Zum Inhalt
© Pexels.com/bertellifotografia

ChatGPT wesent­li­che Info­platt­form für Jugendliche

EU-Initia­tive Safer­inter­net erhebt neu­er­lich Social-Media-Favo­ri­ten von Öster­reichs Jugend. Nut­zung von Whats­App, Insta­gram, Tik­Tok & Co. aber­mals gestie­gen. Micro­soft Teams erst­mals in Top 6.

Wel­che sozia­len Netz­werke nut­zen Jugend­li­che in Öster­reich, gibt es Unter­schiede zwi­schen Mäd­chen und Jungs, und wel­che Ent­wick­lun­gen zwi­schen den ein­zel­nen Anbie­tern sind rele­vant ? Der Jugend-Inter­net-Moni­tor der EU-Initia­tiv Saferinternet.at unter­sucht seit nun­mehr zehn Jah­ren die Nut­zung von sozia­len Netz­wer­ken durch öster­rei­chi­sche Jugendliche.
Die Daten­er­he­bung wird regel­mä­ßig mit Unter­stüt­zung von EU und Öster­rei­chi­scher For­schungs­för­de­rungs­ge­sell­schaft (FFG) umge­setzt und ope­ra­tiv vom Insti­tut für Jugend­kul­tur­for­schung durch­ge­führt. Dies­mal wur­den 405 Jugend­li­che im Alter von 11 bis 17 Jah­ren aus ganz Öster­reich befragt. Die Erhe­bung hat wie­derum meh­rere span­nende Ergeb­nisse gebracht und sie zeigt rele­vante Trends im gene­rel­len Medienverhalten.

Große Platt­for­men wie­der stär­ker genutzt
Den ers­ten Platz unter den belieb­tes­ten Inter­net­platt­for­men öster­rei­chi­scher Jugend­li­cher hat wie­derum Whats­App erfolg­reich ver­tei­digt (Nut­zung ins­ge­samt : 87 Pro­zent, davon 82 Pro­zent täg­lich). Platz zwei belegt You­Tube (80, davon 47 Pro­zent täg­lich), gefolgt von Snap­chat (74 und davon 89 täg­lich), Insta­gram (73 und 78 täg­lich) und Tik­Tok (ins­ge­samt 72 Pro­zent, davon 87 Pro­zent täg­lich). Im Ver­gleich zum Vor­jahr haben alle Platt­for­men einen Zuwachs verzeichnet. 

Neu im Ran­king ist die Platt­form Micro­soft Teams, die von 35 Pro­zent der Jugend­li­chen genutzt wird und es damit auf Platz sechs schafft. Whats­App hat im Ver­gleich zum Vor­jahr wie­der an Bedeu­tung gewon­nen. Die Platt­form konnte bei den Jugend­li­chen um elf Pro­zent­punkte zule­gen und bleibt der belieb­teste Mes­sen­ger. „Bei Whats­App ist eine Anglei­chung der Funk­tio­nen an die Kon­kur­renz zu beob­ach­ten“, erklärt Bar­bara Bucheg­ger, päd­ago­gi­sche Lei­te­rin von Safer­inter­net. „Die­ser Trend ist auch bei vie­len ande­ren sozia­len Netz­wer­ken erkenn­bar“, so Buchegger.

Tik­Tok als zuneh­mende Kon­kur­renz für You­Tube und Nut­zung von Snap­chat steigt
An zwei­ter Stelle im Ran­king steht die Video­platt­form You­Tube, die acht von zehn Jugend­li­chen nut­zen. Wäh­rend Snap­chat (89 Pro­zent täg­lich), Tik­Tok (87) und Insta­gram (78 Pro­zent) von einer gro­ßen Anzahl der Befrag­ten täg­lich ver­wen­det wird, gibt nur knapp die Hälfte der Jugend­li­chen an, das auch bei You­Tube zu tun. „Die im Ver­gleich geringe Nut­zungs­in­ten­si­tät lässt sich mög­li­cher­weise durch den star­ken Kon­sum ande­rer video­zen­trier­ter Platt­for­men wie Tik­Tok und mitt­ler­weile auch Insta­gram erklä­ren“, so Buchegger.

Mit einer Nut­zung von jeweils über 70 Pro­zent lie­gen der Nach­rich­ten­dienst Snap­chat, das Netz­werk Insta­gram und die Video-App Tik­Tok im dies­jährigen Ran­king sehr dicht bei­ein­an­der. Vor allem Snap­chat hat im Ver­gleich zum Vor­jahr (plus 13 Pro­zent) an Bedeu­tung gewon­nen und ist vom fünf­ten auf den drit­ten Platz vor­ge­rückt. Insta­gram hin­ge­gen rutschte vom zwei­ten auf den vier­ten Platz ab.

Instant-Foto-App BeReal ver­liert und Micro­soft Teams gewinnt
Ver­luste hin­neh­men musste heuer die Instant-Foto-App BeReal : Wurde sie im Vor­jahr von knapp einem Drit­tel der Befrag­ten genutzt, ver­liert sie 2025 sie­ben Pro­zent­punkte (Nut­zung ins­ge­samt : 24 Pro­zent). Auch die aus dem Gam­ing-Bereich stam­mende Platt­form Dis­cord ver­zeich­net einen Rück­gang. Die Spie­le­platt­form Roblox hin­ge­gen konnte im Ver­gleich zum Vor­jahr zule­gen. Neu im Ran­king ist die „Wal­kie-Tal­kie-App“ Ten­Ten, die bereits von 13 Pro­zent der Befrag­ten genutzt wird. 

