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Das Geschäfts­klima hellt sich auf

Der vom Münch­ner ifo-Insti­tut regel­mä­ßig erho­bene Geschäfts­kli­ma­in­dex ist aktu­ell gestie­gen. Die Stim­mung unter den Unter­neh­men ver­bes­serte sich. Auch die DWS sieht Licht­bli­cke bei Wirt­schafts­si­tua­tion und Arbeitsmarkt.

Die Stim­mung unter den deut­schen Unter­neh­men hat sich aktu­ell etwas auf­ge­hellt. Der kon­ti­nu­ier­lich erho­bene ifo Geschäfts­kli­ma­in­dex ist von Jän­ner auf Februar gestie­gen. Zen­trale Aus­sage ist, dass sich die zuvor geäu­ßer­ten nega­ti­ven Erwar­tun­gen den Geschäfts­gang betref­fend ins Posi­tive gedreht haben. Die Ein­schät­zun­gen zur aktu­el­len Lage blie­ben unver­än­dert. Hier glei­chen sich posi­tive und nega­tive Ant­wor­ten gegen­wär­tig nahezu aus, so das ifo Insti­tut in einer Aus­sendung. Und : auch die Kon­junk­tur beginnt sich zu sta­bi­li­sie­ren, wenn auch vorab nur auf nied­ri­gem Niveau.

Bes­sere Stim­mung auch bei den wirt­schafts­po­li­tisch wich­ti­gen Seg­men­ten Dienst­leis­tung und Bau
Wie immer erfra­gen die ifo-Exper­ten auch die ein­zel­nen Bran­chen­seg­mente ab, und da zeigt sich die Ver­bes­se­rung des Geschäfts­kli­mas etwa im wich­ti­gen Bereich der Dienst­leis­tun­gen. Hier äußer­ten sich die Unter­neh­men zufrie­de­ner mit den lau­fen­den Geschäf­ten. Der glei­che Trend gilt für die Erwar­tun­gen, wo die posi­ti­ven Stim­men ebenso zuge­nom­men haben. Aktu­ell noch als schwach wird hin­ge­gen die Auf­trags­ent­wick­lung beurteilt. 

Ein wirt­schafts­po­li­tisch ganz wich­ti­ges Seg­ment ist die Bau­bran­che und auch hier hat der Geschäfts­kli­ma­in­di­ka­tor zuge­legt, auf nied­ri­gem Niveau zwar, aber er hat zuge­legt. Ein wesent­li­ches Kri­te­rium dafür sind bes­sere Ein­schät­zun­gen der Betriebe zur aktu­el­len Lage. Dif­fe­ren­zier­ter ist dafür der Aus­blick in die Zukunft, belas­tet durch die nach wie vor gel­ten­den äuße­ren Rah­men­be­din­gun­gen im Kon­text mit Zins­ni­veau und geo­po­li­ti­schen Kri­sen­her­den, sind die geschäft­li­chen Erwar­tun­gen wei­ter­hin verhalten. 

Das ver­ar­bei­tende Gewerbe und die Handelsbranche
Gefal­len ist der Geschäfts­kli­ma­in­dex im ver­ar­bei­ten­den Gewerbe. Hier wurde die aktu­elle Lage zuletzt im Sep­tem­ber 2020 so schlecht ein­ge­schätzt. Auch die Erwar­tun­gen blie­ben nahezu unver­än­dert pes­si­mis­tisch, der Rück­gang des Auf­trags­be­stan­des hält unver­min­dert an. In den Erhe­bun­gen haben die Unter­neh­men auch wei­tere Kür­zun­gen der Pro­duk­tio­nen angekündigt.

Ein wei­te­rer wirt­schaft­lich wich­ti­ger Bereich ist der Han­del und hier herrscht eine ambi­va­lente Situa­tion. Wäh­rend der Geschäfts­kli­ma­in­dex gefal­len ist und die Händ­ler auch weni­ger zufrie­den waren mit der aktu­el­len Geschäfts­lage, haben sich die Zukunfts­aus­sich­ten mit der Erwar­tungs­hal­tung für mehr Geschäft ver­bes­sert. Was der Han­dels­bran­che bleibt, ist eine Art Grund­skep­sis mit Blick auf die Ent­wick­lung in den kom­men­den Mona­ten, so das ifo in einer Aussendung.

Deut­sche Wirt­schaft in schwie­ri­ger Lage
Eine Insti­tu­tion, wel­che regel­mä­ßig das Befin­den der Deut­schen Wirt­schaft erforscht und abfragt, ist die deut­sche Insti­tu­tion DWS, einer der größ­ten Ver­mö­gens­ver­wal­ter in Europa. Für das vierte Quar­tal wurde die bereits bekannte Ein­schät­zung bestä­tigt, dass die Deut­sche Wirt­schaft leicht „geschrumpft“ sei (Anm. 0,3 Pro­zent). Der Grund hier­für waren die hohen Zin­sen und das hat beson­ders die zins­sen­si­ti­ven Bau­in­ves­ti­tio­nen betrof­fen, die sich seit Anfang 2022 im Sink­flug befin­den. Die Inves­ti­tio­nen gin­gen laut Anga­ben erneut zurück, um 1,7 Prozent. 

Es gibt aber auch Licht­bli­cke im Kon­text mit der all­ge­mei­nen Wirt­schafts­si­tua­tion und das bezieht sich auf den wich­ti­gen Arbeits­markt, der sich nach wie vor robust zeigt. So stieg die Beschäf­ti­gung im vier­ten Quar­tal leicht und im Vor­jah­res­ver­gleich sogar um ein hal­bes Pro­zent. Auch der pri­vate Kon­sum legte end­lich wie­der zu, hier machte sich die nach­las­sende Infla­tion bemerk­bar. Der pri­vate Kon­sum sollte auch die Stütze der schwa­chen Erho­lung sein, die die DWS für das kom­mende Jahr erwartet. 

Autor: red/cc
27.02.2024

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