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© Economy_Laurin Czaak

Das Bedürf­nis nach sozia­ler Zugehörigkeit

Über 90 Pro­zent der Jugend­li­chen nut­zen Soziale Medien meh­rere Stun­den täg­lich. Diese inten­sive Nut­zung birgt Ris­ken aber auch Chan­cen. Ein Kom­men­tar von Lau­rin Czaak. 

Soziale Medien sind aus dem All­tag von Jugend­li­chen kaum mehr weg­zu­den­ken. Platt­for­men wie Insta­gram, Tik­Tok, Snap­chat oder You­Tube prä­gen den All­tag vie­ler jun­ger Men­schen und beein­flus­sen, wie sie kom­mu­ni­zie­ren, sich infor­mie­ren und sich selbst dar­stel­len. Laut aktu­el­len Stu­dien nut­zen über 90 Pro­zent der Jugend­li­chen zwi­schen 12 und 19 Jah­ren regel­mä­ßig soziale Netzwerke. 

Dabei sind sie im Durch­schnitt meh­rere Stun­den täg­lich online – häu­fig über das Smart­phone. Diese inten­sive Nut­zung birgt viele Risi­ken. Es braucht Auf­klä­rung, Selbst­re­fle­xion und Unter­stüt­zung beim Thema Medi­en­kom­pe­tenz. Dann bie­ten sich auch viele Chancen.

Das Stre­ben nach Aner­ken­nung in der sen­si­blen Phase der Identitätsfindung

Einer der Haupt­gründe für die inten­sive Nut­zung sozia­ler Medien ist das Bedürf­nis nach sozia­ler Zuge­hö­rig­keit. Jugend­li­che tau­schen sich über Chat­funk­tio­nen aus, tei­len Fotos oder Videos, fol­gen Influen­cern und las­sen sich von Trends inspi­rie­ren. Likes, Kom­men­tare und Fol­lo­wer­zah­len geben ein Gefühl von Aner­ken­nung, was gerade in der sen­si­blen Phase der Iden­ti­täts­fin­dung eine große Rolle spielt.

Neben den vie­len Mög­lich­kei­ten, die soziale Netz­werke bie­ten, gibt es auch ernst­zu­neh­mende Risi­ken. Ein zen­tra­les Pro­blem ist der stei­gende Druck zur Selbst­dar­stel­lung. Viele Jugend­li­che ver­glei­chen sich mit insze­nier­ten Bil­dern ande­rer und füh­len sich dadurch unzu­rei­chend oder unzu­frie­den mit sich selbst. Dies kann das Selbst­wert­ge­fühl beein­träch­ti­gen und im schlimms­ten Fall zu psy­chi­schen Pro­ble­men wie Depres­sio­nen oder Ess­stö­run­gen führen.

Von Cyber­mob­bing und Daten­schutz über Wis­sens­an­eig­nung zur krea­ti­ven Selbstentfaltung

Auch Cyber­mob­bing ist ein gra­vie­ren­des Thema. Durch die stän­dige Erreich­bar­keit und Anony­mi­tät im Netz sind Jugend­li­che oft Angrif­fen aus­ge­setzt, die weit­rei­chende Fol­gen haben kön­nen. Zudem sind Daten­schutz und Pri­vat­sphäre vie­len jun­gen Nut­ze­rin­nen und Nut­zern nicht aus­rei­chend bewusst. Per­sön­li­che Daten, Bil­der oder Stand­orte wer­den oft leicht­fer­tig preis­ge­ge­ben, ohne über mög­li­che Kon­se­quen­zen nachzudenken.

Trotz die­ser Gefah­ren bie­ten soziale Medien auch viele Chan­cen. Sie ermög­li­chen krea­tive Ent­fal­tung, för­dern digi­tale Kom­pe­ten­zen und bie­ten Zugang zu Wis­sen, Mei­nun­gen und welt­wei­ten Netz­wer­ken. Jugend­li­che kön­nen sich über soziale und poli­ti­sche The­men infor­mie­ren, sich enga­gie­ren oder sogar selbst Inhalte erstel­len, die gesell­schaft­li­che Wir­kung entfalten.

Ein bewuss­ter und reflek­tier­ter Umgang

Wich­tig ist jedoch ein bewuss­ter und reflek­tier­ter Umgang mit sozia­len Medien. Schu­len, Eltern und die Gesell­schaft ins­ge­samt sind gefragt, Jugend­li­che bei der Medi­en­nut­zung zu beglei­ten. Auf­klä­rung über Risi­ken, För­de­rung von Medi­en­kom­pe­tenz und offene Gesprä­che über digi­tale Erfah­run­gen kön­nen dazu bei­tra­gen, dass junge Men­schen soziale Medien selbst­be­stimmt und ver­ant­wor­tungs­voll nutzen.

Fazit : Die Nut­zung sozia­ler Medien ist für Jugend­li­che heute selbst­ver­ständ­lich – sie birgt jedoch neben gro­ßen Chan­cen auch erheb­li­che Risi­ken. Nur durch Bil­dung, Auf­klä­rung und bewuss­ten Umgang kann Social Media zu einem posi­ti­ven Bestand­teil der Lebens­welt jun­ger Men­schen wer­den. (Lau­rin Czaak, Schü­ler an der HAK-Krem­s/­Nie­der­ös­ter­reich).

Autor: Laurin Czaak
08.09.2025

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