor eine wichtige Rolle. Als relevante Parameter gelten hier die allgemeine Wirtschaftslage und die Kreditwürdigkeit bzw. Bonität der Unternehmen. Dies hat seit Anfang 2022 zu Verschärfungen der Kreditangebotspolitik der Banken geführt.
Als Resultat für Unternehmen sind die Kreditvergabestandards in den vergangenen Jahren gestiegen. Die Banken agierten und agieren angesichts des wirtschaftlichen Umfelds vorsichtiger und passen ihre Kreditkonditionen entsprechend an. Das betrifft besonders Immobilienunternehmen und dabei Gewerbeimmobilienunternehmen stärker als Wohnimmobilienunternehmen. In den kommenden Monetärstatistiken der OeNB wird sich zeigen, in welchem Ausmaß die steigende Kreditnachfrage von Unternehmen auch zu einer erhöhten Neukreditvergabe führt.
Anhaltende Erholung der Nachfrage nach privaten Wohnbaukrediten
Die laut Umfrageergebnissen gestiegene Nachfrage der privaten Haushalte nach Wohnbaukrediten hat folglich zu einer gestiegenen Neuvergabe von Wohnbaukrediten durch die Banken geführt. Gemäß OeNB-Kreditstatistik wurden von Jänner bis November 2025 pro Monat durchschnittlich 1,4 Mrd EUR an neuen Wohnbaukrediten vergeben. Das entspricht einem Zuwachs von fast 50 Prozent gegenüber dem Jahresdurchschnitt von 2024. Die gestiegene Nachfrage nach Wohnbaukrediten signalisiert eine weiterhin solide Neukreditvergabe in den nächsten Monaten.
Eine ähnlich expansive Kreditentwicklung wie in den Jahren der Niedrigzinsphase bis Mitte 2022 ist aber auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Zum Vergleich die Jahre 2017 und 2018, vor dem großen Kreditboom : hier wurden durchschnittlich 1,5 Mrd EUR pro Monat an neuen Wohnbaukrediten vergeben, also etwas mehr als 2025 bei damals um 1,5 Prozentpunkte niedrigeren Kreditzinsen. 2021, mitten im Kreditboom, betrug die Neukreditvergabe für privaten Wohnbau durchschnittlich 2,1 Mrd EUR pro Monat bei damals um 2,2 Prozentpunkte niedrigeren Kreditzinsen, so die Berechnungen der OeNB. Nach dem Frühling kommt der Sommer, möge neben den Temperaturen auch die Wirtschaftsleistung weiter steigen. (red/czaak)
Vertrauen als messbarer Wirtschaftsfaktor

Security und insbesondere Cybersecurity wird für Unternehmen immer mehr zum strategischen Erfolgsfaktor. Unterstützt mit KI und Automation gibt es positive Auswirkungen auf Kundenvertrauen, Markenstärke und neue Wertschöpfung. Eine internationale Studie zeigt nun auch messbare Steigerungen beim Wachstum.
Cybersicherheit entwickelt sich von der reinen Abwehrmaßnahme zum strategischen Erfolgsfaktor. Unternehmen, die das Thema frühzeitig in Transformations‑, Technologie- oder Marktexpansionsinitiativen einbinden, schaffen eine nachhaltige Erhöhung der Wertschöpfung. Bei großen Industriebetrieben oder internationalen Konzernen trägt die Cybersecurity-Funktion bereits bis zu 20 Prozent des Werts von strategischen Projekten bei, an denen sie aktiv beteiligt ist, so eine neue internationale Studie von EY.
Trotz dieser Entwicklung werden nur 13 Prozent der Chief Information Security Officers (CISOs) in frühen Phasen von Entscheidungsprozessen eingebunden. „Diese Diskrepanz verdeutlicht, dass viele Unternehmen das Potenzial von Cybersecurity noch immer unterschätzen und dadurch Chancen auf Wertschöpfung, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit verpassen“, so Gottfried Tonweber, Leiter Cybersecurity bei EY Österreich. „Cybersecurity ist heute ein integraler Bestandteil unternehmerischer Wertschöpfung, Vertrauen wird zu einem messbaren Wirtschaftsfaktor“, betont Tonweber.
Cybersecurity schafft neue betriebliche Wertschöpfung
Die EY-Studie belege, dass Cybersecurity-Teams einen erheblichen Beitrag zu den Erfolgen von Digitalisierungs- und Innovationsprojekten leisten. Besonders hohe Wertschöpfung entsteht dort, wo Cyberfunktionen von Anfang an in die strategische Planung eingebunden werden. Das gilt bei der Entwicklung neuer Produkte, dem Eintritt in neue Märkte oder der Einführung neuer Technologien. Bei den in der Studie befragten 550 Unternehmen waren Cybersecurity-Teams in über der Hälfte aller Technologie- und Innovationsprojekte sowie bei knapp der Hälfte der Projekte zur Verbesserung der Kundenerfahrung aktiv beteiligt.
„Die Zeiten, in denen Cybersecurity nur als Kostenfaktor oder regulatorische Pflicht gesehen wurde, sind vorbei“, sagt Bernhard Zacherl, Direktor Cybersecurity bei EY Österreich. „Wer Cyberstrategien intelligent mit Geschäftszielen verknüpft, steigert die Innovationsgeschwindigkeit und kann zudem auch neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) schneller, sicherer und vertrauenswürdiger einsetzen“, so Zacherl.
„Secure Creators“ sind Vorreiter bei Vertrauen und Wachstum
EY unterscheidet in der Studie zwischen sogenannten „Secure Creators“, das sind Unternehmen mit integrierten Cyberstrategien, und weniger entwickelten „Prone Enterprises“. Secure Creators sind durchgängig erfolgreicher : Sie erzielen eine um 16 Prozentpunkte höhere Markenvertrauensrate, verbessern die Kundenzufriedenheit signifikant und sind doppelt so häufig zufrieden mit der unternehmensweiten Zusammenarbeit.Diese Unternehmen verankern Cybersicherheit nicht als isolierte Abteilung, sondern als Katalysator für Innovation, Geschwindigkeit und Kundennähe. „Besonders in wachstumsorientierten Branchen wie Finanzdienstleistungen, Energie oder Telekommunikation trägt Cybersicherheit wesentlich dazu bei, neue digitale Geschäftsmodelle sicher und regelkonform umzusetzen“, so Gottfried Tonweber von EY Österreich.
