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Das Geschäft mit dem Unbewussten

Neu­ro­mar­ke­ting macht im Unter­be­wusst­sein getrof­fene Ent­schei­dun­gen nachvollziehbar.

Wenn man in Kauf­laune ist, dann hilft auch die detail­lier­teste Ein­kaufs­liste nicht mehr. Hem­mungs­los wer­den dann Regale aus­ge­räumt. Warum das so ist, kann auch die klas­si­sche Markt­for­schung nicht erklären.
Denn die Markt­for­schung stützt sie sich auf Befra­gun­gen und somit auf bewusst Ent­schei­dun­gen. Peter Walla, Psy­cho­lo­gie Depart­ment Head an der Webs­ter Uni­ver­sity in Wien, setzt als Ers­ter die Schreck­re­flex-Modu­la­tion im Bereich der Markt­for­schung ein. Damit kann er im Unter­be­wusst­sein getrof­fene Ent­schei­dun­gen objek­tiv dar­stel­len. Den Anwen­dungs­ge­bie­ten sind hier­bei keine Gren­zen gesetzt. Geruch, Farbe oder Geschmack kön­nen genauso getes­tet wer­den wie fer­tige Pro­dukte oder Software-Anwendungen.
Die Methode bedient sich der Über­prü­fung der emo­tio­na­len Ver­ar­bei­tung und ist rela­tiv sim­pel : Test­per­so­nen beschäf­ti­gen sich mit dem zu tes­ten­den Gegen­stand, wäh­rend ein Knall­ge­räusch aus­ge­löst wird, das den soge­nann­ten Schreck­re­flex verursacht. 

Ein­blick in Emotionen
Gemes­sen wird dann das Aus­maß des Augen­zwin­kerns. Das ist abhän­gig vom emo­tio­na­len Befin­den mehr oder weni­ger stark aus­ge­prägt. Je woh­ler man sich fühlt, desto gerin­ger ist der Schreck­re­flex. Diese kör­per­li­che Reak­tion ist vom Men­schen nicht bewusst kon­trol­lier­bar. Sie ermög­licht einen unver­fälsch­ten Ein­blick in Emo­tio­nen, die oft wesent­lich näher mit einer Ent­schei­dung in Ver­bin­dung ste­hen als bewusste Gedan­ken. Die Schreck­re­flex-Modu­la­tion stellt in Ver­bin­dung mit der Mes­sung der Hirn­ak­ti­vi­tä­ten laut Walla die weit­aus beste Methode zur Quan­ti­fi­zie­rung von Emo­tio­nen dar.
Für Walla stellt Neu­ro­mar­ke­ting die Zukunft der Erfor­schung des Kon­sum­ver­hal­tens und damit der Pro­dukt­ent­wick­lung dar. Die enge Zusam­men­ar­beit mit der Wirt­schaft geben ihm recht. So wur­den bereits unter­stüt­zende Stu­dien für Ver­pa­ckungs- und Shop­de­sign, sowie für fer­tige Pro­dukte durchgeführt.

Autor: red/stem
05.01.2016

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