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Das erhöhte Risiko für anhal­tende Lungenbeeinträchtigungen

Män­ner über 60 Jahre plus kri­ti­scher Corona-Ver­lauf mit Beatmung erhö­hen Risiko für lang anhal­tende Ver­än­de­run­gen des Lun­gen­ge­we­bes und Not­wen­dig­keit der Nach­sorge, so aktu­elle inter­dis­zi­pli­näre Stu­die der Med Uni Innsbruck. 

Ein inter­dis­zi­pli­nä­res Team aus den Berei­chen Pneu­mo­lo­gie (Initia­to­ren), Infek­tio­lo­gie, Neu­ro­lo­gie und Radio­lo­gie der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Inns­bruck unter­sucht seit dem Jahre 2020 in der pro­spek­ti­ven, mul­ti­zen­tri­schen Stu­die CovILD mög­li­che Fol­ge­schä­den nach einer schwer ver­lau­fe­nen SARS-CoV‑2 Infek­tion und ver­öf­fent­licht nun im renom­mier­ten inter­na­tio­na­len Fach­jour­nal Radio­logy neue Ergeb­nisse. Ins­ge­samt wur­den vom Team rund um den Radio­lo­gen Ger­lig Wid­mann vier CT-basierte Ver­laufs­kon­trol­len der Lunge durch­ge­führt, von anfangs 142 Pro­ban­den konn­ten nach einem Jahr noch 91 Teil­neh­me­rIn­nen in die Stu­die ein­ge­schlos­sen werden.

Der Grad der Corona-Erkran­kung bei den Pro­ban­den bzw. die soge­nannte Stu­dien-Kohorte teilte sich dabei fol­gen­der­ma­ßen auf : Gruppe 1 mit mil­dem Ver­lauf und ambu­lan­ter Behand­lung (21 Pro­zent), Gruppe 2 mit mode­ra­tem Ver­lauf und sta­tio­nä­rer Behand­lung ohne Sau­er­stoff­gabe (25). Gruppe 3 mit schwe­rem Ver­lauf und sta­tio­nä­rer Behand­lung mit Sau­er­stoff­gabe (25) und schließ­lich die Gruppe 4 mit einem kri­ti­schen Ver­lauf mit inten­siv­me­di­zi­ni­scher Behand­lung und Beatmung (29 Prozent).

Über 50 Pro­zent mit sub­ti­len Ver­än­de­run­gen im CT
„Betref­fend Schwe­re­grad des initia­len Ver­lau­fes waren bei mehr als der Hälfte der Teil­neh­mer auch noch zwölf Monate nach Kran­ken­haus­ent­las­sung sub­tile Ver­än­de­run­gen im CT nach­weis­bar. Auch wenn eine Mehr­heit die­ses Anteils zumin­dest schwer erkrankt war, sind wir von die­sem Ergeb­nis doch über­rascht“, sagt Anna Luger, Radio­lo­gin der Med Uni Inns­bruck. „Der über 60-jäh­rige männ­li­che Pati­ent mit kri­ti­schem Krank­heits­ver­lauf trägt unse­ren Unter­su­chun­gen zufolge jeden­falls das größte Risiko, auch ein Jahr nach Covid-19 noch Lun­gen­ver­än­de­run­gen zu zei­gen“, so Luger, Erst­au­torin der Studie. 

Im Detail zeig­ten 34 Pro­zent der Teil­neh­mer ober­flä­chen­nahe netz­ar­tige Ver­dich­tun­gen der Lunge, geringe Milch­glas­t­rü­bun­gen oder bei­des, bei 20 Pro­zent der Teil­neh­mer waren aus­ge­dehnte Milch­glas­t­rü­bun­gen, ober­flä­chen­nahe netz­ar­tige Ver­dich­tun­gen, Bron­chi­al­er­wei­te­run­gen und mikro­zys­ti­sche Ver­än­de­run­gen fest­stell­bar, die even­tu­ell auf Ver­nar­bungs­pro­zesse hin­deu­ten. „Aus radio­lo­gi­scher Sicht lässt sich noch nicht abschät­zen, wie sich diese struk­tu­rel­len Lun­gen­ver­än­de­run­gen zeit­lich wei­ter ver­hal­ten“, so Ger­lig Widmann. 

Drei Sze­na­rien vorstellbar
Drei Sze­na­rien seien jedoch vor­stell­bar : Die Ver­än­de­run­gen bil­den sich lang­sam voll­stän­dig zurück, die Ver­än­de­run­gen hal­ten an und es ent­wi­ckeln sich sta­bile Ver­nar­bun­gen, oder das Lun­gen­ge­webe wird zuneh­mend fibro­tisch (Bin­de­ge­webs­ver­meh­rung) und es kommt beglei­tend zu kon­ti­nu­ier­lich zuneh­men­den kli­ni­schen Sym­pto­men. Aus Lang­zeit­stu­dien zur SARS-Pan­de­mie im Jahr 2003 ist bekannt, dass im CT auch noch 15 Jahre nach Erkran­kung Ver­än­de­run­gen des Lun­gen­ge­we­bes fest­zu­stel­len sind. 

Ange­sichts der gesund­heits­po­li­ti­schen Rele­vanz einer Post-COVID Erkran­kung zei­gen die bis­he­ri­gen Daten aus Inns­bruck, dass eine lang­fris­tige kli­ni­sche und radio­lo­gi­sche Nach­sorge von Pati­en­tIn­nen mit anhal­ten­den Lun­gen­ver­än­de­run­gen im CT not­wen­dig ist, um mehr über den kli­ni­schen Ver­lauf und poten­ti­elle Fol­ge­er­schei­nun­gen herauszufinden.

Autor: red/czaak
15.04.2022

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