KI und Automatisierung steigern Effizienz und Innovationskraft
Neben der strategischen Integration von Cybersecurity, wird auch ein vernetzter Einsatz von KI und Automatisierung immer relevanter. Laut der EY-Studie erzielen Organisationen, die ihre Cyberlandschaft vereinfachen und automatisieren, jährliche Kosteneinsparungen von durchschnittlich 1,7 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig verkürzen sich Erkennungs- und Reaktionszeiten auf Bedrohungen im Mittel um 28 Prozent.
Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen investieren die durch Automatisierung freiwerdenden Mittel gezielt in Innovation, KI-Integration und Produktentwicklung. Damit wird Cybersicherheit auch zunehmend zum Motor der digitalen Transformation. „Wir sehen, dass führende Unternehmen ihre Cyber-Architekturen konsequent vereinfachen und damit Raum für Innovation schaffen. Gerade im Kontext von KI ist Sicherheit nicht der Bremsklotz, sondern der Beschleuniger und das Fundament für Vertrauen und Skalierbarkeit“, unterstreicht Gottfried Tonweber Leiter Cybersecurity EY Österreich.
Handlungsbedarf : CISOs müssen früher eingebunden werden
Trotz dieser Erkenntnisse zeigt die Studie, dass fast 60 Prozent der Cyberverantwortlichen noch immer nicht bei strategischen Entscheidungen konsultiert werden. Besonders bei Projekten rund um Cloud-Migration, M&A oder Produktentwicklung werden Sicherheitsfragen oft erst im Nachhinein adressiert, ein Fehler, der Zeit, Geld und Vertrauen koste.
„Cybersecurity sollte in jeder unternehmerischen Initiative von Beginn an mitgedacht werden, nicht erst, wenn ein Problem auftritt. Frühzeitige Einbindung bedeutet schnellere Umsetzung, höhere Kundenzufriedenheit und bessere Governance. Das ist gelebte unternehmerische Verantwortung im digitalen Zeitalter“, resümiert Bernhard Zacherl, Direktor Cybersecurity bei EY Österreich. (red/cc)
Schlechte Stimmung statt Zuversicht

Trotz Andeutungen einer Konjunkturbelebung herrscht bei heimischen CEOs immer noch Pessimismus. Makroökonomische Unsicherheiten und Cyberrisiken sowie Kosten und generelle Inflation als aktuell größte Bedrohungen, so Studie von PwC.
Vorsicht statt Aufbruchsstimmung bei österreichischen CEOs. Diese blicken nach den Herausforderungen der vergangenen Jahre deutlich pessimistischer in die Zukunft als ihre internationalen Kollegen. Nur ein Viertel erwartet ein Wirtschaftswachstum. Global sind es mit 61 Prozent mehr als doppelt so viele. Besonders auffällig ist das gedämpfte Vertrauen in die eigene Geschäftsentwicklung.
Lediglich 12 Prozent der österreichischen Führungskräfte sind zuversichtlich, ihre Umsätze in den kommenden zwölf Monaten steigern zu können. Weltweit liegt dieser Wert bei 30 Prozent. Diese Ergebnisse zeigt eine Studie der Berater von PwC (Anm. 29. Global CEO Survey), für die Angaben zufolge im Zeitraum Oktober und November 2025 weltweit 4.454 CEOs aus 95 Ländern befragt wurden, darunter 34 aus Österreich.
Kurzfristige Herausforderungen sorgen für Zeitmangel
Die Ursachen für die gedämpfte Stimmung sind vielfältig : Makroökonomische Unsicherheiten (24 Prozent), Cyberrisiken (24) und Kosten bzw. Inflation (18 Prozent) beschäftigen österreichische Führungskräfte am meisten. „Die CEOs müssen sich auf die Bewältigung dieser Herausforderungen konzentrieren. 56 Prozent der österreichischen Führungskräfte verbringen die meiste Zeit mit dem Lösen kurzfristiger Probleme, Strategie und langfristige Planung kommt viel zu kurz“, so PwC in einer Aussendung.„CEOs müssen sich bewusst Freiräume für Zukunftsfragen schaffen. Durch Delegation, durch effizientere Prozesse und vor allem durch den klugen Einsatz von künstlicher Intelligenz“, sagt Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich. „Wer jetzt in Innovation investiert, statt nur zu reagieren, sichert sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile.“ Der KI-Einsatz österreichischer Unternehmen ist allerdings stark ausbaufähig. Nur knapp zwei von zehn heimischen CEOs (18 Prozent) haben durch KI-Einsatz höhere Umsätze erzielt. Die Mehrheit experimentiert und nutzt KI noch nicht als strategischen Hebel für neue Wertschöpfung.
Es geht um den sinnvollen Einsatz von KI
Dieser Handlungsdruck ist Führungskräften bewusst. 68 Prozent der österreichischen CEOs beschäftigt die zentrale Frage, ob sie ihr Unternehmen schnell genug transformieren können, um mit technologischen Entwicklungen und KI Schritt zu halten. Unternehmen, die Innovationen vorantreiben, profitieren jedoch deutlich : So geben 29 Prozent der CEOs in Österreich an, bereits bis zu 20 Prozent ihres Gesamtumsatzes mit Produkten und Dienstleistungen zu generieren, die in den letzten drei Jahren neu eingeführt wurden.