Erst­mals wurde in der aktu­el­len Stu­die die Nut­zung der Platt­form Micro­soft Teams erho­ben, die mit 35 Pro­zent unter den Top 6 der belieb­tes­ten Platt­for­men ran­giert. 29 Pro­zent der Jugend­li­chen geben an, Teams täg­lich zu nut­zen, knapp die Hälfte zumin­dest wöchent­lich. Die Platt­form hat – vor allem durch die Corona-Pan­de­mie – auch Ein­zug in den Schul­all­tag gehal­ten. Ein belieb­tes Fea­ture ist die Grup­pen­funk­tion, die unter ande­rem für die klas­sen­in­terne Kom­mu­ni­ka­tion genutzt wird. „Abzu­war­ten bleibt, ob in die­sem Kon­text Whats­App-Grup­pen abge­löst wer­den“, so Buchegger.

ChatGPT eta­bliert sich als wich­tige Info­platt­form Bei der Befra­gung zum Thema Chat­bots zeigte sich, dass drei Vier­tel der befrag­ten Jugend­li­chen bereits min­des­tens ein­mal KI-Chat­bots wie ChatGPT genutzt haben. Mit einer Nut­zungs­rate von fast 80 Pro­zent lie­gen die männ­li­chen Jugend­li­chen hier um sechs Pro­zent­punkte vor den weib­li­chen. Große Unter­schiede in der Nut­zung von KI-Chat­bots gibt es zwi­schen der Alters­gruppe der 11- bis 14-Jäh­ri­gen (67 Pro­zent) und jener der 15- bis 17-Jäh­ri­gen (84 Prozent). 

Am häu­figs­ten wird ChatGPT direkt auf der Platt­form Ope­nAI genutzt (92 Pro­zent), gefolgt vom Snap­chat-Chat­bot MyAI (45). Nur zwölf Pro­zent der Befrag­ten nut­zen den KI-Chat­bot von Micro­soft über die Such­ma­schine Bing. Geschlech­ter­spe­zi­fi­sche Unter­schiede zei­gen sich vor allem beim Chat­bot MyAI, der von mehr Mäd­chen (50) als Jungs (41 Pro­zent) genutzt wird. 

Autor: red/czaak
16.01.2025

Weitere aktuelle Artikel

For­scher der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten unter­su­chen kogni­tive und soziale Fähig­kei­ten von Papa­geien. In der Obhut von Men­schen könn­ten sie nicht nur Wör­ter ler­nen, son­dern auch Eigen­na­men ver­ste­hen und gezielt verwenden.  Ob Tiere ein­an­der „beim Namen nen­nen“, beschäf­tigt die For­schung seit Jahr­zehn­ten. Es gibt etwa Hin­weise auf namens­ähn­li­che Rufe bei Ele­fan­ten oder der Affen­art der […]
Preise für zwei For­schungs­pro­jekte der Uni­ver­sity of Applied Sci­en­ces St. Pöl­ten. Prä­mie­rung „Digi­ta­ler Huma­nis­mus in der Pra­xis“ für „FIVE“ und „Coun­ter Speech“ zu The­men Deep Fake und Hass­rede in Social Media. Die Prä­mie­rung „Digi­ta­ler Huma­nis­mus in der Pra­xis“ wird vom Bera­tungs­haus msg Plaut, der ADV – Aus­trian Digi­tal Value (Anm. Ver­ei­ni­gung von IT-Anwender:innen) und dem […]
Sym­po­sium Medi­en­ethik 2026 der Uni­ver­sity of Applied Sci­ence St. Pöl­ten beleuch­tet media­len Umgang mit Robo­tik und KI. Grund­sätz­lich sol­len Men­schen und Lebens­zu­sam­men­hänge den Ein­satz von Tech­no­lo­gie defi­nie­ren. Und nicht umgekehrt. Das jähr­li­che For­schungs- und Lehr­sym­po­sium „Medi­en­ethik“ der Uni­ver­sity of Applied Sci­ence St. Pöl­ten (USTP) beleuch­tete dies­mal die The­men Robo­tik, huma­no­ide Robo­ter und Robo­ter­jour­na­lis­mus und wie Medien über […]
Geschäfts­be­richte und Finanz­zah­len im HTML-For­mat und als PDF. Ver­wer­tung und Sicht­bar­keit von Unter­neh­mens­kenn­zif­fern in KI-Anwen­dun­gen wie ChatGPT hängt auch vom For­mat ab. Neue Stu­die der Uni of Applied Scie­nes St. Pöl­ten belegt zudem davon abhän­gige Kor­rekt­heit der Antworten.  Das Datei­for­mat ent­schei­det über die Wie­der­gabe. Unter­neh­men, die ihre Geschäfts­be­richte im HTML-For­mat ver­öf­fent­li­chen, erschei­nen drei­mal häu­fi­ger in […]
40 Pro­zent der Jugend­li­chen reden lie­ber mit KI anstatt mit Men­schen. 25 Pro­zent füh­ren mit Chat­bots freund­schaft­li­che oder gar lie­bes­ähn­li­che Bezie­hun­gen. Par­al­lel fürch­ten die Jugend­li­chen nega­tive Aus­wir­kun­gen auf ihr mensch­lich-sozia­les Leben, so wei­tere Ergeb­nisse der neuen KI-Stu­die von Saferinternet. Men­schen und die Poli­tik dis­ku­tie­ren nötige Ein­schrän­kun­gen gegen die mehr­fach nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen der soge­nann­ten Sozia­len Medien […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram