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© Pexels.com/tom fisk

Corona-Maß­nah­men zei­gen erste posi­tive Auswirkungen

Die Vor­her­sa­gen der Modell­rech­nun­gen der TU-Wien bele­gen nun eine erste Abfla­chung der Neu­in­fek­tio­nen. Die Reduk­tion der sozia­len Kon­takte bremst die Krank­heits­aus­brei­tung. Große Unbe­kannte ist die Dun­kel­zif­fer mög­li­cher Infizierter.

Als sich Corona-Infek­tio­nen (Anm. COVID-19) in Öster­reich aus­zu­brei­ten begann, ver­dop­pelte sich die Zahl der bestä­tig­ten Fälle alle zwei Tage. In den letz­ten Tagen wurde der täg­li­che Zuwachs nun gerin­ger, die Ver­dopp­lungs­zeit erstreckt sich auf vier bis sechs Tage. Die TU-Wien und das TU-Spin­Off dwh hat­ten diese Ent­wick­lung in ihren Rechen­mo­del­len exakt vorhergesagt. 

„Wir sind auf einem guten Weg“
„Die meis­ten Men­schen in Öster­reich haben sich glück­li­cher­weise an die behörd­li­chen Emp­feh­lun­gen gehal­ten und die Anzahl der zwi­schen­mensch­li­chen Kon­takte redu­ziert“, sagt Niki Pop­per von TU-Wien und dwh. „Es ist damit genau das ein­ge­tre­ten, was wir für die­sen Fall vor einer Woche vor­her­be­rech­net hat­ten : Die Zahl der COVID-19-Fälle steigt zwar noch, aber der täg­li­che pro­zen­tu­elle Anstieg hat sich redu­ziert. Wir sind auf einem guten Weg“, betont Popper.

Nun wer­den wei­tere Berech­nun­gen und Eva­lu­ie­run­gen der Maß­nah­men durch­ge­führt und das dient auch der Abschät­zung, wie und wann ein Zurück­neh­men der Maß­nah­men mög­lich sein wird. Zu die­sem Zweck hat sich nun das Team der TU-Wien mit der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien und der Gesund­heit Öster­reich zusam­men­ge­schlos­sen. „Wich­tig ist, mög­lichst viele Men­schen auf das Virus zu tes­ten — ent­schei­dend sind am Ende gemes­sene Zah­len, nicht Pro­gno­sen“, erläu­tert Popper.

Die Dun­kel­zif­fer als große Unbekannte
Bei der­art kom­pli­zier­ten Simu­la­tio­nen am Com­pu­ter simu­liert, gibt es noch einige wich­tige unbe­ant­wor­tete Fra­gen. Etwa : Wie viele Per­so­nen sind mit Corona infi­ziert, ohne es zu wis­sen, bzw. wie hoch ist die Dun­kel­zif­fer ? „Einige For­schungs­teams haben auch bereits ver­sucht, diese Dun­kel­zif­fer abzu­schät­zen, was gut, aber natür­lich sehr schwer ist“, sagt Niki Pop­per. Wei­tere Über­le­gun­gen wer­den hier aktu­ell auch vom IHS ange­stellt, mit dem die TU-Wien eben­falls kooperiert.

Soll­ten hier doch deut­lich mehr Men­schen sym­ptom­los infi­ziert wor­den sein, wäre das aber nicht unbe­dingt eine schlechte Nach­richt. Die Zahl der schwe­ren Fälle, die im Kran­ken­haus betreut wer­den müs­sen, ist bekannt. Eine hohe Dun­kel­zif­fer würde dem­nach bedeu­ten, dass der Anteil der schwe­ren Fälle nied­ri­ger ist als bis­her gedacht. Bei einer hohen Dun­kel­zif­fer wäre man auch dem Ziel der Her­den­im­mu­ni­tät bereits näher. „Das bedeu­tet, es würde viel­leicht nicht mehr so lange dau­ern, bis aus­rei­chend viele Men­schen gegen das Virus immun wären“, so das aktu­elle Resü­mee des TU-Exper­ten Popper.

Autor: red/czaak
23.03.2020

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