„Künstliche Intelligenz ist in aller Munde – doch es scheitert oft an der Umsetzung. Die entscheidende Herausforderung liegt nicht in der Technologie selbst, sondern in ihrer strategischen Skalierung“, betont Rudolf Krickl. „Echte Transformation bedeutet, Abläufe grundlegend zu überdenken“, so Krickl.
USA und Deutschland bei Investitionen an erster Stelle, Indien holt auf
Mehr als die Hälfte der CEOs weltweit plant im kommenden Jahr im Ausland zu investieren, in Österreich sind es knapp 40 Prozent. Bei der Wahl der Zukunftsmärkte setzen österreichische Führungskräfte weiterhin auf die USA und Deutschland (jeweils 24 Prozent), obwohl der Zugang zum US-Markt durch Zölle und Handelsbarrieren zunehmend erschwert wird. Im globalen Vergleich dominieren die USA mit 35 Prozent, gefolgt von Indien sowie Großbritannien und Deutschland (jeweils 13 Prozent).
Die Bedeutung von Indien steigt aktuell stark an. Bislang sehen zwar erst 6 Prozent der österreichischen CEOs den südasiatischen Markt als Investitionsziel vor (Anm. global : 13 Prozent), doch der Anteil verdoppelt sich Jahr für Jahr. China liegt als Investitionsziel mit nur 3 Prozent deutlich dahinter (global : 10 Prozent). Diese asiatischen Standorte werden im Kontext mit Innovation und Investment-Kosten in Zeiten wachsender Handelskonflikte zum strategischen Vorteil. (red/rucz, red/cc)
KI treibt die internationalen Börsen

Nvidia, Apple und Alphabet Ende 2025 als höchstbewertete Unternehmen der Welt. Top 100 steigern Börsenwert um 23 Prozent auf 54 Billionen US-Dollar. Acht US-Companies unter Top 10. Asiatische Betriebe mit stärkstem Wertzuwachs. Nur mehr 17 europäische Unternehmen unter Top 100.
Trotz schwieriger geopolitischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen haben die größten Unternehmen der Welt im Laufe des Jahres 2025 weiter massiv an Wert gewonnen. Der Börsenwert der 100 wertvollsten börsennotierten Unternehmen stieg seit Ende vergangenen Jahres um 23 Prozent oder zehn Billionen US-Dollar auf den neuen Rekordwert von 54 Billionen US-Dollar.
Asiatische Unternehmen verzeichnen vergleichsweise den stärksten Wertzuwachs, deren Börsenwert steigerte sich um 27 Prozent. US-Konzerne konnten ihren Wert um 23 Prozent steigern, die europäischen um 20 Prozent. Trotz dieses asiatischen Aufholprozesses, dominieren nach wie vor US-Companies das Ranking. Von den weltweit 100 wertvollsten Unternehmen haben 60 ihren Sitz in den USA, zwei weniger als zu Jahresbeginn. Unter den Top-10 finden sich acht US-Unternehmen, die ersten sieben Plätze werden von US-Konzernen belegt.
Nur mehr 17 Europäische Unternehmen unter den Top 100
Das wertvollste Unternehmen der Welt war zum Jahresende 2025 der Chipkonzern NVIDIA, dessen Marktkapitalisierung im Jahresverlauf um 38 Prozent auf 4,5 Billionen US-Dollar gestiegen ist. Damit ist NVIDIA fast doppelt so viel wert wie alle DAX 40 Unternehmen zusammen. Deren kumulierter Börsenwert lag zum Jahresende bei 2,5 Billionen US-Dollar. Das und die folgenden Zahlen sind die Ergebnisse einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsorganisation EY.
Die Zahl der europäischen Unternehmen unter den Top 100 sank im vergangenen Jahr von 18 auf 17. Die Zahl der asiatischen Betriebe stieg von 17 auf 19. Noch deutlicher wird die US-Dominanz an den Weltbörsen, wenn man nicht die Zahl der Unternehmen, sondern ihren Börsenwert betrachtet : Von der gesamten Marktkapitalisierung der 100 wertvollsten Unternehmen der Welt entfallen 76 Prozent bzw. 41,5 Billionen US-Dollar auf nordamerikanische Unternehmen.
Der KI-Boom treibt die Märkte und Europa bleibt Zuschauer
Vergleichsweise nur 15 Prozent oder 8 Milliarden US-Dollar entfallen auf asiatische Unternehmen und nur acht Prozent oder 4,4 Billionen US-Dollar auf europäische Unternehmen. Deutschland ist mit drei Unternehmen im Top-100-Ranking vertreten. SAP, mit einem Börsenwert von 285 Milliarden US-Dollar auf Rang 45, Siemens mit 218 Milliarden US-Dollar auf Rang 73 und die Allianz Versicherung mit 174 Milliarden US-Dollar auf Rang 98.
„Die KI-Begeisterung und skalierbare Geschäftsmodelle haben weltweit deutliche Kursanstiege ausgelöst. Der wirtschaftliche Nutzen konzentriert sich jedoch vor allem auf Unternehmen in den USA und Asien“, sagt Gunther Reimoser von EY Österreich. „Europa nimmt im globalen KI-Wettlauf derzeit lediglich eine Nebenposition ein und läuft Gefahr, bei einer zentralen Zukunftstechnologie den Anschluss zu verlieren“, warnt Reimoser. Er verweist auf strukturelle Ursachen wie eine wenig ausgeprägte Risikokapitalkultur und das Fehlen eines integrierten europäischen Kapitalmarkts und das „bremse Investitionen, Innovation und Wachstum“.
Die Bedeutung klassischer Industrieunternehmen sinkt
Der Niedergang Europas spiegelt sich auch im Ranking der wertvollsten Unternehmen. Ende 2023 waren noch alle deutschen Autokonzerne unter den 300 teuersten Unternehmen der Welt vertreten, derzeit schafft es hingegen keiner mehr in diese Liste. Der wertvollste Autokonzern der Welt ist der US-Autobauer Tesla auf Rang neun mit einem Börsenwert von 1,5 Billionen US-Dollar (Anm. zur Jahresmitte 2025). Die deutschen Autohersteller Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen kommen zusammen auf einen Börsenwert von 197 Milliarden US-Dollar und belegen die Ränge 327, 329 und 364. Der gemeinsame Börsenwert von Mercedes, BMW und VW stieg im Jahresverlauf aber immerhin um 30 Prozent.
