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Das Gehirn aus der Petrischale

Öster­rei­chi­sche Gehirn­mo­delle sind dem Ori­gi­nal erstaun­lich ähnlich.

Die von For­schern des Insti­tuts für Mole­ku­lare Bio­tech­no­lo­gie (IMBA) in Wien gezüch­te­ten Gehirn­mo­delle ähneln ech­ten Gehir­nen nicht nur in Struk­tur und Funk­tion, son­dern auch in ihren epi­ge­ne­ti­schen Merkmalen.
Im Jahr 2013 hat­ten IMBA-Wis­sen­schaf­ter um Jür­gen Knob­lich über die erst­ma­lige Züch­tung von funk­ti­ons­fä­hi­gen mensch­li­chen Gehirn­struk­tu­ren aus Stamm­zel­len berich­tet. Diese Mini-Gehirne ent­spre­chen der frü­hen Ent­wick­lung des Gehirns, etwa auf der Stufe eines Embryos. Sie eröff­nen nicht nur neue Mög­lich­kei­ten zur Erfor­schung der Gehirn­ent­wick­lung, son­dern auch für die zukünf­tige Dia­gnos­tik und Behand­lung neu­ro­de­ge­nera­ti­ver Erkran­kun­gen wie Alz­hei­mer oder Parkinson.

Merk­male untersucht
Embryo­nale Stamm­zel­len wer­den bei die­sem Ver­fah­ren in der Petri­schale dazu gebracht, die ein­zel­nen Schritte der embryo­na­len Gehirn­ent­wick­lung im Labor nach­zu­ah­men und sich zu Ner­ven­zel­len zu spe­zia­li­sie­ren. In weni­gen Mona­ten bil­det sich so ein etwa erb­sen­gro­ßer Gewe­be­ver­band, der dem Sta­dium eines embryo­na­len Gehirns entspricht.
In der aktu­el­len, im Fach­ma­ga­zin “Cell Reports” publi­zier­ten Stu­die wur­den die Merk­male des Epi­ge­noms unter­cuht. Das kann durch umwelt­be­dingte Fak­to­ren wie Stress oder Ernäh­rung beein­flusst wer­den. Gerade bei der Aus­prä­gung von neu­ro­lo­gi­schen Erkran­kun­gen wie etwa Schi­zo­phre­nie schei­nen sie eine wich­tige Rolle zu spielen.
“Gehirn-Orga­no­ide unter­schei­den sich hin­sicht­lich ihrer epi­ge­ne­ti­schen Merk­male von ech­ten Gehir­nen, da sie in einer voll­kom­men ande­ren Umge­bung her­an­wach­sen, doch erstaun­li­cher­weise gibt es ähn­li­che Mus­ter”, wurde der Letz­t­au­tor der Publi­ka­tion, Joseph Ecker, vom US Salk Insti­tut in Kali­for­nien in der Aus­sendung zitiert. “Dies könnte uns hel­fen, die kom­plexe Funk­tion des mensch­li­chen Gehir­nes noch bes­ser zu simu­lie­ren, um die Aus­prä­gung von Krank­hei­ten noch bes­ser ver­ste­hen zu können.”

Autor: APA-Science/red/stem
30.01.2017

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