
Das Gebot Sorgfalt
Expertenkommentar Markus Buchner, atms.
Kürzlich erreichte mich eine Email einer renommierten Unternehmensberatung. Mit der Information, dass deren Versanddienstleister gehackt und meine Email-Adresse unbefugten Dritten zugänglich gemacht wurde. Man beeilte sich zu betonen, dass den Tätern keine weiteren Daten in die Hände gefallen sind, dass ich jedoch vermehrt mit Spam rechnen müsste. Man bedauere den Vorfall sehr und tue alles, damit so etwas nicht wieder vorkommt.
Jetzt ist das Thema „Email-Spam“ kein neues und auch keines, gegen das man sich nicht schützen kann. Die Unternehmensberatung ist auch nicht das erste Betrieb, dem Kundendaten so abhanden kamen. Aber direkt vom Datendiebstahl betroffen zu sein, erzeugte ein mulmiges Gefühl.
Ich bin mittlerweile lange genug in der ITK-Branche tätig, um zu wissen, daß jedes vom Menschen geschaffene System von diesem auch „aufgebrochen“ werden kann. Oft genug wurde bewiesen, dass ein innovativer Mechanismus nur solange Sicherheit bietet, bis er veröffentlicht wird. Dann machen sich „Spezialisten“ daran zu beweisen, dass auch dieses System „fehlbar“ ist. In der Regel gelingt das. Nicht umsonst wird der Zustand der Technologielandschaft gerne als „permanent Beta“ bezeichnet.
Diese Limitierungen erkennend, müssen Unternehmen ihre Datensammel-Leidenschaft vernünftig beschränken und mit den verbleibenden Material viel sorgfältiger umgehen. Diesbezüglich sollte auch jede Cloud-Entscheidung streng hinterfragt werden. Denn nur weil es modrn ist, ist es nicht zwingend klug, geschäftskritische Daten in einer Wolke zu speichern. Denn wenn sich diese Wolke verzieht oder man ihr nicht Herr wird, droht rasch der (Hitze-)Kollaps !
Zur Person :
Markus Buchner, 38, ist Geschäftsführer von atms Telefon- und Marketing Services GmbH.