Deutlich nach oben ging es hingegen im Jahr 2025 insbesondere für zwei deutsche Unternehmen. Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall konnte sich im Ranking von Platz 660 auf Platz 252 verbessern und den Börsenwert auf 84 Milliarden US-Dollar verdreifachen. Und Siemens Energy kletterte im Ranking von Rang 474 auf Rang 167, der Börsenwert hat sich im Jahresverlauf um 193 Prozent auf 121 Milliarden US-Dollar erhöht. (red/cc)
Fachkräftemangel bleibt betrieblicher Risikofaktor

Sechs von zehn Unternehmen betrachten Fachkräftemangel als ersten Risikofaktor für das eigene Wachstum. Größte Rekrutierungsschwierigkeiten hat Industrie. Künstliche Intelligenz kann immer öfter Abhilfe schaffen.
Der heimische Mittelstand steht auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten mehrheitlich für Resilienz und Innovation und mit Unterstützung digitaler Dienste dann für neue Wertschöpfung. Trotzdem gibt es auch hier Faktoren, die Wachstum bremsen und dazu gehört der Fachkräftemangel. Sechs von zehn Unternehmen zählen dieses Thema zu den größten Gefahren, ebenso wie wirtschaftlicher Abschwung (59 Prozent), hohe Energiepreise (56) und Inflation (63 Prozent).
Knapp drei Viertel der mittelständischen Betriebe haben nach eigenen Angaben weiterhin Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Besonders akut ist der Fachkräftemangel derzeit in der Industrie (85 Prozent) und im Bereich Immobilien und Baugewerbe (71). Auch kleinere Unternehmen mit einem Umsatz von unter zehn Millionen Euro tun sich schwer (rund 40 Prozent).
Aufwärtstrend mit positiven Beschäftigungssignalen
„Auch wenn die große Mehrheit immer noch Schwierigkeiten hat, geeignetes Fachpersonal zu finden, zeigt sich ein Aufwärtstrend mit positiven Beschäftigungssignalen. Verhaltener Optimismus lautet die Devise – auch wenn bei jedem zweiten mittelständischen Betrieb aktuell Stellen unbesetzt sind“, sagt Erich Lehner von EY Österreich. Basis für die Daten ist das seit 2008 regelmäßig erhobene EY-Mittelstandbarometer mit Befragung von Betrieben zwischen 30 und 2.000 Mitarbeitenden.
Unbesetzte Stellen gibt es aktuell bei der Hälfte der befragten Unternehmen. Besonders hoch bei den Dienstleistern (inkl. Finanz) sowie Soziales, Wissenschaft und Bildung. Am geringsten ist der Anteil an vakanten Stellen im Sektor Transport/Verkehr/Energie. Fast jedes vierte Unternehmen mit freien Stellen, hat Vakanzen im Bereich der Produktion, 17 Prozent im Bereich Marketing, Vertrieb und Kundendienst. Am seltensten sind unbesetzte Stellen in den Bereichen Finanzen sowie Geschäftsführung/Vorstand.
Ambivalente Situation bei neuen Stellen und bei Stellenabbau
Auch wenn die Zahlen zeigen, dass es viele unbesetzte Stellen zu füllen gibt, plant ein Viertel der mittelständischen Betriebe in den kommenden Monaten zusätzliche Stellen zu schaffen. Gleichzeitig wollen nur noch 13 Prozent der befragten Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl reduzieren, deutlich weniger als zuletzt.
Für die kommenden sechs Monate dürfte damit die Beschäftigungsdynamik im Mittelstand spürbar stärker ausfallen als in den vergangenen zwei Jahren, vor allem der Bereich Soziales, Wissenschaft und Bildung plant, neue Positionen zu schaffen. Im Gegenteil dazu möchte ein Viertel der Mittelständler aus der Sparte Immobilien & Baugewerbe Positionen streichen.
Weitere Verschärfung erwartet und Umsatzeinbußen als Auswirkung
Der Fachkräftemangel wird die österreichischen Mittelständler aber noch länger beschäftigen : 74 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschärfung in den kommenden Jahren. Besonders pessimistisch sind aktuell Unternehmen aus dem Bereich Transport/Verkehr/Energie (84 Prozent), am wenigsten pessimistisch sind Finanz- und andere Dienstleister (61 Prozent).
Vier von zehn der befragten mittelständischen Unternehmen geben an, infolge des Fachkräftemangels Umsatzeinbußen zu verzeichnen bzw. nicht alle Umsatzpotenziale realisieren zu können. 14 Prozent davon sogar erheblich, doppelt so viele wie im Vorjahr. Besonders betroffen sind Finanz- und andere Dienstleister und der Bereich Transport/Verkehr/Energie (zusammen knapp über 40 Prozent).
Stark gestiegene Rekrutierungskosten und keine Bereitschaft für Vollzeit
Zu schaffen machen dem heimischen Mittelstand teilweise stark gestiegene Such- und Rekrutierungskosten : Bei 45 Prozent der Unternehmen sind in den vergangenen fünf Jahren diese Kosten gestiegen, bei nur vier Prozent sind sie gesunken. Im Durchschnitt gab es einen Kostenzuwachs um rund neun Prozent, vor allem im Tourismus.
Als wichtigsten Grund für den Fachkräftemangel in österreichischen Unternehmen machen die befragten Betriebe die mangelnde Bereitschaft aus, in Vollzeit zu arbeiten. Zweitwichtigster Grund ist eine unzureichende Ausbildung und Qualifikation der Bewerbenden. Nur jeder sechste Betrieb nennt als einen wichtigen Grund für den aktuellen Fachkräftemangel eine unzureichende Unterstützung seitens der Regierung.
