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© Pexels.com/cottonbro

Das Handy als Türöffner

Infi­neon ent­wi­ckelt Anwen­dung für den kon­takt­lo­sen Umgang mit Sperr­schlös­sern. Die Ener­gie für Auf- oder Zusper­ren kommt dabei von smar­ten Mobil­te­le­fon, das soge­nannte Energy Harvesting.

Der Markt für intel­li­gente Schlös­ser ist im Auf­schwung. Im Jahr 2020 wurde das welt­weite Volu­men auf 1,4 Mrd. USD geschätzt, bis 2028 soll sich das mit jähr­li­chen Wachs­tums­ra­ten von durch­schnitt­lich 18 Pro­zent auf über fünf Mrd. US-Dol­lar erhö­hen. Der Ein­satz von bat­te­rie­lo­sen Gerä­ten wird das Wachs­tum noch ein­mal beschleu­ni­gen und damit wird der Ein­satz von Schlüs­seln in vie­len Lebens­be­rei­chen der Ver­gan­gen­heit angehören. 

Die Infi­neon Tech­no­lo­gies AG bringt nun eine Lösung auf den Markt, mit der über das Mobil­te­le­fon Schlös­ser geöff­net und geschlos­sen wer­den und das ohne den Ein­satz von Bat­te­rien im Schloss. Die Anwen­dung zieht die dafür not­wen­dige Ener­gie kon­takt­los aus dem Mobil­te­le­fon, das soge­nannte Energy Har­ve­s­t­ing. Mikro­elek­tro­nik ist gene­rell das Herz­stück von IoT-Lösun­gen und dafür ent­wi­ckelt Infi­neon Sen­so­ren, Akto­ren, Mikro­con­trol­ler, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mo­dule und Sicherheitskomponenten.

Ver­läss­lich, war­tungs­arm und gleich­zei­tig sicheren
„Infi­neon ebnet mit der neuen Lösung den Weg für die Abschaf­fung des Schlüs­sels“, sagt Adam White, Divi­si­ons­prä­si­dent Power & Sen­sor Sys­tems von Infi­neon. „Durch den Ver­zicht auf Bat­te­rien ermög­li­chen wir erst­mals einen ver­läss­li­chen, war­tungs­ar­men und gleich­zei­tig siche­ren Weg, um intel­li­gente Schlös­ser zu öff­nen und zu schlie­ßen“, so White. 

Infi­neon will die Lösung zur kon­takt­lo­sen Über­tra­gung und Nut­zung von Ener­gie auch in wei­te­ren Anwen­dun­gen zum Ein­satz zu brin­gen. „Unsere neue Lösung spart Res­sour­cen durch den Bat­te­rie­ver­zicht und zudem wer­den neue Anwen­dun­gen ermög­licht, wo der Ein­satz von Bat­te­rien bis­lang zu auf­wen­dig oder zu kos­ten­in­ten­siv war“, erläu­tert White. Ein Bei­spiel sind Mes­sun­gen an schwer zugäng­li­chen Orten, bei­spiels­weise mit einem pas­si­ven Fahrrad-Reifendruckensor.

NFC plus pro­gram­mier­ba­rer Mikro­con­trol­ler plus Verschlüsselung
Um das intel­li­gente Schloss zu betä­ti­gen, muss das Mobil­te­le­fon an das Schloss gehal­ten wer­den. Über eine Nah­feld­kom­mu­ni­ka­tion (Near Field Communications/​NFC) plus Ver­schlüs­se­lungs­tech­no­lo­gie wird geprüft, dass das Gerät auch wirk­lich zum Öff­nen berech­tigt ist. Gleich­zei­tig wird Ener­gie draht­los an einen Kon­den­sa­tor über­tra­gen, der das Schloss öff­net oder schließt.

Kern der Lösung ist ein neuer pro­gram­mier­ba­rer Mikro­con­trol­ler (Anm. 32-bit ARM® Cortex®-M0) mit einem ein­ge­bet­te­ten NFC-Modul. Wei­tere Funk­tio­na­li­tä­ten wie Beschleu­ni­ger und Zufalls­ge­nera­tor ermög­li­chen die Ver- und Ent­schlüs­se­lung von Daten mit extrem nied­ri­gem Stromverbrauch.

Büros, Kran­ken­häu­ser, Fahr­rad­schlös­ser oder Brief­käs­ten als Einsatzgebiete
Die Infi­neon-Tech­no­lo­gie ist beson­ders gut für Schlös­ser geeig­net, die einen gerin­gen mecha­ni­schen Auf­wand benö­ti­gen, das erstreckt sich von Büros, Kran­ken­häu­sern oder Fit­ness­stu­dios bis hin zu Fahr­rad­schlös­ser oder Brief­käs­ten und Paket­bo­xen. Im Fokus ste­hen Kom­fort und Fle­xi­bi­li­tät sowie par­al­lel redu­zierte Kos­ten für die Schlüs­sel­ver­wal­tung in pri­va­ten und gewerb­lich genutz­ten Immobilien.

Die neue Lösung von Infi­neon kann aber auch in kom­ple­xen Schließ­sys­te­men, etwa in Haus­tü­ren, ein­ge­setzt wer­den. Ein wei­te­rer Anwen­dungs­fall sind auch Not­fall­lö­sun­gen, wenn Bat­te­rien in gän­gi­gen Smart Locks keine Ener­gie mehr haben oder Schlüs­sel ver­lo­ren­ge­hen. Die Reak­ti­ons­zeit kom­ple­xe­rer Tür­schlös­ser liegt zwar höher, doch auf den kos­ten­in­ten­si­ven Schlüs­sel­dienst kann ver­zich­tet werden. 

Autor: red/czaak
16.09.2022

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