Erwartungen an Politik und KI als Chance
Die mittelständischen Betriebe stellen auch Anforderungen an die Politik. Jeder zweite Befragte wünscht sich von der Regierung eine Bildungsförderung für qualifizierte Fachkräfte, rund ein Drittel erwartet sich eine verstärkte staatliche Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen. Eine gezielte Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften wird von gut jedem vierten Mittelständler gefordert.
Die große Mehrheit der befragten Mittelständler (70 Prozent) sieht keine Möglichkeiten, KI im eigenen Unternehmen so einzusetzen, dass es die Auswirkungen des Fachkräftemangels abmildert. Jedes zehnte Unternehmen setzt KI hierfür allerdings bereits ein und weitere 20 Prozent halten den Einsatz von KI in diesem Bereich für wirksam. Am weitesten verbreitet ist der Einsatz von KI zum Zwecke der Abmilderung des Fachkräftemangels bei Finanz- und anderen Dienstleistern, gefolgt vom Tourismus.
Regionale Unterschiede deutlich
Der Blick in die Bundesländer zeigt, dass etwa in Tirol vier von zehn Unternehmen die Stellen auszuweiten möchten und dafür auch viel Geld in die Hand nehmen. Unternehmen in Tirol verzeichnen den höchsten durchschnittlichen Anstieg der Such- und Rekrutierungskosten, Unternehmen im Burgenland und in Wien sowie Vorarlberg den geringsten. Vom Fachkräftemangel aktuell am stärksten betroffen ist Kärnten. Am leichtesten ist die Recruitinglage derzeit für die Steiermark und Wien.
Im Burgenland sind die wenigsten Arbeitsplätze zu besetzen. Die meisten Streichungen sind in Vorarlberg und dem Burgenland geplant. Damit sind diese beiden Bundesländer die einzigen in ganz Österreich mit negativer Beschäftigungsprognose. Die Unzufriedenheit mit den Regierungsmaßnahmen ist besonders weit verbreitet in der Steiermark (51 Prozent) und in Oberösterreich (41), in Wien ist nur ein Viertel negativ gestimmt. (red/rucz)
Rascher Handlungsbedarf

Neue gesetzliche NIS‑2 Regularien gültig. Rund 4.000 Betriebe sind direkt adressiert und dazu große Zahl an Zulieferfirmen. Fachverband UBIT rät zur schnellen Umsetzung und unterstützt insbesondere KMU bei allen Maßnahmen.
Mit mehr als einjähriger Verspätung hat Österreich letzten Dezember ein zeitgemäßes Gesetz zu Netz- und Informationssystemsicherheit (NIS) beschlossen. Mit diesen neuen NIS‑2 Regularien wird der Kreis der betroffenen Unternehmen ab 2026 deutlich größer, und parallel steigen auch die Anforderungen an Kleine- und Mittelständische Unternehmen (KMU), Stichwort Lieferketten.
Klare Mindeststandards für Cybersicherheit und Meldepflichten
„Für viele Betriebe beginnt jetzt ein entscheidender Countdown : Rund neun Monate bleiben voraussichtlich Zeit, um die notwendigen Maßnahmen zu planen und umzusetzen“, so Rüdiger Linhart vom Fachverband Unternehmensberatung und IT der Wirtschaftskammer (UBIT). Das Gesetz legt klare Mindeststandards für Cybersicherheit und Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen fest und soll die Resilienz gegenüber Cyberangriffen erhöhen.
Neben den rund 4.000 direkt betroffenen mittleren und großen Unternehmen werden auch zahlreiche KMU als Zulieferer in die Verantwortung genommen. In Wien ist der Großteil der Unternehmen direkt wie indirekt betroffen. “Vor allem Kleinunternehmen müssen die nächsten Monate gemeinsam mit ihren IT-Experten nutzen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen, die sich nun in der Lieferkette durch die NIS-2-Richtline ergeben”, betont Linhart.
Geschäftsführer tragen persönliche Verantwortung für Umsetzung
Der UBIT-Verband hat auf seiner Website alle relevanten Informationen zusammengefasst (siehe Link). Die gesetzliche NIS‑2 Richtlinie verlangt keine Einzelmaßnahmen, sondern ganzheitliche Prozesse, die organisatorische und technische Aspekte verbinden. Mit NIS‑2 wird zudem klargestellt : Cybersecurity ist Führungsaufgabe. Geschäftsführer tragen künftig persönliche Verantwortung für die Umsetzung. KMU müssen sich daher verstärkt mit Risikomanagement, Meldepflichten und Sorgfalt in der Lieferkette auseinandersetzen.
Ebenso entscheidend ist die Einbindung aller Beschäftigten – nur mit ausreichender Bereitschaft und Schulung kann Sicherheit im Unternehmen nachhaltig verankert werden. „NIS‑2 ist ein konkreter Handlungsauftrag. Wer früh handelt, schützt sein Unternehmen, stärkt die eigene Wettbewerbsfähigkeit und profitiert auch vom Vertrauen bei Kunden und Partnern“, unterstreicht Linhart vom UBIT-Verband.
Die digitale Zukunftsfähigkeit jedes einzelnen Unternehmens
Die UBIT-Experten unterstützen insbesondere KMU, die Anforderungen effizient und praxisnah umzusetzen. Konkret betrifft das Themen wie die sogenannte Gap Analyse bestehender Sicherheitsmaßnahmen, das Einrichten von Meldeprozessen für Sicherheitsvorfälle, Überprüfen und Absichern der Lieferketten und die wichtigen Schulungen für Geschäftsführung und Mitarbeitende zu Verantwortlichkeiten und Cyberrisiken.
NIS‑2 ist mehr als eine gesetzliche Verpflichtung. Es geht um die digitale Zukunftsfähigkeit jedes einzelnen Unternehmens und um die Resilienz Österreichs als verlässlicher Wirtschaftsstandort. Europaweit soll das Gesetz die Cybersicherheit und digitale Souveränität stärken und Unternehmen besser gegen steigende Bedrohungen aus dem Cyberraum wappnen.
Klare und einheitliche und praxistaugliche Vorgaben seitens Behörde
Die UBIT Wien beschäftigt sich in einem eigenen Arbeitskreis mit IT-Security und informiert ihre Mitglieder laufend über aktuelle Entwicklungen, Schulungsangebote und praktische Unterstützung. Die neue NIS-Behörde müsse vor allem klare, einheitliche und praxistaugliche Vorgaben liefern und dabei darauf achten, KMU nicht mit unnötiger Bürokratie zu belasten.
Die Behörde muss hier unterstützend wirken, damit die Betriebe die komplexen NIS-2-Anforderungen rechtssicher umsetzen können“, ergänzt Rüdiger Linhart, Berufsgruppensprecher IT vom Fachverband Unternehmensberatung und IT der Wirtschaftskammer (UBIT). (red/cc)
Aus Industriebetrieben werden Dienstleister

Dienstleistungen als zunehmendes Geschäftsfeld für Industrie und regionale Auswirkungen von US-Zöllen sowie Geschäftserwartungen 2026 und KI-Nutzung am Arbeitsplatz. Umfassende Ifo-Analyse zu Standort-Faktoren und Trends in Wirtschaft Deutschlands.
Deutschland hat seine erst kürzlich nach Grönland gesandten Soldaten nur einen Tag nach deren Ankunft wieder zurückgeholt. Beobachter glauben einen Grund gefunden zu haben in den parallel vom präsidialen US-Zoll-Zuchtmeister Donald Trump geäußerten Androhungen von Straf-Zöllen gegen die Unterstützer von Grönlands Unabhängigkeit.
Das deutsche ifo-Institut hat sich kurz zuvor in einer umfangreichen Anaylse die regionalen Auswirkungen von US-Zöllen angesehen. Als Ergebnis zeigt sich, dass die 15 %-igen US-Strafzoll-Zuschläge den Industriestandorten in Süddeutschland am stärksten schaden würden. „Das Nord-Süd-Gefälle ist deutlich : Während Potsdam sogar einen leichten Zugewinn verzeichnet, drohen Industriestandorten wie Salzgitter, Dingolfing-Landau, Wolfsburg und Ingolstadt empfindliche Einbußen“, sagt Marcel Thum, Leiter der ifo Niederlassung Dresden.
Gravierende Verluste im verarbeitenden Gewerbe
Besonders stark betroffen sind Regionen mit hohem Industrieanteil, etwa in der Automobil- und Metallerzeugung. Am höchsten sind die Wertschöpfungsverluste für die Orte Salzgitter (minus 1,16 Prozent), Dingolfing-Landau (minus 1,08 Prozent), Wolfsburg („VW-Stadt“, minus 1,06 Prozent), Böblingen (minus 1,05 Prozent) und Ingolstadt („AUDI-Stadt“, minus 0,98 Prozent). Leichte positive Wertschöpfungseffekte gibt es für Potsdam (plus 0,23 Prozent), den Main-Taunus-Kreis (plus 0,22 Prozent), Cottbus (plus 0,18 Prozent) und Bonn (plus 0,17 Prozent).
Die regionalen Unterschiede sind vor allem auf die Wirtschaftsstruktur vor Ort zurückzuführen. „Während Dienstleister vielerorts tendenziell profitieren und Marktanteile gewinnen können, sind in einzelnen Regionen die Verluste im Verarbeitenden Gewerbe gravierend“, ergänzt Robert Lehmann von der ifo Niederlassung Dresden. „Insgesamt könnten die Zölle mittelfristig zu einer Verschiebung der Wirtschaftsaktivität von Industrie zu Dienstleistungen führen“, erläutert der ifo-Experte.Industrieunternehmen werden immer mehr zu Dienstleistern
Generell zeigt sich, dass deutsche Industrieunternehmen immer mehr Umsatz mit Dienstleistungen machen. Das ifo-Institut hat aktuell auch hierzu eine eigene Studie erstellt. „Im Jahr 2024 haben Industrieunternehmen bereits rund 166 Milliarden Euro mit produktbegleitenden Dienstleistungen umgesetzt, wie Beratung, Montage oder Wartung. Damit übertrafen sie etwa den Umsatz des gesamten Gastgewerbes in Deutschland, der bei rund 138 Milliarden Euro lag“, sagt Timo Wollmershäuser, Konjunkturforscher beim ifo-Institut.
Unter den Industrieunternehmen macht der Maschinenbau mit einem Anteil von über 13 Prozent überdurchschnittlich viel Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen, gefolgt vom Fahrzeugbau (sieben Prozent) und der Elektroindustrie (sieben Prozent). In den Bereichen Nahrungs- und Genussmittel oder im Textil- und Bekleidungsgewerbe spielen produktbegleitende Dienstleistungen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Insgesamt hat der Umsatzanteil der produktbegleitenden Dienstleistungen in den vergangenen zehn Jahren in allen Industriezweigen zugenommen.Industriebetriebe mit Innovationstätigkeit haben höheren Dienstleistungsanteil am Umsatz
Zudem haben Industrieunternehmen mit Innnovationstätigkeit einen höheren Dienstleistungsanteil am Umsatz. Unternehmen mit Forschung und Entwicklung (F&E) kamen auf durchschnittlich knapp acht Prozent. Setzen sie Künstliche Intelligenz (KI) ein, lag der Anteil bei fast neun Prozent. „Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen der Innovationstätigkeit eines Unternehmens und seinem Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen“, ergänzt Stefan Sauer vom ifo-Institut.
Die ifo-Studie selbst beruht auf einer gesonderten Erhebung vom Juli 2025 als Teil der regelmäßigen ifo Konjunkturumfragen. 1.680 Unternehmen nahmen laut ifo-Institut an der Umfrage teil, die damit repräsentativ für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland sind. Gefragt wurde nach der prozentualen Aufteilung der Umsätze für das Jahr 2024 nach Umsatz mit der Herstellung von Waren bzw. ihrem Verkauf, weiters nach dem Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen sowie Umsatz mit sonstigen Tätigkeiten.Jedes vierte Unternehmen rechnet 2026 mit schlechteren Geschäften
Erhoben hat das ifo-Institut auch wieder die aktuellen Erwartungen der deutschen Wirtschaft an das Jahr 2026. Rund 26 Prozent der Unternehmen erwarten 2026 eine Verschlechterung ihrer Geschäfte. 59 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit keiner Veränderung. Und 15 Prozent erwarten bzw. hoffen auf eine Verbesserung. „Die Unternehmen bleiben sehr zurückhaltend – von Aufbruchstimmung ist weit und breit nichts zu sehen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen.
Die Skepsis erstreckt sich quer über alle Branchen. Industriebetriebe erwarten zu 55 Prozent eine unveränderte Lage für 2026, 27 Prozent rechnen mit schlechteren Geschäften, 18 Prozent mit einer Verbesserung. Positiv fällt der Bereich der elektrischen Ausrüstungen auf, in dem der Anteil der optimistischen Unternehmen (27 Prozent) den der pessimistischen Unternehmen (13 Prozent) übertrifft.Die Problembranchen Handel und Bau
Bei den Dienstleistungsunternehmen zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier erwarten 63 Prozent eine stabile Lage, 23 Prozent eine ungünstige Entwicklung, 14 Prozent erwarten und hoffen auf eine Verbesserung. Besonders viele pessimistische Einschätzungen kommen aus dem Handel. Hier erwarten fast 33 Prozent eine Verschlechterung.
Auch im Baugewerbe ist der Ausblick verhalten. 33 Prozent der Betriebe rechnen mit einer ungünstigeren Lage, knapp 57 Prozent erwarten 2026 keine Veränderung und nur 10 Prozent erwarten bzw. hoffen auf bessere Geschäfte. „Die Zahlen sind insofern überraschend, als die Branche eigentlich auf das angekündigte Infrastrukturpaket hoffen könnte. Euphorie scheint dies noch nicht auszulösen“, sagt Wohlrabe.Nur jeder fünfte Beschäftigte nutzt KI regelmäßig
In einer eigenen Studie analysiert hat das ifo-Institut auch die Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) direkt am Arbeitsplatz und hier gibt nur jede/r fünfte Beschäftigte eine regelmäßige Nutzung an. In Summe haben rund 64 Prozent KI bereits eingesetzt, die meisten nutzen sie jedoch nur gelegentlich. „Zudem wurde die KI-Hauptanwendung nur bei etwa einem Drittel der Nutzenden auch vom Unternehmen eingeführt. Zwei Drittel nutzen KI demnach also eigeninitiativ“, sagt Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft.
Die individuelle Nutzung konzentriert sich stark auf leicht zugängliche Text‑Tools (Anm. ChatGPT oder Übersetzer), die einfach verfügbar sind und geringe Einstiegskosten haben. Diese werden von über 80 Prozent der KI-Nutzenden verwendet. Die formelle arbeitgebergesteuerte Nutzung von KI-Tools konzentriert sich auf komplexere oder kostspieligere Anwendungen (Anm. etwa diagnostische Tools, Sprach- oder Bildverarbeitung). „Die Beschäftigten berichten, dass die betriebliche Einführung von KI mit einer höheren Nutzungshäufigkeit, mehr Weiterbildungsangeboten, mehr KI-basierter Supervision und final dann mit höheren Produktivitätsgewinnen einhergeht“, sagt Schlenker.Repräsentative Studie mit fast 10.000 Interviews
Die Ergebnisse basieren auf Auswertungen der zweiten Befragung zur Verbreitung und Auswirkungen von Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung (Anm. DiWaBe 2.0). Das ifo Institut hat die Analyse gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt.Die Umfrage umfasst rund 9.800 Interviews und ist repräsentativ für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. „Die Ergebnisse zeigen Korrelationen und Zusammenhänge, keine kausalen Effekte“, erläutert Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft. (red/rucz, red/czaak)
Dringender Handlungsbedarf bei Start-Ups

2025 verzeichnet Österreichisches Start-Up-Ökosystem neuen Tiefpunkt. Viertes Jahr in Folge mit sinkenden Finanzierungsrunden und Investmentbeträgen, so neue Analyse von EY. Dringende Maßnahmen gegen nachhaltige Schwächung nötig.
Das Jahr 2025 markiert einen Tiefpunkt für das Start-Up-Ökosystem. Nachdem bereits in den vergangenen drei Jahren rückläufige Entwicklungen beim Finanzierungsvolumen zu verzeichnen waren, setzte sich der Abwärtstrend auch 2025 fort. Lichtblicke gab es in einzelnen Technologiefeldern wie Künstliche Intelligenz.
Während andere europäische Länder bereits 2024 erste Erholungstendenzen zeigten, ist eine vergleichbare Entwicklung in Österreich bislang ausgeblieben. Das zeigt die aktuelle Analyse des regelmäßig erhobenen Start-Up-Barometers von EY. Analysiert werden hier Finanzierungsrunden von Start-Ups mit Hauptsitz in Österreich, deren Gründung höchstens zehn Jahre zurückliegt.
Keine einzige Finanzierungsrunden über 100 Millionen Euro
„Nach bereits drei Jahren rückläufiger Finanzierungsaktivitäten ist 2025 ein neuer Tiefpunkt erreicht und das ist ein strukturelles Warnsignal. Ohne rasche und koordinierte Maßnahmen droht Österreich im internationalen Wettbewerb weiter zurückzufallen“, sagt Florian Haas, Head of Start-Up bei EY Österreich.Bereits 2024 sank das Finanzierungsvolumen im dritten Jahr in Folge um 17 Prozent auf 578 Mio. Euro und das ist der niedrigste Wert seit 2020. Gleichzeitig ging die Anzahl der Finanzierungsrunden um 19 Prozent von 184 auf 151 Deals zurück. Große Finanzierungsrunden über 100 Mio. Euro blieben erstmals vollständig aus.
253 Millionen Euro Gesamtfinanzierungsvolumen ergeben Reduktion um 56 Prozent
Statt einer Stabilisierung setzte sich dieser Negativtrend nun auch 2025 weiter fort. Das Gesamtfinanzierungsvolumen betrug rund 253 Millionen Euro und hat bedeutet gegenüber 2024 eine Reduktion um (weitere) satte 56 Prozent. Die Zahl der Finanzierungsrunden blieb mit 148 und minus zwei Prozent nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (151).
Besonders betroffen ist weiterhin das Wachstumssegment. Größere Anschlussfinanzierungen sind hier nur eingeschränkt realisierbar, was die Skalierung und Internationalisierung vieler österreichischer Neugründungen (Anm. Start-Ups) und kürzlich gegründeter Unternehmen (Anm. Scale-Ups) erheblich erschwert.
Internationaler Vergleich verschärft den Befund
„Der eingeschränkte Zugang zu Wachstumskapital bremst Internationalisierung, Innovation und Beschäftigungsaufbau zunehmend aus. Damit steht auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Start-Up-Standorts auf dem Spiel“, unterstreicht Florian Haas von EY Österreich. „Jetzt entscheidet sich, ob es gelingt, die richtigen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Trendumkehr zu schaffen oder ob Österreich weiter an Boden verliert“, ergänzt Experte Haas.
Der internationale Vergleich belegt den Handlungsbedarf nochmals deutlich. Während sich das europäische Start-Up-Ökosystem 2025 insgesamt wieder stabilisiert, entwickelt sich Österreich klar gegen den Trend. EU-weit stieg das Investitionsvolumen 2025 gegenüber 2024 immerhin um rund fünf Prozent auf mehr als 66 Milliarden Euro. Die Anzahl der Runden verringerte sich auch hier.
„Österreich muss jetzt vergleichbare Voraussetzungen schaffen“
Einzeln betrachtet verzeichneten 25 der 43 erfassten europäischen Länder 2025 noch einen Rückgang beim Investitionsvolumen, 17 Länder konnten bereits wieder zulegen. Mit den angeführten minus 56 Prozent gibt es in Österreich innerhalb dieses Vergleichs den stärksten Rückgang. Österreich liegt damit im unteren Drittel der europäischen Märkte.
„Die EU-weite Betrachtung zeigt, dass es in Österreich nicht an fehlendem Marktpotenzial liegt, sondern an den Rahmenbedingungen. Länder, die gezielt Wachstumskapital mobilisieren und institutionelle Investoren eingebunden haben, profitieren bereits von einer Belebung der Start-Up-Finanzierungen“ erläutert Haas von EY. „Österreich muss jetzt vergleichbare Voraussetzungen schaffen“, betont der Experte.
Durchschnittliches Finanzierungsvolumen schrumpft weiter
Ein besonders klares Signal für die angespannte Lage liefert das durchschnittliche Finanzierungsvolumen pro Runde. Dieses sank 2025 auf rund 2,3 Millionen Euro, der niedrigste Stand seit zehn Jahren. 2024 lag das durchschnittliche Volumen noch bei 4,3 Millionen Euro, 2022 bei 7,7 Millionen Euro und im Boomjahr 2021 bei 11,6 Millionen Euro.
Die Struktur der Finanzierungsrunden verdeutlicht diese Entwicklung zusätzlich. Der überwiegende Teil der 2025 abgeschlossenen Finanzierungsrunden erzielte unter fünf Millionen Euro, nur vier Runden mehr als zehn Millionen Euro. Finanzierungen zwischen zehn und 50 Millionen Euro blieben damit eine klare Ausnahme, große Runden über 100 Millionen Euro kamen überhaupt nicht mehr vor.
Start-Ups Refurbed und enspired
Die größte Finanzierungsrunde des Jahres 2025 ging an das Unternehmen Refurbed mit rund 50 Millionen Euro. Das Wiener Scale-Up ist europaweit im Markt für generalüberholte Elektronikgeräte etabliert, die Finanzierung erfolgte als sogenannte Extension einer bestehenden Runde.
Auf dem zweiten Platz folgt enspired mit rund 15 Millionen Euro, ein Energy-Tech-Unternehmen mit Fokus auf KI-gestützte Optimierung im Stromhandel. Ebenfalls rund 15 Millionen Euro warb das 2024 gegründete Linzer Start-Up Emmi AI ein. Das Unternehmen entwickelt KI-Lösungen für industrielle Produktions- und Qualitätsprozesse.
Grazer Start-Up Easelink und Innsbrucker Start-Up Hololight
Das Grazer Start-Up Easelink, ein Anbieter automatisierter Ladelösungen für Elektrofahrzeuge, belegt mit rund 11,5 Millionen Euro den dritten Platz im Ranking. Das Innsbrucker Start-Up Hololight mit seinen AR- und XR-Streaming-Lösungen für industrielle Anwendungen nahm rund 10 Millionen Euro auf, ergibt Platz vier.
Investorengruppen unterstützen also bestehende Portfoliounternehmen weiter, zeigen sich bei neuen großvolumigen Investments jedoch zurückhaltend. „Ein funktionierendes Ökosystem braucht nicht nur einzelne Leuchtturmdeals, sondern eine kritische Masse an Wachstumsfinanzierungen. Genau daran mangelt es derzeit,“ ergänzt Florian Haas, Head of Start-Up bei EY Österreich. (red/czaak) (Anm. der Redaktion : morgen erläutern wir die thematischen und geografischen Schwerpunkte bei den neuen Investments in Start-Ups)